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Das Babanque-Kabinett in Prag.

lose Volk in die Falle der Tschechen ge­gangen. In ihrem Ingrimm und in ihrer ohn­mächtigen Wut rafften hier und da Bauern und Ar­beiter die wenigen Waffen zusammen, deren sie habhaft werden konnten, um gegen die hussitischen Mordbrenner Widerstand zu leisten, solange sie konn­ten, um die Heimaterde so teuer wie möglich zu ver­kaufen. So kam es zu den n ä ch t l i ch e n Ge­fechten.

Und zu der Stunde, da diese Zeilen geschrieben werden, peitschen noch immer die Schüsse durch ba£ Dunkel der Nacht, bellen die Maschinengewehre, fallen die Sprengstücke an Straßenbrücken und Eisenbahnen. Blutig steht vor dem Gesicht des sude­tendeutschen Volkes der März 1919 auf. Soll er sich noch einmal wiederholen? In Prag hetzt Moskau zum Kriege. Schon hat Moskaus Ver­trauensmann Syrovy die Regierung übernom­men. Diese Bluttat ist s e i n e e r st e T a t. Der Plan zu ihr ist in Moskau entstanden, nicht in Prag. Denn Moskau fürchtet die Einigung, fürchtet die friedliche Lösung. Moskauwillden Konflikt in der Hoffnung, doch noch die Welt in Brand stecken und das Ziel der Komintern er­reichen zu können: die W e l t r e v o l u t i o n.

Aber das deutsche Volk im Sudetenland weiß, daß der Führer es niemals im Stich lassen wird. Der sudetendeutsche Abgeordnete S a n d n e r verkündete vor wenigen Tagen über alle deutschen Sender das Gesetz des deutschen Vol­kes im Sudetenland:Auge um Auge, Zahn um Zahn"! Für jeden gefallenen Deutschen bür­gen zehn Tschechen. Das deutsche Volk in Sudeten­land weiß, daß deutsches Blut niemals mehr umsonst vergossen sein wird, und daß aus dem Blut die Freiheit erwächst. Mit tiefer Trauer, aber zugleich auch mit eiserner Entschlossenheit, ihren Tod zu rächen und keine Minute zu ruhen im Kampf um die Heimat, steht das Sudetendeutschtum an der Bahre der Toten dieser Nacht. Das sudetendeutsche Volk bleibt in den Schicksalsstunden eingedenk der Strophen des Egerländer Marsches:

Wenn Tod, Verderben um uns ringt, Kein Leben unsre Brust durchdringt, Wir drängen vor und weichen nicht, Wir fallen nach erfüllter Pflicht.

Wenn Lorbeer dann die Fahne ziert. Dir, Herr, der beste Dank gebührt, Dich preisen wir und schwören aufs neu. Daß wir dem alten Wahlspruch treu: Und wenn die Welt voll Teufel wär,' Wir folgen dir zu Ruhm und Ehr.

Der Slbreckensrus: Die Hussiten kommen".

Eine neue Flüchtlingswelle ergießt sich ins Reich.

D r e s d e n. 23. Sept. (DNB.) Die Vorgänge am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag und der Schreckensruf:Die Hussiten kommen!" haben eine neue Flüchttingswelle ins Reich ausgetöst. Fast alle Familien, die am Don- nerstag in ihre unmittelbar an der Grenze gelege­nen heimaiorle zurückgekehrt waren, über­schritten, aufs höchste erschreckt, und mit Tränen in den Augen, verfolgt von Gendarmerie und Roter Wehr, erneut die Reichs­grenze. Ihnen folgte ein Flüchllingsstrom aus den weiter im Lande gelegenen Orten. Während der Nacht herrschte in den Auffanglagern der Grenzorte im Erzgebirge in der Nähe von Eger und in der Gegend von Zittau lebhafter Verkehr. Stunde um Stunde kommen Hunderte von Flüchtlin­gen an, ganze Familien, dazwischen eine ganze Reihe von V erwundeten undWihhan- dellen. Ihnen allen steht noch die Angst der letzten Stunden im Gesicht geschrieben, die durch die sinn­losen Schießereien der zurückkehrenden Tschechen her­vorgerufen wurde. In der Zeit von Donnerstag, 16 Uhr, bis Freitag, früh um 2 Uhr, haben be­reits 9000 Flüchtlinge die Durchgangslager an den Grenzen aufgesucht und um Hilfe und Unter­kunft gebeten.

