in der britischen Oeffentlichkeit lebhaft besprochen wird, wenn auch die meisten Sachverständigen und die Mehrzahl der konservativen Blätter sich inzwischen von seiner Undurchführbarkeit überzeugt haben, gedachte die Araber, also die rechtmäßigen Besitzer des Lundes, mit den Steingebirgen und Sand- wüsten des Ostens und Südens abzuspeisen, während den Juden fast der ganze Küstenstrich, mit Ausnahme von Gaja, und fast ganz Galiläa zuge- schanzt werden sollte, also ein Gebiet, das sich vor allom im Norden keineswegs mit dem jüdischen Siedelungsbereich decken, sondern rund 300 000 Araber unter jüdische Herrschaft bringen würde. Diesen Plan haben die Araber leidenschaftlich ab- gelehnt, während bei den Juden die Meinung geteilt blieb, da die radikalen Zionisten das ungeteilte Palästina ganz für sich beanspruchen. England hasste, 'mit der Teilung die eigene Herrschaft am sichersten behaupten zu können, woran ihm heute mehr denn je gelegen sein muß, wo es gilt, neben dem Suez- Kanal auch den Landweg bzw. die Luftoerbindungen nach Indien zu sichern und Flottenstützpunkte an der Küste des östlichen Mittelmeeres zu behalten, die die Versorgung des britischen Mittelmeer- Geschwaders aus der in dem Palästina-Hafen Haifa endenden Oelleitung von dem irakischen Mossulge- beit her sicherstellen zu können. Diese außerordentliche strategische Bedeutung, die Palästina für das britische Weltreich besitzt, macht es den Engländern ja so schwer, der arabischen Forderung auf Rückgabe ihres Landes sachlich gerecht zu werden, zumal die Juden dank ihres Einflusses in der Londoner City und in der englischen Presse in allen Parteien, besonders natürlich auf der Linken, gewichtige Fur- jprecher haben.
Trotzdem hat man angesichts des wachsenden Widerstandes der arabischen Bevölkerung in London nicht gewagt, den Peelschen Teilungsplan durchzuführen, es wurde vielmehr eine neue Kommission unter dem Vorsitz von Sir John Woodhead, der als Gouverneur von Bengalen in der Behandlung schwieriger Verhältnisse große Erfahrung ge- sammelt hat, nach Palästina beordert, angeblich, um die technischen Bedingungen des Teilungsplans zu prüfen, in Wahrheit aber wohl, um neue Vorschläge zu machen, die es England gestatten, von dem so sehr umstrittenen Teilungsplan ganz loszu« kommen. Woodheads Bericht soll in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Vielleicht wird auf ihn nicht ohne Einfluß sein das Ergebnis von Derhand- lungen, die der irakische Außenminister Sayid Taufik al Suwaidi in London mit den zuständigen englischen Ministern über die Palästina- Frage gehabt hat. Er hat einen neuen Plan unterbreitet, der wohl im wesenlichen den Wünschen der Araber entspricht. Der Vorschlag sieht, soweit man erfahren hat, ein unabhängiges Palästina vor, das nach dem Muster des Irak, des alten Mesopotamien, mit England einen Bündnisvertrag schließen würde, der den Engländern erlauben könnte, ihre strategische Stellung im Lande zu behaupten. Die jüdische Einwanderung soll sofort gestoppt werden, aber die gegenwärtig in Palästina ansässige Bevölkerung soll ohne Rücksicht auf Rasse und Religion gleiche politische und bürgerliche Rechte erhalten. Der Plan sieht weiter kantonal begrenzte Selbstverwaltung vor, eine konstitutionelle arabische Zentralregierung und ein aus Verhältniswahlen hervorgegangenes Parlament. Das ist ein Kompromiß, das Englands Interessen weitgehend berücksichtigt und von den Arabern beträchtliche Opfer fordert. Der panislamische Palästina-Kongreß in Kairo, über den hier bereits -ausführlich berichtet wurde, hat durch eine Abordnung in London Forderungen unterbreitet, die sich im wesentlichen mit dem Vorschlag des irakischen Außenministers decken. Auch in Kairo wurde betont, daß ein zionistischer Staat im arabischen Le- bensraum, wie ihn der Peelsche Teilungsplan vorsah, von allen arabischen Mächten als Fremdkörper empfunden werde, mit dem man sich nicht abfinden könne. Die Tatsache, daß in Kairo Vertreter des Islams aus allen Ländern, nicht bloß den arabischen, anwesend waren, und sich mit den Arabern Palästinas solidarisch erklärten, wird ihren Eindruck in London gewiß nicht verfehlt haben.
