Ausgabe 
22.9.1938
 
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hältnisse d e r Tschecho-Slowakei habe, a Laß Großbritannien ausdrücklich sich dessen enthal- f

ten habe, ein Versprechen abzugeben, für die

Wolga geraubten Gut gefüllt, sichern, opferten sie das Leben

Um ihre Beute zu

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Die Legende der tschechischen Legionen

Oie Armee der Lleberläufer auf ihrem Zug durch Sibirien 1918/20.

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heute für die Tschecho-Slowakei. Gefühle seien aber kein Ersatz für kalte Tatsachen. Die Rea­lität der Lage bestehe darin, daß Großbritannien kein lebenswichtiges Interesse an der Erhaltung der gegenwärtigen 23 er-

SWÄo«(5tomafet zu kämpfen, und daß schließlich morallsch für die Schaffung der Tschecho-Slowakei dle Veremlgten Staaten und Präsident Wilson ver- antwortllcher seien als Großbritannien. Die Hal- tung Großbritanniens sei daher durchaus klar, wie auch seine Antwort: Sich vom Kontinent fernzuhalten.

..... Jeden der Bevölkerung."

Zahlreiche Zeugnisse über die an wehrlosen Deut­schen, Oesterreichern und Ungarn begangenen viehi­schen Grausamkeiten der Tschechen liegen vor.

Geheimer Rat F e st e r, aus Frankfurt a. M. stammend, ließ sich 1893 in München als Privat­dozent nieder. Von 1899 bis 1907 las er in Erlangen als ordentlicher Professor über mittlere und neuere Geschichte. 1909 wurde er als Nachfolger Droysens an die Universität 'Halle gerufen, wo er bis zu fei­ner Emeritierung 1926 lehrte. Professor Fester ist als hervorragender Kenner besonders des 18. Jahr­hunderts und des Bismarck-Zeitalters bekannt. Seit dem Weltkriege hat er sich auch der Klärung aktu­eller Geschichtsprobleme zugewandt. Besondere Ver­dienste hat er sich um die Klärung der Kriegsschuld« frage erworben. Professor Fester ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und Mit­arbeiter im Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands.

Hinrichtung eines Mörders.

Am 21. September ist der 1913 geborene Adolf Brenner aus Iabersborf (Kärnten) hingerich - t e t worden, der vom Obersten Gerichtshof zu Wien wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Der als gewalttätig bekannte Brenner hatte in Las­sendorf die Gastwirtstochter Maria G r a tz e r mit einem Holzscheit erschlagen.

Ehepaar in einem Steinbruch tödlich abgestürzt.

In einem Steinbruch bei Bürgstadt, in der Nähe von Miltenberg am Main, machten zwei Steinhauer, als sie ihre Arbeitsstätte betraten, einen schaurigen Fund. Ein Mann und eine Frau lagen zerschmettert t o t auf dem Felsen. Offenbar waren sie von der hohen Felsenwand in den Steinbruch hinabgestürzt. Es handelt sich um den Stadtamtmann Hugo Kahl aus Köln-Braunsfeld und feine Frau. Bei einem Spaziergang im Walde haben sie sich wahrscheinlich verirrt und sind dann auf der Suche nach dem Heim­wege in den Steinbruch abgestürzt.

Hitter-Hahnen

über dem Gudetenlond.

Die Sudetendeutschen übernehmen den Ordnungsdienst in eigene Hände.

(Letzte Meldung.)

Eger, 22. Sept (DRB. Funkspruch.) 3n der Nacht zum Donnerstag und in der Frühe dieses Tages haben die Sudetendeutfchen im gan­zen fudetendeutfchen Gebiet bis zu der tschechischen Sprachgrenze den Ordnungsdienst, zunächst noch zusammen mit den Organen des tschecho-slowakischen Staates, in eigene Hände übernommen. Das ganze Land ist in einen Taumel unbeschreiblicher Freude geraten. Haken­kreuzfahnen wehen von den Häusern, die Bevölke- rung ist auf den Straßen. Alles fällt sich vor Freude um den hals. Ls gibt unbeschreibliche Szenen er­greifenden Jubels.

Die Sudetendeutfchen. die schwere Jahre mit bewunderungswerter Ausdauer . durchgestanden haben, hielten auch in den letzten Stunden vor ihrer Befreiung in vorbildlicher und mustergültiger weife Zucht und Ordnung.

