Ausgabe 
22.8.1938
 
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Historischer Verein für Heffen besucht Gießen

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wehr. Im weiteren Verlauf des Abends unterhielt Kamerad Adam mit humorvollen Darbietungen. I

sich Weiß«

31. Fortsetzung

(Nachdruck verboten!)

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mir ersetzt!" wandte Gisela anderes! Gratuliere, Frau«

Den ( Der Fa> teten S der Le bis ins einer L und Mc

Feierstunde der SA »NS.-Kampfspiele 1937* im Film.

bund beschließe. Er wies auf die Bedeutung des Reichsbundes als Sammelbecken der alten und dec

ein.

Dann ist es etwas lein Mertens!"

Und noch etwas Gisela.Ich darf drei

rung. Der Film zeigte, vom Pimpfensport ange­fangen, die vielseitigen Sportarten in höchster Voll­endung. Der Pimpf wird schon durch Spiel zum Sport geleitet. In der HI. setzen schon die Mann- scbasts- und Einzelkämpfe ein, die im Sport der SA., ff, Wehrmacht, Polizei, NSKK. und des Ar­beitsdienstes zu hohen Leistungen übergehen. Bei aller hoher Leistung aber wird das Hauptgewicht auf breiteste Ausbildung, nicht auf Einzelkönnen, gelegt. Selbst die Kameradschaft sicht, wie die zahl­reichen Mannschaftskamvfe zeigten, auch im Sport mit an erster Stelle. Der Film zeigte den klaren und zielbewußten Weg, wie der deutsche Mann seine körperlichen Kräfte pflegt und erhärtet, damit er zu jeder Zeit fähig ist, die Willens» und Entschlußkraft, Härte und Disziplin aufzubringen, die von jedem einzelnen zum Wohle des Ganzen und der Ge­meinschaft gefordert werden.

Zum Schluß der Feierstunde sprach Kreisleiter Backhaus und betonte, daß die SA. die Kampf­truppe war, die den Saalschutz bei Versammlungen in der Kampfzeit übernommen hatte. Heute sei diese Aufgabe weggfallen und der Führer habe jhr eine weit größere Aufgabe gestellt: die seelische, körper­liche und geistige Erziehung des jungen deutschen Menschen. Dies seien Aufgaben von so großem Wert, daß der SA. von der Partei auch jede Un­terstützung zuteil werde. Ein Volk könne nur ge­sunden, so führte er weiter aus, wenn ein gesunder Nachwuchs geschaffen werde. Daß eine grundlegende Volksgesundung überhaupt nur möglich werde, ver­danke man einzig und allein dem Führer. Mit den Nationalhymnen schloß die eindrucksvolle Feier­stunde.

denn hei der Beerdigung? Alles gut gangen? Und haben Sie vielleicht geerbt?"

Ja, ein bißchen was!"

n e r von der Gießener Freiwilligen und Oberfeuer­wehrmann Fritz Bender von der Gailschen Feuer-

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Ehemalige 116er jetzt im NS.-Reichskrieqerbunb.

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den und nicht ungefährlichen Rolle entbunden, brauchte sich nicht ständig nach seinen Geschäften ausfragen zu lassen. Ueberdies war Frau Malick nicht mehr geneigt, weitere Zuschüsse zu bewilligen. Man mußte sich einschränken, bis die Hochzeit die neuen Quellen zum Fließen brachte.

Gott, ja!" meinte er mit einem säuerlichen Lächeln.Das kann ich dir nicht gut abschlagen, wenn es mir auch schwer fallen wird, dich drei Wochen nicht mehr sehen zu dürfen. Du hast dir etwas Erholung redlich verdient nach dem an- strengenden Leben, das hinter dir liegt. Willst du schon bald abreisen?"

Gleich morgen, Walter! Fräulein Jasper will so nett sein und mich wieder mitnehmen!"

Was ist denn das für eine Dame? Jung? Hübsch? Darf man sie nicht einmal kennenlernen?"

Ach, ein älteres Fräulein! Sie hat nur noch wenige Haare und trägt einen Klemmer. Außer­dem schreibt sie Romane!"

Entsetzlich!" stammelte Walter Radegast mit schreckgeweiteten Augen.

34.

21m anderen Morgen kam Gisela als erste ins Büro. Die Reinemachefrau war gerade mit ihrer Arbeit fertig.

