Ur. 273 (Elftes Blatt
188. Jahrgang
Dienstag, 22. November 1938
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Die Festlegung der Grenzen zwischen dem Reich und der Tschecho-Slowakei.
Wichtige Volkstumsfragen geregelt. — Gemeinsamer Bau einer Ourchgangsautobahn Breslau — Wien und eines Oder-Donau-Kanals.
sie dazu aufforberten, auch weiterhin Ruhe und Ordnung zu bewahren. Es liege im Interesse des Staates und der Nation, sich zu keinerlei Kundgebungen hinreißen zu lassen, die unabsehbare Folgen nach sich ziehen könnten. Die Studenten müßten sich vergegenwärtigen, daß gerade in der heu- tiaen Zeit ungemein schwerwiegende und für die Tschecho-Slowakei wichtige internationale Verhandlungen über die Bedingüngen für das künftige kulturelle und wirtschaftliche Leben der Republik geführt werden. Jede unüberlegte Tat würde von schädlichem Einfluß aus das Ergebnis dieser Verhandlungen sein.
Was sagt die Prager Regierung dazu?
Borkommniffe, wie sie Deutschland nicht mehr verzeichnen möchte.
Heimwege befand, wurde von einem tschechischen Rowdy überfallen. Es wurden zwei deutsche Beamte und deren Frauen ernstlich verletzt. Der Deutsche H. wurde derart am Kopf und am Auge verwundet, daß er jetzt noch ärztliche Hilfe beanspruchen muß. Der andere deutsche Beamte R. wurde solange geschlagen, bis er bewußtlos zusammenbr ach. Er fiel infolge des starken Blutverlustes auf der Wachstube ein zweites Mal in Ohnmacht. Die Frauen der U e b erfülle ne n zeigen noch Spuren der Mißhandlungen. Trotz aller Anstrengung hat die Prager Polizei den Namen des Täters bisher noch nicht bekanngegeben und verweigert auch weiter seine Namensnennung.
Es zeigt sich immer deutlicher, daß die Elemente, die an der Völkerfeindschaft Interesse haben, wieder Oberhand bekommen und die Polizei nicht entsprechend durchgreift. Die unfreundliche Behandlung der bisher in der Tschecho-Slowakei wohnenden Deutschen bei den staatlichen Behörden ist bezeichnend. Es scheint, daß die politischen Ereignisse der letzten Zeit noch nicht deutlich genug gewirkt haben.
britische „Wriebuwattion" mit Bomben und Dynamit.
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Die britischen Militärbehörden in Palästina setzen die brutalen Unterdrückungsmethoden gegen den Befreiungskampf der Araber in immer schärferem Maße fort. Nachdem erst kürzlich eine groß angelegte Razzia in Jerusalem stattfand, mußte jetzt abermals der Belagerungszustand verhängt werden. Ueberall häufen sich die Gewaltmaßnahmen der Engländer, die, wie hier bei Niar in Galiläa, mit Granaten und Dynamit gegen die aufständischen Araber vorgehen. Sechzig Häuser wurden hier zerstört. — (Associated-Preß-M.)
Berlin, 21. Nov. (DRV.) Zwischen der deutschen und der lschecho-flowakischen Regierung ist eine Einigung über die Festsetzung der Grenzen zwischen dem Deutschen Reich und der Tschecho-Slowakischen Republik zustandegekommen. Das Protokoll ist am 20. November in Berlin unterzeichnet worden. Gleichzeitig ist ein Vertrag über S taa tsan gehö ri gkei ts- und Op- liousfragen und eine Erklärung über den Schuh der beiderseitigen Volksgruppen unterzeichnet worden.
Dem Internationalen Ausschuß, der in dem Rlün- chener Abkommen vom 29. September eingesetzt worden war, wurde die Einigung zur Kenntnis gegeben. Der Ausschuß hat sie im Sinne der Ziffer 6 des Münchener Abkommens bestätigt. Die nach den Grenzfestsehungsprotokollen an einzelnen Stellen beiderseits durchzuführende Räumung und Besetzung erfolgt am 24. November. ,
Am 19. November war bereits im Auswärtigen Amt eine Vereinbarung zwischen Deutschland und der Tschecho-Slowakei über eine auf tschecho-slowa- kifchem Staatsgebiet zu bauende Durchgangs- Autobahn als Verbindung zwischen Schlesien und der Ostmark und eine Vereinbarung über den Bau eines Verbindungs- kauals zwischen der Donau und der Oder unterzeichnet worden. Ferner ist der ll e b e r- slugverkehr über tschecho-slowakisches Gebiet geregelt worden.
