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(Nachdruck verboten!-
38 Fortsetzung.
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die Lösungen. Sie kennen doch das neue ,Karolit"? Es ist von so universaler Verwendbarkeit, daß meine Auftraggeber bereit sind eine volle Million für das Rezept zu bezahlen. Das ist viel Geld für einen Mann, dem hier der Boden beginnt, heiß zu werden."
Meßdorff lacht laut aus.
„Und Sie meinen wirklich, ich sollte Ihnen eine so wichtige Sache übergeben, vorausgesetzt, daß ich sie überhaupt in Händen hätte?"
„Davon bin ich überzeugt. Diese Summe ermöglicht Ihnen ein sorgenfreies Leben im Auslande. Bitte, hier ist die Gutschrift und die Abschrift des Reverses, daß dis zum Jahresende Sie allein verfügungsberechtigt find. Sie sehen, wir spielen ein ehrliches Spiel, Herr Doktor."
Meßdorfs ist aufgesprungen und wandert ruHelos auf und ad. Ihm stehen die Schweißtropfen auf der fclirn.
jeder SoDat muß bereit sein, wenn es gilt, sein Leben einzusetzen für die Ehre des deutschen Soldatentums und' für fein Volk. Darum muß der Soldat die alten Tugenden der Treue und Ehre, des Gehorsams und der Pflichterfüllung, der Ehrlichkeit und der Kameradschaft, die sich im Ernstfall am besten bewährt, aneignen. Der Vataillonskom- mandeur sprach den Wunsch aus, nur frische, aufgeweckte Soldaten mit hellen Augen in seinem Bataillon zu sehen, die freudig ihren Dienst tun und die sich mit ihren Sorgen und Nöten vertrauensvoll an ihre Vorgesetzten und Kompaniechefs wenden, die mit ihnen leben und mit ihnen sorgen.
Mit Stolz rief Oberstleutnant Wiese seinen Rekruten weiter ins Gedächtnis, daß sie 116er geworden sind, und damit Träger einer ruhmreichen Tradition eines alten, in Krieg und Frieden stets bewährten Regiments. Daraus ergebe sich für jeden jungen Soldaten die Verpflichtung, den tapferen Vorbildern durch Pflichteifer und Schneid im Dienst und durch vornehme und edle Gesinnung nachzueisern, damit auch von ihnen dort, wo einer auftritt, Mit Stolz gesagt werden wird: das ist ein 116er. Und wenn ihr danach handeln werdet, so schloß Oberstleutnant Wiese seine Ansprache, dann seid ihr aus dem richtigen Wege!
Freudigen Widerhall fand das Treugelöbnis zum Führer und Obersten Befehlshaber, das Oberstleutnant Wiese am Schluß seiner Ansprache ausbrachte. Das Musikkorps spielte dann die Nationalhymnen.
„Wie soll ich das wissen?" zuckt Meßdorff mit den Schultern. I
„Bis,311m Ende dieses Monats muß noch alles geregelt fein. Sonst habe ich Schwierigkeiten. Bitte, sich daran zu halten!" befiehlt der Fremde hart. „Sonst haben Sie sich die Folgen selbst zuzu- schreiben!"
Er steht auf und greift nach seinem Hut.
„Mein Besuch wäre am Ende. Darf ich mir noch einen freundschaftlichen Hinweis gestatten — es empiehlt-fich nicht, die Ehefrau rnitzunehmen. Aber wie ich Sie kenncngelernt habe, legen Sie darauf auch wenig Wert. Nun, Herr Doktor, wo anders gibt's auch schöne Frauen und mit Ihrem Honorar läßt sich's leben! Ich empfehle mich! Also — wir hören von Ihnen — sonst —" er lächelt vielsagend, „—hören Sie von uns!"
Langsam schließt sich die gepolsterte Tür. Meß- dorsf ist allein. Er sitzt noch immer still und stets.
Vergehen gegen das Blutschuhgesetz.
Lpd. Frankfurt a. M., 22. Nov. Wegen Vergehens gegen das Blutschukgesetz verurteilte das Frankfurter Schöffengericht Die Jüdin Luise Rosenthal zu d rKe i Monaten Gefängnis. Die Angeklagte hatte in ihrem nichtarischen Haushalt zwei deutschblütige Frauen beschäftigt. In dem einen Fall konnte die Angeklagte des Glaubens fein, eine Jüdin zu beschäftigen; hier erfolgte Freisprechung. In dem andern Falle aber muhte sie wissen, daß die von ihr beschäftigte Frau arisch roar.
