Ausgabe 
22.7.1938
 
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"Zeitschriffen.

im Schwarzwald." trug drei Titel; zu erst

vierstunde ein Knabe Träne im Tuge.

Die Mühle

Diese Komposition

samten Staatshaushalts Chinas. Die Pläne der Holländer wurden zu den Akten gelegt und man kam nie auf sie zurück.

Einen Fingerzeig, in welcher Richtung eine Lo­sung zu suchen wäre, gab der Geograph v. Richt- hofen, der als erster auf die natürliche Bestim­mung der kohle- und erzreichen Gegenden des mitt­leren und oberen Hoangho hinwies, das Haupt- industriegebiet des Landes der Mitte zu wer­den. Die neueren Regulierungsentwürfe tragen die­ser Sachlage Rechnung, indem sie in erster Linie die Anlage von Straßen mit elektrischen Gr 0 ß - traf troerf en empfehlen. In zweiter Linie mußte der Erosion in den Abzugsgebieten der Oberläufe durch Aufforstungen entgegengewirkt werden. Die Industrialisierung und Elektrifizierung der mi­neralreichen Provinzen Schansi und Schensi wurden erst die riesigen Aufwendungen lohnen, die für Aus­baggerungen und Uferbefestigungen am unteren Hoangho notwendig wären, auf dem heute im Unter«

Kleine Kinder", illustrierte Monats­schrift für Eltern. VerlagKleine Kinder", Linda« (B.). Im Juli-Heft lesen wir überErnährungs­störungen beim Flaschenkind", ferner über die®e- fahren der Hitze für den Säugling" und über die noch viel zu wenig bekannteApfeldiät bei Durch- U4 hta OfnTozvtt '.in ÖtHPS

nem Nachfolger. Als, 93 Jahre alt, zur Regie­rung kam, war sein Ansehen so gestiegen, daß er die Herrscherwürde in seiner Familie erblich machen

Zithersaiten rauschen und klingen zu hören. Damals habe ich nicht den Kitsch und die Süßlichkeit gefühlt, sondern ich hielt die Komposition für ein unge­meines Prachtstück, weil es in jedem Klavierhaus­halt zu hören war. Es donnerte und blitzte, trotz der frommen Eintönigkeit.

Die Klaviatur, an der ich faß und woran ich die­ses rollende Läutewerk spielte, ist gelb von den vielen Anschlägen vergessener und vergangener Jahre geworden; das Notenblatt ist versport und stock­fleckig, und die zierliche Jungfer Rusina, die mir Fingersatz und reine Läuse beibringen sollte, ruht seit langem unter einem Kreuz, das windschief und vermorscht in der Erde steckt und von weißen und schwarzen Stiefmütterchen im Frühling und Som­mer eingefäumt ist; Notenköpfe, die zu Blumen­augen wurden.

Das Zimmer, in dem ich dieKlosterglocken" lernte, schaute mit einem Fenster in einen ländlichen Garten, der im Sommer mit Blättern rauschte und im Herbst mit reifen Birnen lockte. Im Winter saßen aufgeplusterte und von weither geflogene Bü­gel, verstummte Melodien, auf den beschneiten Aesten. Das andere Fenster war unmittelbar über dem Wallgraben. Wenn im Frühling die Hollunder­büchsen durch sein Gestrüpp knallten und die Spiel­geschrei hindurchlärmte, stand vor Beginn der Kla-

und zermürbt vom vielen Umblättem und Aufschla­gen. Es werden viele Abende gewesen sein, wo ich, dieses Stück spielend, an der Klaviatur saß, auf deren Elfenbein der grüne Blätterschein der Garten­bäume sich spiegelte und mattgrün schimmerte. Es werden viele Mai-, Juni- und Juliabende gewesen fein, Abende verschollener warmer Sommer. Und das Herz wird vor Unruhe und Erwartung gehäm* mert haben. Und der Blick wird von den Tasten auf' die Uhr an der Wand gesprungen sein und von der Uhr wieder zurück auf die Tasten, und wenn die Stelle kam, wo es im unterlegten Text hieß:Herz, mein Herz, ich bin dir gut", so hätte mein Mund, mein nach Küssen gieriger Mund, am liebsten die Worte laut mitgesungen. Aber ich hütete mich, dies zu tun; denn draußen auf der Altane saß die Mut­ter, mit dem Zwicker auf der Nase und der kleinen Lokalzeitung in der Hand.

