Ausgabe 
22.6.1938
 
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Wirtschaft

ändert. Im einzelnen blieben Reichsbank-Anteile

änderung mehr ein, die Umsätze blieben sehr ftilL

praktisch frei von Arbeitslosen, ins« besondere die nördlichen und nordwestlichen Bezirke. Eine nennenswerte Arbeitslosigkeit ist nur noch in den Großstadt- uni) Jndustriebezirken des engeren Rhein-Main-Gebietes um Frankfurt a. M. vorhan­den, auf die (7 Arbeitsamtsbezirke) rund 90 v. H. aller noch vorhandenen Arbeitslosen (24 000) ent­fallen. Bon diesen Arbeitslosen sind rund 9000 nicht im Beruf voll einsatzfähig und 10 000 ungelernte Kräfte.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit während des Berichtsmonats Mai betraf sowohl die stärker sai- sonahhängigen Berufsgruppen (1000) und Un­gelernten ( 1700), als die mehr von der allge­meinen Wirtschaftsentwicklung abhängigen Berufs­gruppen (1700). Besonders erfreulich ist der wei­tere Rückgang der Arbeitslosigkeit in den Angestell- tenberufen, die eine Abnahme von rund 460 aufzu­weisen haben.

Die Zahl der von der Reichsanstalt unterstützten Volksgenossen ging (um etwa 2900) auf 12 416 zu­rück. Die Notstandsarbeiten wurden wegen des all­gemeinen Mangels an Arbeitskräften' planmäßig weiter eingeschränkt. Ende Mai dieses Jahres waren insgesamt nur noch 1933 Arbeitskräfte bei Not­standsmaßnahmen beschäftigt.

fleisch a), b) 69, Bullenfleisch a) 77, b) 66, Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54,^Färsenfleisch a) 80, b), c) 61; Kalbfleisch, 1. Sorte 81 bis 95, 2. Sorte 75 bis 80; Hammelfleisch b) 76 bis 90,

Frankfurter Obst- und Gemüfemarkk.

Frankfurt a. M., 21. Juni. Der Obst- und Südfrüchtemarkt zeigte ein starkes Angebot von Erdbeeren, während Kirschen nur gering an­geboten waren. Auch Johannisbeeren waren erst­mals ganz schwach angeboten. Bei schleppendem Geschäft in Erdbeeren gaben die Preise nach, im übrigen zufriedenstellend

Am Gemüsemarkt waren Karotten, Kohl­rabi, Wirsing und Rhabarber stark, Kopfsalat, Blu­menkohl und Rettich ausreichend, aber Spinat, Erb­sen, Spargel und Gurken nur knapp angeliefert. Die Tomatenzufuhr hat sich gebessert. Gutes Ge­schäft hatten Spargel, Gurken, Erbsen, Blumenkohl und Rettich, die übrigen Gemüsearten konnten aber nur schleppend abgesetzt werden. Die Preise lagen für Karotten rückläufig, sonst aber fest. Im ein­zelnen notierten: Blumenkohl 100 Stück 20 bis

bis 60, Johannisbeeren 35, grüne Stachelbeeren 25 bis 28 Reichsmark.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 21 Juni. Auftrieb:. Kälber 733 (am letzten Dienstag 795), Hümmel und Schafs 70 (65), Schweine 3705 (2660). Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber, Sonderklasse nicht notiert (), andere Kälber a) 62 bis 65 (61 bis 65), b) 54 bis 59 (53 bis 59), c) 43 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (38 bis 40); Lämmer und Hümmel b2) Weidemaskhämmel 48 bis 52 (48 bis 52), c) 40 bis 45 (40 bis 45), d) 35 bis 38 (34 bis 39), Schafe a) 38 bis 42 (37 bis 42), b) 34 bis 37 (34 bis 36), c) 28 bis 32 (27 bis 30); Schweine a) 57 (57), bl) 56 (56) b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 50 (50), gl) Sauen 54 (54). Marktverlauf: Kälber und Schweine zu­geteilt, Hammel und Schafe mittel.

G r o ß h a n-d e l s p r e i f e für Fleisch und Fett­waren: Beschickung: 573 Viertel Rindfleisch, 46 ganze Kälber, 3 ganze Hämmel, 220 halbe Schweine, 1 Kleinvieh. Es notierten je 50 kg in RM.: Ochsen­

Gießener Schlachiviehniarkt.

Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoiehverteilungsmarkt) in der Viehversteige­rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 3 Ochsen, 2 Bullen, 28 Kühe, 31 Färsen, 111 Kälber, 209 Schweine, und 1 Schaf aufgetrieben.

Preise: Ochsen 43 bis 44 Pf., Bullen 40 bis 41 Pf., Kühe 22 bis 42 Pf., Färsen 32 bis 43 Pf., Kälber 40 bis 65 Pf., Schafe 42 Pfennig je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 Kilogramm und mehr) 1.12 RM., Klasse bl (135 bis 149,5 Kilogramm) 1.10 RM., Klasse b2 (130 bis 134,5 Kilogramm) 1.08 RM., Klasse c (100 bis 119,5 Kilogramm) 1.04 RM., Klasse df (unter 100 Kilogramm) 0.98 RM., Klasse gl und h (fette Specksauen und Altschneider) 1.06 RM., Klasse g2 und h (andere Sauen und Eber) 1.02 RM.

Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber lebhaft, alles ausverkauft.

erholen. Voran lagen Metallgesellschaft, die auf 129 nach gestern 127,65 anzogen. Auch Scheideanstalt recht gut gehalten. Kaliwerte ebenfalls durchweg freundlicher. Der Elektromarkt zeigte keine wesent­lichen Veränderungen, hier blieben die Umsätze sehr gering. Motoren- upd Maschinenwerte hatten ganz überwiegend durch Abwicklungsverkäufe und solche zu Geldbeschäffungszwecken Rückgänge, wobei vor allem Daimler um 2,25 v. H., daneben Junghans um 1,50 v. H., Rheinmetall um 0,75 v. H., gedrückt waren. BMW. und Adlerwerke verloren je 0,25 v. H. Am Montanmakkt Buderus auf dem gestern abend leicht erhöhten Stand behauptet, Verein. Stahlwerke aber noch 0,40, Mannesmann noch 0,50 v. H. niedriger. Bau- und Zementwerke kaum ver-

Oer größte Teil frei von Arbeitslosen

Der Arbeitseinsatz im Mai im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen.

Der kräftige Beschäftigungsanstieg der Vor­monate hat sich auch im Laufe des Monats Mai fortgesetzt. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten stieg wiederum um rund 23 000 an und erreichte damit den bisher höchsten Stand von rund 1038 000. Auch im Berichtsmonat stand der Arbeitseinsatz wie während des Monats April vor allem im Zeichen der Eingliederung der Schulentlassenen in das Berufs- und Wirtschafts­leben. Die Zunahme der Beschäftigung war wieder­um erheblich größer, als die Abnahme der Arbeits­losigkeit; insgesamt wurden während der Monate April und Mai von den Betrieben und Verwaltun­gen des Landesarbeitsamtsbezirks Hessen rund 41 000 bisher nicht arbeitslos gemeldete Kräfte zu­sätzlich aufgenommen, wovon der weitaus größte Teil auf Jugendliche entfallen dürfte. Aus dem Be­stand der Arbeitslosen dagegen konnten nur noch in beschränktem Maße Kräfte für einen zusätzlichen Arbeitseinsatz bereitgestellt werden. Während des Manats April nahm die Zahl der Arbeitslosen um rund 4000, während des Monats Mai um rund 4400 ab. Immerhin konnte damit die Arbeitslosig­keit weiter gesenkt und auf einen bisher nicht er­reichten Tiefstand (rund 24 000) gebracht werden. Der größte Teil des Landesarbeits- amtsbezirks Hess en ist nunmehr

Van den später notierten Werten waren RWE. um 1, Lechwerke um 0,25 v. H. fester, aber Holz­mann 0,75 v. H., Goldschmidt 0,25, Gesfürel 0,50 v. H. niedriger. IG.-Farbenindustrie konnten vor­übergehend bis 155,50, also noch eine Kleinigkeit anziehen. Renten weiterhin ohne Anregung. Der Pfandbriefmarkt lag in sich ohne Kursoeränderung und ausgeglichen. Städte-Anleihen wiederum etwas widerstandsfähiger. Tagesgeld nach wir vor flüssig bei wieder 2,25 v. H.

Abendbörse gehalten.

Die Abendbörse lag still und hatte nur kleinste Umsätze. Soweit solche stattfanden, kamen sie auf Höhe der Mittagsschlußkurse zustande. JG.-Farben- inbuftrie mit 155,65, Metallgesellschaft mit 129 wur­den auf Mittagsschluß genannt, dagegen gaben Klöckner auf eine kleine Zufallsorder auf 117,13 (117,50) nach. Am Rentenmarkt war auf Basis der Mittagskurse kleinere Nachfrage vorhanden, Reichs­altbesitz aber wieder 131,65 (131,80). Es notierten: Altbesitz-Anleihe 131,65, JG-Farbenbonds 130.25, Adlerwerke Kleyer 113,75, AEG. 118,75, BMW. 147,50, Bemberg 135, Buderus 113, Daimler 137, Demag 147, Deutsche Erdöl 137, Scheideanstalt 244,50, Deutsche Linoleum 157,50, Licht & Kraft 140, IG.-Farben 155,65, Gesfürel 144,50, Gold­schmidt 136,40, Holzmann 154, Ilse Genüsse 137, Kali Aschersleben 103,50, Klöckner 117,13, Main­kraft 96, Rheinmetall 141, Stempel 104,50, Ver­einigte Stahlwerke 106,75, Westd. Kaufhof 99,50, Zellstoff Waldhof 144.50, Adca 103,50, Commerz­bank 113,75, Deutsche Bank 120,25, Dresdner Bank 111,65, Eisenbahn-Bank 3,25, Reichsbank 193,50, Reichsbahn-Vorzüge 124,75.

