Ausgabe 
24.2.1938
 
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Die 31 deutschen Kinder erhalten keinen Un­terricht mehr i n ihrer Muttersprache. Auch der Religionsunterricht wird nicht mehr in deutscher Sprache erteilt. Die Gesuche der Eltern­schaft um Wiedereinführung der deutschen Unter­richtssprache und um Erteilung des Religionsunter­richts in deutscher Sprache wurden vom Krersschul- inspektor mit der Begriindung abgelehnt, daß nur 9 von 31 Kindern wirklich deutscher Rationalität seien. Daraufhin haben die Eltern Einspruch beim Schulkuratorium und Kultusministerium erhoben.

Oie Kulturarbeit der SA.

Arbeitstagung des Kulturkreises.-Zusammenfassung aller geistigen Kräste der Bewegung

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der Stabschef der SA. Viktor Lutze vor dem

Unser linkes Bild zeigt den Frontdichter Otto Paust während l-ines Vortrags. - Rechts der wiaos W e s s e l s auf dem Rlkolar-Fnedhof. (Scherl-M.)

am 29. Januar 1938. Oskar Glöckler stammt aus Stuttgart. Der junge Künstler zog mit 21 Jahren ins Feld, wuvde 1914 gefangen und nach einem mißglückten Fluchtversuch nach Aftika gebracht, von wo er erst 1919 zurückkehren konnte. Seit 1922 stand er in der SA.. Aus seinen zahlreichen Ar­beiten ist vor allen Dingen eine Horst-Wessel-Büste berühmt geworden. Mit der künstlerischen Formung des SA.-Sportabzeichens hat er sich dem in der SA. gepflegten und geförderten Gedanken der wehrhaften Leibesertüchtigung verbunden. Im Fe­bruar 1936 berief ihn der Stabschef in den Kultur­kreis der SA., späterhin wurde er Abteilungsleiter in der Reichskammer der bildenden Künste und deren Landesleiter in Württemberg.

Oberführer Hans Zöberlein

erhält den Kulturpreis der SA. für sein BuchD e r Befehl des Gewissen s", das in kurzer Zeit eine Auflage von 90 000 Stück erreichte. Im Kriege, aus dem er als Vizefeldwebel der Infanterie zurück- kam, wurde Zöberlein mit dem E. K. 1 und der Bayerischen Goldenen Tapferkeitsmedaille ausge­zeichnet. Er nahm heim Freikorps Epp an der Nie­derwerfung der Räterepublik München teil, trat 1920 der NSDAP, und 1921 der SA. bei. Zöber-

Berlin, 21. Febr. (DNB.) Stabschef Lutze hat in den Kulturkreis der SA. berufen:

Standartenführer Hermann Okraß, Haupt­schriftleiter des Parteiamtlichen Hamburger Tage­blattes, geb. 1905 in Geestemünde als Sohn eines Arbeiters. Nach einem wechselvollen beruflichen Werdegang als Bankbeamter, Buchhalter und Zahl­meisterschreiber wandte sich Okraß der Parteipresse zu. Seit 1928 steht er in der SA. Für sein Buch Hamburg bleibt rot Das Ende einer Parole erhielt er 1937 den Dietrich-Eckart-Preis.

Sturmbannführer Spanholz, 1902 in Kolberg geboren, stand als Schüler in einer Jungmannen­einheit des freiwilligen Kriegsdienstes. Infolge einer Infektion durch russische Kriegsgefangene erkrankte er in einem Lazarett. In dieser Zeit veröffentlichte er seine ersten Gedichte. Sein WerkDeutsches Denken" hat innerhalb eines Jahres fünf hohe Auf­lagen erlebt. Weitere Werke, wieWidukind er­wache",Durchbruch zur Macht",Deutsche Tat" undRevolution des Artglaubens" folgten. .

Sturmhauptführer Dr. Gerhard Krüger, Reichsamtsleiter in der parteiamtlichen Prüfungs­kommission zum Schutze des NS.-Schrifttums. 1908 in Danzig geboren, wandte er sich 1925 dem Bund Oberland zu, trat ein Jahr später der Danziger

lein ist Inhaber des Blutordens, des Goldenen Ehrenzeichens der Partei und des Coburger Ab­zeichens. Mit seinem BucheDer Glaube an Deutschland", das den Münchener Dichterpreis 1933 errang, örwarb er sich eine große Lesergemeinde, die er auch durch seine beiden FilmeStoßtrupp 1917" undUm das Menschenrecht" immer wieder zu den Idealen des nationalsozialistischen Kampfes hinführte.

