Ausgabe 
23.6.1938
 
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ZRom zur Einigung in der spanischen Frage

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ie öffentliche 21 r

Kreistag der NGOAP. Wetterau Gießen-Frie-berg 25. und 26 Zuni

Codreanu zur Zwangsarbeit in ein Salzbergwerk gebracht.

Bukarest, 22. Juni. (DNB.) Da das Urteil

schuß von 894,8 Millionen Dinar. Die Regierung Stojadinowitsch hat die Frage der Bauernver­schuldung liquidiert, groß,

beiten, wie Straßen- und Eisenbahnbauten,

.... ge­

gen Codreanu, den Führer der Eisernen

machen.

Unter den wirtschaftlichen Ergebnissen der Tätig­keit der Regierung Stojadinowitsch braucht nur an­geführt werden, daß die jugoslawische Handels­bilanz im Jahre 1937 mit einem Ausfuhrüber- schuß von 1390 Millionen Dinar abschloß. Ein so hohes 2lktivum hatte Jugoslawien seit seinem Be­stehen nur einmal, und zwar im Jahre des höchsten wirtschaftlichen Aufschwungs 1924. Die Schluß' rechnung im letzten Haushalt zeigte einen Ueber-

Berhallen und Nachgeben der Kirche gelang fang 1938, den Frieden und die Freundschaft mit der serbischen Kirche wiederherzustellen und diese Angelegenheit, um die so viel Lärm im Inland und im Auslande geschlagen worden war, vergessen zu

teilißt glaubte, Protest. Diese Stellungnahme der serbischen Kirche nützten die verschiedensten Elemente von den Kommunisten bis zu den Vertretern des Großkapitals, die sich durch die soziale Gesetzgebung der Regierung Stojadinowitsch betroffen fühlten, zu einer unerhört brutalen Kampagne gegen Stoja­dinowitsch und seine Regierung aus. Die Regierung verlor aber nicht chre Ruhe, und durch gemäßigtes

kommen, durch das der Türkei ein Kredit in Höhe von 16 Millionen Pfund eingeräumt wird, fei der Anfang einer ähnlichen finanziellen und wirtschaftlichen Unterstützung der südosteuropäischen Staaten durch England. Rumänien, Griechenland und unter Umständen auch die Tschechoslowakei würden ähnliche Verbindungen mit London ein- gehen wie die Türkei. Man vertrete in London die Ansicht, daß eine'frühzeitige Finanzhilfe Eng­lands für die Genannten Staaten eine Stabilisierung der Verhältnisse rm südosteuropäischen Raum mit sich bringen würde. Tatarescu hatte bereits Ge­spräche mit Chamberlain, Lord Halifax und dem Ersten Diplomatischen Berater der Regierung, Sir Robert Dansittard. Unterredungen mit Schatzkanzler Sir John Simon werden folgen.

Garde, mit der Verhandlung vor dem militäri­schen Kassationsgerichtshof rechtskräftig gewor­den ist, wurde er unmittelbar darauf aus dem Mili­tärgefängnis Jilava in ein ^.Salzbergwerk gebracht, wo die Schwerverbrecher ihre Zwangsarbeitableisten müssen. Am Sams­tag wird ein neuer Prozeß gegen die Eiserne Garde beginnen. Angeklagt sind vor dem Bukarester Militärgericht 21 Anhänger Codreanus, sämllich führende Männer der ehemaligen Leaionärs- bewegung. Die Anklage lautet auf Aufwiegelung ge­gen die soziale Ordnung. Nach Artikel 209 des Straf­gesetzbuches wird dieses Verbrechen mit drei bis sie­ben Jahren Gefängnis bestraft.

Onda von nationalspanischen Truppen beseht.

Salamanca, 23. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der nationalspanische Heeresbericht meldet, daß die nationalen Truppen bei ihrem weiteren Vormarsch an der Castellon-Front die Orte R i g e s a l b e s und Onda, einen wichtigen Knotenpunkt, besetzt haben. Trotz hartnäckigem Widerstand des Feindes drangen sie noch über diese Linie hinaus vor. An der Teruel-Front besetzten die nationalen Truppen die bolschewistischen Stellungen'am rechten Ufer des Valbonal-Flusses. Das Espadan-Gebirge wird von den Roten mit allen Mitteln verteidigt. Die in der Küstenniederung vordringenden nationalen Abteilungen nahmen N u l e s , den letzten wichtigen Ort in der Provinz Castellon vor Sagunt. Die bol- schewiftischen Stellungen südlich von Villareal sind in Gefahr geraten, angeschnitten zu werden.

