Ausgabe 
24.6.1938
 
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Nordchina abgeben konnte, sondern wahrscheinlich noch v e r st o r k t ist. Grenzzwischenfälle, die noch vor einem Jahr zur Tagesordnung gehörten, haben so gut wie aufgehört. Die Zurückhaltung, die sich beide Seiten offenbar auferlegen, hat etwas Un­heimliches an sich.

Sehr viel weniger militärisch handgreiflich ope- -riert der Sowjetstaat gegen die West- und Nord­westgrenzen des chinesischen Territoriums. Die äußere Mongolei, das Gebiet der sogenann­ten mongolischen Volksrepublik, ist seit 15 Jahren von jedem Verkehr mit China losgelöst und muß als Sowjetgebiet angesprochen werden. In ähnlicher Lage befindet sich Chinesisch-Turkestan (Sinkiang), wobei die sowjetischen Vorposten bis weit in die Oasen der Wüste nach Osten vorgetrie­ben sind, so daß Nankingpässe auch in der Provinz Kanshu von Lantschou ab nicht mehr gelten. Die Turksib", jene 1930 schon fertiggestellte -Bahnver­bindung entlang der sowjetischen Grenze gegenüber Sinkiang, die Zentralasien und Sibirien verbindet, kennzeichnete sich von vornherein als eine Bahn des strategischen Aufmarsches mit aggressiver Ten­denz, weil irgend eine Bedrohung aus dieser Rich­tung für die Sowjetunion nicht bestand.

Es gibt keinen Japaner, der die Sowjetunion nicht als den gefährlichsten Feind des Jnfelreichs betrachten würde. Deshalb hat die Idee des Antikominternpakts, die zunächst eine sehr geteilte Beurteilung in der öffentlichen Mei­nung Japans fand, im Verlauf eines Jahres an­gesichts des Konflikts mit China so große Popula­rität erlangt. W l a d i w o st o k als Flugzeug- und Unterseebootbasis wird als Pfahl im Fleisch Japans empfunden. Von hort aus allein scheint der unglaublich dicht bevölkerte industrielle Süden, das Gebiet zwischen Nagasaki und Jokohama ge= fährlich verwundbar. Am Strande von Waikiki bei Honolulu läßt sich über pazifische Probleme unter Dezemberblüten in leuchtenden Farben interessant philosophieren, während die geschickten Kanaken ihre Wellenreiterkunststücke auf eleganten Mahagoni­brettern produzieren. Allein bei näherer Betrach­tung zeigt sich, daß der Gesamtkonfliktstoff, den der Stille Ozean bergen mag, auf dem asiati­schen F e st l a n d^ in China zusammengeballt ist. Für Amerika gibt es keinenAngreifer". Der Krieg, der heute geführt wird, ist n i ch t derGroße K r i e g", weder in den Auswirkungen auf das ja­panische Jnselland, noch im Ausmaß der verwand­ten Truppenmengen. Da jeder dies weiß, besteht in Japan die Tendenz, die immerhin vorhandenen Kriegserscheinungen zu verkleinern ünb zu cachie- ren. In Nordchina operiert die Besatzun^sarmee mit so geringen Truppenmengen, daß selbst die Si­cherung lediglich der Bahnlinien bei noch nicht voll­endetem Vormarsch höchst unzureichend erscheint, auch wenn ein organisierter militärischer Widerstand, es sei denn int Rückzugsgefecht, kaum fühlbar wird.

