Nordchina abgeben konnte, sondern wahrscheinlich noch v e r st o r k t ist. Grenzzwischenfälle, die noch vor einem Jahr zur Tagesordnung gehörten, haben so gut wie aufgehört. Die Zurückhaltung, die sich beide Seiten offenbar auferlegen, hat etwas Unheimliches an sich.
Sehr viel weniger militärisch handgreiflich ope- -riert der Sowjetstaat gegen die West- und Nordwestgrenzen des chinesischen Territoriums. Die äußere Mongolei, das Gebiet der sogenannten mongolischen Volksrepublik, ist seit 15 Jahren von jedem Verkehr mit China losgelöst und muß als Sowjetgebiet angesprochen werden. In ähnlicher Lage befindet sich Chinesisch-Turkestan (Sinkiang), wobei die sowjetischen Vorposten bis weit in die Oasen der Wüste nach Osten vorgetrieben sind, so daß Nankingpässe auch in der Provinz Kanshu von Lantschou ab nicht mehr gelten. Die „Turksib", jene 1930 schon fertiggestellte -Bahnverbindung entlang der sowjetischen Grenze gegenüber Sinkiang, die Zentralasien und Sibirien verbindet, kennzeichnete sich von vornherein als eine Bahn des strategischen Aufmarsches mit aggressiver Tendenz, weil irgend eine Bedrohung aus dieser Richtung für die Sowjetunion nicht bestand.
Es gibt keinen Japaner, der die Sowjetunion nicht als den gefährlichsten Feind des Jnfelreichs betrachten würde. Deshalb hat die Idee des Antikominternpakts, die zunächst eine sehr geteilte Beurteilung in der öffentlichen Meinung Japans fand, im Verlauf eines Jahres angesichts des Konflikts mit China so große Popularität erlangt. W l a d i w o st o k als Flugzeug- und Unterseebootbasis wird als Pfahl im Fleisch Japans empfunden. Von hort aus allein scheint der unglaublich dicht bevölkerte industrielle Süden, das Gebiet zwischen Nagasaki und Jokohama ge= fährlich verwundbar. Am Strande von Waikiki bei Honolulu läßt sich über pazifische Probleme unter Dezemberblüten in leuchtenden Farben interessant philosophieren, während die geschickten Kanaken ihre Wellenreiterkunststücke auf eleganten Mahagonibrettern produzieren. Allein bei näherer Betrachtung zeigt sich, daß der Gesamtkonfliktstoff, den der Stille Ozean bergen mag, auf dem asiatischen F e st l a n d^ in China zusammengeballt ist. Für Amerika gibt es keinen „Angreifer". Der Krieg, der heute geführt wird, ist n i ch t der „Große K r i e g", weder in den Auswirkungen auf das japanische Jnselland, noch im Ausmaß der verwandten Truppenmengen. Da jeder dies weiß, besteht in Japan die Tendenz, die immerhin vorhandenen Kriegserscheinungen zu verkleinern ünb zu cachie- ren. In Nordchina operiert die Besatzun^sarmee mit so geringen Truppenmengen, daß selbst die Sicherung lediglich der Bahnlinien bei noch nicht vollendetem Vormarsch höchst unzureichend erscheint, auch wenn ein organisierter militärischer Widerstand, es sei denn int Rückzugsgefecht, kaum fühlbar wird.
Wie auch immer die politische Lösung des Konflikts, die Wiederherstellung eines Friedens-ustandes bewerkstelligt werden möge: Angesichts der bolschewistischen Einkreisung, wird eine zahlenmäßig bedeutende japanische Armee zur Okkupation, zum Schutz einer zukünftigen japanfreundlichen Regierung für die riesigen chinesischen Gebiete für lange Zeit gefesselt sein. Dazu kommt, daß die Grenzberührung japanischer und sowjetischer Einfluß- zonen, sei es auch in Pufferstaaten zweifelhafter Konsistenz eine gigantische Ausdehnung auf einer Diagonallinie durch ganz Asien erfährt. Der Ausbau der Stellungen, politisch und militärisch auf der roten Seite ist jedenfalls sehr viel früher in Angriff genommen und deshalb wahrscheinlich weiter gediehen. Die Aufrollung des Prdblems China durch die Japaner mit einem Programm für ein Menschenalter, für ein Jahrhundert für Asien, an die Schicksalswende. Die Blutopfer, die im chinesisch- japanischen Konflikt gebracht werden, nimmt der kommunistische Götze im Augenblick wohlgefällig entgegen.