£eni Riefenstahl vor dem deutsch-französischen Kongreß.

Baden-Baden, 22. Juni. (DNB.) Sefon. öerem Interesse begegnete die dritte Deranstattung des Deutsch-Französischen Kongresses. Herzlich wurde Leni R i e f e n st a h l begrüßt, die bemerkte. Deutsch, land habe sehr viel Anregung vom französischen Film erhalten, gerade, weil er sich vom deutschen Film lebhaft unterscheide. Leni Riefenstahl setzte sich für einen deutsch-französischen Film- austausch ein und schilderte dann ihre Arbeit an der Gestaltung des Olympiafilms. Sie schloß mit der Hoffnung, daß der Film, wenn er in Frankreich zu laufen beginne, zur Stärkung der Freundschaft beider Länder beitragen möge. Der Pariser Schauspieler und Regisseur Lestringuez erklärte dann, der französische Film habe sich in der letzten Zeit sehr zu seinem Vorteil von ameri­kanischen Einflüssen befreit. Auch in Frankreich sei ein tiefgehender Wandel von der Einzel- zur Gemeinschaftsleistung in Film und Bühne zu verzeichnen.

Rom, 22. Juni. (Europapreß.) Das grundsätz­liche Einvernehmen, das am Dienstag im Londoner Nichteinmischungs-Ausschuß über den britischen Plan erzielt worden ist, wird von der italienischen Presse zwar begrüßt, schon weil man darin einen Schritt vorwärts in Richtung auf die Inkraftsetzung des italienisch-englischen Abkommens vom 16. April dieses Jahres erblickt, hoch wird Darauf hingewie- fen, daß es sich lediglich um eine er st e Etappe auf dem zurückzulegenden Wege handele. Denn der allgemeinen Annahme des Planes müßte jetzt Schritt für Schritt die praktische Durch­führung folgen.

Eine nicht geringe Schwierigkeit, so bemerkt Gayda imGiornale d'Jtalia , bilde die Auf­bringung der Unkosten für die Zurück­ziehung der Freiwilligen durch die daran am meisten interessierten Staaten. Sowjetrußlavd habe bereits mit bf Behauptung, daß es in Spanien keine sowjetrussischen Freiwilligen gebe, jede Be­teiligung an diesen Unkosten abgelehnt, offen­bar in Der Absicht, neue Obstruktion zu treiben. DerPopolo d'Jtalia" hebt den vollständigen Rückzug Moskaus gegenüber der entschlosse­nen Haltung Englands und Italiens hervor, erklärt es jedoch für verfrüht, allzu rosige Hoffnungen mit der Wiederingangsetzung des Nichteinmischungsaus­schusses zu verbanden, weil das, Verfahren zur voll­ständigen Ausführung des britischen Planes lang­sam fei. Immerhin sei endlich das Haupt­hindernis überwunden worden, vor dem die Konferenz im November gescheitert sei. Sowjet­rußland sei durch die englisch-französtschen Vorhal­tungen in die Enge getrieben worden und habe nachgeben müssen.

DieDribuna" meint, da einige Mitglieder des Nichteinmischungsausschusses, vor allem Sowjetruß- land, nurunterZähneknirschen der grund­sätzlichen Einigung zugestimmt hätten, müsse man zunächst abwarten. Beschlüsse könnten gut oder schlecht fein; am schlechtesten seien aber die­jenigen, die niemals durchaeführt würden. Wenn einige Staaten loyal im Londoner Ausschuß mitarbeiteten in dem festen Willen, den spanischen Konflikt zu isolieren und zu sterilisieren, hänge es von den anderen ab, ob sich die internatio­nalen Verwicklungen und Gefahren weiter vermehr­ten und den Weltfrieden bedrohten. Es müsse sich erst noch Herausstellen, ob der Friedenswille des einen oder anderen wirklich ernst gemeint sei.