Wie auch immer die politische Lösung des Kon­flikts, die Wiederherstellung eines Friedens-ustandes bewerkstelligt werden möge: Angesichts der bolsche­wistischen Einkreisung, wird eine zahlenmäßig be­deutende japanische Armee zur Okkupation, zum Schutz einer zukünftigen japanfreundlichen Regie­rung für die riesigen chinesischen Gebiete für lange Zeit gefesselt sein. Dazu kommt, daß die Grenz­berührung japanischer und sowjetischer Einfluß- zonen, sei es auch in Pufferstaaten zweifelhafter Konsistenz eine gigantische Ausdehnung auf einer Diagonallinie durch ganz Asien erfährt. Der Aus­bau der Stellungen, politisch und militärisch auf der roten Seite ist jedenfalls sehr viel früher in An­griff genommen und deshalb wahrscheinlich weiter gediehen. Die Aufrollung des Prdblems China durch die Japaner mit einem Programm für ein Men­schenalter, für ein Jahrhundert für Asien, an die Schicksalswende. Die Blutopfer, die im chinesisch- japanischen Konflikt gebracht werden, nimmt der kommunistische Götze im Augenblick wohlgefällig entgegen.

Zwischenfall in Memel.

Litauische Polizei verhaftet friedliche schauer beimAnlaufendesM.-S.Preuben"

Königsberg, 23. Juni. (DNB.) Ein be­dauerlicher Zwischenfall ereignete sich, als das MotorschiffPreußen" des Seedienstes Ostpreußen am 20. Juni abends fahrplanmäßig den Memel er Hafen anlief. Die Ankunft des schmucken deutschen Schiffes hatte bei dem schö­nen Sommerwetter, wie üblich, eine groheZahl schaulustiger Memelländer an den Hofen gelockt, die ihrer Freude durch Zurufe und das Absingen von vaterländischen Liedern Ausdruck gaben. Als die Menschenmenge nach dem Dieder­auslaufen des Schiffes sich zu zerstreuen begann, erschien die litauische politische poli- 3 e i und nahm aus der Menge heraus z a h l - reiche Verhaftungen vor, was lebhafte Em­pörung bei der Volksmenge auslöste und zu e r n - st en Zusammenstößen mit der litauischen Polizei führte. 3m weiteren Verlauf des Abends kam es zu D e m o n st r a l i o n e n vor dem Gebäude der litauischen Grenzpolizei, wobei die durch das Vorgehen der Polizei erregle Men^e die Heraus­gabe der Verhafteten verlangte. Ls gelang schließlich der memelländischen Landespoli­zei, deren Anordnungen die Menge willig Folge leistele, die Ordnung wiederherzustellen. Die Zahl der verhafteten Memelländer wird auf etwa fünfzig geschäht.

England wirbt für die Lustwaffe.

London, 23. Juni. (Europapreß.) Luftfahrt­minister Sir Kingsley Wood kündigte umfang­reiche Neuanwerbungen für die Luftwaffe an. Es sollen rund 31 6 5 0 Mann eingestellt werden, und zwar 2100 Piloten, 550 Beobachter, 26 000 Handwerker und ungelernte Mannschaften und 3000 Anwärter. Die Piloten erhalten den Osfi- ziersrang und müssen sich für vier Jahre aktiven Dienst und für sechs Jahre Dienst bei der Reserve verpflichten. Die Beobachter stehen im Unteroffiziers- rang und haben die gleiche Dienstzeit wie die Pi- loken. Der Luftfahrtminister betonte, die für die nächsten neun Monate benötigten Offiziere und Mannschaften machten das Fünfzehnfache der durchschnittlichen Zugänge zu der Luftwaffe vor dem Jahre 1935 aus und entsprächen der Gesamt­stärke der englischen Luftwaffe vor Beginn der Auf­rüstung im Jahre 1935. Die Industrie entspreche allen Anforderungen; innnerhalh der letzten Wochen seien sehr große Aufträge für neue Flugzeuge und anderes Material untergebracht worden.