Zwischenfall in Memel.
Litauische Polizei verhaftet friedliche schauer beimAnlaufendesM.-S.„Preuben"
Königsberg, 23. Juni. (DNB.) Ein bedauerlicher Zwischenfall ereignete sich, als das Motorschiff „Preußen" des Seedienstes Ostpreußen am 20. Juni abends fahrplanmäßig den Memel er Hafen anlief. Die Ankunft des schmucken deutschen Schiffes hatte bei dem schönen Sommerwetter, wie üblich, eine groheZahl schaulustiger Memelländer an den Hofen gelockt, die ihrer Freude durch Zurufe und das Absingen von vaterländischen Liedern Ausdruck gaben. Als die Menschenmenge nach dem Diederauslaufen des Schiffes sich zu zerstreuen begann, erschien die litauische politische poli- 3 e i und nahm aus der Menge heraus z a h l - reiche Verhaftungen vor, was lebhafte Empörung bei der Volksmenge auslöste und zu e r n - st en Zusammenstößen mit der litauischen Polizei führte. 3m weiteren Verlauf des Abends kam es zu D e m o n st r a l i o n e n vor dem Gebäude der litauischen Grenzpolizei, wobei die durch das Vorgehen der Polizei erregle Men^e die Herausgabe der Verhafteten verlangte. Ls gelang schließlich der memelländischen Landespolizei, deren Anordnungen die Menge willig Folge leistele, die Ordnung wiederherzustellen. Die Zahl der verhafteten Memelländer wird auf etwa fünfzig geschäht.
England wirbt für die Lustwaffe.
London, 23. Juni. (Europapreß.) Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood kündigte umfangreiche Neuanwerbungen für die Luftwaffe an. Es sollen rund 31 6 5 0 Mann eingestellt werden, und zwar 2100 Piloten, 550 Beobachter, 26 000 Handwerker und ungelernte Mannschaften und 3000 Anwärter. Die Piloten erhalten den Osfi- ziersrang und müssen sich für vier Jahre aktiven Dienst und für sechs Jahre Dienst bei der Reserve verpflichten. Die Beobachter stehen im Unteroffiziers- rang und haben die gleiche Dienstzeit wie die Pi- loken. Der Luftfahrtminister betonte, die für die nächsten neun Monate benötigten Offiziere und Mannschaften machten das Fünfzehnfache der durchschnittlichen Zugänge zu der Luftwaffe vor dem Jahre 1935 aus und entsprächen der Gesamtstärke der englischen Luftwaffe vor Beginn der Aufrüstung im Jahre 1935. Die Industrie entspreche allen Anforderungen; innnerhalh der letzten Wochen seien sehr große Aufträge für neue Flugzeuge und anderes Material untergebracht worden.
Die Breslauer Mfleranlage des Reichs- Laulfprecher-Säulennetzes in Betrieb genommen
Breslau, 23. Juni. (DNB.) Mit einem festlichen Empfang im Remter des Breslauer Rathauses durch Oberbürgermeister Dr. Fridrich, erfolgte die Inbetriebnahme der in Breslau errichteten Musteranlage desReichslautspre- cher - Säulennetzes. Staatssekretär Hanke vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda erklärte dabei: Diese Anlage der stationären Lautsprecher hat sich folgerichtig aus der politischen und propagandistischen Arbeit' entwickelt. Sie ist Ausdruck einer demokratischen Volks füh run g im besten Sinne, bei der die ständige direkte Verbindung zwischen Gefolgschaft und Führung, zwischen Volk und Regierung, zu einem der Hauptelemente volk- lichen und staatlichen Lebens gehört. Man hatte sich in den Fraktionszimmern und Sitzungssälen der Parlamente in seinen Methoden soweit von dem gesunden Empfinden des Volkes entfernt, daß man wohl fühlte und wußte, daß man damit vor chm nicht mehr würde bestehen können. .An der Front des Gebäudes stand wohl mit großen Buchstaben die Devise: „Dem deutschen Volke". Das aber, was sich in diesem dem deutschen Volke zugedachten Hause abspielte, was gesprochen wurde, wagte man nicht der breiten Masse durch Rundfunkübertragungen zugänglich zu machen. Jahrelang hätten wir Nationalsozialisten in Tausenden und Hunderttausenden von kleineren und größeren Versammlungen die direkte Verbindung zwischen Führer und Gefolgschaft hergestellt. Wir Nationalsozialisten haben uns der technischen Möglichkeiten nicht nur bedient, wir haben in vielen Fällen die Technik vor neue Aufgaben gestellt und ihr Aufträge für neue Konstruktionen