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(Nachdruck verboten!-
37 Fortsetzung.
STÜCK 18 PFG.
und eine Frau über 92 Jahre alt.
Gfs. Grünberg, 21. Noo. Die Ortsgruppe Grünberg der N S. - Fr au e n s ch a f t hatte einen Pflichtabend mit einem interessanten Vortrag über die sudetendeutschen Grenzgebiete. Frau Fühler, Abt. Grenzland-Ausland, sprach über die geogra- phische Lage, wirtschaftliche Frage und die geschichtliche Entwicklung bis zur Gegenwart. Eingeschaltet war ein Gedicht von Kolbenheyer „Wer kann unsere Seele töten". Am gleichen Abend erlas Frau G e n g n a g e l (Abt. Volkswirtschaft = Hauswirtschaft) einen Aufsatz über Zubereitung und Verwertung der Wildfrüchte. Für den Weihnachtsmarkt in Gießen wurden viele schöne Handarbeiten ange-
Frankfurt a. M., 21. Nov. Die Börse hatte den erwarteten ruhigen Wochenbeginn. Die Grundhaltung war aber nach den teilweise starken Abschlägen im Samstagsschluhverkehr eher etwas ge- bessert, da nur in einzelnen Papieren kleines Angebot erfolgte, anderseits sich auf dem ermäßigten Stand kleine Rückkaufsneigung einstellte. Im ganzen gesehen war die Unternehmungslust jedoch klein, zumal man sich im Hinblick auf die Auflegung einer neuen Reichsemission in Höhe von 1,50
Kreis Friedberg.
4- Butzb ach, 21. Nov. Gestern nachmittag fand in unserer Stadtkirche eine kirchenmusikalische Feierstunde statt. Neben dem Kirchen- und Schülerchor wirkten als Solisten Frau Gisela Collatz-Werner, Bad-Nauheim, (Sopran), und Musikdirektor Dr. Fried Schmidt aus Holland (Bariton) mit. — Durch die Nassauische Heimstätte für Kleinsiedlungen werden hier 20 Einfamilienhäuser errichtet. In Kürze soll mit dem Bau begonnen werden.
Kreis Büdingen.
□ Babenhausen I, 21.Nov. In zwei hiesigen Hausgemeinschaften fanden dieser Tage Luftschutzübungen statt. Sachverständige der Gemeindegruppe Ortenberg überprüften die Derdunke-
Im Verlaufe blieb die Haltung uneinhMich, es überwogen jedoch bei kleinen Umsätzen Rückgänge. AEG. verloren 1,50 v. H. auf 111, ferner gingen Rheinstahl auf 128 nach 128,50 (129,25), Hoesch auf 111,50 nach 112 zurück, und die meisten der erst später notierten Papiere lagen 1 bis 1,50 v. H. schwächer. Südd. Zucker —2d. H. auf 200, Reichsbank —1,75 v. H. auf 190, und nach Pause kamen Eßlinger Maschinen mit 108 (111) und Goldschmidt mit 127,50 (131,75) zur Notiz. IG. Farben schwankten zwischen 143,50 bis 144,50 und Verein. Stahl zwischen 101,75 bis 102,50 und lagen somit gut gehalten.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 21. Nov. Es notierten (Getreide je Tonne, olles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 9 202, W 11 204, W 12 205, W 13 206, W 16 209, W 18 211, W 19 213, W 20 215, Roggen R 11 187, R 12 188, R 14 190, R 15 191, R 16 193, R 17 194, R 18 195, R 19 197 Grohhan- delspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Tyve 812 W 13 29,35, W 16 29,35, W 18 29,35, W 19 29,35, W 20 (Kreis Alzey) 29,35, W 20 (Kreis Worms) 29,70 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Mais- bockmehl liegen die Preise 30 Pfennig unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreise ob Müh- lenstation. Roggenfuttermehl R19 12,50, Roggenvollkleie R 19'11,00. Rog'genkleie R 12 9,95, R 15, 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber getr. — Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken 5,00, Wiefenheu, gut, gesund, trocken 5,80 bis 6,00, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50, Weizenstroh 2,80, Rog- gcnstroh 3,00 (2,90 bis 3,00), Hafer- und Gerstenstroh 2,60 bis 2,70 (2,40 bis 2,50) Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 22. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Doraustrieb: 528 Kälber, 293 Hammel, 142 Schafe, 2729 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 34 bis 52, Schafe 20 bis 42, Schweine 50 bis 59 Mark, Marttverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Schafe und Hammel mittelmäßig.
