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Steinhäger

Don Dr. Paul Rohrbach

°^Hter war es für mich, daß [ie mich nicht mit" des Lebens,

U. Südwest im Wandel.

Grootfontein, Ende Ium 1938.

Breslau 1938.

Das Fest der deutschen Leibeserziehung.

Sestern sind wir die ganze Strecke in elf Stun- den gefahren und haben dazwilchen noch -IN« lang« Mittaaspauke gemacht. Ein Formgetnet schließt sich an das andere, alle Farmen sind mit Draht ein«, zäunt, damit das Vieh nicht über die Grenze läufst und wer keine Farmer-Gastfreundschaft in Anspruch nehmen Mächte, kann feine Mahlzeit und f-m Nacht, lager landauf, landab in einem Hotel haben (fast alle Hotels in Südwest sind deutsch).

Wir besuchten kürzlich einige Farmen in der Windhuker Gegend, um nach dem Stand von Ninder- und Karakulzucht zu sehen, und ich mutzte beinahe lachen, als ich in einem neu erbauten Farmhaus Teppiche sah und em poliertes mit Silber und Kristall hinter spiegelnden Glas­scheiben. Natürlich, die K a r a k u l s hatten es gebracht. Wie weit liegt die Zeit, wo der Fanner sich selbst die Lehmziegel formte und an der Luft trocknen ließ, mit denen er sein bescheidenes Haus baute! Wieviel Sorge machte es manchem, ob er das Geld für Fenster- und Türrvhmen und für eine Deckenverschalung unter dem Wellblechdach zu« fammenbefommen würde. In der Wand steckten em paar Pflöcke, und daran hingen nebeneinander Das Gewehr, der Schambock (Peitsche aus dickem Wild­leder) und ein paar Koppies (Emaille-Becher) zum

wieder hierher! .

Und sogleich flog er die Treppe hinunter in den Garten, und es war auch schon finstere Nacht.

Hungrig und nun auch sehr müde, schlief der Jäger die Nacht im Wald, und sah im Morgen« scheine wieder das herrliche Schloß und auch das Portal weit offen. Er stand noch eine Minute dann stieg er die Treppe empor, suchte und faiw im Innern die letzte Treppe nach oben, Zauderte noch vor der Tür mit der rätselhaften JnschrM und trat in die Kammer ein.

Siehe, die Schläferin auf dem Ruhebette schlug chre Augen auf, blickte schlaftrunken zu ihm hm, und ihre noch von Träumen verwirrten und dunk­len Augen sammelten sich an seiner Erscheinung mit einem sehr holden Erstaunen, das zu einem Lächeln von banger und doch auch wieder m?r» trauender Lieblichkeit wurde. Allein, indem sie sich nun aufrichtete, blieb ihr Blick mit Erschrecken an etwas haften, das über dem Jäger war; und im Augenblick fühlte er sich auch wieder von dem Eisen- arme umschlungen, und die Stimme von Erz er­dröhnte:

Was habe ich gestern gesagt?

Der Jäger versetzte: Du sprachest: Ich sage vir nur drei Worte: Kehre niemals wieder hierher.

Also, brüllte das Erz, hast du kein Gehör?

Das beste, versetzt der Jäger, denn wenn. ou nur drei Worte gejagt hast, o Unsicht­barer, soll ich da vier Worte hören?

Da flammte mit tiefem Erzklang das Awmer in Golde auf. Aus der alles verzehrenden Flamme trat ein schöner und sanfter Greis hervor, der das Mädchen an seiner Hand hielt und zu dem Jager ^Nimrn sie denn hin, meine Tochter. Sie war von mir nur verzaubert für den, der den Zauber niaj . fürchtete.

qeht ein Luftpostbrief nur 6 bis 7 Tage, und die Kaufleute sagen halb im Scherz halb "N Ernst, es gäbe überhaupt fein ruhiges Geschäft meyr im| merfort seiPostschluß" und Frage und Antwort jagten sich direkt unangenehm. m e ,