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Hierzu schreibt bas Deutsche Nachrichtenbüro : Die deutsche Regierung hat den Generalinspektor für bas beutsche Straßenwesen. Dr.-Jng. Fritz Tobt, bie tschecho-slowakische Regierung ben Minister für öffentliche Arbeiten, Husar e k, ermächtigt, mit ben Vorbereitungen und ben Bau- arbeiten sofort z u beginnen, lieber ben Oder — Donau-Kanal ist bas Einvernehmen der beutschen unb ber tschecho-slowakischen Regierung grundsätzlich im Hinblick auf bie gemeinsame Inangriffnahme bieses Kanals erzielt worden. Zur Aufstellung ber technischen Grundlage für Bau unb Betrieb wirb eine Sachoer st ändigenkom- Mission zusammentreten. Ein späterer A n - schluß ber Elbe an ben Kanal ist in Aussicht genommen. Die beiben Verkehrswege bienen ber Erleichterung bes Personen- unb Handelsverkehrs zwischen ben beiben Teilen Deutschlands, bie burch das tschecho-slowakische Staatsgebiet getrennt sind. Die getroffene Regelung unb bie vorgesehene Lösung befreit ben beutschen Verkehr von zettrauben- ben Formalien unb ftörenben Kontrollen. Die Durchgangs-Autobahn mit Anschlüssen an das tschecho-slowakische Straßennetz soll dem gesamten deutschen und tschecho-slowakischen Kraftfahrzeugverkehr kostenloszurVerfügung stehen und dient somit der Förderung bes Verkehrs zwischen beiben ßänbern. Auf ber Durchgangs-Autobahn, bie exterritorial ist, wird ein durch jealiche Pech- ober Zollkontrolle unbehinderter Verkehr von Breslau nach Wien auf bem kürzesten Wege möglich sein. Die Bauausführungen ber geplanten Durchgangs-Autobahn unb bes Ober— Donau-Kanals hüben für bie von der tschechoslowakischen Regierung in Angrtsf genommene Bekämpfung ber Arbeitslosigkeit eine wesentliche Unterstützung.
Wer wird Präsident?
Anklageerhebung gegen Benesch?
Prag, 21. Nov. (Europapreß.) Am Morllag wurden die Verhandlungen zwischen den politischen Parteien über die Person des Präsidentschaftskandidaten ausgenommen. Hierbei hat sich gezeigt, daß die Kandidatur bes Außenministers Dr. Chvalkovsky jtarf in ben Hintergrund getreten ist, ba Dr. Ehvalkoosky als Außenminister für den Staat wichtiger sei. Es werde daher vorgeschlagen für die Präsidentenkandidatur den Innenminister Cerny namhaft zu machen, wahrend Ehvalkoosky als Ministerpräsident und Außenminister in Betracht kommen soll. Es ist wahrscheinlich, daß die Wahl eine Verzögerung bis zum Wochenende erfahren wird, zumal auch die Verhandlungen mit den Slowaken noch nicht abgeschlossen sind. Die Slowaken fordern u. a. stärkere Vertretung m ber Zentralregierung. r
Die Erhebung der Anklage gegen den ehemaligen Staatspräsidenten Dr. Benesch wird von ber „Slovenska Prawda", bem Blatt bes rabifalen Flügels ber Slowakischen Volkspartei 5)110105, an- gefunbigt. Die Anklage wird bamit begründet werden, daß Dr. Benesch für die heutige Lage verantwortlich fei. Nach der tschecho-slowakischen Ver- fasiung ist Kläger das Abgeordnetenhaus, das mit Zweidrittelmehrheit auf Grund der Erhebungen eines besonderen, aus seiner Mitte gewählten Un- tersuchungsausschusses*die Anklage beschließt. Richter ist ber Senat, ber feinen Spruch mit Dreisünftel-
mehrheit fällen muß. Die Anklage kann nur auf Hochverrat lauten, ber Schulbspruch nur apf Aberkennung ber Präsibentenwürde ober, im Falle Beneschs, auf Aberkennung ber Fähigkeit, in Zukunft nochmals bie Präsibentenwürde zu bekleiden.
Die tschechischen Studenten zu Ruhe und Ordnung ermahnt.