Abendstunden des Montag raste ein heftiger Sturm über Frankfurt und das Rhein-Maingebiet, der sich bis zur O r k a n st ä r k e steigerte. Nach den Beobachtungen des Taunusobservatoriums auf dem Kleinen Feldberg wurde die Windstärke 10 und aus dem Großen Feldberg Windstärke 11 gemessen. Der Sturm entwurzelte zahlreiche Bäume, verschiedentlich wurden Schornsteine umgerissen und sogar Fensterscheiben eingedrückt. Der Main schlug meterhohe Wellen, so daß ein vor dem Städelschen Museum verankertes Boots- haits losgerissen und abgetrieben
Im Hellen Glanze leuchtet das Opernhaus, von vielen unsichtbaren Scheinwerfern aus der Nacht in Helles Licht gehoben.
Unaufhörlich strömen die Zuschauer durch die vielen Portale, ohne Pause rollen die Automobile zwischen die Pfeiler der Auffahrt. Der Pförtner steht bereit reißt den Schlag auf und immer wieder dasselbe Bild: geschmückte Frauen, Männer in feierlichem Schwarz.
Karajan wartet seit einer Viertelstunde. Es ist gerade noch eine Viertelstunde bis zum Beginn der Vorstellung, aber noch immer ist Karola nicht gekommen. So oft er auch dachte: Sie ist's! — immer tauchte ein fremdes Gesicht, eine fremde Gestalt aus dem Wagen auf.
Da endlich — der Fahrer hat das Innere des Wagens bereits erhellt, er erkennt ganz deutlich Karola. Er schiebt den Pförtner beiseite und öffnet ihr den Schlag des Wagens.
Für einen Augenblick verschlägt es ihm den Atem.
Ist das feine Karola? Ist diese stolze Frau, in schwarzem Samt, eine kostbare Perlenschnur um den schlanken Hals, wirklich noch das bescheidene Mädchen, das mit ihm in Niederau durch die Ställe ging?
Lächelnd liest ihm Karola die Bewunderung vom Gesicht. Sie weiß es, daß er überrascht ist, und sie freut sich seiner stillen Bewunderung.
Aber auch er sieht im schwarzen Abendanzug außerordentlich gut aus. Sie fühlt, wie die Frauen sich nach ihm umschauen, nach dem großen Mann mit dem schmalem zwingenden Gesicht.
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unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der jungen Soldaten ab.
Oberstleutnant Wiese
sprach, dann zu den Rekruten. Er begrüßte sie als Waffenträger der Nation, die von nun an das Ehrenkleid des Großdeutschen Reiches tragen, und wies sie auf die Verpflichtungen und Bindungen hin, die sich daraus für jeden einzelnen gegenüber dem Bataillon, dem Regiment und vor allem gegenüber dem Führer und Obersten Befehlshaber ergeben, dem sie in diesen Tagen den Treueid leisten werden. Der Kommandeur sprach dann zu ihnen über das Wesen des Soldaten als des aus heißer Liebe zu Volk und Vaterland immer einsatzbereiten Kämpfers für Deutschlands Ehre und Bestand und als des steten Vorbildes für das Volk und die Welt, die wie immer Respekt und Achtung vor dem deutschen Soldaten gehabt hat und behalten muß. Be- sonders wies er sie auf die Auszeichnung hin, als Infanterist, d.h. als Kämpfer in norberfter Front, der stürmt und an greift, dem Vaterland dienen zu dürfen. Daß diese Schule eine harte sein wird, deutete er als selbstverständlich nebenher an; denn
Anschließend hatte sich der W. W. aus Düsseldorf, der verschiedentlich ohne Fahrkarte planlose Reisen unternommen hatte, zu verantworten. Der Angeklagte, der einen recht eigentümlichen Eindruck machte, wurde zur Prüfung seines Geisteszustandes tn die Psychiatrische Klinik überwiesen.
Sturmschaden im Ähein-Miligebiei.
Lpd. Frankfurt a. M., 22. Nov. In
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Feier in der Bergkaserne.
