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Montag, 2?. August M8
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesten)
Nr. 195 Zweiter Blatt
Partei und Behörden zur Erntehilfe auf dem Land.!
zu bringen, zudem in der Schönwetterperiode zu An- wenigen Handgriffe beigebracht, mit denen sie der
zu bringen, zudem in der Schönwetterperiode zu Anfang August noch nicht alles Getreide reif war, und infolgedessen noch nicht geschnitten werden konnte. Die anhaltenden und schweren Regenfälle verhinderten aber in den folgenden Tagen den Einsatz für die Bergung der Ernte. Nachdem sich nun in der letzten Woche das Wetter weniger schlecht, wenn auch noch nicht günstig anlietz, mutzte <iun mit gesteigerter Arbeitsleistung versucht werden, die Ernte
Zu unseren Bildern:
Links oben: Kreispresseamtsleiter Stoll (mit der Liste in der Hand) verteilt die Erntehelfer in Garbenteich auf die einzelnen Höfe.
Rechts oben: Herzliche Begrüßung durch die Familie des Bauern im Hof.
Unten links: Aushilfe an der Dreschmaschine.
Unten rechts: Hier wird beim Ausladen des Getreides auf den Erntewagen mitgeholfen.
(Aufnahmen [5]: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Weder erwogen, noch erforderlich.
Unsinnige Gerüchte über Steuererhöhungen
Berlin, 20. Aug. (DNB.) Die von Staatssekretär R e i n h a r d t herausgegebene „Deutsche Steuerzeitung" vom 20. August Nr. 34 nimmt zu den Gerüchten über Steuererhöhungen Stellung wie folgt:
Durch Gesetz vorn 25. Juli 1938 ist die K ö r p e r - schastssteuer erhöht worden. Die Erhöhung stellt eine gewisse Angleichung an den Tarif der Einkommen st euer dar. Dieser reicht für verheiratete natürliche Personen bis zu 40 d. S). und für unverheiratete natürliche Personen bis zu 50 0. H. des Einkommens. Die Körperschaftssteuer betrug bisher nur 30 0. H. Daraus ergab sich für die Kapitalgesellschaften mit großen Gewinnen ein Vorteil. Dieser bestand darin, daß der nicht zur Ausschüttung gekommene Gewinn zunächst nur mit 30 v. H. von der Körperschaftssteuer ersaßt wurde, bei Personengesellschaften und Einzelunternehmern jedoch der Gewinn ohne Rücksicht auf seine Verwendung mit bis zu 40 oder 50 v. H. von der Einkommensteuer erfaßt wird. Der steuerliche Vorteil der Kapitalgesellschaften gegenüber den Personengesellschaften und Einzelunternehmern wurde um so größer, je stärker die Konjunktur anstieg und infolgedessen auch die Gewinne größer wurden. Es wurde bereits durch manche Personengesellschaft die Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft erwogen. Eine solche Entwicklung würde jedoch nicht mit den Grundsätzen nationalsozialistischer Wirtschaftsauffassung in Einklang zu bringen sein. Es war deshalb höchste Zeit, daß durch Erhöhung der Körperschaftssteuer die steuerliche Gleichmäßigkeit hergestellt wurde.
Die Erhöhung der Körperschaftssteuer ist auf die Jahre 1938 bis 1940 beschränkt worden, weil insbesondere in diesen Jahren die Gewinne der großen Kapitalgesellschaften noch weiterhin bedeutend ansteigen werden. Die Ausschöpfung der Körperschaftssteuer ist in Jahren des bedeutenden Wirtschaftsaufschwunges auch insofern geboten, als dieser Wirtschaftsaufschwung im wesentlichen auf außergewöhnliche Ausgaben des Reiches zurückzuführen ist und das Reich darauf bedacht sein muß, den größtmöglichen Teil seines Finanzbedarfes aus Steueraufkommen zu decken.
Dazu ist in aller Eindeutigkeit zu sagen: Eine Erhöhung der Einkommensteuer wird im Reichsfinanzministerium weder erwogen, noch für erforderlich gehalten. Alle Erwägungen und Vermutungen über Steuererhöhungen müssen unterbleiben. Das deutsche Volk muß vor unsinnigen Gerüchten bewahrt bleiben.
stark aus. Am Sonntag halfen Angehörige der Kreiswaltung der Arbeitsfront auf dem Schiffen- berg vom frühen Morgen bis in den Abend an der Dreschmaschine aus.
