Ausgabe 
23.6.1938
 
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Völkerrechts" statt. Professor Costamaana Hegte dar, man müsse eine neue Form des Zusam­menlebens der Völker finden, die auch den Lebens­bedürfnissen der unbefriedigten Staaten gerecht merde. Staatsrat Professor Dr. Freiherr von Fr e y t a g-Lo r i n g h o v e n sah in der Wie­derherstellung der Souveränitäts- lgedanke«, als deren Beginn er den Austritt einiger Großmächte aus der Genfer Entente und Lie Rückkehr einiger kleinerer Staaten zum Grund- faß der strengsten Neutralität bezeichnete, das tra­gende Clement für die Aufrichtung eines neuen rea- listischen Völkerrechts. In der Diskussion, in der auch Professor Dr. Walz (Köln) sprach, kam der Wunsch zum Ausdruck, das der das bestehende Völ­kerrecht beherrschende Gedanke des starren Fest- haltens an den Bindungen internationaler politi­scher Verträge aufgegeben werden müsse.

Südchinesischer Hafen beschossen.

Hongkong, 22. Ium. (Europapreß-Funkspr.) Zehn japanische Kriegsschiffe erschienen am Diens­tagabend vor den an der Küste von Kwantung liegenden beiden Inseln Swatau und Namoa. Zur Vorbereitung der Landung japanischer Truppen belegten die Kriegsschiffe beide Inseln mit Granaten, ftie Beschießung dauerte während der ganzen Nacht zum Mittwoch an. Swatau gilt militärisch als Einfallstor für die Pro­vinz Kwantung. Bis Mittwoch morgen lagen in Hongkong noch keine Nachrichten darüber vor, ob es den Japanern gelungen ist, eine Truppen­landung auf den beiden Inseln vorzunehmen.

Gin Schwimmdock für die sowjet­russische Kernost-Kriegsflotte.

M o s k a u , 22. Juni. (Europapreß.) Aus Petro- pawlowsk auf der fernöstlichen Halbinsel Kam« tschatka wird gemeldet, daß dort soeben das Schwimmdock für die sowjetrussische Flotte des Stil- len Ozeans eingetroffen ist, das von Odessa im Schlepptau des DampfersTaifun" 11 OOO Meilen zurückgelegt hat. Die sowjetrussische Presse unter­streicht die große Bedeutung dieses Schwimmdocks für die F l o t t e n r ü st u n g e n im Fernen Osten.

Kleine politische Nachrichten.

Die Mutter der Königin von England, C o u n t e ß Ferdinande Strathmore, ist am Donners­tagmorgen im Alter von 76 Jahren in London an einem Herzleiden gestorben.

*

Der Admiralstabschef der französischen Marine, Vizeadmiral D a r l a n , hat die Zusammenstellung eines neuen französischen Geschwaders beschlossen, das in erster Linie Jnstruktionszwecken dienen soll. Es wird unter dem Kommando von Vize­admiral Devin aus verschiedenen Einheiten der französischen Marine bestehen.

Au« aller Wett.

Der Kölner Doppelmordprozeß.

Im Kölner Doppelmordprozeß Schöne- w a l d betonte der Sachverständige Reg.-Medrzinal- rat Dr. Kapp, sein fünfeinhalbstündiges Gut­achten zusammenfassend, nochmals, die st a r k e Abhängigkeit der Gerda Schönewald von ihrem Mann. Diese Abhängigkett habe sich nach dem Kennenlernen entwickelt und zunächst das Ge­präge starker Verliebtheit gezeigt. Die Abhängig­keit habe eine starke Hörigkeit der Frau zur Folge gehabt. Die Auswirkungen der Hörigkeit auf den Willen des Hörigen könnten unter Umständen eine geistige Schwäche als sekundäre Erscheinung zur Folge haben.

Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Decker II., wollte wissen, wo der Sachverständige die Grenze ziehe zwischen vermindert^ und erheb­lich verminderter Zurechnungsfähigkeit. Der Sach­verständige antwortete, daß die Grenzen im Gesetz festgelegt seien. Die verminderte Zurechnungsfähig­keit sei seiner Ansicht nach in dem vorliegenden Fall nur bedingt gegeben. Der Verteidiger fragte weiter, ob durch die ständigen Einwirkungen des Angeklagten aus seine Frau nicht auch mit der Zeit bei ihm selbst die Einsicht in die Schwere der Tat vermindert werden könnte. Diese Konsequenz glaubte der Sachverständige verneinen zu müs- sen. Der Angeklagte sei im wahrsten Sinne des Wortes ein Psychopath. Psychopathie aber sei nie­mals ein Grund, eine verminderte Zurechnungs­fähigkeit anzunehmen.

Der Verteidiger der Frau Schönewald wollte wissen, warum der Sachverständige den Zustand der Angeklagten bei der Tat als einen Grenz- fall hinstelle, und ob nicht ein anderer Psychiater auch ohne die Voraussetzungen, die er für die Mög­lichkeit einer Anwendung des § 51 Absatz 2 unter­stellte, die Anwendbarkeit dieses Paragraphen des Strafgesetzbuches bejahen könnte. Der Sachverstän- diae erklärte, es sei möglich, daß ein anderer Psychiater zu der erwähnten Schlußfolgerung käme.

Zum Schluß betonte der Sachverständige, daß Widersprüche in verschiedenen Angaben der Angeklagten in der Hypnose vorkommen könn­ten. Bei einer reinen Erinnerungs-Wiedergabe in der Hypnose seien Fehlerquellen nicht ausgeschlos- sen. Das beziehe sich auch auf die Wiedergabe der Angeklagten in hypnotischem Zustand über den Ver­lauf der Tat. Er habe deshalb auf die Aeußerung

der Angeklagten, ihr Mann habe den Schuß abgegeben, die sie in der Hypnose wiederholle, kelnen gesteigerten Wert gelegt.

Der Vorsitzende erklärte damll die Beweisauf­nahme vorläufig für geschlossen. Die Verteidigung hat sich vorbehalten, noch einige Zeugen laden zu lassen. Die Sitzung wurde vertagt, der Vorsitzende bat um Beschleunigung, da das Gericht und die Geschworenen bald zu einem Urteil kommen woll­ten.

Oer Lütticher Gistmordprozeß.

Die dritte Woche des Lütticher Giftmord- Prozesses, in dessen Verlauf bis jetzt 100 Zeugen vernommen worden sind, hat trotz der die Ange­klagte verschiedentlich belastenden Aussagen noch kein hinreichendes B e w e i s m a t e r i a l erbracht, das auf den Urteilsspruch von entscheiden­dem Einfluß sein könnte. Nachdem ein Rechtsstudent und Untermieter eines der Opfer der Marie B e k - k e r das seltsame Gebaren der Angeklagten als Krankenpflegerin" geschildert hatte, wurde ein in der Affäre Damoutte Frau Damoutte starb eben­fallsan übermäßigem Teegenuß^ zuständiger Zeuge, ein Nachbar des Opfers, vernommen. Der Zeuge bezeichnet als auffallend, daß nach dem jähen Tode der Frau Damoutte wie durch ein Wunder die Wäscheschränke leer waren, obwohl die Verstorbene nachweisbar eine stattliche Wäscheausstattung besaß. Als auch der Witwer Damoutte die Angaben des Zeugen bestätigte, schmetterte die Angeklagte ein entrüstetesAlles gelogen!" in den Saal. Ein an­derer Zeuge, eine gewisse Frau VallLe, die be­reits über die geheimnisvolle, immer noch unauf­findbare Holländerin Daumens vernommen wurde, bestätigt auf eine Frage des Gerichts, daß die ihr von der Angeklagten gereichte Limonade untrink­bar war. Eine unangebrachte Bemerkung der Ver­teidigung veranlaßt den Gerichtspräsidenten zu der Drohung, er werde jeden Zwischenrufer, sei es auch der Verteidiger, unverzüglich aus dem Saale ver­weisen lassen. Ferner trat eine Zeugin auf, die gleich anderen behauptet, das Opfer eines Vergif­tungsversuches der Becker zu sein. Einmal, so er­klärte die Zeugin, habe chr die Angeklagte eine Tasse Tee gereicht, der derart bitter war, daß sie schon nach dem ersten Schluck der Angeklagten vor­hielt, den Tee vergiftet zu haben. Frau Becker, so schloß die Zeugin, habe jedesmal nach Einnahme einer Erfrischung die Tasse sorgfältig gespült.

