Prag nimmt an
qLbracht. Die schärfste Sprache führte der Vertreter zur Unterstützung der gerechten Forderungen-der im- des ungarischen nationalen Studentenverbandes, Jo- garischen _ ^ronttompfer °^rderte, h lt P sef Arnbrus, der versicherte, daß Ungarn nicht Zadravecz die Schlußansprmhn de er Gottes mehr weiter warten könne und daß die ungarische negen erbat, auf daß die mächtige Kundgebung d Jugend sofort bereit sei, sich in Marsch zu setzen. ungarischen Volkes zum Erfolge fuhr«. D ie !v
Nach einer Botschaft des ungarischen Frontkämp- lammlung schloß mit dem Absmgen der ungarrsche
Chamberlains letzte Vorbereitungen
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Nach einer Botschaft des ungarischen v fer-Führers, Abgeordneten Martseteny, an die französischen und englischen Frontkämpfer, die er
Ser Mm mit den manschen Staatsmann«« Ws dem Sbersalzberg.
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Nationalhymne. — Aehnliche Kundgebungen fanden auch in allen übrigen Städten Ungarns statt.
Um 19.20 Uhr verkündete derPragerRund- f u n k in tschechischer Sprache, daß die Prager Regierung die englisch-französischen Vorschläge angenommen W Der Sprecher betonte mit deutlich fühlbarer Niedergeschlagenheit, daß sich die Regierung zur Annahme gezwungen sah, nachdem ihr Vorschlag, das Problem einem internationalen Schiedsgericht zu unterbreiten, abge- lehnt worden war und die englische und französische Regierung kategorisch erklärt hätten, sie könnten keinen Krieg führen. Der Regierungssprecher forderte dann die ganze Bevölkerung zur Ruhe und Ordnung auf, weil sie andernfalls den Staat bloß schwer schädigen würde. Die Regierung und der Präsident seien ^entschlossen, den Staat unter den neuen Lebensbedingungen zu führen. —« Gleich nach der Bekanntgabe, daß die Prager Regierung den Vorschlag der britischen und der französischen Regierung angenommen hatte, wird folgender Textdes Kommuniques der tschechoslowakischen Regierung bekannt. „Die tschecho-slowa- kische Regierung hat sich unter dem unwiderstehlichen Druck der britischen und der französischen Regierung gezwungen gesehen, schmerzerfüllt die in London ausgearbeiteten Vorschläge anzunehmen."
Der Führer und Reichskanzler hatte am Dienstag eine Besprechung mit dem ungarischen Ministerpräsidenten auf dem Berghof. Unser Bild zeigt Adolf Hitler im Gespräch nut feinen Gästen. In der Mitte Ministerpräsident von Irnredy und (links) Außenminister von K a n y a. — (Presse-Illustrationen-Hoffmann-M.)
Die Prager Regierung hat durch die Verschleppung ihrer Antwort bis auf die letzte Minute und durch die gleichzeitig von ihr systematisch betriebene Steigerung des bolschewistischen Terrors bis zum Aeußersten die letzten Möglichkeiten für eine Regelung aus der Hand gegeben, zu der ihr der Weg fett -vollen vier Monaten durch das Uebermaß deutscher Geduld offengestanden hat. Inzwischen ist eine völlig andere Lage entstanden, für die es völlig bedeutungslos geworden ist, daß Herr Benesch sich endlich „schmerzerfüllt" entschlossen hat, die Londoner Vorschläge anzunehmen. Man glaubt in Prag vielleicht, durch solch sentimentale Worte Mitleid zu erwecken ohne zu spüren, daß die vom Tschechentum drangsalierten Volksgruppen den so gefühlvoll zum Ausdruck gebrachten Schmerz des Herrn Benesch und Konsorten als eine Verhöhnung ihres Kampfes um die primitivsten Lebensrechte empfinden müssen. Schmerz darüber, daß ein System maßloser Unterdrückung sein Ende findet, Trauer darüber, daß die von der tschechischen Tyrannenherrschaft befreiten Völker jetzt ihre Zukunft selbst bestimmen dürfen. Das ist ein jämmerlicher Grabgesang, den die bisherigen Prager Machthaber anstimmen. Er ändert in seiner Würdelosigkeit nichts an der harten, aber gerechten Sprache der Tatsachen.
„Siegen oder sterben!"
„Bit allen zu Gebote stehenden Mitteln." Eine Erklärung Jmredhs.