Gisela setzte sich an ihren Platz, öffnete die Schreibmaschine und ließ ihre Hände gedankenvoll über die Tasten gleiten. Sie erinnerte sich der un­zähligen Augenblicke, in denen sie sich nach Freiheit gesehnt hatte, nach einem bißchen Glück, nach einem Menschen, dem sie gut sein durfte.

Und nun hatte sich alles erfüllt. Sie war frei, sie hatte Geld und sie hatte---

Da fühlte sie wieder dieses jähe Unbehagen, wie sie es am Abend vorher gespürt hatte, als Walter sie beim Abschiednehmen küßte.

Und wiederum erschrak sie zutiestt. Was war das bloß? Warum wehrte sich ihr Herz gegen diesen Mann? Warum blieb alles tot, warum rauschte ihr Blut nicht auf, wenn sie an Walter Radegast dachte?

Vielleicht bin ich überhaupt nicht fähig, Liebe zu suhlen!" überlegte sie und fühlte sich von einer schmerzlichen Bitterkeit durchströmt, von einem nagenden Neid gegen die anderen, die glücklich ein und lieben tonnten.

ttun erfdjien Herr Weißfloh an der Seite von Fraulern Hinterhuber. Gisela wurde sogleich mit großer Herzlichkeit begrüßt.

Schön, daß Sie wieder da sind! Wie war es

unserer Stadt fand am Samstag und Sonn­tag eine Tagung der Kreisfachgruppenvorsitzenden und der Zuchtwerbewarte der Kaninchenzüchter der Kreise Alsfeld-Lauterbach, Dillenburg-Biedenkopf, Wetzlar und Gießen statt, in der die Richtlinien für die kommende Arbeit ausgegeben wurden. Kreis­fachgruppenvorsitzender L. Kreiling (Gießen) hieß die Teilnehmer willkommen. Landesfachgrup­penvorsitzender Gg. Krauß (Darmstadt) wies auf die Bedeutung des Ausbaues der Kaninchenzucht im Interesse der Volksernährung und der Volkswirt­schaft hin. Er dankte allen seinen Mitarbeitern und

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Ei, ei, da werden Sie natürlich gleich Ihren Urlaub nehmen!"

Ja! Und ich hoffe, daß der Chef keine Schwierig­keiten macht."

Da kam er auch schon, Herr Hasselschwert, leicht gebeugt, mit seinem steifen, speckigen Hut.

Als er Gisela sah, nickte er ihr flüchtig zu.Ah, Fräulein Mertens, gut, daß Sie wieder da sind! Ich habe ein dringendes Diktat. Hätte schon gestern' erledigt werden sollen. Kommen Sie gleich herein!"

Weißfloh blinzelte ihr, während sie dem Befehl des Chefs Folge leistete, aufmunternd zu.

Hasselschwert ließ sich aufstöhnend in feinen Schreibtischsessel fallen.Meine Zigarren werden Sie natürlich vergessen haben?"

O nein!" lächelte Gisela und nahm die Tüte aus ihrer Handtasche.

"Sehr schön! Also, fangen,mir gleich an'"

..Herr Direktor, ich möchte Sie um meine Ent- lassung bitten!"

-Wie? Entlassung? Sind Sie nicht recht bei Trost? Ich wußte nicht, welcher Grund--?"

Ich heirate in drei Wochen."

Heiraten? Unfug!"

Aber---"

. Kein Wort darüber! Sie werden sich das noch anders überlegen!" /

Aber, Herr Direktor, ich---*

Kompletter Humbug, sage ich. Los, beginnen wir mit dem Diktat!"

Anstatt ihren gewohnten Arbeitsplatz einzu- nehmen ließ Gisela sich in den abgescheuerten Klub- sessel sollen, der für die Besucher bereitstand" und dessen Benutzung den Angestellten streng verboten war.

(Fortsetzung folgt!)

besonders Schönes!" sagte

Wochen nach ßauterbrunn kommen, auf den Gutshof, ganz umsonst, denken Sie sich!"

