Ausgabe 
24.2.1938
 
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Nr. 46 Erstes Matt

188. Jahrgang

Donnerstag, 24- Abruar M8

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Frankreich am Scheideweg.

In der letzten Minute hat die französische Regie­rung versucht, sich dem Rade der politischen Ent­wicklung in England in den Weg zu werfen. Sie ist dabei überrollt worden, und die Schmerzens­rufe der Geschlagenen können diese Niederlage nur noch unterstreichen. Nach Englands politischem Kurswechsel steht Frankreich vor dem zwingenden Muß, sich zu entscheiden. Wird D e l b o s der Herku­les sein, der den schmalen Pfad der europäischen Tugend und Vernunft wählt? Wird er radikal die neue Linie einer Zusammenarbeit der vier euro­päischen Großmächte einschlagen oder wird er einem zertrümmerten Ideal nachtrauern, den Scherbenhaufen mit französischer Methodik zu leimen versuchen und am Bündnis mit Mos­kau festhalten, das kein Geringerer als der ehemalige Ministerpräsident Flandin stellt diese Tatsache fest in absehbarer Zeit zum Kriege führen müßte? Es ist gerade für die franzö­sische Mentalität, die leicht Phantasmagorien ein­fängt und daran glaubt, recht bitter, den Becher austrinken zu müssen, dessen Inhalt man selbst mit allen diplomatischen Giften zusammenbraute. Der Widerwille ist verständlich. Aber Frankreich läuft andernfalls Gefahr, isoliert zu werden und damit auch den Rest seines Einflusses zu verlieren, dessen Ueberspannung nach dem Kriege Europa gleichsam wie eine umgekehrte Pyramide erscheinen ließ. Daß dieser labile Zustand künstlich war, daß die Ro­mantizismen der französischen Politik aus der Zeit der Bourbonen und Napoleoniden schließlich vor der harten Wirklichkeit zusammenbrechen mußten, wenn Deutschland einig wurde, diese eherne Not­wendigkeit und ein französisches Selbstbescheiden werden in Frankreich nicht überall erkannt.

Die dramatischen Vorgänge im englischen Unter­haus haben eins deutlich gemacht: mit Eden zer­barst die Säule einer Politik, welche auf die Zer­teilung Europas hinauslief. Eden war ein ideologischer Vertreter der Einkesselungstheorie, die sich auf immer schwächer werdenden Stützen be­wegte. In der englischen Regierung gab es eine Gruppe um Lord Cranborne, die mit Eden darin übereinstimmte, das französische Programm bedin­gungslos zu unterstützen. Dieses Programm bestand in der Genfer Machtpolitik, die das unwirkliche Kind der kollektiven Friedenssicherung gebar, und in der französischen Verbindung dieser Idee mit dem bolschewistischen Bündnis. ES war die Unterstützung alles dessen, was deutschfeindlich ist. Es war die schroffste Ablehnung einer Entwicklung, die sich nicht durch papierne Vorschriften und Diktate aufrecht erhalten läßt. Es war die Verneinung schlechthin.

Frankreich erlebte bis 1931 den Sieg seiner Nach­kriegspolitik. England hatte zu viel mit sich selbst zu tun. Es mußte die Scharten auswetzen, die ihm der Krieg geschlagen, und folgte getreulich in Genf und anderwärts den Fußtapfen der Nation, die damals das Heft Europas in der Hand und eine Armee aufgebaut hatte, die die stärkste der Welt war. Aber trotzdem schrie Frankreich nach Siche­rung der bereits erhaltenen und mißbrauchten Sicherheiten. Da begann die Wandlung. Der Sieg des Nationalsozialismus einigte Deutschland und machte es militärisch ebenbürtig. Italien wurde erneuert und ließ sich nicht mehr als zweitklassige Nation behandeln. Deutschland und das deutsche Volk in Oesterreich beendeten die Epoche, die in einer künstlichen, auf Befehl der ehemaligen Entente erfolgten Trennung bestanden hatte. Die Alternative rückte für Frankreich heran. Eden versuchte sie mit Paris im überkommenen Sinne zu lösen und gleich­zeitig eine englisch-italienische Aussprache mit allen Mitteln zu verhindern. In diesem Bestreben wurde er von der französischen Volksfront-Regierung nach­drücklichst unterstützt. Die Dinge standen also auf Spitze und Knopf. _ w