Budapest, 21. Sept. (DNB.) Aus Berchtesgaden zurückgekehrt, erklärte Ministerpräsident J.m - r e d y , er habe zusammen mit Außenminister von Kanya auf dem Obersalzberg eine eingehende Besprechung mit dem Führer und dem Reichsaußenminister von Ribbentrop geführt. Die Bedeutung dieser Besprechung werde noch gesteigert durch den Umstand, daß der deutsch-englische Gedankenaustausch fortgesetzt werde.
Die ungarische Ration fordert einmütig Oberungarn zmülk
Massenkundgebung fordert Revision des Diktats von Trianon.
Die gestrigen Besprechungen hätten sich ausschließlich um die tschecho-slvwakische Frage gedreht. Vor einigen Tagen hätten die gewählten und berufenen Vertreter des in der Tsche- cho-Slowakei lebenden Ungartums das Selbstbestimmungsrecht für die Ungarn in der Tschecho-Slowakei gefordert. Dieser Ruf der ungarischen Stammesbrüder habe im ganzen Lande Ungarn orkanartigenWiderhall gefunden. Die un- garische Regierung kenne ihre Pflicht, die Forderung nach dem Selbstbestimmungsrecht mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen, sie zu fördern und ihr zum Triumphe zu verhelfen. In diesen geschichtlich bedeutsamen Stunden kenne jeder Ungar nur eine Pflicht: Einigkeit und Disziplin.
Aus dem Seldenplatz in Budapest.
Budapest, 21. Sept. (Europapreß.) „Wir legen die Trauer ab, es lohnt sich wieder, Ungar zu sein , so leiten die Abendblätter die Riesenkundgebung der ungarischen Nation auf dem Budapester Heldenplatz für die Befreiung des Ungarischen Oberlandes ein. Auf dem Freiheitsplatz in Budapest, wo seit zwan- zig Jahren die Landesfahne auf Halbmast weht, wurde zu Beginn der Massenversammlung die Nationalflagge gehißt. Schon um 16 Uhr war in allen öffentlichen und privaten Betrieben die Arbeit eingestellt worden, damit die Arbeiter und Angestellten der Kundgebung beiwoh- nen können. Aus allen Städten und Dörfern Ungarns sind Abordnungen in der Hauptstadt erschienen. Unbeschreiblicher Jubel begeistert die mit Fahnen und Musik aufmarschierenüen Kolonnen der nationalen Verbände, an deren Spitze Bilder des ungarischen Reichsverwesers, des Führers und Reichskanzlers und des italienischen Regierungschefs getragen werden. Andere Plakate verkünden die'Parole der Massenversammlung: Zu- rück mit dem ungarischen Oberland! Wir fordern das Selbstbestimmungsrecht für unsere Waffenbrüder des Oberlandes! Wir fordern ge- meinsame Grenzen mit unseren polnischen Brüdern! Die größte Begeisterung unter den Hunderttausenden lösten die in der tschechoslowakischen Uniform mitmarschierenden ungarischen, sudetendeutschen, slowakischen und ukrainischen Soldaten aus, die erst in den letzen Tagen ihre Frontstellungen an der slowakisch-ungavischen Grenze verlassen hatten und nach Ungarn geflüchtet waren.
Schätzungsweise waren mehr als 300 000 Menschen auf dem Heldenplatz versammelt. Der erste Redner war der Vizepräsident des Spitzenverbandes der Nationalen Vereinigungen und frühere Feldbischof, Pater Zadravecz, der Gerechtigkeit für die ungarische Volksgruppe in der Slowakei auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes forderte. Seine Rede wurde häufig von Zwischenrufen wie „Nieder mit den Tscheche n", „Nieder mit Trianon" und „W i r f o r b e*r n alles zurück' unterbrochen. Pater Zadravecz schloß seine Rede mit den Worten: „Wir fordern entweder durch Volksabstimmung oder auf einem anderen kürzeren Wege alles zurück. Nicht morgen, sondern noch heute. Wir glauben, daß wir auch mit friedlichen Methoden das ungarische Oberland zurückerhalten können, Sollte das aber nicht gehen, so werden wir es mit festem Willen zurückverlangen." Die Tschecho-Slowakei müsse auf ihre Bestandteile zurückgeführt werden. Sodann schwor die Kundgebung den feierlichen Eid, daß sie nicht ruhen werde, solange Ungarn nicht mit den abgetrennten Brüdern wieder vereinigt sei. Minutenlang hqrte man den Ruf „Nieder mit Trianon".