Eisenbahnstrecke Zittau - Reichenberg gesprengt.

Zittau, 23. Sept. (DNB.) Wie dieZittauer Morgenzeitung" berichtet, ist das Eisenbahngleis der dem Deulschen Reich gehörenden Eisenbahn- slrecke von Zitlau nach Reichenberg unmittelbar jen­seits der Grenze hinter dem Einfahrtsignal des Bahnhofes Groltau von den Tschechen ge­sprengt worden. Auch aus dem Ort Grottau wurden zahlreiche Detonationen vernommen, die auf Sprengungen schließen lassen.

Standrechtlich erschossen.

Sudetendeutsche Turner von tschechischer Soldateska hingemordet.

Löbau (Sachsen), 22. Sept. (DNB.) In dem deutschen Grenzort Ebersbach trafen in erschöpftem Zustande mit erheblichen Schußverletzungen vier Jungarbeiter ein, die der sudetendeutschen Turner­schaft angehören. Sie sagten, daß sie mit zwölf weiteren Kameraden den Versuch gemacht hätten, von Schönlinde nach Rumburg zu gelangen. Der Weg führt durch das Schöbergebiet, wo sich eine tschechische Befestigungslinie mit zahlreichen Betontürmen befindet. Sie seien dort i n e i n e n Hintexhalt geraten und von drei Seiten zugleich beschossen worden. Da sie nur wenige Schußwaffen und fast keine Munition hatten, hät­ten sie schon nach kurzer Zeit das Feuer einstellen und sich ergeben müssen. Tschechen in der Uni­form der Staatsverteidigungswache hätten sie dar­aufhin in ein Befestigungswerk eskortiert und sie zu zwei und zwei zusammengebunden. Es sei ihnen dann erklärt worden, daß sie innerhalb einer Stunde standrechtlich erschossen wür­den, weil sie mit der Waffe in der Hand ange­troffen worden seien. In der Abenddämmerung habe man sie in Gruppen zu je vier aus dem Bunker auf eine Waldlichtung geführt, wo ein Kommando von Tschechen mit schußbereiten Ge­wehren gestanden habe. Einer der Jungturner schil­derte, daß er und seine Kameraden als dritte Gruppe aus dem Bunker geführt worden feien. Be­vor man sie herausgeführt habe, hätten sie draußen zwei Salven gehört. Sie hätten sich sofort nach Verlassen des Bunkers losgerissen und in Richtung auf den Wald die Flucht ergriffen. Don ihren Kameraden hätten sie nichts mehr gesehen. Man habe sofort hinter ihnen hergeschossen und zwei von ihnen durch Streifschüsse verletzt.

DNB. 23. Sept. Zur tschechischen Regierpngsneu- bildung teilt die Pressestelle der SDP. mit:

Die Betrauung des Generals Sirovy durch Präsident Benesch ist wohl der letzte Ver­such, die hussitischen Instinkte des tschechischen Volkes noch einmal zur Siedehitze zu treiben, i Schon dadurch, daß Sirovy, der ein Auge bei dem Raubzug der tschechischen Legionen durch Rußland 1918 verloren hat, eine schwarze Binde trägt, be­deutet für die Tschechen eine Erinnerung an ihren Nationalhelden, den hussitischen Räuberhauptmann Zizka aus Trocnov, der durch seine bestialischen Gewalttaten berühmt wurde. Sirovy hat es immer verstanden, sich durch diese äußere Ähnlichkeit mit Zizka Popularität zu erhaschen. Die Tatsache fer­ner, daß -der Regierung ein eigenes ExeTu - tivkomitee, bestehend aus Sirovy, dem «a- kolobmann Bukowsky und dem Prager Ober­bürgermeister Z e n k l vorangestellt wird, beweist, daß die eigentliche Gewalt in den Händen dieses Triumvirates liegt, während die übrigen Zivilmini­ster meist der Beamtenschaft entstammen und nur verwaltungsmäßig untergeordnete Aufgaben zu er­füllen haben.