Wie mit den Nachrichten, so mit dem Verkehr. Ich habe noch die Zeit miterlebt, wo man m Sud­west geruhsam mit dem Ochsenwagen treckte, und die Stationen und die Farmen so weit ausein­ander Lagen, daß man dazwischen ein paarmal un­ter fkeiem Himmel schlafen mußte. Es war schon unter dem Dornbusch in der Steppe/mit dem Sattel als Kopfkissen, zu liegen und die Sterne über sich zu haben. Wenn hpr Tag graute, hörte ich meinen Bambulen Pensmann, einen sehr brauchbaren Hot- tentotten, die Kaffeebohnen im Kochgeschirr-Deckel mit dem Gewehrkolben zerstampfen, und wenn die Kaffeemahlzeitklar" war, so wurde angeschlrrt und gesattelt und überlegt, bis zu welcher Wasserstelle die Ochsen es schaffen würden. Aber nicht die paar Eisenbahnlinien, die Südwest inzwischen be­kommen hat, haben das Bild von Grund auf ver­ändert, sondern das Auto ist es. Dazu kommen natürlich die viel dichter gewordene Besiedelung und die Verbesserung der Wege. Eine alte Ochsenwagen- Pad folgte einfach der Richtung des geringsten Ge­ländewiderstandes. Don Wegebesserung war kaum die Rede. Von Windhuk nach Grootfontein treckte man mit den nötigen Ruhetagen über zwei Wochen.

gewiß". .

Das liegt nun ein Menschenalter zurück, und wenn uns damals jemand gesagt hätte, in dreißig Jahren werde man in Grootfontein behaglich beim Bier oder Kaffee sitzen und Worte aus der Heimat so deutlich vernehmen, als stände der Sprecher im Zimmer, so hätten mir wohl alle gelacht.

Für den Deutschen im Auslande ist der Rund­funk ein Santo zur Heimat, das man sich kaum noch fortdenken kann, eben weil er das unmittelbare Miterleben ermöglicht. In alten Zeiten wehte nur alle drei Wochen auf dem Wind­huker Postamt die kleine rote Flagge, die anzeiate: Dampferpost aus Deutschland ist da! Die Zei- tungen, die ankamen, wurden immer mit dem Ge­fühl gelesen: Wer weiß, wie das alles inzwischen geworden ist! Jeder Briefwechsel nahm fast zwei Monate in Anspruch. Schon die Flugpost hat darin Wandel gebracht. Von Berlin nach Windhuk

gehörte mit unwiderstehliche! hender Schnelle treppab und dun Räumen, durch das Portal au| schleppte, wo dann eine Stimme Ohr dröhnte:

Ich sage dir nur drei Wprte! Kehre niemals

der Inhalt das Wesentliche wäre. Schein ohne wirk­liches Sein! Wer will von einem Staat mehr an Kraft erroartert als feine Bürger an Kraft besitzen. Es war das Verdienst des Vaters der Deutschen Turnkunst, in einer Zeit unklarer staatlicher Auf­fassungen die Bedeutung der körperlichen Tüchtig­keit ernannt zu haben. Die praktische Verwirk­lichung, die Ludwig Jahn diesem Gedanken gab führte zu einer auch heute vielleicht noch nicht in ihrem Ausmaß vollkommen gewürdigten wahrhaft umwälzenden Entwicklung". Fünf Jahre spater, 1938 in Breslau, ist diese Entwicklung zwar noch nicht abgeschlossen, aber sie wird ihren er en glan­zenden Höhepunkt, die Derwirttichung dessen brrn- gen, woran Geschlechter um Geschlechter seit den Zeiten Jahns und Friesens, Gneisenaus und

Celia ... Selja ...

Ich denke auch an meine kleine Cousine Selja, an sie, mit der ich Hand in Hand an jenem Strande ging, der jetzt so fern ist, sie, die als Kind starb, deren Tod ich aber eigentlich nie fassen konnte. Es war eher, als hätte sie sich versteckt. Niemals konnte ich mich ganz von der Erwartung, frei machen, daß sie eines schonen Tages hinter einem Stein, hinter einem Mast auftauchen, um eine Haus­ecke getrippelt kommen würde. Wie ich ihr so oft im Traum begegnet war.