Standartenführer Otto Paust

erhält den Kulturpreis der SA. für seine Roman­trilogieVolk im F e u e r",Nation in Not" undLand im Licht". Paust ging als 17jähriger ins Feld, kehrte als Leutnant der Re­serve, Kompameführer und Ritter hoher Orden zu­rück. Er stand nach dem Krieg in den verschieden­sten soldatischen Formationen, die um die Erneue­rung Deutschlands kämpften, nahm am Deutschen Tag 1923 in Nürnberg teil und wurde nach jahre­langer wechselnder Berufstätigkeit Schriftsteller und Schriftleiter. Als aktiver SA.-Führer stand er seit 1930 im politischen Kampf. Er steht an der Spitze derMannschaft", der Kameradschaft der Front- dichter, in der NSKOV. i

3n den Kullurkreis der SA. berufen.

SA. bei und ist seit 1928 Mitglied der NSDAP. Er ist Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Par­tei. Er mürbe 1931 der erste nationalsozialistische Führer der Deutschen Studentenschaft. Nachdem er sich bis Oktober 1933 mit der nationalsozialistischen Neuordnung des deutschen Studententums befaßt hatte, kam er als Stellvertretender Hauptschrift­leiter zur Nationalsozialistischen Parteikorrespondenz (NSK.) und wurde 1936 Reichsamtsleiter in der Reichspressestelle der NSDAP. 1937 veröffentlichte er eine SchriftWo steht die Wirtschaft?" und kurz darauf das BuchGeschichte des deutschen Volkes".

Sturmführer Eber, 1892 in Neustadt an der Weinstraße geboren, erhielt an der Münchener Akademie seine künstlerische und kunstgeschichtliche Ausbildung, war als Kriegsmaler bei den Kampf­truppen verschiedener Regimenter, wurde verschüttet, beteiligte sich in den Nachkriegsjahren in München an den Abwehrkämpfen gegen den Kommunismus, um bald darauf der NSDAP, beizutreten. Durch fein künstlerisches Schaffen in der Parteipresse setzte er sich für die Bewegung ein. Trotz fast völliger Taubheit tat er bis nach der Machtergreifung SA.» Dienst. Am 30. Januar 1938 wurde er, dessen Werke auf der Münchener Kunstausstellung große Beach­tung fanden, Professor.

MeÄeichshauptstadlamTodestageHorstWessels

Enthüllung einer Gedenktafel für den ermordeten Freiheitskämpfer.

Llm Belgiens Unabhängigkeit.

Außenminister Spaak droht den Sozial­demokraten mit seinem Rücktritt.

Brüssel, 23. Febr. (DNB.) Im Generalrat der belgischen sozialdemokratischen Partei kaist es zu heftigen Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Unabhängigkeit Belgiens. Der marxistische Ab­geordnete Buset behauptete, die belgische Unab­hängigkeitspolitik werde zur Isolierung Belgiens führen. Er sprach sich gegen die Anerkennung des italienischen Imperiums aus. Außenminister Spaak erwiderte, daß die Sozialdemokratische Partei bis­her nur Kritik geübt habe, ohne einen ein­zigen konstruktiven Vorschlag für die Außenpolitik vorzubringen. Die Genfer Liga habe sich in vielen Fällen als machtlos erwiesen. Der wich­tigste Punkt für Belgien müsse die Aufrecht­erhaltung des Friedens sein. Die Unab­hängigkeitspolitik sei eine Unterstützung des Welt­friedens. Die Anerkennung des italienischen Kaiser­reichs sei de facto schon auf der Konferenz von Montreux vorgenommen worden, wo die italieni­schen Diplomaten als Vertreter des Königs von Italien und Kaisers von Aethiopien erschienen seien. Die Frage müsse unter Berücksichtigung der vollzogenen Tatsache und angesichts der Notwen­digkeit einer allgemeinen politischen Entspannung gelöst werden. Der Zustand, daß Belgien ohne eigene Vertretung in Rom bleibe, könne nicht an- dcruern. Entweder billige die Partei seine Politik oder er würde seinen Rücktritt einreichen.

ZwanzigIahre freies Estland.

Am 24. Februar wird das Volk der Esten den 20. Jahrestag seiner staatlichen U n a b - h ä n g i g k e i t feiern. Diese Selbständigkeit ist den Esten nicht wie ein Geschenk des Himmels in den Schoß gefallen, sondern sie mußte in harten Kämp­fen erstritten und befestigt werden. Denn als sich gegen Ende des Weltkrieges die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen aus der ge­waltigen Ländermasse der Russischen Reiches gelöst hatten, da versuchten doch die bolschewistischen Nach­folger des zaristischen Regimes immerfort, die neu­gewonnene Freiheit dieser Völker wieder in eine Sklaverei unter dem Sowjetstern zu verwandeln. Am 22. November 1918 marschierte d i e Rote Armee über die estländischen Grenzen, aber die bolschewistischen Eroberer sollten nicht zum Ziel kommen. Länger als ein Jahr wehrte sich das Volk der Esten unter Führung von Päts und L a i d o n e r gegen die Eindringlinge und erreichte schließlich 1920 einen ehrenvollen Frieden.