Die Rede, diederenglische TMnifterprä- sident im Unterhaus gehalten hat, wird von der römischen Presse wegen ihrer Festigkeit und Klar­heit gelobt. Chamberlain habe einen großen persön- lichen Sieg über diegroßen Kanonen" der Oppo-

durchgeführt und eine Reihe von wichtigen I n d u - st r i e w e r k e n ins Leben gerufen. Die Aufwen- bungen für diese wirtschaftliche 2Iufbautätigteit be- laufen sich auf über 3 Milliarden Dinar. Nun soll zur Durchführung weiterer öffentlicher Arbeiten eine innere Anleihe von 4 Milliarden Dinar aufgelegt werden, mit denen das Aufbauprogramm für wettere sechs Jahre gesichert werden soll.

Abgesehen von diesen beachtlichen Zahlen kann aber vor allem ein geiftiger Um s chw ung in allen Volksschichten, besonders unter den Bauern, festgestellt werden, die infolge der Agrarkrise das Selbstverttauen zu verlieren begannen. Heute sind alle Volksschichten vom Glauben an die große wirt­schaftliche Zukunft des Landes erfüllt, und der Bauer beginnt langsam wieder die Früchte seiner Arbeit zu ernten, die ihm ein wirtschaftliches und kulturelles Fortkommen ermöglichen. Diesen Geist des Selbstvertrauens und des Glaubens an den Staat erweckt zu haben, ist das größte Verdienst der Regierung Stojadinowitsch für das jugoslawische Volk.

Oie innerpolitische Laae in Bulgarien.

Sofia, 22. Juni. (Europapreß.) Da in der letzten Sitzuna der bulgarischen Nationalversamm­lung die 59 Abgeordnete (von insgesamt 160 Ab­geordneten) zählende Opposition den Sitzungs­saal zum Zeichen des Protestes gegen die Regie- rungspolitik verließ, seht man der weiteren Ent­wicklung im bulgarischen Sobranje mit großer Spannung entgegen. Wie der Präsident des So- branje, M o s ch a n o f f, Journalisten gegenüber er­klärte, werden die Beratungen ohne Rücksicht darauf fortgesetzt, ob die Oppositton an den weiteren Ver- Handlungen teilnimmt ober nicht. Die Frage jedoch, ob gegen die oppositionellen Abgeordneten irgend­welche Maßnahmen ergriffen werden, hänge voll­ständig von ihrem Verhalten bei der nächsten Sit­zung ab. Die Neuwahlen für die ausgeschlos­senen kommuni st ischen Abgeordneten werden im September stattfinden. Dadurch soll den neuen Abgeordneten die Möglichkeit gegeben werden, be­reits an der Herbstsitzung des Sobranje teilzunehmen.

Rumänische Finanzverhandlungen in London.

London, 23. Juni. (Europapreß.) Zu dem Aufenthalt des rumänischen Staatsmannes Tata­rescu in London bemerktDaily Expreß", das kürzlich abgeschlossene englisch-türkische A b -

sition, die gegen die Außenpolitik des Kabinetts auf­gefahren worden seien, erzielt. Die große Mehrheit, mit der das Unterhaus den gegen die Außenpolitik gerichteten Labour-Antrag avgelehnt habe, bedeute eine neue Bekräftigung der Stellung des Minister­präsidenten und seines Kabinetts.

Um Die Schließung

. der pyrenä'engrenze.

Paris, 23. Juni. (DNB. Funkspruch.) Wie das Journal" aus Perpignan meldet, soll das fran­zösische Außenministerium am Mittwochmorgen den Zoll- und Polizeipost en an der Pyrenäen­grenze die strikte Anweisung erteilt haben, keine Waren, die auf der vom Nichtein- mischungsausschuß ausgesetzten Liste verzeichnet seien, nach Spanien durchzulassen. Die Grenze bleibe für den übrigen Kraftverkehr, so ins­besondere für die Lebensmittel- und die Benzin­einfuhr, offen. Irgendwelche Zwischenfälle hätten sich bisher an der Grenze nicht ergeben.

