Ausgabe 
22.11.1938
 
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Grundlage für die Fortentwicklung der Hochschule vollzogene Tatsache sei, und sprach von der Lösung der sozialen Frage für die Hochschule, die gerade bei den Studentenwerken liege. Man gehe jetzt daran, brauchbaren Nachwuchs für die Hochschule zu schaffen. Die Grundlage dafür müsse als Auslesebasis alle Stände des Volkes umfassen.

Oberregierungsrat Hubert vom Reichserzie» hungsrninisterium überbrachte die Grütze des Chefs des Amtes Wissenschaft im Reichserziehungsmini- sterium, Staatsminister Dr. Wacker. Man wolle nicht nur eine konseroatorische Haltung auf denn Gebiete der Hochschule einnehmen, man wolle hier vielmehr u m a e st a l t e n , aber beim Umgestalten das Gute aus dem Gebiete der Wissenschaft und der Hochschule fördern.

Beschleunigte Aburteilung von Gangsterverbrechen.

Berlin, 21. Jtoo. (DHB.) Unter dem Eindruck der In letzter Zeit sich häufenden Gangster­verbrechen und namentlich des vierfachen Mordes bei Graz hat der Reichsminister der Justiz im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern eine Verordnung erlassen, die die so­fortige Aburteilung derartiger Ta­ten in einem besonders schnellen und rechtsmittel­losen Verfahren sicherstellt. Rach der Verordnung kann die Staatsanwaltschaft bei Verbrechen An­klage vor dem Sondergericht erheben, wenn sie der Auffassung ist, daß mit Rücksicht auf die Schwere oder die Verwerflichkeit der . Tat ober die in der Oeffentlichkeit hervorgerufene Erregung sofortige Aburteilung durch das Sonder­gericht geboten ist. Beim Sondergericht, das aus drei Berufsrichtern besteht, gibt es keine ge­richtliche Voruntersuchung und kein besonderes Eröffnungsverfahren. Die Ladungsfrist beträgt 24 Stunden. Das Urteil wird mit der Verkündung rechtskräftig und sofort vollstreckbar. Die Verordnnng gilt auch für das Land Oesterreich und für die fudetendeutschen Gebiete; dort entscheidet an Stelle des Sonder­gerichtes das Oberlandesgericht. Die Verordnung zeigt, dah der nationalsozialistische Staat gewillt ist, mit allen Mitteln dafür zu sorgen, dah bei sol­chen Kapitalverbrechen die verdiente Strafe der Tat möglichst aus dem Fuße folgt

Wie die Iustizpressestelle Berlin mitte ilt, wird der am 12. Oktober d. I. in Berlin-Nikolassee an dem Kraftdroschkenfahrer Herbert Tau­be! verübte Mord schon am Mittwoch zur Aburteilung kommen. Auf Grund der neuen Verordnung über die beschleunigte Aburteilung von Gangsterverbrechen und die Erweiterung der Zustän- digkett des Sondergerichts wird der Ange­klagte, der 19jährige Hans Hahn aus Erfurt, sich nicht vor dvm Schwurgericht, sondern vor dem. Sondergericht in Berlin-Moabit zu verantworten haben. *

Die Aburteilung von Verbrechen muß nicht nur streng und gerecht, sondern auch ohne Verzöge­rung geschehen. Ein Urteil, das erst gefällt wird, wssnn eine Mordtat oder ein anderes Schwerver­brechen schon monatelang zurückliegt, besitzt nicht mehr die genügende abschreckende Wirkung. Die ver­letzte Rechtssicherheit des Staates urib das Rechts­gefühl des Volkes hat stets eine rasche Aburteilung solcher Fälle gefordert, bei denen über die Täter kein Zweifel mehr möglich ist. Schon bei anderen Gelegenheiten hat der nationalsozialistische Staat bewiesen, daß er durchgreifende Gesetzesänderungen vornimmt, wo eine Lücke im bisherigen Gesetze einer ausreichenden Sühne im Wege stehen könnte. So wurde gegen das Verbrechen k - Kindes- Entführung die Todesstrafe festgelegt, um da­mit zu verhindern, daß amerikanische Gangster­methoden in Deutschland überhaupt Platz greifen. Dann wurde anläßlich des Berliner Prozesses ge­gen zwei Banditen, die Autoüberfälle orga­nisierten, die Todesstrafe wegen solcher Verbrechen eingeführt Dor wenigen Tagen haben sich zwei andere verabscheuenswerte Untaten ereignet In Wannsee bei Berlin wurde ein Taxi-Chauffeur durch einen jungen Burschen heimtückisch ermordet. Bei Graz in der Steiermark erschossen zwei jugend­liche Verbrecher bei ihren Raubzügen auf Auto­mobile nicht weniger als vier wackere Männer, dar­unter zwei SA.-Männer, die sich an der Suche nach den Gangstern beteiligten. Darauf ist nun eine Verordnung ergangen, daß solche und ähnliche Ver­brechen mir aller Beschleunigung im Sonderverfahren abzuurteilen sind.

