Ausgabe 
22.12.1938
 
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Feinde im eigenen Land

-.M.)

Außenminister G a f e n c u. (Scherl-Bi

Ein englisch-skandinavisches Flotienabkommen.

London, 21. Dez. (Europapreß.) Im Außen­ministerium wurde am Mittwoch das englisch- skandinavische Flottenabkommen unterzeichnet. Die Unterzeichnung wurde auf englischer Seite von Lord Halifax vorgenommen, während Däne­mark, Finnland, Schweden und Nor­wegen durch ihre Gesandten vertreten wurden. Durch den Abschluß des neuen Vertrages sind nun­mehr sämtliche Anliegerstaaten der Ostsee auf die Bestimmungen des Londoner Flottenvertrages von 1936 verpflichtet. Für England liegt der Wert dieses Abkommens darin, daß nunmehr auch die skandinavischen Staa­ten, wie alle anderen Unterzeichner des Abkom­mens, zum Austausch von Informatio­nen iiber ihre Flottenbauprogramme verpflichtet sind.

Landesbauernsührer Wagner aus dem General appell der Landesbauernschast Hejsen-Rassau.

Finonftiiden, die in und nach dem Kriege das deut« sch- Valksvermäaen nm Milliarden von ge­schädigt haben. Nutznießer: Alliuda! D. S.

150 000 Köpfen anqesiedelt. Gleichzeitig sind 4000 Familien mit rund 36 000 Personen nach den über­seeischen Besitzungen Italiens, einschließlich Abes­siniens, verpflanzt worden.

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Am Vorabend des Weihnachtsfestes sind von der italienischen Regierung 5 0 9 Verbannt- b e - g n a d i g t und in Freiheit gesetzt worden.

ausüben konnte. _ ,.

So wie es Bleichröder gelang, mit dem Zweiten Reich ins Geschäft zu kommen, so wie es den Roth- childs möglich war, in allen Hauptstädten Europas die Finanzjuden zu werden, so brachte es Men- d e l s s o h n fertig, für Has Zarenreich das zu sein, was der Rothschild in Wien und Paris war. Es ist den Juden oft nachqesaqt worden, sie hatten sich des­halb dem Bank- und Geldgeschäft zuwenden müssen, weil sie vom Mittelalter bis zur Emanzipation unter dem Druck der Judengesetze und des Judenverrufs gezwungen gewesen seien, vom Geldverleih und non Wucherzinsen zu leben. Diese Vorbelastung hätte ie dann besonders für das Dankaeschäft aeeiqnet ae- macht. was aber ein jüdisches Märchen ift. denn die Technik des Bankwesens wurd- im Mittelalter und in der Neuzeit wie das kapitalistische System über­haupt n i ch t von Juden aeschafsen und durchg-bildet; sie sind immer nur Mitläufer und Nutz- nießer gewesen, für die der Kapitalismus nicht Mittel zum Zweck war, Wirtschaft und Vrodukticm zu befruchten, sondern Selbstzweck Als Deutschland in der zweiten Halste des 19 Jahrhunderts sich zum Industriestaat entwickelte, als das deutsche Volk in den Werkstätten und Kontoren, in den Härsälen der Technischen Hochschulen daranging, in unermüdlicher Arbeit eine Industrie ohnegleichen auszubauen, waren die Juden bestimmt nicht in den Werkstätten zu finden. Auch nicht in den Kantoren der Industrie, wobl aber in den Ranken und Rärsenlälen. D-r Jude war es.'der ein» Bärsentechnik entwickelte, die schon zur Zeit des Aufkommens von wirklichen Wirt-

Der Konflikt Höre Delisha.

