Bücher unter dem
Deutsche Erzähler.
— Mirko Jelusich: Der Ritter. Roman. Verlag W, Scheuermann, Wien I. Preis broschiert 4,50 RM., geb. 6,50 RM. — (474.) — Der Autor macht in diesem außerordentlich fesselnden Roman mit dem Leben und. Kampf Franz von Sickingens, des Freundes Huttens und Vorkämpfers Luthers, um Deutschland bekannt. Er schildert in packender Weise diesen heldenhaften Mann in geradezu dramatischer Bildfolge und mit ihm zugleich die Zeit der beginnenden Reformation, des Heraufsteigens einer neuen Welt an Stelle der durch innere Morschheit versinkenden alten. Der Leser gewinnt durch diese^Erzühlung tiefen Einblick in ein Kapitel der gesamtdeutschen Geschichte, aus dem er das Wissen um die großen und ewigen Kräfte des deutschen Volkes gewinnen und vertiefen kann. Man darf feststellen, daß mit diesem Buche der deutschen Leser- gemeinschaft eine Gabe überreicht worden ist, die zu den wertvollsten gehört und die gerade in unserer Zeit der Neuformung des deutschen Volkes und seines geistigen Gesichts besondere Bedeutung besitzt. Dieses Buch wird vor allem auch unsere Jugend mit großem Nutzen und mit Gewinn für ihr ganzes Leben lesen können. Daher sei es auch nach dieser Hinsicht mit einer guten Empfehlung angezeigt.
Ernst Blumschein.
— Rösy von Känel: Im Namen der Liebe . . . Ein Bekenntnis. Preis Leinen RM. 4,00. Eugen Rentsch Verlag, Erlenbach-Zürich. Eine junge, ledige, berufstätige Frau glaubt, auf illegalem Wege zu einem Herzensglück zu kommen, indem sie daß äußere wie das innere Gesetz mißachtet und umgeht. Das Buch zeichnet ihren Weg, schildert ihren Kampf, ihr^ Hoffnung, ihre Sehnsucht; begleitet sie durch das Dunkel der Lüge und Schuld 6n ein scheinbares Glück — und wieder hinaus ins Licht der Wahrheit, um zu bekennen, daß es fein Glück ohne das Hoheitszeichen des Rechts gibt, und baß die Seele sich nicht selber betrügen kann.
— Ursula Kobbe: Palett e.und Maske. Roman einer Künstlerehe. In Halbleder. Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. — (524) — Dieser Roman ist von einem Menschen geschrieben, der selbst Abend für Abend in immer gleichbleibender "fieberhafter innerer Erregung das Zeichen des auf- gehenden Vorhanges erwartet hat. Auftreten dürfen! Das allein ist für einen jungen Künstler das ewig federnde Sprungbrett. Aus der Atmosphäre der Licht- und Schattenseiten dieses Berufsmilieus, verbunden mit dem eines um Anerkennung und Existenzmöglichkeit ringenden Malers, entwickelt die junge Autorin die Lebens- und Schicksalsgeschichte kines Kreises junger Künstler
— Die Hellseherin. Roman von Richard W e n z. (Verlag Friedrich Gutsch, Karlsruhe. Gebd. 8,85 RM.) — 267. — Der Autor führt den Leser tn ein Dorf des Mosellandes. Das dunkle Schicksal über einem Bauern- und Winzerhof und seiner Bewohner ist die Handlung, die ein auch heute noch von psychologischen Wissenschaftlern erörtertes Thema zum Gegenstand hat. Von 1648, der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, bis in unsere Jahre
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eihnachtsbaum.
ist der Bogen der Erzählung gespannt. Im ersten Teil des Romans find Totsachen der badischen und pfälzischen Ortsgeschichte zugrunde gelegt, die Ahnenfolge ist gleichfalls dem Leben entsprechend, die Hellseherin und die sie umgebenden Menschen sind Dichtung. Man liest das Buch mit interessierter Spannung. * , ,
— Arno Dohm: Die Flotte Gottes. Preis in Leinen 4,40 RM. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. — (511) — Als 1588 der Spanierkomg Philipp eine Kreuzzugsflotte von 150 Kampfschiffen mit 30 000 Soldaten unter dem Segen der Kirche und mächtigem Aufwand gegen das „ketzerische England rüstet, setzt er mit dieser Flotte Gluck und Macht seines Reiches aufs Spiel. Denn als Beginn zum Endkampf um die Seeherrschaft sehen auch Englands weitblickende Admirale diesen ungeheuren Seezug an. Das Wunder geschieht: Englischer Wagemut und englische Seemannskunst zerschlagen die „Glückhafte Armada". Die Naturgewalten geben der stärksten Flotte der Erde den Rest, und das aufstrebende England tritt das Erbe der spanischen Weltherrschaft an. Ein fesselnder Seekriegsroman, nach den Tatsachen gestaltet.