Die Militärdiktatur, die sich in diesem Triumvirat offenbart, wird schon dadurch augen­fällig, daß der verfassungsmäßige Weg der Vorstel­lung der neuen Regierung im Parlament nicht be­schritten wird, ferner, daß dem scheidenden Mini­sterpräsidenten H o d z a sowie den agrarischen Mi­nistern in den offiziellen Verlautbarungen keine der sonst üblichen Anerkennungen zugedacht wird. Offen­bar soll die Schuld an der Entwicklung vor dem Volke auf die Häupter Hodzas und seiner agrari­schen Parteigenossen abgewälzt werden. Das Aus-

Godesberg, 22. Sept. (DNB.) Mit dem Führer trafen Reichsaußenminister von Rib­bentrop, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichsführer ff Himmler, die Reichsleiter Bormann und B o u h l e r, ff - Gruppenführer Schaub und Staatssekretär Hasike in Godesberg ein. Der Führer wurde auf dem Bahnhof von den Gauleitern Grvh 6 und Terboven, dem Chef des Proto­kolls Gesandten Frhr. von Dörnberg, General- Major Bodenschatz, ff - Obergruppenführer Weitzel und SA. - Obergruppenführer Kn ick - m q n n begrüßt und schritt dann unter den Klängen des Präsentievmarsches die Ehrenkompanie der Reichsluftwaffe und der ff-Leibstandarte Adolf Hit­ler ab. Eine Woge stürmischer Begeisterung gab dem Führer das Geleit durch die Stadt bis zum Rheinhotel Dreefen, wo ihn der Trommelwirbel der Ehrenwache begrüßte.

Der britische Premierminister Neville Cham­berlain ist um 13.53 Uhr zusammen mit Reichs- außemnmister von Ribbentrop im Kraftwagen, von Köln kommend, auf dem Petersberg eingetrof- fen und im Kurhotel abgestiegen, während der Po­ften der ff^StandarteBrandenburg" präsentierte und die Trommelwirbel des Spielmannszuges er­tönten. Die Menschenmenge bereitete Chamberlain vor dem Hotel freundliche Willkommenskundgebun­gen, für die der Premierminister nach allen Seiten hin lächelnd dankte. Er begab sich dann in das Hotel. Chamberlain, der einen außerordentlich frischen Ein­druck machte, erklärte nach seiner Ankunft, daß sein Flug sehr interessant und vom besten Wetter begün­stigt gewesen sei.Sehr beeindruckt", so sagte er bann,hat es mich wieder, wie herzlich die deutsche Bevölkerung mich bewillkommnet hat. Diese Kund­gebung der Bevölkerung haben mich sehr erfreut."

Der Premierminister mit seinen Mitarbeitern (raf bann, geleitet vom Ehef des Protokolls, Gesandten Freiherrn von Dörnberg, um 16 Uhr im Rheinholet Dreeseu in Godes­berg ein. Der Führer empfing seinen britischen Gast am Eingang des Hotels

scheiden der agrarischen Minister bedeutet ferner das Fallenlassen auch der letzten Reserve gegenüber den bolschewistischen Einflüssen. Es ist bekannt, daß die agrarischen Kabinettsmitglieder die einzi­gen waren, die die Bedenken äußerten, den Staat vollends dem bolschewistischen Ein­fluß zu überantworten. Ursprünglich sollte nach den Plänen und den amtlichen Prager Meldungen eine allnationale Regierung mit Einschluß der Slowakischen Volks­pa r t e i gebildet werden. Da die Beiziehung der Slowaken'n i ch t gelungen ist und die Slo­wakische Dolkspartei auf ihrem Beschluß beharrte, eine grundsätzliche Lösung der slowakischen Frage fordern zu müssen, blieb Benesch nichts anderes übrig, als zu einer auf dem Bolschewis­mus gestützten Militärdiktatur zu greifen.