Es sprach dann ein Redner des Verbandes der Ungarn aus der Slowakei, Adalbert Horvath, der der Hoffnung Ausdruck gab, daß-. England und Frankreich' nun Gerechtigkeit walten lassen werden. Bei der Erwähnung des Namens Chamberlain hörte man lebhafte Hochrufe auf den englischen Ministerpräsidenten. Unmittelbar darauf wurden wieder Heilrufe auf Horthy, Hitler und den Duce aus»
Prag, 21.Sept. (DNB.) Das Tschecho-Slowa- kische Preßbüro teilt mit: Heute um 17 Uhr empfing der Minister für auswärtige Mgelegenheiten, Dr. Krofta, den französischen und Den britischen Gesandten und erteilte ihnen im Namen der Regierung die Antwort auf deren gemeinsame heute um 2 Uhr früh beim Präsidenten der Republik unternommene Demarche. Wie das Tschecho- Slowakische Preßbüro dieser Meldung beifügt, werden mit dieser Antwort die Verhandlungen über den formalen Vorgang l fachlichen Durchführung der sch l ä g e ausgenommen, welche die französische und die britische Regierung der tschecho-slowakischen Regierung am 19. September 1938 zu machen für notwendig befunden haben.
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Konrad Henlein bei den sudetendeutschen Flüchtlingen.
Annaberg (Erzgebirge), 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) Auf einer Besichtigungsfahrt durch sächsische Flüchtlingslager stattete Konrad Henlein in Begleitung von SA.-Obergruppenführer S ch e p m a n n und verschiedenen führenden Männern der sudetendeutschen Partei am Mittwochnachmittag auch der Stadt Annaberg einen Besuch ab. Er besuchte erst auf dem Schillerplatz die dort aufmarschierten sudetendeutschen Flüchtlinge und unterhielt sich mit ihnen herzlich. Dann begab er sich in das Annaberger Rathaus, wo er sich ins goldene Buch der Stadt Annaberg eintrug. Vom Balkon des Rathauses richtete Konrad Henlein an die etwa 10 000 Volksgenossen aus dem oberen Erzgebirge einige Worte, die mit großer Begeisterung aufgenommen wurden.
„Im Namen der Männer 'bes sudetendeutschen Freikorps", so sagte er, „und des gesamten Sudetendeutschtums danke ich euch allen, daß hr uns jo herzlich und so gastlich aufgenommen habt. Wir sind von drüben zu euch her- übergekommen, nicht weil wir Sorge um unser Leben hätten, sondern weil wir entschlossen sind, mit der Waffe in der Hand die Freiheit unserer Heimat zu erkämpfen. Ihr wißt, daß ich steckbrieflich verfolgt werde. Ihr wißt, daß meine Partei aufgelöst ist. Aber ich habe als Antwort, auf die staxke Kraft des Sudetendeutschtums bauend, den Aufruf für das Sudetendeutjche Freikorps erlassen Die Freikorpsmänner kennen nur eins: S i e g e n oder sterben. Daß wir siegen werden, ist mein unerschütterlicher Glaube."
Deutschenverfolgung auch in den Dolksiunisinseln.
I g l a u , 21. Sept. (DNB.) Di^tschechifche Staats- Polizei unter Führung des durch seinen Sadismus berüchtigten Polizeidirektors Wiedemann, eines Tschechen mit deutschem Namen, übt seit einigen Tagen allen Deutschen gegenüber ein furchtbares Terrorregiment aus. Es werden Haussuchungen bei den deutschen Einwohnern vor- qenommen, wobei die Polizei wie Einbrecher haust. Alles, was den Beamten wertvoll scheint, wird beschlagnahmt und mitgenommen. In erster Linie haben sie es auf Gold- und Silbergegsnstände und auf Kleidung abgesehen. Die Bezirksstelle der SDP. ist vollkommen demoliert worden. Das übriggeblie- bene Mobiliar wurde gestohlen. Ein Teil der Möbelstücke wurde in die Privatwohnungen von Staatspolizeibeamten gebracht. Auch das Privateigentum des Personals, darunter Mäntel und Kleider, wurde mitgenommen. Eine ähnliche Meldung kommt aus Landskron, wo die tschechische Polizei sich i n denHäusernderDeutschen einquartiert hat. Die Polizeibeamten stoßen die Drohung aus, daß kein Deutscher die Volkstumsinsel von Iglau lebend verlassen werde, wenn erst einmal der Augenblick des Aufstandes gekommen sei.