Ausländische Literatur.
— «Philip Gibbs: Brücke zum Morgen. Roman. Preis kart. 4,80, geb. 5,50 Mark. Universitas, Deutsche Verlags AG., Berlin W 50. — (366) — In diesem englischen Zeitroman gehört die Anteilnahme des Autors zwei Liebenden, die aufmerksam verfolgen, welche Stellung England den „faschistischen" Staaten gegenüber einnimmt. Da ist zwar immer von „unteilbarem Frieden", von „kollektiver Sicherheit" die Rede — aber droht nicht hinter diesen Thesen das Gespenst eines kollektiven, ganz und gar unteilbaren Krieges? Ein ursprünglich völkerbundgläubiger Pazifist muß diese Frage schließlich bejahen und damit der Jugend die Hand reichen, die innerlich gesund genug ist, um aus dem Dickicht der politischen Meinungen herauszufinden. Dank dem Freimut und der Vorurteilslosigkeit des Autors endet dieser politische Erziehungsroman mit dem mannhaften Bekenntnis zu einem besseren Europa, in dem die gegenseitige Achtung die Gtund- lage^-fstr eine ehrliche Verständigung ist.
— Marcel Dioux: Anna Boleyn. Die jungfräuliche Geliebte Heinrichs VIII. Preis in Ganzleinen gebunden RM. 5,80. Verlag Paul Zfolnay, Berlin. —(388)— Heinrich VIII., der als gekrönter Blaubart in die englische Geschichte eingegangen ist, worüber man meist seine Leistungen als Staatsmann vergißt, ist neuerdings auch durch Fum und Belletristik ausgiebig bekannt geworden, ebenso wie Anna Boleyn, die Hofdame der unglücklichen Königin Katharina. Sie spielte ein gefährliches Spiel, als sie dos Auge des schönheitsdurstigen Königs «uf sich zog und nicht eher ruhte, bis er sie neben sich ayf den Thron hob. Das Spiel endete auf dem Schafott, und nur durch ihre Tochter, die große Königin Elisabeth, hat sie einen Platz in der Geschichte erhalten. Dies Buch eines Franzosen ist unleugbar spannend geschrieben, aber eine Reportage, die über den Zweck prickelnder Unterhaltung nicht hinausgeht. Fr. W. Lange.
Lyrik.
— Achim von Akerman: Die Stunde vor Tag. Gedichte. 85 Seiten. In Leinen 4 RM. Im Insel-Verlag zu Leipzig, 1938. — (544) — Der junge Balte Achim von Akerman, der bereits mit einem Gedichtbuche „Gesichte der Heimat" an die Oeffentlichkeit getreten ist, hat die verpflichtende Auszeichnung erfahren, vom Insel-Verlag in eine Sammlung lyrischer Dichtung ausgenommen zu werden, in der man unter andern Ricarda Huch, Carossa und Schaeffer begegnet: das wird von vornherein den Blick aller am lyrischen Gedicht Teilnehmenden auf den neuen Namen lenken. Wenn man das Buch gelesen hat, muß man wieder einmal an Rilke denken .und an das, was er über junge Dichter und frühe Gedichte gesagt hat: es ist nicht leicht, die Eindrücke zusammenzufassen, die sich aus dieser ersten Begegnung mit Akerman ergeben. Vielleicht wird sich zuerst die Vielfalt der Formen ausdrängen, die der Gedichtfolge einen lebhaft bewegten Rhythmus mitteilt; dann, über das äußere Bild hinaus, die ungeduldige, tastende, ahnungsvolle Unmittelbarkeit, mit der in diesen Gedichten ein junger Mensch seiner Umwelt und ihren Erscheinungsformen gegenübersteht; und was die Gegenstände oder Inhalte angeht, wenn im lyrischen Gedicht überhaupt davon die Rede sein soll, so scheinen hier in früher Kindheit und heimatlicher Landschaft die nachwirkenden Erlebnismächte zu ruhen, die ursprünglich und ohne Umweg zur Gestaltung und Aussage drängten.
Hans Thyriot.
— Kampf und Glaube. Gedichte österreichischer Dichter 1933 bis 1938. Herausgegeben von Hein Stünke. 86 Seiten. Kartoniert 2, Ganzleinen 3 RM. Ludwig Doggenreiter Verlag, Potsdam. — (539) — Der Band vereinigt Bekenntnisse österreichischer Dichter aus der' Kampfzeit von 1933 bis 1938. Durch die Begrenzung auf einige Jahre und ein Gebiet konnten, wie der Herausgeber im Nachwort bemerkt, nicht immer die Maßstäbe angelegt werden, die sonst für ein Gedicht Geltung haben müssen. Immerhin finden sich unter den Mitarbeitern so bedeutende Nomen, wie Weinheber, Tumler, Billinger, Nabl„ Jelusch, von jüngeren Kräften Erna Blaas und Gertrud Fussenegger.
