Ausgabe 
23.11.1938
 
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Nr.274 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch. 23. November (938

Raststätte und Straßenmeistereien in Oberheffen.

Große Bauprojekte der Reichsautobahn.

Ein Entwicklungsabschnitt von entscheidender Be­deutung der Reichsautobahn in Ober­hessen ist die Eröffnung der Teilstrecke von Reiskirchen bis Zell-Romrod am 4. De­zember, von wann ab die Strecke von' Bruch­sal bis Kassel ohne Unterbrechung auf der Reichsautobahn zurückgelegt werden kann. Run ist man bemüht, S t r a ß e n m e i st e r e i e n zu er­richten, die für die Erhaltung und Betreuung der Autobahnen notwendig sind, ferner Tankstellen anzulegen und für die Benützer der Reichsautobahn Raststätten, Rasthöfe bzw. Rasthäuser zu schas­sen. Straßenmeistereien erstehen in Abständen von etwa 50 bis 60 Kilometer, Tankstellen sollen in Ab­ständen von etwa 30 zu 30 Kilometer gebaut wer­den, Rastgelegenheiten werden an besonders bevor­zugten landschaftlichen Plätzen geschaffen.

Oberhessen erhält eine Straßenmeisterei in un­mittelbarer Nähe unserer Stadt bei Reiskir­chen, eine zweite Straßenmeisterei ersteht bei Alsfeld. Raststätte und Großtankstelle sollen bei Reinhards Hain gebaut werden. Diese drei großen Bauvorhaben sind bereits über die Planung hinaus gediehen Mit den Bauarbeiten wurde schon begonnen. Tankstelle und Rasthaus bei Reinhards- Hain sollen am 1. April 1939, die Straßenmeistereien am 1. Juni 1939 fertig werden. Um welch große " Bauprojekte es sich dabei handelt, mag schon daraus erkannt werden, daß z. B. die Erstellung einer Straßenmeisterei mit allem, was dazu gehört, einen Aufwand von etwa 300 000 Mark notwendig macht.

Tankstelle und Raststätte, wie auch die Straßen­meistereien, sollen sich in jeder Hinsicht harmonisch dem Gesamtbild der Landschaft einfügen. Die Be­bauung soll ferner so erfolgen, daß sich insbeson­dere die Straßenmeistereien in ihrer archite^toni- schen Gestaltung dem Charakter der dörflichen Sied­lungen angleichen. Schließlich soll auch den Volks­genossen, die in Straßenmeistereien, Tankstellen und Raststätte tätig sind, der Anschluß an die nächste dörfliche Gemeinschaft möglich sein. Nicht zuletzt ist die Anlage insbesondere der Straßenmeistereien von einer Anzahl Zweckmäßigkeitsgründen bestimmt, denn die Dienstfahrzeuge müssen die Möglichkeit , haben, unschwer beide Fahrbahnen bearbeiten zu können, ohne gegen die bestellenden Verkehrsvor­schriften verstoßen zu müssen. Das bedingt die An­lage der Straßenmeistereien an Kreuzungen bzw. an Auffahrtstellen. Die Straßenmeisterei Reis­

kirchen ersteht aus diesem Grunde unweit des Kreuzungsbauwerks, von dem aus die Reichsauto­bahnstrecke Gießen Montabaur ausgehen wird, während die Straßenmeisterei Alsfeld an einen Zubringer kommt.

Der architektonischen Gestaltung der Bauten und Anlagen wird größte Sorgfalt gewidmet. Die Ent­würfe werden von Prioatarchitekten angefordert und eventuell im Wege des Wettbewerbs die beste Lö­sung erstrebt. Die Entscheidung über die Entwürfe liegt bei Prof. Dr. Bonartz (Stuttgart), als dem persönlichen Berater des Generalinspekteurs für das Straßenwesen Dr. Tod t.

Straßenmeisterei Alsfeld.