Die Organe des tschecho-slowakischen Staates, Gendarmen und Polizeibeamte und andere, machen gemeinsam mit den Sude- tendeutschen den Ordnungsdienst, das heißt, diesen Organen sind Sudetendeutsche beige- geben, doch treten sie selbst kaum noch in die Er­scheinung.

Tatsache bezeugt, daß z. B. in Bad-Nauheim allein rund 16 Millionen Mark in den Badeanlagen in­vestiert find.

Dritte werkstältenfahrt desGraf Zeppelin".

Das neue LuftschiffGras Zeppelin" ist heute (Donnerstag) morgen um 4.15 Uhr auf dem Flugplatz Löwental zu feiner dritten Werk- stättensvhrt aufgestiegen. Bei leichtem Morgen- nobel, jedoch von ruhigem, windstillem Wetter be­günstigt, erfolgte der Start ohne Zwischenfall. Die Führung hat, wie bei den vorhergehenden Fahrten, Dr. Eckener selbst übernommen. An Bord befin­den sich Werksangehörige und Mitglieder des Reichs- luftfahrtministermms. Die Fahrt wird sich Ms in die Abendstunden ausdehnen.

Goethe-Medaille für Geheimrat Richard Fester.

Der Führer und Reichskanzler hat dem Gehei­men Regierungsrat Professor Dr. Richard Fester in München aus Anlaß seines 78. Geburtstages in Anerkennung feiner Verdienste um die deutsche Geschichtswissenschaft die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.

Auch die Karpatho-Llkramer fordern ihre Freiheit.

Niemand will für den Tschechen-Staat kämpfen.

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ruhte Tschechen ihr geraubtes Gut in Sicherheit bringen wollten ... Die Hauptschuld, besser gesagt die alleinige Schuld an diesem grausigen Unglück tragen die Tschechen ... Sie hatten sich der Loko­motiven der Flüchtlingszüge bemächtigt und den ganzen Bahnbetrieb lahmgelegt. 50 Prozent des rollenden Materials waren in den Händen der Tschechen und waren mit dem am Ural und an der

September-Erfahrungen in Paris

Don unserem E. J.-Korrespondenien.

. eine delikate Sahnensoße und etwas Sahne e .^onte Zwiebelsoße und eine kl. zwe - kräftige Senfsoße

Aus aller Wett.

23 Länder beim internationalen Bäderkongreß.

Vorn 22. bis 27. September findet in Berlin und Bad-Nauheim der Internationale Bäder- ko n g r e ß des 1937 in Budapest gegründeten Inter­nationalen Bäderoerbandes statt. Der unter der Schirmherrschaft der Reichsminister Dr. Goeb­bels und Dr. Frick stehende Kongreß, an dem sich 23 Länder beteiligen, beginnt in Berlin mit bet Generalversammlung und Delegiertentagung sowie einer öffentlichen Kundgebung des Inter­nationalen Bäderverbandes und wird vorn 24. bis 27. September in Bad-Nauheim in Verbindung mit dem 2. Deutschen Bädertag des Reichsfremdenver­kehrsverbandes fortgesetzt. Hier werden in fünf Sektionen wirtschaftliche, technische, ärztliche und rechtliche Fragen des Bäderwesens sowie Fragen der Bäderwerbung behandelt. Aus der Fülle Der Beratungsthemen seien die Preisgestaltung der Bäderwirtschaft, die Diät in Bädern und Kurorten, die internationale Bädergesetzgebung und inter­nationale und deutsche Bäderwerbung genannt. Eine Ausstellung moderner Bädertechnik und des internationalen Werbematerials der Bäder sowie zahlreiche Besichtigungen werden die Vorträge er­gänzen. Im Anschluß an die Tagung sind drei Be­sichtigungsfahrten vorgesehen. Diese Fahrten wer­den den ausländischen Teilnehmern Einblick in Den hohen Stand des deutschen Bäderwesens ver­mitteln. Mit rund 750 anerkannten Bädern und Kurorten steht Deutschland weitaus an der Spitze aller Länder; ihm folgt an zweiter Stelle Frank­reich mit etwa 200. Die volkswirtschaftliche Bedeu­tung des deutschen Bäderwesens wird durch die

Prag, 21. Sept. (DNB.) Aus U z h o r o d (Kar- pathen'llkraine) wird gemeldet: Die Unsicherheit der tschechischen Verwaltung in der Karpathen-Ukraine wächst ständig. Um den Haß der Ukrainer gegen das tschechische Regime zu besänftigen, hatte die tsche­chische Regierung den Landwirtschaftsminister Za- di n a nach Uzhorod entsandt, der aber erfolg­los nach Prag zurückkehren mußte.