Für die Zugend.
— Die Wolfsgeschwister. Erzählung von Joseph Bieniasz. Aus dem Polnischen übertragen von Paul K u tz n e r. 190 Seiten. Mit Textbildern von R. Busoni. 1938. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Leinen 4,80 RM. — (344) — Diese Geschichte von Kuba Pikor, dem Hundesänger, und seinen drei Wölfen hat etwas von einer alten Ballade. Es gehen in chr keine großen Dinge vor, aber was geschieht, hat die einfache Größe aller unverfälschten Natur. Kuba, der noch die Sprache der Tiere kennt und die Macht des Umgangs mit ihnen hat, ist ein Stück dieser Natur; gutmütig und schlau streicht er durch die Urwälder des Polesie; den Bauern erzählt er seltsame Geschichten, vor dem Krieg verbirgt er sich mit den Wölfen tief in den Wäldern, bis Kosaken ihn aufstöbern und nach Rußland verschleppen. Die Wölfe, die er unter mancherlei Schwierigkeiten auf der zoologischen Station des Waldes betreut und aufgezogen hat, verwildern, sobald er fort ist. Sie werden der
Schrecken der ganzen Umgegend. Mit ungebrochenes Instinkten führen sie ihr Wolfsdasein, jagen und räubern, bis der nach Jahren heimgekehrte Kuba wieder Macht über sie gewinnt.
— Robert Theuermeister: Komische Käuze. Alte deutsche Schwänke und Schnurren. 96 Seiten. Mit 14 Vollbildern von Franz Bilko. Ganzleinen RM. 1,80 (Herold-Verlag, Stuttgart). — (441.) — Das Buch erzählt in leichter kinder- tümlicher Art von seltsamen Erlebnissen merkwürdiger Menschen und geheimnisvollen Begebenheiten in Dorf und Kleinstadt. Aus dem reichhaltigen Inhalt: Sparwas und Habwas — Das goldene Ei — Vom Besenfriedel — der Riese Timpetu — Die fünf Lügenbrüder — Das Futtermännchen — Der Schneebäcker und der Eismüller.
— Wie strahlend bunt i ft diese Schar! Gedichte von Otto Nebelthau. Bilder von Else Wenz-Vietor. 1,25 RM. Verlag Josef Scholz, Mainz. — (433) — Ein Blumenbuch für unsere Jüngsten. Else Wenz-Vietor hat ihr bestes Können dazu gegeben. Das Büchlein wird bei Kindern und Erwachsenen Entzücken auslösen.
— Erstens kommt es anders ... Roman von Edith Zellwecker. (Franckh'sche Verlags- Luchhandlung, Stuttgart. Gebd. 4,80 RM.). — 345. — Eine Erzählung voll heiterer Liebenswürdigkeit, in deren Mittelpunkt ein frisches Mädel, die Studentin Lili, steht; Wiener Luft und englische Lebensart spielen eine hervorragende Rolle in dem bunten Geschehen. Das studentische Leben in Wien, die gleichsam schwerelose Luft dieser Stadt, Ferientage in den Bergen, winterliche Schifahrten auf der einen Seite, auf der anderen das Leben in dem englischen Elternhaus dreier Brüder, ergeben hintergründige Kontraste, immer wieder gelöst in der Gestalt der Lili, die bei allen scheinbaren Irrungen, bei aller Unsicherheit ihrer halb ernsten, halb verspielten Gefühle doch mit untrüglichem Instinkt sich selber treu zum guten Ende strebt. Ein Roman, der besonders unseren Frauen und Mädchen viel Freude bereiten wird.
Vorläufige Anzeige.
Im Verlag Rütten & Loening in Potsdam erschien von Frederick Wight die „Chronik des Kapitäns Kane" (Preis in Seinen gebunden 8,50 RM.) ein umfangreicher Roman aus dem Neuengland um die Mitte des vorigen Jahrhunderts. Das an Abenteuern reiche Leben eines Seefahrers wird in das politische und soziale Geschehen seiner Zeit gestellt.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil:ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38:' 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
Gustav Ekarius
Gießen, den 22. Dezember 1938.
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An den Folgen eines Unglücksfalles verschied am 21. Dezember unser lieber Arbeitskamerad
Im 35. Lebensjahre. - Wir verlieren in Ihm einen pflichtgetreuen und hilfsbereiten Mitarbeiter und guten Kameraden. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten.
Betriebsführer und Gefolgschaft der Firma Jean Dem <fc Co. G.m. b.H.
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im Alter von 57 Jahren in der Chirurgischen Klinik in Gießen am 20. Dezember 193s sanft entschlafen.
In tiefer Trauer:
Marie Walther, heb. Steher, nebst Kindern n. Enkelkindern.
Daubringen, den 22. Dezember 1938.
Die Beerdigung findet am Freitag, dem 23. Dezember, nachmittags 2*/2 Uhr statt
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