* Hessische Eisenbahn- Ä G., Darm­stadt. Bei dem Unternehmen ist im Berichtsjahr 1937 eine weitere Aufwärtsentwicklung eingetreten. Selbst der Straßenbahn-Betrieb konnte erstmals Betriebskosten und Abschreibungen verdienen. Die Erfolgsrechnung zeigt Einnahmen aus Straßen­bahn und Kraftbetrieb von 1,9 (1,7) Mill. RM., vom Elektrizitätswerk 5,54 (5,16) und aus dem Gaswerk von 0,02 (0,02) Mill. RM. Weitere Ein­gänge beliefen sich auf 0,045 (0,065). Andererseits betrugen Betriebsausgaben für Straßenbahnen und Kraftverkehr 1,79 (1,88), für Elektrizitätswerk 4,54 (3,76), Gaswerk 0,040 (0,043), ferner für Zinsen (0,31) (0,29). Die gesetzliche Rücklage erhielt 0,042 (aus Reingewinn 6,048). Aus dem Ueberschuß von 0,85 (1,01) Mill. RM. werden wieder 10 v. H. Di­vidende verteilt. Die Hauptversammlung geneh­migte einstimmig den Abschluß.

Rhein Mainische Börse.

Mllagsbörse uneinheitlich, aber etwas lebhafter.

Frankfurt a. M., 21. Juni. Die Dienstag- borse gewinnt insofern historische Bedeutung, als erstmals seit Bestehen der Börse keine jüdischen Besucher und Händler zugegen waren. Die lang . erwartete Bereinigung ist durch den Erlaß des Reichswirtschaftsmimsters nunmehr vollzogen.

Die Börse verlief eher etwas lebhafter, besonders unter Führung von JG.-Farbenindustrie, die einen Teil des 6,3prozentigen Dividendenabfchlages im Ausmaß bis 0,65 v. H. wieder einholten. Im übri­gen hat das Angebot allgemein etwas nachgelassen, das herauskommende Material fand eher Auf­nahme, zumal erstmals feit längerer Zeit auch aus Publikumskreisen wieder Kaufaufträge vorlagen. Immerhin war die Gesamthaltung noch uneinheit­lich, es konnten sich nur verschiedene Werte kräftiger

ändert. Im einzelnen blieben Reichsbank-Anteile 60 RM., Bohnen 50 kg 50 RM., Erbsen 50 kg gut gehalten, während Hanfwerke Füssen, Bem- 24 bis 25, Karotten 100 Bdl. 10 bis 12, Salatgurken berg, Westdeutsche Kaufhof je 0,50 v. H., Hapag 100 Stück 20 bis 40, Rettich 100 Bdl. oder 1Ö0 St. 0,13 v. H., Reichsbahn-Vorzüge ebenfalls 0,13 v. H. 8 bis 12, Rhabarber 50 kg 6 bis 8, Kopfsalat 100 zurückfielen. | Stück 4 bis 10, Spargel, je nach Sorte, 50 kg 14

Renten hatten nach wie vor sehr kleine Um- bis 44, Spinat 50 kg 15, Tomaten 10 kg Kanar., sätze und durchweg unveränderte Kurse. Altbesitz 6 bis 6,70, dieselben, inländische, 50 kg 45 bis 65, Zvgkn um 0,17V2 v. H. an. Kommunal-Umschuldung Frühwirsing 50 kg 6 bis 7, Bananen 12,5 kg 7,25 ulD ov, j;Uiiuii«|ici|u) u, <u «u

mit 96 gehandelt.. | bis 7,95, Zitronen, Kiste 300 und 360 St., 14,50 ' c) 65 bis 75; Schweinefleisch b) 73. Fettwaren'

Im weiteren Verlaufe trat keine beachtliche Ver- bis 16,50, Erdbeeren la 50 kg 50 bis 60, I. 40 roher Speck unter 7 cm 78 Flomen 80 Marktoer. fr- t-r.- r.-tt bis 48, II. 35 bis 42, III. 28 bis 32, Kirschen 45'. lauf: lebhaft.

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Anfolge des niedrigen Druckwasserstandes hat auf der einen Seite die Ergiebigkeit der Quellen stark nachgelassen, auf der anderen Seite ist aber durch die anhaltende Trockenheit der Wasserverbrauch erheb- lich gestiegen. Um die notwendige Wasserversorgung zu sichern, ist daher äußerste Sparsamkeit im Ver­brauch unablässig. Es darf daher kein Wasser mehr zum Sprengen und Gießen der Gartenanlagen und zum Waschen von Autos aus der städtischen Wasser­leitung entnommen werden. Ich nehme an, daß dieser Hinweis genügt und mir weitere Maßnahmen, z. B Sperrung von Rohrleitungen in Gartengebieten, erspart bleiben

Gießen, den 22. Juni 1938. 4274C

Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen.

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