Da griff Chamberlain ein. Der Rückschlag dieses gänzlich unerwarteten Ereignisses traf mit der weltweiten Wirkung der Führerrede zusammen und verwirrte die Pariser Meinung vollkommen. Chautemps und Dslbos beriefen eine außerordent­liche Sitzung des Mmisterrates ein und beschlossen eineEröffnung außerordentlicher Kredite für die Landesverteidigung". Unter dem Drucke ihrer Volks­frontparteien konnten sie wohl nicht anderes tun, als zunächst dieses Ablenkungsmanöver zu ver­suchen. Aber damit sind sie nicht um die Alternative selbst herumgekommen. Wenn sich England mit Italien einigen sollte, wenn Chamberlain zu einer Verständigung über den europäischen Friedenszu- stand mit Italien gelangt und der Weg dazu führt naturgemäß nicht an Berlin vorbei, dann muß sich schließlich auch Frankreich entschließen, ob es mit Moskau gegen den Frieden oder mit den europäischen Kulturnationen gegen Da 5 bolschewistische Chaos marschieren roiro.

Frankreichs

Aufrüstungsprogramm.

Erhebliche Mehrausgaben.

Paris, 24. Febr. (DNB. - Funkspruch.) Zur Tagung der vereinigten Senatsausschüsse für Die Fragen der Landesverteidigung, an der ^0 Sena­toren teilnahmen, weistExcelstor" darauf hm, daß Frankreich im vergangenen Jahre rund 23 JJC11* liarden Franken für Die La n d e s ver­te i d i g u n g ausgegeben habe, davon 12 Mil­liarden Franken haushaltsmäßig und 11 aus Dem Anleihemeg. Von diesen 23 Milliarden entfielen 11 auf die Bedürfnisse des Landheeres, 7 auf die Kriegs­marine und 5 auf die Luftwaffe. Die Rüstungsaus­gaben für 1938 würden m i n d e st e n s u m v i e r Milliarden Franken höber liegem Franr- reich habe seit Jahren kaum mehr als 1 Milliarde

Woroschilow droht mit dem chemischen Krieg.

Der Sowjet-Kriegskommiffar über dieSäuberung" der Noten Arme».

Moskau, 23. Febr. (DNB.) Das 20jährige Jubiläumder Roten Armee wurde mit ge­räuschvollen Festen der militärischen Macht der Sowjetunion begangen. Im Beisein Stalins und der übrigen Sowjetgewaltigen, unter denen natür­lich auch der Leiter der Komintern, Dimitrow, nicht fehlte, fand eine Veranstaltung im Moskauer Opernhaus statt. Der Kriegskommissar Woroschi­low stellte dabei zwei hauptsächliche Merkmale des roten Heeres heraus: Die enge Verbindung zwischen Roter Armee und Bolschewistischer Partei, sowie die lebendige Nachwirkung der Traditionen des Bür­gerkrieges" im Aufbau der Roten Armee. Die Kriegsräte, Militärkommissare und politischen Gre­mien bei den Heeresformationen bezeichnete Woro­schilow direkt alsOrgane der Kommuni- st i s ch e n Parte i". Der politische Kommis­sar, so sagte Woroschilow unter Berufung auf Stalin, sei die Seele des kommunistischen Militär­wesens. Der hysterische Ton, mit dem Woroschilow von den erschossenen Generalen als von Banditen, Spionen, feigen Hochverrätern" usw. sprach sowie die furchtbaren Drohungen, die er an alle diejenigen Heeresangehörigen richtete,deren lasterhafte Seelen zum Landesverrat fähig sein könnten", lassen den Rückschluß zu, daß jene furcht­baren Wunden innerhalb der Roten Armee noch lange nicht vernarbt sind. Unter den Spionen und Landesverrätern, die alle mit derVertilgung vom Erdboden" bestraft worden seien, erwähnte Woro­schilow außer Tuchatschewski, Gamarnik, Eidemann auch den früheren Chef der gesamten roten See- strcitkräfte und Großadmiral Orlow, dessen Stell­vertreter, Vizeadmiral Ludri, und den frühen Chef der roten Ostseeflotte, Vizeadmiral 6 i m i ü m. Während bisher lediglich dasVerschwinden" die­ser Persönlichkeiten festgestellt werden konnte, ist also nun die Bestätigung dafür erfolgt, daß auch die ehemaligen Leiter der sowjetrussischen Kriegs­marine dasselbe blutige Ende gefunden haben wie Tuchatschewski und die übrigen erschossenen Gene­rale.

