Ausgabe 
22.10.1938
 
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Chemie erschließt die

ett

Don den Grundlagen und Aufgaben des chemischen Zeitalters.

Oie neue Winteruniform der HI.

und Forschungen von heute.

H. Sch-r.

haltige Wirkung auf das chemische genden Zeiten ausübte, war keine modernen, abendländischen Sinne.

in einer naiven Einheit mit der Natur schöpferischen Kräften, die sich in und

und ihren hinter ihr

Wisienscbaft im Es wird wohl daß die antiken chemische Jndu-

Korpsführer Hühnlein auf der Londoner Autoschau.

6. Jahrhundert sickerten allmählich slawisch« Stämme herein, jedoch erfaßte die deutsche Rückwanderung in den Osten, die mittelalterliche deutsche Ostkolonisation, bald ganz Schlesien. Im 12. Jahrhundert, unter Kai­ser Friedrich I. von Hohenstaufen, dem Rotbart, wurde jene Grenze festgesetzt, die Schlesien bis nach dem Weltkrieg umschloß.

Im 15. Jahrhundert brachen sengend und mor­dend die Vorfahren der heutigen Tschechen, die Hus« fiten, ein und rotteten die Bevölkerung größten­teils aus. In die Lücken kamen aus dem Osten slawische Zuzügler, die freilich nicht die deutsche Führung des Landes berühren konnten Sa entstand jene Bevölkerungsverteilung, die das Te- schener Schlesien auch noch im 20. Jahrhundert kenn, zeichnet: eine deutsch-slawische Uebergangsbevölke- rung mit teilweise im Hausgebrauch eigenen Mund­arten, die sich vom Hochpolnischen und noch mehr vom Hochtschechischen abheben.' Das Jahr 1742 brachte eine staatliche Trennung zwischen Preußisch- Deutsch und Oesterreichisch-Deutsch, aber sie wurde zunächst wohl noch nicht so empfunden, da die Lei« tung hüben wie drüben dieselbe blieb und ein großer wirtschaftlicher Aufschwung Entwicklungsmöglich­keiten bot. .

In seinem Zeichen reckten sich in Tschynretz die Hochöfen, in Bielitz die Schornsteine, Karwins Koh­lenschätze erlangten europäischen Ruf, aus manchen verträumten deutschen Ackerbürgerstädtchen wurden Mittelpunkte der Industrie und des Großhandels.

Die Wirkung auf die Bevölkerung war doppelter Art: Einmal kamen Zuwanderer, vor allem Tsche­chen, aus bereits national erhitzten Gegenden Das bedeutete eine Verschärfung der örtlichen volklichen Verschiedenheiten, andererseits schwächten Erwerbs­drang, Gewinn und Not diese Verschiedenheiten ab,

Für die gesamte Hitler-Jugend mit Ausnahme der HI.-Sondereinheiten (Marine-, Motor- und Flieger- HI.) ist eine neue Winteruniform eingeführt worden. Die Schaftstiefel werden durch den Sommerdienst­schuh ersetzt. Als Kopfbedeckung wird eine blaue Schi­mühe getragen. Die Winteruniform kann auch für Zivilzwecke benutzt werden. Unser Bild zeigt links die neue HJ.-Uniform und rechts die zur Uniform ge­hörende Regenpelerine. (Scherl-Bilderdienst-M-)

lich und politisch bedeutet, braucht angesichts ferner bekannten Notlage kaum heroorgehoben zu werden.

Den größten Vorteil erwartet aber das mittel­deutsche Gebiet von der Vollendung des S ü d f l ü g e l s des Mittellandkanals, der b i s Leipzig führen soll, und der den Umschlag der Transporte nach Sachsen und Thüringen derart er­leichtern dürfte, daß man für die Zukunft mit dem vier- bis sechsfachen Umfang des Verkehrs auf der Saale rechnet, für den vor allem Getreide, Cherni- kalien und Papier in Betracht kommen. Der 16. Ok-

Der folgende Beitrag unterrichtet über das Teschener Gebiet, das am 2. Oktober von den Po^en besetzt wurde; der Verfasser gehört zu den wenigen, die dieses Gebiet aus eigener Anschauung kennen, sein Name ist aus zahl­reichen oolkspolitischen Veröffentlichungen be­kannt.