Die Breslauer Mfleranlage des Reichs- Laulfprecher-Säulennetzes in Betrieb genommen

Breslau, 23. Juni. (DNB.) Mit einem fest­lichen Empfang im Remter des Breslauer Rat­hauses durch Oberbürgermeister Dr. Fridrich, er­folgte die Inbetriebnahme der in Breslau errichte­ten Musteranlage desReichslautspre- cher - Säulennetzes. Staatssekretär Hanke vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda erklärte dabei: Diese Anlage der sta­tionären Lautsprecher hat sich folgerichtig aus der politischen und propagandistischen Arbeit' entwickelt. Sie ist Ausdruck einer demokratischen Volks füh run g im besten Sinne, bei der die ständige direkte Verbindung zwischen Gefolgschaft und Führung, zwischen Volk und Regierung, zu einem der Hauptelemente volk- lichen und staatlichen Lebens gehört. Man hatte sich in den Fraktionszimmern und Sitzungssälen der Parlamente in seinen Methoden soweit von dem ge­sunden Empfinden des Volkes entfernt, daß man wohl fühlte und wußte, daß man damit vor chm nicht mehr würde bestehen können. .An der Front des Gebäudes stand wohl mit großen Buch­staben die Devise:Dem deutschen Volke". Das aber, was sich in diesem dem deutschen Volke zu­gedachten Hause abspielte, was gesprochen wurde, wagte man nicht der breiten Masse durch Rund­funkübertragungen zugänglich zu machen. Jahrelang hätten wir Nationalsozialisten in Tau­senden und Hunderttausenden von kleineren und größeren Versammlungen die direkte Verbindung zwischen Führer und Gefolgschaft hergestellt. Wir Nationalsozialisten haben uns der technischen Mög­lichkeiten nicht nur bedient, wir haben in vielen Fällen die Technik vor neue Aufgaben gestellt und ihr Aufträge für neue Konstruktionen und Finger­zeige für praktische technische Lösungen gegeben. Der Einsatz von Presse, Film, Rundfunk, die Durch­führung von Massenkundgebungen der Partei und des Staates verlangen Beweglichkeit der Mitarbei­ter und Beweglichkeit der Mittel. Der Propaganda­einsatzstab der Reichspropagandaleitung der NSDAP, und des Reichsministeriums für Volks­aufklärung und Propaganda mit seiner jahrelangen Erfahrung ist in der Lage, in kürzester Zeit Kund­gebungen von nie gekanntem Ausmaß vorzubereiten und durchzuführen. Aus dieser Entwicklung heraus entstand der Gedanke und die Notwendigkeit der Lautsprechersäulen. In unzähligen Bespre­chungen aller Beteiligten ist ein Lautsprechersäulen­typ geschaffen worden, der nicht nur technisch, son­dern auch in seiner äußeren Form als vollkommen bezeichnet werden kann. Mit einem Hebeldruck sind

Mannheim, 24. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Am Donnerstagabend fand in der Stadthalle in Heidelberg die erste Großkundgebung der im NS.- Altherrenbund geeinten Aka­demiker statt, dessen Führerschaft zum Deut­schen StuÄententag zusammengekommen ist. Reichsstuüentenführer D r. Scheel stellte in seiner Rede eingangs fest, daß heute zum ersten Male in der Geschichte des deutschen Studententums alte Herren und Studenten, von demselben Glauben und demselben Willen beseelt, zusammengekommen sind, um ein einmütiges Bekenntnis abzulegen. Was sich Generationen bester deutscher Studenten und alter Herren erträumt uni) ersehnt haben, er­leben wir hier in Wirklichkeit: Ein Grohdeut- s ch e s R e i ch, ein in sich geeintes starkes Studententum, ein auf seine inneren und wahren Werfe und Tradition in der nationalsozia­listischen Bewegung aufgebautes geeintes Alt­herrentum. Ein deutsches Studenten- und Alt­herrentum kann, ja darf nur existieren, wenn es Bannerträger der nationalsozialistischen Bewegung sein will. Nahezu 50 000 Alte Herren stehen in ge­schlossener Front heute hinter uns, und ihre Zahl ist täglich im Ansteigen." Nach Worten des Dankes an die Verbandsführer gab der Reichsstudenten­führer seiner Freude und Genugtuung Ausdruck, daß das Werk der Einigung und Be­reinigung nunmehr vollendet fei..Gemeinsam mit den Führern des nationalsozialistischen Alt­herrentums werden wir an die neue Arbeit gehen. Ihr Endziel soll der erfolgreiche Einbau des natio- nalsozialifttschen Akademikers in die Partei sein."