Erster Appell der Bekrnten des 1. Batt. Znf.-Begt. 116.
museums des Geschichts- und Altertumsvereins hervorgeht, hat dieses im letzten Halbjahr wieder zahlreiche Geschenke, Darunter recht wertvolle, erhalten. Unter den Spendern befindet sich auch Prinz Ludwig von Hessen, der eine eiserne Geschoß- kugel von 1646 und ein mittelalterliches Tongefäß aus dem ehemaligen großherzoglichen Jagdschloß Romrod stiftete. Im kommenden Sommer wird das Museum eine sehr wertvolle Erweiterung erfahren, indeip das Erdgeschoß des Hochzeitshauses, das gegenwärtig als städtisches Materiallager benutzt wird, frei gemacht und für die Zwecke des Heimatmuseums eingerichtet wird.
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Ihrer Polizei, daß man Sie noch vor Weihnachten durchschaut und festnimmt." Und dann mit harter Stimme: „Also wollen Sie oder nicht?"
Langsam sinkt Meßdorff in den Stuhl hinter seinem Tisch. Ihm ist elend. Verzweifelt haften feine Hände über den Tisch, wühlen in Papieren, zerren an einem Schreibheft. Er sieht, wie sich Mauern um. ihn auftürmen — er weiß, Der Fremde hat recht, recht mit jedem Wort, wenn ntan bereits jenseits Der Grenze Bescheid weiß, Dann wird es nicht mehr lange Dauern, bis man auch hier zu erkennen beginnt. Mit einem Schlage begreift er Das Aussichtslose seiner Situation. Diesmal kommt er nicht mit einigen sehr geschickten Operationen Darüber hinweg — Diesmal wird es ihm an Den Kragen gehen!
Karajans „Karolit" — das gibt ihm den Rest! Seit jenem Unglückstag, Da er Die „Vereinigten" kaufte, um feiner Rache Genüge getan zu haben — feit jenem Tage verfolgt ihn Das Pech. Es hat sich an seine Fersen geheftet und gibt ihn nicht frei — es hat ihn zum Spieler ernicDriat—ihn, der voller Abscheu stets auf Leute sah, Die so wenig Zucht und Selbstbeherrschung aufbringen konnten, daß sie zu Sklaven Der rollenDen Kugel wurden —
„Reden Sie!" sagt er heiser und kaum vernehmbar. Aber der Fremde hat mit sicherem Instinkt gespürt, daß fein Gegner nun mürbe ist, daß er Den ' letzten Widerstand überwunden hat. Sofort wechselt er Die Tonart, wird wieder Der kühle, aber Durchaus verbindliche Herr von Manieren.
„Es freut mich, daß Sie Die Dinge nun ruhig und klar sehen", nickt er. „Wollen Sie also bitte genau auf meine Anweisung achten! Wenn Sie Die Pläne haben —"
„Ja, wenn! Aber wie? Soll ich etwa — mit Gewalt?"
„Wenn es nicht anders geht? Wir müssen uns beeilen. Bitte zu notieren! Sie starten mit Ihrem Wagen — in Richtung Bischofswerda — biegen Dort rechts ab und fahren über Oppach nach Neugersdorf. Suchen Sie Dort Das Hotel ,Zur Post' auf und vertrauen Sie sich Dem Manne an, Der Ihren Namen nennt Er bringt Sie in Der Nacht sicher hinüber. Ich erwarte Sie drüben. Aber ich rate Ihnen, vielleicht zuvor einmal einen unver- binDlichen Ausflug in Die erwähnte Gegend zu unternehmen, um Die Strecke genauer kennenzulernen, nicht?"
Meßdorfs nickt mechanisch. Er sieht sich gefangen — Das Netz wird über ihm zugezogen. Er ist rettungslos in feine eigene Schuld verstrickt.
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Meßdorff endlich mül)fam.
"■>„Die Pläne für die Karajansche Erfindung! Seine S> jungen vor allem, mit Denen er Das Ausgangs- material behandelt. Die Berarbeitungsmaschinen werden wir bauen können. Leider — fehlen uns
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„Sie sind wahnsinnig!"