Die gestrige Feierstunde der SA. im Gloria- Palast, die die Aufführung des FilmsNS.-Kampf­spiele 1937" brachte, an der auch Vertreter der Behörden und der Wehrmacht teilnahmen, war sehr gut besucht. Die Bühne war mit dem von Lorbeer­bäumen umrahmten Bild des Führers und Fahnen geschmückt. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 leitete die Feierstunde mit einem Marsch ein. Sturmmann Philipps 11/116 brachte den Dor­spruch zu Gehör.

Sturmführer von Northeim begrüßte die SA.-Kameraden und Ehrengäste und wies auf den Sinn des Filmes hin, der Zeugnis ablegen soll von der Arbeit der SA., die immer wieder bereit sei zu neuem Einsatz und Opfern. Den Frontgeist des Weltkriegs habe die SA. als Erbe übernom­men. Sie kenne nur eines: Deutschland! Getragen von diesem Geiste, im starken Vertrauen auf das deutsche Volk habe der Führer das deutsche Volk vor dem sicheren Abgrund gerettet. Mit seinem Siege im Januar 1933 habe auch der Frontsoldat des Weltkrieges über seine Verräter vom November 1918 gesiegt. Nach einem jeden Siege aber heiße es:Binde den Helm fester!" Der Kampf ging weiter bis das neue Deutschland erstand, getragen von zwei mächtigen Säulen: Partei und Wehr­macht! Ausgabe der Wehrmacht sei es, Volkstum und Volksraum gegen Gewalt von außen zu schützen. Der SA. habe aber der Führer die Er­ziehung des neuen deutschen Menschen als ewige Aufgabe gegeben. Die SA. habe die Aufgabe, den deutschen Mann im Gleichklang seiner seelischen, geistigen und körperlichen Kräfte zu erhalten unb zu erhärten. Eine harte Zeit fordere ein hartes Ge­schlecht und das Endziel werde erst dann erreicht sein, wenn jeder zu einem unanfechtbaren Natio­nalsozialisten geworden fei.

Zwei hinter Gisela.

Vornan von Hans Hii-ihammer.

Urheberrechtschutz Verlag Oskar Meister, Werdau/Sa.

Bloß ein bißchen was?" wunderte floh.Vielleicht bloß soviel, daß Sie die hundert Mark Vorschuß zurückbezahlen können, wie? Da hätten Sie nicht eigens hinfahren und Ihr Geld ausaeben brauchen!"

Die Spesen werden

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unserer BeilageHeimat im Bild"), die Lage Gie­ßens veranschaulicht und auf letzte Reste des ältesten Stadtkernes hingewiesen. Weitere Betrachtungen galten dem Turm der Stadtkirche. Während eines Rundganges im Stadtzentrum wurden das Rathaus, die Häuser am Markt und in der Mäusburg einer ebenso eingehenden wie liebvollen Betrachtung un­terzogen. Auch im Weiselschen Hof und im Alten Schloß sah man sich um, die Bauten am Brandplatz wurden durchgesprochen und eingehend betrachtet?

Schließlich wurden unter den erläuternden Wor­ten des Leiters des Oberheffischen Museums, Dr. Krüger, die Fränkischen Frauensärge betrachtet, die mit zu den wertvollsten Schätzen des Museums zählen.

Nach der Mittagspause wurde eine Fahrt zum Schiffenberg unternommen. Archivrat Dr. (Hemm berichtete über die Geschichte des ehemaligen Augu­stinerstiftes, der nachmaligen Deutschördenskom- wende, der jetzigen staatlichen Domäne; während Geheimrat Dr. Walde baugeschichtlichen Aufschluß über die romanische Basilika, wie auch über die übri­gen Gebäude des Schiffenbergs gab.

Bei einem abschließenden Beisammensein gab Studienrat Dr. Glöckler (Gießen) als Vorsitzen­der des Oberhessischen Geschichtsver- e i n s seiner Freude über den Besuch der Gäste aus Darmstadt Ausdruck und betonte die Gemein­samkeit der Arbeit im. Historischen Verein für Hes­sen, wie im Oberhessischen Geschichtsverein. Prof. Dr. Becker (Darmstadt), der Leiter der Exkursion, dankte für herzliche Begrüßung, dankte aber auch den Referenten des Ausflugs, die den Zuhörern so außerordentlich viel Interessantes lebendig nahe- brachten. Mit bepi Wunsche, auch einmal die Kame­raden des Oberhessischen Gefchichtsvereins in Darm­stadt begrüßen zu können, schloß er. Nachdem man bei inzwischen eingetretenem schönsten Sonnenschein und klarer Fernsicht noch eingehend die Landschaft um den Schiffenberg betrachtet hatte, wurde zur Rückfahrt nach Darmstadt aufgebrochen.