London, 21. Sept. (Europapreß.) In den Abendstunden begab sich Ministerpräsident Chamberlain zum König, um ihm über die Nach- Mittagssitzung des Kabinetts sowie über seine bevorstehende zweite Begegnung mit Adolf Hitler Bericht zu erstatten. Beim Verlassen der Downing- Street wurde der Ministerpräsident, der sehr zuversichtlich aussah, von einer großen Menschenmenge b e g e i ft e r t begrüßt. Für d'en Flug des Ministerpräsidenten nach Köln hat die britische Air- ways-Gesellschast eines ihrer neuesten Flugzeuge, eine amerikanische Lockheed-Super- Electra-Maschine, zur Verfügung gestellt. Die gleiche Maschine hatte am vergangenen Sonntag einen Rekordflug von London nach Stockholm in viereinhalb Stunden durchgeführt. Die Maschine wird von den beiden Flugkapitänen Robinson und King gesteuert: ein Funker bildet die Ergänzung der Be- satzung. Eine zweite Lockheed-Electra-Maschine mit einer Besatzung von vier Mann wird das Flugzeug des Ministerpräsidenten begleiten. Chamberlain wird den Flugplatz Hefton Donnerstag früh gegen 10 Uhr verlassen. Jin Falle schlechten Wetters sind kleine Abänderungen des Reiseprogramms möglich. Der Ministerpräsident wird von Sir Horace Wilson, Sir William Malkin, Berater des Foreign Office, und Mr. S t r a n g sowie Mr. H u m p h r e y - D a - Dies, seinem Privatsekretär, begleitet werden.
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Chamberlain gehe nach Godesbera, so schreibt die „Time s", mit den besten Wünschen des ganzen Landes für eine friedliche und ehrbare Bereinigung des tschechischen Problems. Die augenblicklichen Grenzen der Tschecho-Slowakei seien n i ch t i rn geringsten heilig. Vor 20 Jahren habe man sie gezogen, und zwar habe man sie nach Ansicht vieler, die sich ein Urteil leisten formten, falsch g e • zogen. Unter diesen Leuten hätten sich damals auch Vertreter der Labour-Partei befunden, deren Nachfolger heute genau das Gegenteil sagten. Chamberlain verdiene den Dank Englands nicht nur dafür, daß er die eigentliche Kriegsgefahr beseitigt habe. Seine Mission umfasse mehr als das. Es handele sich nicht allein darum, den Frieden zu erhalten, sondern auch eine Lösuna zu finden und jedem Versuch, eine Bereinigung durch Gewalt herbeizuführen, sich zu widersetzen.
„Daily Telegraph" bedauert zwar die Prager Regierung, betont aber gleichzeitig,^daß der auf Prag von Paris und London ausgeübte Druck nicht aus Mangel für Sympathie für die Tschechen, sondern zur Rettung des Friedens ausge» übt worden fei. —„Daily Expreß" betont, daß mit nüchternem Auge gesehen dieses Ende unvermeidlich gewesen sei. Eden habe gestern ein Wehgeschrei ausgestoßen und Chamberlains Vorgehen kritisiert. Seine Rede könne man nicht anders auslegen, als daß England in den Kampf ziehen solle, wenn andere Völker dieser Ansicht seien. Dieser Rat komme ausgerechnet von dem Mann, der die Engländer überredet habe, den Teilungsplan Abessiniens zurückzuweisen. Derselbe Mann sei aber später nicht in der Lage ge
wesen, die Abessinier gegen die traurigen Folgen dieser Zurückweisung zu schützen. Glücklicherweise aber sei das englische Volk entschlossen, nicht auf fremden Rat zu hören, sondern sein eigenes Schick- al selbst zu schmieden.
„Daily Mai l" erklärt, was für Sympathien man immer auch für die Tschechen habe, es bleibe eine historische Tatsache, daß man von ihnen lediglich verlange, diejenigen Gebiete und Bevölkerungen abzugeben, die man von Rechts wegen niemals hätte unter ihre Herrschaft geben sollen. Die Nachkriegsprobleme müßten in irgendeiner Weise gelöst
London, 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) In Stratford-on-Avon hat sich der frühere Außenminister Eden zur Lage geäußert und dabei erklärt: In Großbritannien wachse die Ueberzeu- gung, daß ein fortgesetzter Rückzug nur zu immer größerer VerSvirrung führen könne. Das britische Volk wisse, daß ein Halt geboten werden müsse. Die tiefe Besorgnis, mit der das britische Volk die gegenwärtige Entwicklung sehe, stünde außer Zweifel. Es gäbe Leute; die glaubten, wenn die gegenwärtige Frage gelöst würde, daß bann der Ehrgeiz fast aller Mächte in Europa befriedigt und die Krise vorbei fei. Die Wahrheit fei, daß jede neue Krise den Krieg näher bringe. In den letzten Wochen habe man geradezu am Abgrund gestanden. Gegenwärtig sei nichts wichtiger, als ein besseres Verstehen zwischen dem britischen und dem amerikanischem Volk.