Durch den Garten nebenan ging, mit der grünen Gießkanne am Arm und zwei langen blonden Zöpfen über der Schulter die fünfzehnjährige Ba­bette Unverzagt. Trotz ihres seltsamen und komischen Namens liebte ich sie schwärmerisch. Sie hatte was- ferklare Augen, eine helle, von Gold haaren über­zitterte Haut und einen vollen fleischigen Mund. Wenn sie im Garten ihrer Tante zwischen den Bee­ten entlangging, um Blumen und Gemüse zu begie­ßen, klappte ich den Deckel am Klavier zu und fchlich ihr nach. Ich kroch, von allen unbemerkt, durch eine Lücke im Zaun und versteckte mich im Gartenhaus; denn die süße Bezauberung eines Rendez-vous war mir inzwischen bewußt geword-""

Andantino, das den verlockenden TitelAm Bache" führte.

Es ist fürwahr vortrefflich", fagie der hinter dem Knaben sich aufstelende Hauptlehrer,wie gut, ja wie meisterlich möchte ich getrost und uneingeschränkt sagen, der Komponist Eilenberg nicht wahr, An­ton", rief er mir zu,Richard Eilenberg heißt der Komponist! ja, wie meisterlich Richard Eilenberg in diesem Opus 52 das muntere Dahinfließen und Plätschern eines Baches, eines Schwarzwaldbaches, getroffen und wiedergegeben hat. Das verschieden­fache Tremvlieren, das von Anton nicht ohne Ge­schick und Geläufigkeit zu Gehör gebracht wird, scheint mir die runten Kieselstücke zu mahlen, die vom Staub der Wellen über die Felsplatten durch die Sttudel gerollt werden."

Nach diesen beifällig aufgenommenen Erklärungen des Lehrers mußte ich den zweiten Teil, das Alle- gretto, genanntDie Mühle", vorspielen. Das war ein Wiegen und Stampfen bei den Zuhörern! Der Lehrer pfiff leise mit, jemand schlug den Takt mit dem Kaffeelöffel auf eine Tasse und betonte die­jenigen Stellen besonders, wo eine Veränderung der Tonstärke von mir auf dem Klavier angeschlagen wurde, und womit der Taktschläger mit verstärktem Schlag auf die Untertasse ebenfalls seine trefflichen musikalischen Kenntnisse beweisen wollte. Aus den Zigarren der Männer wölkte ein dicker, blauer Rauch und umspann mit ziehenden Schwaden meine kleine Knabengestalt auf dem Stuhle. Ich hatte dann die Vorstellung von großen treibenden Wolken über den märchenhaften und verschollenen Bergen des Schwarzwaldes.

Rendez-vou s.

Neben seinem Titel stehen im alten Notenalbum die Bleistiftzeichen:2.1." Denke ich nach, über die abgegriffenen Ecken des dicken Notenbuches gebeugt, so kann das nur heißen: 2. Januar. An einem 2. Januar also saß der sorgfältig gekleidete Jung­geselle und Lehrer Gustav Steuermann neben mir am Klavier und zeichnete, langsam schreibend, die Zahlen an den Rand, als Merkzeichen dafür, bis zur nächsten KompositionRendez-vous zu üben. Rendez-vous! Was bedeutete das meinem dreizehn­jährigen, auf Lausbübereien eingestellten Verstände? Die süße Bezauberung eines Stelldicheins wurde

mals das Sechs- bis Achtfache des ge-

Hochschulnachrichten.

Der emeritierte ordentliche Professor des katho­lischen Kirchenrechts und Pädagogik Dr. Johannes S ä g m ü l l e r feiert das 50jährige Doktorjubiläum.

DerGrenzzwtschensall in der Mandschurei

Japan erklärt, die diplomatischen Mittel noch nicht erschöpft.

Das Ende des Bagno

Von unserem E. F.-Korrespondenien.

statt-

englischenThe Mill in the Black-forest, dann grö­ßer den deutschenDie Mühle im Schwarzwald" und darunter wieder in kleinerer DruckschriftLe moulin de la foret noire. Diese drei Titel zeugten für die internationale Beliebtheit und für die weite Verbreitung.

