und Meisterversammlungen wurden die wichtigsten Fragen des Kraftfahrzeughandwerks besprochen.
Lehrlingswart Appel nahm zu wichtigen Fra- gen des Berufsnachwuchses Stellung und wies nochmals auf die Zustimmung hin, Daß sämtliche Lehrlinge des Kcaftfahrzeughandwerks in der Motor-HI. fein muffen. Prufungswart P letsch berichtete über die Ergebnisse der beruflichen Prüfungen. Im vergangenen Jahre nahmen 44 Lehrlinge an den Prüfungen teil, von denen 37 die Prüfung bestehen konnten. Die Ergebnisse konnten durchaus als gut bezeichnet werden.
Der Haushaltsplan für das laufende Geschäftsjahr wurde bekanntgegeben und einstimmig genehmigt. Obermeister A ß m a n n sprach dann über Rohstoffbeschaffungsfragen und gab die neuen Höchstpreislisten für das Kraftfahrzeughandwerk aus. Er gab ferner seiner Erwartung Ausdruck, daß sich die Kraftfahrzeugmeister restlos im NSKK betätigten.
Obermeister Ahmann wurde einmütig wiedergewählt und dankte den Berufskameraüen für Die treue Mitarbeit.
Der stellv. Kseishandwerksmeister Hartmann sprach anschließend über wichtige Berufsfragen und betonte, daß gerade das Handwerk sich heute besonders für die Durchführung des Vierjahresplanes einsetzen müsse. Der Leiter der Berufsschule. Rektor Adam, gab seiner Verbundenheit mit dem Kraft- fahrzeughandwerk Ausdruck und bat die Meister, der Berufsschule — als einem wichtigen Grund- Pfeiler der Jugenderziehung — größtes Verständnis entgegenzubringen.
Große Strafkammer Gießen.
Gestern hatte sich der 25jährige H. H. aus Kaffe! vor der Großen Strafkammer wegen versuchten Einbruchsdiebstahls im Rückfall zu verantworten. Der Angeklagte war am 17. März nach Verbüßung einer einjährigen Gefängnisstrafe aus der Strafhaft entlassen worden. Nachdem er sich einen Tag in Kasse! bzw. in Marburg herumgetrieben hatte, begab er sich am 18. März nach Gießen. Gegen Abend sah er in der Frankfurter Straße ein offen- stehendes Fenster, durch das er kurzerhand einstieg, um sich wieder flottzumachen. Er wurde jedoch von der Frau des Hauses überrascht, dann von Sttaßen- passanten verfolgt und konnte schließlich der Polizei übergeben werden. In der gestrigen Hauptverhand- luna war der Angeklagte restlos geständig. Zu seiner Entschuldigung führte er an, er habe sich in wirt- schaftlicher Not befunden, da er sich nach Verbüßung seiner Vorstrafe geschämt habe, nach Hause zurückzukehren und die Hilfe seiner Eltern tn Anspruch Zu nehmen. Mit Rücksicht auf sein Geständnis und seine Jugendlichkeit billigte ihm die Kammer noch einmal mildernde Umstände zu und erkannte aus eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten. 3 Monate gelten durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Der Angeklagte nahm das Urteil sofort an.
Sodann verhandelte die Kammer gegen den O. D. aus Merkenfritz wegen Sittlichkeitsverbrechens. Die Anklage legte ihm zur Last, mehrmals an seiner letzt 20 Jahre alten Stieftochter unsittliche Handlungen vorgenommen zu haben. In der Haupt- Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, war der Angeklagte im wesentlichen geständig. Das Urteil lautete, unter Zubilligung mildernder Umstände mit Rücksicht auf feine bisherige Unbestraftheit und sein Geständnis, unter teilweiser Freisprechung auf zehn Monate Gefängnis. Die Untersuchungshaft in Höhe von 47 Tagen wurde angerechnet. Der Angeklagte erkannte das Urteil gleichfalls fofdrt an.