Endlich ist sie aufgetaucht, nur zu alt zu jung zu dumm zu klug... Uno mich hat sie vergessen! Ihr Blick Ift so fern, als hätte sie ihn im Himmel, selbst wenn sie einen direkt an sieht. Wie ein Schlafwandler bewegt sie sich ohne eine Ahnuna von Furcht auf den gefährlichen Wegen 'bes Levens.

Celia.

Don Gunnar Gunnarffon.

Celia nannte Jon na sie, eigentlich aber hieß sie Cäcilie Birgitte Terese. Ihre Seele war so rem wie ihre drei heiligen Namen zusammen. Sie war achtzehn Jahre alt und Jonnas Schwester.

Ich sah sie im Isländischen Verein, wo sie Mit Jonna und mehreren andern an einem Tisch saß. Wenn sie nicht tanzte. Sie kam fast nicht zum Sitzen. Auch ich fand Platz an diesem Tisch. Uno saß nun ba und entfaltete alle erdenklichen Erfin­dungsgaben, um unbemerkt Celias leeren Stuhl behüten zu können.

Jedesmal, wenn jemand sie zum Tanz holte, hatte ich das Gefühl, daß sie mir genommen würde. Und doch war es herrlich, ihren sicheren Gang, die ranke Haltung ihres Köpfchens auf dem hochgewachsenen Körper zu sehen. Etwas von einem Tier im Walde lag über ihr. Etwas Unbeflecktes. Um ihren großen ungeküßten Kindermund lag ein junges, aufbrechen- toes Lächeln, auch wenn sie schwieg, abwesend war. Aus ihren dunkeln, fast schwarzen Augen strahlte in unauslöschlichem Glanz chre Mädchenseele. Selbst wenn sie in leichten Träumen, in flüchtigen Ge­danken dahin glitt, leuchtete das Lächeln unverändert und ihr Blick auch.Celia!" rief Jonna, und Celia kam wieder zu sich, ihr Lächeln löste sich aus feiner Hülle, sie stand auf, entschwebte im Arm irgend­eines, so schlank in ihrer Jugend fülle.

war, schien es ihm zuletzt mehr eine Lockung zu jein als eine Warnung, und er klinkte behutsam die Tür auf. * ... x

Da war nur ein leerer Raum mit schrmmerno goldenen Wänden. Nur ihm gerade gegenüber be« fand sich das Gemälde eines schlafenden Mädchens in Lebensgröße, das auf einem Ruhebett in einet schönen Landschaft von Wiesen und Wäldern lag. Diese Schläferin war aber jo schon, daß ihm bet Atem still stand und er sich nicht bewegte, wie lange wußte er nicht bis ein eiserner Arm ihn von hinten umfaßte und ihn ohne bah er zu erkennen vermochte, zu was für einem Wesen et gehörte mit unwiderstehlicher Kraft und rei­bender Schnelle treppab und durch eine Flucht von Räumen, durch das Portal auf die Zreitreope schleppte, wo dann eine Stimme von Erz in sein

Fessel schließt.

Ceiia wurde an diesem Abend auf mich aufmerk­sam, whe ich auf sie wenn auch auf andere Weise. Sie glaubte, ich wäre ein alter Mann. Gebeugt war ich auch, rundrückig vom Schleppen meiner vielen gebrochenen und schwankenden Hoff­nungen auf meinem kraftlosen Körper. Grau und abgenagt war mein Gesicht. Das unaufhörlich wach­sende Haar fiel mir in einer Woge über den Nacken. Alt war ich sicherlich. Wie hätte Celia meine Jugend sehen können!

Mit meinen Cousinen stimmte etwas nicht. Helga ging immer wieder hochmütig an mir vorbei, sandte mir merkwürdige Blicke. Sicher fanden die Cou- finen, daß ich sie vernachlässigte, was ich ja auch tat. Ich konnte keine Rücksicht daraus nehmen, ich hatte genug damit zu tun, .auf Celias Stuhl zu

Tanzen!"

Sie sollten nicht tanzen... ,

Warum denn nicht? Finden Sie, daß ich so schlecht tanze?"

Im Gegenteil..." , ., .,.