Er hält ihm mit einer plötzlichen Gebärde die Waffe unter die Nase, daß Meßdorff erschreckt zurückfährt.
„Zum Teufel! Lassen Sie diese Kindereien! Was soll das bedeuten?"
Gelassen schiebt der andere den Revolver zurück in sein lockeres, weites Jackett.
„Ich wollte Sie zunächst davon überzeugen, vaß Gewalt zwecklos ist. Sic haben keinen geladenen Revolver zur Hand. Ich bin also immer der lieber- legene. Doch scheiden wir das einmal ganz aus! Nehmen wir einmal an, wir hätten hier ganz sachlich ein Geschäft abzuwickeln. Einverstanden, Herr Dokkor?"
Ehe ich Ihren Namen nicht weiß — bedaure'/
„Gott, Sie sind kleinlich. Soll ich denn nun wirklich irgendeinen Müller oder Schulze aus mir machen, nur um Ihnen mit einer Verbeugung einen falschen Namen offerieren zu können? Lächerlich. Es dürste Ihnen vollkommen genügen, wenn ich Ihnen verrate, daß hinter mir eine erkleckliche Anzahl Millionen stehen — Dollars — Mark — ja auch Pfunde stehen — die Valuta nach Ihrem Belieben. Meine Auftraggeber zahlen in jeder Währung."
„Ja zum Teufel, wofür denn nur? Hat ,Union* denn an Sie geliefert?"
„Die .Union'? Nein. Aber ich dachte, von Ihnen privat einige Informationen zu erhalten. Wenn ich mich recht erinnere, haben Sie damals einer auslän» dischen Firma das Verfahren eines Herrn Karajan zur Verfügung gestellt. Kunstpreßstoff. Stimmt's?"
Meßdorfs wird blaß. Er muß sich mit beiden Händen fest an die Kanten des Tisches klammern. Jetzt kommt der Schlag, der unheimliche Schlag aus dem Dunkel? Er fühlt es und reißt alle Kraft zusammen.
„Das — das ist ein Irrtum!" stammelt er mühsam. „Das muß ein Mißverständnis sein! Ich habe nie—"
Doch vor dem spöttischen gelassenen Lächeln seines Gegenüber erstirbt ihm die Rede.
„Was wollen Sie von mir? Ich leugne alles! Alles!" schreit er unbeherrscht auf. „Und Sie können mir nichts beweisen. Nichts!"
Da langt der Fremde schweigend in die Seitentasche seines weiten Mantels.
„Da!—" Er wirft ihm eine Reihe Papiere, Karten auf den Tisch. „Das sind Kopien der Schrift- stücke, die sich auf ^ren Verkauf der Karajanschen Erftndung beziehen. Wir haben die ganze Firma gekauft — und natürlich damit auch das Material über Sie bekommen. Sie sind sich doch darüber
Iklar, was das bedeutet?" (Fortsetzung folgt-)
lung und das Wissen der Selbstschutzkräste über ihrs Aufgaben. Allenthalben war zu erkennen, daß dis Arbeit und Einsatzbereitschaft im Zeichen des guten Willens steht. Die praktischen Uebungen trugen sehr zur Klärung mancher austauchender Frage bei. — Die hiesigen Schüler zogen in den vergangenen Tagen unter Leitung ihres Lehrers hinaus in die Wälder, um Bucheckern z u sammeln und damit einen volkswirtschaftlichen Beitrag zu leisten.
Landkreis Gießen.
s" R 0 dheiIN a. d. Bieber, 21. Nov. Am gestrigen Sonntag wurde hier das neue Iugendhe i m eingeweiht. Die Jugend von Bieber und Rodheim war mit ihren Formationen angetreten. Kreisleiter Haus, der auch den Grundstein legte, weihte das schöne Heim.
Rhein-Mainifche Börfe.
Abendbörse still.