London, 21. Dez. (DNB.) Der Konflikt um den Kriegsminister H o r e B e l i s h a hat sich offen­sichtlich zugespitzt. Auf Veranlassung Höre Belishas faßten die Nationalliberalen eine Protest- entschließung, die sich dagegen wendet, daß Höre Belisha von seinen Gegnern für seinen Minister- posten als unfähig und ungeeignet be» zeichnet wird. Höre Belisha suchte daraufhin Chamberlain auf und hatte mit ihm eine längere Unterredung, über deren Ergebnis jedoch nichts bekanntgegeben wurde. Anschließend begab sich Chamberlain zum König, um ihm über die Lage zu berichten. Wie verlautet, hat Chamberlain den parlamentarischen Staatssekretär im Kriegs­ministerium Lord Strathcona sowie den par­lamentarischen Staatssekretär im Kolonialministe-

Kriegsauszeichnung dekoriert; er ist Ritter des Mi- chael-Helden-Kapitels. Gafencu wurde auch nut Dem englischen Kriegskreuz ausgezeichnet. Schon früh­zeitig betrat er die politische Laufbahn; er war wiederholt Abgeordneter und Senator. In der ersten Regierung der Nationalen Bauernpartei, deren Ministerpräsident Julius Maniu war, beklei­dete Gafencu den Posten des Staatssekretärs für Aeußeres; später wurde er Staatssekretär für In­dustrie und Handel. Als stellvertretender Außen­minister unterzeichnete er den rumänisch-sowjetruj- si chen Pakt. Der neue Außenminister ist einer der bekanntesten Publizisten Rumäniens. In den letzten Jahren war er Chefredakteur der BlätterTimpul undAgus". Gafencu spielt auch im rumänischen Wirtschaftsleben eine bedeutende Rolle. Dor einigen Monaten wurde er Präsident der rumänischen Luft­fahrtgesellschaft Lares. Die rumänische Presse hebt vor allen Dingen seine wirtschaftlichen Erfahrun­gen und Fähigkeiten hervor. Die Blätter betonen, daß bei der Bedeutung, die die Wirtschaftsfragen in der pächsten Zukunft für den Südostraum haben würden, eine derartige Erfahrung besonders vor­teilhaft für den Außenminister sein dürfte.

Wie ungarische Blätter aus Bukarest melden, wird eine von der Zensur verbotene Denkschrift Julius Manius, des Führers der National- zaranistischen Bauernpartei, an den König jetzt al s F l u g z e t t e l massenweise in der rumänischen Hauptstadt verbreitet. Maniu protestiert darin er- bittert gegen dieneue königliche Diktatur" und be­zeichnet die auf dem Verordnungswege ins Leben gerufene nationale Einheitsfront als Trägerin der Korruption und der Günstlingswirtschaft. Die Gründer der Einheitsfront werden von Maniu als Bravos und Schakale" bezeichnet. Man wartet nun in Bukarest gespannt darauf, was mit Maniu ge­schehen wird. Einstweilen befindet er sich noch auf freiem Fuß, doch soll er ständig von Detektiven bewacht werden.

Der deutsch-tschecho-slowakische

HeqierungSausschutz.

schaftsmännern als ungeheurer Leerlauf empfunden und bezeichnet wurde. Wer es erlebt hat, wie es etwa in den neunziger Jahren in den Berliner Börsensälen zuging, wie die Direktoren und Bevollmächtigten der jüdischen Berliner Großbanken aufmarschierten, um sich gegensetig Schlachten zu liefern, wilde Spekula­tionen um das Auf und Ab der Kurse sowie Termin- geschäfte in Getreide und anderen wichtigen Waren, der weiß auch, daß hier auf der einen Seite von der jüdischen Hochfinanz Geld gemacht wurde, daß auf der anderen Seite die Dummen, die sich Aktien hatten aufschwatzen lassen, bezahlen mußten.