protest-Gireiks gegen die französischenTkoiverordnunaen

Paris, 21. Nov. (Europapreß.) Die ersten Proteststreiks gegen die Notverordnungen der fran- zösischen Regierungen brachen in Paris aus Zuerst trat die 2000 Mann starke Belegschaft der Gurnrnl- reifenwerke Hutchinson in den Streit Bald darauf schloß sich die 180 Mann starke Belegschaft eines Werkes des groß- : französischen Chemletrust Kuhl­mann dem Proteststreik an. Beide Belegschaften be­setzten die Fabrikgebäude. Aber bereits m den Nach- Mittagsstunden erschien Mobilgarde, die die Streikenden zur Räumung der Betriebe zwang. Die Räumung ging ohne ernste Zwischenfalle vonstatten. Der Ministerpräsident hat den Präfekten aller fran­zösischen Departements genaue Anweisungen erteilt, damit sie sofort gegen mögliche B e s e Hun­gen von Fabriken elnschreiten können._

Der Vorstand des Nationalverbandes der franw- sischen Kriegsteilnehmer (ONC.) nimmt , gegen die von den Frontkämpfern geforderten Opfer für die finanzielle Gesundung Frankreichs Stellung. £5 wird daran erinnert, daß die ONC. bereits W-ben Jahren 1934 und 1935 finanzielle Opfer m Hohe von einer Milliarde Franks gebracht habe, ohne daß diese Opfer die erhofften Ergebnisie gezeitigt hätten. Die ONC wäre wieder bereit, ein Beispiel

Wo ist der Meteor geblieben?

Das Institut für Meteorologie und Geophysik an der Universität Frankfurt stellt zur Zeit Nach­forschungen nach dem vermutlichen Verlauf der Bahn des am Sonntagabend gesichteten Mete­ors an. Es werden Augenzeugen gehört, die die Lichterscheinung gesehen haben. Auf Grund der bis jetzt getroffenen Feststellungen ist an der Lichterschei- nung selbst nicht zu zweifeln, doch spielt, wie stets bei solchen Vorgängen, auch hier die Phantasie reich­lich mit Bis jetzt ist die Aufschlag st eile des Meteors noch nicht gefunden und noch keinesfalls erwiesen, ob das Meteor an einem erreichbaren Punkt niedergegangen ist oder seine Bahn in sehr großer Feme gezogen hat. Von Assistenten des In­stituts werden auch auswärtige Beobachter gehört werden; man will versuchen, Die genaue Bahn des Meteors festzustellen und die Aufschlagstelle zu finden.

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Das Meteor ist, wie wir der Zuschrift eines un­serer Leser entnehmen, auch in Gießen beob­achtet worden; unser Gewährsmann schreibt: Sonntagabend, kurz nach 18 Uhr, beobachtete ich vom Horst-Wessel-Wall aus über der Goethe-Schule ein leuchtend helles Meteor, das sich in westöst­licher Richtung bewegte, einer Rakete ähnlich einen Bogen beschreibend, und dessen Bahn sich in ziem­licher Erdnähe hinzuziehen schien. Es war ein sehr heller Kem, der, einem Kometen ähnlich, einen leuchtenden Schweif hinter sich Herzog, welcher in einem intensiv blauen Licht endete.