Der Pioniersturm 2/116 half mit insgesamt 26 Mann auf den Feldern des Hardthofes, des Gutes Hennecken, beim Ortsbauernführer und auf einigen anderen Höfen des Stadtgebietes.
Schade nur, daß die anhaltenden Regenfälle des gestrigen Sonntags der Aktion der Erntehilfe nicht den vollen Einsatz gestatteten. Erfreulich aber insgesamt die Tatsache, daß sich so viele Helfer in raschem Entschluß bereitfanden für diesen wertvollen Dienst an der Volksgemeinschaft.
Nächster Erntehilfe-Einsatz am Mittwoch'
Die Kreisleitung fordert zum nächsten Erntehilfe- einsatz am kommenden Mittwochnachmittag auf! Jedermann, der in der Lage ist bzw. dienstlich abkommen kann, soll sich am Mittwochnachmittag zur Verfügung stellen!
Rolle gespielt hat, ist die Frau des Spielleiters Richard E i ch b e r g. Wolfgang Liebe ne in er, eine der großen deutschen Regiehoffnungen, hat in „Yvette", einem Film nach Maupajscmt, seine Frau Ruth Hellberg herausgebracht, der Spielleiter H e l b i g in mehreren Filmen seine Frau Maria A n d e r g a st. Marlene Dietrich ist die Frau des Produktionsleiters Sieber, Lil Dagovers Mann, Georg Witt, ist ebenfalls Produktionsleiter. Ada Tschechowa, die Tochter Olga Tschechowas, hat sich mit einem unserer besten deutschen Kameramänner, Franz Weihmayr, verheiratet.
G. S.
Neben der Arbeit beim Einbringen der Ernte vom Feld in die Scheunen wurde auch an der Dreschmaschine mitgeholfen. Da band einer der Helfer hoch oben auf der Maschine die Garben auf oder ließ das Korn in die Maschine, andere nahmen die gepreßten Ballen ausgedroschenen Strohes ab und wieder andere halfen die Ballen auf die Wagen bringen. Bis in den sinkenden Abend hinein wurde geholfen und erfreut über den sinnvoll verbrachten Nachmittag machte man sich auf den Heimweg. Wohl mancher saß auch noch mit dem Bauern am Abednbrottisch und nahm teil an schlichter bäuerlicher Mahlzeit.
Die Kreisleitung, die zwar gegenwärtig für die Vorarbeiten zum Reichspartertag heftig m Anspruch genommen ist, schloß sich von der Erntehllfearbelt ebenfalls nicht aus.. In stattlicher Gruppe ruckte man beim Gießener Ortsbauernfuhrer G 0 r t e l an und half bei der Einbringung der Ernte tatkräftig mit. Die Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront trat in Eberstadt und in Orten der Wetterau zur Mitarbeit an. Auch Kameraden der SA. waren aufqeboten und halfen in vielen Orten mit. Beamte und Angestellte des Polizeiamtes ruckten 20 Mann
Ehepaare und Liebespaare.
Im Leben und im Film ...