Damals war der Finanzjude so recht in seinem Fahrwasser. Wer weiß heute, wie diese Börsen­schlachten eingeleitet wurden? Es wurden Notizen in die Presse lanciert oder Gerüchte über dies ober jenes Unternehmen verbreitet, um je nach Wunsch und Willen der jüdischen Drahtzieher die Kurse be­stimmter Wertpapiere in die Höhe zu treiben ober zu werfen. In ben Berliner Börsensälen gab es «m bie Jahrhundertwenbe unb später kaum ein arisches Gesicht, am allerwenigsten in ben Reihen ber Käufer unb Verkäufer von Wertpapieren. Es konnte nicht ausbleiben, baß sich ein Börsenfkanbal an ben anbe- ren reihte, so baß in ben neunziger Jahren ber Reichsregierung nichts anberes übrigblieb, als Maß­nahmen anzukünbigen unb zu ergreifen, um bie schlimmsten Auswüchse abzustellen. Eine Börsen­enquete saß jahrelang beisammen, hielt Sitzungen über Sitzungen ab, veröffentlichte bitte Protokoll- bänbe, um schließlich, wie bas immer so geht, aus dem kreißenben Berg ein winziges Mäuslein her­auszulassen. Der Einfluß ber jüdischen Hochfinanz war eben viel zu mächtig, als baß es eine Regierung bes Zweiten Reiches hätten wagen können, den ganzen Saustall an der Börse auszukehren.

Was das für ein volkswirtschaftlicher Leerlauf an ber Börse war, bas haben wir in einem anberen Zusammenhang sowohl in ber Inflation selbst als auch unmittelbar nach ber Inflation erlebt. Nach der Inflation wurde unter Leitung von Jakob Goldschmidt jene Hausse in Wertpapieren indu­strieller Unternehmungen eingeleitet, die die Kurse zunächst schwindelnd hoch trieb, um jäh in sich zu- sammenzubrechen, als jener schwarze Freitag am 13. Mai 1927 herankam, ein Freitag, ber beshalb schwarz war, weil bie Reichsbank es abgelehnt hatte, für bie wilbe Spekulation an ber Börse Gelder zur Verfügung zu stellen. Das ganze Kursgebäude war Judenschwinbel, hatte ber jüdischen Hochfinanz wieder ungeheure Summen eingebracht, bie das deut­sche Volk ebenso verloren batte, wie in der Inflation das zuvor ersparte Vermögen. Dieser Jakob Gold­schmidt war auch einer der Urheber b»r Verschul­dung bes beutschen Volkes unb b»r deutschen Wirt­schaft an das Ausland, wobei bie jüdische Hochfinanz abermals gründlich verdient bat. Wie bas beutsche Volk bamals ausgeplündert wurde, geht schon daraus bervor. daß die Reichsbank fast ihren gesam­ten G o l d b e st a n d von iiber zwei Milliarden Mark in das Ausland abfließen losten mußte, also an die jüdische Hochfinanz, dieKredite" gewährt batte. Jakob Goldschmidt unb der Teilhaber des Bankhauses M»ndelssohn 8- Co., ber Dr. Fritz Mann­heimer in Amsterdam, sind die b»idendeutschen"

NSG. Im Frankfurter Rathaus fand ein Gene- ralappell ber Landes bauern schäft statt, auf dem Landesbauernsührer Dr. Wagner die Parolen zum Beginn der 5. Erzeugungs-fchlacht m Hefsen- Naffau verkündete. An dem Appell nahmen sämt­liche ehrenamtliche Mitarbeiter, Beamten unb An­gestellten des Reichsnährstandes teil, die zur Cr- zeugungsschlacht eingesetzt sind. Der Landesbaluern^ führer ging dabei auf bie Sorgen und Note des Landvolks ein. die in crfter Linie m der Unttr- l-ewertung ber Landarbeit, in der klaffenden Pre,s schere, dem Arbeitermangel und der Landflucht lieqen. Trotzdem fei kein Grund°rbanben ben Kopf hängen zu lassen. Denn das Landvolk.wisse, daß heute die Nahrungssreiheit. mehr als ie Die Voraussetzung unserer politischen Hanblungsfreiheit jeiin muß. Dabei ist es notwendig, diese Ernah- rungssicherung bei ftergenbem Bedarf, ständig steigender Verbraucherzahl unb verringerter Bob en- »äche durchzuführen, zumal ja auch bie Devisenlage eine? Erschwerung bes Außenhandels bedeutet. Zu den Schwierigkeiten bei der Durchrührung der Er- zeugungsschlacht gehören in erster Linie der Arbeitermangel und bie Geldnot, Denn, wie der Landarbeiter mit Recht daraus hinweist, daß die Entlohnung beim Bauern zwar nicht schlecht ist, der Anteil des Bargeldes an feinem Lohn aber nicht genügt, allo Ansprüche zu be­friedigen unb eine Familie zu gründen, so halt der Bauer dem entgegen, daß ber Ertrag seiner Erzeugnisse nicht so hoch ist, um damit den ge­samten Lohn in bar auszahlen zu können. Er mutz daher dem Landarbeiter einen großen Teil seines Lohnes als Deputat abftatten, weil er nicht immer

