Völkerrechts" statt. Professor Costamaana Hegte dar, man müsse eine neue Form des Zusammenlebens der Völker finden, die auch den Lebensbedürfnissen der unbefriedigten Staaten gerecht merde. Staatsrat Professor Dr. Freiherr von Fr e y t a g-Lo r i n g h o v e n sah in der Wiederherstellung der Souveränitäts- lgedanke«, als deren Beginn er den Austritt einiger Großmächte aus der Genfer Entente und Lie Rückkehr einiger kleinerer Staaten zum Grund- faß der strengsten Neutralität bezeichnete, das tragende Clement für die Aufrichtung eines neuen rea- listischen Völkerrechts. In der Diskussion, in der auch Professor Dr. Walz (Köln) sprach, kam der Wunsch zum Ausdruck, das der das bestehende Völkerrecht beherrschende Gedanke des starren Fest- haltens an den Bindungen internationaler politischer Verträge aufgegeben werden müsse.
Südchinesischer Hafen beschossen.
Hongkong, 22. Ium. (Europapreß-Funkspr.) Zehn japanische Kriegsschiffe erschienen am Dienstagabend vor den an der Küste von Kwantung liegenden beiden Inseln Swatau und Namoa. Zur Vorbereitung der Landung japanischer Truppen belegten die Kriegsschiffe beide Inseln mit Granaten, ftie Beschießung dauerte während der ganzen Nacht zum Mittwoch an. Swatau gilt militärisch als Einfallstor für die Provinz Kwantung. Bis Mittwoch morgen lagen in Hongkong noch keine Nachrichten darüber vor, ob es den Japanern gelungen ist, eine Truppenlandung auf den beiden Inseln vorzunehmen.
Gin Schwimmdock für die sowjetrussische Kernost-Kriegsflotte.
M o s k a u , 22. Juni. (Europapreß.) Aus Petro- pawlowsk auf der fernöstlichen Halbinsel Kam« tschatka wird gemeldet, daß dort soeben das Schwimmdock für die sowjetrussische Flotte des Stil- len Ozeans eingetroffen ist, das von Odessa im Schlepptau des Dampfers „Taifun" 11 OOO Meilen zurückgelegt hat. Die sowjetrussische Presse unterstreicht die große Bedeutung dieses Schwimmdocks für die F l o t t e n r ü st u n g e n im Fernen Osten.
Kleine politische Nachrichten.
Die Mutter der Königin von England, C o u n t e ß Ferdinande Strathmore, ist am Donnerstagmorgen im Alter von 76 Jahren in London an einem Herzleiden gestorben.
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Der Admiralstabschef der französischen Marine, Vizeadmiral D a r l a n , hat die Zusammenstellung eines neuen französischen Geschwaders beschlossen, das in erster Linie Jnstruktionszwecken dienen soll. Es wird unter dem Kommando von Vizeadmiral Devin aus verschiedenen Einheiten der französischen Marine bestehen.
Au« aller Wett.
Der Kölner Doppelmordprozeß.
Im Kölner Doppelmordprozeß Schöne- w a l d betonte der Sachverständige Reg.-Medrzinal- rat Dr. Kapp, sein fünfeinhalbstündiges Gutachten zusammenfassend, nochmals, die st a r k e Abhängigkeit der Gerda Schönewald von ihrem Mann. Diese Abhängigkett habe sich nach dem Kennenlernen entwickelt und zunächst das Gepräge starker Verliebtheit gezeigt. Die Abhängigkeit habe eine starke Hörigkeit der Frau zur Folge gehabt. Die Auswirkungen der Hörigkeit auf den Willen des Hörigen könnten unter Umständen eine geistige Schwäche als sekundäre Erscheinung zur Folge haben.
Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Decker II., wollte wissen, wo der Sachverständige die Grenze ziehe zwischen vermindert^ und erheblich verminderter Zurechnungsfähigkeit. Der Sachverständige antwortete, daß die Grenzen im Gesetz festgelegt seien. Die verminderte Zurechnungsfähigkeit sei seiner Ansicht nach in dem vorliegenden Fall nur bedingt gegeben. Der Verteidiger fragte weiter, ob durch die ständigen Einwirkungen des Angeklagten aus seine Frau nicht auch mit der Zeit bei ihm selbst die Einsicht in die Schwere der Tat vermindert werden könnte. Diese Konsequenz glaubte der Sachverständige verneinen zu müs- sen. Der Angeklagte sei im wahrsten Sinne des Wortes ein Psychopath. Psychopathie aber sei niemals ein Grund, eine verminderte Zurechnungsfähigkeit anzunehmen.
Der Verteidiger der Frau Schönewald wollte wissen, warum der Sachverständige den Zustand der Angeklagten bei der Tat als einen Grenz- fall hinstelle, und ob nicht ein anderer Psychiater auch ohne die Voraussetzungen, die er für die Möglichkeit einer Anwendung des § 51 Absatz 2 unterstellte, die Anwendbarkeit dieses Paragraphen des Strafgesetzbuches bejahen könnte. Der Sachverstän- diae erklärte, es sei möglich, daß ein anderer Psychiater zu der erwähnten Schlußfolgerung käme.
Zum Schluß betonte der Sachverständige, daß Widersprüche in verschiedenen Angaben der Angeklagten in der Hypnose vorkommen könnten. Bei einer reinen Erinnerungs-Wiedergabe in der Hypnose seien Fehlerquellen nicht ausgeschlos- sen. Das beziehe sich auch auf die Wiedergabe der Angeklagten in hypnotischem Zustand über den Verlauf der Tat. Er habe deshalb auf die Aeußerung
der Angeklagten, ihr Mann habe den Schuß abgegeben, die sie in der Hypnose wiederholle, kelnen gesteigerten Wert gelegt.
Der Vorsitzende erklärte damll die Beweisaufnahme vorläufig für geschlossen. Die Verteidigung hat sich vorbehalten, noch einige Zeugen laden zu lassen. Die Sitzung wurde vertagt, der Vorsitzende bat um Beschleunigung, da das Gericht und die Geschworenen bald zu einem Urteil kommen wollten.
Oer Lütticher Gistmordprozeß.
Die dritte Woche des Lütticher Giftmord- Prozesses, in dessen Verlauf bis jetzt 100 Zeugen vernommen worden sind, hat trotz der die Angeklagte verschiedentlich belastenden Aussagen noch kein hinreichendes B e w e i s m a t e r i a l erbracht, das auf den Urteilsspruch von entscheidendem Einfluß sein könnte. Nachdem ein Rechtsstudent und Untermieter eines der Opfer der Marie B e k - k e r das seltsame Gebaren der Angeklagten als „Krankenpflegerin" geschildert hatte, wurde ein in der Affäre Damoutte — Frau Damoutte starb ebenfalls „an übermäßigem Teegenuß^ — zuständiger Zeuge, ein Nachbar des Opfers, vernommen. Der Zeuge bezeichnet als auffallend, daß nach dem jähen Tode der Frau Damoutte wie durch ein Wunder die Wäscheschränke leer waren, obwohl die Verstorbene nachweisbar eine stattliche Wäscheausstattung besaß. Als auch der Witwer Damoutte die Angaben des Zeugen bestätigte, schmetterte die Angeklagte ein entrüstetes „Alles gelogen!" in den Saal. Ein anderer Zeuge, eine gewisse Frau VallLe, die bereits über die geheimnisvolle, immer noch unauffindbare Holländerin Daumens vernommen wurde, bestätigt auf eine Frage des Gerichts, daß die ihr von der Angeklagten gereichte Limonade untrinkbar war. Eine unangebrachte Bemerkung der Verteidigung veranlaßt den Gerichtspräsidenten zu der Drohung, er werde jeden Zwischenrufer, sei es auch der Verteidiger, unverzüglich aus dem Saale verweisen lassen. — Ferner trat eine Zeugin auf, die gleich anderen behauptet, das Opfer eines Vergiftungsversuches der Becker zu sein. Einmal, so erklärte die Zeugin, habe chr die Angeklagte eine Tasse Tee gereicht, der derart bitter war, daß sie schon nach dem ersten Schluck der Angeklagten vorhielt, den Tee vergiftet zu haben. Frau Becker, so schloß die Zeugin, habe jedesmal nach Einnahme einer Erfrischung die Tasse sorgfältig gespült.