Wie wollen Sie dann erklären, daß ich nicht tanzen soll?" ,

Sie sollten nicht mit jedem beliebigen tanzen...

Dieses unser Gespräch wurde unvermittelt dadurch unterbrochen, daß ein junger Mann sich Celia zum Tanz holte. Mehr sprachen wir nicht miteinander.

Als Jonna und Celia aufbrachen, hielt meine Verliebtheit mich ab, sie zu begleiten. Verliebtheit treibt einen öfter, das Gegenteil von dem zu tun, wozu man Lust hat, als umgekehrt.

Mit brennendem Herzen sank ich erschöpft auf einen Stuhl am Tisch meiner Cousinen.

Du siehst so müde aus", sagt Gudrun.Du hast doch gar nicht getanzt."

Nun, sind wir jetzt gut genug!" flüsterte Helga mir spitz ins Ohr.

Ich gehe jetzt nach Hause! sage ich.

Welch ein Unsinn", ruft Helga und will mich zurückhalten:Bleib jetzt sitzen! Wir haben dich ja den ganzen Abend nicht gesehen."

Ich bin müde", entschuldige ich mich und will

Es liegt ein Schimmer von Rot, ein Perlmutter­glanz über ihrem hellen Ballkleid, das so schon die pingen Formen ganz bis zum Halse umschließt. An mattes Perlmutter erinnert auch ihr zartes Gesicht unter dem sehr dunklen Haar. Wenn sie sich wirklich einmal setzt, läßt sie ihren leichten Fuß wippen, der sich so schön an die feingeformte

gehen.

Cäcilie", flüstere ich in die Abendluft hinaus, als ich durch die gefrorenen, nebligen Straßen heim­gehe: So hieß auch meine Mutter... Sesfelja ...

Aka.Vor einem weißen Haupt neige bas Deine!", diese Lebensregel haben schon die Alten gelehrt; denn zu allen Zeiten galt das weiße Haar als Zeichen des ehrwürdigen Greises. Wie es aber dazu kommt, daß das Blondhaar der Nordeiwopaer oder die glänzend schwarzen Strähnen der Si3ma= ner mit vorrückendem Alter allmählich vonSilber- jähen" durchzogen und schließlich schlohweiß werden, das Ist ein Vorgang, den die Wissenschaft bisher noch nicht zu erklären wußte. Noch rätselhafter wurde das Problem dadurch, daß die Menschen durchaus nicht zu gleicher Zeit anfangen, graue unö weiße Haare zu bekommen, ja daß die Verfärbung der Haare zweifellos nicht vom Altern allein be­wirkt werden kann: Sehr oft lieft man, daß ein großer Schreck, daß Stunden der Angst ober des Entsetzens die Haare eines Menschenüber Nacht ergrauen liehen. Auch Krankheiten lassen das Haar weiß werden; so kennen die Forscher Falle, in denen bei Kranken mitSäuferwahnsinn blondes Haar wirklich innerhalb einer Nacht die Farbe ver-

Das Haar muß Farbe bekennen.

Wie wird man über Nacht grau? - Lustbiä-chen geben den Silberglan,.

Don Dr. R Aloys.

Immer wieder murmele ich zwei Verse eines alten Liebesgedichtes, das mir auf sie geschrieben zu sein scheint: , , . ....

Ihr Herz ift gut, und es wohnt so schon in der jungen Brust!

Traurig war das Zimmer, in das ich heimkam. Traurig und Öde die ganze Weir ohne Celia. Wie lange war es her, daß ich sie zuerst gesehen hatte? Vier Stunden, vielleicht fünf... Ein Schrecken packte mich bei dem Gedanken, daß ich mein Leben bis ans Ende hätte gehen können, ohne sie je zu treffen. So zufällig ist das Leben, so unvernünftig das Dasein! Und konnte ich wissen, ob ich sie wiedertreffen würde? Das erste Mal war vielleicht das letzte. Welche Möglichkeiten hatte ich, sie zu suchen? Keine!... Kann nicht leicht ein halbes Jahr vergehen, ja, ein ganzes. Jahr auf Jahr!... Vielleicht treffe ich sie das nächste Mal als ver­heiratete Frau oder oeriobt... Oder doch jedenfalls nicht als Celia...