ImPopulaire" erklärt der Vorsitzende der fran­zösischen Sozialdemokraten, Blum, zu einer Pressemeldung über eine Schließung d er Pyrenäengrenze auf Anweisung der franzö­sischen Regierung, ein derartiger Beschluß der Re­gierung könne nicht vorgelegen haben. Von Montag bis Freitag habe ein lebhafter Gedankenaustausch zwischen den Regietungsmitgliedern und den Grup­pen Der parlamentarischen Mehrhett stattgefunden und man könne sich kaum vorstellen, Daß die ver­antwortlichen Minister eine Entscheidung von solcher Tragwette sowohl ihren eigenen Kabinettsmitglie­dern gegenüber wie den Abgeordneten der Mehr­heitsgruppen verheimlicht hätten. Immerhin sei aber in der Zwischenzeit etwas geschehen. Um den 10. ober 11. Juni herum habe Der Zoll- und Polizeidienst an der Pyrenäengrenze die Anweisung erhalten, sich wachsamer und strenger zu zeigen. Im Namen seiner Partei erklärt Blum hier» zu, daß diese Aenderung nicht tragbar sei. Er wisse genau, daß die Kontrolle an der Pyrenäen­grenze, die zweifellos auf Wunsch der britischen Regierung erfolgt sei, eine Regelung der spanischen Frage und damit aber zugleich das Inkrafttreten des englisch-italienischen Abkommens erleichtere. Aber gerade dies wären die Fehler; denn man dürfe sich nicht seiner Druckmittel ent­ledigen, die man noch gebrauchen könne. UebereiUes Vertrauen, das sich in einseitigen oder vorzeitigen Jnittativen äußere, sei die größte Unvorsichtigkeit, die man begehen könne.

Oie Antwort

auf eine Herausforderung.

23on unserer Berliner Schriffleitung.

Tausende nach Deutschland in letzter Zeit ringe- wanderte Juden haben vor allem durch ihre Kon­zentrierung «in der Reichshauptstadt selbst am besten jene Greuelhetze widerlegt, die ihre Rassengenossen und deren würdige Helfershelfer überJudenver­folgungen" in Deutschland neuerdings wieder in Gang gesetzt haben. Aus dieser starken Zuwande­rung ging zunächst einmal zum mindesten hervor, daß von irgendwelchen Verfolgungen gar keine Rede sein konnte. Folglich mußten Die Juden wohl sehr starke Anziehungspunkte in Deutschland und besonders in Berlin haben. Reichspropaganda­minister Dr. Goebbels hat jetzt bei seiner Rede auf dem Reichssportfeld diesen interessanten Tatbestand auf die ebenso klare wie einfache Formel gebracht, man habe fast den Eindruck gehabt, daß sich die Juden in Berlin noch genau so wohlfühlten wie in den Zeiten vor der nationalsozialistischen Revolu­tion. Daraus geht zum zweiten hervor, daß die Juden die Revolution vom Jahre 1933 einfach nur alsvorübergegangen" betrachten, etwa in dem Sinne:In der Praxis des täglichen Lebens schleift sich so was ja ganz von selbst ab".

(£s war Zeit, daß Dr. Goebbels nicht nur mit dem Finger auf dieses herausfordernde Auftreten der Juden in Deutschland hinwies, sondern daß er auch sehr ernste Warnungen aussprach und Den neuerdings Zugewanderten den dringenden Rat gab,möglichst schnell" zu verschwinden. Daß das nötig wurde, dafür können sich Die Juden bei den­jenigen Rassegenossen bedanken, die es bis zu An- pöbeleien gegen Deutsche in Berliner Lokalen trieben. Wenn die schwer gereizte Bevölkerung dar­aufhin in einigen Fällen ihrer Erbitterung Aus­druck gab, Dann ist das durchaus zu verstehen. Reichsminister Dr. Goebbels hat nun andererseits betont, daß die Judenfrage in Deutschland nicht aus der Straße entschieden wird, sondern daß an­gesichts des außerordenllich wichttgen Staatsinter­esses Die maßgeblichen Instanzen das Problem auf jeden Fall^ selbst in der Hand behalten und es auch in einer für alle maßgeblichen Weise lösen werden. Nachdem schon vor einigen Tagen bekannt ge­worben ist, daß die Kennzeichnung jüdischer Ge­schäfte geplant ist und auch in absehbarer Zeit durch- geführt wird, steht bereits test, daß mit dieser Maß- nähme die enbgültige Lösung Der Judenfrage in Deutschland einaeleitet worden ist. Einzelakttonen können Das Verfahren nur stören, Da sie Der Regie- rung in unzulässiger Weise vorgreifen.