Doch bevor das britische Kabinett in der Palästina- Frage eine Entscheidung getroffen hat, ist der zu den Besprechungen nach London gerufene britische Oberkommissar Sir Harold Mac Michael wieder nach Palästina zurückgekehrt. Denn dort hat sich inzwischen die Lage so bedrohlich zugespitzt, daß seine Anwesenheit im Lande dringend notwendig ist. Die britische Regierung hat immer betont, daß die Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung die erste und unabdingbare Voraussetzung eines Kurswechsels ihrer Palästina-Politik sein müsse, wenn man von einem solchen überhaupt sprechen wolle und sie hat sich von diesem Standpunkt offenbar auch durch die letzten Verhandlungen in London nicht abbringen lallen, obwohl diese sture Gewaltpolitik, auf der die ,.Befriedungsaktion" der britischen Militärs in Wahrheit hinausläuft, den offenen Aufstand der Araber gegen die englische Mandatsherrschaft hervorgerufen hat. Wandten sich die arabischen Freischärler bisher so gut wie aus- schließlich gegen die Juden, so ist mit dem brutalen und ganz einseitig zum Schutz der Juden erfolgenden Einsatz starker britischer Streitkrätte Enaland selbst der Feind geworden, gegen den sich der Freiheitskampf der Araber richtet. Das britische Militär geht im Mandatsland Palästina mit den gleichen Mitteln gewaltsamer Unterwerfung gegen die arabische Bevölkerung vor, die aus den englischen Kolonialkriegen ja genügsam bekannt sind. Wo sich arabische Freischärler zeigen, werden ganze Stadtteile und Dörfer, soweit sie von Arabern bewohnt werden, als „Strafmaßnahme" in die Luft gesprengt, Plantagen verwüstet und Hunderte auf bloßen Verdacht hin in die Gefängnisse gesperrt.
Die Antwort der verzweifelten arabischen Bauern konnte nicht ausbleiben. In hellen Scharen reihten sie sich ein in die Front der Aufständischen, die heute von einer geheimen arabischen Zentralregierung straff organisiert und geleitet einen beträchtlichen Teil des flachen Landes und wichtioe Städte wie Bethlehem fest in ihrer Hand haben. Wenn nun auch der britische Oberbefehlshaber in Palästina, General Haining, eine Armee von 25 000 Mann, davon 17 000 britische Soldaten, 6000 Mann Polizei und 2000 jüdische Freiwillige mit Flugzeugen und allen modernen Waffen einsetzen kann, um den arabischen Aufstand mederzuschlagen, so vermögen die arabi- . schen Freischaren diesem gewiß furchtbaren Kriegs- apparat die Vertrautheit mit dem Lande die geheime Unterstützung durch die Bevölkerung, in der sie jederzeit unerkannt untertauchen können, und nicht zuletzt den nationalen Fanatismus eines für die gerechte Suche der Befreiung seiner Heimat kämpfenden Volkes entgegenzustellen. Wie schwierig die Lage der Engländer unter diesen Umständen geworden ist, zeigt ja der Kampf um die Altstadt Jerusalems. Jetzt ist es soweit gekommen, wie die „Times" einsichtsvoll schrieb, daß die enalische Man- datsmacht sich an Stelle einiger bewaffneter Banden in den Bergen, die von den anderen Arabern nur
Kanion von den Japanern besetzt.
Chinesische Truppen und Zivilbevölkerung hatten die Stadt geräumt. — Lleberrafchend schneller Vormarsch japanischer Truppen. - Rückwirkungen auf die gesamte Kriegslage.