Wie dieFrankfurter Zeitung" ergänzend meldet, gab Reichsstudentenführer Dr. Scheel bekannt, daß der Reichsführer jj und Chef der deutschen Polizei sämtlich^ katholischen Studen­ten-und Altherrenverbände mit ihren sämtlichen Untergliederungen verboten und ihre Wiederaufrichtung unter Strafe gestellt habe. Das Vermögen dieser Verbände werde dem Aufbauwerk des nationalsozialistischen Studententums zugutekom­men. In der Begründung zu diesem Verbot heißt es:Die katholischen Studenten- und Alt­herrenoerbände waren vor der Machtübernahme im alten Reichsgebiet die Träger der Zentrumspolitik und im Lande Oesterreich bis zum 13. März 1938 im Rahmen der Vaterländischen Front die stärkste Stütze des Regimes Dollfuß und Schuschnigg. Trotz äußerer Gleichschaltung haben in den Jahren 1933 bis 1938 Angehörige dieser Verbände im alten Reichsgebiet staatsfeindliche Beziehun­gen mit österreichischen Verbandsbrüdern gepflegt. Nachdem sich im April 1938 alle waffenstudentischen Altherrenverbände unter dem historischen Eindruck der Schöpfung des Großdeutschen Reiches aufgelöst haben, um ihre Mitglieder in den offiziellen, unter Führung des Reichsftudentenführers stehenden NS.- Altherrenbund der deutschen Studenten zu über­führen und damit die Einigung des gesamten na­tionalsozialistischen Altherrentums herzustellen, ist das Weiterbestehen von Studenten- und Altherren­verbänden außerhalb des NS.-Studentenbundes und des RS.-Altherrenbundes als den hierfür zu-

sie in Betrieb zu fetzen. Sie schaffen auf den Plätzen und Straßen unserer Millionenstädte mit ihren ungeheueren Raumausmaßen das politische Forum mit all seinen Möglichkeiten lebendiger Volksführung. Sie sollen die Möglichkeit geben, in allen Städten des Reiches und später auch in den Dörfern ohne Vorbereitung und ohne schwierige Jnstallationsarbeiten das ganze Volk an dem gro­ßen politischen Geschehen unserer Zeit teilhaben zu lassen, große Gemeinschaftsempfänge auch für die durchzuführen, die noch nicht im Besitz eines eige­nen Rundfunkgerätes sind, bei großen Kundgebun­gen und Aufmärschen die Massen zu informieren und zu dirigieren und bei besonderen Anlässen wie Luftschutzübungen und ähnliches eine direkte und schnelle Befehlsausgabe zu gewährleisten. Wenn die Lautsprechersäulen so auch als Nachrichtenmittel verwendbar sind und auch dafür eingesetzt werden sollen in erster Linie jedoch sind sie eine der un­mittelbarsten Ausdruckformen eines politischen Sy­stems der direkten Verbindung zwilchen Führung und Gefolgschaft. Sie sind ein politisches Werkzeug in der- Hand der Propagandisten der Bewegung und des Staates. In diesem Sinne nehme ich heute in Breslau die ersten 10 0 Säulen in Be­trieb. 6600 solcher Säulen sind für das ganze Reich vorgesehen und sollen in kürzester Zeit auf­gestellt werden. Gleichzeitig wird in den länd­lichen Gegenden, deren Bevölkerungsdichte die Anlage von Reichs-Lautsprecher-Säulen nicht rechtfertigt, ein Ausbau des Gemeinde- rundfunks erfolgen, der dann mit dem Reichs- Laütfprecher-Säulen-Netz verbunden werden kann.