Ein neuer Entführungsversuch in England?

Unter großen Überschriften veröffentlichen die englischen Blätter Meldungen über einen angeb­lichen Versuch zur Entführung des zweijähri­gen Sohnes der Gräfin Reventlow, der ehe- maligen Fürstin Mdivani (aus einem allen kauka­sischen Fürstengeschlecht des ehemaligen König­reichs Georgien), und unter ihrem Mädchennamen bekannten Barbara H u t t o n, der Woolworth- Erbin. Di" schloßartige Villa der Gräfin Revenllow im Regents Park in London, vor der sich große Menschenmassen einfanüen, ist durch Wachen ge­schützt. Besucher werden nur nach eingehender Prü­fung ihrer Personalien eingelassen. In einer von öejn Rechtsberater der Gräfin abgegebenen Erklä­rung wird betont, daß die Gräfin aus juristischen Gründen gegenwärtig keine näheren Angaben ma­chen werde. Don Scolland Yard wurde dagegen er» klärt, es lägen keinerlei Mitteilungen über ein Komplott gegen den jungen Reventlow vor, und die Polizei habe auch keine Wachen gestellt. Wie die Londoner Abendblätter melden, hat die Gräfin Haugwitz-Reventlow, die Tochter des amerikanischen Millionärs Hutton, einen Drohbrief erhalten, daß ihr zweijähriger Sohn zum Zwecke der Er­pressung entführt werden soll.

Wegen Verheimlichung der Maul- und Klauenseuche bestraft. LPD. Marburg, 21. Juni. Am 10. Juni wurde im Kreisort Allna ein Landwirt in Unter­suchungshaft genommen, nachdem man festgestellt hatte, daß dieser entgegen den bestehenden strengen Vorschriften den Ausbruch der Maul- und Klauen­seuche unter seinem Viehbestände etwa seit dem 31. Mai verheimlichte und auch nichterhitzte Mllch der erkrankten Tiere an eine Molkerei lieferte. Das Verhalten des Landwirts war nach dadurch be­sonders fahrlässig, weil er nebenbei das Amt des Fleischbeschauers in Allna und zwei Nach­bardörfern versah und auch die Gehöfte dieses Orte durch Ansteckung gefährdete. Durch den Ange­klagten ift die Seuche auf zwei Nachbar­gehöfte verschleppt worden. Vor dem Schöffengericht gab der Angeklagte u. a. an, daß er wohl an einem Kuheuter Krankheitserscheinun­gen wahrgenommen, aber nicht an die Seuche ge­dacht habe, insbesondere da die Kuh ihre gewöhn­liche Futtermenge zu sich nahm und auch in der Milchleistung nicht nachließ. Er behandelte die Hufe mit Lysol und das Euter mit Borsalbe. Am Maule des Tieres habe er keine Bläschen bemerkt. Da der Angeklagte grob fahrlässig handelte und seiner An­zeigepflicht nicht nachkam, hielt das Gericht eine Freiheits st rufe für notwendig, um auch andere in gleicher Sage befindliche Volksge­nossen zu warnen. Strafmildernd waren lediglich die seitheriae Unbescholtenheit und die schwere Kriegsbeschädigung des Angeklagten. Das Gericht erkannte wegen Verstoßes gegen die viehfeuchen- polizeilichen Bestimmungen auf zwei Monate Gefängnis. ____________________

Die fliegenden Drahtverhaue.