Wenn ich recht verstehe du sollst also nach Lauterbrunn übersiedln? Du sollst für immer dort leben?"

"Natürlich! Du wirst sehen, wie schön es dort ist! Viel schöner als in diesem Häusermeer!"

Aber Kind, das geht nun wirklich nicht, unter feinen Umständen! Wie stellst du dir das bloß vor! Ich habe doch hier meine Geschäfte! Was sollte ich auf dem Gutshof? Ich bin doch kein Landwirt! Und glaube mir, auf die Dauer würdest auch du dich dort nicht wohlfühlen! Keine Zerstreuungen! Immer das gleiche, eintönige Leben! Nicht wahr, wir wollen doch lieber in Berlin bleiben, in der hübschen Wohnung, die mir uns ausgesucht haben!" Das das kann ich nicht, Walter! Das kann ich dem Toten nicht antun! Was würde Vater Schmidt von mir denken? Er freut sich schon auf mein Kommen!"

Badegast wurde ungemütlich.Aber ich bitte dich, Gisela, das sind doch Sentimentalitäten! Wenn du dich schon nicht entschließen kannst, Lauterbrunn zu verkaufen es wäre meines Erachtens das Richtigste, dann wollen wir uns nach einem tüchtigen Verwalter umfehen, nach jemand, der dort nach dem Rechten sieht und alles in Ordnung hält hm, ich wüßte sogar schon jemand, eine sehr ehrenhafte ältere Dame, die mir für diesen Der- trauensposten durchaus geeignet erscheint. Nun, mare das nicht die beste Lösung? Wir können bann, fo oft wir Lust haben, nach Lauterbrunn fahren, ein paar Ferientage dort verbringen und dann wieder in unser Berliner Heim zurückkehren." x x rr?nr9 .mif einem Entschluß. Sie fühlte öeuthd), daß sie im Begriffe war, einen ungeheueren Verrat zu begehen. Aber hatte sie eine Wahl?

Endlich nickte sie zustimmend, im Zwang feines fordernden Blickes.Ich - sehe es ein, und ich werde mich wohl damit abfinden müssen?"

Und sie hatte sich schon so gefreut! ßauterbrunn! Das Erkerfenster mit dem Blick in die unendliche Weite! Die Blumen vor dem Haus, der Wald, der heilige Geruch der Erde! Oh, sehr oft wird sie hin- uberrahren! norme es nur irgend geht, wird sie dem Staub der Stadt entfliehen.

Sie griff nach Walters Hand.Ja, ich sehe es em. Aber dann darf ich wenigstens jetzt noch ein paar schone Wochen dort verleben, nicht wahr? Das muht du mir erlauben, davon gehe ich nicht ab' B.s zu unscr-r Hochzeit will ich in Lauterbrunn bleiben!

Radegast bedachte, daß ihm dieser Vorschlag nicht einmal unangenehm war. Er war dann für eine Weue sein eigener Herr, war von seiner anftrengen«

Frontsoldaten mit den Kameraden der jungen Wehr­macht hin unb forderte olle alten 116er auf, sich dem neuen Bunde anzuschließen. Wir alten 116er stehen einmütig hinter dem Willen des Führers und die große Tradition unseres stolzen Regiments ver­pflichte uns insbesondere Treue zu zeigen und zu­sammenzuhalten wie bisher. Jetzt könne jeder 116er im neuen Reichskriegerbund seine Pflicht erfüllen und dadurch werde cs möglich werden, daß zu be­sonderen Festen und Veranstaltungen des Regi­ments alle ehemaligen 'Angehörigen erfaßt oder wenigstens benachrichtigt werden könnten. Es werde sich dadurch ein neues Bond der Kameradschaft aller Ehemaligen ergeben. Nachdem der einmütige Be­schluß über die Eingliederung gefaßt worden war, wurden organisatorische Fragen besprochen.

Heimische Kaninchenzüchter vor neuen Aufgaben.

Große Tagung in Gießen.