Die Masse der Bevölkerung weigert sich, der tschechischen Mobilmachung Folge zu leisten und vielleicht mit der Roten Armee und den in der Tscheche! selbst organisierten kommunistischen Banden gegen Deutschland kämpfen zu müssen.

Die Karpathen-Ukraine hat sich seinerzeit un­ter Zusicherung völliger Autonomie dem tschecho-slowakischen Staatsverband angeschlos- fen und will heute bei dessen Verfall ihre v ö l - kische Selbständigkeit zurück haben und kein anderes Okkupationsregime im Lande dulden. Wie in Uzhorod erst jetzt bekannt wird, hat in d e n Vereinigten Staaten von Amerika bereits eine große Kundgebung der dortigen Ukrai- ner stattgefunden, auf welcher auch Die Schaf­fung einer unabhängigen Karpathen- Ukraine gefordert wurde, das gesamte Ukrainer- tum steht geschlossen hinter dieser Forderung. Auf dieser nationalen Kundgebung, die von der ODWU. (Organisation zur staatlichen Erneuerung der Ukra­ine) organisiert war, nahmen über 5000 Delegierte aus allen ukrainischen Siedlungen in den Vereinig­ten Staaten teil. In ihrem Namen hat bereits der ukrainische Bevollmächtigte in Rom, Professor Onatskyj, der italienischen Regierung ein

ausführliches Memorandum über die Lage der Ukrainer im Karpathenland überreicht, in welchem Der unerschütterliche Wille der Ukrainer zur Selbstbestimmung ihres Schicksals und Ab­lehnung jeder fremden Okkupation in der Karpa­then-Ukraine klar zum Ausdruck gebracht ist.

Der Nationalrat der Ukraine und die autonome Bauernverwaltung waren am Dienstag in Ungnar versammelt. Auf dieser Zusammen­kunft wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt:

Angesichts der Tatsache, daß die Tschechen innerhalb von 18 Jahren dem ukrainischen Volke dle Autonomie nicht gewährt haben und somit die in dem Vertrag von SL Germain und in der tschechischen Verfassung übernommenen Verpflichtungen nicht erfüllt haben, sieht sich der Zentralrat der Ukrainer in diesen schicksals­schweren Stunden veranlaßt, für das Recht und für die Freiheit des ukraini­schen Volkes einzutreten. Der ukrainische Zentralrat fordert dle Selb st be st im- mung im Sinne der Dilsonschen Grundsätze

als Sicherung für die Zukunft des Volkes.

Die Nachrichten von der Festnahme des stell­vertretenden Führers der ukrainischen Volksgruppe, Rohac, in der Tschecho-Slowakei hat in der ge­samten ukrainischen Bevölkerung ungeheure Erregung ausgelöst. Die Erbitterung und Die Kampfbereitschaft wächst von Stunde zu Stunde. Die Ukrainer sind entschlossen, ihren Freiheitskampf gegen die tschechischen Bolschewisten mit allen ihnen Zur Verfügung stehenden Mitteln zu führen.

die Tschechen?" ist immer lauter und deut­licher erhoben worden und mußte auch von den Politikern gehört werden. Adolf Hitlers große Nürnberger Rede wurde mit einem deutlichen Seuf­zer der Erleichterung gehört, die Nachrichten über die schweren Zwischenfälle m Sudetendeutschland verstärkten wieder die Besorgnisse, aber man hatte allen Beeinflussungsversuchen zum Trotz im Volk offensichtlich keine Lust, die Verantwortlichkeit zu untersuchen. Schließlich wirkte Die Reise des eng­lischen Ministerpräsidenten Chamberlain nach Berch- te^gabcn wie Die Befreiung von einem ungeheuren Druck.