Die erst, kürzlich von Stalin verkündete Losung von derständigen Mobilmachung des gesamten Sowjetvolkes" sei, so erklärte Woroschilow, daspolitische Evangelium" und Ak­tionsprogramm für den bolschewistischen Staat. Aus der Rede Woroschilows verdienen vor allem die Er­klärungen über den chemischen Krieg aller­größte Beachtung. Woroschilow führte aus:

Die Sowjetunion habe wohl im Jahre 1925 das Genfer Protokoll unterschrie­ben, das die Anwendung der chemischen und bakteriologischen Waffen im Kriegsfälle ver­biete. Die Sowjetunion werde diese Ver­pflichtung von sich aus auch einhalten, jedoch hätten leider andere Staaken darübergefähr- l i ch e Ansichten". Deshalb sei in der Roten Armee das Programm der Ausbil­

dung der chemischen Truppenteile in dem Sinne erweitert worden, daß diese nicht alle in in der Abwehr eines chemischen Angriffes geschult würden.Wir haben", so sagte Woroschilow wörtlich,das Programm der Ausbildung der ch:mischen Truppenteile durch Sekloren ergänzt, die über den Rahmen der Abwehrausbildung gegen einen chemischen Angriff hinausgehen. Wem? ein aggressiver Feind die Sewjettruppen mit chemischen Mitteln angreifen wird, so wer­den als Antwort darauf dieselben fürchterlichen chemischen Kampfmittel den Gegner treffen."

*

Woroschilow mußte mit einigen neuen inter­essanten Tatsachen herausrücken: der Erschießung weiterer führender Offiziere, von denen bisher nur bekannt war, daß sie von der Bildfläche verschwun­den waren. Auf einen Schlag des Feindes sollen die Rotgardisten mit einemtödlichen Schlag" ant­worten, war das Kernstück der Rede Woroschilows an eine Armee, die in den letzten Monaten, wie die

Moskau, 23. Febr. (DRV.) Die auffallende Tatsache, daß der Sowjelmarschall Jegorow, bisher erster Stellvertreter des Kriegskommissars, bei den Jubiläumsfeierlichkeiten der Roten Armee vermißt wurde, hat zu pessimistischen Rückschlüßen über das Schicksal des Marschalls Anlaß gegeben. Diese Vermutungen werden bestätigt: DiePrawda" bringt einen Artikel aus der Feder des bisherigen Oberbefehlshabers des Kiewer Militärbezirks, des Armeekommandanten F e d k o, der überraschender­weise alsStellverkreler des Kriegs­kommissars" bezeichnet wird. Marschall Jego­row dürfte demzufolgeverschwunden" und Armee­kommandant Fedko als stellvertretender Kriegs­kommissar an dessen Stelle getreten sein.

Jegorow, der im alten russischen Heer bereits den Rang eines Obersten bekleidete, hatte sich den Bolschewisten zur Verfügung gestellt und manche Schlacht des Bürgerkrieges für Moskau ge­wonnen. Erst 1930 als Generalstabschef der Roten Armee trat Jegorow auch in die bolschewistische Partei ein. Zweifellos verbanden ihn persönliche Freundschaft und gleichgerichtete militärische An­sichten mit dem erschossenen Tuchatschewski, an dessen Seite er Entwicklung und Aufbau des Sowjetheeres während der letzten Jahre maß­gebend mitbestimmt hat. Uebrigens unterschied sich Jegorow dadurch wesentlich von Tuchatschewski, daß er sich niemals um aktive Politik gekümmert hat. Vielleicht darf man die sehr aktiven Bestrebungen |

Times" feststellt, um viele tausend Offiziere, vor allem um ein ganzes Drittel des Bestandes an älte­ren und erfahrenen Offizieren, ärmer geworden ist. Tatsachen, die sich nicht durch Phrasen überschatten lassen und die nicht dazu berechtigen, von der Armee zu behaupten, sie sei zu tödlichen Schlägen fähig. Und will man das Ganze abrunden, so bleibt eine weitere, höchst aufschlußreiche und bezeichnende Tat­sache: die Amnestierung aller Offiziere, die wegen Dienstvergehen eingekerkert worden sind. Freigelassen werden alle bis zu drei Jahren Ge­fängnis Bestraften. Man braucht sie wie das tägliche Brot, weil man das Offizierskorps bis zum Weißbluten ausgekämmt hat. Einstige Gefängnis­insassen sollen nun auf die freigewordenen Posten treten, eine höchst bedenkliche Sache. Aber vielleicht spekuliert der Bolschewismus heute wieder so wie in den Jahren des kommunistischen Bürgerkrieges, daß diejenigen, die hinter Gefängnisgittern saßen, für die roten Zwecke am brauchbarsten sind. Was also auf den Kehrichthaufen geworfen worden ist, soll nun nach den unerwünschten Folgen einer bluti­genSäuberung" wieder zurück. Eine feine Armee!