Beträchtlich ist die Zahl der Filmdarsteller, die nicht nur im Film, sondern auch im Leben zusarn- men>gehören. Paula Wessely und Attila Hörbiger sind eines dieser wirtlichen Ehepaare. In „Julika" und „Spiegel des Lebens" fielen die beiden Ehegatten das Liebespaar. Luise üllrich ist die Gattin d e K 0 w a s. In „Versprich mir nichts spielten sie gemeinsam die Hauptrollen, em armes Künstlerehepaar, das sich mit viel Liebe durchs Leben schlägt. Lida« B a a r 0 o a und Gustav Fröhlich, die in „Barcarole" und „Die Stunde der Versuchung" zwei begeisternde Liebespaare zeigten, gehen ebenfalls gemeinsam durchs bürgerliche Leben. Magda Schneider und Wolf A l b a ch - Retty, in „Puppenfee" und „Geheimnis eines alten Hauses" Spielpartner, haben vor nicht langer Zeit geheiratet. Jenny Jugo ist die Frau Friedrich B e n f e r s , mit hem sie in „Die Nacht mit dem Kaiser" emen Familienerfolg davontrug. Jan R lest u r a und Martha E g g e r t h hatten als Ehepaar in „Zauber der Boheme" und „Mein Herz ruft nach Dir" große Erfolge. Camilla Horn hat fid) Dem Tenor Louis Graveur zum Gatten Marianne Hoppe ist die Frau von Guflas Gründgens. Zusammen gehören auch Hans Junkermann und Julie Ser da, die man schon wiederholt im gleichen Film gesehen hat. -ön einem demnächst ins Atelier gehenden tfilm rocroen wir Curt Goetz mit seiner Gattin Valerie von Martens sehen. Die auch in deutschen Filmen mitwirkende A n n a b e l l a ist die Frau Jean M u - rats, eines der bekanntesten französischen Schauspieler. Ehepaare sind auch Maria C e b 0 t a r 1 und Gustav Dießl, Harry Liedtke und Christa Tordy. Mit Heinrich George verheiratet ist Berta D r e w s, die in „Urlaub aus Ehren- toort" eine prächtige Figur zeigte. Werner Krauß und Maria Bard sind ebenfalls verheiratet Heli Finkenzeller ist die Gattin Will Dohms. Christ! Mardayn, die im Film als Wirtin vom Weißen Rößl bekannt gewordene Wienerin, ist die Frau Hans Thimigs, des Jüngsten aus der berühmten Familie Thimlg. Hiloe Körber ist die Frau Veit Harlans, des m letzter Zeit immer mehr in den Vordergrund tretenden Regisseurs, mit dem sie schon in verschiedenen Filmen zusammengearbeitet hat. Gerda Maurus hat ihren Spielleiter S t e m m l e geheiratet Kitty Jantz en, die im „Tiger von Eschnapur eine
einzubringen.
In Erkenntnis dieser Sachlage rief deshalb der Kreisleiter zu Ende der vergangenen Woche die Kameraden der Partei, der Gliederungen, der Behörden und Betriebe dazu auf, am Samstagnachmittag und während des Sonntags zur Mitarbeit bei den Bauern bereit zu sein. Durch die Partei und ihre Gliederungen, durch verschiedene Behörden und Organisationen folgte dem Aufruf in raschem Entschluß die Tat.
So sah man zum Beispiel am Samstag schon kurz nach 13 Uhr die ganze Beamten- und Angestelltenschaft des Arbeitsamts Gießen auf dem Weg zum Bahnhof, zur kurzen Fahrt nach Garbenteich. 40 Angehörige des Amtes, also eine stattliche Schar, verlieh in Garbenteich den Bahnhof, machte sich aus den Weg in das Dorf und während man die Hauptstraße entlang ging, wurde das Häuflein immer kleiner. Nach rascher und gründlicher Vorbereitung durch den Kreispresseamtsleiter Stolt waren die 40 Erntehelfer im Nu auf die einzelnen Höfe verteilt Da die Bauern meist schon mit ihren Fuhrwerken zur Ausfahrt auf die Felder bereitstanden, dauerte es nur Minuten, bis die Erntehelfer auf den Wagen faßen, um mit ins Feld zu fahren. Kurz und herzlich war die Begrüßung der Erntehelfer durch die Bauern und ihre Familien, rasch kam man auf dem Wagen und während der Fahrt ms Gespräch rasch war der Kontakt mit den Volksgenossen auf dem Dorfe hergestellt. Bald waren den Erntehelfern, sofern sie nicht Ichon im Bilde waren, die
Ernteeinbringung förderlich sein konnten.
Die Erntehelfer selbst waren mit großem Elfer bei der Sache und hatten zum großen Teil auch ihre Helle Freude an der Arbeit, die fo ganz verschieden war von der, die sie sonst zur Pflicht haben. Und für die Bauern war es auch einmal nicht uninteressant, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, deren Arbeitskreis ihnen nicht ohne weiteres vertraut sein konnte! Bis in den späten Abend wurde geschafft! Mancher Erntehelfer fuhr drei und viermal mit auf das Feld, half mit beim Abladen in die Scheune und keinem wurde die ungewohnte körperliche Anstrengung zuviel. Wohl alle, die mithalfen, erfüllte die sinnvolle Tätigkeit mit stiller Freude. Auf Dank kam es dabei keinem an.
Oie böhmische Geige.