Verhütung der verkehreuusMe.

Reichsrrrmister Dr. Goebbels spricht am Freitag über alle deutschen Sender.

Berlin. 22. Ium. (DNB.) Die Woche vom 24. bis zum 30. Juni wird im Zeichen einer großzügigen Aktion zur Verhütung Der Verkehrsunfälle stehen. Am Abend des 24. Ium in der Zeit von 19 bis 19.15 Uhr spricht Reichs­minister Dr. Goebbels zum Problem der Verkehrs­unfalle über alle deutschen Lender.

Oie Wesimark feiert die Alte Garde.

Idar-Ober st ein, 22. Juni. (DNB.) Don der Porta Nigra in Trier aus trat Die Alte Garde in 27 großen, mit Girlanden und Den StanDarten Der Alten Garbe geschmückten offenen Omnibussen ihre Dreitägige Fahrt Durch Die Westmark an. Im ersten Wagen hatte Reichsorganisationsleiter Dr. 2 ey mit Dem . Gauleiter, Staatsrat Simon, Platz genommen. Durch Das Mo fett.tt ging es zu- nächst nach BernkastelEues und Dann Durch Den Hunsrück und Das Nahetal nach Jdar-Oberftein. Die ganze Fahrstraße war ein einziger Triumphbogen aus Ehrenpforten, Fahnen, Spruchbändern, Girlan­den und Blumen. Die Formationen und Gliede­rungen Der Partei mit ihren Fahnen, mit Spiel­manns- und Musikzügen, der Arbeitsdienst, Polizei und Feuerwehr bildeten Spalier. In Den Wein­dörfern kredenzten von hohen Faßpyramiden junge Winzerinnen in farbenfroher Tracht den Ehren- tränt. Gesangvereine boten mit frohen Liebem ihren Willkomm. Zur Erinnerung an die Kampf­zeit und besonders an Die Tätigkeit des Reich s- organ'isationsleiters Dr. Ley in diesem Gebiet über­reichte ihm die 2llte Garde von Idar-Ober» st e i n durch (Bauleiter Simon eine geschliffene Achatschale. Dr. Ley ließ seinerseits Der Allen GarDe ein Angebinbe Der JDar-Obersteiner Edelsteinschleife, rei überreichen. Eine Ausstellung von Erzeugnissen der Edelstein - Industrie gab einen anschaulichen Ueberblick über die Vielseitigkeit und Die hohe Kunst Der Bearbeitung. In Bad Kreuznach war am Marktplatz eine große Ehrenhalle errichtet worDen. Von Dieser Halle aus zog Die Alle GarDe mit klin­gendem Spiel in Den Kurhausgarten, wo am Abend ein großer Festakt stattfand. Zur Freude Der Allen Garde erschien gegen 21.30 Uhr Reichsminister Dr. Goebbels. Nach Dem Festabend erstrahlte der Kurpark im Lichte zahlreicher Lampions.

Für ein realistisches Völkerrecht.

Die Arbeitsgemeinschaft für die deutsch- italienischen Rechtsbeziehungen.

Rom, 22. Juni. (DNB.) Unter dem Vorsitz des Präsidenten der deutschen Gruppe der Arbetts- gemeinschaft für Die deutsch-italienischen Rechts- beziehungen, Präsident des Volksgerichtshofes, Dr. Thierack, fand die erste Arbeitstagung statt. Die Sitzung galt dem ersten Thema der Tagung Rechtslage ausländischer jun st i- scher Personen, besonders der Handelsgesell­schaften". Das Hauptreferat auf italienischer Seite hielt der Handelsrechtslehrer der Universität Rom, Professor A n g e l i n i. Ferner sprachen Professor Dr. Klausing (Frankfurt a. M.) und Professor Dr. Hallstein (Rostock). Letzterer entwickelte die gemeinsamen Grundlagen Der italienischen und deutschen international - vriocttrechtlichen und han­delsrechtlichen Wissenschaft. Die Besprechungen der deutschen und italienischen Delegationsmitglieder ergaben völlige Uebereinstimmung.