GenfaiionslofesEndeinLima

8 i m a, 22. Dez. (DNB. guntfpru*.) Die Voll- Versammlung ber panamerikanischen Ko n - s e r e n z ist am Mittwoch nach vierstündiger Dauer abgebrochen worben. Wie vorauszusehen war, ergaben sich keine neuen Gesichtspunkte unb keine Überraschungen. Die Ausführungen ber verschiebe- nen Rebner bewegten sich in bem bekannten Rah­men ber Solibaritätsbeteuerungen. Es wurde eine Reihe bereits von ben Ausschüssen gebilligter Pro- jette angenommen, barunter befinbet sich als kon­kreter Punkt bie Schaffung eines interameri­kanischen Finanz- unb Wirtschafts­institutes. Trotz ber enbgültigen Ablehnung bes Jnterventionsplanes für Spanien kam der Vertre­ter Cubas nochmals auf bieses Projekt zurück. Für ben neunten Kongreß ist, nachbem Venezuela zugunsten Columbiens verzichten will, Bogota in Aussicht genommen. Hier soll bas mit ber Ent­eignung ber Oelfelber zusammenhängende mexika­nische 'Projekt ber finanziellen Entschäbigung be- hanbelt werben. Für die Vereinheitlichung des Zivil­und Handelsrechtes soll ein Dreimännerkollegium, ein Nordamerikaner unb zwei burch bas Los be­stimmte Jbero-Amerikaner, dis Mitte nächsten Jah­res bas Dorstubium aufnehmen. Der Ausschuß, ber seinen Sitz in Lima haben wirb, soll in engster Fühlungnahme mit der juristischen Fakultät der Universität arbeiten. Die Fragen der wirtschaftlichen unb kulturellen Hebung der Eingeborenen bleiben einer im August 1939 in La Paz, der Hauptstabt Boliviens, stattfinbenben Sonbertagung vorbehalten. Auch bie Probleme ber Verbesserung ber Lebenshaltung des Arbeiters sollen auf einer Sondertagung im Herbst nächsten Jahres, bie wahrscheinlich nach Buenos Aires einberu­fen wird, behanbelt werden.

Oie (Stiftung

für Opfer der Arbeit.

Wieder mehr als 2000 Unterstützungen bewilligt.

Bisher rund 6 Millionen ausgeschüttet.

Berlin, 21. Dez. (DNB.) Im Reichsministe- rium für Volksaufklärung und Propaganda trat der Ehrenausschuß derStiftung für Opfer der Ar­beit", dem bie Staatssekretäre Walter Schuhmann, MdR., Dr. Emil Georg von Stauh, MdR., und Dr. Fritz Thyssen, MdR., angehören, zu seiner Weih­nachtssitzung zusammen. Der ehrenamtliche Ge­schäftsführer, Ministerialrat Dr. Ziegler er­stattete den Geschäftsbericht. Es wurden für 2144 Gesuche 439 854,50 Mark in einmaligen und laufen­den Zahlungen bewilligt. 942 Gesuche mußten ab­gelehnt werden, da bie Voraussetzungen für eine Unterstützung aus der Stiftung nach deren Richt­linien nicht gegeben waren. Unter ben bewilligten Gesuchen befinden sich 716 Anträge, bie erneut mit einer Unterstützung im Gesamtbeträge von 83 262^0 Mark bedacht wurden. Die Gesamthöhe der seit Be­stehen der Stiftung getätigten Ausschüttungen er­reicht damit einen Betrag von r u n d s e ch s M 11- lionen Mark. Es ist dafür Sorge getragen worden, daß die Bedachten noch rechtzeitig vor dem W e i h n a ch t s s e st in den Besitz ber ihnen zuaebachten Unterstützungen gelangen. Der Ehrenausschuß beschloß weiterhin, die im vergan­genen Jahre in enger Verbindung mit der NSV. sehr erfolgreich burchgesührte Ver­schickung von Waisenkindern, Deren Väter im Beruf tödlich verunglückt sind, auch im kommenden Jahr, unb zwar in erheblich er­weitertem Umfange durchzuführen.

