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Nr. 223 Erstes Blatt

Zreitag, 23. September 1938

188. Jahrgang

Nachdem den ganzen Donnerstag über in

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liches Militär verübt wiederum Gewalttaten. Bevölkerung erwartet dringend in hoher Not Einschreiten des sudetendeutschen Freikorps.

waltung und der ehemalige Gesandte Hugo r e s k a als Minister (Prop^gandaminisier)."

Asch, 23. Sept. (DRB.) Aus Friedland wird ge­meldet, daß im Laufe des Donnerstag nachmittag das Militär bedeutend verstärkt wurde. Aus'dem gesamten Erzgebirge wird gemeldet, daß man dort erneut Verteidigungslinien einrichtet. Es wurde eine ganze Reihe von neuen Straßensperren errichtet. Dauernd rücken neue tschechische Truppen an. Aus Kellen­berg oberhalb veutersreuth rückt tschechisches Mili­tär vor und hat bereits die ganze Grenze wieder beseht, auch gegen Schönbach. Sämt-

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Minister. Weiter gehören der neuen Regierung der Sektionsches Dr. Joseph Kallus als Finanz­minister, Sektionschef Engelbert Schubert als Mi­nister für Schulwesen und Volkskultur, der erste Präsident des Obersten Gerichtes Dr. Wladimir Fajnor als Justizminister, Sektionschef Dr. Ja­na c e k als Minister für Industrie, handel und Ge­werbe, Sektionschef Dr. Heinrich K a m e n i ck y als Eisenbahnminister, Divisionsgeneral Franz Rosal als Minister für öffentliche Arbeiten, Sektionschef Ingenieur Dr. Reich als Landwirtschaftsminisier, Sektionschef Dr. Fritz h o r a k als Minister für so­ziale Fürsorge, Prof, der Medizin Dr. Stanislav M e n t l als Minister für öffentliches Gesundheits­wesen und Körpererziehung, Sektionschef Dr. Du­tt o v s k y als Minister für Post und Telegraphie, Sektionschef Dr. Joseph Frier als Minister für Unifizierung der Gesetze und Organisierung der Ver-

Männer der 8O5-Staatsverteidigungswache, die aus in aller Eile zusammengewürfelten und unifor­mierten Elementen, meistens Roter Wehr, be­stehen, eröffneten daraufhin das Feuer gegen die Sudetendeutschen, von denen mehrere unter den Kugeln zusammsnbrachen. Bei Groß­schönau, wo ebenfalls Staatsverteidigungswache überraschend einbrach, um für die Vorgänge des Tages Rache zu nehmen, und am Zollhaus Grottau kam es ebenfalls zu blutigen Gefech­ten, die nachts noch andauern. Auch in Warnsdorf kam es zu schweren Kämpfen. Die Textilfabrik von Plauert, in der sich die Rote Wehr verschanzt hatte, wurde nach heftigen Kämpfen von den Sudetendeutschen eingenommen. Die Kommunisten schossen den reichsdeutschen Inhaber der Fabrik nieder und verletzten ihn schwer, ebenso den Werkmeister. Der übrige bolschewistische Mob wurde von den Sudetendeutschen festgenommen und ins Rathaus gebracht. Das Warnsdorfer Sanitäts­auto wurde derart unter Feuer genommen, daß die Sanitäter auf dem Bauch kriechend sich zu den Schwerverwundeten begeben mußten. Am Zollamtoon Großschönau kam es ebenfalls zu einem Feuergeiecht, wobei ein tschechi­scher Zollbeamter und ein Warnsdorfer Jungturner getötet wurden. Die Fernsprechverbindung zwischen Reichenberg und Warnsdorf ist unterbrochen.

agenlur hervor, daß Demonstrationen und Kund­gebungen unter Leitung der kommuni- stischen Partei stattfinden. An einer bolsche­wistischen Versammlung, unter Vorsitz Gott­walds, hätten nicht nur Vertreter tschechischer bürgerlicher und Linksparteien, sondern auch der General st abschef und der neue Minister­präsident Sirovy teilgenommen. Sirovy habe erklärt, daß die M ö g l i ch k e i t. e i n e s Krieges in den nächsten Tagen trotz aller gefallenen Ent­scheidungen nicht ausgeschlossen fei. Der Einfluß der Kommunisten habe sich auch bei der Wiederaufnahme der Arbeit in Prag gezeigt. Bis 14 Uhr hätte der gesamte Geschäftsver­kehr und jede Arbeit geruht, da die Massen auf die Straßen gegangen waren. Erst als Gottwald zu dieser Stunde erklärte, daß der Geschäftsgang nicht g e stö r t werden dürfe, waren

die Demonstranten wieder zur Arbeit rückgekehrt.