und Fingerzeige für praktische technische Lösungen gegeben. Der Einsatz von Presse, Film, Rundfunk, die Durchführung von Massenkundgebungen der Partei und des Staates verlangen Beweglichkeit der Mitarbeiter und Beweglichkeit der Mittel. Der Propagandaeinsatzstab der Reichspropagandaleitung der NSDAP, und des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda mit seiner jahrelangen Erfahrung ist in der Lage, in kürzester Zeit Kundgebungen von nie gekanntem Ausmaß vorzubereiten und durchzuführen. Aus dieser Entwicklung heraus entstand der Gedanke und die Notwendigkeit der Lautsprechersäulen. In unzähligen Besprechungen aller Beteiligten ist ein Lautsprechersäulentyp geschaffen worden, der nicht nur technisch, sondern auch in seiner äußeren Form als vollkommen bezeichnet werden kann. Mit einem Hebeldruck sind
Mannheim, 24. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Am Donnerstagabend fand in der Stadthalle in Heidelberg die erste Großkundgebung der im NS.- Altherrenbund geeinten Akademiker statt, dessen Führerschaft zum Deutschen StuÄententag zusammengekommen ist. Reichsstuüentenführer D r. Scheel stellte in seiner Rede eingangs fest, daß heute zum ersten Male in der Geschichte des deutschen Studententums alte Herren und Studenten, von demselben Glauben und demselben Willen beseelt, zusammengekommen sind, um ein einmütiges Bekenntnis abzulegen. „Was sich Generationen bester deutscher Studenten und alter Herren erträumt uni) ersehnt haben, erleben wir hier in Wirklichkeit: Ein Grohdeut- s ch e s R e i ch, ein in sich geeintes starkes Studententum, ein auf seine inneren und wahren Werfe und Tradition in der nationalsozialistischen Bewegung aufgebautes geeintes Altherrentum. Ein deutsches Studenten- und Altherrentum kann, ja darf nur existieren, wenn es Bannerträger der nationalsozialistischen Bewegung sein will. Nahezu 50 000 Alte Herren stehen in geschlossener Front heute hinter uns, und ihre Zahl ist täglich im Ansteigen." Nach Worten des Dankes an die Verbandsführer gab der Reichsstudentenführer seiner Freude und Genugtuung Ausdruck, daß das Werk der Einigung und Bereinigung nunmehr vollendet fei.. „Gemeinsam mit den Führern des nationalsozialistischen Altherrentums werden wir an die neue Arbeit gehen. Ihr Endziel soll der erfolgreiche Einbau des natio- nalsozialifttschen Akademikers in die Partei sein."
Wie die „Frankfurter Zeitung" ergänzend meldet, gab Reichsstudentenführer Dr. Scheel bekannt, daß der Reichsführer jj und Chef der deutschen Polizei sämtlich^ katholischen Studenten-und Altherrenverbände mit ihren sämtlichen Untergliederungen verboten und ihre Wiederaufrichtung unter Strafe gestellt habe. Das Vermögen dieser Verbände werde dem Aufbauwerk des nationalsozialistischen Studententums zugutekommen. In der Begründung zu diesem Verbot heißt es: „Die katholischen Studenten- und Altherrenoerbände waren vor der Machtübernahme im alten Reichsgebiet die Träger der Zentrumspolitik und im Lande Oesterreich bis zum 13. März 1938 im Rahmen der Vaterländischen Front die stärkste Stütze des Regimes Dollfuß und Schuschnigg. Trotz äußerer Gleichschaltung haben in den Jahren 1933 bis 1938 Angehörige dieser Verbände im alten Reichsgebiet staatsfeindliche Beziehungen mit österreichischen Verbandsbrüdern gepflegt. Nachdem sich im April 1938 alle waffenstudentischen Altherrenverbände unter dem historischen Eindruck der Schöpfung des Großdeutschen Reiches aufgelöst haben, um ihre Mitglieder in den offiziellen, unter Führung des Reichsftudentenführers stehenden NS.- Altherrenbund der deutschen Studenten zu überführen und damit die Einigung des gesamten nationalsozialistischen Altherrentums herzustellen, ist das Weiterbestehen von Studenten- und Altherrenverbänden außerhalb des NS.-Studentenbundes und des RS.-Altherrenbundes als den hierfür zu-