„Das zu glauben stehl Ihnen frei!" lächelt Der Fremde.. Es ändert nichts an Ihren Angelegenheiten. Wie getagt, wir haben diese Sache mit großem Interesse verfolgt und haben uns zunächst einmal über Ihre Verhältnisse unterrichtet. Es steht nicht sehr gut um Sie, Herr Doktor. Wenn mich nicht alles täuscht, lebt Die ,Union’ nicht mehr lange und Ihr Aufenthalt, Herr Doktor, Durfte in Den nächsten Jahren etwas weniger komfortabel sein. Zuchthäuser finD wohl kaum als Sanatorium zu bezeichnen."
Totenblaß springt Meßdorff auf.
„Das ist — Das ist gemeine Erpressung!" knirscht er atemlos. Aber Der Fremde bleibt davon ganz unberührt
„Ich würde nicht von Gemeinheit reden", meint er gelassen, „jedenfalls nicht an Ihrer Stelle. Das, was mir jene junge Dame erzählte, spricht nicht für Sie."
„Und was wollen Sie eigentlich von mir?" fragt
wohl diese Leute mit jedem Pfennig rechnen müssen, nahmen sie Doch den Angeklagten bereitwillig aus. omoboDa, Der damals wieder ohne Arbeit war, brauchte keinen «Pfennig zu zahlen, fonöern er lebte wie das Kind im Hause. Er belohnte aber Die ihm gebotene Gastlichkeit schlecht. Am 14. Dezember 1937 ober um diese Zeit öffnete er mit einem Messer Die Sparbüchse seiner Gastgeberin und entnahm Daraus einen kleinen Geldbetrag. In diese Sparbüchse legte Die Frau ihre Spargroschen für Die monatlich fällige Lebensversicherungsprä- mie. Als Die Zeugin die Lebensversicherung bezahlen wollte, merkte sie den Verlust. Der Verdacht Der Täterschaft fiel auf Den Angeklagten. Da Die Familie ihm zum Aufbau einer Existenz verhelfen
len und einer schweren Urkundenfälschung unter Einbeziehung Der Urteile Der Amtsgerichte Krefeld und Köln zu einer Zuchthausstrafe von drei ^Jahren u ii D sechs Monaten. Auf diese ©träfe werden dem Angeklagten 93 Tage Untersuchungshaft und die bis jetzt verbüßte Strafhaft angerechnet.
Mark ein. Den Rest verbrauchte er für sich. Auf den Poftabschnitt setzte er hinter die „Eins" eine Null, jo daß man glauben konnte, er habe tatsächlich 10,15 Mark einaezahlt. Die Zeugin bemerkte deshalb zunächst auch nicht diese schwere Urkundenfälschung. Am 5.3.1938 nahm er Der Frau Sch. noch ein Reiseetui weg, verkaufte es weit unter Preise und verschwand. Er ging nun zu Der Familie M. in Klein-Linden. Hier lieh er sich erst einmal 50 Pfennig Zum Dank Dafür stahl er noch vier Mark. Dann schwindelte er, er wolle zu seiner Mutter nach Wetzlar fahren und außerdem noch einige Aufträge erledigen. Der Ehemann M. lieh ihm Darauf sein Fahrrad und einen Lodenmantel. Der Angeklagte fuhr aber nicht nach Wetzlar, sondern nach Heuchelheim. Er bekam mit seinem Fahrrad einen „Platten". Daraufhin verkaufte er das Fahrrad für 8 Mark. Den Mantel will er später verloren haben. Nun fuhr Der Angeklagte über Siegen, Köln nach Westfalen. Unterwegs beging er dauernd Straftaten, für die er durch das Amtsgericht Köln bestraft wurde. In Essen erinnerte er sich, daß Dort eine entfernte Verwandte eines früheren Tippelbruders, von Dem er schon lange nichts mehr gehört hatte, wohnte. Er ging zu dieser Frau, bestellte einen Gruß von seinem Freunde und schilderte in bewegten Wor- ten Dessen schlechte wirtschaftliche Lage. Die Frau, Die in sehr beDrängten Verhältnissen lebt, fiel auf Den Schwindel herein und gab dem Angeklagten Drei Mark für Den „armen Willy". Der Angeklagte behielt das Geld. In dieser Zeit hatte er bei Dem Schneidermeister I. in Essen Arbeit gefunden. Als er am ersten Tage abends heimgehen wollte, regnete es. Der Meister gab Dem Angeklagte zum Schutze gegen Den Regen einen Hut und Mantel mit. Der Angeklagte verschwand aber auf Nimmerwiedersehen. Jetzt versuchte er sich mit teilweise lächerlichen Ausreden zu verteidigen.