Neue Sowjetbombei- auf tschechischen Flugplätzen.

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Das Sudetenland erneut unter schwerstem tschechischem Terror.

Im ganzen Grenzgebiet tschechische Truppen mit Tanks und Panzerwagen im Vormarsch. In zahlreichen Orten haben blutige Straßenkämpfe bereits viele Todesopfer unter der fudetendeutschen Bevölkerung gefordert.

Oer Kabinettswechsel in Prag

Verbrämte Militärdiktatur des Bolschewismus.

Panzerwagen fuhren dann feuernd weiter nach Warnsdorf hin. Sudetendeutsche Ordner ver­suchten, durch wagen eine Straßensperre zu errichten und ihren Vormarsch zu verhindern. Sie erwiderten das Feuer. Es kam zu einem heftigen. Gefecht, bei dem es auf beiden Seiten mehrere Tote und Verletzte gab. Die Panzerwagen wendeten dann und fuhren zu­nächst in Richtung Mittelgrund, wo in­zwischen Lastkraftwagen mit Militär eingetrof­fen waren. Am Friedhof von Riedergrund ge­rieten Sudetendeutsche in einen hinter­halt. Die Ordner ergriffen die Flucht, muhten aber mehrere Kameraden in dem rasenden Feuer zurücklassen. Durch das Vorgehen des Militärs und der Polizei entwickelten sich auch bei Groß-Schönau, in der Rähe von Schluckenau, ferner bei Kreibih und Zeidler, an der Straße von Rumburg nach Rixdorf, blutige Gefechte.

Bei Zeidler versuchte das Militär, die Straßenbrücke zu sprengen. Es^. geriet dabei in einen Streit mit Ortseinwohnern, die die

Sprengung zu hindern versuchten, weil ihre Häuser ihre Familien gefährdet worden wären. Die

Moskau befiehlt die direkte Aktion.

Neuer Kominternchef in Prag. - Zur Sowjetrepublik reif. - Terror soll die Revolution auslösen.

V e r l i n, 23. Sept. (DRV.) DerZeitungsdienst Graf Reischach" meldet:

Rach zuverlässigen Informationen aus Prag hat die Kominternleitung seit zwei Tagen ihre Taktik vollkommen revidiert und sich auf die neu­geschaffene Lage um gestellt. Die Prager Sow- jelgesandtschaft hat Anweisung erhalten, an die Kominternfunktionäre folgende Befehle avs- zugeben: Der V o l k s f r o n t g e d a n k e ist grund­sätzlich und vollkommen fallen gelassen, weil dieser Gedanke in der Tschecho-Slowakei versagt hat und angesichts der neuen Lage wirkungslos ge­worden ist. An seine Stelle wird die T a k t i k d e r unmittelbaren Aktion gesetzt. Die Tschecho- Slowakei, so heißt es in den Weisungen weiter, sei längst reif, ein reiner Sowjetstaat zu werden. Durch terroristische Einzelak- t i o n e n , Sprengungen, Bombenanschläge usw., die an allen Stellen der Tschechei Einzelrevo­lutionen auslösen mühten, sei der Endsieg ein­zuleiten. Vor allem dürfe an den neuen Gren­zen und Bedrohungspunkten Deutsch­lands nie Ruhe entstehen. Es müsse der Be­weis geliefert werden, dah die neue Grenze die kriegerischste Europas sei. .