Io Mo, 21. Ott. (Europapreß.) wie amtlich vom Oberkommando der Wehrmacht bekanntgegeben wird, ist Kanton am Freitagnachmiltag um 3.30 Uhr örtlicher Zeit von den japanischen Truppen beseht worden. Aus der gleichzeitigen Meldung, daß das japanische Konsulat in Kanton unverzüglich noch der Besetzung wieder eröffnet werden konnte, wird geschlossen, daß die japanischen Truppen die Lage in der Stadt völlig beherrschen, und daß kein ernsthafter widerstand geleistet wird. Aach privaten Berichten aus Kanton soll die Zivilbevölkerung vor dem Einmarsch der Japaner zum größten Teil geflüchtet sein. Die in der Stadt verbliebenen Einwohner werden auf wenig mehr als 100 000 geschäht. (Die chinesische Statistik vom Jahre 1930 gab die Bevölkerung der Stadt mit 812 000 an.)
Die Stadt in Flammen.
Auch die Flutz-Forts von den Chinesen kampflos geräumt.
Hongkong, 22. Oft. (Europapreß.) Das von den Japanern eroberte Kanton steht in Flamme n. In verschiedenen Stadtteilen brennen die von den abziehenden chinesischen Truppen angezünüeten
bnl
50 km
Häuserreihen und Jndustriewerke. Die Lichtversorgung der Stadt ist durch die Sprengungen in dem Hauptkraftwerk gestört, und weite Teile der Stadt liegen im Dunkeln.
Die Besetzung Kantons vollzog sich, wie sich jetzt übersehen läßt, durch einen kaum mehr als 3000 Mann umfassenden japanischen Stoßtrupp, da die japanische Hauptmacht bei Wongtang längere Zeit durch chinesische Nachhuten aufgehalten wurde. Die vollständige Besitzergreifung und die gründliche Säuberung der Stadt von versprengten chinesischen Soldaten wird daher erst jetzt durchgeführt werden können. Weitere japanische Truppentransportschiffe
mit Verstärkungen an Bord sind auf dem Kanton- Fluß gesichtet. Die berühmten Forts an der Bocca Tigris sind nach zuverlässigen Berichten von den Chinesen kampflos geräumt worden. Der befürchtete Flüchtlingsstrom in die ausländischen Konzessionen auf der Insel Schamien konnte durch das Eingreifen von fünf englischen Fluß- kanonenbooten ferngehalten werden. In der Handelswelt der Stadt Hongkong herrscht tiefster Pessimismus. Der Jnlandshandel Hongkongs ist seit Beginn der japanischen Offensive zu völligem Stillstand gekommen.
Der Eindruck in Tosio.
Tokio, 22. Oft. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst.) Ganz Japan steht unter dem Eindruck der raschen Einnahme Kantons, die selbst die fühnsten Erwartungen übertroffen hat. Die Presse stellt die außerordentlichen Leistungen der japanischen Landungstruppen in den Vordergrund. Man schätzt die Bedeutung des Sieges höher ein als den Erfolg der Einnahme Schanghais, da mit dem Fall von Kanton der Hauptversorgungsweg für den Teil Chinas, der noch Widerstand leistet, a b g e s ch n i 11 e n, die wichtigste Zentral st elle der antijapanischen Machenschaften zerstört und schließlich der japanische Angriff aufHankau nunmehr wesentlich erleichtert sei. Das Fehlen eines jeglichen ernsten Widerstandes im Süden Chinas erflärt m^n mit den innerenchinesifchen Spannungen, die sich jetzt weiter vertiefen würden, wobei besonders das Auseinanderfallen der Einheitsfront zwischen den Kommunisten und Tschianfaischek erwartet werde.
Die große Leberraschuno.
Schanghai, 21. Oft. (DNB.) Der schnelle Fall Kantons ist völlig überraschend gekommen. Es war bekannt, daß sich große Massen der Provinzial- truppen sowie der Miliz der Kwantungprovinz in Kanton gesammelt hatten, um so unverständlicher ist es, daß sie nicht zum Einsatz kamen und so gut wie gar keinen Widerstand leisteten. Man vermutet, daß sich die Engländer bei den Behörden für eine Verlegung des Wiederftandes außerhalb von Kanton eingesetzt haben, wogegen sie von der! Japanern die Zusage zur weitestgehenden Schonung des Landes, der Gebäude sowie des ausländischen Besitzes erhielten. „China Weekly Review" wirft dagegen den Amtsstellen in Kanton eine Ueberschätzung des englischen Einflusses in Tokio vor. Sie hätten sich darauf verlassen, daß es möglich sei, die Landung der Japaner in Südchina durch diplomatische Mittel zu verhindern.
Der W befall in Gnganb.