Wahrend es mit dem Richtstrahler nach Afrika- immer weiter aus dem Lautsprecher tönte, dachte ich an die Zeit von vierunddreißig Jahren, als ich während des Hereroaufstandes in eben diesem Grootfontein Kriegsfreiwilliger unter Dolk- mann war und wir zwei Monate ohne Nachricht von der Außenwelt dasaßen. Damals war in Südwest das einzige Mittel, sich über große Entfernungen hin zu verständigen, der Helio- g r a p h der Blickspiegel, mit dem von einer Bergkuppe zur andern Morsezeichen gegeben wur­den. Eine Telegraphenleitung bestand nur zwischen Swakopmund und Windhuk. Grootfontein war einige hundert Kilometer vom nächsten besetzten Signalberg entfernt und konnte Nachrichten weder geben, noch empfangen. Meine Frau bekam damals, nach Ausbruch des Aufstandes, auf ihre telegra- phische Anfrage nach meinem Ergehen vom Gouver­nement die wenig ttostliche Antwort nach Deutsch­land gekabelt:Aufenthalt unbekannt, Schicksal un­

ter. Es wurde aber auch von einer Geisteskranken berichtet, deren Haare grau wurden, um dann nach einiger Zeit wieder 'ihre ursprüngliche Farbe an- ^Besonders über dies plötzlicheErblassen" der Haare wurden die verschiedensten Theorien aurge- stellt. Man ging gewöhnlich von der Annahme aus, in den einzelnen Haarkörper seien feinjte tfarb« kornchen, dasPigment" eingelagert, ähnlich wie etwa das Ehlorophyl in den Stengeln und Btet-.. tern der Pflanzen die grüne Färbung erzeugt LM Gelehrter behauptete nun, in Menschen- und Hunde haaren Kleinstlebewesen gefunden zu haben Die diese Pigmentkörperauffressen und wieder ver- schwinden, wenn im Haar kein Pigment mehr vor- Händen ist Aber woher kommt dies seltsame Heer von Farbfressern und wohin verschwindet es un­auffindbar wieder? Genaue Untersuchungen an Den Haaren der Frau, die periodisch ergraute, führten au der Feststellung, daß das graue Haar weient- lief) mehr Luft eingeschlossen entfielt als Das

einemmal kannte, nicht stehenden Fußes meine Liebe erwiderte. Ohne Ahnung von den Stürmen, die sie in meiner Brust entfacht hatte, tarn und ging sie, ging viel öfter, als sie kam. Jedesmal, wenn sie ging, überwältigte mich ein unsagbares Weh, jedesmal, wenn sie wiederkam, beruhigte mein Herz sich langsam.

Sie tanzen sehr gern", brachte ich endlich heraus.

Celia sah mich freundlich an, zu freundlich und mit offenem Entgegenkommen:3a, ich liebe das

Lagerohren.

Don Albrecht Schaeffer.

Ein Jäger jagte im Walde. Er hatte einen Fuchs aufgeftöbert, konnte aber zu keinem Schuß feiner Armbrust gelangen, sondern das rote Tier lief durch den Tann vor ihm her, setzte sich manch­mal hin und schien auf ihn zu warten, bis er aus Schußweite herankam, worauf es sich wieder aus den Trab machte; und so führte es ihn Immer tiefer und in unbekannte Gegenden des Waldes hinein und zuletzt zu einer weiten Lichtung, wo es tn der Sonne plötzlich verschwand.

Es war die Abendsonne, und ihr Schein flammte in den vielen Fenstern eines prachtvollen Schloß­baus zu dem eine breite Freitreppe jenseits von schonen Gartenanlagen hinanführte. Da kein Gitter das Ganze abschloß, staNd der Jäger bald am Fuß der Treppe, stand darauf oben und betrat durch ein offenes Portal einen Raum, von dem Treppen und Gänge abzweigten. Und nun durchwanderte er dieses ganze Schloß, unzählige Zimmer und Sale von außerordentlicher Pracht, daß chm die Augen davon übergingen; aber irgend ein lebendiges We- sen zeigte sich nirgend. Endlich die letzte Treppe hm- aufgestiegen, die unter das Dach zu führen schien, langte er vor einer Tür an, auf der in großen Buchstaben zu lesen stand:

Für fremde Jäger fein Zutritt!