Am Mittwoch fand die zweite Arbeitstagung unter dem Vorsitz des Präsidenten der italienischen Gruppe, Dr. Messina, Senatspräsident am Kas­sationsgericht, über bas ThemaReform bes

Sm Zahle Slojadiiwwttsch.

Von unserem v. M.-Korrespondenien.

B e I g r a b. Juni 1938.

Am 24. Juni finb es brei Jahre, baß Dr. Milan Stojadinowitsch an die Spitze der jugosla­wischen Regierung getreten ist. Eine Leistung, die bisher von keiner jugoslawischen Regierung seit 1918 erreicht worden ist. Auch nicht von den rein autoritären Regierungen unter dem verstorbenen König Alexander, nach Aufhebung der Ver­fassung im Januar 1929. Um die Regierung Stoja­dinowitsch und ihre Erfolge richtig beurteilen zu können, ist es notwendig, einen Vergleich zu ziehen zwischen der Lage in Jugoslawien, als er vor drei Jahren Die Regierung übernahm, und der heutigen Lage bes Lanbes.

Durch Das Vertrauen bes Prinzregenten Paul unb bes Regentschaftsrates von Jugoslawien würbe Stojadinowitsch kurz nach den Parlamentswahlen vom Mai 1935 zur Regierung berufen. Die Wahlen hatten eine gefährliche Spaltung in Jugoslawien aufgezeigt. Die -Regierung Iestitsch, welche diese Wahlen durchgeführt hatte, eryielt zwar die Mehr­heit der Stimmen, es hatten sich jedoch im Lande zwei Fronten gebildet. In der regierungsfeind­lichen Front fanden sich die Kroaten, die Mehrheit der Slowenen, die bosnischen Mohammedaner also alle nichtserbischen Teile bes Stacttsvolks sowie eine große Anzahl von Ser­ben. Eine Fortsetzung ber von Jeftitsch eingeleiteten Politik brohte, ben entftanbenen Gegensatz zu oer- tiefen unb weitere katastrophale Erschütterungen im Staatsleben zu verursachen. Diese Situation war auch deshalb gefährlich, weil sich das Land von dem schweren Schlag, den Der tragische Tod Des Königs Alexander in Marseille im Oktober 1934 verursachte, noch, nicht völlig erholt hatte.

Stojadinowitsch sah ein, daß sofort eine Atmo­sphäre der Beruhigung im Lande geschaffen wer­den müsse, um Die Vertiefung Der Gegensätze zwi­schen Den verschiedenen Volksteilen zu verhindern. Darum bezog er in die Regierung Vertreter her Slowenen und Der bosnischen Moham­medaner ein, sowie Anhänger der allen s e r b i - schen radikalen Partei, die noch immer gefühlsmäßig die Partei ber Mehrhett der Serben war. In ben kroatischen Gebieten begann eine Po­litik ber Toleranz und bes weitestmöglichen Ent­gegenkommens, bamit auch dort Berichigung ein- kehren möge. Stojadinowitsch hatte Die Absicht, auch Vertreter der Kroaten in seine Regierung zu nehmen, jedoch konnte- dieser Gedanke nicht durch­geführt werden, weil Die Kroaten eine sofortige Revision der Verfassung verlangten, was nach Ansicht der maßgebenden Faktoren von Jugo­slawien zur Zeit der Minderjährigkeit des Königs nicht möglich erschien.