London , 22. Oft. (DNB. Funkspruch.) Der Fall Kantons hat in London tiefen Eindruck gemacht. Die meisten Blättern zweifeln nicht daran, daß auch Ha n k a u sehr bald von den Japanern erobert werden wird. Gleichzeitig wird aber auch hervorgeho
ben, daß das siegreiche Vorgehen der Japaner die eine Seite, die „endgültige Beherrschung des eroberten Gebietes aber die Kehrseite der Medaille sei". Die „Times" schreibt, der Fall Kantons > sei ein beachtlicher Erfolg für die japanischen Trup. pen. Japan werde in der Stadt jetzt wohl eine Regierungsbehörde einrichten, d i e Provinz Kanton aber werde sich den Japanern weiterhin widersetzen. „Daily Telegraph" meint, in einem derartig großen Lande wie China Garnisonen einzurichten, sei eine schwierige Frage. „Evening News" hebt hervor, daß die Chinesen vor ihrem Rückzug auch die Brücke über den Perl-Fluß, die einen Wert von 425 000 Pfund darstelle, in bte Luft g c • sprengt hätten. Chinesische Kreise machten Tschiangkaischek für den Zusammenbruch der militärischen Operationen bei Kanton verantwortlich, da er bedeutende Truvpenabteilungen von Kanton zur Verteidigung Hankaus herangezogen habe. Mit der Eroberung Kantons werde die Frage nach dem Schicksal der Konton-Kaulun - Eisenbahnlinie brennend, die mit einer britischen Anleihe im Jahre 1907 erbaut worden sei.
Wnesirter Rückzug an ter ßankousront.
Schanghai, 22. Oft. (Europapreß.) Nach japanischen Berichten haben die Chinesen an der Hanfausront einen allgemeinen Rückzug angetreten. Tschiangfaischef ist aus Hankau abgereist. Er soll sich nach der neuen Hauptstadt Tschungfing begeben haben, wohin auch seine Gattin abgereift sei. Nach anderen Berichten soll er nach Tschangt schau an der Bahnstrecke Hankau—Kanton gegangen sein. Der frühere chinesische Außenminister Eugen T s ch e n richtete scharfe Angriffe gegen Tschiangkaischek, den er für die schwere chinesische Niederlage in der Provinz Kwantung verantwortlich macht, weil er die Luft- ftreitfräfte und die besten Divisionen Kwaptungs zur Verteidigung von Hankau herangezogen und dadurch den Süden des Landes seiner wirksamsten Verteidigung entblößt habe.
Einer nordöstlich der Hankau—Tschangtschau- Bahn vorstoßenden japanischen Kolonne ist gelungen, bis auf 20 Kilometer an Hankau heranzukommen, so daß die Abschneidung der Bahnlinie zu erwarten ist. Nach Gerüchten haben japanische Kriegsschiffe die Schiffssperre Hwangkang— O ch e n g 95 Kilometer flußabwärts passiert und sind im Begriff, auch die Spe.rre bei Twanfeng 70 Kilometer unterhalb von Hankau zu überwinden. Zu einer Um- fc'fung vom Süden her gegen die Bahnlinie Hankau—Tschangscha angesetzte Kolonnen sind in nächster Nähe von Stenning angelangt. Dom frühen Morgen an herrscht regste Flieger- tätigfeit, auch über Hanfau, wo gegen 10 Uhr mehrere leichte Bomber bei einem Vorortbahnhof' der Hankau-Bahn Bomben warfen. — Gleichzeitig flogen 27 schwere Bomber nordwestlich an den chinesischen Linien der Nordfront entlang.
widerstrebend unterstützt wurden, einem einigen arabischen Volk gegenübersieht, das von den Aufständischen überzeugt worden ist, daß es von England nur dann Gerechtigkeit zu erwarten hat, wenn es sich erhebt und um seine Freiheit kämpft.
Dr. Fr. W. Lange.
Mit Tränengas argen die arabischen Ausländischen.