Zum Ehef des neuen Kominterplanes in der Tschecho-Slowakei ist der Moskauer Komintern- funklionär Bolton) ernannt worden, der am Mittwoch in einem Sonderflugzeua von Mos­kau nach Prag geflogen ist. Wie aus einer weiteren Meldung aus Prag hervorgeht, empfing Staatspräsident Dr. V e n e f ch gestern den berüch­tigten Kommunistenhäuptling Clemens G o t t - wald. Der Moskauer Sender verbreitet Rachrichten aus Prag, ans denen deutlich heroor- geht welcher Werl den Versicherungen beizumessen ist daß in der Tschecho-Slowakei angeblichRuhe und Ordnung" herrsche, Danach hebt die Sowjet-

Oie Kalle.

Zu den Vorgängen des Donnerstag und der Nacht zum Freitag schreibt der Deutsche Dienst:

Millionen von Deutschen im Sudetenlande hatten am Donnerstagmorgen das beglückende und be­freiende Gefühl, nun von der schweren Spannung der letzten Tage erlöst und endlich von der 20jähri- gen tschechischen Knechtschaft befreit zu sein. Als am Donnerstagoormittag in fast allen Grenzbezirken tschechische Polizei, die Grenz- und Zollwachen die Zollgebäude räumten, und mit ihren Familien , und Teilen des Mobiliars in das Landesinnere ab­fuhren, als weiter auch in den ganzen Grenzorten und sogar in den Städten weiter im Lande die tschechischen Beamten ihren Dienst einstell- t e n, die Behörden schlossen und sich mit ihren Fa­milien und ihrem Besitz in das Landesinnere er­gossen, als sogar Gendarmerie und Polizei den Dienst beendeten und kampflos an die sudeten­deutschen Ordner übergaben, da hatte das Sudetenland mit Recht das Gefühl, daß die tschechischen Behörden nach dem Beschluß der Pra­ger Regierung zurückgezogen und bis zur Durchführung der Abmachungen über das endgültige Schicksal des Sudetenlandes, diesen endlich die er­wünschte Selb st Verwaltung zuteil werden würde.

Am Donnerstagmittag herrschte der Eindruck vor, daß ein breiter Grenzstreifen von Schlesien bis Bayern von den Tschechen aufgegeben worden sei. Man bemerkte fast nirgends mehr Soldaten, kaum noch Polizei, Finanzwachen oder Gendar­merie. Singend und mit Fahnen zogen zahlreiche Flüchtlinge aus den unmittelbar an der Grenze liegenden Orten mit Frau und Kindern in die be­freite Heimat, in ihre Häuser und Höfe, um e n d - l i ch wieder daheim sein zu können und ihrer Arbeit nachgehen zu können. Im Ueberschwang ihrer Gefühle beflaggten sie festlich die Städte, be­kränzten die Häuser, spannten Girlanden über die Straßen. Keinem der zurückgebliebenen tschechischen Beamten geschah ein Leid, obwohl, viele die Be­völkerung in den Jahren vorher und insbesondere in den letzten Monaten gepeinigt und gequält hat­ten. Das deutsche Volk im Sudetenland war im Gefühl des Bewußtseins einer neu errungenen Frei­heit großmütig und schenkte seinen Peinigern und Bedrückern Freiheit und Leben. Ohne Widerstand legten sie ihre Waffen ab, zogen sich in ihre Häuser und Kasernen zurück oder verließen mit ihren Fa­milien ihre Dienstorte, um in ihre tschechische Hei­mat zurückzufahren.

Als die Mittagsstunde des Donnerstags vorbei war, herrschte im ganzen Sudetenland Ordnung und Friede. Ueberall hatten die Sudetendeutschen, Tur­ner und Ordner, den Polizeidienst und den Schutz der Ortschaften übernommen. Niemand kam in die­sen Stunden des Glücks und der Freude auf den Gedanken, daß die Zurückziehung der tschechischen Polizei und der Behörden eine § alte sein könne, eine ganz hinterlistige und niederträchtige Falle, um das deutsche Volk im Sudetenland sicher zu machen, zur Bekundung seiner Gefühle zu veranlassen und dann ihm in der Stunde des Niederganges des tschecho-flowakischen Staates noch einmal mit aller Brutalität die sogenannte Staatsautorität zu fühlen zu geben. Man stieß in Asch und Eger, in Falkenau und Grasnitz, in Weitau und Schodow, Teplitz und Tetschen, in Warnsdorf und Rumburg nur auf un­gläubige Gesichter, als die Nachricht einging, d i e Tschechen wären auf Befehl der Prager Armeeführer mit großen verstärkten und mo­torisierten Kolonnen wieder im Anmarsch im sudetendeutschen Gebiet. Man wollte es in der Stunde des Glücks nicht glauben. Man wies diesen Gedanken als lachhaft von sich.