Von Rudolf Adnan Dietrich.
Ich war sechzehn Jahre alt und Lehrling in einer Fabrik. Aber es waren Ferien und ich hörte nicht die Schornsteinsirene, die früh um acht Uhr, um zwölf Uhr zur Mittagspause und um sechs Uhr zum Feierabend pfiff. Die Stadt lag jetzt hinter den Bergen, Wäldern und Wiesen, und ich wanderte von Tetschen nach dem Schreckenstein und fuhr mit einer Bahn von Außig nach Teplitz.
In Teplitz verließ ich den Zug und entdeckte, welcher Art diese Stadt war. Sie hatte Kurhäuser, Hotels, Fabriken, Geschäftsstraßen, eine Straßenbahn, verschiedene Denkmäler und Brunnen, auch Equipagen und Gemüsekarren, sie roch nach Kohle, Schweiß und Veilchenparfüm und verlief in eine heiße Mittagslandschaft. In diese Landschaft mußte ich gehen, denn mitten darin war Böhmens polier Berg, der Milleschauer. Ich würde wohl am Nachmittag oben sein.
Es war so schön, an keine Fabrik zu denken. Die Sonne brannte sehr und die Landstraße war gelb und staubig. Auch die Felder waren mehr 9* s„V!!D wie von einem leisen Staub überhaucht. Ich suhlte bald Durst in der Kehle und daß mir die Fuße zu brennen anfingen, denn es war der vierte Tag, den ich unterwegs war. Nach einiger Zeit war mein Haar ganz naß von Schweiß und die Sonne stand über meinem Scheitel. Ich weiß nicht mehr, wie die kleinen böhmischen Dörfer hießen, deren Hutten und Kirchtürme dann und wann aus der X,ano« schäft über die reifen Felder nach mir hinsahen, aber ich weiß doch, daß es an der Landstraße
zwischen Auperschin und Boreslau war, .wo em
vereinzeltes Wirtshaus stand. Ich nahm mein Geldtäschchen und halte zehn Kreuzer hervor - die
eigentlich zwanzig Heller waren (man sagte nur
auch nicht meine Mutter war, und dann legte ich die Geige hin und stand wieder in der Haustür. Drüben hörte ich ein Sensendenaeln und jemand rief, und es war wohl die Frau, die er rief.
Der Nachmittag legte sich blau mit violetten Wolken über meine Traurigkeit, und ich lief weiter; die zehn Kreuzer brannten mir in den Fingern, und als ein Muttergottesbildchen kam, legte ich sie dort nieder und ging befreiter auf die Wolken des Abends zu und auf den Berg, den Milleschauer, der sich zwischen ihnen erhob.
Die Dämmerung kam bald mit einem tiefen Blau, das mit den ersten Sternen bestickt war. Ich stieg hinauf, höher und höher. Die Waldbäume strömten schon den Nachtduft aus, und der Wind, der den Tag über schlafen gelegen hatte, erhob sich mit Flüstern und Raunen.
Plötzlich rief jemand: „Geht es hier nach K—? — Ich erschrak, denn ich hatte lange keinen Menschen gesehen und begriff nicht, daß ich gefragt wurde. Von der anderen Seite kam nun auch noch jemand und sagte: „Guten Abend. Geht es hier nach K—?" Ich trat zu den beiden, die den Weg suchten, und wir einigten uns, selbdritt weiter zu gehen und fanden Ausblicke ins abendtiefe Land und fanden in der Nacht eine Herberge in einem Orte, der Lobositz hieß. Es waren Studenten aus Schlesien auf einer Wanderung nach Prag, und ich ward gleich eingeladen in ihr Quartier und schlief eine lange dunkle Nacht.
Das Muhen der Kühe weckte mich und die Morgensonne. Die beiden waren schon beim Ankleiden. Auch ich stand nun auf, entsann mich der Frage: „Geht der Weg hier nach K—?" und daß wir nun gerade entgegengesetzt gegangen. Draußen norm Fenster der Ort. Das Vieh hatte auf dem Marktplatz die Tränke, und die Morgenglocken läuteten. ..