in Der Lage ist, soviele Erzeugnisse zu verkaufen, wie er Bargeld für seine verschiedenen BeDürsnisse braucht. Von entscheidender Bedeutung ist hierbei noch die Tatsache, daß die Einnahmen eines bäu­erlichen Betriebes gegenüber Denen bei Industrie und Gewerbe zurückgeblieben sind. Der Landes- bauernführer erklärte, daß ber Bauer von sich allein aus keine Mehrleistung mehr vollbringen kann. Trotzdem dürfe er nicht erlahmen und unter keinen Umständen etwa zur extensiven Wirtschafts- weise übergehen. Er könne gewiß sein, daß unter allen Umständen auf bie Lösung bes Problems ber Preisschere und ber Unterbewertung ber Land­arbeit "hin gearbeitet werde.

Als die wichtigsten Aufgaben für das 5. Jahr der Erzeugungsschlacht in Hessen-Nassau nannte der Landesbauernsührer die Verbesserung der Böden und eine a u s r eichende Hu­mus v e r so r g u n g, die Einrichtung besserer Dünger stät'ten, Die Verwendung guten Saatgutes, eine Ausdehnung des neuzeitlichen Weide betriebes sowie bessere Pflege der Wiesen, die Verstärkung des Zwischen­fruchtbaus verbunden mit einer besseren Aus­nutzung der Futterquellen des eigenen Betriebes, Leistungfütterung und -zücht und eine Erleichterung ber Arbeit, vor allem für bie Bauersfrau,' durch den genossenschaftlichen Einsatz arbeitsfparenbcr Maschinen unb Geräte. Das Bauerntum müsse bedenken, daß Landflucht gleichzusetzen fei mit Fahnenflucht. An Stelle der Abkehr vom Lande müsse die Rück­führung neuer Kräfte treten, vor allem durch die Neubildung deutschen Bauerntums.

Wesentlich anders liegt ber Fall jeboch hin­sichtlich der Tatsache, daß dieser Innenminister Deutschland unb seinen Führer mit Ausbrücken bedacht hat, die bem Jagon von Der- drecherkneipen zu entstammen scheinen. Von ihm ist erner ein Antrag beim Generalpostmeister einge­bracht worben, keinerlei Post mehr auf beutschen Schiffen zu verfrachten. Selbstverstänblich strotzt auch biefer Antrag von Angriffen auf uns.

Nun könnte man sich auf ben Standpunkt stellen, daß ein Mensch von ber Sorte bieses Ickes gar nicht in ber Lage ist, unseren Führer unb unsere Nation überhaupt zu beleidigen. Aber Ickes ist nicht ber imple Minister Ickes, sondern berJnnenmini- ter ber Vereinigten Staaten. An dieser Tatsache ändern auch die Versuche Washingtons nichts, die Pöbeleien nicht als amtliche Aeuherung, onbern lediglich als gelegentliche Privatmeinung linzustellen. Otach ber amerikanischen Verfassung inb nicht Die einzelnen Regierungsmitglieder ver­antwortlich, sondern ber Präsibent, ber ja gleich­zeitig Regierungschef ist, zeichnet verantwortlich für die Gesamtregierung. Demnach mürbe Herr Roose­velt auch bie Verantwortung für bie Flegeleien eines Innenministers gegenüber Deutschland zu tragen haben. Es ist bisher noch fein Anzeichen Dafür erkennbar, was^Herr Roosevelt in dieser über­aus heiklen Lage zu tun gedenkt. f