So kam die dritte Nachmittagsstunde. Heller Sonnenschein lag über den sudetendeutschen Städ­ten. Plötzlich ertönten schwere Detonationen, bellten Maschinengewehre, dann rasselten Panzerwagen durch die engen Straßen, die von frohen Menschen dicht gefüllt waren. Ihre Maschinengewehre hielten blutige Ernte. Mit einem Schlage war das Bild wie verwandelt. Schreiend und angsterfüllt stürzten die waffenlosen Menschen in ihre Häuser. Die Fensterläden rasselten herunter, Türen wurden in aller Hast verbarrikadiert, schnell wurden die Fahnen eingezogen, denn jedes beflaggte Haus bildete das besondere Ziel der Maschinenqewehr- schützen. Draußen auf den Straßen stöhnten die Verletzten, lagen die Toten in ihrem Blute. Nie­mand wagte sich hinaus, ihnen zu helfen. Denn im­mer noch krachten die Schüsse gegen Mauern und Straßenpflaster. Eine halbe Stunde, eine Stunde dauerte der grausige ©pul Dann ging die Fahrt der Panzerwagen weiter, der Grenze ent­gegen. Mutige Männer fanden sich, die hier und da behelfsmäßige Straßensperren anlegten, um die rasende Vernichtungsfahrt aufzuhalten. Nicht we­nige von ihnen bezahlten diesen Mut mit ihrem Blute.

Und als die Nacht herankam, da lagen schon mehr als 30 Sudetendeutsche tot auf ihrer Heimaterde, stöhnten unzählige Verwundete in Krankenhäusern, Wohnungsn und Verstecken vor Schmerzen, flammten die Giebel von Dörfern auf und beleuchteten ein Bild des Grauens und derÄernichtung. Ahnungslos dasmajfea*

Irautenau, 22. Sept. (DRV.) Auf dem Flug­platz in Pardubitz trafen am Donnerstag 21 sowjetrussische zweimotorige Ein­decker ein. Es handelt sich um S ch n e l l b o m - 6 er. Sie haben gelben Anstrich. Die Abzeichen sind unkenntlich gemacht, doch sind sie durch die gelbe Farbe noch zu erkennen. Aus dem hilssslugplah V o h d a n e h sind 18 s o w j e t r u s s i s ch e zwei- motorigeEindecker eingelroffen. In T s ch a s- l a u sind in der Kaserne und im Hotel 2 0 sow­jetrussische Fliegerosfiziere unterge- b rächt.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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fudetendeutschen Gebieten, wo der Ordnungs­und Sicherheitsdienst in den Händen der Sudetendeutschen, zum Teil gemeinsam mit den Organen des tschecho-flowakischen Staates lag, mustergültige Ordnung und Ruhe geherrscht hat, kommen in den Abendstunden über­aus beunruhigende Nachrichten aus den Grenzgebieten des Egerlandes. Danach soll die der­zeitige Prager Regierung Befehlzummilitä- rischen Entsatz der im Einvernehmen mit den Organen des Staates von den Sudetettdeutschen übernommenen Exekutive gegeben und daoei ange­droht haben, daß sie vornehmlich an der rein deutschen Stadt Asch Vergeltung üben wolle.

Bereits in den Nachmittagsstunden liefen Mel­dungen ein, daß an der Strecke EgerMarienbad bei Kanitz die Eisenbahnbrückezur Spren­gung vorbereitet sei und daß an der gleichen Stelle bei Lindau bereits größere Sprengungen vorgenommen werden. Zugleich liefen allerdings zunächst noch unbestätigte Gerüchte um, daß die Prager Regierung über das Egerland den Kriegszustand verhängt habe. In Oberlohma vor Franzensbad wurden am Ortseingang 100 Mann tschechisches Militär in voller Ausrüstung mit Hunden und zwei Lastwagen, auf dem Friedhof Oberlohma 50 Soldaten festgestellt. In späterer Stunde hieß es, daß sich diese Soldaten in Richtung auf die tschechische Verteidigungslinie zurückzogen.