Staatssekretär Hanke meldete dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und Reichs­propagandaleiter der NSDAP., Dr. Goebbels, fernmündlich, daß die Anlage bereitstehe. Nun war auf allen Straßen und Plätzen Breslaus die vertraute Stimme des Reichsmini­sters Dr. Goebbels zu hören, der ausführte:Herr Staatssekretär! Ich danke Ihnen für die Meldung der Inbetriebnahme der ersten hundert Reichslaut­sprecher-Säulen in der schlesischechn Gaühauptstädt Breslau. Es ist mir eine Freude, auf diesem Wege als e r st e r die Breslauer Bevölkerung und ihren Oberbürgermeister begrüßen zu können. Ich hoffe, daß diese Versuchs- und Müsteranlage sich be­stens bewähren wird. Möge sie wirksames und jederzeit einsatzbereites Mittel für die propagandistische Arbeit von Bewegung und Staat sein. In diesem Sinne übernehme ich die eiste Reichslautsprecher-Säulenanlage in meine Obhut."

ständigen Parteigliederungen politisch nicht t r a g- b a r."

Im Anschluß ah die Rede des Reichsstudenten- führers sprach der stellv. Gauleiter von München- Oberbayern, Pg. Nipp old. Er führte u. a. aus, daß die Kämpfe des Studententums in allen ihren Erscheinungen notwendig waren, um zu dem Punkt zu kommen, an dem wir jetzt stehen, am Abschluß einer Entwicklung, die viele.non uns bereits in den Jahren des Kampfes herbeigesehnt haben und deren Endergebnis wir begrüßen: Eine geeinte, in einer gewaltigen Organisation zusammengefahte 'studen­tische Jugend und eine ebenso geeinte Altyerren- schast.

Totenehrung und Namensverleihung.

Heidelberg, 23. Juni. (DNB.) Der zweite Tag des Deutschen Studententages in Heidelberg begann mit einer Totenehrung am Mahnmal im Hof der neuen Universität, die mit der Namensverleihung an rund 80 neue Kame­radschaften verbunden war. Dann wurde die Ar­beitstagung des Studententaaes feierlich er­öffnet. Besonders beifällig wurde Oie Anwesenheit von Abordnungen der Grenzland-Studentenschaften und derjenigen aus dem außerdeutschen Südosten aufgenommen. Stabsführer Horn teilte irn Rechen­schaftsbericht u. a. mit, die Zahl der Kamerad­schaften betrage bereits 875. Ihnen" gehörten 18 356 junge Kameraden an. Der Erziehungsarbeit dieser Kameradschaften stünden insgesamt 279 Räume zur Verfügung. Die systematische Erziehung des Kameradschaftsführers im Lager spiele eine entscheidende Rolle. ImHause der Kunst" und im Kurpfälzischen Museum wurde die Internationale Ausstellung Hochschule im Osten" durch Gau- studentenführer Rother (Königsberg) feierlich er­öffnet. Der Neichsstudentenführer empfing die Ab­ordnungen der ausländischen Studentenoerbände. Ein Fackelzug ließ den zweiten Tag ausklingen.

Neue Altherrenschasten in München.

2luf dem Gaustudentag München-Oberbayern 1938 gab Gaustudentenführer Dr. Dörfler die Gründung neuer Altherrenschasten bekannt. Nachdem im Januar 1938 sieben Münche­ner Korporationen als erste ihre Häuser dem Stu­dentenbund zur Verfügung gestellt hätten und aus ihren Altherrenvereinigungen Altherrenschasten, je­weils der Kameradschaft, die das Haus beziehen dürfe, gebildet hätten, feien am 15. Mai sämtliche 44 waffenstudentischen Korporationen des Gaues mit einer Zusage zur Mitarbeit heroorgetveten, so daß jetzt dreizehn weitere Altherrenoereinigungen übernommen werden könnten. Der Rest der' Mün­chener waffenstudentischen Korporationen werde am 11. November in den'N S. - A l th e r r e n° bund eingegliedert werden. Der Gaustudententag 1938 habe bewiesen, daß der NS.-Studentenbund der allein ausschlaggebende Faktor der gesamten Erziehung der deutschen Studenten an Münchens hohen Schulen geworden sei. Die Namen der sechs neu gegründeten. Altherrenschasten, in denen jeweils mehrere übernommene Altherrenvereinigun- gen zusammentreten würden, seien: Planetta, Von der Pfordten, Friesen, Hochberg, Prinz Eugen und Böcker.