Don Professor Dr. B o n a r tz stammt der Ent­wurf für die Straßenmeisterei Alsfeld, die in ihrer architektonischen Gestaltung richtung- geben'd sein wird für die Schaffung weiterer Straßenmeistereien, nicht nur in unserer engeren Heimat, sorrdern im ganzen Reich. Nach den vor­liegenden Plänen und nach dem Modell zu schlie­ßen, wird die Straßenmeisterei Alsfeld zu einem beachtenswerten Schmuckstück der Landschaft wer­den.

Die Straßenmeisterei besteht aus einer großen Fahrzeughalle mit voraussichtlich 8 oder 11 Boxen. Zur Fahrzeughalle gehört eine guteingerichtete Schlosserwerkstatt. Ein zweigeschossiges Dienstge­bäude enthält zu ebener Erde die Diensträume des Straßenmeisters; im oberen Stockwerk werden zwei Wohnungen geschaffen. Ein Gefolgschafts- Aufenthaltsraum, ein Publikums- und ein Sani­tätsraum gehören ebenfalls dazu. Ein Schuppen wird für die notwendigen Geräte errichtet. Ein Silo für 300 bis 400 Kubikmeter Streumaterial wird ebenfalls gebaut. Ferner gehören zur Stra­ßenmeisterei 6 Einfamilienhäuser, die für Ange­stellte und Arbeiter gebaut werden. Die Straßen­meisterei Alsfeld wird aus Basaltlava erstellt. Das Material wird den Schmiedeknechtschen Brüchen bei Londorf entnommen.

Straßenmeisterei Reiskirchen.

Die Straßenmeisterei Reisk'irchen wird in ähnlicher Weise entstehen. Die Baustelle liegt un­weit der jetzigen behelfsmäßigen Auffahrt bei Reis­kirchen, etwa 200 Meter von der Straße Gießen

Grünberg entfernt auf ziemlicher Höhe. Die Stra­ßenmeisterei Reiskirchen wird also weithin zu sehen sein. Die Einfamilienhäuser werden unweit von dem Dorfeingang links der Straße Gießen Grünberg gebaut. Der Entwurf für diese Straßen­meisterei stammt von Architekt Hans Peter (Offenbach).

Gaststätte und Großtankstelle ^einhardshain.

Etwa bei Kilometerstein 72,5, unweit von R e i n- hardshain, wird eine R a st st ä t t e in Ver­bindung mit einer doppelseitigen Groß­tan k st e l l e errichtet werden. Diese Raststätte soll insbesondere den 'Fernlastzugfahrern die Möglich­keit geben, einmal auszuruhen, in landschaftlich schöner Umgebung des Waldes vom schweren Dienst sich zu erholen, eventuell auch das Fahr­zeug..zu überprüfen, zu tanken usw., um dann ge­stärkt bte, Weiterfahrt antreten zu können. Für Uebernachtungen ist diese Raststätte bei Reinhards- hain nicht vorgesehen. Für schöne Sommertage soll die Möglichkeit geschaffen werden, Tische und Stühle im Freien aufzustellen.

Wichtig ist in Verbindung mit dieser Raststätte die Großtankstelle, die mit allen notwendigen Ein­richtungen, auch mit einer Werkstätte für Repa­raturen, ausgestattet wird, so daß der Fernfahrer nicht gezwungen sein wird, im Falle eines Scha­dens an seinem Fahrzeug die Autobahn zu ver­lassen. Durch diese Einrichtungen soll ereicht wer­den, daß die Reichsstraßen vom Fernlastverkehr nicht in Anspruch genommen werden. In den bei­derseitigen Tankstellen werden jeweils der Dienst­raum für den Tankwart, einen Ruheraum für den Tankwart des Nachtdienstes, sanitäre Einrichtun­gen usw. enthalten sein. Gleichzeitig werden Woh­nungen für ben Raststättenwirt und die Tankwarte geschaffen. Selbstverständlich werden auch die für die Fernlastzüge notwendigen großen Parkplätze angelegt, so daß der Verkehr auf den Fahrbahnen völlig unbehindert aufrechterhalten bleibt. Der Entwurf für Raststätte und Tankstellen stammt von Professor Dr.-Jng. Karl Lieser (Darm­stadt).