Der Staatsanwalt beleuchtete in fernem Plädoyer die tatsächliche und die rechtliche Seite dieses Falles. Er wies besonders Darauf hin, Daß die Verfälschung des Postabschnittes eine schwere Urkundenfälschung Darstelle. Nach Der Rechtsprechung Des Reichsgerichts genüge zur Annahme dieses Tatbestandes auch ein durch eine Unterschlagung bereits erlangter Vermögensvorteil. Durch die Er- schwindlung des Fahrrades und des Mantels in Klein-Linden habe sich Der Angeklagte nicht einer Unterschlaaung, sondern, Da er "bereits Die Fluchtabsicht besessen habe, eines Betruges schulDig gemacht. Schließlich wandte sich Der Staatsanwalt Der Persönlichkeit Des Angeklagten zu, den Das Schöffengericht bereits vor Jahren richttg als einen leichtsinnigen und oberflächlichen Menschen erkannt und gekennzeichnet hatte, und Darüber hinaus Der Frage des § 20a StGB. (Gewohnheitsverbrecher und Der Sicherheitsverwahrung). Seiner Auffassung nach seien beide Fragen zu verneinen. Trotzdem müsse das Gesetz Den Angeklagten als rückfälligen Dieb in seiner vollen Schärfe treffen. Für mildernde Umstände sei fein Platz. Nach einigen Ausführungen über Die GesamtstrafenbilDung beantragte Der Staatsanwalt gegen Den Angeklagten eine Zuchthausstrafe von vier Jahren und fünf Jahre Ehrverlust.
Das Gericht verurteilte Den Angeklagten wegen Rückfalldiebstahls in zwei Fällen, schweren Diebstahls im Rückfälle, wegen Betrugs in zwei Fäl-
„Herr, wie denken Sie sich das eigentlich?" schreit er endlich aus seiner Unruhe heraus. „Ich kann doch nicht einfach hingehen und Karajan fragen, ob er mir seine Erfindung nicht mal vorführen will? Karajan ist nicht käuflich."
„Das stimmt!" nickt Der Fremde. „Und seine Leute auch nicht. Wir haben das natürlich vörher festgestellt, ehe ich zu Ihnen kam. Dort ist jeder Versuch zwecklos. Aber wir verlassen uns auf Ihren Scharfsinn. Sie werden. Mittel und Wege finben. Sie sind ja schließlich fein Anfänger, Herr Doktor!"
„Sie können mir gestohlen bleiben!" brüllt Meh- Dorff. „Ich Denke nicht Daran, für Sie Die Kastanien aus Dem Feuer zu holen. Machen Sie, was Sie wollen, ich will Damit nichts mehr zu tun haben!"
Der Fremde erhebt sich achselzuckeuD.
„Schön. Sie sind aufgeregt, Sie beurteilen meinen Vorschlag im Augenblick nicht so kühl unD sachlich, wie es nun einmal notwendig ist. Ich muß Sie also später noch einmal aufsuchen. Vielleicht gelingt es Ihnen, Die ,Union' Doch über Wasser zu halten! Allerdings — Ihre SpielschulDen können Sie wohl kaum von Ihren Einnahmen bezahlen—■*
„Was soll Das heißen? Was reden Sie Da für törichtes Zeug?" stammelt Meßdorff und sieht Den Fremden entsetzt an. „Ich verbitte mir—" Aber er kommt nicht zu Ende. Denn nun läßt Der Fremde die Maske fallen, nun bricht unter Der Kühle seines Wesens die brutale Gewalt hervor.