Die erste Handlung des Kabinetts Sirovy erfolgte bereits, als es noch nicht offiziell eingesetzt war, und zwar dadurch, daß man neue Truppen­massen in die s u d e t e n d e u t s ch e n Ge­biete oorschickte, im Rundfunk erklärte, d t e Grenzen verteidigen zu wollen und auf diese Weise kund gab, daß sich Sirovy keines­wegs an die England und Frankreich gemachten Zusagen des Kabinetts Hodza zu halten wünscht. Zahllose Tote und Verwundete kenn­zeichnen den Amtsantritt des sibirischen Räuber­hauptmanns Sirovy. Sein Kabinett steht unter der Devise Gewalt um jeden Preis. Man nannte das Kabinett in Prag bereits offen das Dabanque-Kabinett einer verzweifelten Gruppe von Desperados.

und geleitete ihn in bas im ersten Stock gelegene Konferenzzimmer. Sobann wurden bie genau vor einer Woche auf bem Ober­salzberg begonnenen Besprechungen zwi­schen Aböls Hiller unb bem britischen Premier­minister wieberaufgenommen. Die heu­tigen Besprechungen waren um 19.15 Uhr beenbet. Sie werben am Freitagvormittag fortgesetzt. Der Führer verabschiebete sich in bet Hotelhalle von seinem britischen Gast, wahrend Reichsauhenminister von Ribbentrop ben Pre­mierminister bis an ben mit ben beutschen unb britischen Flaggen geschmückten Kraftwagen be­gleitete.

Chamberlain kehrte wieder auf dem gleichen Wege auf den Petersberg zurück. Auf der Rheinpromenade harrten noch Tausende, die die Rückfahrt des bri­tischen Premierministers mit freundlicher Anteil­nahme begleiteten. Der britische Staatsmann bestieg wieder die Fähre, die ihn über den Rhein brachte, auf dem in der Dunkelheit die grünen und roten Positionslampen vieler Rheinschiffe aufleuchten. Von Ober-Dollendorf aus, auf dem rechten Rhemufer, fuhr Chamberlain im Kraftwagen über die herr­liche Autostraße auf den Petersberg, wo jetzt die vielen Lichter der zahlreichen Häuser in der Dunkel­heit aufleuchteten. Die Zuschauermenge vor dem Hotel hatte geduldig bis zur Rückkehr Chamberlains ausgeharrt und bereitete ihm einen herzlichen Emp­fang. Die Hotelgäste in der Hotelhalle, die Jour­nalisten und die vor wenigen Stunden hier im Hotel getraute Braut, die im Brautschleier und Braut­kranz am Arm ihres Bräutigams von der Hochzeits­

gesellschaft hierhergeeilt war, um Chamberlain zu sehen, das ganze versammelte Hotelpublikum be­reitete dem britischen Gast einen herzlichen Willkom- mengruß. Im angeregten Gespräch mit einem eng­lischen Journalisten schritt Chamberlain, dankend für die Ovationen, geleitet vom Ches des Protokolls, Gesandten Freiherrn von Dörnberg, durch die Halle zum ersten Stock in seine Zimmer.

den Deutschen mit ebenso stürmischen Hochrusen empfangen worden, wie sie Chamberlain in Eng­land zuteil werde.

Im Leitartikel sagt dieTimes", es sei jetzt klar, daß die Besprechungen zumindest einen guten Anfang genommen hätten. Das Blatt betont als­dann mit deutlicher Anspielung auf die Tschechen, daß Ruhe undZurückhaltung arnPlatze eien mehr denn je. Mit seltener Festigkeit wendet ich die sonst in dieser Beziehung sehr zurückhaltende Times" gegen diejenigen, die Chamberlain -kritisie- ren, die ßabour Party, die Liberalen Churchill und Eden. Für jeden Kenner Europas sei es eine alt­bekannte Wahrheit, daß es ohne Revision keinen Frieden geben könne. Seit 1919 hätten alle Liberalen und Labour-Redner in England diese Wahrheit verkündet. In jeder Entschließung der La- ' bour-Party sei sie zum Ausdruck gekommen, sie sei im Friedensprogramm der Liberalen niedergelegt. Diese Binsenwahrheit habe heute erhöhte Geltung. Sie sei jetzt im Falle der Tschecho-Slowakei unter Beweis gestellt worden, denn auf ein wirklich von Natur aus zusammenhängendes Land würde auch nicht der geringste Druck Erfolg gehabt haben.