Die Astronomie hat es mit den Meteoren schwer, denn nur selten kann der überaus flüchtige und unvorhergesehene Eindmck aus die photographische Platte gebannt werden. Bisher ist nur einmal, am 18. Juni 18,97, auf einer Sternwarte, die die Nord­amerikaner in Peru unterhalten, basSpektrum", der Lichtkranz des Meteors, photographiert worden. Die Spektralanalyse erlaubt nach einer von Kirch­hoff und Bunsen 1859 entdeckten Methode aus den Lichtausstrahlungen eines glühenden Kör­pers auf seine chemische Natur zu schließen. Die Lichtausstrahluna tritt dadurch ein, daß das Meteor die äußerste Lufthülle der Erde kreuzt, oft in einer Höhe von 300 oder 500 Kilometer. Die ungeheure Luftverdünnung in dieser Höhe bewirkt die Er­hitzung des Himmelskörpers, dessen Geschwindigkeit auf 42 Kilometer tn der Sekunde geschätzt wird. Infolge dieser Erhitzung lösen sich von dem Meteor häufig Einzelteile ab, die man Meteorite nennt und die man gelegentlich auf der Erde gefunden hat. Ihre Größe ist aanz verschieden. Man kennt Mete­orite von 500 Kilogramm, aber auch von 50 000 Kilogramm. Berühmt ist der Meteorit, der am 30. Juni 1908 im sibirischen Gouvernement Jenis­seisk niedergegangen ist; seine Schwere wird auf 800 000 Tonnen (die Tonne hat 1000 Kilogramm) geschätzt. Krieg und Revolution haben verhindert, daß dieser Riesenmeteorit genau erforscht wurde.

Blutspender als Wohltäler der Menschheit.

Sie vier Blutgruppen. Speaderzentralen in den Großstädten.

Die Opferbereitschaft des französischen Frontkämpfers Thomas, der innerhalb von 48 Stunden Dreimal sein Mut für Den todwunD DamieDerliegenDen Gesandtschafts- rat vom Rath hergab und vorher schon 109 Menschen dadurch das Leben gerettet hat, hat Das allgemeine Interesse an Den Mut­spendern und der Blutübertragung erneut ver­stärkt.

Die Tatsache, daßMut ein besonderer Saft" ist, kannte man schon im Mittelalter. Schon damals zapfte man gesunden Menschen Blut ab, um damit Das Leben Kranker zu retten. Allerdings geschah das nicht in der von unserer modernen Medizin entwickelten kunstvollen Form der Blutübertragung, sondern in wahlloser Form der Einspritzung, bei der der Erfolg häufig negativ war. Es fehlle den alten Aerzten die ausschlaggebende Kenntnis von Der Wichtigkeit Der'Blutgruppen. Nicht alle Menschen haben genau Das gleiche Blut in den Adem. Die Forschung entdeckte eines Tages, daß sich Das Blut von zwei Menschen entmeDer mit­einander vertrug ober baß es sich offensichtlich nicht vertrug. Im letzten Fall bildete die vereinigte Blut­flüssigkeit zweier Menschen jene verhängnisvollen Gerinnsel, die im Körper des Lebenden zur tod­bringenden Embolie führen. Man fand Dann noch einen Dritten Fall heraus, bei Dem es niemals zu Der Gerinniselbildung kam, so oft man das Blut dieses Menschen auch mit irgendwelchem anderen Menschenblut vereinigte. Dieses Blutvertrug" sich also mit dem jedes anderen Menschen.