„Sie haben sich gar nichts zu verbitten, verstanden?" zischt er und tritt dicht an Meßdorff heran. „5)ier hat nur einer Forderungen zu stellen und der bin ich! Sie sind so in meiner Hand, daß Ihnen der letzte Rest Ihres Verstandes sagen müßte: es gibt feinen Ausweg mehr. Ich habe die Unterlagen für Den betrügerischen Verkauf des Patentes, ich habe Die Unterlagen, Daß Ihre Finanzoperationen Betrug sind, ich weiß sogar, wo die Summen geblieben finD, Die Sie still und heimlich aus Dem Betrieb zogen, um sie für sich zu verbrauchen — jener .Schachklub' im Zentrum ist mehr Leuten als nur Ihnen bekannt, mein Herr, und Ihre Verlustziffern in Den letzten vier Wochen überschreiten ähre Verhältnisse um ein Erhebliches — ich weiß sogar non Ihrem Fluchtfonto in Der Schweiz, Das Sie für alle Fälle angesammelt hatten — also sparen Sie sich gefälligst alle überflüssigen Rede- reien! EntweDer Sie tun, was ich Ihnen sage — oDer eines Tages haben Sie zu wählen zwischen einer Kugel — oDer Dem Zuchthaus!"
„Wollen Sie mich etwa anzeigen?"
Verächtlich winkt Der Fremde ab. „Nicht nötig! Wir belasten unfern guten Ruf nicht gern mit jolchsu Dingen. Ich hnba Das feste Sertraww, flu
Familie ihm zum Aufbau einer Existenz verhelfen wollte, so verzieh sie ihm diesen Einbruchsdiebstahl. Aber auch Diesen Beweis anständiger Gesinnung wußte Der Angeklagte keineswegs zu schätzen. Am 25. Februar d.J. erhielt er von seiner Gastgeberin Den Auftrag, 10,15 Mark auf Der Post einzuzahlen. Er nahm Das Geld, zahlte jedoch nur 1,15
Bei der Arbeit tödlich verunglückt.
L i ch , 22. Nov. Ein schwerer U n g l ü ck s f a l l mit töDlichem Ausgang ereignete sich heute zwischen 10 und 11 Uhr in Der Brauerei Jhring- Melchior. Der 26jährige Brauer Walter F r u t i g aus Hungen war Dort an Der erst vor einigen Wochen ausgestellten Hopfen Zentrifuge beschäftigt, als diese aus bisher noch nicht ermittelten Gründen explodierte. Durch die Zentrifugalkraft Der mit ungeheurer Geschwindigkeit sich drehenden Trommel ded Zentrifuge wurde Der obere Teil Der Maschine vollständig abgerissen, wobei die einzelnen Maschinenteile den Verunglückten einige Meter weit wegschleuDerten und ihm u. a. Das rechte Bein abrissen. Sanitäter des hiesigen Roten Kreuzes leisteten die erste Hilfe. Der rasch an der Unglücksstelle erschienene Arzt ordnete die sofortige Ueberführung des bedauernswerten Schwerverletzten nach Gießen an. Auf Dem Transport verschied Der Verunglückte, Der Frau und einen etwa 2jährigen Sohn hinterläßt. Der Verstorbene genoß wegen seines kameradschaftlichen Verhaltens bei Betriebsführer unD Gefolgschaft höchstes Ansehen.
Bereicherung des Heimatmuseums in Alsfeld.
§ Alsfeld, 22. Nov. Wie aus einer Veröffentlichung der Verwaltung Des hiesigen Heimat-
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Roman von Kurt Riemann
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wurde. Die Feuerwehr, Die wahrend Der ganzen Nacht mit Der Beseitigung der Schäden zu tun hatte, konnte auch das Bootshaus, nachdem es ein Stück abgetrieben mar, mit Seilen wieder festmachen und Die auf dem Bootshaus befindliche Kantinenwirtin, die infolge der Aufregung bewußtlos geworden war, retten.
Auf dem Bahnsteig im Höchster Bahnhof wurden zwei Leute von einer Sturmbö mit solcher Gewalt erfaßt, daß sie vom Bahnsteig hinab auf den Schienenftrang gerissen wurden. Zwischen 22 und 23 Uhr wütete Der Sturm Derart, daß Radfahrer nicht imstande waren, zu fahren, ja nicht einmal ein Rad über Die Straße zu Drücken.
In Mainz gab es erhebliche Störungen im Fernsprechverkehr, da Die Leitungen durch den Sturm in Mitleidenschaft gezogen wurden. Auch in der Stromversorgung traten Störungen ein, das Licht verlosch für einige Minuten, und in den Kinos mußte Die Vorstellung für kurze Zeit unterbrochen roerDen.