Im übrigen erinnert uns die dummdreiste Unter­scheidung zwischen bem Innenminister Ickes und dem Privatmann Ickes an jene bekannte plumpe Methode Moskaus, alle ausländischen Entlarvungen seiner unterirdischen Einmischungen in bie An­gelegenheiten fremder Staaten mit Der frechen Luge zu beantworten, bie Sowjetregierung habe barmt selbstverständlich gar nichts xu tun; es handele sich vielmehr um eine Angelegenheit Der Komintern, auf die bie Sowjetregierung keinen Einfluß habe. Es wunbert uns schon lange nicht mehr, baß man in Amerika bem internationalen Jubentum und feinen bolschewistischen Schrittmachern einen immer grö­ßeren direkten Einfluß auf bie inneren unb äußeren Angelegenheiten ber USA. zugesteht. Daß man aber in Washington schon Moskauer Ausflüchte notig hat, war uns neu.

Berlin, 21.Dez. (DNB.) Die deutsche unb die tschecho-slowakische Delegation veröffentlichen fol­gendes gemeinsame Communiqus: Der in ber deutsch-tschecho-slowakischenErklärung über ben Schutz ber beiberseitigen Volksgrup - p e n" vom 20. November 1938 vorgesehene Regie- rungsausschuß trat heute zu seiner k o n st i t u i e - renden Sitzung zusammen/ Die {laubigen deutschen Mitglieder [inb: Vortragender Legationsrat v. Twardowski vom Auswärtigen Amt, Ministerialdirektor Vollert vom Reichs- Ministerium des Innern. Die ständigen tschecho­slowakischen Mitglieder sind: Gesandter Ernst Heid- r i ch vom tschecho-slowakischen Außenministerium und Obersektionsrat Dr. Schalupny vom tschecho-slowakischen Innenministerium. Nachdem der Ausschuß feine Geschäftsordnung festgelegt hatte, nach der im Bedarfsfälle Vertreter der beteiligten Ressorts als Mitglieder des Ausschusses unb Ver­treter ber Volksgruppen als Sachverständige heran­gezogen werden können, nahm er in Aussicht, zu­nächst eine Anzahl von wirtschaftlichen, kulturellen und sonstiger Fragen, die für die Angehörigen bei­der Volksgruppen von großer Bedeutung sind, zu behandeln.

Mussolini ehrt italienische Siedler.

Rom, 21. Dez. (Europapreß.) Mussolini hat am Palazzo Venezia an 600 Familienväter, die sich als Siedler bei ber Urbarmachung ausgezeich­net haben, Belohnungen verteilt. Gleichzeitig wurden 400 Bauernfamilien in der Siedlung der ehemaligen Pontinischen Sümpfe ausgezeichnet. In diesem Gebiet sind über 3000 Handwerkerfamilien mit insgesamt 30 000 Personen angesiedelt worden Auf Grund der Bemühungen für die Wirtschafts-

MWe Hochfinanz.