Die Mühle im Schwarzwald" war das beliebteste Stück meiner Kindheit. Ein Paradestück für die Sonntagnachmittage im Herbst und Winter, wenn die Besucher um vier Uhr zur Kaffeestunde kamen und umständlich nach vielen Verbeugungen in die sorgsam abgebürsteten roten Plüschmöbel versanken. Da trat der kleine Anton aus der Verträumtheit und Unbeachtetheit seiner neun Jahre in das kritische Licht der Oeffentlichkeit, und vor dem spitzbärtigen und schwarzäugigen Hauptlehrer Willibald Leyrer und einer leicht ergrauten Sekretärsgattin, die den Löf­fel während des Trinkens in der Kaffeetasse stehen ließ, vor diesen und noch anderen Zuhörern mit Einschluß der Eltern mußte sich Anton an das Kla­vier setzen undDie Mühle im Schwarzwald" spie­len. Er begann nach einigen Fehlgriffen mit dem

nehmen werde, so lange man den Abschaum der französischen Bevölkerung dorthin sende und der eingeborenen Bevölkerung das abstoßende Bild die­ser gescheiterten weißen Existenzen zeige.

Die Art des Strafvollzugs für Schwerverbrecher, die zu Zwangsarbeit verurteilt wurden, durch Der- fchickung in exotische Kolonien ist in Frankreich ziemlich alt gewesen. Die Verschickung nach Fran­zösisch-Guayana mit feiner von Haifischen umlager­tenTeufelsinsel" war im Jahre 1852 eingeführt worden. Man kam im Jahre 1867 wieder von Guayana ab, da man damals schon feststellen mußte, daß die beabsichtigte wirtschaftliche Hebung der Kolonie durch die Arbeit der weißen Verbrecher nicht zu erzielen war. Bis zum Jahre 1885 war dann die Insel Neu-Kaledonien im Stillen Ozean die ftanzösische Derbrecherkolome, man griff dann wieder auf Guayana zurück, allerdings mit dem gleichen negativen Erfolg wie vorher. Uebrt» gens sollen sich noch heute in Neu-Kaledonien in der Zusammensetzung der Bevölkerung usw. die Rückwirkungen der seinerzeitigen Besiedlungsversuche mit weißen Verbrechern bemerkbar machen.

Jetzt hofft man für Guayana, dasLand, wo der P f e f f e r w ä ch ft ", auf einen wirtschaftlichen . Aufschwung durch die Erschließung seiner natürlichen Reichtümer und vor allem der dort vermuteten Goldvorkommen. Dem Kolonialministerium sind für solche Zwecke 100 Millionen Franken be­willigt worden, und ein Teil davon soll auch auf Guayana entfallen. Guayana galt schon zu Zeiten von Columbus und Walter Raleigh als Goldland und soll nun diesen Ruf wieder erlangen.

Wie sich das Schicksal der zur Zwangsarbeit Ver­urteilten künftig gestalten wird, darüber schweben noch Erwägungen. Eine für das ftanzösische Bagno eigenartige Maßnahme, die automatische Verdoppe­lung der vom Gericht ausgesvrochenen -Strafe, ist abgeschafft worden. Die Verbrecher sollen einem Aufenthaltsverbot" unterworfen werden; praktisch scheint das auf die lebenslängliche Unterbringung in staatlichen Arbeitshäusern hinauszulaufen, die erst noch geschaffen werden müssen, doch steht btr­über noch nichts Endgültiges fest.

heute noch auf ihm lastenden Makel befreit fein wird.

Heber die brutalen Methoden der Verschickung der zur Zwangsarbeit Verurteilten ist schon so viel geschrieben worden, daß man darauf nicht mehr ausführlich einzugehen braucht. Es genüge die Er­innerung an das TransportschiffLa Martiniere" mit seinen eisernen Käfigen, wo die Verbrecher unter Deck zusammengepfercht waren und im Falle einer Empörung durch kochend heißen Dampf kirre gemacht werden konnten. Das hat nun endgültig aufgehört. Damit ist auch der Feldzug zum Abschluß gekommen, den einige mutige Journalisten während zwei Jahrzehnten gegen diese Art des Strafvollzugs geführt haben. Aber es waren nicht nur Journa­listen, die fid) an diesem Feldzug beteiligten, sondern gerade die Vertreter der Kolonie Guayana selbst, wie der frühere Unterstaatssekretär M o n n e r Dill e, die immer wieder darauf hingewiesen haben, daß Französisch-Guayana niemals, ttotz seiner großen natürlichen Reichtümer, einen Aufschwung