Der Abendbörse fehlte es an Anregungen, so daß die Umsätze äußerst klein waren und die Mehrzahl der Kurse nominell notierten. Die Haltung war dabei weiter etwas uneinheitlich, und in Anpassung an Berlin Überwogen noch leichte Rückgänge von durchschnittlich 0,50 v. H. Darüber hinaus ermäßigten sich Rheinstahl um 1,50 v. H. auf 127,50, Deutsche Erdöl um 1 v. H. auf 122 und Westdeutsche Kaufhof um den gleichen Satz auf 100. Don den führenden Werten bröckelten Verein. Stahl auf 102,13 (102,50) ab, während IG. Farben mit 144 und AEG. mit 111 unverändert lagen. Gut gehalten waren Mannesmann mit 104 (103,90), Otaoi Minen mit 25 (24,90), Demag mit 141,50 (141,25), Gesfürel mit 128,50 (128) und Junghans mit 96 (95,75). Sonst notierten u. a.: Hoesch 111.25 (111,50), Buderus 104 (104,50), BMW. 143,75 (144,25), Sentberg 129,50 (130), Bekula 161,75 (162), Deutsche Linoleum 151,50 (151,90), Rheinmetall 130 (130,25), Adlerwerke 105,50, MAN. 133, AG- für Verkehr 117, Moenus 123. Am Einheitsmarkt lagen Bankaktien unverändert, von Industriewerten Faber & Schleicher 0,50 v. H. schwächer mit 95. Der Rentenmarkt war nahezu ohne Geschäft. Reichsaltbesitz 130,65, Farben-Bands 119,50 (119,65), 5 v. H. Mark Komm, nach Pause 100,25 (101,40).
Mttagsbörse uneinheitlich.
I e r, sprachen zu den Sängern, beleuchteten dabei < alle Teilgebiete der Frage und die sich daraus er- । gebenden Folgerungen. Leider blieb der Dersamm- 1 lung der erhoffte Erfolg versagt, denn die Bemühun- ■ gen um den Zusammenschluß aller Sänger in un> . jerem Orte scheiterten daran, daß in der Frage des Probelokals keine Einigung erzielt werden konnte. Der Gesangverein „Sängervereinigung" wird daher weiterhin in unserem Orte als geschlossene Gemeinschaft die Pflegstätte des deutschen Liedes sein.
$ Alten-Buseck, 21.Nov. Nachdem unser Postomnibus zwecks anderweitiger Verwendung einige Monate nicht verfügbar war, hat er ab heute den Verkehr zwischen Alten-Buseck—Wieseck nach dem alten Fahrplan wieder ausgenommen. Die Rückkehr des altgewohnten Verkehrsmittels wird allgemein begrüßt.
Gfs. Daubringen, Lollar-Land, 21. November. Der erste Gemein schaftsabendder Winterarbeitszeit fand in der Schulküche statt. Die Blockftauen hatten den Raum in einen kleinen Festsaal verwandelt, die Tische weiß gedeckt und mit Blumen geschmückt. Die Ortsfrauenschasts- leiterin eröffnete den Abend mit der Zitierung der bedeutungsvollen Inschrift des Egerer Rathauses: „Das höchste Gut des Mannes ist fein Volk." Die Leiterin gab einen Rückblick auf die großen politischen Ereignisse des letzten Jahres und bat die Frauen, diese großen Erlebnisse als neuen Ansporn au noch größerer Leistung aus dem Gebiet der NS.- Frauenschaftsarbeit dienen zu lassen. Es fand darauf die feierliche Verpflichtung der Frauenwerksmitglieder statt. Der Arbeitsabend der Abt. Volkswirtschaft-Hauswirtschaft war neuen Anregungen der der jetzigen Lage entsprechenden Ernährung gewidmet. Die Arbeit der Iugendgruppe erstreckt sich auf hübsche Basteleien für die Sudetendeutschen. Sehr erfreulich ist die Beteiligung an der Kindergruppe.