Gleichzeitig damit haben sich jetzt auch in der gedruckten öffentlichen Meinung, der Tages« presse, einige Urteile hervorgewagt, Die heute noch Durch ihre Freimütigkeit überraschen, morgen vielleicht schon alltäglich fein werben: einige Blätter sprechen weniger freundlich von Den Tschechen, to- gar derTemps" mußte ihnen bescheinigen, daß sie den Sudetendeutschen in Den monatelangen Der- hanDlungen mit Der einen Hand wieder Das zu nehmen sich anschickten, was sie mit der anderen Hand ihnen scheinbar geben wollten. In einem anderen Statt dem konservativenFigaro", kann man zum ersten Male lesen, Daß gewisse Dinge in Europa eben Doch einer Evolution, also einer Ent­wicklung, unterworfen sein müssen. Mit anderen Worten, man kann nicht ewig an Den Versailler Vertragskonstruktionen für Mitteleuropa festhalten; das gleiche Blatt erkennt den heutigen hohen Rang Deutschlands in Der Welt, seine Gewinne an An- sehen an. Die Reise Chamberlains nach Berchtes­gaden ist von fast allen Pariser Blättern rückhaltlos begrüßt worden, und Das entspricht auch selbstver­ständlich Der Stimmung im Volk. Man ist sehr stolz darauf, Daß Frankreichs Ministerpräsident Dalabier an der Vorbereitung Dieser Reise nicht ganz unbeteiligt war.

Es scheint, Daß man sich in Frankreich im Ein« verstänDnis mit England mit Dem Gedanken an weitreichende Zugeständnisse in der sudetendeutschen Frage vertraut zu machen beginnt. Die starre Ab­wehrfront gegen alle Deutschen Forderungen beginnt auch hierzulande abzubröckeln. Konkrete Anzeichen dafür sind die sich täglich mehrenden Stimmen, Die offen für eine Volksabstimmung in der Tschecho-Slowakei eintreten. Das Bild der im­ponierenden Stärke Deutschlands Dürfte hierfür in erster Linie verantwortlich zu machen sein. Ein so ernst zu nehmender Politiker wie F l a n D i n hat es ausgesprochen, Daß Die außenpolitischen Ziele eines Volkes sich den Machtmitteln anpassen müssen, Die es in Die Waagschale werfen kann. 2lber er hat zugleich auch gesagt, Daß man vielleicht in eine Periode konstruktiver Politik eintrete. Diese konstruktive Politik ist auch gerade vom fran­zösischen Standpunkt aus nötig, denn, so sagt ein Blatt der Linken in Pans:Das 1919 schlecht wieder aufgebaute Europa droht der Last Der Rüstungen zu erliegen unD im Elend unterzu­gehen." Es wäre erfreulich, wenn die französische Politik jetzt die Konsequenzen aus solchen Erkenntnissen ziehen wollte.

II.

Bei der Sicherung des Bahntransportes durch Sibirien ging der organisatorische Führer, Gajda, nach einem wohlüberlegten Plan vor. Es kam dar­auf an, Das in hartem Kampf mit Den Bolschewisten stehende Heer Des Admirals Koltschak so lange als Schutzwall zwischen den ostwärts ziehenden Legionen und den Bolschewisten zu wissen, bis man mindestens in Irkutsk war und dann- die Maske fallen lassen konnte. Schon im November 1918 suchte Gajda daher den Admiral in dessen Haupt­quartier auf und versicherte ihm Der Sympathie und Zuverlässigkeit der tschechischen Legionen. Ge­neral Sakharrow, der Stabschef Koltschaks, verzeichnet bei Diesem ersten persönlichen Zusammen­treffen mit Gajda eine knappe anschauliche Charakte­ristik des Tschechen in seinem Tagebuch:Ein junges, schmales, maskenhaftes Gesicht, beinahe farblose harte Augen, darin Der Ausdruck festen, raubgieri­gen Willens ... Die Uniform eines russischen Gene­rals, nur ohne Achselstücke, Die er den tschechischen Politikern zuliebe abgenommen hatte. Seine Sprache war leise, gemessen, beinahe zart ... Er markierte Den Helden und Felbherrn."