Der Klugzeugjäger von Tauberbischofsheim. Lustrekorde vor dreißig Zähren.

Es beginnt fast wie im Märchen: Friedlich faß Meister Lampe am Rande eines Kleefeldes und ließ sich das Abendbrot, das aus zarten Kleeblätt­chen bestand, vortrefflich munden. Ab und zu richtete er sich auf, stellte feine großen Klappohren auf­recht und fing mit ihnen physikalisch gesprochen die Schallwellen auf, die in der Lust umher­sausten. Er ahnte nicht, daß das Verhängnis mit einem Schlapphut, einer Lodenjacke, ausrangierten Kommißstiefeln, unrasiert und mit einer schrecklichen Donnerbüchse bewaffnet, hinter einem Strauch lag. Plötzlich traf seine Ohren ein schrecklich brummen­des, donnerndes, fauchendes und zischendes Ge­räusch. Blitzschnell drehte er sich um und machte vor Entsetzen ein Männchen: Ein riesiger, noch nie gesehener Raubvogel schwebte über dem nahen Wald und kam mit großer Schnelligkeit heran, in­dem er in der eben beschriebenen Art und Weise vor Mordlust grunzte. Lampe tat, was ein ver­nünftiger Hase tn solchen Augenblicken zu tun hat, er ergriff das Hasenpanier und raste in den Wald hinein. Hinter einem Baum hervor prüfte er dann die strategische Lage. Er sah, daß der greuliche Piepmatz nur noch wenige Meter über dem Erd­boden war, als plötzlich aus einem Gebüsch heraus eine Flinte auf den Vogel gerichtet wurde, los- krachte, ein Mann mit Schlapphut und Lodenjacke hervorsprang, seine Büchse fallen ließ und in den nächsten Sekunden verschwunden war. Lampe blieb vor Erstaunen hierüber das Mäulchen offenstehen.

*

Die Etrich-Taube setzte auf, rollte noch ein paar Meter über den unebenen Boden des Kleefeldes und blieb dann stehen. Hellmuth H i r t h stellte den Motor ab, kletterte aus dem Führersitz und schüttelte seinem Freund im Beobachtersitz die Hand.Das ist noch mal wieder gut gegangen!" rief er lachend. Es war allerdings nicht Das erstemal, daß er beim Fliegen mit heiler Haut davongekommen war, war er doch einer der bekanntesten Sportflieger der Vorkriegszeit, der schon so manche gefährliche und unbekannte Situation gemeistert hatte. Daß ein Flurschütze aber, wie heute, auf seine gute Taube schoß, das war ihm bisher noch nicht passiert. Nun, man konnte schließlich im Jahre 1911 nicht von den Leuten in Tauberbischofsheim hier waren sie nämlich notgelandet verlangen, daß sie eine harmlose *50pfertrige Taube von einem Riesenraub- oogel unterscheiden konnten.

Hirth befand ^sich gerade auf dem Flug von München nach Berlin, eine Strecke, die er in zwei Tagen zurücklegen mußte, wenn er den Kathreiner- Preis gewinnen wollte. Die Fabrik hatte für die Bewältigung dieser 500 Kilometer langen Strecke einen Preis von 50 000 Mark ausgesetzt, um hier­durch die Leistungen der deutschen Fliegerei zu er­höhen. Hirth hatte sich um diesen Preis beworben; die Zeit war auch sehr günstig für ihn, we l fast alle Flieger von Namen sich gerade an dem ersten Deutschen Rundflug beteiligten. In vier Wochen waren 19 0 0 Kilometer zurückzulegen. Die Flieger flogen teilweise über Teile von Deutsch­land, deren Bewohner noch nie ein Flugzeug ge­sehen hatten. Dies war ja auch nicht verwunderlich, denn die Motorfliegerei war bei uns in Deutschland erst zwei Jahre alt. Den Anstoß zu den ersten Flugversuchen hatte auch wieder die Aussetzung