Das Ergebnis dieser Untersuchungen war eine Einteilung in die sogenannten Mut grupp en, die ja auch in der gerichtlichen Medizin bei der Feststellung der Vaterschaft inzwischen wichtig ge­worden sind. Vier solcher 'Blutgruppen unterscheidet die Medizin an dem Grade ihrer Verträglichkeit untereinander und nennt sie Blutgruppe A,' B, AB und O. Während die Träger des Blutes aus Gruppe A und B sozusagen normal reagieren, d. h. bei ihnen eine Blutübertragung glatt verläuft, wenn sie jeweils das Blut eines Spenders aus ihrer Gruppe erhalten, so haben die Träger des Blutes aus den Gruppen AB und O seltsame Sondereigen- schaften. Mutträger der Gruppe O sind nämlich sogenannte Universalspender, ihr Blut ent­hält Blutkörperchen, die auf keinen ftalle im frem­den Blutserum gerinnen können. Blutträger der Gruppe AB wiederum haben ein Blutserum, das seinerseits jedes Gerinnen von Blutkörperchen aus übertragenem Blut unmöglich macht. Man bezeich­net die Menschen aus der Gruppe O deshalb als Universalspender, diejenigen der Gruppe AB als Universalempfänger.

Nachdem man einmal hinter diese Verschiedenheit der Reaktionsfähigkeit gekommen war, wurde dir Blutübertragung zu einem erfolgreichen Heilverfah­ren der modernen Medizin. Es kam nun nicht mehr vor, daß aus bis dahin rätselhaften Gründen die Blutübertragung bei dem einen Menschen die glück­liche Lebensrettung bedeutete und bei dem nächsten mit einem plötzlichen Tode endete, obgleich derselbe gesunde Spender sein Mut geopfert hatte. Man wußte fetzt, daß es nicht allein auf die kraftvolle Gesundheit des Spenders ankommt sondern man

untersuchte Spender und Empfänger zunächst auf ihre Blutgruppenzugehörigkeit und nahm bann erst bie Übertragung vor. Aus ben ersten Versu­chen im großen Kriege entwickelte sich bas Verfahren systematisch. Heute gibt es in allen grö­ßeren Städten in Deutschland und im Ausland so­genannte Zentralstellen, die in einer Kartei Den Mutspendernachweis Derjenigen Personen füh­ren, Die sich für Blutübertragungen zur Verfügung stellen. Eine Derartige Blutspenderzentrale besteht in Berlin beispielsweise seit 1932; sie verfügt über ein paar hundert Blutspender, die jeweils ein­mal im Monat zur Blutübertragung herangezogen werden dürfen und Denen bei dieser Gelegenheit niemals mehr als 450 ccm Blut entzogen werden darf. Da Bluttransfusionen häufig auch während großer Operationen angewendet werden, wo mehr als dieses Quantum Mut nötig wird, müssen sich in diesem Fall mehrere Spender der gleichen Gruppe bereithalten, um die nötige Blutmenge zu liefern.

Nicht nur bei großen Blutverlusten, Die den Pa­tienten an die Grenze der Verblutung bringen, wird heute die Bluttransfusion angewendet, sondern weit häufiger, als der Laie sich vorstellt. Bis zu drei Bluttransfusionen täglich werden in einem gro­ßen Berliner Krankenhaus vorgenommen. Auch jede Klinik, ja selbst die einzelnen Aerzte können jederzeit #inen Blutspender aus der Zentrale anfor­dern. Sie geben dabei gleich die Blutgruppe ihres Patienten an, und in weniger als einer Stunde, oft auch viel schneller, ist der Spender zur Stelle. Orte, die keine Mutspenderzentrale haben, lassen sich die Spender jeweils mit Auto oder Eisenbahn kommen. In Kanada mit seinen gewaltigen Entfer­nungen gibt es eine Zentrale für Blutspender, die sogar mit Flugzeugen ausgerüstet ist, in denen auf raschestem Wege die Lebensretter bis in Die fern­sten Gebiete geschickt werden.