Am gestrigen Sonntag weilten Gäste aus Darm­stadt in Gießen. DerHistorische Verein für Hessen", der auch in Oberhessen eine Anzahl von Heimat- freunden zu seinen Mitgliedern zählt, hole eine Ex­kursion unternommen, die der Besichtigung des Glei­bergs, der Stadt Gießen und des Schiffenbergs ge­widmet war. Diese Besichtigungsfahrt nahm einen außerordentlich anregenden Verlauf. Die Gäste waren frühzeitig in Darmstadt im Omnibus abge­fahren (übrigens mit einem Bus von ganz neu­artiger Gestalt, wie man ihn bisher in Gießen noch nicht sah!) und kamen, nach rascher Fahrt über die Reichsautobahn gegen 9 Uhr in Gießen an. Die Fahrt wurde aber sofort zum Gleiberg fortgesetzt. Im ßuxemburger Zimmer nahm man für die Dauer eines halbstündigen Vortrags Platz. Der Direktor des Staatsarchivs in Darmstadt, Archivrat Dr. C l e m m, gab in straffer Zusammenfassung einen sehr anschau­lichen Uederblick über die Geschichte des Gleibergs, gab einen Einblick in die Familiengeschichte der Ge­schlechter, die auf Gleiberg die Herrschaft hatten, schilderte dos wechselvolle Schicksal des Gleibergs in der Zeit vom 10. bis 13. Jahrhundert und gab gleich­zeitig eine Darstellung der militärpolitischen Bedeu­tung des Gleibergs im frühen Mittelalter. Abschlie­ßend erwähnte er in Dankbarkeit die Arbeit der preußischen Verwaltungsorgane, mit besonderer An­erkennung aber das 100jährige Wirken des G l e i b e r g d e r c i n s um die Erhaltung der ge­schichtlich so überaus denkwürdigen Stätte. Nachdem man einen Rundgang durch die Ruinen unternom­men hatte, und dabei lebhaft bedauerte, daß der Re­gen einen Ausblick auf die Landschaft kaum gestat­tete, fuhr man wieder nach Gießen zurück.

In Gießen war das Leibsche Haus in der Kirchstraße das erste Ziel. Geheimrat Dr. Walde (Darmstadt) nahm hier das Wort und schilderte in nieten Einzelheiten seinen aufmerksamen Zuhörern die Besonderheiten dieses mutmaßlich ältesten deut­schen Fachmerkbaues. Gleichzeitig wurden an Hand von Plänen, die iebem Teilnehmer der Erkursion gedruckt zur Verfügung standen (Wiedergaben aus

Aus der Stadt Gießen.

Norddeutsch und Süddeutsch.

Bekanntlich werden in Deutschland verschiedene Mundarten gesprochen. Auf Reisen ist es sehr reiz­voll, diesen ungewohnten Lauten zu lauschen und den Sinn des Gehörten womöglich zu enträtseln! Wenn dir zum Beispiel in der Kasseler Gegend ent­gegenschallt:Ich spräch, här uffe!" so heißt das in Hamburg:Ick hev di all feggt, lat bat blimen!"

Also, wie gesagt, es ist sehr reizvoll. Aber, aber, heiratet ein Norddeutscher eine Süddeutsche ... bann gibt es eine Katastrophe!

Er rebet von Wurzeln.Welche meinst du denn, Liebling", fragt sie sanft,jede Pflanze hat doch eine Wurzel!" Bis sich bann herausstellt, baß Gelberüben gemeint sinb. Dann will er rote Beete im Garten anlegen.Was für rote Blumen sollen ba draus?" fragt sie erstaunt.Ach fo, du willst Roterüden säen!" Unb so geht bas weiter: er spricht von einer Kuhle, unb sie von einem Loch, er sagt: Schmeck' mal!" wenn sie versuchen soll, er macht eine Tasse entzwei, sie macht sie kaputt, er verkleckert bei Tisch die Tunke, während sie die Soße ver- schlabbert!