Dies kam ihm sonderbar vor. Hätte dagestanden: Zutritt für Niemand! so war es zu begreifen; daß aber durchaus nur fremden Jägern, wie er einer war, der Eintritt untersagt wurde, das hatte doch eine merkwürdige Bedeutung für ihn; und da ihm ja der Besuch des ganzen Schlosses erlaubt worden

ober in den Sattel, zu dem her Gewehrschuh gehörte' wie zum Messer das Heft.

Wirtschaftlich gesprochen ist es eine Freude, zu leben wie das Land vorankommt.. Farmerauto und Farmerradio sind dafür gleichsam die Baro­meter. Die Aufkäufer für Karakulfellchen haben überall ihre Kontore und zahlen bar, und die Sahnelieferung für die großen Molkereien bringen Pftmde und Schillinge. Wären es auch noch deutsche Reichsmark wieviel tiefer griffe dann erst der Wandel Südwests, und wieviel freudiger wäre der Handschlag des Gastfteundes bei Ankunft und Ab- schied!

Gestern abend saßen wir mit einigen Landsleuten in einem Farmhaus beisammen und horten Rund- funknachrichten aus Deutschland. Eine davon ließ uns alle aufhorchen: ein Mittel gegen hie Maul- unb Klauenseuche sei gefunden mor­den. Wo? Natürlich in Deutschland! Man wird es den Südwestafrikanem zugute halten, daß sie bei diesem wichtigen Fortschritt her Tierheil- funhe zuerst an ihr ßanh henken. Es ist noch qur nicht lange her, haß hie Schlachtviehausfuhr nach her Südafrikanischen Union, eine Lebensfrage für Südwest, zum Teil unterbunden wurde, weil im Bezirk Gobabis Maul- und Klauenseuche auf- trat. Bestätigt sich die Meldung, so ist die Vieh- wirtschaft des Landes an einer bisher nachgiebigen Stelle untermauert.

Kaffeetrinken. r ... ..... .

Kein Deiständiger wird dieser Primitivität als einem entschwundenen schöneren Zeitalter im Ernst ! nachtrauern, aber es hat seinen Reiz, sich zu ver- gegenwärtigen, daß man auch noch das alte, echte Afrika gekannt hat, in hem man nicht ms Auto stieg, sondern auf hie Vorkiste seiner Ochsenkarre

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Es war am 17. März 1813, als her König Frieb- rich Wilhelm III. von Preußen ben Aufruf an fein Volk richtete, der den Preußen den Weg zur Frei­heit wies. 125 Jahre find vergangen, und wieher richten sich alle Blicke nach Breslau, aber diesmal nicht in banger Ungewißheit unb ungeduldiger Er­wartung. Auch sinh es biesmal nicht hie Preußen allein, hie her Ruf trifft, nein, alle heutschen Men­schen biesseits unb jenseits der Reichsgrenzen blicken mit freuhigem Stolz unb sicherer Zuversicht nach her Feststadt des Deutschen Turn - unb Sport- f e ft e 5, bas her Führer mit ben Worten ge­nehmigte:Wegen her volkspolitischen Bedeutung dieses traditionellen Festes toer deutschen Leibes­übung ersuche ich alle Dienststellen des Staates und der Partei, ben Reichssportführer bei her Durch­führung dieses Festes zu unterstützen". Durch diesen Satz ist das Deutsche Tum- und Sportfest Breslau 1938 vom 23. bis 31. Juli in ben Mittelpunkt der erzieherischen Arbeit unserer Turn- und Sporwer- eine gestellt unb darüber hinaus zum Die n st a n her völkischen Idee bestimmt worden.