D. 5.

des neuernannten Armeeoberkommissars und stell­vertretenden Kriegskommissars Mechlis, die auf die völlige Durchdringung der Armee mit bolsche­wistischem Parteigeist hinauslaufen, als treibende Kraft beim Sturz Jegorows vermuten.

Jegorow ist nunmehr der fünfte stellver­tretende kriegskommisfar und der zweite Sowjetmarschall unter den im Lause weniger Monate Hingerichteten oder verscholle­nen Armeeführern. Die durch die jüngsten Er­klärungen Woroschilows ergänzte Liste der liquidierten" Armeeführung sieht demnach fol­gendermaßen aus:

Tuchatschewski (Marschall und Erster

Stellvertreter des Kriegskommissars): er­schossen;

Gamarnik (Armeekommissar Ersten Ranges und Chef der politischen Verwaltung der Roten Armee): erschossen;

Orlow (Dritter Stellvertreter des Kriegskom­missars, Großadmiral und Chef der Seestreit­kräfte): erschossen;

A l k s n i s (Vierter Stellvertreter des Kriegs- kommifsars, Armeekommandanf Ersten Ran­ges und Ehef der Luftstreitkräffe): ver­schollen;

Jegorow (nach Tuchatschewski Erster Stell­vertreter des Kriegskommissars und Chef des Landheeres): verschollen.

Auch Sowjeimarschall ZrgorowverschWOen"

für den Ankauf neuen Materials der Luftwaffe verausgabt, davon 850 Millionen für Landflugzeuge und 150 Millionen für Wasserflug­zeuge. Die französischen Jagd - Aufklärungs - und Bombenflugzeuge seien z u a l t und verfügten über keine ausreichende Fluggeschwindigkeit, weil zwi­schen der Annahme eines neuen Modells durch die Behörden und der Herstellung und Indienststellung einer solchen Flugzeugserie zu viel Zeit verstreiche.

Für den angekündigten Bau zweier neuer Panzerkreuzer von 3 500 0 Tonnen und für einen Kreuzer I. Klasse seien 4 Milliarden Franken notwendig. Bei den Ausgaben für das Landheer müsse man nach der Betonung der

Delbos muf

Stammte derBaseler" Bei

Das große Pariser MattLe T e rn p s" mußte nach dem 4. Februar für Deutschland verboten werden, weil es einen beispiellos verlogenen und verleumderischenBericht" über angeblich wilde Zustände in Deutschland gebracht Hatte, den ein aus Berlin kommender Reisender" einem Ge­währsmann des Blattes in Basel gegeben haben sollte. Der frühere französische Ministerpräsident F l a n d i n, der ja vor einigen Wochen einen kur­zen Besuch in Deutschland machte, hat den Außen- ministe.r Delbos nach der Herkunft jenes Greuelberichtes gefragt. Jetzt stellt sich heraus, daß Flandin vor dem Auswärtigen Ausschuß der Kam- mer Herrn Delbos auf Den Kopf zugesagt hat, Daß Der Lügenbericht desTemps" nirgends anders ipoher als aus einem Ressort Des französischen Außenministeriums selbst stamme. Flandin ist ein Mann, der m Frankreich beträchtliches Ansehen genießt und bellen politische Laufbahn keinesfalls schon abgeschlossen sein dürfte. Er ist auch in letzter Zeit politisch im­mer stark hervorgetreten, vor allem als Bekämp'er der sowjetgebundenen Volksfrontpolitik. Wenn ein Mann feines Ansehens vor dem Kammerausschuß eine derartig schwere Anschuldigung gegen das : Außenministerium erhebt, und es damit indirekt Der gröbsten Völkerverhetzung anklagt, Dann muß man annehmen, Daß eine so ernste Anklage nicht aus der Luft gegriffen ist. Es ist bemerkenswert,

belgischen Neutralität eine Verlängerung der französischen Grenz-Befestigungen nördlich und südlich Der Maginot-Linie nach Bel­gien, Luxemburg und der Schweiz ins Auge fassen. Allerdings dürften auf Grund des günstigeren Ge­ländes Die Befestigungsarbeiten an diesen Grenzen bei gleicher Sicherheit mit derjenigen der Maginot- Linie hinsichtlich der Kosten sich niedriger stellen. Man müsse auch an die Ergänzung veralteter bzw. verbrauchter Kampfwagen und Traktoren für Die schwere Artillerie denken, ferner an die Ver­stärkung des Materials an Maschinengewehren und leichten Geschützen.