Das Bankhaus Mendelssohn & Co. gehört nun­mehr auch wie andere jüdische Finanzhochburgen der Dor- unb Nachkriegszeit ber Geschichte an. Die Roth­schild, die Bleichröder, die Mendelssohn & Co. sind als Korn- und Geldjuden im 19. Jahrhundert hochgekom­men, immer als Nutznießer einer Entwicklung, bie das kapitalistische System ausbildete. Der Aufstieg des Hauses Roth sch ilb ist hierfür besonders typisch, benn sowohl ber alte Meyer Amschel wie seine berüchtigten fünf Söhne machten mit Staat unb Fürsten sowie mit einflußreichen Würdenträgern Geldgeschäfte, bei denen das Verdienen für bie Roth- schilb immer groß geschrieben würbe. In bie Fuß- tapsen ber Rothschild waren auch bie B l e i ch r o b e r unb Menbelssohn getreten, begünstigt dadurch, baß in ber zweiten Hälfte bes 19. Jahrhunderts für gewisse Staaten unb Regierungen bie Verbindung mit ber Hochfinanz eine Lebensfrage war. Es ist leiber so, baß bas Bankhaus Bleichröder seinen Aus- tieg just zu ber Zeit beginnen konnte, in der Bis- marck bie Politik einleitetete, bie wenige Jahre pater zur Begründung des Zweiten Reiches führte. Fast das gesamte Bankwesen in Preußen, später m Deutschland, war damals schon in jüdischen Händen. Aber es ift nicht so, baß bie Mischen Banken unb Bankiers, beren sich Bismarck bebiente, um für den Staat Gelb zu beschaffen, bies aus nationaler Ge­sinnung besorgten, sonbern beshalb, weil in ver- mlinismäßig kurzer Zeit ungeheure Summen mit biefen Geschäften zu verdienen waren. Unb diese ungeheuren Summen, die sich in Kapital umschluqen, also in gewonnene Macht, waren wieder Die Vor­aussetzung für ben ungewöhnlich starken p o l i ° tischen Einfluß, ben bie Mische Hochfinanz

Autarkie war ber Ärbeitsplatzaustausck ber Arbeiter in Italien im letzten Jahre besonbers stark. In einer Ansprache erklärte Mussolini u a., w e n i g st e n s Die Hälfte ber italienischen Bevölkerung müsse weiterhin auf bem Lanbe leben. Die Völ­ker, die die Scholle verließen, seien zur Arbeitslosig­keit verurteilt. Die Zeiten seien vorüber, da ber Landarbeiter nickt gebührend geachtet worden sei. Heute mundeten sich alle Fürsorgemaßnahmen des üf.nn-r bem Schutz des Bauern y\ Die Macht rn.s Vv'les hänge von seiner Treue jur Scholle ab. Das Bnnenwanderungsamt hat in den Jahren 1930 bis 1938 auf neugewonnenen Landstrecken des Mutterlandes insgesamt 18 000 Familien mit rund

rium Lord Dufferin and Ava für Donnerstag zu sich gebeten. Don der Regierung wird das strengste Stillschweigen bewahrt. König Georg wird sich am Donnerstag nach Schloß Sandringham be­geben, wo er mit ber königlichen Familie bie Wei­nachtsfeiertage verbringen wirb.

Minister im Rowdyion.

, Äon unterer Berliner Schnstleiiung.

Daß ber amerikanische Innenminister Harald L. Ickes zwei prominente amerikanische Staatsbürger, nämlich Färb unb Linbdergh, in öffentlicher Versammlung angepöbelt hat, weil sie eine hohe deutsche Auszeichnung angenommen haben, werden ihm diese beiden Männer zweifellos in der ihnen geeignet erscheinenden Weise' zu beantworten wis- en. Und daß ein Mitglied ber amerikanischen Re­gierung sich in öffentlicher Versammlung im Re- volverton ber Chikagoer Gangsterwelt ergeht, Damit haben sich biejenigen Amerikaner abzufinben, die diesem Mann durch ihre Wählerstimme indirekt zu einem hohen Posten verhalfen haben.

weder in außen-, noch in innenpolitischer Richtung eine Aenberung der Politik beabsichtige. Die Re- gierung werde Die Arbeiten zur Verwirklichung des Iahresprogramms weiter fortsetzen. Die früheren und Die jetzigen Minister würden gute Freunde bleiben unb an Dem gemeinsamen Werk mitar» beiten.

Rumäniens

neuer Außenminister.

Bukarest, 21. Dez. (Europapreß.) An Stelle des gestern zurückgetretenen Außenministers Pet- rescu C o m n e n wurde ber ehemalige Unterstaats- fetretär Gafencu zum Außenminister ernannt. Origore Gafencu ist 47 Jahre alt. Er ftubierte in Genf unb Paris, wo er zum Doktor ber Rechts­wissenschaften promovierte. Im Weltkriege war er als Fliegeroffizier tätig unb würbe mit ber höchsten