Unter der Ueberfchrift „Saboteur Eden" schreibt hierzu das Berliner „12-Uhr-Blatt" u. a.: „Mister Anthony Eden hielt gestern eine Rede, die eine verzweifelte Aehnlichkeit mit den politischen Sonn- tagsreben jener gestürzten Götter hat, die ba meinen, einzig und allein ihre Klugheit hielte bie Welt in ben Angeln. Daß Mister Eden in einem Augenblick, in bem die britische Politik her Nachkriegszeit sich der Vollendung eines ihrer schönsten Frievens- werke nähert, bazu hergibt, zur Sabotage dieses Werkes aufzurufen, ist ein einmaliger Vorgang nicht nur in der britischen, sondern auch in der europäischen Politik. Wenn Mister Eden Darüber hinaus von der tiefen Besorgnis spricht, die bas britische Volk gegenwärtig erfülle, so können wir nur antworten, daß uns biefe Tatsache völlig neu ist. Wir haben von der tiefen Besorgnis des britischen Volkes gewußt, bie vorherrschte, als sich der englische Regierungschef noch nicht zu bem Schritt entschlossen hatte, ben er in der entscheidenden Stunde tat als ein Mann, der sich seiner Verantwortung bewußt ist und sie auch zu übernehmen gedenkt. Sind bie herzlichen Ovationen, die Chamberlain nach seiner Rückkehr
werden, und Chamberlains Weg sei der richtige. Wer aber versucht Chamberlain in ein falsches Licht zu setzen, spiele ein gefährliches Spiel. Wer ben Friebensplan zerstören und die Kriegsgefahr wieder heraufbefchwören wolle, würde mehr als Verrat begehen. Es gäbe aber noch eine andere Gefahr, nämlich, daß die Tschechen auf die finsteren Triebe hereinfallen: denn die Sowjets würden jetzt alle Tricks und Unterweltsmethoden einfetzen, um es zum Kriege zu bringen. Die Dfehe« fchen aber dürften auf diese Hetze nicht hören. Sie müßten auf der Seite des Friedens stehen.
vom Oberfalzberg zuteil wurden, etwa Ausdruck der Besorgnis des englischen Volkes gewesen? Das, was Mister Eden über die Rauschoelüste gewisser Völker zu sagen weiß, die beim Essen Appetit bekämen, wollen wir nicht als einen Zweifel an bem Wort bes Führers anfehen, sondern lediglich als die Dummheit eines Ewiggestrigen. Wenn Mister Eden jedoch glaubt, feine Meinung dahin formulieren zu müssen, England fei verpflichtet, der gerechten Neuordnung Europas ,ein Halt zu bieten, Dann müssen wir ihm unsererseits ein Halt zurufen."
Scharfe Abrechnung mit der Opposition.
London, 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) In einem bemerkenswerten Artikel wendet sich „E v e • ning News" gegen die Opposition, bie sich gegen Chamberlain zu rühren beginnt (Eben, die Arbeiterpartei unb bie Liberalen). Mit jebetn Schritt, den Chamberlain tue, um ben Frieden zu sichern, schreibt bas Blatt, würben die „moralischen I d e a l i st e n" in Englanb kriegerischer. Je mehr bie Gefahren bes Krieges verfchwinbe, um so lauter bestäuben sie Darauf, baß fie bereit g e - wesen feien, z u kämpfen. Sie wollten damit die britische Meinung gegen ben englisch-französischen Plan mobilisieren unb versuchten ben Eindruck zu erwecken, daß mit dem Führer ein Handel auf Kosten der Tschecho-Slowakei gegen ben Willen bes britischen Volkes abgeschlossen worben sei wäh' renb ber Abwesenheit bes Parlaments. Gegenüber Siefen Kritikern an der britischen Regierung brauche man nur eine Frage zu stellen: Haben sie das Schicksal Abessiniens vergessen? Der Hoare- Laoal-Plan biete ein bewundernswertes Beispiel dafür, wie man eine Lösung auf bem Wege eines vom gesunden Menschenverstand getragenen Kompromiß ses hätte herbeiführen können. Die Empörung der „Idealisten" habe ihn aber zerstört. Das Ergebnis sei das Verschwinden bes ab essinisch en Reiches gewesen. Die gleiche Gefahr folge
Quertreibereien Edens gegen Chamberlains Friedenswett.