T o k i o , 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Spre­cher des japanischen Außenamtes erklärte zur Unter­redung des japanischen Botschafters Shigemitsu mit Litwinow, Shigemitsu habe in Moskau eine Kom­promißlösung dahingehend vorgeschlagen, daß Moskau den Status quo wiebe rl) er ft eile. Nach Erfüllung dieser Forderung sei Japan bereit, über bie Grenzfrage zu verhandeln. Gleichzeitig habe der Botschafter erneut gegen die Erschießung eines japanischen Gendarmen protestiert. Litwinow habe sowohl den japanischen Vorschlag als auch den Protest rundweg zurückgewie- s e n. Auf die Frage, ob Shigemitsu erklärt habe, daß Japan zur Anwendung von Gewalt­mitteln bereit sei, betonte der Sprecher, daß Shigemitsu niemals solche Worte ge­braucht habe. Bisher seien die diplomati­schen Mittel noch nicht erschöpf. Man müsse in Verhandlungen mit Moskau Geduld haben. Wie ftüher betont, sei Japan selbstverständlich be­reit, notfalls Gegenmaßnahmen zu treffen.

Die japanische Presse berichtet auch am Freitag aus Grenzorten Koreas und Man- dschukuos,daß weitere Verstärkungen der sowjetrussischen Truppen im Raume von Wladiwostok an der Ostgrenze Mandschukuos beobachtet worden seien.Tokio Asahi Shimbun" will gehört haben, daß es sich bei den Truppen­bewegungen der Sowjets nicht um herangeholte Verstärkungen, sondern um regelmäßige Ablösungen handele, die möglicherweife mit Maßnahmen Zusammenhängen, die man sicherheits­halber nach der Flucht des GPU.-Kommifsars Ljusch- kow ergriffen habe. Große Bedeutung mißt man in Tokio den Erklärungen General K o i s o s, des

konnte.

Das chinesische Staatswesen entwickelte sich seitdem 1 vorwiegend als Ergebnis fortwährender Wechsel- : Wirkungen zwischen dem Strom, dessen Sinkstoffe : das Flußbett fortgesetzt erhöhten, und den Anstren­gungen einer Wasserbau-Bürokratie, in der Instand­haltung, Festigung und Erhöhung der Damme und Stadtmauern damit Schritt halten. Wohl gab Li Peng, der im zweiten vorchristlichen Jahrhundert das Bewässerungswesen in Szetschuan leitete, die Losung aus:Vertieft die Stromrinne und haltet die Dämme niedrig!" Aber es fehlte an zureichenden technischen Hilfsmitteln, der Verschlammung durch Ausbaggern auch nur das Gleichgewicht zu halten. So konnte es nicht ausbleiben, daß der Strom bei Hochwasser bald hier, bald dort aus seiner über dicht bewohnte Landschaften emporgehobenen Rinne aus­brach, ohne in die alte Bahn überall zurückgezwun­gen werden zu können, nachdem er sich einen neuen Weg nach natürlichem Gefälle gebahnt hatte.

In den jahrzehntelangen Ruhepausen zwischen den großen Ueberschwemmungen ließen Fruchtbarkeit und leichte Bestellbarkeit des Lößbodens die Hoangho- Ebene von Menschen überquellen. Kriege und Fluten verursachten wiederum ein noch stärkeres fluchtarti­ges Ausschwärmen aus dem Bannkreis der Fluß- Dämonen. Der Hoangho wurde so die stärkste trei­bende Kraft chinesischer Volksvermehrung und -aus- breitunq. Sorge um die Sicherheit der angestamm­ten Scholls entwickelten bei den Ausharrenden den Sinn für Selbsthilfe und genossenschaftliches Zu­sammenwirken, machte sie zugleich aufsässig gegen behördliche Unterdrückungen, dagegen fügsam gegen­über starken Herrschern, wenn die Frondienste, die verlangt wurden, dem allgemeinen Sicherheits- und Friedensbedürfnis zugute kamen. Den ersten Anstoß zum Bau von Kanälen und Bewässerungsanlagen gab das Verlangen, Dammbrüchen durch em System von Sicherheitsventilen vorzubeugen. Das Welt­wunder derGroßen Mauer" erhielt für die Bewohner der Hoangho-Ebene erst dadurch seinen Sinn daß sie bei der Instandhaltung und lieber« wachung ihrer Deiche weniger durch Einbrüche räu­berischer Nomaden gestört wurden.