t aniworten.

icht aus dem Quai d'Orsay?

daß der angegriffene Delbos nicht in der Lage war, den schweren Vorwurf Flandins sofort als haltlos zu dementieren. Herr Delbos beschränkte sich darauf, eine Untersuchung zuzusagen. Nach den Er- , fahrungen, die man mit solchenUntersuchungen" in Frankreich beispielsweise gegen die Massenschie- ' bungen Cots mit modernen Armeeslugzeugen nach Rotspanien oder mit den Serien von GPU.-Mor­den in Paris gemacht hat, versprechen wir uns von einer solchen Untersuchung nicht viel. Aber Delbos wird die Frage nach der Urheberschaft jenes ordinären Greuelberichtes schon um seiner selbst willen sehr bald ohne alle Umschweife und Ver­tuschungen beantworten müssen, da er sonst j selbst in einen sehr eindeutigen Verdacht mm- ' bestens der Mitwisserschaft oder der wohlwollenden Duldung kommen würde. B. R.

EDensRachsolgenochunqeklar t

Ein neues Gefühl der Hoffnung und des Vertrauens."

London, 24. Febr. (DNB. Funkspr.)Times" stellt fest, daß die Nachfolge Edens noch nicht geklärt fei.Daily Tclegraplf" meint, Lord Halifax werde während der Dauer Der englisch- italienischen Verhandlungen als Außenminister fun­gieren. Der Premierminister werde die Ober­

leitung dieser Verhandlungen führen. Der britische Botschafter in Rom, Lord Perth, treffe heute nachmittag in London ein. Man nehme an, daß Earl Winterton, Der jetzige Kanzler Des Herzogtums Lancaster, einen Sitz im Kabinett er­halten solle, Das roürDe bedeuten, daß dem Premier­minister eine Persönlichkeit für Sonderausgaben zur Verfügung stände.

DieDaily Mail" stellt fest, die Aussprache im Parlament habe gezeigt, daß die Minister geschlossen hinter dem Premier- mi nist er ständen. Die Abstimmung sei ein gro­ßer persönlicher Triumph Chamberlains gewesen. Jetzt, wo England aus Dem gefährlichen Jrrgang herausgekommen fei, um einen Direkten Weg in Der Außenpolitik zu verfolgen, gebe es roieDer e i n neues Gefühl Der Hoffnung auf Die Zukunft im ganzen Lande. Das zeige sich bereits in einem größeren Vertrauen in der Geschäftswelt. Die Hauptlehre Der jüngsten Krise sei aber Die, Daß England schnell und ent­schlossen bis zur Grenze seiner Lei- stungsfähigkeit aufrüsten müsse. .Daily Expreß" nennt Die Linksparteien ausgesprochene Kriegsparteien, Die keine Gelegenheiten ver­paßten, irgendwo in der Welt Krieg zu machen. Demgegenüber vertritt das Blatt die Politik einer splendid Isolation".

Neue Rückschläge für das deutsche Schulwesen in Westpolen.

Bromberg, 24. Febr. (DNB.) Nach der Schließung der dreiklassigen privaten deutschen Volksschule in Neutomischel hat das deutsche Schulwesen in Westpolen erneut schwere Rück­schläge zu verzeichnen. So wurde jetzt die zwei- klassige deutsche Prioatschule in O st b u r g bei Jno- wroclaw gezwungen, den Unterricht einzustel­len. Die hier im Jahre 1926 verpachteten Unter» tunftsräume im ehemaligen staatlichen Schulgebäude sind ihr gekündigt worden. Der Pachtvertrag wurde nicht mehr erneuert, so daß die deutsche Pn- vatschule in diesen Tagen geschlossen wurde. Im Kreise Jnowroclaw ist demnach inner­halb von zwei Jahren die Dritte Deutsche Privatschule geschlossen worDen. Im Kreise SolDau wurDe Die Deutsche Klasse Der Volksschule in Soldau geschlossen.