Ein neuer Entführungsversuch in England?
Unter großen Überschriften veröffentlichen die englischen Blätter Meldungen über einen angeblichen Versuch zur Entführung des zweijährigen Sohnes der Gräfin Reventlow, der ehe- maligen Fürstin Mdivani (aus einem allen kaukasischen Fürstengeschlecht des ehemaligen Königreichs Georgien), und unter ihrem Mädchennamen bekannten Barbara H u t t o n, der Woolworth- Erbin. Di" schloßartige Villa der Gräfin Revenllow im Regents Park in London, vor der sich große Menschenmassen einfanüen, ist durch Wachen geschützt. Besucher werden nur nach eingehender Prüfung ihrer Personalien eingelassen. In einer von öejn Rechtsberater der Gräfin abgegebenen Erklärung wird betont, daß die Gräfin aus juristischen Gründen gegenwärtig keine näheren Angaben machen werde. Don Scolland Yard wurde dagegen er» klärt, es lägen keinerlei Mitteilungen über ein Komplott gegen den jungen Reventlow vor, und die Polizei habe auch keine Wachen gestellt. Wie die Londoner Abendblätter melden, hat die Gräfin Haugwitz-Reventlow, die Tochter des amerikanischen Millionärs Hutton, einen Drohbrief erhalten, daß ihr zweijähriger Sohn zum Zwecke der Erpressung entführt werden soll.
Wegen Verheimlichung der Maul- und Klauenseuche bestraft. LPD. Marburg, 21. Juni. Am 10. Juni wurde im Kreisort Allna ein Landwirt in Untersuchungshaft genommen, nachdem man festgestellt hatte, daß dieser entgegen den bestehenden strengen Vorschriften den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche unter seinem Viehbestände etwa seit dem 31. Mai verheimlichte und auch nichterhitzte Mllch der erkrankten Tiere an eine Molkerei lieferte. Das Verhalten des Landwirts war nach dadurch besonders fahrlässig, weil er nebenbei das Amt des Fleischbeschauers in Allna und zwei Nachbardörfern versah und auch die Gehöfte dieses Orte durch Ansteckung gefährdete. Durch den Angeklagten ift die Seuche auf zwei Nachbargehöfte verschleppt worden. Vor dem Schöffengericht gab der Angeklagte u. a. an, daß er wohl an einem Kuheuter Krankheitserscheinungen wahrgenommen, aber nicht an die Seuche gedacht habe, insbesondere da die Kuh ihre gewöhnliche Futtermenge zu sich nahm und auch in der Milchleistung nicht nachließ. Er behandelte die Hufe mit Lysol und das Euter mit Borsalbe. Am Maule des Tieres habe er keine Bläschen bemerkt. Da der Angeklagte grob fahrlässig handelte und seiner Anzeigepflicht nicht nachkam, hielt das Gericht eine Freiheits st rufe für notwendig, um auch andere in gleicher Sage befindliche Volksgenossen zu warnen. Strafmildernd waren lediglich die seitheriae Unbescholtenheit und die schwere Kriegsbeschädigung des Angeklagten. Das Gericht erkannte wegen Verstoßes gegen die viehfeuchen- polizeilichen Bestimmungen auf zwei Monate Gefängnis. ____________________
Die fliegenden Drahtverhaue.