DasDornröschen unter den Grenzlandschaften Mitteleuropas" hat man das Teschener Schlesien genannt, und mit gutem Recht, denn bis in die jüngste Vergangenheit war das Teschener Land am Fuße der beskidischen Karpathen so gut wie unbe­kannt. Erst als tschechische Gewaltherrschaft auch hier völlig unleidliche Verhältnisse schuf und Polen sich der Teschener Frage mit Nachdruck annahm, ging es dergroßen" Welt auf, daß das Teschener Schle­sien ein Sammel- und Drehpunkt bedeutender euro­päischer Kraftlinien ist.

Das Teschener Gebiet ist Abdachungsland, genauer Karpathenvorland, und erstreckt sich vom Jablunkapaß, dem tiefsten Einschnitt des ganzen Karpathenwalls mit nur 550 Meter Seehöhe bis nach Preußisch-Schlefien. Es öffnet sich also zur Oder, in die die beiden Flüsse Olsa und Ostrawitze oder Osterbach münden. Der Osterbach bildet die West­grenze, das Flüßchen Bialka bei Bielitz die Ost­grenze des Teschener Landes. Nahe seinem Nord­westwinkel, bei Mährisch-Ostrau. treten sich die Aus­läufer der Karpathen und der Sudeten bis auf 300 Meter gegenüber, ein Dölkertor erster Ordnung bil- dend. Dem Rande beider Karpathengebirge folgen seit, alter Zeit die Verkehrswege, die im Teschener Schlesien in Furten die Flußrinnen gut überwinden konnten. So wurde früher auch der wesentliche Verkehr d«s ganzen südlichen Rußland schon von

tober, an welchem eine der wichtigsten bisher noch offenen Kontaktstellen im Leitungsnetz des deutschen Massengüterverkehrs geschlossen wird, bringt somit den Abschluß eines besonders bedeutsamen Kapitels der deutschen Wasserstraßenpolitik, und er eröffnet zugleich und bas,, wird auf der Magdeburger Binnenschiffahrtstagung nachdrücklich betont wer­den neue Ausblicke auf den weiteren Ausbau der deutschen Ströme und Kanäle zu unentbehrlichen Lebensadern der deutschen Wirtschaft.

einem Urstoff die Welt zu erklären, sie in Elemente aufzuteilen und diese aus Atomen zusammenzu­setzen, nicht so ganz unrecht gehabt. Die auf den Lehren der Alten ausbauende chemische Wissenschaft hat im Laufe ihres Experimentierens und Forschens die Lehre von den vier Elementen verworfen. Es wurden fast 25mal mehr entdeckt, und stolz darauf hat man es lange für unumstößlich gehalten, daß sie nicht ineinander übergehen könnten, sondern ihre Konstanz behielten. Allein, mit der Entdeckung des wunderbaren Elementes Radium, seines völlig unerklärlichen Zerfalls und seiner Zerlegung in an­dere Elemente und mit der neuesten Erkenntnis der Atomzertrümmerung und E l e m e n t u m- Wandlung erscheinen uns die Philosophen der Alten und ihre Frage nach einem Urstoff in einem ganz anderen Sicht. So schließt sich der Kreis. So berühren sich im Wandel der chemischen Erkenntnis die Philosophen der Alten mit den Experimenten

SAellkm Bei EMung, GriMMW:

Man trinke !un vor dem Zubettgehen möglichst heiß zweimal ie einen Eßlöffel Klosterfrau-Rtelissen- aeist und Zucker mit etwa der dovvelten Menge kochenden Wassers gut verriihrt. Kindern gebe man die Hallte. , . .

Wer dieses ausgezeichnete Mittel erprobte, wird es bei Erkältungserschcinungen gern wieder an­wenden. Lassen Sie sich nicht erst noch einmal von einem Anfall überraschen, sondern kaufen Sie noch heute Klosterfrau-Melissengeist. Sie erhalten ihn in der blauen Originalnackung mit den drei Nonnen in Apotheken und Drogerien in Flasche n zu 2,80,1,65 und 0,90 Mt. ezsoV

offenbarten und die sie als göttliche und gott- gefanbte Gestalten erlebten. So geschah das mit Prometheus oder unserem nordischen Feuergott Heimdall, mit anderen sagenhaften Erfindern und mit den Schmieden, die die Metalle verwandelten. Es konnte in jenen Zeiten eines innig erlebten Na­turzusammenhangs nicht zu einem Nachdenken kom­men über das, was die Menschen trieben, wenn sie Stoffe bearbeiteten und verwandelten. Zwar war es ihnen nicht selbstverständlich, daß dem Töpfer und dem Schmied sein Werk gelang. Es glückte eben, weil man den Beistand von Geistern oder Göttern erbeten und dabei die kultischen Vorschrif­ten innegehalten hatte, die in geheimen Traditio­nen weitergegeben wurden. Das ging durch die Jahrtausende so bis in die Zeiten derSchwarzen Kunst", der mystisch und magisch bestimmten Alchimie.