sie in Betrieb zu fetzen. Sie schaffen auf den Plätzen und Straßen unserer Millionenstädte mit ihren ungeheueren Raumausmaßen das politische Forum mit all seinen Möglichkeiten lebendiger Volksführung. Sie sollen die Möglichkeit geben, in allen Städten des Reiches und später auch in den Dörfern ohne Vorbereitung und ohne schwierige Jnstallationsarbeiten das ganze Volk an dem großen politischen Geschehen unserer Zeit teilhaben zu lassen, große Gemeinschaftsempfänge auch für die durchzuführen, die noch nicht im Besitz eines eigenen Rundfunkgerätes sind, bei großen Kundgebungen und Aufmärschen die Massen zu informieren und zu dirigieren und bei besonderen Anlässen wie Luftschutzübungen und ähnliches eine direkte und schnelle Befehlsausgabe zu gewährleisten. Wenn die Lautsprechersäulen so auch als Nachrichtenmittel verwendbar sind und auch dafür eingesetzt werden sollen — in erster Linie jedoch sind sie eine der unmittelbarsten Ausdruckformen eines politischen Systems der direkten Verbindung zwilchen Führung und Gefolgschaft. Sie sind ein politisches Werkzeug in der- Hand der Propagandisten der Bewegung und des Staates. In diesem Sinne nehme ich heute in Breslau die ersten 10 0 Säulen in Betrieb. 6600 solcher Säulen sind für das ganze Reich vorgesehen und sollen in kürzester Zeit aufgestellt werden. Gleichzeitig wird in den ländlichen Gegenden, deren Bevölkerungsdichte die Anlage von Reichs-Lautsprecher-Säulen nicht rechtfertigt, ein Ausbau des Gemeinde- rundfunks erfolgen, der dann mit dem Reichs- Laütfprecher-Säulen-Netz verbunden werden kann.
Staatssekretär Hanke meldete dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und Reichspropagandaleiter der NSDAP., Dr. Goebbels, fernmündlich, daß die Anlage bereitstehe. Nun war auf allen Straßen und Plätzen Breslaus die vertraute Stimme des Reichsministers Dr. Goebbels zu hören, der ausführte: „Herr Staatssekretär! Ich danke Ihnen für die Meldung der Inbetriebnahme der ersten hundert Reichslautsprecher-Säulen in der schlesischechn Gaühauptstädt Breslau. Es ist mir eine Freude, auf diesem Wege als e r st e r die Breslauer Bevölkerung und ihren Oberbürgermeister begrüßen zu können. Ich hoffe, daß diese Versuchs- und Müsteranlage sich bestens bewähren wird. Möge sie wirksames und jederzeit einsatzbereites Mittel für die propagandistische Arbeit von Bewegung und Staat sein. In diesem Sinne übernehme ich die eiste Reichslautsprecher-Säulenanlage in meine Obhut."
ständigen Parteigliederungen politisch nicht t r a g- b a r."
Im Anschluß ah die Rede des Reichsstudenten- führers sprach der stellv. Gauleiter von München- Oberbayern, Pg. Nipp old. Er führte u. a. aus, daß die Kämpfe des Studententums in allen ihren Erscheinungen notwendig waren, um zu dem Punkt zu kommen, an dem wir jetzt stehen, — am Abschluß einer Entwicklung, die viele.non uns bereits in den Jahren des Kampfes herbeigesehnt haben und deren Endergebnis wir begrüßen: Eine geeinte, in einer gewaltigen Organisation zusammengefahte 'studentische Jugend und eine ebenso geeinte Altyerren- schast.
Totenehrung und Namensverleihung.
Heidelberg, 23. Juni. (DNB.) Der zweite Tag des Deutschen Studententages in Heidelberg begann mit einer Totenehrung am Mahnmal im Hof der neuen Universität, die mit der Namensverleihung an rund 80 neue Kameradschaften verbunden war. Dann wurde die Arbeitstagung des Studententaaes feierlich eröffnet. Besonders beifällig wurde Oie Anwesenheit von Abordnungen der Grenzland-Studentenschaften und derjenigen aus dem außerdeutschen Südosten aufgenommen. Stabsführer Horn teilte irn Rechenschaftsbericht u. a. mit, die Zahl der Kameradschaften betrage bereits 875. Ihnen" gehörten 18 356 junge Kameraden an. Der Erziehungsarbeit dieser Kameradschaften stünden insgesamt 279 Räume zur Verfügung. Die systematische Erziehung des Kameradschaftsführers im Lager spiele eine entscheidende Rolle. Im „Hause der Kunst" und im Kurpfälzischen Museum wurde die Internationale Ausstellung Hochschule im Osten" durch Gau- studentenführer Rother (Königsberg) feierlich eröffnet. Der Neichsstudentenführer empfing die Abordnungen der ausländischen Studentenoerbände. Ein Fackelzug ließ den zweiten Tag ausklingen.