In Hanau wurden Baugerüste zum Einsturz gebracht und an einer Stelle Die Oberleitung der Straßenbahn beschädigt, so daß ein Omnibus-Pendelverkehr eingerichtet werden mußte. Durch einen umstürzenden Baum vor dem Schloßgarten in der Hainstraße wurden zwei Frauen verletzt. Ein Wochenendhäuschen wurde aus Den Fugen gerissen und zehn Meter weit fortgetragen.
Schäden in Ulrichstein.
A Ulrichstein, 22. Nov. Heute nacht wurde unsere Gegend von einem von Regen ünd Schnee begleiteten orkanartigen Sturm heimgesucht. Durch teilweises Abheben und Eindrücken der Dächer wurden an verschiedenen Häusern erhebliche Schäden verursacht. Selbst starke Bäume wurden entwurzelt und mußten zur Freihaltung Der Hauptverkehrsstraße (Ohmstraße) noch in Der Nacht beseitigt werden.
Landkreis Gießen.
CO Klein-Linden, 22. Nov. In Der jüngsten Mitgliederversammlung Des hiesigen GefIü - gelzuchtvereins warb Der Vereinsführer für die Beschickung Der Kreisfachgruppenschau am kommenden Sonntag in Lollar und Der Landesfach- aruppenschau Mitte Dezember in Frankfurt a. M. Jin Verlauf der Versammlung wurde Der Beschluß gefaßt, am 22. Januar 1939 eine örtliche Werbe- schau Durchzuführen. Von Den meisten Mitgliedern konnten Fortschritte bei Den vom Verein beratenen Geflügelhaltern festgestellt werden. Als Durchschnitt Der besten Legeleistung einer Henne im Jahr konnte ein Mitglied Den Eierertrag von 192 Stück an» geben. Unter 120 Eier pro Tier und Jahr kam keiner der in der Versammlung anwesenden Züchter.
# Mainzlar, 22. Nov. Für Die von Der hiesigen Schule gesammelten zwei Zentner Bucheckern erhielt Die Schule von Der Oberförsterei Gießen Den stattlichen Betrag von 2 5 Mark, Der Dem Winterhilfswerk zugewiesen wurde.
□ Saasen, 22. Nov. von einem eigenartigen Mißgeschick wurde gestern Der hiesige Gastwirt und Metzger Wilhelm Schepp II. betroffen. Als er bei einer Hausschlachtung Damit beschäftigt war, ein Schwein zu zerlegen, traf er sich mit Dem Schlachtmesser so unglücklich in den Unterarm, daß Die Schlagader zerschnitten wurDe. Mit einer stark blutenDen WunDe mußte er sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Kreis Bübingen.
c Schotten, 21. Nov. Am Samstagmittag trafen hier zur allgemeinen Besichtigung zwei KdF.- Wagen, eine Limousine und ein Cabriolet, ein und waren für einige Zeit auf einem freien Platz ausgestellt. Das Interesse für Die neuen Wagen war allgemein sehr groß. — Am SamstagabenD fand im Singsaal Der Turnhalle wieDer ein Vortrag der NS.-Kulturoeranstaltung statt. Redner war Diesmal Dr. Korten (Frankfurt), Der über Das Thema: „Nationalsozialismus, Weltanschauung, Religion und Rasse" in interessanten Ausführungen sprach. — DieSchwarzwildplage nimmt in letzter Zeit wieDer stark zu. Großen Schaden richten die Schwarzkittel an. Forster Happel auf Dem nahen Forslhaus Folltorhaus gelang es, mit einem Schuß
eßen.
sich ge- t, wegen oei Fäl- id unter igetlagte ' 16 MI, ngnis» e Große öh § 176 illigt. eßen, ericht mit n zu be- 5 Lebens- ine Me r in 6t« mit dem grrMs- zung war hielt dort bald von curbe der zu einer teilt Aus zejuch und den begin- jcr Wich*'
lesserte der er begann m er nach je, Die mit rahme. Ob»
gestrigen Dienstagoormittag um 11 Uhr Die Rekruten Des I. Bataillons Infanterie- Regiments 116 auf Dem Kasernenhof Der Bergkaserne 3um Appell angetreten. Am linken Flügel Des offenen Vierecks standen Die Stammkompanie unter Gewehr und das Musikkovps.,
Nachdem Hauptmann B e i g a n g Dem Bataillon s komm andeur, Oberstleutnant Wiese, Meldung erstattet hatte, schritt Der BataillonskommcmDeur