Aach dem Sedillo-pulsch in MM.

Von unserem K.B.-Berichterstatier.

Nachdruck verboten!

Mexiko-Stadt, Juni 1938. (Durch Luftpost.) Ein Putsch des früheren Landwirtschaftsministers General Saturnino Cedillo im Staate San Luis Potosi ist in sich zusammengebrochen und da- mit der letzte Gegner, der dem Regime des Präsi­denten Lazaro Cardenas hätte gefährlich werden können, aus dem politischen Leben Mexikos end­gültig ausgeschaltet.

Saturnino Cedillo gehörte zu den Revolutionären, die sich 1910 gegen den damaliges Präsidenten Porfirio D i a z erhoben hatten.. Er stand in der Freischar des berüchtigten Banditen Pancho Villa und stieg in den Reihen der revolutionären Armee zu immer höheren Stufen auf, schließlich bis zum General. Später war er Wehrkreiskommandeur und Gouverneur seines Heimatstaates San Luis Potosi, wo er sich des größten Ansehens erfreute. In die Regierung des Präsidenten Cardenas trat er im Juni 1935 als Landwirtschaftsminister ein. Da Cedillo eine gemäßigte Politik verfolgte, im Gegen­satz zu dem Radikalismus Cardenas, kam es zwi­schen beiden zu starken Differenzen, die im August vorigen Jahres zu feinem Ausscheiden aus dem Kabinett führten. Wegen seiner gemäßigten An­sichten ist Cedillo stets von der linksradikalen Ar­beiterschaft angegriffen und als Reaktionär und Faschist bezeichnet worden. Immer wieder wulbs Cedillo, der sich auf feinen LandsitzLas Palomas" zurückgezogen hatte, beschuldigt, Pläne zu schmieden, um das jetzige Regime zu stürzen und sich selbst zum Präsidenten zu machen. Er, der in seinem Heimatstaate als unumschränkter Herrscher galt und über eine ihm blindlings ergebenePrioatarmee" verfügte, war den mexikanischen Linksradikalen mit ihren zum Kommunismus hinneigenden Tendenzen ein Dorn im Auge. Tatsächlich konnte das radikale Bonzentum in San Luis Potosi nie recht Fuß fassen. Cedillo selbst hatte immer wieder alle Auf­standspläne dementiert, schien aber im Geheimen doch zu rüften, um bei passender Gelegenheit zu­schlagen zu können.

In weiten Kreisen der mexikanischen Oefstntlich- feit ist man der Auffassung, daß seine Gegner die gegenwävtige vaterländische Begeisterung wegen der Enteignung der ausländischen Oelgesellschaftey und der scharfen Haltung Mexikos gegenüber den englischen Protesten, die schließlich zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch Mexiko führ'- ten, ausgenutzt haben, um Cedillo solange ju provo­zieren, bis er sich in ein für ihn aussichtsloses Abenteuer stürzte. SeinAufruf an die Nation", in dem er den offenen Kämpft gegen Cardenas er­klärte, ist fast ganz unbekannt geblieben und konnte deswegen keinen Widerhall finden. Dies und außer­dem die geographische Beschaffenheit jenes Landes­teils, der überaus gebirgig und vielfach mit tro­pischen Wäldern bedeckt ist, erklären es, daß es nicht zu größeren Kämpfen gekommen ist. Der Auf­stand beschränkte sich nur auf ein ganz kleines Gebiet, während in allen übrigen Teilen des Staa­tes San Luis Potosi absolute Ruhe herrschte, wie ich auf einer mehrtägigen Fahrt durch das Land immer wieder mit eigenen Augen feststellen konnte. Dort wußte man von dem Putsch überhaupt erst aus den von der Regierung verbreiteten Zeitungen und Rundfunkmeldungen. Man meldete, daß sich die wenigen Anhänger, die Cedillo bei seinem Aben­teuer gefolgt waren, ergeben hätten, und daß Präsi­dent Cardenas sie alle begnadige. Man erklärte, daß auch Cedillo selbst nichts geschehen würde, wenn man seiner habhaft werde, und daß er lediglich vor dje ordentlichen Gerichte- gestellt werden würde. Dieser geschickte Schachzug der Regierung, die den angeblichen Putsch stark aufbauschte und dadurch ihr) Großmut noch unterstrich, hat seine Wirkung nicht verfehlt. Das Land blieb vollkommen ruhig.