Neue Altherrenschasten in München.
2luf dem Gaustudentag München-Oberbayern 1938 gab Gaustudentenführer Dr. Dörfler die Gründung neuer Altherrenschasten bekannt. Nachdem im Januar 1938 sieben Münchener Korporationen als erste ihre Häuser dem Studentenbund zur Verfügung gestellt hätten und aus ihren Altherrenvereinigungen Altherrenschasten, jeweils der Kameradschaft, die das Haus beziehen dürfe, gebildet hätten, feien am 15. Mai sämtliche 44 waffenstudentischen Korporationen des Gaues mit einer Zusage zur Mitarbeit heroorgetveten, so daß jetzt dreizehn weitere Altherrenoereinigungen übernommen werden könnten. Der Rest der' Münchener waffenstudentischen Korporationen werde am 11. November in den'N S. - A l th e r r e n° bund eingegliedert werden. Der Gaustudententag 1938 habe bewiesen, daß der NS.-Studentenbund der allein ausschlaggebende Faktor der gesamten Erziehung der deutschen Studenten an Münchens hohen Schulen geworden sei. Die Namen der sechs neu gegründeten. Altherrenschasten, in denen jeweils mehrere übernommene Altherrenvereinigun- gen zusammentreten würden, seien: Planetta, Von der Pfordten, Friesen, Hochberg, Prinz Eugen und Böcker.
Aach dem Sedillo-pulsch in MM.
Von unserem K.B.-Berichterstatier.
Nachdruck verboten!
Mexiko-Stadt, Juni 1938. (Durch Luftpost.) Ein Putsch des früheren Landwirtschaftsministers General Saturnino Cedillo im Staate San Luis Potosi ist in sich zusammengebrochen und da- mit der letzte Gegner, der dem Regime des Präsidenten Lazaro Cardenas hätte gefährlich werden können, aus dem politischen Leben Mexikos endgültig ausgeschaltet.
Saturnino Cedillo gehörte zu den Revolutionären, die sich 1910 gegen den damaliges Präsidenten Porfirio D i a z erhoben hatten.. Er stand in der Freischar des berüchtigten Banditen Pancho Villa und stieg in den Reihen der revolutionären Armee zu immer höheren Stufen auf, schließlich bis zum General. Später war er Wehrkreiskommandeur und Gouverneur seines Heimatstaates San Luis Potosi, wo er sich des größten Ansehens erfreute. In die Regierung des Präsidenten Cardenas trat er im Juni 1935 als Landwirtschaftsminister ein. Da Cedillo eine gemäßigte Politik verfolgte, im Gegensatz zu dem Radikalismus Cardenas, kam es zwischen beiden zu starken Differenzen, die im August vorigen Jahres zu feinem Ausscheiden aus dem Kabinett führten. Wegen seiner gemäßigten Ansichten ist Cedillo stets von der linksradikalen Arbeiterschaft angegriffen und als Reaktionär und Faschist bezeichnet worden. Immer wieder wulbs Cedillo, der sich auf feinen Landsitz „Las Palomas" zurückgezogen hatte, beschuldigt, Pläne zu schmieden, um das jetzige Regime zu stürzen und sich selbst zum Präsidenten zu machen. Er, der in seinem Heimatstaate als unumschränkter Herrscher galt und über eine ihm blindlings ergebene „Prioatarmee" verfügte, war den mexikanischen Linksradikalen mit ihren zum Kommunismus hinneigenden Tendenzen ein Dorn im Auge. Tatsächlich konnte das radikale Bonzentum in San Luis Potosi nie recht Fuß fassen. Cedillo selbst hatte immer wieder alle Aufstandspläne dementiert, schien aber im Geheimen doch zu rüften, um bei passender Gelegenheit zuschlagen zu können.