Koltschak ließ sich von Dem wortgewandten Tsche­chen in seiner Gutgläubigkeit Derart einwickeln. Daß er ihn kraft seines Amtes als russischer Rk'chsver- weser zum Generalmajor ernannte. Sofort zeigten sich die verhängnisvollen Folgen. Die Tschechen be­schlagnahmten oej erster Gelegenheit zwei komplette russische Panzerzüge, die als Flankendeckung für Die vorn kämpfende weißrussische Westarmee in Diesem Bewegungskrieg von größter Bedeutung hätten wer­den können. Aber die Tschechen halten diese Panzer- züge grundsätzlich weit hinten in Der Etappe zu ihrer ständigen eigenen Verfügung und beachten Die immer wieder eintreffenden Hilferufe Der weißrussi­schen Westarmee überhaupt nicht. Ebensowenig setzen sie ihre 50 000 Mann im Kampf gegen die Bolsche- wisten in irgendeiner wirklich nennenswerten Weise ein. Die Zurückhaltung der beiden Panzerzüge und der 50 000 Tschechen sichert mit Dem gleichzeitig fortgesetzten Raub des rollenden Eisenbahnmate­rials nicht nur den tschechischen Marsch nach Osten, sondern besiegelt bald darauf den Untergang Des Heeres Koltschaks und damit zugleich Den Sieg Des Bolschewismus. m

Bald läuftdas unsterbliche Bataillon Des Gene- rals Gajda" einfach zu Den Bolschewisten über. Leider wird Koltschak etft jetzt aufmerksam. Gajda wird degradiert und schimpflich aus der russischen Armee ausgestoßen. In einem mit Kostbarkeiten vollgestopften Sonderzuge fährt er nach Wladi­wostok ab. An Der Wolga erlebt General Sakharow dann Den Auszug der Legionen selbst:Ich hatte nicht erwartet, eine Feiglingsschar vor mir zu sehen. Deren Spezialität Fahnenflucht, Verrat und Diebstahl waren ... Der Vertreter Englands, Gene- ral Knox, versicherte mir wiederholt seme auf­richtige Empörung über bas Verhalten der Tsche­chen.^ Für dieses Verhalten seien hier noch zwei zeitgenössische Feststellungen angeführt. In der 1921 in Lokio erschienenen SchriftDie tschechischen Ar­gonauten in Sibirien" heißt es u. a.:I e o e r Deutsche ober Ungar mürbe ohne weiteres erschossen." Die von Den Tschechen geplünderten Städte wie Kasan usw. werben unter Mitfuhrung des Eisenbahnmaterials kampflos den andrangenDen Bolschewisten überlassen. Ein Augenzeuge notiert: .Hunberttausende von Russen, hungrig, h^bnackt, krank, werden auf ber Flucht vor den Bolschewisten dem Tode preisgegeben, weil 50 000 kräftige^usge-

Nationalspanischer Vormarsch an der Ebro-Zront.

Bilbao, 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der na­tionalspanische Heeresbericht gibt bekannt, daß an der Ebro-Front der Vormarsch Der nationalen Truppen anbauert. Aus einer Frontlänge von. Drei Kilometer wurden Die feindlichen Gräben besetzt und deren Besatzung gefangengenommen. Aus den Aussagen Der Gefangenen geht hervor, daß Die Ro­ten in den letzten Kämpfen am Ebro mehr als 50 000 Mann verloren haben. Davon 5000 allein am gestrigen Tage. Die Bolschewisten ver­suchten an anderen Abschnitten Gegenangriffe zu unternehmen, die aber mit großen Verlusten für Die Angreifer abgeschlagen würben. Bei einem Dieser Angriffe verloren bie Roten bei Villafvanca de Corboba mehrere hunbert Tote und zahlreiche Gefangene. Von der nationMpanischen Luftwaffe wurden sieben bolschewistische Flugzeuge abgeschossen und ein weiteres durch Flak zum Absturz gebracht.

Paris, Mitte September 1938.