Er redet von Leuwogen unb Feudel .. was meint er bloß? Schließlich stellt' sich heraus, baß sie Schrubber und Staubtuch dazu sagt. Ein Bettuch ist bei ihm ein Laken unb eine Kolter eine Wollbecke. Ein Dippe ist ein Pott! Unb er weiß nicht, was ein Känbel ist! Wissen Sie es?Komm mal längs mit beiner Handcule!" ruft er, wenn sie mit bem Besen mal herfommen soll, um ben Ruß aufzuwischen, ben er aber Sott nennt! Das Kinb bekommt ein Spring­tau von ihm unb ein Hupfseil von ihr, unb bie Zünbhölzer unb bas Plättbrett lagen bei ihm roieber anberswo, roährenb bie Streichhölzer unb bas Bü­gelbrett bei ihr woanbers liegen.

Augenblicklich sinb bie Zwei bamit beschäftigt, ein Wörterbuch mit Uebersetzungen anzulegen.

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Vornotizen.

Tageskalender für Nonlag.

Gloria.Palast, Seltersweg:Heimkehr ins Glück".

Oie SA. bereitet sich ium Reichsparteitag vor.

Die Marschteilnehmer der SA. am Reichspartei­tag traten gestern früh zu Hebungen auf dem Trieb an. Nach eingehender Besichtigung wurde nachdrück­lich der Exerzietschritt geübt.

Eine weitere Besichtigung des gesamten Marsch­blockes der Brigade 147 wird am Sonntag, 4. Sep­tember, auf dem Trieb erfolgen.

Ehrung verdienter Feuerwehrmänner.

Die beiden Gießener Freiwilligen Feuerwehren (die ^städtische und die Gailsche Feuerwehr) hielten am Samstag imBurghof" eine gemeinsame Ver­sammlung ab, die von Darbietungen der Hauskapelle verschönt wurde. Kreisfeuerwehrführer Bouffier und der Kommandant der Gailschen Wehr, A. Münch, nahmen teil. Im Auftrage von Bürger­meister Prof. Dr. Hamm nahm Brandinspektor Lenz die Ehrung von sieben verdienten Wehrmän» nern mit mehr als 25jähriger Dienstzeit vor. . Er schilderte die neuen großen Aufgaben, die den Weh­ren gestellt sind und hob hervor, daß nur Treue und Pflichterfüllung, wie sie die auszuzeichnenden Ka­meraden im Dienste des Gemeinwohles bewiesen hätten, diesen Anforderungen gerecht werden könne. Er stellte die verdienten Kameraden den jungen Wehrmännern als Vorbild vor Augen und über­reichte ihnen das vom Führer gestiftete und vom Reichsführer der Polizei, Reichsführer ff, Himm­ler, verliehene Feuerwehr-Ehrenzeichen I I. Klaffe, wobei er sie aufforderte, auch in Zu­kunft pflichtbewußt, wie bisher, ihren Dienst zu ver­sehen. Unter Glückwünschen erhielten folgende Wehr- männer die Ehrenzeichen: ßöschmeister Matheis, Feuerwehrmänner Wilh. Klein, K. Kraft, Jul. G r a e s e r , Gustav Müller und Otto W e r-

Sie griff über ben Tisch hinüber nach feiner Hand.Wie kannst du bloß so sprechen, Walter? Kennst bu mich wirklich so schlecht? Traust bu mir wirklich so viel Unbankbarkeit unb Selbstsucht zu, bafj ich jetzt all bas vergessen könnte, was bu mir gegeben unb angeboten hast?"

Sld), Gisela, bas ist nicht ber Rebe wert!" Er kämpfte sichtlich mit einer tiefen Rührung.Was ort. tat, geschah aus Liebe zu bir, bas weißt bu. 2Iber jetzt ist alles anbers. Es wiberstrebt meinem Stolz, eine Frau zu heiraten, bie unabhängig ist, oer es nicht Freube unb Glück bedeutet, baß ber Mann für sie sorgt, baß er Not unb Entbehrung

'hl fernhält. Oder würbest bu auf bie Erbschaft verzichten? Ist beine Liebe so groß, baß bu allem entsagen könntest, um als bie alte Gisela, Öie ich so sehr geliebt habe, mit mir an den Altar zu treten?"

-Gisela erschrak heftig, während sie gleichzeitig die Tiefe seines Gefühls zu ahnen glaubte. So groß unb selbstlos war also seine Liebe, baß ihm' ber Besitz von ßauterbrunn nebensächlich, ja sogar hinberlich erschien! Wie unsinnig war boch ber Ver- oachr. daß bieser Mann es auf ihre Erbschaft ab- gesehen haben sollte!