Mutspender bei uns können nur kerngesunde arische Männer und Frauen zwischen 20 und 50 Jahren sein. Haben sie sich einmal zu dieser lebensrettenden Aufgabe bereiterklärt, dann stehen sie nach gründlicher Untersuchung unter allwöchent­licher fachärztlicher Kontrolle. Sie begeben sich weit­gehend ihrer persönlichen Freiheit, denn jeder ein­getragene Blutspender muß ununterbrochen tele­phonisch zu erreichen sein. Der ausgesprochene Man­gel an weiblichen Blutspendern erklärt sich vielleicht mit daraus, daß viele meinen, die Bluttransfusion bereite dem Spender Schmerzen. Das ist nicht der Fall. Weder der Spender noch Der Empfänger müs­sen bei den verfeinerten Methoden der Uebertra- gung irgendwelche Schmerzen leiden. Blutspender wird man ehrenhalber und im Nebenberuf, denn nicht ohne Absicht ist das Entgelt für die Blücher gäbe einheitlich und nicht sehr hoch festge­setzt. In Deutschland bekommen Die Blutspender für Die ersten 100 ccm Blut 10 Mark, für jedes an- gefangene weitere Hundert 5 Mark. Nicht vergüten will man den Blutverlust, sondern ein entgangenes Verdienst wettmachen.

Es gibt übrigens eine ganze Rübe von Jubi­lar e n unter den Blutspendern. Fündig, hundert, ja in einigen Fällen über fünfhundert llebertragun» gen sind in ihrem Blutspenderpaß vermerkt.

Dr. Buresch.

zu geben, wenn sie überzeugt wäre, daß das Wohl Frankreichs einen solchen Beitrag erfordere. Aber der Haushalt der Pensionen betrage jetzt infolge der Abwertung nur ungefähr 600 Millionen Goldfranks, während er im Jahre 1919 über zwei Milliarden Goldfranks betragen habe. Hinzu komme die Stei­gerung der Lebenshaltungskosten, die die Regierung veranlaßt habe, zwei Milliarden Franks für D Ke Erhöhung der Beamten- g e h ä l t e r vorzusehen. Die Frontkämpfer würden bereits jetzt von den durch die Notverordnungen geforderten finanziellen Opfern betroffen. Eine Be­lastung darüber hinaus wäre untragbar.

Kleine politische Nachrichten.

König Leopold von Belgien ist in Amsteroam eingetroffen, wo er von der Königin von Holland empfangen wurde. Prinz Bernhard war Dem belgischen König bis Rotterdam entgegengefah­ren. Bei der Fahrt zum Palais brachte die Bevölke­

rung dem belgischen Gast begeisterte Huldigungen bar. Die holländischen Zeitungen betonen, Holland und Belgien seien in der gleichen Lage und müßten die gleiche außenpolitische Linie verfolgen.

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Prinzregent Paul von Jugoslawien ist mit der Prinzessin Olga zu einem zehntägigen Besuch in London eingetroffen. Man mißt dem Aufenthalt des Prinzregenten eine erhebliche poli­tische und wirtschaftliche Bedeutung bet Die Prin­zessin Olga ist eine Schwester der Herzogin von Kent.

König Carol von Rumänien und Thron­folger Pnnz Michael haben Paris am Montag­abend verlassen. Zahlreiche Persönlichkeiten hatten sich auf dem Pariser Nordbahnhof eingefunden, um sich von dem rumänischen Herrscher zu verabschieden. Der königliche Salonwagen wurde an den Wiener Schnellzug angehängt.

Ministerpräsident Generalfeldmarschall Hermann Goring hat, wie schon ausführlich berichtet, den Ober st en vonSchell, der bereits seit einigen Jahren an maßgebender Stelle des Oberkomman­dos des Heeres die Fragen der Heer^smotori- sierung bearbeitet, zum Generalbevollmächtigten für das gesamte Kraftfahrwesen ernannt.

(Scherl-Bilderdienst-M.)

Der Botschafter der Bereinigten Staaten von Ame­rika, Hugh R. W i 1 s o n , hat Berlin am 15. Novem­ber 1938 verlassen. Während feiner Abwesenheit führt Botschaftsrat G i l b e r t bie Geschäfte ber Bot­schaft.

Der französische Außenminister Bonnet empfing ben beutschen Botschafter Graf Welc^eck, ber ihm Den Dank ber Reichsregierung für bte Anteil­nahme unb Unterstützung ber französischen Regierung gelegentlich bes Ablebens bes Gesandtschaftsrates vom Rath übermittelte.

Der Sekretär bes Nichteinmischungsausschusses, Homming, hat ben fünf in biejem Ausschuß ver­tretenen Großmächten über seinen mehrwöchigen Aufenthalt in Nationalspanien berichtet, ber Der Frage Des Abtransportes ber Freiwilligen auf na­tionalspanischer Seite geroibmet war.