Prometheus brachte den Menschen das Feuer. Sie nahmen es an, verehrten den Spender, aber dachten sich dabei nicht viel. Jahrtausende trieben sie unbewußt Chemie mit dem Feuer und legten die Grundlagen menschlicher Kultur. Uns ist hierüber nichts berichtet, auch nicht über dieErsatzstoff­probleme", die in jenen Zeiten auftauchten, als die Menschen mit Hilfe des Feuers vorn Werkstoff Stein zu dem Neustoff Bronze und dann zum Eisen übergingen. Erst das Genie L a v o i s i e r s erkannte 1774 das Feuer als Erscheinung eines che­mischen Prozesses, als einen Oxidationsvorgang. Er legte mit dieser Erkenntnis des chemischen Wesens des Feuers, mit dem die empirische Chemie begann, die Grundlagen zur Entwicklung der modernen wis- enschaftlichen Chemie und demzufolge zur indu- triellen Chemie von heute.

Es begann die Geschichte des bewußten Nach­denkens über Art und Wandel der Stoffe, als sich die ionischen Naturphilosophen von den Göttern Homers freimachten und die Frage nach dem Urs­prung und dem Wesen der Stoffe, hrer Verwandtschaft und Beziehungen unterein­ander stellten. Es war ein kühner Schritt, die Welt ans einem begreifbaren Prinzip erklären zu wollen. Dies tat zuerst soweit uns berichtet ist um 600 v.Christi Geburt Thales von Milet. Jrn Wasser sah er den Urstoff, weil er mit dem Auge des Chemikers die Welt erblickte. Die Beobachtung der verschiedenen stofflichen Zustände des Wassers, daszsich in das feste Eis und den luftförmigen Dampf verwandeln kann, mag ihn dazu geführt haben. Heraklit, der Dunkle (um 500), erkannte im Feuer den Urstoff der Welt. Im Atemhauch und in der Wärme sieht er das Wesen des Lebendigen,

gewinnen suchte.

Die Naturphilosophie der Alten, die eine so nach- Denken der fol-

Das Teschener Schlesien

Don Or. Or. Zrie-rlch Lange.

so daß die wirtschaftlichen Kampffronten nicht nur durch die Uebergangsbeoölkerung der Schlonsaken, d. h. Schlesier, gingen, sondern auch quer durch die deutschen, polnischen und tschechischen Volkszugehö­rigen. Es entstand in Gautrotz und Gemeindefestig­keit ein neues Landesbewußtsein, das immer mehr das Teschener Schlesien durchdrang, und an dem sich heute die Tschechen die Zähne aus­beißen.

Als der Weltkrieg im Zeichen' desSelbstbe- st i m m u n g s r e ch t s" beendigt wurde, wurde so­fort für den Fall, daß man der Bevölkerung nicht ihren völlig freien Willen lassen wollte, ein eigener Freistaat für das Teschener Schlesien gefordert, wie im 19. Jahrhundert lange Zeit Krakau ein Freistaat gewesen war und dann im 20. Jahrhundert un­ter anderen Verhältnissen Darrst g ein Freistaat wurde. Die Pariser Weltoerteiler sahen eine Volks­abstimmung vor, deren Einzelheiten freilich den Wünschen der Einheimischen wenig Rechnung tru­gen. Aber diese Abstimmung fand nicht einmal statt. Denn die Tschechen in ihrer Doppelzüngigkeit fielen den Polen in den Rücken, als diese durch den Bol­schewisteneinfall (bis nach Warschau) in höchster Ge­fahr waren. So kam es zur Teilung des Teschener Lande». Die Zwangsgrenze spaltet das Land längs dem Fluß Olsa förmlich auf und zerteilt sogar die deutschsprachi'sche Hauptstadt Teschen, so daß es seit­dem einTschechisch"-Teschen und ein Polnisch- Teschen gibt.