Gfs. Treis (Lumda), 21. Nov. Die Winterarbeit der hiesigen NS. - Frauenschaft begann mit einem Kurs des Reichsmütterdienstes durch Schwester Josefine Englert. Sie sprach über Gesund- heits- und Krankenpflege. Wenn auch die Anleitung zur Krankenpflege den Hauptinhalt der Abende ausfüllte, so verstand es Schwester Josefine doch ausgezeichnet, trotz der knappen Zeit, zu Beginn jeden Abends die Teilnehmer in das nationalsozialistische Gedankengut einzuführen und die Stellung der Mutter und Frau im Dritten Reich jedem ernst vor Augen zu führen. Dazu traten, neben eingehenden theoretischen Belehrungen, praktische Uebungen auf allen Gebieten der ersten Hilfe. Der Kurs wurde mit einem Schlußabend beendet. Es wurden dabei noch einmal von Schwester Josefine und der stellvertretenden Frauenschaftsleiterin Frau Rock die Aufgaben des Mütterdienstes beleuchtet.
A Allendor f (Lumda), 21.Nov. Die von der hiesigen Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft angeschaffte D ä m p f k o l o n n e ist dieser Tage in Betrieb genommen worden. Bei einem hiesigen Landwirt wurden bereits 66 Zentner Kartoffelneingedämpft. Einige Landwirte leisteten kostenlos Hilfe. Künftig wird diese Arbeit rottenweise durchgeführt. Seit Samstag ist die Dämpfkolonne in dem benachbarten Climd ach zur Zufriedenheit der Landwirte tätig. — Im Kirchenjahr 1938 sind in der hiesigen Landeskirche 21 Personen, gegen 15 im Vorjahr, verstorben, nämlich 12 männliche und 9 weibliche Personen, darunter zwei Knäblein. Bei den Verstorbenen waren ein Mann
MeMMWWM
Roman von Kurt Riemann
Copyright dy Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa
Charlotte rührt keine Hand. Sie steht unbeweglich, blickt nur unverwandt Meßdorff an, schließt dann die Augen und taumelt ein wenig. Aber als er zufpringen will, hat sie sich sofort Gefaßt-
„Nicht anrühren —nicht anrühren! Verstanden? flüstert sie, und als er betreten zur Sette geht, sagt sie ganz leise, aber unheimlich deutlich nur em Wort: „Lump!" Und bann noch einmal: „Lump!
Im selben Augenblick ist siezurTürhätsieauf- gerissen und auf der Schwelle stehend schreit sie es dem erschreckten Mädchen im Vorzimmer zu: „Ihr Doktor Meßdorfs ist der gemeinste Lump, der mir je begegnet ist. Wissen Sie das noch nicht/ Nun, Sie können mir's glauben! Ja— Sie's nur weiter — ich will es auch tun. Jeder foll's Horen! Jeder soll's wissen, daß er em Lump ist, ein gemeiner, niederträchtiger Lump?
Das letzte Wort schreit sie mit aller ftraft bin* aus — aber da ist's auch mit ihrer Beherrschung zu Ende. Ein Weinkrarnpf erfaßt sie, beginnt, sie erbarmungslos zu schütteln, daß Meßdorsf m rat» loser Wut genau so verlegen steht wie seine Setre- tai$3äre nicht der grauhaarige Herr, der seit einigen Augenblicken die Szene von der Korridortür her beobachtet, in hilfsbereiter Geistesgegenwart zuge- fprungen, das erschöpfte Mädchen wäre Zusammen- gebxochen, ohne Daß eine Hand sie gehalten hatte.
„Charlotte!" ruft Meßdorfs endlich, „Charlotte — was ist dir denn?"
Da richtet sie sich schon wieder auf.
„Nichts! — Nichts — es ist vorbei — bitte, laßen Sie mich!" wendet sie sich an den fremden. Aber der fchüttell nur sanft aber bestimmt den Kops.
„Ich werde Sie nach Hause bringen.
„Verzeihen Sie", wirft Meßdorsf ärgerlich dazwischen, „das ist wohl nicht Ihre Sache, sondern meine!" , .