Gegen 17.30 llhr wurde an den Ordnungs- und Sicherheitsdienst in Eger von tschechischer Seite das Ersuchen gestellt, die Exekutive allein wie­der den Tschechen zu Übergeber und die Hakenkreuzfahnen Wieder einzu- ziehen. In der Rähe des Egerer Flugplatzes sollen zwei sudetendeutsche Aerzte von Militär er­schossen worden fein. Falkenau gleicht in den Abendstunden bereits einer F e st u n g. Große Truppenverbände, hauptsächlich Panzerwagen und motorisierte MG. - Abteilungen seien in Richtung auf die deutscheGrenze i m A n m a r f ch. Hebet bet Stadt Eger wurde in den späten Rachmittagsstunden ein tschechisches Militärflugzeug gesichtet, das ganz niedrig über Eger hinwegflog, panzerwagenkolonnen dran­gen in die fudetendeutfche Orte Königsberg, Fal­kenau, Graslih, Reudek, St. Joachimsthal, Weipert und andere ein. Aus den Panzerautos wurde ohne jede Warnung und Vorankündigung fofort hef­tiges Maschinengewehrfeuer eröffnet, durch das zahlreiche Straßenpaffanten getroffen wurden. So wurden in herzogen- reuth zwei Personen, sudetendeutsche Ordner, im Ortseingang von Königsberg zwei Männer und eine Frau, auf der Straße von Falkenau nach Zwodau vier sudetendeutsche Ordner, in Graslih drei sudetendeutsche Ordner, in Weipert ein sude- tendeutscher Musiker e r s ch o f s e n. Bei Oberlohma wurden zwei sudetendeutsche Ordner und eine Frau durch Schüsse aus Panzerwagen ermordet. Das sind 16 Blutopfer in drei Stunden nur allein im Bezirk des Egerlandes.

Donnerstag früh waren im gesamten Nurnbu^er und Warnsdorfer Gebiet, nachdem die tschechischen Behörden die Arbeit eingestellt und teilweise in Richtung Böhmisch-Leipa abgezogen waren, von der Bevölkerung Hakenkreuzfahnen gehißt und die S t r a ß en fe st lich geschmückt wor­den, Gegen 17 Uhr wurde bekannt, daß auf der Straße von Böhmisch-Leipa her Militär in Lastkraftwagen und mit Panzerwa­gen gegen Warnsdorf und Rumburg im An­marsch sei. Die Bevölkerung befürchtete einen v schweren Racheakt und brachte sich zum Teil in eiliger Flucht auf reichsdeutsches G e - bist in Sicherheit.

Roch während man dabei war, die Fahnen einzuziehen und den häuserschmuck in aller Eile zu entfernen, erschienen plötzlich in den Orten Mittelgrund und Riedergrund Panzer­wagen, die, aus Maschinengewehren feuernd, die Straßen entlang fuhren. Die entsetzte Bevölkerung versuchte sofort, sich in den Häusern in Sicherheit zu bringen. Trotzdem wurden in Riedergrund mehrere Personen ge­troffen und brachen blutend zusammen. Die

Die Mmsterliste.

Prag, 23. Sept. (DRB.) Das Kabinett h o d z a ist Donnerstag mittag zurückgetreten und durch eine Regierung Sirovy erseht worden.

Die amtliche Mitteilung des tschecho-flowakischen Pressebüros zur Kabinettsbildung lautet:

Der Präsident der Republik hat durch Hand­schreiben General Sirovy zum Vorsitzenden ber Regierung ernannt und gleichzeitig mit der Leitung des Ministeriums für nationale Verteidigung betraut. Gleichzeitig wurden der Vorsitzende des Wehrausschusses der Organisation für Körpererziehung Dr. med. Stanislav B u - kovs ky und der Primator der Hauptstadt Prag Dr. Peter Zenkl zu Ministern ernannt. Der außer­ordentliche Gesandte und Bevollmächtigte Minister Dr. K r o f t a wurde wieder zum Minister der Auswärtigen Angelegenheiten ernännt, und der Landespräsident E z e r n y zum Innen-

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