Im Bezirk der OBK. Frankfurt a. M. wird noch eine Reihe weiterer Straßenmeistereien, Groß-

Links: Blick auf ein Modell der Straßenmeisterei Reiskirchen. Rechts: Die Straßenmeisterei Alsfeld liegt schön in freiem Feld. (Aufnahmen [2J: Neuner, Gießener Anzeiger.)

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tankstellen und Rastgelegenheiten gebaut werden. Straßenmeistereien sind vorgesehen bei Frank­furt a. M. (Nord), Darmstadt, Mannheim (Secken­heim), Karlsruhe, Idstein, Montabaur und Wat­tenheim (Strecke MannheimSaarbrücken). Fer­ner werden weitere Tankstellen an den verschieden­sten Punkten errichtet. Rasthöfe erstehen voraus­sichtlich bei Reilingen, bei Montabaur und unweit von Kassel.

Aus der Stadt Gießen.

Tretstrahler nur für neue Häöer?

Jeder Radfahrer weiß, was es mit den Tretstrah­lern auf sich hat Die Tretstrahler ersetzen das Katzenauge. Ersetzen ist nur nicht der richtige Aus­druck, denn die Tretstrahler entsprechen den Anfor­derungen, die heute an ein verkehrssicheres Fahr­rad gestellt werden müssen, weit mehr als das Katzenauge

Ganz richtig, werden alle Radfahrer zustimmen, das stimmt schon, aber Uns geht das vorläufig nichts an, denn nur die neuen Räder müssen ab 1. Oktober dieses Jahres mit Tretstrahlern ausge­rüstet werden. Wir haben aber alle unsere Räder schon lange in Gebrauch und denken sie auch noch lange zu fahren, also interessieren uns Tretstrahler im Augenblick gar nicht.

Seht ihr, das ist eben falsch gedacht Wer sich solche Gedanken yiacht, hat nicht verstanden, warum die Tretstrahler eigentlich eingeführt worden sind.

Apparate und Reparaturen 8 Zentra HRündfunk

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Sie sind nämlich nicht eingeführt worden, um die Radfahrer zu ärgern, oder sie zu neuen Geldaus­gaben zu veranlassen, sondern um die Sicherheit des einzelnen Radfahrers und darüber hinaus die Verkehrssicherheit allgemein zu steigern. Eingehende Versuche haben den Beweis dafür erbracht, daß die Tretstrahler dem Katzenauge lfaushoch überlegen sind. Ist das Katzenauge verschmutzt, was ja im. Herbst und Winter auf nassen Straßen leicht Vor­kommen kann, wird die Leuchtfähigkeit des Katzen­auges 'und damit die Sicherheit des Fahrers stark gemindert. Tretstrahler können natürlich auch ver­schmutzen wobei es klar ist, daß jeder anständig'e Radfahrer sein Fahrzeug sofort wieder säubert aber die Augen der Tretstrahler leuchten trotz Ver­schmutzung.

Auch aufgetauchte Bedenken, bei unglücklicher Fußhaltung' könnten die Augen des Tretstrahlers verdeckt und damit wirkungslos werden, sind hin­fällig. Es ist unmöglich, den Fuß so um das Pedal zu schlingen, daß die Leuchtaugen verdeckt werden. Das bringt nicht einmal ein Akrobat fertig. Es wäre auch nicht einzusehen, warum sich jemand diesenSpaß" machen sollte.

Jeder Radfahrer weiß, daß von seinem Verhal­ten auf der Straße nicht nur seine eigene Gesund­heit, sondern auch die anderer Volksgenossen ab- hängt. Jeder Radfahrer hat aus den 10 Pflichten die Lehren gezogen, die notwendig sind, um sich richtig zu verhalten. Er weiß, daß es vor allem auf sein eigenes Kameradschaftsbewußtsein, auf sein Verantwortungsgefühl, auf seine Vorsicht, und dar­auf ankommt, die 10 Pflichten genau einzuhalten. Er weiß aber auch, daß sein Fahrzeug in absolut verkehrssicherem Zustand sein muß. Dazu gehört nun auch die Ausrüstung mit Tretstrahlern.