In weiten Kreisen der mexikanischen Oefstntlich- feit ist man der Auffassung, daß seine Gegner die gegenwävtige vaterländische Begeisterung wegen der Enteignung der ausländischen Oelgesellschaftey und der scharfen Haltung Mexikos gegenüber den englischen Protesten, die schließlich zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch Mexiko führ'- ten, ausgenutzt haben, um Cedillo solange ju provozieren, bis er sich in ein für ihn aussichtsloses Abenteuer stürzte. Sein „Aufruf an die Nation", in dem er den offenen Kämpft gegen Cardenas erklärte, ist fast ganz unbekannt geblieben und konnte deswegen keinen Widerhall finden. Dies und außerdem die geographische Beschaffenheit jenes Landesteils, der überaus gebirgig und vielfach mit tropischen Wäldern bedeckt ist, erklären es, daß es nicht zu größeren Kämpfen gekommen ist. Der Aufstand beschränkte sich nur auf ein ganz kleines Gebiet, während in allen übrigen Teilen des Staates San Luis Potosi absolute Ruhe herrschte, wie ich auf einer mehrtägigen Fahrt durch das Land immer wieder mit eigenen Augen feststellen konnte. Dort wußte man von dem Putsch überhaupt erst aus den von der Regierung verbreiteten Zeitungen und Rundfunkmeldungen. Man meldete, daß sich die wenigen Anhänger, die Cedillo bei seinem Abenteuer gefolgt waren, ergeben hätten, und daß Präsident Cardenas sie alle begnadige. Man erklärte, daß auch Cedillo selbst nichts geschehen würde, wenn man seiner habhaft werde, und daß er lediglich vor dje ordentlichen Gerichte- gestellt werden würde. Dieser geschickte Schachzug der Regierung, die den angeblichen Putsch stark aufbauschte und dadurch ihr) Großmut noch unterstrich, hat seine Wirkung nicht verfehlt. Das Land blieb vollkommen ruhig.
Der Cedillo-Putsch ist der Regierung nicht ungelegen gekommen, denn nun hat man jemand gesunden, den man für die weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage verantwortlich machen kann. So antwortete zum Beispiel Präsident Cardenas auf die Frage einer mexikanischen Journalistin, wie es eigentlich mit der vom Präsidenten wenige Tage vor dem Cedillo- Putsch in Aussicht gestellten Währungsstabi- l i s i e r u n g und Kreditförderung stände, daß leider die absolut antipatriotische cedillistische Bewegung die gegenwärtige Krise noch verschärft habe. Die Enteignung der Oelquellen habe zwar eihige Störungen verursacht, doch habe sich eine Tendenz zur Konsolidierung der Lage gezeigt. Jetzt aber sei ein neues Mißtrauen entstanden, und die Banken würden weiterhin die Kredite zurückhalten, obwohl be- absichtigt war, hurch Vermittlung der mexikanischen Staatsbank eine Kreditausweitung herbeizuführen.
Die Oeffentlichkeit ist also etwas von der geradezu verheerenden Wirtschaftslage abgelenkt worden, die in einer weiteren Abwertung des mexikanischen Pesos zum Ausdruck fommt^ aber trotzdem wird es auf die Dauer nicht möglich fein, zu verhindern, daß sie sich darüber klar wird, daß diese Schwierigkeiten nicht auf den Cedillo- Putsch zurückzuführen sind.
Oer englische Königsbesuch in Paris verschoben.
London, 23. Juni. (DNB.) Um die nach dem Tode der Mutter der englischen Königin C o u n t e ß of Strathmore mit Rücksicht auf den geplanten Staatsbesuch des englischen Königspaares in Frankreich entstandene Lage zu besprechen, empfing König Georg VI. Außenminister Lord Hali- f a x und den Großkämmerer Lord C r o m e r. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist der ursprünglich für den 26. Juni in Aussicht genommene Besuch in Paris auf den 19. bis 2 2. Juli verschoben worden. Infolgedessen ist auch die geplante Enthüllung des Kriegerdenkmals für die Australier in Villers - Bretonneux auf den 22. Juli verlegt worden.
Mißglückte Gegenangriffe der spanischen Bolschewisten.
Bilbao, 24. Juni. (DNB. Funkspruch.) Wie der nationalspanische Heeresbericht von der Te- r u e l - F r o n t meldet, versuchten sowjetspanische Formationen wiederholt, die Stellungen der Nationalen auf dem rechten Ufer des Valbona-Flus- s e s zu nehmen. Sämtliche Gegenangriffe konnten
Kundgebung des RS.-Altherrenbundes auf dem Deutschen Studententag.
Verbot sämtlicher katholischer Studenten- und Altherrenverbände. — Eine Rede des Reichsstudentenführers.
Kreistag der RGOAp. Wetterau Gießen-Kriedberg 25. und 26.Zuni