Gerade diesen Augenblick hätten die Kritikaster Chamberlains gewählt, um den Revisionsprozeß zu verwerfen, indem sie behaupten, es fei falsch, die Nazis durch Zugeständnisse zu ermutigen, die man nicht einmal dem republikanischen Deutsch­land gemacht habe. Die Demokratie wolle also d i e Gewalt der Vernunft vorziehen und so den letzten Versuch ungetan lassen, um die Fehler von 1919 zur Ursache eines Krieges von 1938 wer­den zu lassen. Die Oppositionsführer sollten er­klären, ob und wie ein allgemeiner Krieg die Tsche­cho-Slowakei retten würde. Welche Ziele sie ver­folgten, wenn England, Frankreich und Sowjetruß­land als einedemokratische Front" zusammen­stehen wollten, und warum die Sudetendeutschen in einem demokratischen Kriege gegen Deutschland ein­gesetzt werden sollten. Bisher aber hätten diese Kri­tiker noch kein Wort der Erklärung hierfür ge­geben. Auch Churchill scheine vergessen zu haben, daß er einer der ersten gewesen sei, die durch ihre Vorschlag für all die tragische Verwicklung ver­antwortlich seien. Churchill habe früher einmal geschrieben, daß im Zeitalter des Nationalismus die völkischen oder Sprachgrenzen allein als strategische Grenzen in Frage kämen. Jetzt aber hänge nach Ansicht Churchills, die Demokratie von künst­lichen Grenzen ab.

Deutsche Frontkämpfer­abordnung in England.

London, 22. Sept. (Europapreß.) Auf Ein- ladung der englischen Frontkämpfervereinigung British Legion trafen 800 deutsche Frontkämpfer mit dem DampferMonte Pasquale" auf der Themse ein. Die deutsche Abord­nung steht unter der Führung des Präsidenten der Vereinigung der deutschen Frontkämpferverbände, Herzog von Coburg-Gotha, und des Reichs­kriegsopferführers D b e r Li n b o b e r. Zur Be­grüßung hatten sich der Präsident der British Le­gion, Sir Frederic Maurice, und Major Sir Francis Fetherstone -Godley, sowie der Geschäftsträger der deutschen Botschaft, Dr. K o rd t, und Mitglieder der deutschen Kolonie eingefunden.

In den Begrüßungsreden, die von englischer unb deutscher Seite gehalten wurden, kam immer wieder der gemeinsame Wunsch der Front­kämpfer nach einem wirklichen Frieden zum Ausdruck. Der Herzog von Coburg-Gotha und der Präsident der British Legion wiesen auf die Bedeutung der Zusammenkunft zwischen dem eng­lischen Ministerpräsidenten Chamberlain unb bem Führer hin, bie dazu beitragen möge, nicht nur das Verhältnis zwischen Deutschland und Eng­land enger zu gestalten, sondern auch ein Beitrag zur Aufrechterhaltung des Weltfriedens fein möge. Nach ben Begrüßungsreden waren die erschienenen englischen Frontkämpfer Gäste der deutschen Front­kämpfer bei einem Frühstück an Bord derMonte Pasquale". Bei dieser Gelegenheit wurden Trink- prüche auf ben König von Englanb unb auf den Führer unb Reichskanzler ausgebracht. Im Anschluß an bas Frühstück begaben sich die Frontkämpfer zum Westminster-Pier, worauf in der Westminster Hall ein Empfang der deutschen Frontkämpferabord­nung durch die englische Regierung statt- fanb. Verteidigungsminister Sir Thomas I n s k i p unb Kolonialminister Malcolm Ma cbonald hie­ßen die deutschen Frontkämpfer in London herzlich willkommen. Sir Thomas Jnskip gab der Hoff­nung Ausdruck, daß der F r i e de erhalten blei­ben möge und vor allem die beiden großen Natio­nen Deutschland unb Englanb einander näherkom­men mochten. Ferner ist ein Empfang durch die Deutsche Botschaft vorgesehen. Die Stadt London wirb die deutsche Abordnung offiziell begrüßen. An­schließend folgt eine feierliche Kranzniederlegung am Kenotaph unter Beteiligung einer Ehrenabordnung der British Legion von 800 Mann mit Fahnen, und ein Empfang durch General Sir John H a m i l to n, der kürzlich in Deutschland weilte und auch vom Führer empfangen wurde.