Der Klugzeugjäger von Tauberbischofsheim. — Lustrekorde vor dreißig Zähren.
Es beginnt fast wie im Märchen: Friedlich faß Meister Lampe am Rande eines Kleefeldes und ließ sich das Abendbrot, das aus zarten Kleeblättchen bestand, vortrefflich munden. Ab und zu richtete er sich auf, stellte feine großen Klappohren aufrecht und fing mit ihnen — physikalisch gesprochen — die Schallwellen auf, die in der Lust umhersausten. Er ahnte nicht, daß das Verhängnis mit einem Schlapphut, einer Lodenjacke, ausrangierten Kommißstiefeln, unrasiert und mit einer schrecklichen Donnerbüchse bewaffnet, hinter einem Strauch lag. Plötzlich traf seine Ohren ein schrecklich brummendes, donnerndes, fauchendes und zischendes Geräusch. Blitzschnell drehte er sich um und machte vor Entsetzen ein Männchen: Ein riesiger, noch nie gesehener Raubvogel schwebte über dem nahen Wald und kam mit großer Schnelligkeit heran, indem er in der eben beschriebenen Art und Weise vor Mordlust grunzte. Lampe tat, was ein vernünftiger Hase tn solchen Augenblicken zu tun hat, er ergriff das Hasenpanier und raste in den Wald hinein. Hinter einem Baum hervor prüfte er dann die strategische Lage. Er sah, daß der greuliche Piepmatz nur noch wenige Meter über dem Erdboden war, als plötzlich aus einem Gebüsch heraus eine Flinte auf den Vogel gerichtet wurde, los- krachte, ein Mann mit Schlapphut und Lodenjacke hervorsprang, seine Büchse fallen ließ und in den nächsten Sekunden verschwunden war. Lampe blieb vor Erstaunen hierüber das Mäulchen offenstehen.
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Die Etrich-Taube setzte auf, rollte noch ein paar Meter über den unebenen Boden des Kleefeldes und blieb dann stehen. Hellmuth H i r t h stellte den Motor ab, kletterte aus dem Führersitz und schüttelte seinem Freund im Beobachtersitz die Hand. „Das ist noch mal wieder gut gegangen!" rief er lachend. Es war allerdings nicht Das erstemal, daß er beim Fliegen mit heiler Haut davongekommen war, war er doch einer der bekanntesten Sportflieger der Vorkriegszeit, der schon so manche gefährliche und unbekannte Situation gemeistert hatte. Daß ein Flurschütze aber, wie heute, auf seine gute Taube schoß, das war ihm bisher noch nicht passiert. Nun, man konnte schließlich im Jahre 1911 nicht von den Leuten in Tauberbischofsheim — hier waren sie nämlich notgelandet — verlangen, daß sie eine harmlose *50pfertrige Taube von einem Riesenraub- oogel unterscheiden konnten.
Hirth befand ^sich gerade auf dem Flug von München nach Berlin, eine Strecke, die er in zwei Tagen zurücklegen mußte, wenn er den Kathreiner- Preis gewinnen wollte. Die Fabrik hatte für die Bewältigung dieser 500 Kilometer langen Strecke einen Preis von 50 000 Mark ausgesetzt, um hierdurch die Leistungen der deutschen Fliegerei zu erhöhen. Hirth hatte sich um diesen Preis beworben; die Zeit war auch sehr günstig für ihn, we l fast alle Flieger von Namen sich gerade an dem ersten Deutschen Rundflug beteiligten. In vier Wochen waren 19 0 0 Kilometer zurückzulegen. Die Flieger flogen teilweise über Teile von Deutschland, deren Bewohner noch nie ein Flugzeug gesehen hatten. Dies war ja auch nicht verwunderlich, denn die Motorfliegerei war bei uns in Deutschland erst zwei Jahre alt. Den Anstoß zu den ersten Flugversuchen hatte auch wieder die Aussetzung
eines Preises durch i^n Maschinensabrikanten Lanz gegeben, der es, wie viele seiner Landsleute, nicht mehr mitansehen konnte, daß bei uns seit Lilientchals Fliegertod nichts mehr auf fliegerischem Gebiet getan worden war, während die Franzosen einen Flugrekord nach dem anderen errangen. Lanz hatte daher demjenigen deutschen Flugzeugkonstrukteur, dessen Maschine einen Flug in Form einer horizontalen Acht um zwei Masten ausführte, die in 2000 Meter Entfernung aufgestellt waren, 40 000 Mark versprochen. Der Ingenieur Hans Grade bewarb sich um diesen Preis. Er hatte etwas vor den meisten Flugzeugkonstrukteuren seiner Zeit voraus, er konnte nämlich rechnen. Er hatte sich auch schon längere Zeit mit dem Flugproblem beschäftigt, und es waren ihm mit seinem Flugapparat auch bereits Sprünge von mehreren Metern gelungen.