Der Friedhof von Lobositz lag schräg hügelig am Strom, als zöge die Zeit an der Ewigkeit vorüber. Indes die Studenten weiter wanderten die Straße nach Melnik und Prag, trug ein Fährschiff mich hinüber nach Leitmeritz. Wie ein Spielzeug so klein stand dort auf dem Platz der hohen Barockkirche eine Strahlenmadonna. Aber als ich dachte, wie schade es sei, daß ich keine Geige habe, klang aus der Kirche das Brausen der Orgel. Nun war aller Mittagsspuk des vergangenen Tages vorbei: mein Herz war erlöst, und die Stadt nahm mich gast- lich auf.
Wie lange das her ist! Ein Dierteljahrhundert ist seitdem vergangen. Durch viele Länder bin ich gezogen — aber nie wieder diesen Weg. Ich würde ihn auch gewiß nicht mehr finden.
im alten Kaiserreich auch in Böhmen gern noch Kreuzer) —, dann ging ich an die offene Tür und sah ins Innere dieses einsamen Hauses in der heißen Landschaft. Es standen ein Schanktisch darin und einige Tische und Stühle. Es war kein Mensch da, aber an den Wänden ringsum hingen ©eigen, hingen offen da mit den dazugehörigen Geigenbögen. Ich saß ein Weilchen und dachte an nichts, obgleich ich etwas traurig war und nicht wußte warum. Plötzlich ergriff mich eine heiße Lust zu spielen, und ich nahm die erste beste Geige von der Wand, spannte den Bogen etwas straffer und schob das schlanke Instrument mir unters Kinn und begann zu horchen, wie die Töne tarnen.
Und sie kamen immer schöner, und ich dachte: wenn es jemand hörte — und ich spielte noch hingebender. Die Geige sang und schluchzte, aber obgleich ich nun glücklich war, war ich doch zu gleicher Zeit traurig.
Ich wußte nicht mehr, wo ich war. Nur daß einmal ein Schatten über mich fiel und daß es drin kühler war als in der Landschaft. Auf dem Tisch hatte sich etwas bewegt, eine Hand, und dann hatte ein Glas da gestanden, ein Glas mit Bier; eine Frau hatte den kühlen Schatten mitgedracht. Sie sah mich an, wie ich spielte, und sie war noch nicht alt, sie lächelte und ich trank und legte ihr die zehn Kreuzer hin und wollte beschämt die Geige weghängen, aber sie schob die zehn Kreuzer zuruck und lächelte, und da fühlte ich eine Lust weiterzuspielen — warum ich nur nicht ganz froh sein konnte! — aber ich spielte weiter, und zwischen Singen und Schluchzen, Stakkato und Tremolo und in die vierte Lage hinauf mit einem kleinen Triller sah ich, daß die Frau lächelte und sich etwas nach der Musik bewegte, als ob sie immer froher würde, indes ich schwerer und trauriger ward.
Einmal war sie weg und kam gleich wieder und hatte ein neues Glas Bier, und ich schob ihr wieder die zehn Kreuzer hin und sie schob sie abermals zurück. Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn und trank und dachte, ob ich die Frau wohl kenne, ob ich das Gesicht schon einmal im Leben gesehen habe? Und wie sie nun lächelte und ihre Augen in der Sonne sich in Gold verwandelten, nahm ich wieder die Geige, und nun drang ich tiefer ein in bas Geheimnis ihrer Töne und nahm zwischen 0- und v-Saite die dunklen Mollklänae und liebkoste die seltene Stunde, die drinnen so kühl und draußen so voll Sonnenglast war, und beim dritten Glas wurde ich etwas müde, und die Frau lachte und frohlockte und mir kamen Tränen, ich begriff nicht warum. Es nahm mich etwas hin und ich ehnte mich nach meiner Mutter, obgleich es wohl
Der Bürgermeister von Garbenteich heißt den Leiter des Arbeitsamtes Gießen und damit die Gefolgschaft des Amtes zum Ernteeinsatz herzlich willkommen.
Durch das anhaltend schlechte Wetter in den vergangenen beiden Wochen, aber auch durch den Mangel an Hilfskräften in der Landwirtschaft, sind die Bauern in vielen Gemeinden unserer Umgebung mit ihrer Arbeit, insbesondere mit der Einbringung der Ernte in Rückstand gekommen. Selbst der äußerste Fleiß der Bauern konnte es nicht möglich machen, die ganze Ernte während der Zeit des frfinnen und beißen Wetters unter Dach und Fach