Aber der Fremde braucht gar nicht zu antworten, denn Charlotte macht der bösen Szene selber ein schnelles Ende. , ,
„Ja — bitte, bringen Sie mich nach Hause, mein Herr!" wendet sie sich an den Grauhaarigen. „Ich wäre Ihnen von ganzem Herzen dankbar — ich fürchte nämlich, daß ich unten
eingehenden theoretischen Erläuterungen fanden für eine Häusergemeinschaft auch praktische Uebungen statt. Fast die gesamte Bevölkerung nahm lebhaft Anteil an den gezeigten Uebungen, wie Brand- angriff, erste Hilfe usw. Leiter des durchgeführten Kurses war der Ausbildungsleiter der Gemeindegruppe Grünberg. Für den verhinderten Untergruppenführer Croninger amtierte Blockwart Heinrich Klos. Die Uebungen verliefen zur vollen Zufriedenheit.
T Duedborn, 22. Nov. Bei der von den Jagdpächtern, Bürgermeister Horst und Lehrer W e i s h a u p t, in der Gemarkung Queckborn abgehaltenen Treibjagd wurden 37 Hasen und 5 Füchse zur Strecke gebracht.
5 Steinbach, 22. Nov. Am heutigen 22. 11. feiert der Landwirt und frühere Schuhmacher Konrad Bender seinen 80. Geburtstag. Der alte Herr, dessen Gattin zwei Tage nach ihrer goldenen Hochzeit 1933 gestorben ist, erfreut sich noch einer verhältnismäßig guten Gesundheit und ist noch in der Landwirtschaft tätig. Unseren herzlichen Glück- wünsch zum Geburtstag.
§ Watzenborn-Steinberg, 21. Nov. Durch die immer mehr zunehmenden Geldgeschäfte und die beengten Geschäftsräume bei Sparkassenrechner Ludwig Schmitt sahen sich Vorstand und Aufsichtsrat der Spar- und Darlehenskasse gezwungen, sich nach einem geeigneten Haus umzu- sehen. In der jüngsten Jahreshauptversammlung wurde der Erwerb eines eigenen Geschäftshauses besprochen. Die Sparkasse hat nun ein neues Heim gesunden. Daher wurden die Mitglieder zu einer außerordentlichen Generalversammlung in die Wirtschaft „Zum grünen Baum" zusammengerufen. Aufsichtsratsvorsitzender Bürgermeister S ch ä f e r gab bekannt, daß die Sparkasse jetzt ihr eigenes Geschäftshaus habe, das den erforderlichen Platz besitze, um eine gute Abwicklung der Kassengeschäfte zu ermöglichen. Dieses Haus (gebaut im Jahre 1912 vom derzeitigen Lehrer' Kohler) wurde zum Preise von 12000 Mark von Karl Freitag käuflich erworben und steht im Zentrum der Gemeinde, in der Ludwigstraße neben der Dolkshalle und der neuen Schule. Der Kauf des Geschäftshauses wurde von der Versammlung genehmigt. Im Anschluß an diese Versammlung benutzte Bürgermeister Schäfer die Gelegenheit, um den Ortseinwohnern einige wichtige Fragen der Dorfgemeinschaft vorzutragen.
# Allendo r f (Lahn), 21. Nov. Am heutigen Tage kann Frau Katharine Kraft, geb. Wagner, Untergasse, in geistiger und körperlicher Frische ihren 71. Geburtstag feiern. Wir beglückwünschen die
Jubilarin.
]) Lich, 21.Nov. Die Werbegernein s chaf t Licher Kaufleute, der fast alle Geschäftsinhaber angehören, hielt eine Sitzung ab, um sich mit der nun einsetzenden Werbegemeinschaft zu befassen. — Aus Anlaß des 10 0. Stiftungs- Lages (22. November) hielt die Gänger oer» e i n i g u n g „C ä c i l i a" im „Goldenen Engel" eine Feier ab. Sangesbruder O. Zimmer gab einen kurzen Bericht über die verflossenen hundert Jahre und gedachte vor allem der Männer, die vor hundert Jahren sich in den Gesang- und Turnvereinen zusammenschlossen. Während den Sangesbrüdern Jak. Liß mann, E. Trechsler und PH. Wolf für besondere Verdienste die Ehrenmitgliedsurkunde aus- gehändigt wurde, konnte jedem aktiven Sänger ein von Erbprinz Dr. Hermann-Otto geftiftetes Bild, den Chor der „Cäcilia" darstellend, überreicht werden.