Gewiß, es besteht noch keine Vorschrift, daß auch die alten Räder sie haben müssen. Trotzdem ist es selbstverständlich, daß jeder danach trachtet, sobald wie möglich sein Rad mit ihnen auszurüsten, zumal ja eines Tages doch die Vorschrift auch auf die alten Räder ausgedehnt werden wird.

Wer also jetzt ein Paar neue Pedale kaufen muß, kauft selbstverständlich Tretstrahler. Er hat zwar

Der Jlofe Mann

und das zweite Gesicht.

Aus den Erzählungen eines Indianers.

Von dem Glauben, in dem er ausgewach­sen ist, von den geheimen Idealen, die im Indianer den Charakter geformt haben, der ihn von den anderen Völkern der Erde unter» cheidet, erzählt ein Indianer, Charles Alex­ander East mann (Ohiyesa) in einem klei­nen BucheDie Seele des Indianers , aus, aus dem imInsel-Almanach auf das Jahr 1939" seine Ausführungen über berühmte Propheten und das Zweite Gesicht bei den Indianern wiedergegeben werden.

Es ist bekannt, daß der amerikanische Indianer gewisse okkulte Kräfte entwickeln konnte, und ob­gleich in späterer Zeit viele Schwindler auftraten, haben wir verläßlich bezeugte Fälle von bemerkens­werten Weissagungen und anderen geheimnisvonen Fähigkeiten. _ ,,

(Ein Prophet bei den Sioux hatte das Erscheinen des weißen Mannes volle fünfzig Jahre vor dem Ereignis selbst vorausgesagt und sogar seine Klei­dung und seine Waffen genau beschrieben. Vor der Erfindung des Dampfschiffs hatte ein anderer Pro­phet unseres Volkes dasFeuerboot", das auf un­serem mächtigen Strom, dem Mississippi, schwim- inen werde, vorausgesagt. Das Datum seiner Pro­phezeiung wird durch den heute längst ungebräuch­lichen Ausdruck, den er wählte, bestätigt. Kein Zwei­fel: viele Prophezeiungen sind den Wünschen neue­rer Zeit eiitsprechend gefärbt worden, und fraglos sind in der Nebergangszeit falsche Propheten, Fakire und Zauberer bei den Stämmen zu einer förmlichen Plage geworden. Dennoch lebten selbst in dieser Zeit einige Männer vom alten Schlage, denen man bis ins kleinste unbedingt glaubte.

Unter diesen ragte hervor Ta-chänk-pee Ho-tanl'-a ((Seine Kriegskeule spricht laut"), der,ore Einzel­heiten eines großen Feldzuges gegen die Odnbwes ein Jghr vorher verkündete. Es sollten sieben Tref­fen stattfinden, alle siegreich, bis auf das letzte, bei idem die Sioux, in einer ungünstigen Stellung, ver­nichtend geschlagen werden würden. Alles ereignete sich jenau wie vorhergesagt Unser Stamm - über­raschte und tötete zahlreiche Odjibwes in ihren Dör­fern, wurde aber verfolgt und schlau in einen Hinterhalt gelockt, aus dem nur wenige lebend wie­der »nfFamen. Diese erstaunliche Prophezeiung war nicht die einzige von Ta-chänk-pee Ho-tank-a.

Ein anderer berühmter Medizinmann, der ein Alter von über hundert Jahren erreichte, wurde am Rum River während eines verzweifelten Kampfes gegen die Odjibwes geboren, in einem Augenblick, da den beteiligten Sioux die restlose Vernichtung drohte. Da hatte die Großmutter des Kindes mit den Worten:Weil wir doch alle sterben müssen, soll er als Krieger im Felde zugrunde gehen", seine Wiege auf den Kampfplatz gestellt, in die Nähe sei­nes kämpfenden Oheims und seiner Großväter, denn einen Vater hatte das Kind nicht mehr. Als aber ein alter Mann das Neugeborene erblickte, befahl er den Frauen, es in Obhut zu nehmen.Wir wis­sen nicht", rief er,wie wertvoll die Kraft selbst eines einzigen Kriegers unserem Volk eines Tages noch werden mag."