Oer Marsch auf Tschangtscha.

Die Chinesen rücken auf Kanton vor.

Schanghai, 21. Nov. (DNB.) Die japanischen Operationen gegen Tschangtscha stoßen seit mehreren Tagen auf einen zähen erbitterten Wider st anb ber Chinesen. Zurückmführen sind diese verzweifelten Anstrengungen auf Den per­sönlichen Befehl Tschiangkaischeks bei seinem Besuch in Tschangtschn. Die Hauptkampstätigkeit spielt sich bei Piugkiang, etwa 80 Kilometer nordöstlich von Tschangtscha, ab. Hier befindet sich in dem gebirgigen Gelände Die Schlüsselstellung des chinesischen Verte idigungsfystems. Die Stadt Tschangtscha selbst bildet nur noch einen rau­chenden Trümmerhaufen, nachdem ein siebentägiger Brand alles in Schutt und Asche legte. Ueber 2000 Menschen tarnen in den Flammen um. Aus Befehl Tschiangkaischeks wurden der Garnisons­kommandeur, Der Chef Der Gendarmerie und der Chef ber Polizei erschossen, weil sie, ihre Be- fehle überschreitend, nicht nur die Stadt, sondern auch militärisch wichtige Gebäude und Anlagen viel zu früh in Brand stecken ließen.

Die II. chinesische Armee, Die zumeist aus er­probten Soldaten Der Provinz Kwangsi besteht, hat sich, nach einer Meldung der Europapreß; am Mon­tag von Westen her weiter nach Kanton herangeschoben. Eine Heeresgruppe wird von General Tsai Ting-kai befehliak, ber im Jahre 1932 bei bem ersten japanischen Angriff auf Schanghai die Wusung-Forts verteidigte. Die chinesische Artil­lerie feuerte am Montag in Die nörDlichen Vorstädte Kantons.

Auch die Schiffahrt auf dem Hau-Fluß gesperrt?

Schanghai, 21. Nov. (Europapreß.) Nach einer privaten Meldung soll ber japanische Konsul in Hankau ben ausländischen Vertretungen mit­geteilt haben, baß ber Han-Fluß, ber in ben Jangtse unmittelbar oberhalb von Hankau einmün- bet und eine wichtige Verkehrsader in das Innere Chinas bildet, für Die Schiffahrt geschlos- s e n worden sei. Ausländische Schiffe könnten des­halb den Han-Flyß nicht benutzen, es sei Denn, daß eine besondere Genehmigung von den japanischen Behörden erteilt sei. Der Han-Fluß würde also von den Japanern genau so behandelt wie ber Sang» t f e und ber Perlfluß bei Kanton, auf benen ebenfalls Der Verkehr der ausländischen Schiffe ver­boten ist. Der obere Verlauf des Han-Flusses be­findet sich übrigens noch in Händen der Chinesen.

Wetterbericht

Der Vorüberzug eines besonders kräftig entwickel­ten Sturmwirbels brachte am Montag auch unse­rem Gebiet verbreitete Niederschläge und starke Luftbeweguyg, die sich abends zu vollem Sturm steigerte. Einzelne Böen erreichten Dabei eine Ge­schwindigkeit von 100 Stundenkilometern, während die Temperaturen zurückgingen. Da sich eine wei­tere Störung entwickelt, bleibt die Wetterlage auch für Die nächste Zeit sehr unbeständig. In den höhe­ren Lagen wird es zeitweilig zu Schneefällen kommen.

Vorhersage für Mittwoch: Wechselhaftes Wetter mit Niederschlägen. Lebhafte Winde aus westlichen Richtungen. Tagestemperaturen in den Niederungen um etwa 5 Grad.

Lufttemperaturen am 21. November: mittags 9,7 Grad Celsius, abends 10,1 Grad; am 22. November: morgens 3,4 Grad. Maximum 10,3 Grad, Minimum heute nacht 3,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. November: abends 8,2 Grad.

MD.EN

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