Im Jangtsebecken fanden die Chinesen ähn­liche Verhältnisse und Aufgaben vor, wie in der Hoangho-Ebene; um so leichter konnte die Urbevöl­kerung verdrängt ober aufgesogen werden. Der Kaiser-Kanal" verband die Töchterstrome und brachte mit Hilfe eines Netzwerks künstlicher Wasser­straßen zweiten Grades dieBlume der Mitte zur Entfaltung, die Hochkultur eines von einem Wasser­kreislauf durchpulsten Z w e i st r o m l a n d e s. Die weitere Ausbreitung nach Süden behielt bis m die neueste Zeit einen halb-kolonialen Charakter.

Man soll die Jngenieurkunst des alten China nicht unterschätzen. Als der Gelbe Fluß 1853 seine da­malige, seit einem halben Jahrhundert, behauptete Mündung bei Haitschow, südlich der Schantung- Berge, in gerader Linie 400 Kilometer wei­ter nördlich nach dem Golf "Don Petschili ver­legte, dauerte es nur wenige Jahrzehnte, bis der neue 640 Kilometer lange Lauf, größtenteils sogar durch eine doppelte Reihe von Dämmen, ein ge­deicht worden war. Auch die regulierenden Wir­kungen, die von umfangreichen Bewässerungs- und Kanalanlagen in den Gebieten der Oberläufe der Ströme ausgehen, verdienen höchste Bewunderung.

Das jahrtausendealte Reich, das solche Leistungen mit einer maschinenlosen Kultur vollbrachte, bildet aber heute fast einen Trümmerhaufen. Die bisheri­gen Versuche, dem Problem mit den Mitteln moder­ner Technik zuleibe zu gehen, mußten schon an den fehlenden m a ch t p o l i t i s ch e n Voraussetzungen scheitern. Um die Jahrhundertwende wurden hollän­dische Ingenieure von der damaligen Pekinger Re- gierung damit betraut, Pläne für eine neuzeitliche Regulierung des Hoangho auszuarbeiten. Nach jahre­langen Reifen und Voruntersuchungen kam man zu dem Ergebnis, daß 10 bis 12 Milliarden Taels (1 Tael damals etwa 3,50 Mark) erforderlich sein würden, den Flußlauf durch Bauwerke so zu binden, daß die Ufer vom Wasser nicht dauernd zerrissen und zerfressen werden können. Die jährlichen Kosten der Unterhaltung dieser Bauwerke wurden auf 2 bis 3^ Milliarden Taels berechnet. Das bedeutete da-

bisherigen Oberbefehlshabers in Korea, bei, der die Truppenbewegungen mit der Flucht Ljuschkows in Zusammenhang bringt. Militärische Kreise deuten an, daß möglicherweise eine vollkommene Umgrup­pierung der sowjetrussischen Grenzbesatzungen vor- nommen werde, da man in Moskau fürchte, daß Ljuschkow Einzelheiten der bisherigen Truppen­verteilung, der Stärke, Bewaffnung usw. verraten könne. General Koiso soll erklärt haben, daß er nicht annehme, daß der Zwischenfall ernste Aus­maße erreichen könne. Doch bleibt die Tatsache aus­schlaggebend, daß die Besetzung Schanfengs und das ablehnende Verhalten Moskaus einen Unruheherd geschaffen habe. Man müsse jedenfalls mit einer Entscheidung rechnen.

politischer Mord in Schanghai.