Jerusalem, 22. Oft. (Europapreß.) In ihrem Kampf gegen die arabischen Verteidiger, die sich immer noch im Viertel um die Omar-Moschee in der Altstadt behaupten, sind die Engländer jetzt zur Anwendung von Tränen erregenden Gasen übergegangen. Polizeitruppen, die mit Gasbomben bewaffnet und mit Gasmasken ausgerüstet sind, haben mit der Durchsuchung der unterirdischen Gänge,- der sogenannten Steinbrüche Salomos, begonnen, durch die die arabischen Kämpfer in Verbindung mit der Außenwelt stehen sollen. Bisher ist es jedoch nicht gelungen, eine solche Verbindung zu finden. Das Vordringen der Engländer in dem unterirdischen Labyrinth endete immer wieder in Sackgassen. Mit ihren Haussuchungen sind die englischen Truppen jetzt in die unmittelbare Nähe der Moschee vorgedrungen. Sie werden immer wieder durch arabische Scharfschützen belästigt: ein Soldat wurde getötet.
Man wird sich darüber klar, daß auch nach Abschluß der gegenwärtigen Aktion erhebliche Polizeikräfte notwendig sein werden, um die Ruhe in Jerusalem aufrechtzuerhalten, da die arabische Bewegung keineswegs niedergeschlagen ist, der Aufruhr vielmehr in der Stille weiterglimmt und jeden Augenblick wieder aufflammen kann. Als nächster Schritt ist eine Säuberungsaktion in einem Gebiet, das vom Jordan und dem Toten M-er im Offen bis zum Beginn der Küstenebene im Westen reicht und sich etwa 30 Kilometer nördlich und 80 Kilometer südlich von Jerusalem erstreckt, in Aussicht genommen. Dieses Gebiet umschließt die Städte Jericho, Ramallah. Bethlehem und Hebron, in denen die englischen Behörden seit einiger Zeit völlig machtlos geworden sind. Man rechnet mit einer mehrwöchigen Dauer der militärischen Operationen. Da nach Mitte November die Kälte die Unterbringung der Truppen in Zelten nicht mehr zuläßt, ist mit dem Bau von Baracken begonnen wor- ben. In Ja f f a kam es zu Straßenkämpfen zwischen Polizei und arabischen Freischärlern, die einen jüdischen Omnibus angegriffen hatten. Die Gleise der Eisenbahn zwischen'Jerusalem unb Lndda sind auf einer Strecke von über einem halben Kilometer aufgeriffen worden.
3m Hamen ter arabischen Welt.
Der iralischc «uijenminifter über seinen Besuch in London.
Beirut. 21 Ott. <DNB.> Der Autzenmlni- st e r b 6 s 3 r a t, her auf der Rückreise non London Seii-ut berubtt', erklärte dort, d-ch auch die ena- lische Regierung an einer möglichst raschen SJofung interessiert fei. England tjabe einge-sehen, es die arabische Welt mit einer ihr entsprechen
den Lösung der Palästina-Frage zufrieden st el- len müsse, falls es die Freundschaft der A"aber gewinnen wolle. Die Lösung der Palästina-Frage werde demzufolge noch vor Ende November erfolgen, nachdem England die sofortige E i n ft e I • lung der jüdischen Einwanderung zuge sagt haben werde. Der islamische Kongreß in Kairo sei in England mit großer Aufmerksamkeit verfolgt worden. Auch ein vom syrischen Präsidenten des Palästina-Ausschusses an die englischen Zionisten gesandtes Telegramm sei in London als Ultimatum, nicht nur an die Juden, sondern auch an die Engländer gewertet worden. Der Minister stellte fest, daß die Lage in Palästina für die Araber sehr günstig fei. Er selbst habe in England im Namen der gesamten arabischen Welt verhandelt. Die endgültige Regelung der Palästina-Frage werde gemeinsam mit den Vertretern Palästinas und aller anderen arabischen Länder vorgenommen werden. Zu diesem Zwecke werde auch er noch einmal nach London reifen.
Englands Vüsinnq.
London , 22. Ott. (Europapreß.) Aufsehen erregt die Ankündigung des Luftfahrtministeriums über den Bau einer großen neuen 3 lug- zeugfabrik der Firma Vickers-Armstrong. Es handelt sich um die Massenherstellung von Flugzeugen, die in dieser neuen Fabrik zusammengestellt werden sollen, während die Einzelteile auf Grund weitgehender Unterteilung in bereits bestehenden
Fabriken hergestellt werden sollen. Wie aus einer Rede des Luftfahrtministers, Sir Kingsley Wood, hervorgeht, sollen dazu auch bisher außerhalb der Flugzeugindustrie stehende Werke herangezogen werden. Die neue Fabrik wird voraussichtlich in Lancashire oder Cheshire erbaut werden.