Polen ist seitdem nicht müde geworden, auf die Unnatürlichkeit dieser Grenzziehung hinzuweisen, während die Tschechen sich in steigender Rücksichtslosigkeit daran machten, die bodenständige Bevölkerung zu verdrängen und durch Tschechen aus ihrem Landesinnern zu ersetzen. Wohl bequemten sich von Zeit zu Zeit die Regierenden in Prag zu formalen Zugeständnissen, aber gehalten wurde nichts davon. So hat BeneschsSyftem" die Schuld, daß Unfriede in und um Teschen blieb; nun erber wird, im Anschluß an die Münchener Vereinbarun­gen der Großmächte, auch hier die gerechte Grenze den Frieden sicherstellen.

Am kommenden Samstag findet in England das Internationale Donington-Rennen, das größte englische Autorennen statt, in dem auch die deutschen Wagen zahlreich vertreten sind. Korps­führer Hühnleinhckt sich zu diesem Rennen nach England begeben. Nach feiner Ankunft besuchte der Korpsführer die Londoner Autofchau; man sieht ihn hier am Stand von BMW. (Associated-Preß-M.)

vorstellbare Riesenlast von Gütern wird künftig auf dem Mittellandkanal Jahr für Jahr befördert werden. Der Begriffwirtschaftliche Be­deutung der deutschen Wasserstraßenpolitik", so nüch­tern er erscheint, ist mit dieser phantastischen Vor­stellung aber noch nicht erschöpft. Die Zeiten, in denen Binnenschiffahrt und Eisenbahn in heftigem Wettbewerb miteinander lagen, liegen hinter uns. Niemand macht der Eisenbahn und neuerdings dem Lastauto den Rang als schnellste Transportmittel streitig. Ebenso aber ist der Binnenschiffahrtsweg für die Beförderung von Massengütern selbstver­ständlich stets der billigste. Im übrigen aber sind die Aufgaben unseres Verkehrswesens derartig gewachsen, daß alle Verkehrsmittel, jedes nach feiner Art eingesetzt werden müssen und einander ergänzen müssen.

lieber den Bau des Mittellandkanals ist schon in der Vorkriegszeit unendlich viel gestritten worden, und als man ihn schließlich zu bauen begann, konnte niemand ahnen, daß seine wirtschaftlichen Aufgaben in der Zeit seiner Vollendung einstmals ein Viel­faches von dem umfassen würden, was damals vor- auszusehen war. Hätte man ihn seinerzeit nicht ge­plant und verwirklicht, so müßte man ihn heute schleunigst in Angriff nehmen. Man hat noch vor wenigen Jahren den künftigen Verkehr auf dieser Wasserstraße auf 10 bis 12 Millionen Tonnen ge­schätzt, aber diese Zahl gehört längst der Vergangen­heit an. Heute muß man die Ergebnisse des Vier­jahresplanes mit in Rechnung stellen. Die Her­rn a n n - G ö r i n g - W e r k e in Salzgitter, die durch einen Stichkanal mit dem Mittellandkanal verbunden werden, und die Volkswagen­fabrik in Fallersleben, die unmittelbar am Kanal entsteht, schließlich aber auch die Jndu- ftr i e des Gaues Halle-Merseburg, die durch den Südflügel des Kanals herangeführt wird, steigern die ursprünglichen Schätzungen des 23er» kehrsoolumens ganz gewaltig, so daß nunmehr auf einen jährlichen Gesamtverkehr von rund 30 Millio­nen Tonnen zu rechnen ist. Davon entfällt etwa die Hälfte auf die Werke von Salzgitter, und zwar im einzelnen etwa sechs Millionen Tonnen Erze für die Hüttenwerke im Westen und etwa ebenso viel Koks und Kohle aus dem Ruhrgebiet.

Wie stark das Verkehrsbedürfnis zwischen den Gebieten am Rhein und denen an der Elbe ist, geht daraus hervor, daß der Massengüterve r- kehr, also derjenige, den man mit Vorliebe über den Wasserweg leitet, bisher in recht beträchtlichem Maße über d i e Nordsee ging. Mit der Ver­kürzung dieses Weges durch den Mittellandkanal wird dieser Verkehrsweg naturgemäß erheblich an­wachsen. Düs Bedürfnis für einen billigen Trans­portweg zum Austausch von Kohle und Eisen sowie von land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnissen (Holz, Getreide, Zucker) ist schon immer vorhanden gewesen, und die Ersparnisse an Beförderungskosten, die sich für die deutsche Gesamtwirtschaft in Zukunft durch die Benutzung des Mittellandkanals ergeben, werden allein schon auf jährlich rund 70 Millionen Mark geschätzt.