In biefem Augenblick war Gisela bavon über- 3W' daß auch sie ihn liebte, um seiner eblen Selbstlosigkeit, um seines Stolzes willen.

Vielleicht könnte ich mich entschließen, Walter, deine Forberung zu erfüllen, falls bu unter allen Umftanben auf diesem Beweis meiner ßiebe be- '"hst- Aber es wäre unsinnig! Und vor allem- es wäre undankbar von mir. Ich würde das Andenken des Mannes entehren, der mir ßauterbrunn ver- wachte. Ich würde das Gefühl nicht loswerden einen Toten beschimpft zu haben. Bitte, zwinge mich mcht dazu, fordere das nicht von mir!"

Radegast machte ein ratloses Gesicht. Ich _ verstehe nicht recht--?" " 1

"9icr ZL lies diesen Brief!" Sie nahm Grütz- machers Schreiben aus ihrer Handtasche und legte > es ihm hm. 3

"Wenn du gestattest!" Radegast las den Brief sehr genau durch. Dann gab er ihn zögernd zurück.

Am Samstag hielt die Kameradschaft ehemaliger 116er imAuerhahn" ihren August-Monatsappell Nach dem Chorlied ber Stürme Pi 2/116 und ab. Kameradschaftsführer Bill begrüßte die Käme- 11/116Im Sturmschritt ber SA." unb eines Kern- raben unb wies barauf hin, baß nun ber Zeitpunkt spruches von Truppführer Graeve gelängte bös gekommen fei, ba auch bie Kamerabfchaft ehemaliger Filmwerk:NS.-Kampfspiele 1937" zur Vorsüh- 116er ihre Einglieberung in den NS.°Reichskrieger«

gabDie Wegweisung für die Arbeit im Jahre 1938" an. In grundlegenden Ausführungen stellte er fest, daß die Umstellung der Kaninchenzucht auf Wirtschaftsrassen ein voller Erfolg war. Durch Auf« klärung und Schulung sollen auch die nicht organi­sierten Züchter erfaßt, die begonnenen Maßnahmen fortgesetzt und die Zucht von Angorakaninchen in ben Vorbergrunb gestellt werden. Auch das Preis­richten wird eine Verbesserung erfahren. Von den im Rahmen des Vierjahresplanes bereitgestellten Mitteln soll noch regerer Gebrauch gemacht werden. Die Stallschauen, die zur Anregung und Beratung durchgeführt werden, sollen in größerem Umfange durchgeführt werden.

Kreisfachgruppenoorsitzender ß. Kreiling (Gie- feen) behandelteDie Förderungsmaßnah- m e n f ü r 1 9 3 8", die sich auf die Verbilligungs­zuschüsse für Stallbauten, Anschaffung von Zucht- rammlern und Angorajunghäsinnen sowie auf Zucht­prämien für Wirtschaftsrassen beziehen.

Kreisfachgruppenvorsitzender Schmidt (ßauter- bach) sprach überA l l g e m e i n e-Z u ch t g r u n d- s ä tz e" unter besonderer Berücksichtigung der Angorazucht. Durch eine einheitlich ausgerichtete Zucht muß eine ßeiftungsfteigerung im Interesse der Volksernährung und Volkswirtschaft erzielt werden. Besonderes Gewicht wird auf die Erzeugung von Fleisch und Fellen gelegt. Bei den Fellen'wird auf eine gewisse Größe und gute, dichte Unterwolle Wert gelegt. Die Zucht ber Angorakaninchen muß vermehrt werben. Die allgemeine Zucht soll burd) Vermehrungs- unb durch Herdbuchzuchten, die reine Linien heranzüchten, gefördert werden.

Am Sonntag sprach Kreisfachgruppenvorsitzender Schäfer (Dillenburg) überDie Gestaltung ber Fütterung", wofür er viele praktische Bei­spiele anführte. Die Tierhaltung soll nur bort er­folgen, wo eine eigene Fu'ttergrunblage gegeben ist. Sie bient in erster ßinie ber Ver­wertung von Abfällen, bie sonst ungenützt ver­kommen.

Kreisfachgruppenvorsitzenber ß. Kreiling (Gie­ßen) ging bann näher auf bie Frage berWiri­sch a fts - u n b derVereinsrassen" ein. Das Kaninchen ber Zukunft muß bei Verwenbung von