Schanghai, 21. Juli. (Europapretz.) Zwei chinesische Nationalisten erschossen am Donnerstag in Schanghai einen angeblich projapanisch einge­stellten Chinesen namens Vanchisen, den frühe­ren Chef der juristischen Abteilung der neuen Schanghaier Stadtverwaltung. Der Ermordete galt als Hauptbewerber für die Präsidentschaft des Schanghaier Gerichts, das für die von den Japa­nern besetzten Gebiete zuständig ist. Einer der bei­den Täter wurde festgenommen. Er war bereits vor sechs Monaten schon einmal > unter dem Ver­dacht verhaftet, an einem Attentat beteiligt gewesen zu fein, bei dem ein Chinese namens T. V. Dan verwundet worden war. Damals vermutete man, daß T. D. Van nur irrtümlich angeschossen worden war, während der Anschlag dem nunmehr ermorde­ten Vanchisen gegolten hatte.

mir erst später bewußt und kam erst später über I fall". Ein netter Vorschlag ist dieAnlegung eines mich. Der dreizehnjährige Knabe übte das hüpfende! Planschbeckens im Garten . Ganz auf die prak- und wippende Schaumstück ein, das den huschenden tischen Bedürfnisse in der Kinderstube ist der Aus- und heimlichen Schleicherschritt von Mädchenfüßen I satzErziehung zur Gesundheits- und Körperpflege nachahmte. Ich muß es später viel gespielt haben;!beim Kleinkind" abgestellt. Das Heft enthält mei« denn gerade diese Seiten sind im Gegensatz zu an- ter Kinderlieber mit Noten, Spielanregungen und deren Seiten im Album fingerbraunj fast schwatz! nette Kinderphotos.

laufe nur streckenweise für Dampfer.befahrbar ist. Dabei würden zweifellos auch die bekannten Ver­suche, die das Forschungsinstitut für Wasserbau und Wasserkraft der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft am Wal­chensee im Auftrage der chinesischen Regierung an­stellten, wertvolle Nutzanwendung finden können.

Der Hoangho war im alten China der eigent­liche Diktator, der durch seine zerstörende Ge­walt immer wieder die Wiederherstellung gestörten Gleichgewichts sozialer Kräfte erzwang. Er hat sich auch bei den gegenwärtigen machtpolitischen Aus- einandersetzungen zwischen japanischen und chmesi- schen Machthabern zu Wort gemeldet. Wer auf diese Stimme nicht achtet, macht auf alle Fälle die Rech­nung ohne den Wirt. Der Preis dauernder Macht­haberschaft über China ist die erfolgreiche Bemühung um die Sicherung der Bevölkerung gegen häufige Ueberschwemmungen, was heute die beschleunigte Entwicklung moderner Produktivkräfte gerade in den inneren Provinzen des weiten Reiches bedingt.

Klavierstücke der Kinderzeii.

Von Anton (Schnack.

Die K l o st e r g! o ck e n."

Das Titelblatt war eine Gravüre in Schwarz-Weiß: Les Cloches du Monastöre. Die verschnörkelte, vornehme Schrift lief quer durch ein Geflatter von Abendwolken. Dann kam ein Bogen hoher, steiniger Berge. Eingerahmt von diesem Bogen träumte ein von Mauern umschlossenes Kloster, mit vielen Fen­stern und einer kleinen Kirche, in deren Turm die Glocken sichtbar waren und auf und nieder schwan­gen. Bevor ich die innere Notenseite aufschlug, ver­tiefte ich mich in das poetische, die Knabenphantasie fesselnde Bild, das mit südlichen Bäumen und blät­terreichen Girlanden üppig verziert war.Die Klo- sterglocken" waren das Lieblingsstück der zierlichen und leichtfüßigen Jungfer Rusina, die in der unter» fränkischen Stadt von Haus zu Haus ging und den Töchtern und Söhnen der Beamten und Kaufleute Nachhilfestunden und Klavierunterricht erteilte. Ru­fina liebte das Stück wegen der Fingerfertigkeit, die für feine Wiedergabe notwendig war.

Es war fast immer Abend, wenn ich der Jungfer das Stück Vorspielen muhte. Zumeist waren es schmerzliche Abende; denn um die Zeit von fünf bis sechs Uhr war der Knabenlärm um die alte Stadtmauer am größten. In das glockenähnliche Andantino des Anfangs, der schwierige Synkopen und Läufe hatte, stach der brausende und selige Spieltumult meiner Kameraden mit brennender Bit­terkeit und schien mich zu verspotten und zu ver­achten.