Die Vollendung des Mittellandkanals eröffnet je­doch nicht nur für die Landesteile, die dieser Was- ferweg durchschneidet, sondern auch für andere Teile des Reiches wirtschaftliche Ausblicke, da der Kanal im Rahmen der gesamten deutschen Wasserstraßen­politik mit anderen bedeutsamen Wasserwegen zu­sammenhängt. Nach dem Gesetz vom 11. Mai dieses Jahres soll der Rhein-Main-Donau-Ka- v a l bis 1945 für große Schleppkähne ausgebaut fein. Die Verbindung des Mains wiederum mit dem norddeutschen Kanalsystem, als auch mit dem Mit­tellandkanal. wird durch den Werra-Main- Kanal gesichert, durch den vor allem die Kali- Industrie im westlichen Thüringen an die großen Binnenschiffahrtsstraßen herangebracht wird. Die Kanalisierung der Werra ist bereits zwischen Min­den und Wartha in Angriff genommen. An dieser etwa 100 Kilometer langen Strecke wird seit dem vergangenen Jahre gebaut. Die Kanalisierung wird dann fortgesetzt, bis sie das wichtige Kaligebiet bei Merkers erreicht, und von dort aus wird das letzte Stück des künftigen Kanals nach Bamberg führen, wo es in den erwähnten Rhein-Main-Donau-Kanal einmündet. Durch dieses Stück des Kanalbaues wer­den wieder die Verbindungen des Wirtschaftsgebietes von Kaburg beträchtlich verbessert. Wie weit die wirtschaftlichen Wirkungen des norddeutschen Wasser­straßensystems durch diese Verbindungswege nach dem Süden ausstrahlen, erkennt man z. B. darin, daß auch die Bayerische Ostmark bedeutende Vorteile davon haben wird. Die Erzeugnisse des Bayerischen Waldes und des Fichtelgebirges brau­chen dringend billige Transportwege, da es sich hier vielfach um Holz und andere Massengüter han­delt, die den Verarbeitungsstellen im Reiche au dem Wasserweg zugeführt werden können. Die Ka­nalbauten geben daher auch der Bayerischen Ost­mark neue Hoffnungen für die Steigerung ihrer Ausfuhren, und was das für diesen Gau wirtschaft-

Natur diesem Gebiet zugeleitet. Dazu hat das Land jenseits der doppelten Gebirgsumwallung an­dere Flachländer wie Böhmen, das Wiener Becken und Ungarn als wertvolle Nachbarn. Bequeme Uebergänge erleichtern auch diesen Verkehr nach allen Richtungen, so daß natürliche Nordsüdweae nach Oberitalien. Ungarn und der Balkanhalbinstl führen. Es kreuzen sich also hier große Ostwest- mit Nordsüdwegen. Was das für den gewaltig gewachse­nen Kraftwagen-Fernverkehr und vor allem für den Luftverkehr bedeutet, wird erst die Zukunft veranschaulichen. Eine Ahnung davon vermittelt heute schon die Verkehrslage des Teschener Schlesien im zwischenstaatlichen Eisenbahnverkehr, zwischen dem Innern des Reiches, der Slowakei und Ungarn, zwischen den Sudetenländern Böhmen und Mähren und den polnischen Gebieten wie Galizien, Kongreßpolen usw. Obgleich die jüngste Zeit für zwischenstaatlichen Eisenbahnverkehr keineswegs günstig war, gab es doch hier täglichen Schnell« zugsverkehr in allen sechs Hauptrich- t u n g e n ; nämlich auf den Linien BreslauOfen- pest, WienWarschau, WarschauPrag, Prag- Lemberg, LembergWien und OfenpestPrag!

Auch der Bevölkerung nach ist das Teschener Gebiet ein Ueberganqslanb. Jahrhunderte vor und nach der Zeitwende war es gleich dem übrigen Schlesien von den germanischen Vandalen bewohnt. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts nach der Zeitwende wanderten sie teilweise, nicht vollständig, nach We­sten und Süden ab. gründeten in Spanien und Nordafrika stolze Reiche, fanden aber rassisch und daraus auch militärisch am Mittelmeer ihren Un­tergang. Reste der zurückgebliebenen Vandalen hiel- ten sich noch jahrhundertelang in den Wäldern. Im

auch unmöglich sein, nachzuweisen, Philosophen mit ihren Lehren die ftrie ihrer Tage befruchteten. Es ist vielmehr um­gekehrt. Sie haben von den Praktikern ge­lernt. Und sie haben in ihrem Bestreben, aus

des Seelischen und Geistigen. In ewiger Wandlung sei alles Natürliche begriffen. In ewigem Kreislauf verlaufe das Geschehen von der Erde aufwärts über Wasser und Luft zum Feuer und wieder ab­wärts zur Erde. In der Geschichte der kommenden Alchimie hat dieser Gedanke lange genug tiefe Wir« tung ausgeübt. .