Moskau hat diese Niederlage anscheinend nie recht verschmerzen können, denn es stiftete später noch einmal die estländischen Kommunisten zu einem Putsch an. Auch dieser Aufstand, der am 1. Dezem­ber 1924 in der Hauptstadt Reval losbrach, wurde durch General Laidoner niedergeschlagen. Im Laufe der letzten Jahre hat dann Sowjetrußland sich noch wiederholt bemüht, mit Hilfe politischer Druckmittel und auf diplomatischem Wege den jungen Frei­staaten seinem'Einfluß unterzuordnen. Mit der zu­nehmenden inneren Festigung Estlands, die von einem starken wirtschaftlichen Aufschwung begleitet war, gelang es jedoch der Revaler Regierung im­mer mehr, unabhängig von äußeren Beeinflussungen jene Gleichgewichtspolitik durchzuführen, die durch die geographische Lage des Landes und durch die drohende Nähe des söwjetrussischen Kolosses bedingt ist.

Nachdem zunächst die alte Verfassung vom 19. Juni 1920, die dem Parlament die ganze Macht in die Hände legte und damit eine auf­bauende Regierungsarbeit unmöglich machte, das innerpolitische Leben Estlands manchen Erschütte­rungen ausgesetzt hatte, gab zuerst die Bewe­gung der Freiheitskämpfer im Jahre 1933 den Anstoß zur Umbildung der Ver­fassung. Das neue Grundgesetz, das eine Stär­kung der Regierungsmacht auf Kosten des Parla­ments vorsah, trat am 24. Januar 1934 in Kraft. Aber da die Freiheitskämpfer keine eigene Führer­persönlichkeit von Format Herausstellen konnten, er­griff im März 1934 der heutige Führer Estlands, K o n st a n t i n Päts, der schon während des Weltkrieges die Idee eines freien estländischen Staates in die Tat umgesetzt hatte, die Initiative. Der Verband der Freiheitskämpfer wurde aufge­löst, dem Parlamentarismus und dem Parteien­wesen ein Ende gemacht. Auf Grund eines Volks­entscheides im Februar 1936 wurde sodann eine verfassunggebende Nationalver­sammlung berufen, die vor einem Jahre zu- fanrmentrat. Die neue Verfassung sieht an der Spitze des Staates den vom Volk gewählten Prä­sidenten, ferner eine aus allgemeinen Wahlen her­vorgegangene Abgeordnetenkammer sowie einen Staatsrat, der aus den Vertretern der Berufsstände gebildet wird. Beide Kammern zusammen ergeben die Nationalversammlung. Es ist bezeichnend für das Geschichtsbewußtsein des junaen estländischen Staates, daß die Wahlen zum Abneordnetenhaus gerade jetzt, am 20. Jahrestag der estländischen Un­abhängigkeit, stattfinden werden.

Die unabhängige Friedenspolitik des neuen Est­lands begegnet auch im nationalsozialistischen Deutschland weitgehendem Verständnis. Den Ta­ten des Staatspräsidenten Päts und des Oberbe­fehlshabers der estländischen Wehrmacht, General Laidoner, die ihr Volk vor der bolschewistischen Sintflut gerettet haben, können mir nur Bewun- derung zollen. Die deutsch-estländischen Beziehun­gen sind immer recht gut gemesen, menn es sich auch nicht verschmeigen läßt, daß die estländische Presseberichterstattung über das neue Deutschland oftmals mit der Wahrheit im Widerspruch steht. Es märe im Interesse der beiderseitigen Zusammen­arbeit, die gerade auch auf mirtschaftlichem Gebiet sich so günstig für den estländischen Handelspartner ausgewirkt hat, zu wünschen, daß das sonst so freundschaftliche Verhältnis durch solche Entglei- junaen und Gehässigkeiten in der Presse nicht mehr gestört wird. H. Evers.