Der Cedillo-Putsch ist der Regierung nicht un­gelegen gekommen, denn nun hat man jemand ge­sunden, den man für die weitere Verschlech­terung der wirtschaftlichen Lage ver­antwortlich machen kann. So antwortete zum Bei­spiel Präsident Cardenas auf die Frage einer mexi­kanischen Journalistin, wie es eigentlich mit der vom Präsidenten wenige Tage vor dem Cedillo- Putsch in Aussicht gestellten Währungsstabi- l i s i e r u n g und Kreditförderung stände, daß leider die absolut antipatriotische cedillistische Bewegung die gegenwärtige Krise noch verschärft habe. Die Enteignung der Oelquellen habe zwar eihige Stö­rungen verursacht, doch habe sich eine Tendenz zur Konsolidierung der Lage gezeigt. Jetzt aber sei ein neues Mißtrauen entstanden, und die Banken wür­den weiterhin die Kredite zurückhalten, obwohl be- absichtigt war, hurch Vermittlung der mexikanischen Staatsbank eine Kreditausweitung herbeizuführen.

Die Oeffentlichkeit ist also etwas von der geradezu verheerenden Wirtschaftslage abgelenkt worden, die in einer weiteren Abwertung des mexikanischen Pesos zum Ausdruck fommt^ aber trotzdem wird es auf die Dauer nicht möglich fein, zu verhindern, daß sie sich darüber klar wird, daß diese Schwierigkeiten nicht auf den Cedillo- Putsch zurückzuführen sind.

Oer englische Königsbesuch in Paris verschoben.

London, 23. Juni. (DNB.) Um die nach dem Tode der Mutter der englischen Königin C o u n t e ß of Strathmore mit Rücksicht auf den geplan­ten Staatsbesuch des englischen Königspaares in Frankreich entstandene Lage zu besprechen, emp­fing König Georg VI. Außenminister Lord Hali- f a x und den Großkämmerer Lord C r o m e r. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist der ursprünglich für den 26. Juni in Aussicht genommene Besuch in Paris auf den 19. bis 2 2. Juli verschoben worden. Infolgedessen ist auch die geplante Ent­hüllung des Kriegerdenkmals für die Australier in Villers - Bretonneux auf den 22. Juli verlegt worden.

Mißglückte Gegenangriffe der spanischen Bolschewisten.

Bilbao, 24. Juni. (DNB. Funkspruch.) Wie der nationalspanische Heeresbericht von der Te- r u e l - F r o n t meldet, versuchten sowjetspanische Formationen wiederholt, die Stellungen der Natio­nalen auf dem rechten Ufer des Valbona-Flus- s e s zu nehmen. Sämtliche Gegenangriffe konnten

Kundgebung des RS.-Altherrenbundes auf dem Deutschen Studententag.

Verbot sämtlicher katholischer Studenten- und Altherrenverbände. Eine Rede des Reichsstudentenführers.

Kreistag der RGOAp. Wetterau Gießen-Kriedberg 25. und 26.Zuni