Dieser Knabe sollte, nach verschiedenen abergläu­bischen Deutungen der Umstände bei seiner Geburt, noch ein großer Mann werden. Im Alter von fünf­undsiebzig Jahren jedenfalls rettete er einen Trupp Kämpfer' vor völliger Vernichtung durch ihre alten Feinde, indem er ganz plötzlich vor dem Anmarsch einer großen Schar feindlicher Krieger warnte, von dem er geträumt hatte. Man sandte sofort Späher aus und fällte Bäume für eine Verschanzung, und noch in letzter Stunde gelang es, die Angriffe des gemeldeten Gegners abzuschlagen. Fünf Jahre spä­ter bewahrte dieser Mann wiederum seinen Stamm vor einem furchtbaren Gemetzel. Bei ihm kam keine Verwechslung von Zahlen oder Zeichen vor, wie bei Medizinmännern geringeren Grades; vielmehr waren seine Deutungen der Vorzeichen in jedem einzelnen Fall einwandfrei und richtig.

Der Vater von Little Crow, derKleinen Krähe", jenem Häuptling, der beim Minnesota-Massaker im Jahre 1862 den Stamm führte, war -ebenfalls ein Prophet von Rang. Eine seiner bedeutsamen Vor­aussagen machte er wenige Jahre vor seinem Tode, als er erklärte, er werde trotz seines hohen Alters noch einmal auf den Kriegspfad ziehen. Beim letzten Kriegsfest vorher verkündete er, daß drei Gegner aetötet werden würden, zögerte aber, offenbar be­drückt mit seiner zweiten Voraussage: daß er auch ,wei von den eigenen Kriegern verlieren werde In der Tat wurden, wie er gesagt hatte, drei Odfibwes getötet, aber auch die beiden Söhne des alten Kampfpropheten wurden Opfer der Schlacht.

Eine Reihe vertrauenswürdiger Männer, auch Christen, könnten die Wahrheit dieser und ähnlicher Vorkommnisse verbürgen, fügt der Indianer hinzu und berichtet weiter merkwürdige Fälle von Ahnun- $ Als wir einmal am Manitobasee lagerten, er­hielten wir die Nachricht, mein Oheim und seine

Familie seien einige Wochen zuvor in einem zwei­hundert Meilen entfernten Fort ermordet worden. Als unsere ganze Sippe nun wehklagte und den Verlust betrauerte, gebot meine Großmutter Schwei­gen. Ihr Sohn sei auf dem Wege zu uns, und sehr bald würden alle ihn sehen. Wir hatten gewiß kei­nen Grund, die Wahrheit der schlimmen Nachricht zu bezweifeln, aber mein Oheim erschien wahr­haftig zwei Tage nach seinem gemeldeten Tode in unserem Lager.

Ein andermal ich war damals vierzehn Jahre alt hatte mein jüngster Oheim, kurz nachdem wir Fort Ellis am Assiniboinefluß verlassen hatten, einen schonen Platz für unser Nachtlager ausgesucht. Die Sonne war bereits untergegangeh. Meine Großmutter wurde, scheinbar ohne jeden Grund, sehr aufgeregt und weigerte sich, ihr Zelt dort- auf­zuschlagen. So zogen wir denn, nicht gerade gern, weiter flußabwärts und lagerten in der Dunkelheit an einer abgelegenen Stelle. Tags darauf erfuhren wir, daß eine Familie, die uns folgte und auf dem anfangs von meinem Oheim vorgesehenen Platz ge­lagert'hatte, in der Nacht von einem Trupp streifen­der Feinde überfallen und niedergemacht worden sei. Dieser Vorfall hinterließ bei unserem Stamm tiefe Wirkung."

Oer photoarapbierie Magen.