Ich erinnere mich, daß das Stück mit fünf Ver­setzungszeichen der Tonvertiefung begann, was für den damaligen Stand meines Könnens allerhöchste Teufelei mar. Das ganze Werk lebte von dem Ein­fall, den Klang zum Abendgebet läutender Kirchen­glocken nachzuahmen. Die Komposition begann hoch- oben im Diskant, fast am Ende der Klaviatur, und rollte, unentwegt Glockentöne hervorbringend, wie eine Woge immer tiefer in den Baß hinunter. Das Spiel erforderte einen leisen und zugleich flüffigen Anschlag und außerdem viel Pedalvedienung. Manchmal wuchs das Stück in ein kräftiges Risoluto und in ein breitlärmendes Grandioso, wovon das ganze Klavier zitterte. DieKlosterglocken" waren ein Nocturno, die Zwielichtschöpfung eines französi­schen Komponisten und waren auch für Klavier und Geige, für Klavier und Flöte und für eine und zwei Zithern eingerichtet. Ich träumte immer da­von, einmal die Klosterglocken durch oberbayerischtz

Der Chaeo-Friede.

Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen Paraguay und Bolivien.

Buenos Aires, 21. Juli. (Europapreh.) Der endgültige Friedensvertrag, mit dem der Chaco- Krieg sein Ende finöet, wurde hier unterzeichnet durch den Außenminister von Paraguay, B a e z, und den Außenminister von Bolivien, Medina, in Anwesenheit sämtlicher an der Friedenskonferenz beteiligten Vertreter sowie der diplomatischen Ver­tretungen in Argentinien. Der Friedensverttag sichert Paraguay sechs Achtel des umstrittenen Chaco-Gebietes, ein Achtel erhält Bolivien, wäh­rend über die Zugehörigkeit des l e tz t e n A ch t e l s innerhalb von zwei Monaten ein Schiedsge­richt befinden soll, das sich aus Vertretern der sechs Vermittlermächte zusammensetzt. Paraguay und Bolivien schließen gleichzeitig einen Nicht­angriffsvertrag; außerdem erhält Bolivien einen Freiha fen in Puerto Casado am Paraguay-Fluß.

Der Abschluß dieses Friedens wurde mit großer Feierlichkeit begangen. Die Zeremonie der Unter­zeichnung begann mit einem Tedeum in der Kathe­drale von Buenos Aires, die Reden, die gehalten wurden, wurden im Rundfunk verbreitet, alle süd- amerikanischen Länder feierten den Tag wie einen Nationalfeiertag. In einer vom Balkon des Regie­rungspalastes aus gehaltenen Rede wies der argen­tinische Staatspräsident Ortiz auf die Wichtigkeit dieses Tages für den gesamten amerikanischen Kontinent hin.

Nationalfeiertag in Belgien.

Brüssel, 21.Juli. (DNB.) Der belgische Natto- n-affeiertag, der an die Eidesleistung des ersten bel­gischen Königs Leopold I. auf die Verfassung des unabhängigen belgischen Staates 1831 erinnert, wurde in diesem Jahr mit besonderem Glanz ge­feiert. Am Donnerstagvormittag wohnte die könig­liche Familie einer kirchlichen Feier auf dem-

Paris, Juli 1938.

Die französische Regierung hat vor einigen Tagen zusammen mit anderen weniger wichtigen Maß­nahmen ein Gesetz verabschiedet, das die Welt­öffentlichkeit interessiert, nämlich die Verordnung über bie Aufhebung der französischen Strafkolonie in der südamerikanischen Kolo­nie Guayana. Damit wird in absehbarer Zeit eine Einrichtung verschwinden, die allgemein als eine Kulturschande empfunden worden war. Es kann allerdings noch einige Jahrzehnte dauern, bis die letzte Spur dieser Strafkolonie, des gefürchteten Bagno", verschwunden sein wird. Denn in Er­wartung der jetzt getroffenen gesetzlichen Regelung sind zwar seit Ende 1936 keine Verbrechertransporte nach Guayana mehr abgegangen, aber man hat jetzt angeordnet, daß den bereits in Guayana befindlichen Verbrechern die Rückkehr nach Frankreich nicht gestattet werden soll. Es kann also nach 30 bis 40 Jahre dauern, bis bie Derbrecherkolonie von selbst ausgestorben und Guayana von dem

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