Ungarischer Schritt in Prag.

Budapest, 22. Sept. (DNB.) Das Ungarische Telegramm-Korrespondenz-Büro meldet: Die unga­rische Regierung hat in den jüngsten Wochen, ge­stützt auf alte, bewährte Freundschaft, die Aufmerk­samkeit Italiens, Deutschlands und Po­lens auf die Lage der ungarischen Nationalität in der Tschecho-Slowakei gelenkt und um die diplo­matische Unterstützung der Regierung dieser Länder ersucht für den Fall, daß die tschecho-slowakische Nationalitätenfrage zur Losung gelangt. Gleichzei­tig hat sie bei der Londoner und bei der Pariser Regierung Schritte unternommen, in denen sie betonte, daß sie unbedingt damit rechne, daß zum Nachteil der ungarischen Minderheit in der Tschecho-Slowakei andere Minderheiten eine ein­seitige Begünstigung nicht erhalten werden.

Am Donnerstagfrüh hat der königlich ungarische Gesandte in P r a g die Aufmerksamkeit der tschecha* slowakischen Regierung darauf gelenkt, daß Ungarn bei der völligen Lösung des deutschen Problem^ eine identische Behandlung für die ungarische Nationalität erwarte. Außen­minister K r o f t a nahm bie Note mit bem Bemer­ken entgegen, er werde seine Regierung unverzüg­lich verständigen. Er bemerkte gleichzeitig, die pol­nische Regierung habe Mittwoch abend einen ähnlichen Schritt bei dem Staatssekretär für Auswärtiges in Prag unternommen.

Chamberlains Ankunst in Köln

Unser Bild zeigt Chamberlain und Reichsauhenminister von Ribbentrop auf dem Kölner Flughafen. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Das Echo in London.

Die englische Presse über die herzliche Aufnahme Chamberlains in Godesberg.

London, 23. Sept. (Funkspruch.) Chamber­lains Ankunft unb seine Aufnahme in Godesberg, sowie seine Besprechungen mit dem Führer stehen heute im Vordergrund der Berichterstattung der Londoner Blätter. Alle heben in ihren Sonderbe- richten hervor, mit welcher Herzlichkeit der britische Premierminister nicht nur vom deutschen Volk, son­dern auch insbesondere vom Führer und Reichskanzler begrüßt wurde. So heißt es im

Godesberger Bericht derTimes", der Führer habe seinen Gast in der freundlichsten Weise empfangen. Er habe ihn beim Arm genommen unb habe ihn persönlich in seine Räume geleitet. Im Bericht desDaily Telegraph" heißt es, Hitler habe Chamberlains Hände ergriffen und sie so herz­lich geschüttelt, wie es der Führer nur bei seinen intimsten Freunden zu tun pflege. Selbst Vernon Bartlett, der für bie liberaleNews Chronicle" nach Godesberg gefahren ist, unb ber bestimmt nicht im Rufe eines Deutschenfreundes steht, schildert in an­erkennenden Worten ben Empfang Chamberlains, aber auch bes Führers in Godesberg. Ward Price schreibt in derDaily Mail", Chamberlain sei von

Die Besprechung in Godesberg wird heute sortgesührt.