Nicht nur rein geschichtliche Tatsachen sind es, bte uns bas große Geschehen vor 125 Jahren in bie Erinnerung rufen. Untrennbar verbunden mit dieser bewegten Zeit des Aufbruches sind die Namen her Turnväter Jahn unb Friesen, bie beibe be­reits Anfang Februar 1813 m Breslau weilten unb bie ersten Freiwilligen bes Befreiungskrieges waren. Ihrem Ruf folgten bie Berliner Turner, für bie, getreu ben Parolen Jahns, Leibeserziehung Dienst'am Daterlande war. Dieser Geist blieb in ben historischen Deutschen Turnfesten erhalten, deren erstes in Coburg 1860 mit 970 Teilnehmern unb deren letztes in Stuttgart 1933 mit weit über 250 000 Teilnehmern ftattfanb. Allem bie Besucher­zahl aller Veranstaltungen in Stuttgart betrug rund 3 Millionen! Aber nicht bie Zichlen waren das wesentliche dieses 15. Deutschen Turnfestes. Wich­tiger war bie Tatsache, baß in her schonen wurt- tembergi schert Hauptstadt deutsche Turner eine Fe i erst unb e bes Nationalsozialismus begingen, baß in Stuttgart Hunderttausende ja Millionen bem noch jungen Staat Aböls Hitlers nähergebracht wurden. Damals stand zwar schon die Marschrichtung, bie geistige und seelische Aus­richtung her Leibesübungen im totalen national­sozialistischen Staat fest, damals war auch bereits , ein Soldat Adolf Hitlers, der SA.-Mann von Tfchammer und Osten, Führer her Deutschen Turnerschaft, aber der große Bau her deutschen Leibeserziehung, bie einheitliche Ausrichtung und organisatorische Umglieheruna von Turnen und Sport befand sich noch in ihren ersten Ansangen.

Es muß als eine glückliche unb schicksalhafte Fü­gung betrachtet werben, baß Breslau nicht nur bie Krönung unb Zusammenfassung aller bisherigen sportlichen unb turnerischen Feste ist, sonbern baß es auch im Zeichen eines geeinten groh- deutschen Reiches stattfindet, daß em Volk von 75 Millionen nach Breslau schaut in bem glück­lichen Bewußtsein, daß hier zum erstenmal die ge amte deutsche Turn- und Sportbe­wegung unter nationalsozialistischer Führung vereint marschiert, her gleichen großen Idee dient. Darin liegt vor allem bie grundsätzliche Bedeutung des Deutschen Turn- und Sportfestes in Breslau, daß es die erste umfassende Kundgebung der durch ben Nationalsozialismus geschaffenen Einheit der deutschen Leibesübungen ist, eine Leistungsschau des ganzen deutschen Volkes, wie Reichsminister Dr. Frick, der die Schirmherrschaft des Festes über­nommen hat, kürzlich feststellte.

Sa gesehen bedeutet Breslau mehr als eme zwar großartige und im wahrsten Sinne des Wortes totale Schau des Könnens deutscher Turner und Sportler. Siege sind schön, sportliche Erfolge groß­artiger Ausdruck der überschäumenben Lebenskraft, aber entscheidend sind bie inneren Wirkun­gen, bie von diesem Geschehen ausgehen. Don Breslau wirb eine innere Kraft, eine seelische Wir-

kung auf das Volksganze ausstrahlen, die wir hoher einschätzen als Sieg und Niederlage, als gewaltige Teilnehmerzahlen und Millionen von Zuschauern. Wohlgemerkt: das soll nicht heißen, daß wir diesen äußeren Rahmen gering achten! Nem aber der Geist der Kameradschaft und der Gemeinschaft, bte innere 5) a 11 u n g her gemeinsame WMe und das unablässige Bemühen, sich für em Ziel e nzu- setzen, das jenseits aller Zahlen und Siege hegt die Erkenntnis, daß in Breslau em jeder als Gheb seines Volkes bem großen Deutschen Reich, bem aufblühenden unb kraftvollen nationalsozialistischen Staat bient, macht Breslau erst zu dem, was es sein soll: Verwirklichung her Idee Ab o l s Hit- lers, her beim Deutschen Turnfest in Stuttgart unb Friesens, (Sneljem

Kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil.

Briefe von einer Afrika-Ueife.