Obwohl aus diesen Gründen der sogenannte ser­bisch-kroatische Konflikt nicht beseitigt werden konnte, wurde doch schon in den ersten Monaten der Re­gierung Stojadinowitsch im ganzen Lande eine Atmosphäre der Beruhigung, des Selbstvertrauens unb des Arbeitseifers geschaffen, welche ben wetter- bestehenben Gegensätzen ihre Schärfe fortnahm. Aus ben serbischen, slowenischen und mohammeda­nischen Gruppen, die Dr. Stojadinowitsch in seine Regierung hereingenommen hatte, wurde dann all­mählich eine große Partei gebildet, die Jugo­slawische Radikale Union, die bei den Gemeindewahlen 1936 und 1937 und bei den Se­natswahlen 1938 das Vertrauen ber großen Mehr­hett bes jugoslawischen Volkes erhielt. Diese Par­tei vertritt in überroiegenber Mehrheit die Serben, Slowenen und Mohammedaner von Jugoslawien; ihr gegenüber steht nur eine einzige Parteiorgani­sation von Bedeutung, die Kroatische Bauernpartei, welche die überwiegende Mehrheit Der Kroaten har- fallt.

Die brei Jahre der Regierung Stojadinowitsch können in Umrissen wie folgt Dargestellt werden: Erstes Jahr innerpolitische Beruhigung und Schaf­fung ber innerpolitischen Voraussetzungen für eine politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit der verschiedenen Volksteile. Zweites Jahr außenpoli­tische Konsolidierung, Frieden und Freundschaft an allen jugoslawischen Grenzen. Drittes Jahr wirt­schaftlicher Aufbau als Folge der innen- und außenpolitischen Beruhigung. Dieser schematische Ablauf schließt selbstverständlich nicht aus, daß die Regierung Stojadinowitsch seit dem ersten Tage ihres Bestehens an der Schaffung der außenpoliti­schen Freundschaften und der Voraussetzungen für Den wirtschaftlichen Aufschwung tätig mar. Die Er­gebnisse dieser Tätigkeit kamen jedoch erst im zwei­ten und dritten Jahr ber Regierung Stojadinowitsch stärker zum Ausdruck. So wurden im Frühjahr Des Jahres 1937 in Belgrad zwei wichtige inter­nationale Verträge, der jugoslawisch-bul­garische Freundschaftsvertrag und ber italienisch-jugoslawische Neutrali­tätsvertrag unterzeichnet. Die jahrelangen, oft sehr gefährlichen Konflikte zwischen Jugoslawien unb Bulgarien unb Jugoslawien und Italien wur­den beseitigt.

Dom Ende bes Jahres 1936 bis zum Enbe des Jahres 1937 besuchten Belgrad der polnische Außen­minister, her bulgarische Ministerpräsident und Außenminister, der italienische Außenminister, ber deutsche Außenminister unb ber französische Außen­minister. Nicht zu reben von Den wieberholten Be­suchen ber Ministerpräsidenten und Außenminister der Staaten ber Kleinen Entente und ber Balkan- Entente. Dr. Stojabinowitsch besuchte im selben Zeitabschnitt Ankara, Bukarest, Prag, Paris, Lon- hon, Rom und als Abschluß seiner Auslandsbesuche im Januar d. I. Berlin. Durch fein^ außenpolitische Tätigkeit gelang es Dr. Stojadinowitsch, Jugosla­wien zu einem wichtigen Faktor in der internatio­nalen Politik zu machen unb bie Grunbgebanken her jugoslawischen Außenpolitik, hie vom verstorbe­nen König Alexander vorgezeichnet worden waren Neutralität in Konflikten ber Großmächte unb Freunbschaft mit allen Staa­ten ohne Rücksicht auf ihre innenpolitischen Ein­stellungen zum Gemeingut unb zur Grunblage ber Politik aller Südoststaaten zu machen.

Im brüten Jahr, Das mit bem 24. Juni zu Enbe geht, zeigten sich bie wirtschaftlichen Ergebnisse ber Regierungstätigkeit. Auch die politische Stärke ber Regierung kam zur Zeit bes erbitterten Kampfes gegen Das Konkorbat mit bem Vatikan klar zum Ausbruck. Die Regierung Stojabinowitsch wollte eine Verpflichtung ber früheren Regierung durchführen unb bas Konkordat zwischen Jugo- slawien unb ben Vatikan ratifizieren lassen. Da­gegen erhob bie serbisch-orthodoxe Kirche, welche sich durch dieses Abkommen mit dem Vatikan benach-