P r a g, 21. Nov. (Europapreß.) Die Rektoren ber tschechischen Universität unb ber tschechischen Technischen Hochschule in Prag richteten an bie Studentenschaft Ausrufe, in benen
Prag, 21. Nov. (DNB.) Der von einer gewissen Zentralstelle in linksstehenben Kreisen proklamierte Deutschenhaß kommt in Prag erneut stärker zum Durchbruch. Nicht nur, baß alle deutschsprachigen Aufschriften und dergleichen, soweit sie z. B. in deutschen Instituten u'sw. vorhanden waren, zerstört und vernichtet werden, werden bereits wieder beutschsprechende Passanten auf der Straße von dunklen Gestalten angepöbelt und tätlich a n g e f a 11 e n. In den.Kaffee-Häusern werben alle Gäste, bie sich ber beutschen Sprache bebienen, berart angeekelt, baß sie es oorziehen, bie Lokale zu verlassen. Selbst beutsches Eigentum, wie parfenbe Automobile mit bem Kennzeichen bes Deutschen Reiches (!) sinb bas Angriffsziel. Abzeichen, bie an bas Deutsche Reich ober einen beutschen Verband erinnern, werden überall ab gekratzt, bie Wagen beschmiert unb begleichen.
Ein besonders krasser Fall, her berebtes Zeugnis von bem Anschwellen bes Deutschenhasses in Prag ablegt, hat sich in ber Nacht auf Samstag im Zentrum Prags auf ber sogenannten Kettenbrücke zugetragen. Eine Gruppe Deutscher, bie sich auf bem
Mit brutaiflen MMm'tteln.
ßonbon, 21.Nov. (Europapreß.) Die „Wieber- eroberung" palästinensischer Stäbte burch englische Truppen geht unter Einsatz aller Machtmittel, zum Teil in brutalster Form, weiter. Montag würbe Versabeh reftios von englischem Militär in Besitz genommen. Die örtlichen Verwaltungsstellen werben nicht mehr mit Zivilisten besetzt. Die Zivil- bchörden und die Polizeistreitkräfte hatten sich vor mehreren Wochen zurückziehen müssen, da der arabische Druck zu stark geworden war. Die „Wieder- einnahme" anderer Städte, wie Bethlehem, Jericho, Hebron unb Gaza, würbe Enbe ber vergangenen Woche abgeschlossen — Der am vergangenen Donnerstag durch Schüsse verletzte Scheich Abdul Rahman el Khatib ist am Montag seinen Verwundungen erlegen. Scheich Abdul war
Lehrer an einer höheren englischen Schule, außerdem war er Mitglied der Nationalen Verteidigungspartei. In Asira (Bezirk Samaria) umzingelte bie Polizei ein Haus, in bem eine kleine "Schar von Arabern über ihre Befreiung vom englischen Joch beriet. Die Polizisten erschossen drei Araber und verwundeten zwei schwer.
Nach einer Meldung aus Damaskus wird in syrischen Regierungskreisen die Gesamtzahl der aus Palästina nach Syrien unb bem Libanon vor bem englischen Terror Geflüchteten auf über 25000 Menschen geschätzt. Der Flüchtlingsstrom halte immer noch unoerminbert an, obwohl bie Grenze von Palästina von englischem Militär scharf bewacht werbe. Unter' ben Flüchtlingen sollen sich nicht nur ben englischen Manbatsbehörben mißliebige Politiker, sonbern auch zahlreiche Greise, Frauen unb Kinber befinden.
Oie beiden Amerika.
-23on unserem A G.-Korrespondenten.
Buenos Aires, November 1938.
Wenn in Europa in einigen Wochen eine Tagung sämtlicher Staaten bes Kontinents stattfinden würde, von der Art, wie die am 8. Dezember dieses Jahres beginnende Panamerikanische Konferenz von Lima, der Hauptstadt Perus, so wären wahrscheinlich jetzt schon in allen bedeutenden europäischen Tageszeitungen grundsätzliche Aufsätze über die zu behandelnden Fragen, Stimmungsbilder über die politische Lage in den einzelnen Ländern und deren voraussichtliche Haltung auf der Konferenz und ähnliches zu lesen. Die Lektüre der wichtigsten südamerikanischen Zeitungen zeigt, daß zunächst bas Interesse an der bevorstehenben Tagung noch verhältnismäßig gering zu sein scheint. Nur höchst selten weist ein führendes Blatt auf bie{e Tagung hin. Meist geschieht es zubem noch in jener allgemeinen, unverbinblichen unb zugleich wortreichen Form,' bie südamerikanische Kommentare über sübamerikanische Angelegenheiten von jeher gekennzeichnet hat.
Der chilenische Staatspräsibent A g u i r r e Serba, ber sein Amt entmeber währenb ober kurz nach ber Konferenz von Lima, am 25. Dezember 1938, antreten wird, nannte Roosevelt ein „leuchtenbes Vorbild für ganz Amerika" und betonte, daß die Politik der guten Nachbarschaft endgültig die Dollardiplomatie und den amerikanischen Imperialismus abgelöst habe. Lediglich in zwei Punkten war Cerda von deutlichster Klarheit: Er kündigte an, daß unter seiner Regierung bie ch i- lenischen G e s a n b t s ch a f t e n in Europa aufgehoben und burch Konsulate ersetzt würden, währenb gleichzeitig die chilenischen biploma- tischen Vertretungen in ben amerikanischen ßänbern verstärkt werben sollen. Ist biese Geste zunächst auch wohl nur symbolisch zu werten, so muß man sie boch als eine Sympathieerklärung für ben Gebauten ber panamerikanischen Jsolie- rungspolitit bezeichnen. Schließlich meinte Cerba noch, bie bisherigen Privilegien bes ausländischen Kapitals in ben südamerikanischen Län- bern müßten einer Nachprüfung unterzogen werden — „wenngleich bas Kapital als solches un» entbehrlich sei".