Der Kriegsminister Hore-Belisha erklärte, eine erhebliche Beschleunigung der englischen Aufrüstung sei nur dann möglich, wenn man b i e Methoden der Kriegszeit i wieder anwende. Ein Munitionsministerrum müsse Voll-
Ruhl Sehersweg Nr. 67 ■
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machten haben, um Rüstungsaufträgen den Vorrang zu sichern, die Rohstossversorgung zu kontrollieren und Vorkehrungen für die Verschiebung der gelernten Arbeiterschaft zu treffen.
Die Presse stimmt dem beschleum-jen Rüstungs- Programm zu. Der der Regierung nahestehende „Daily Telegraph" verlangt sofortiges Handeln. Der „Daily Expreß" betont aber, daß es falsch sei zu sagen, England rüste gegen Deutschland. Die eng- lischen Rüstungen richteten sich gegen niemand, sondern seien nur zum Schutze Englands bestimmt. England dürfe offen uussprechen, daß es rüste, um seine Kolonien zu verteidigen, aber nicht, ' um für irgend welche Grenzen in Europa zu kämpfen.
■ i— in der Slowakei und in der Karpatho-Ukraine
der Außenpolitiker des wurde die Partei bereits früher aufgelöst — wurde
London, 22. Ott. (DNB. Funkspruch.) Der tschecho-slowakische Ministerpräsident General Si-
rovy erklärte dem Prager Vertreter der „Daily Mail": „Unser Ziel auf außenpolitischem Gebiet ist es, zu einer völligen Ueberein- stimmung mit unseren Nachbarn zu kommen, und zwar so schnell wie möglich." Eine der notwendigsten Ausgaben sei die Festsetzung der endgültigen Grenze, für die entspre- chend dem Münchener Abkommen eine europäische Garantie gegeben werden würde. Diese Garantie unterstützt von Deutschland, Italien, England und Frankreich, wird von um so größerer Bedeutung fein, je mehr die Beziehunksen der Tschecho-Slowakei mit den Nachbarstaaten sich verbessern Wir haben den Beweis unserer Aufrich- tigkeit bei der Durchführung unserer Verpflichtun- gen geliefert. Die Zukunft unseres neuen Staates besteht nun in ftänbiger schwerer Arbeit. Die Regierung ist völlig in ihrer Entschlossenheit geeint, alle ihre Verpflichtungen aufrecht und ehrlich zu erfüllen.
Rudolf P r och a zka, uer uuBenpoitnrer oes i wurde die Partei bereits früher aufgelöst — wurde . rrutsprasidiuMS, erklärte zum gleichen Thema,! am Freitag in den Einzelheiten durchgefuhrL Die V e u t I ch I a n d habe als neues schöpferisches und kommunistische Partei presse ist am Freitag revolutionäres Prinzip den Nationalitäten- nicht mehr erschienen. Die Parteisekre- gedanken nicht nur in die tschecho-slowakische, tanate und Redaktionsräume der kom- sondern überhaupt in die europäische Politik ge-j munistischen Presse wurden behördlich verste-
Die neue Tschecho-Glowakei.
Prags außenpolitisches Ziel: „Völlige llebereinstimmunq mit unseren Nachbarn"
bracht. Der neue Nationalstaat der Tschechen, Slowaken und Karpatho-Ukrainer befinde sich nach den Münchener Vereinbarungen in einer neuen Sphä r e. Das seien die wichtigsten Grundtatsachen, die man bei der tschecho-slowakischen Außenpolitik berücksichtigen müsse. Die neue Außenpolitik werde ebenso bestimmt fein von den Interessen und Ansichten des Ostens wie des Westens des Landes und auch von dem Umstand, daß Deutschland heute die be stimmen de mitteleuropäische Macht sei. Die Garantie der tschechoslowakischen Grenzen durch England und Frankreich dürfe in keinem Fall aufgefaßt werden als ein „Gegengewicht gegen Deutschland".
Die Auf ö im$ der kommunistischen
Partei in Böhmen und Mähren.
Prag, 21. Ott. (Europapreß.) Die von der Prager Zenttalregierung verfügte Auflösung der Kommunistischen Partei in Böhmen und Mähren