Die Flugzeugerbauer scheiterten damals fast immer daran, daß die Motoren für die zerbrechlichen Fluggeräte zu schwer waren und zu wenig leisteten. Dies erkannte auch Grade sofort und machte sich an den Bau eines kleinen Zweizylinder- Motors, der sehr leicht war und 16 PS leistete. Diesen baute er in fein Flugzeug ein, das in seiner Konstruktion sehr stark von den französischen Doppeldeckern abwich. Diese hatten die Form bines Kastendrachens, während sein Flugzeug ein kleiner Eindecker war, dessen Tragflügel an den Enden spitz zuliefen und Vogelflügeln ähnelten. Grade saß i n einer Art Liege st uhl, der unter den Flügeln aufgehängt war.
Beim ersten Versuch zur Erringung des Lanz- Preises hatte er allerdings Pech; fein Flugzeug wurde durch einen damals völlig unerwarteten und unbekannten Abwind auf den Wald heruntergedrückt. Ein Trümmerhaufen war das Ende. Schon ein Jahr später, am 30. Oktober 1909, startete Grade wieder mit einem neuen Flugzeug. Nach langen Startvorbereitungen, wie Tanken, Nachsehen des Motors, Durchdrehen der Luftschraube und nochmaligem Ueberprüfen der Steuerseile, sprang der Motor mit Hellem Knattergeräusch an, das Flugzeug rollte immer schneller, mit einer riesigen Staubwolke hinter sich, über den Sandboden, führte ein paar kleine Sprünge aus, erhob sich schließlich wie eine schwerfällige Hummel und flog in niedriger Höhe, etwas unsicher und tastend, aber unbeirrt, zuerst die eine, dann die zweite Kurve. Nach der Landung wurde Grade von den begeisterten Zuschauern als der erste erfolgreiche deutsche Motorflieger gefeiert, unter ihnen befand sich auch Lanz, mit dem Scheckbuch in der Brusttasche. _
Wer einmal die in den Jahren 1908 bis 1910 auf Flugtagen vorgeführten „Aeroplane" gesehen hat, wird sie sicher mit dem Ehrennamen „Fliegendes Drahtverhau" bezeichnet haben. Doch in diesem leichten Spott lag auch eine große Bewunderung und auch ein bißchen Rührung, denn wir haben heute nicht vergessen, daß wir diesen ersten Flugpionieren, unter ihnen G trief), Konstrukteur der weltberühmten Taube, Dörner, dessen Flugzeuge fast ausschließlich aus langen Bambusstöcken gebaut waren, August Euler, der den ersten Deutschen Flugzeugführerschein erwarb, daß wir diesen Männern den heutigen Hochstand unserer Fliegerei zu verdanken haben. Rs.
Heuschreckenschwärme über Madrid.