Auch ber norbamerikanische Unterstaatssekretär Sumner W e 11 e s hat sich in einer über ganz Amerika verbreiteten Rundfunkrebe lange bei Gemeinplätzen aus bem bekannten panamerikanischen Sprachschatz aufgehalten, bis er schließlich ben mittel- unb sübamerikanischen ßänbern bie Versicherung abgab, Nordamerika werde sie „im Falle eines Angriffs" zu Wasser, zu ßanbe und in ber ßuft schützen. Diese Versicherung würbe ben Sübamerikanern zwar schon öfter von Norbamerika aus zuteil, wohl selten aber mit solchem Nachbruck, wie burch bie jüngste Rebe von Sumner Welles. Ihm war es vorbehalten, bie schon früher in ber norbamerikanischen Propaganda vielfach zum Aus- bruck gebrachten Gebauten einer angeblich ben süd- unb mittelamerikanischeu Staaten von außen, von 11 e b e r f e e brohenbeu Gefahr erneut unb betonter zu formulieren. Bei ben letzten europäischen Ereignissen war nun, auch für sübamerikanische Augen klar ersichllich, bie Genfer Liga zu völligem Versagen verurteilt. Dies aber ist gleichbedeuteub mit einer Ausschaltung bes einen ber beiben Faktoren, auf bie sich bie Südamerikaner bei ihrer Außenpolitik stützen können. Daburch sind bie Ten- benzen gestärkt worben, bie einem stärkeren Anschluß ber sübamerikanischen Staaten an ben näheren Machtfaktor, die USA., bas Wort reben.
Es ist allerdings immer noch sehr bie Frage, ob bie sübamerikanischen Länder in ihrer Gesamtheit einen so weitgehenden „Schutz" gegen eine von ihnen vielleicht gar nicht einmal so stark empfundene „Gefahr" überhaupt wollen, wie ihn Sum- uer Welles im Auftrag Roosevelts ihnen zusicherte. Es scheint heute noch sehr fraglich, ob die süd- und mittelamerikanischen Staaten wirklich an ein — irgendwie geartetes — Militärbündnis mit Nordamerika denken, das doch die letzte Folge der von Sumner Welles verkündeten Politik sein müßte. Ein solches Bündnis war ror Monaten auch schon. von uordamerikanischeu Zeitungen, sei es auch nur als Versuchsballon, besprochen worden. Aber selbst, wenn man nicht so weit gehen unb kein Militär- bünbnis, keine „panamerikanische Form von kollektiver Sicherheit", von ber neuerbings mieber bie „New Port Times" sprechen, ins Auge fassen will, so erhebt sich doch bie anbere Frage: Wirb Washington auf ber Konferenz von Lima bie ,/ßaname- rifanifierung ber Monroe-Doktrin" fortsetzen, bie auf ber panamerikanischen Friebens- sicherungskonferenz vom Dezember 1936 in Buenos $ Aires begonnen würbe? Wirb man biesmal versuchen, über bie Bestimmung hinauszugehen, baß bie Staaten beiber Amerika, falls einer von ihnen in einen Konflikt mit einer nichtamerikanischen Macht geriete, zur gemeinsamen Beratung zu- sammenzutreten haben? Wird man versuchen, sie über ben allgemeinen Grundsatz ber Konsultierung hinaus schärfer zu fassen, etwa in Form eines ante» rikcmischen Staaten- ober Völkerbunbes, wie ihn — wohl auf Anregung und Wunsch ber im Hintergrunb bleibenben Norbamerikaner — K 0 - lumbien und San Domingo vorschlagen? Oder wird man es mit einem neuen Friedens- sicherungsabkommen probieren, bas bie Norbamerikaner, wenn alle Völkerbundspläne einmal abgelehnt worben sinb, als Kompromißoor- schlag auf ben Verhanblungstisch legen könnten?
Bisher liegen aus ben führenben sübamerikanischen Staaten, aus Argentinien, Brasilien und Chile, zu diesen Fragen keinerlei amtliche Stellungnahmen vor. Man hat aber keinen Grund, anzu-