In einem großen Lichtspieltheater auf den Pa­riser Boulevards läuft zur Zeit ein Film, ber volle Häuser unb viel Beifall finbet:Alarm im Mit- telmeer". Er schildert eine dramatische Begeben­heit aus ber Tätigkeit ber Marine bei ber Nichtein­mischungs-Kontrolle über Spanien unb gibt mit viel Takt Verbrüberungsszenen zwischen ben fran­zösischen See-Offizieren unb je einem deutschen unb englischen Verbindungsoffizier wieber. In einer ge­fährlichen Lage wirb ber sehr sympathisch barge­stellte beutsche Marine-Offizier ein Opfer tamerab» schaftlicher Hilfe unb Pflichterfüllung, er stirbt an einer Gasvergiftung, unb über seinem Grab senkt sich bie Hakenkreuzflagge. Auch in ben Tagen Der äußersten Diplomatischen Spannung ist es nicht zu ber kleinsten Mißfallenskundgebung gegen biesen Verständigungsfilm gekommen, ber Beifall hat feine gleiche herzliche Wärme behalten. Das ist sympto­matisch. Denn von ben Ausnahmen ber Un­belehrbaren selbstoerstänblich abgesehen hat man sich in ben kritischen Tagen mit ihrer Spannung wegen ber subetenbeutschen Frage von Aeußerungen ber Deutschfeinblichkeit im allgemeinen ferngehalten. Im Pariser Zentrum wurde ein Filmstreifen vom Nürnberger Parteitag zwar ausgepfiffen, aber an- bererfeits lösten in einem billigen Kino Mißfallens­rufe gegen einen ähnlichen Filmstreifen bemonstra- tiven Beifall einfacher Frauen aus, was immerhin nicht ohne Interesse ist.

Ganz allgemein kann man wohl sagen, baß man sich bemüht hat, das Dunkle unb schwer zu entwir- renbe Fatum biplomatischer Zwirnssäben unb Vor- tragskonstruktionen von ben persönlichen Gefühlen gegenüber Deutschlanb zu trennen. Die Tage der Un­entwegten, bie jebe Gelegenheit benutzen, um Deutschlanb bie Absicht geheimnisvoller Eroberungs­züge zu unterschieben, und bie am liebsten jebe Verstänbigung über bie subetendeutsche Frage Der- hinbert hätten, finb zwar noch nicht gezählt; sie haben sowohl auf Der Seite Der Linken wie ber Rechten ihre Sprachrohre in ber Presse. Aber an­dererseits ist ber Wille, ber wirklichen Lage Deutschlanbs gerecht zu werben, boch stark im Zu­nehmen; es mag sich nicht um einen Stimmungs­umschwung aus reiner Liebe hanbeln; ber politische Machtzuwachs bes neuen Deutschlanb seit 1933, von bem bie Welt täglich neue unb einbrucksvolle Be­weise erhält, ist eben nicht zu übersetzen, gerabe das Volk, der Mann auf ber Straße, hat in diesen Tagen seine Ueberlegung angestellt über bie Sinn­losigkeit ber schweren Opfer, bie man sich anschickte, von ihm zu forbern, um sich einer Entwicklung ent­gegenzustemmen, die eben nicht mehr aufzuhal­ten ist.

Dieser geistige Umstellungsprozeß hat sich gerade jetzt deutlich gezeigt unb hat auch das äußere Bilb von Paris in allen ben einzelnen Phasen ber schwe­ren internationalen Krise beherrscht: bie Dumpfe Besorgnis, bie burch bie langsam einsetzenben Re- seroisten-Einberufungen für bie Maginot-Linie, bie Abreise berSpezialisten" oom Pariser Ostbahnhof ausgelöst würbe. Die Frage:Für was",Für

Mit größter Bereitwilligkeit aber nahmen bie Legionäre in ihren 20 000 Waggons solche russischen Flüchtlinge auf, die größere Geldsummen oder Kost­barkeiten bei sich hatten. Sie verlangten für die Mit­fahrt Durchschnittlich 515 000 Goldrubel unter- wegs wurden Dann Die Opfer erschlagen und die Leichen bei Der Ueberfcchrt über Flüsse ins Wasser geworfen. Ein tolles Stück erlebte Der dänische Kon­sul in Wladiwostok, Gavardo, Der bei der Rückkehr an feinen Amtssitz seine Wohnung von Den Tschechen völlig a 14s geplündert fand. Bei dem später in der Tscheche! von dem Konsul angestrengten Pro­zeß, bei dem die tschechischen Beamten alles ableug­neten, erkannte ber Konsul in bem Teppich, auf dem ber tschechische Verhanblungsleiter stand, eins seiner wertvollsten Stücke wieder! Seinen hauptsächlichsten Besitz entdeckte ber Konsul bann im Prager Na­tionalmuseum!