Die schon seit längerer Zeit gemachten Versuche, die Magenhöhle zu'photographieren, haben durch die jüngsten Fortschritte der photographischen Tech­nik eine große Vervollkommnung erfahren, so daß es jetzt möglich ist, Farbenphotographien mit be­stimmter Einstellung auf erkrankte Teile zu erhal­ten. Für diese Aufgabe standen zwei Wege zur Ver­fügung. Entweder verlegt man eine entsprechend kleine, mit einer Lichtquelle versehene photogra­phische Kamera in den Magen, oder man verwendet das Gastroskop, das durch ein 40 bis 50 Zentimeter langes Metallrohr in den Magen eingeführt wird und unter elektrischer Glühlampenbeleuchtung mit Hilfe eines optischen Linsen- und Prismensystems die Besichtigung gestattet, und fängt das nach außen geworfene Bild mit Hilfe einer außen am Instrument befestigten Kamera auf. Die erste Me­thode hat bemerkenswerte Ergebnisse aufzuweisen, sie hat aber die Schwäche, daß es unmöglich ist. die gesuchten Bilder genau einzustellen, daß sie also blind" vorgehen muß. Nachdem die ersten Ver­suche, auf dem zweiten Wege vorzugehen, die Magenhöhle also außen unter Sicht des Auges zu photographieren >.iicht befriedigend ausgefallen wa­ren, ließ Professor Norbert Henning einen Appa­

rat nach dem Prinzip der Spiegelreflexkamera bauen, die dem Untersucher eine direkte Beobach­tung des Bildes gestattet, und er erzielte dann bessere Erfolge, über die er und sein Mitarbeiten Heinz K e i l h a ck m derDeutschen Medizinische, Wochenschrift" berichten. Durch Benutzung einer besonders lichtstarken Optik und gesteigerte Lei' stungsfähigkeit der Lampen wurden so eine größere Anzahl von Schwarzweiß-Photographien von pa­thologisch-wichtigen Befunden gewonnen und ver­öffentlicht.

Auch diese Methode hatte noch den Nachteil, daß sie nur die Lichtwerte der verschiedenen Farben, aber nicht die Farbwirkung selbst wiedergibt. Bei den langen Belichtungszeiten und grobkörnigen Filmen, die früher für Farbenaufnahmen notwen­dig waren, kamen diese bisher nicht in Betracht. Erst durch die Weiterentwicklung des Farbenfilms, der ein fast kornloses Bild liefert und nur kurze Belichtungszeit nötig macht, konnten die ersten Farbenaufnahmen aus dem Magen gewonnen wer­den. Die Belichtungszeiten schwanken jetzt zwischen einer halben und einer Sekunde; während der Be­lichtung muß der Patient den Atem anhalten. Es werden zum ersten Male solche Farbaufnahmen aus dem Magen, die verschiedene Erkrankungen zeigen, abgebildet; wenn sie auch in der Farben­wiedergabe noch nicht als vollkommen zu bezeichnen sind, so stellen sie doch einen hoffnungsvollen An­fang dar. Welche Bedeutung sie für die Praxis haben, läßt sich heute noch schwer abschätzen; für wissenschaftliche und Lehrzwecke wird ihr Wert er­heblich sein. Der Vorzug einer objektiven farbigen Bildkontrolle liegt ganz besonders auf dem Gebiet der Frühdiagnose des Magenkrebses, wo es bei ge­wissen Fällen darauf ankonnnen wird, verdächtige Formationen mit Hilfe von wiederholten Kontroll­besichtigungen darauf zu prüfen, ob sie fortschreiten oder stationär bleiben. Hier ist bas Bildmaterial unerläßlich. C. K.

Hochsckulnacbnckien.

Geh. Rat Professor Dr. Okto D o e l tz , der ehe­malige Ordinarius für Metallurgie an der Tech­nischen Hochschule Berlin, vollendete sein 7 5. Lebensjahr. Geh. Rat Doeltz, der aus Gesundheitsrücksichten 1924 in den Ruhestand trat, wurde 1900 als etatsmäßiger Professor nach Claus­thal berufen und ging 1906 als Ordinarius der Metallhüttenkunde an die T. H Berlin. Seine Hauptarbeiten bezogen sich auf die Untersuchung der Eigenschaften der hüttenmännisch wichtigen Oxyde und her thermo-chemischen Grundlagen von

1 Hüttenprozessen.