Berlin, 23. Febr. (DNB.) Die diesjährige Arbeitstagung des Kulturkreises der SA. wurde durch eine Ansprache von Stabschef Lutze im Standartensaal der Adjutantur eröffnet. Der Stabs­chef wies darauf hin, daß nur der wirkliches Künst­lertum zeige, der mit uns a u f der gemein- samenWeltanschauung marschiert. Die SA. kämpfe für die Durchdringung des ganzen Volkes durch den Nationalsozialismus, sie sei die äußerlich sichtbare große Demonstration der neuen seelischen Haltung unseres Jahrhunderts. Aus dieser neuen seelischen Haltung erstehen auch alle kulturellen Aus­wirkungen.

Der Chef des SA.-Kulturkreises, Obersturmbann­führer Hermel, gedachte des tragisch ums Leben gekommenen Standartenführers Oskar Glöckler und wies mit besonderem Stolz auf die auch in die­sem Jahre durchgeführte Aktion des Kulturkreises Dichter der Bewegung lesen aus eige­nen Werken" hin. Arbeiten auf dem Gebiete der bildenden Kunst und des Musiklebens sind wei­tere Etappen der Tätigkeit des Kulturkreises ge= wesen. Der Chef des Erziehungshauptamtes der Obersten SA.-Führung, Obergruppenführer Luy­ken, erklärte, die Erziehungsarbeit in der SA. müsse rein auf die Zukunft abgestellt werden. Der große Auftrag, der der SA. einst zuteil wurde, und der heute vor allem in den Bestimmungen über das SA.-Sportabzeichen deutlich zum Ausdruck komme, sei der, einen deutschen M a n n e s ty p zu er­ziehen, der stets in Harmonie die Kräfte der Seele, des Gei st es und des Körpers in sich vereinige. Zum seelischen Soldatentum zu erziehen und dieses in weitere Generationen hinein­zutragen, das fei die Aufgabe der SA.

Eine Veranstaltung im Theater des VolkesDich­ter der Bewegung lesen aus eigenen Werken" be­endete den Auftakt der ^diesjährigen Arbeitstagung. Am Mittwochfrüh hatten sich die Mitglieder des Kulturkreises auf dem Nikolaifriedhof zu einer G e- dächtnis stunde am Grabe Horst Wes­sels versammelt, wo Obersturmbannführer Her­me! einen Kranz niederlegte. Von dort aus be­gaben sie sich in das Außenpolitische Amt der NSDAP., wo sie von Reichsleiter Rosen­berg empfangen wurden. Dieser führte aus, daß jede große Gliederung der Bewegung naturgemäß ihr eigenes Gepräge habe, das sich irgend­wie auf ihre Mitglieder formend auswirken müsse. Es würden sich immer Menschen finden, die ihren Aufgaben und den sich daraus ergebenden inneren Erlebnissen Ausdruck verleihen. Auf diese Weise seien die Lieder der Bewegung und die Kampflieder der SA. entstanden. Was früher in einem kleinen Kreis begrenzt entstanden sei, habe nach und nach die gesamte Bewegung mit neuem gläubigen Willen erfüllt. Nur auf diese Weise könnten sich alle künstlerischen Kräfte in den Formationen auswirken. Darum fei die Entstehung des Kulturkreises der SA. in der von ihm gewähl­ten Form besonders zu begrüßen, weil hier nicht eine durchgegliederte Organisation mit Vertretern bis nach unten zu jeder Ortsgruppe entstanden sei, sondern eine Zusammenfassung aller g e i ft i g en Kräfte, die dem Appell an die Cba- rafterroerte ihrer Gliederung gefolgt seien oder sich innerlich zu diesem Appell bekannt hätten. Das sei eine der wesentlichsten Tatsachen, die den SA.-Kul­turkreis auszeichneten.

Abends veranstaltete der Kulturkreis der SA. im Hause des Rundfunks eine Hör st-Wessel-Ke- denkstunde, in deren Mittelpunkt die Auffüh­rung der KantateEwig lebt die SA." von Heribert Menzel, Musik von Erich Buder stand. Die Kesamtleitung lag in den Händen von Ober- truppführer Hansen. Obersturmbannführer Her­rn e l zeichnete das Leben Horst Wessels, des Banner­trägers im Freiheitskampf. Sein Heldentum fei Ga­rant für die Ewigkeit des Reiches. Im Dienen an der Gemeinschaft habe sich sein Leben aufgezehrt, und wenn Deutschland in dieser Stunde seiner ge­denke, so gedenke es zugleich aller, die für Deutsch­land und für den Führer ihre Leben ließen. Dann verkündete Obersturmbannführer Hermel die T r ä - ger des Kulturpreises der SA. Den 1. Preis für bildende Kunst erhielt der im Januar dieses Jahres verstorbene Bildhauer Standarten­führer O s k a r G l ö ck l e r für die von ihm ge­schaffene Horst-Wessel-Büste. Den Preis für Schrift­tum und Dichtung erhielten Oberführer Hans Zö­berlein für fein BuchDer Befehl des Gewis­sens" und Standartenführer Otto Paust für seine RomantrilogieVolk im Feuer",Nation in Not" undLand im Licht".