O Obbornhofen, 21. Nov. Unser seitheriger Ortsbauernführer Heinrich K u l l m a n n legte als solcher sein Amt nieder. Zum Nachfolger wurde fein Stellvertreter Hermann Sauber bestimmt. — Im letzten Jahre wurden in unserem Gemeindewald 900 Festmeter Holz gehauen. In diesem Jahre ist die Holzhauer ei auf 1200 Festmeter erhöht worden. Mit dem Holzhauen wird in den nächsten Tagen begonnen. Da sämtliche Arbeiter in diesem Winter an festen Arbeitsplätzen beschäftigt sind, ist den Kleinlandwirten und Gewerbetreibenden Gelegenheit geboten, sich an der Holzhauerei zu beteiligen. Es wird, wie schon mehrmals, in 4-Mann- Rotten gearbeitet. — Am Freitag wurde in der Wirtschaft von Hermann Groß I. einSchu 1 ungs- adend der Partei, der DAF. und der Frauenschaft
Milliarden Reichsmark möglichst liquide halten will.
Am Aktienmarkt war die Kursbildung unter leichten Schwankungen unregelmäßig. Bei kleinen Umsätzen betrugen die durchschnittlichen Abweichungen nur feiten mehr als 0,50 bis 1 v. H. Am Montanmarkt wurden lediglich Mannesmann um 2,13 v. H. herabgesetzt auf 103,40, Hoesch lagen mit 111,75 behauptet und Verein. Stahl mit 102 dis 102,25 bis 101,50 (101,75) ebenfalls kaum verändert. IG. Farben gingen nach unverändert 144,40 auf 143,75 zurück, Scheideanstalt unverändert 194. Von Elektrowerten bröckelten AEG. auf 112,50 (113,25), Gesfürel auf 128 (129) ab, Bekula behauptet mit 161,90 (162). Sonst kamen noch Zellstoff Waldhof mit 120,50 (122).
Am Rentenmarkt bestand teilweise etwas Angebot, größtenteils blieben die Kurse aber behauptet. Etwas nachgebend Reichsbahn-DA. auf 125 (125,40) und Reichsaltbesitz auf 130,65 (130,75); im Freiverkehr Kommunal-Umschuldunq 93 (93,05). Der Pfandbriefmarkt brachte nur bei Liquidationswerten geringfügige Abweichungen, auch Stadt- anleihen und Industrie-Obligationen waren über 0,25 v. H. hinausgehend kaum verändert. Dekofama I allerdings 0,65 v. H. ermäßigt auf 135,65. Reichs- bahn-DA. bröckelten weiter ad auf 124,65 nach 125.
„Verstehe vollkommen!" nickt der Herr. „Doktor Meßdorfs hat ja auch nichts dagegen. Er wird die Güte haben, meine Rückkehr abzuwarten, nicht wahr?"
„Ich verstehe Sie immer weniger, mein Herr!" antwortet Meßdorfs erstaunt. „Sie treten ungebeten ein, mischen sich in Dinge, die Sie nichts angehen, und wollen auch noch über meine Zeit verfügen? Was gibt Ihnen überhaupt das Recht, hier einzutreten?"
„Darüber eben wollte ich mich mit Ihnen, Herr Doktor, unterhalten."
„Sie werden ein leeres Zimmer finden und das ist gut verschlossen gegen Zudringliche."
„Schade, sehr schade! Außerdem sehr dumm — und außerordentlich gefährlich, Herr Doktor. Kennen Sie eigentlich die Stadt Biwweis? Nun, ich sehe es Ihnen an, daß Sie auf mich warten werden! Bitte, gnädige Frau, mein Wagen steht vor der Tür!"
Ohne sich um Meßdorff zu kümmern, geleitet er Charlotte besorgt hinaus. Als sich die Sekretärin umdreht, ist Meßdorfs hinter der gepolsterten Tür verschwunden.
Nun kennt sie sich nicht mehr aus.
Hinter der gepolsterten Tür geht Meßdorfs aus und ab, ruhelos. Wer ist der Fremde? Hat er dieses verschlossene glatte Gesicht unter dem grauen Haar schon einmal gesehen? Er wühlt in seinen Erinnerungen — er zermartert fein Gehirn — vergeblich! Nichts, nichts gibt ihm einen Anhaltspunkt, wer der Fremde sein konnte.