eines Preises durch i^n Maschinensabrikanten Lanz gegeben, der es, wie viele seiner Lands­leute, nicht mehr mitansehen konnte, daß bei uns seit Lilientchals Fliegertod nichts mehr auf fliegerischem Gebiet getan worden war, während die Franzosen einen Flugrekord nach dem anderen errangen. Lanz hatte daher demjenigen deutschen Flugzeugkonstrukteur, dessen Maschine einen Flug in Form einer horizontalen Acht um zwei Masten ausführte, die in 2000 Meter Entfernung aufge­stellt waren, 40 000 Mark versprochen. Der Inge­nieur Hans Grade bewarb sich um diesen Preis. Er hatte etwas vor den meisten Flugzeugkonstruk­teuren seiner Zeit voraus, er konnte nämlich rech­nen. Er hatte sich auch schon längere Zeit mit dem Flugproblem beschäftigt, und es waren ihm mit seinem Flugapparat auch bereits Sprünge von mehreren Metern gelungen.

Die Flugzeugerbauer scheiterten damals fast immer daran, daß die Motoren für die zerbrech­lichen Fluggeräte zu schwer waren und zu wenig leisteten. Dies erkannte auch Grade sofort und machte sich an den Bau eines kleinen Zweizylinder- Motors, der sehr leicht war und 16 PS leistete. Diesen baute er in fein Flugzeug ein, das in seiner Konstruktion sehr stark von den französischen Doppel­deckern abwich. Diese hatten die Form bines Kasten­drachens, während sein Flugzeug ein kleiner Ein­decker war, dessen Tragflügel an den Enden spitz zuliefen und Vogelflügeln ähnelten. Grade saß i n einer Art Liege st uhl, der unter den Flügeln aufgehängt war.

Beim ersten Versuch zur Erringung des Lanz- Preises hatte er allerdings Pech; fein Flugzeug wurde durch einen damals völlig unerwarteten und unbekannten Abwind auf den Wald herunterge­drückt. Ein Trümmerhaufen war das Ende. Schon ein Jahr später, am 30. Oktober 1909, startete Grade wieder mit einem neuen Flugzeug. Nach langen Startvorbereitungen, wie Tanken, Nachsehen des Motors, Durchdrehen der Luftschraube und nochmaligem Ueberprüfen der Steuerseile, sprang der Motor mit Hellem Knattergeräusch an, das Flugzeug rollte immer schneller, mit einer riesigen Staubwolke hinter sich, über den Sandboden, führte ein paar kleine Sprünge aus, erhob sich schließlich wie eine schwerfällige Hummel und flog in niedriger Höhe, etwas unsicher und tastend, aber unbeirrt, zuerst die eine, dann die zweite Kurve. Nach der Landung wurde Grade von den begeisterten Zu­schauern als der erste erfolgreiche deut­sche Motorflieger gefeiert, unter ihnen be­fand sich auch Lanz, mit dem Scheckbuch in der Brusttasche. _

Wer einmal die in den Jahren 1908 bis 1910 auf Flugtagen vorgeführtenAeroplane" gesehen hat, wird sie sicher mit dem EhrennamenFlie­gendes Drahtverhau" bezeichnet haben. Doch in diesem leichten Spott lag auch eine große Bewunderung und auch ein bißchen Rührung, denn wir haben heute nicht vergessen, daß wir diesen ersten Flugpionieren, unter ihnen G trief), Kon­strukteur der weltberühmten Taube, Dörner, dessen Flugzeuge fast ausschließlich aus langen Bambusstöcken gebaut waren, August Euler, der den ersten Deutschen Flugzeugführerschein erwarb, daß wir diesen Männern den heutigen Hochstand unserer Fliegerei zu verdanken haben. Rs.

Heuschreckenschwärme über Madrid.