Emvedokles von Agrigent (490 bis 430) stellte dann zum erstenmal jenes feste System der vier Elemente auf. Erde, Wasser, Luft und Feuer. Alles fei durch Mischung dieser vier Elemente entstanden. Die verschiedenen Eigenarten der Stoffe beruhten auf den verschiedenen Mi­schungsverhältnissen. Eine bestimmte Harmonie der elementaren Mischungen müsse in Körper und Seele des Menschen vorhanden sein, damit er nicht krank werde. Und so wurde frühzeitig das medizinische Denken mit dem chemischen verbunden.

Don 460 bis wahrscheinlich 360 lebte D e m o krit von Abdera. An ihn und feinen älteren Zeitgenos- sen Leukippos knüpft sich die Lehre von den Atomen. Als kleinste, nicht mehr weiter zu tei­lende Bausteine der Stoffe waren sie gedacht. Un­zerstörbar und unveränderlich, aber verschieden in Gestalt und Größe. In wechselnder Anordnung und Mischung sollten sie die Dinge dieser Welt zusam­mensetzen und ihre Eigenschaften und Beziehungen bestimmen. Und es ist bekannt, wie beinahe zwei Jahrtausende später die beginnende wissenschaftliche Chemie des Abendlandes auf die antike Atomtheo­rie zurückgriff und in ihrer Fortentwicklung wich­tige theoretische Grundlagen zur modernen chemi­schen Erkenntnis und Praxis schuf.

Stärker als Plato drang die konkrete Erkenntnis des Aristoteles in die Natur ein. Er galt jahr­hundertelang als der Lehrmeister der Naturwissen­schaft. Auch er kannte die vier Elemente, die in wechselnden Mischungen die Einzeldinge und ihre Eigenarten verursachten. Aus Wasser und Erde ent­stehen im Innern der Erde unter wechselndem Druck, als ob sie allmählich zur Reife gelangten, die Salze und Steine, die Erze und Metalle. Alle Metalle sind im Wesen miteinander verwandt und können in­einander übergehen. So kann das goldartige Metall durch Verschmelzen von Kupfer mit einer gewissen Erde Galmei gewonnen und ein anderes, die Bronze, aus Kupfer und Zinn hergestellt werden, wobei die Eigenschaften des Zinns völlig verloren gehen und ein neues Metall mit neuen Eigen­schaften erzeugt wird. Es führt von dieser aristoteli­schen Ansicht ein direkter Weg zu den Künsten der Alchimie, die die Metalle ihrtzm Wert und ihren Eigenschaften nach in eine Stufenleiter von geringe­rer und größerer Vollkommenheit anordnet und aus minderwertigen Metallen das edelste, das Gold zu

II.

Himmlische und irdische Chemie.

Etwa vor 300 Jahren sah Bacon, einer von den großen Geistern, die die Europäer kritisch und methodisch denken lehrten, die Zeit voraus, die durch Versuch und Irrtum und durch wissenschafttiche Forschung Erfindungen fordern werde, durch die die Natur nach den Zwecken des Menschen gelenkt werden könne. Man werde sie zwingen, sich wie Proteus zu wandeln und Gebilde zu schaffen, die sie ohne menschliche Kunst nie hervorbringen wür­den. In der Gestalt künstlicher Gebilde werde die Natur in eine 21 r t zweiter Welt verwan­delt. Bacon beschrieb so besser als viele von heute, die so gerne davon reden, daß wir durch die Fort­schritte der Technik die Natur vergewaltigten oder sie durch die Künste der Chemie überträfen, das Wesen und die Aufgaben der formgebenden Technik und stoffewandelnden Chemie. Wie aber durch Ver­nunft, Irrtum und Forschung Erfindungen gefor­dert wurden, durch die die proteischen Kräfte der Natur in Bewegung gerieten, um eine zweite Welt" zu schaffen, das steht im Geschichtsbuch der Chemie geschrieben.

Schon als die Menschen das F e u-e r kannten und um so mehr als sie es später zur Töpferei und zur Bearbeitung der Metalle verwandten, trieben sie Chemie. Aber sie wußten nichts davon. Sie lebten

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