Ueber dem Stadtgebiet von Madrid sind große Heuschreckenschwärme niedergegangen. Auch in der Umgebung von Madrid haben sich die Heuschreckenschwärme niedergelassen und alles kahlgefressen. Die Bevölkerung versucht, durch das Anlegen von zahlreichen Feuern die Heuschrecken- schwärme abzuwehren.
Zwei englische Torpedo-Flugzeuge abgeslürzk.
Bei einem Uebunasflug sind zwei englische Torpedoflugzeuge der Flugzeugbasis Singapur aus bisher noch nicht geklärten Gründen abge stürzt. Sechs Mitglieder der Besatzungen kamen ums Leben.
Drei lote, zwei Schwerverletzte bei Familienstreitigkeiten in Basel.
In Basel fanden bei Familienstreitigkeiten drei Personen den Tod, während zwei weitere so schwer verletzt wurden, daß sie kaum mit dem Leben davonkommen dürften. In einem Falle erschoß ein Bahnbeamter feine von ihm getrennt lebende Ehefrau. Dann richtete er die Waffe gegen sich und verletzte sich so schwer, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. — Im zweiten Falle gab ein Bauhandlanger auf seine Schwiegereltern und deren zehnjährigen Sohn mehrere Schüsse ab. Der Schwiegervater und der Sohn wurden sofort getötet, während die Schwiegermutter unversehrt blieb. Es scheint sich um ein Eifersuchtsdrama gehandelt zu haben.
Vollstreckung zweier Todesurteile.
In Berlin wurden der Bernhard Bromberg und der Paul Maaß hingerichtet, die vom Schwurgericht in Schwerin wegen Mordes und Anstiftung zum Morde zum Tode verurteilt worden waren. Bromberg hat auf Anstiftung des Maaß dessen uneheliches Kind kurz nach seiner Geburt gegen Entgelt ermordet. Maaß hat zu dem Morde angestiftet, weil er durch die Ermordung die Ent- >
deckung eines von ihm an der Mutter des Kindes verübten Sittlichkeitsoerbrechens verhindern wollte.
Vierfacher Frauenmörder hingerichtet.
Am 22. Juni wurde der Robert K o e r n i g aus Cuxhaven hingerichtet, der vom Schwurgericht in Stade wegen vierfachen Mordes und dreifacher Notzucht zum Tode verurteilt worden war. Der vielfach vorbestrafte Koernig war durch feine Ueberfälle auf Frauen der Schrecken der Bevölkerung an der Elbemündung geworden und hat in den Jahren 1929 bis 1937 in vier Fällen Frauen vergewaltigt und ermordet.
Achtet auf die Kinder!
Mehrere Kinder einer Familie in Niederlützingen bei Koblenz gingen in den Wald, um Erdbeeren zu suchen. Sie hatten dabei ein 1%jähriges Kind bei sich. Nach der Rückkehr stellte sich bei diesem Kind starkes Erbrechen ein. Ein sofort hinzugezogener Arzt stellte eine Vergiftung fest und ordnete die Ueberführung des Kindes ins Krankenhaus an, wo es gestorben ist.
Fünf Tote bei einem Autounglück in England.
In Doncaster in der Grafschaft Porkshire st'eß ein Personenkraftwagen, der mit fünf Männern besetzt war, mit einem schweren Lastwagen zusammen. Der Personenwagen überschlug sich und prallte gegen einen zweiten Lastwagen. Die fünf Insassen wurden getötet.
3n brennendes Oel gestürzt.
Im Hartsteinbruch auf dem Lemberg bei Feilbingert, unweit Bad Kreuznach, waren zwei Schmiede mit Schweißarbeiten an einem Geleis beschäftigt. Als der Steinabrichter Friedrich Decker mit einer Kanne Oel über die Gleise ging, blieb er in den Schienen hängen und stürzte.'Das Oel lief aus und entzündete sich sofort an glühenden Eisenteilen. Decker fiel in die Flammen hinein und erlitt schwere Brandwunden. Arbeitskameraden konnten schließlich die Flammen löschen und den Unglücklichen befreien.
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