Ueber dem Stadtgebiet von Madrid sind große Heuschreckenschwärme niedergegangen. Auch in der Umgebung von Madrid haben sich die Heu­schreckenschwärme niedergelassen und alles kahl­gefressen. Die Bevölkerung versucht, durch das An­legen von zahlreichen Feuern die Heuschrecken- schwärme abzuwehren.

Zwei englische Torpedo-Flugzeuge abgeslürzk.

Bei einem Uebunasflug sind zwei englische Tor­pedoflugzeuge der Flugzeugbasis Singapur aus bis­her noch nicht geklärten Gründen abge stürzt. Sechs Mitglieder der Besatzungen kamen ums Leben.

Drei lote, zwei Schwerverletzte bei Familienstreitigkeiten in Basel.

In Basel fanden bei Familienstreitigkeiten drei Personen den Tod, während zwei weitere so schwer verletzt wurden, daß sie kaum mit dem Leben davonkommen dürften. In einem Falle er­schoß ein Bahnbeamter feine von ihm getrennt lebende Ehefrau. Dann richtete er die Waffe gegen sich und verletzte sich so schwer, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Im zweiten Falle gab ein Bauhandlanger auf seine Schwiegereltern und deren zehnjährigen Sohn mehrere Schüsse ab. Der Schwiegervater und der Sohn wurden sofort getötet, während die Schwiegermutter unver­sehrt blieb. Es scheint sich um ein Eifersuchtsdrama gehandelt zu haben.

Vollstreckung zweier Todesurteile.

In Berlin wurden der Bernhard Bromberg und der Paul Maaß hingerichtet, die vom Schwurgericht in Schwerin wegen Mordes und Anstiftung zum Morde zum Tode verurteilt worden waren. Bromberg hat auf Anstiftung des Maaß dessen uneheliches Kind kurz nach seiner Geburt gegen Entgelt ermordet. Maaß hat zu dem Morde angestiftet, weil er durch die Ermordung die Ent- >

deckung eines von ihm an der Mutter des Kindes verübten Sittlichkeitsoerbrechens verhindern wollte.

Vierfacher Frauenmörder hingerichtet.

Am 22. Juni wurde der Robert K o e r n i g aus Cuxhaven hingerichtet, der vom Schwur­gericht in Stade wegen vierfachen Mordes und dreifacher Notzucht zum Tode verurteilt worden war. Der vielfach vorbestrafte Koernig war durch feine Ueberfälle auf Frauen der Schrecken der Be­völkerung an der Elbemündung geworden und hat in den Jahren 1929 bis 1937 in vier Fällen Frauen vergewaltigt und ermordet.

Achtet auf die Kinder!

Mehrere Kinder einer Familie in Niederlützingen bei Koblenz gingen in den Wald, um Erdbeeren zu suchen. Sie hatten dabei ein 1%jähriges Kind bei sich. Nach der Rückkehr stellte sich bei diesem Kind starkes Erbrechen ein. Ein sofort hinzugezogener Arzt stellte eine Vergiftung fest und ordnete die Ueberführung des Kindes ins Krankenhaus an, wo es gestorben ist.

Fünf Tote bei einem Autounglück in England.

In Doncaster in der Grafschaft Porkshire st' ein Personenkraftwagen, der mit fünf Männern be­setzt war, mit einem schweren Lastwagen zusam­men. Der Personenwagen überschlug sich und prallte gegen einen zweiten Lastwagen. Die fünf Insassen wurden getötet.

3n brennendes Oel gestürzt.

Im Hartsteinbruch auf dem Lemberg bei Feil­bingert, unweit Bad Kreuznach, waren zwei Schmiede mit Schweißarbeiten an einem Geleis be­schäftigt. Als der Steinabrichter Friedrich Decker mit einer Kanne Oel über die Gleise ging, blieb er in den Schienen hängen und stürzte.'Das Oel lief aus und entzündete sich sofort an glühenden Eisen­teilen. Decker fiel in die Flammen hinein und er­litt schwere Brandwunden. Arbeitskameraden konnten schließlich die Flammen löschen und den Unglücklichen befreien.

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