Die Preisträger.

Standartenführer Oskar Glöckler.

Die Verleihung des Kulturpreises der SA. trifft den Bildhauer Standartenführer Glöckler nicht mehr unter den Lebenden. Er starb unerwartet

Berlin, 23. Febr. (DNB.) Die Berliner SA. und mit ihr Partei, Stadtverwaltung und Bevölke­rung gedachten in einer nächtlichen Feierstunde des 9. Todestages Horst Wessels. Nachmittags hatte Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels auf dem Nikolaifriedhof am Grabe Horst Wessels einen Kranz niedergelegt. Den Auftakt zu der Enthül­lung einer Gedenktafel am Mordhause in der Frankfurter Allee bildete die Einholung sämtlicher Standarten und der Blut­fahnen der Berliner SA. durch die Stan­darte V (Horst Wessel) vom Dienstgebäude der Kruppe Berlin-Brandenburg. Loderndes Feuer flammte aus den hohen Pylonen zu beiden Seiten des Hauses. Die Feierstunde begann mit dem Liede Im Marschtritt der SA." Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert hob dann hervor, daß es die nationalsozialistische Verwaltung der Reichshauptstadt als eine Ehrenpflicht angesehen habe, innerhalb ihres Arbeitsbereiches das Anden­ken an den Heros der Bewegung wachzuhalten und mahnend und verpflichtend an die kommenden Ge­schlechter weiterzugeben, lieber den Bereich einer Erinnerung an den Kämpfer Horst Wessel hinaus­gehend sei die Tafel gleichzeitig ein Denkmal für die SA., für ihren in der Kampfzeit bewiese­nen Einsatzwillen und für ihre unerschütterliche Tat­bereitschaft bei dem großen Aufbauwerk des Führers.

Stabschef Lutze gedachte der Zeit, als in dem roten Berlin ein Häuflein von entschlossenen Män­nern in unbeugsamem Glauben an Adolf Hitler nur das eine Ziel kannte: Deutschlands Frei­heit zu erkämpfen und das Herz auch des letzten Deutschen für den Nationalsozialismus zu gewin­nen. Horst Wessels begeisterte Hingabe habe seine Kameraden immer aufs neue zum Einsatz ange-

feuert. Sein Kampfeswillen, fein Glaube und seine Opferbereitschaft müßten immerdar Gemeingut des deutschen Volkes sein. Stabschef Lutze gab das Zei­chen der Enthüllung der Tafel, die mit dem Relief­bild Horst Wessels u. a. die Inschrift trägt:Wo immer Deutschland ist, da bist auch du, Horst Weffel!" Die Tafel aus rötlicher Bronce ist das Werk eines alten SA -Mannes, des Bildhauers Kowalczew- f k i. Dann nahm der Stabschef eine Vereidigung von Sturmführern vor.

Im Anschluß an die Feierstunde in der Frank­furter Allee begaben sich die SA.-Führer und alten Kameraden Horst Wessels in sein Sterbezim­mer im Horst-Wessel-Krankenhaus am Friedrichshain. Im Zimmer neben dem Eingang hielten Kameraden des Sturmes V Wache. Das blutrote Tuch mit dem Symbol, für das Horst Wessel starb, deckte die schlichte Bettstatt im Sterbe­zimmer. Darauf ruhte ein Lorbeerkranz mit einer Schleife mit dem Namen des Gauleiters. Don der Wand grüßte das Bild des Führers. Dor den ver­hängten Fenstern sah man die Büste Horst Weffels, die dem Bett gegenüber liegende Wand schmückte die alte Kriegsflagge. Aus dem Tischchen daneben unter einer Glasplatte lag die Krankheitsgeschichte. Der kleine Raum war voll von Kränzen und Blu­men. Vor dem Krankenhaus marschierte die Stan­darte V auf. Die Fackeln warfen ihr flackerndes Licht auf die Kolonnen, die sich im großen Viereck aufstellten. Obergruppenführer von Jagow beaab sich in das Sterbezimmer Horst Wessels. Rote Rosen waren fein Gruß. Eine Abordnung des Jagd- g e s ch w a d e r sH o r st Wessel", an ihrer Spitze Oberstleutnant Osterkamp und Major Frommherr, ehrte den toten Sturmsoldaten durch einen Lorbeerkranz. Vom Horst-Wessel-Krankenhaus marschierte dann die Standarte V zur Grab"