Man hätte die ganze Sache beiseiteschieben können als einen törichten Versuch, ihn zu schrecken, ihn zu überrumpeln, wenn nicht dieses eine Wort ge- sallen märe: Budweis.
Und damit beginnt die Vergangenheit gegen ihn auszustehen —
Ah — ihm schmerzt der Schädel. Er reißt beide Flügel des hohen Fensters auf und lehnt sich weit hinaus.
Ruhig donnern die großen Motoren einer Iu 52, die da in Richtung Zentralslughafen über den Dächern brummt.
Ja, fort müßte man! Hinein in eins dieser Flugzeuge — eine dringende Geschäftsreise — und dann nicht wieder zurückkehren! Dann hätte das alles ein Ende — auch die entsetzliche Qual der letzten Monate, dieser widerliche Kampf mit den Banken, die ihn auf die Knie zwingen wollen, die seine Manöver von Tag zu Tag klarer durchschauen —
Aber Gott sei Dank, noch ist Irene ahnungslos, noch weiß jein Schwiegervater nichts — uiti) reißen
alle Stricke, wird Irene immer an feiner Sette fein und damit ist ihr mütterliches Erbe zu seiner Verfügung. Rttt Irene kann er rechnen wie mit einem sichern Bundesgenossen, denn sie liebt ihn. Nichts ist leichter zu regieren als eine verliebte Frau. Gottlob. Aber da bleibt „Budweis".
Das ist eine Sache, an die er nicht gern denkt, ja, er hat sie im Lause der letzten Jahre beinahe vergessen, und nun reißt sie dieses eine Wort wieder aus der Versunkenheit ans Tageslicht. Das muß das erste fein, herauszubekommen, was dieser Fremde davon weiß. Alles hängt davon ab, nichts kann man vorher überlegen.
Leise schnarrt das Telephon. Die Sekretärin sagt den Fremden an. Meßdorsf will noch etwas er- widern, aber da sieht er auch schon, daß der Angemeldete bereits auf der Schwelle steht.
„Bitte, schicken sie Ihre Sekretärin nach Hause. Unser Gespräch wird am besten ohne Zeugen ge- führt."
„Im Vorzimmer kann man fein Wort hören/ „Ich bestehe trotzdem darauf, Herr Doktor." Dem ruhigen höflichen Gleichmaß des Besuchers vermag Meßdorff nicht die gleiche Beherrschung entgegenzusetzen. Nervös und zerfahren blickt er eine Weile in seine Papiere.
„Wenn sie nicht mögen? — Es sollte mir eigentlich leid tun um Sie—"
Aergerlich gibt Meßdorfs Anweisung ins Vorzimmer, daß er niemand mehr benötige. Er wünsche, ungestört zu bleiben. Dann wendet er sich dem Besucher zu.
„Bitte, Platz zu nehmen! Wer sind Sie? Was fuhrt Sie zu mir? Sie werden begreifen, daß Ihre Art des Auftretens nicht gerade dazu geeignet ist, Gefühle des Derttauens zu erwecken!"
„Halten wir unsere Unterredung frei von allem Gefühl, Herr Doktor", weist chn der Fremde kühl zurück. „Ich habe selbst Kinder daheim — in Budweis, die ich liebe, und die Erzählung jener jungen Dame, die ich nach Hause begleitete — hat mich nicht davon überzeugen können, daß Ihre Gefühle wertvoll oder auch nur von gewisser Dauer sind."
„Herr, ich begreife nicht, woher Sie die Unoer- schämcheit nehmen, sich in Dinge zu mischen, die Sie einen Dreck angehen! Wenn Sie nicht ein Graukopf wären, würde ich Sie zur Tür hinauswerfen!"
„Schwerlich!" lächell der ältere Herr. „Einmal bin ich gewandter und widerstandsfähiger als mein Haar vermuten läßt — ich bin im Krieg während einer Verschüttung ergraut — zum andern, Herr Doktor, verfüge ich über einen geladenen und entsicherten Revolver. Btttel"
fertigt. .
m Münster, 21. Nov. Hier sand ein A u s b l 1 - dungsabend des RLB. statt. Die Selbstschutzkräfte des Ortes fanden sich im Schulsaale ein. Neben abgehalten.