Vezittsschöffengericht Gießen.
Vor dem Bezirksschöftengericht hatte sich gestern die H. R. aus Gießen wegen Unterschlagung, Dieb- stahl, Betrug und Urkundenfälschung zu verantworten. Die Angeklagte, die dem Zeugen I. den Haushalt führte, hatte eine diesem gehörige Uhr, die sie in Gewahrsam hatte, ohne dessen Wissen an einen anderen verkauft. Eine andere Taschenuhr, die gleichfalls dem I. gehörte, verwandte sie zur Bezahlung ihrer Dauerwellen. Außerdem eignete sie sich noch drei Weckeruhren rechtswidrig zu; von ihnen verkaufte sie eine an eine andere Frau, eine schenkte sie ihrer Mutter, die dritte behielt sie für sich. — Die Angeklagte, die kurze Zeit für eine Zeitschrift als Werberin tätig war, füllte auch einen Bestellzettel aus und unterschrieb ihn mit dem Namen des I., ohne hierzu irgendwie berechtigt zu sein; sie hoffte auf diese Weise die Provision für die Werbung zu erhalten und außerdem in den Besitz der mit der Zeitschrift verbundenen Versicherung zu gelangen. Die Angeklagte ging auch zu Verwandten des I. und ließ sich von diesen unter der Vorspiegelung, I. brauche das Geld für eine- Reise, 25 Mark aushändigen Diese Verwandten bestahl die H. R. auch, indem sie tn deren Abwesenheit Lebensmittel mit nach Gießen nahm. Die An- klaae lautete weiterhin auf Unterschlagung einer Geldsumme, welche die Angeklagte von I. zur Bezahlung eines Mantels erhalten hatte. Das Gericht verurteilte die Angeklagte wegen 'Unterschlagung, Diebstahl und schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrugsversuch zu einer Gesamt- gefängnis strafe von fünf W o chen. Der Lebensmitteldiebstahl sowie die Unterschlagung eines ebenfalls Lebensmittel enthaltenen Paketes fiel unter die Amnestie, bezüglich der Unterschlagung des Geldes für die Bezahlung des Mantels erfolgte Freispruch.
Weiterhin hatte sich das Ehepaar L. aus Friedberg wegen Unterschlagung bzw. Hehlerei zu verantworten. Der Ehemann L. hatte eine Brieftasche mit 750 Mark gesunden. Anstatt diese bei dem Fundbüro abzuliefern, nahm er das Geld heraus und warf die Brieftasche fort. Mit dem Gelbe ging er in eine Wirtschaft und bestellte dort in großzügiger Weise Lokalrunden, was dem Wirt, der die ärmlichen Verhältnisse des Angeklagten kannte, auffiel und der dies der Polizei meldete. Als L nach Hause kam, erzählte er seiner Frau von dem Fund; als diese ihn aufforderte, das Geld unverzüglich abzuliefern, kam es zu einer heftigen Auseinander- setzung zwischen den Ehegatten. Die Frau nahm dann alles Geld, was sie bei ihrem Manne fand, an sich und versteckte es in einer Büchse auf dem Boden. Nachdem ihr Mann festgenommen worden war, behauptete sie gegenüber der Polizei, nichts von dem Verbleib des Geldes zu wisse» und gab es erst nach einer Gegenüberstellung mit ihrem Manne heraus. Da das Gericht nicht restlos davon überzeugt war, daß die Frau das Geld versteckte, um es an sich zu bringen, sondern es nicht für ausgeschlossen hielt, daß sie das Geld verheimlichte, um ihren Mann nicht der Bestrafung auszuliefern. wurde Frau L. ftsiaesprochen; der Ehemann L. wurde wegen Unterschlagung zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Strafmildernd kam in Betracht, daß die Eheleute L. das unterschlagene Geld bis auf einen kleinen Betrag gleich wieder ersetzten.
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Vor dem Vox-Großkamps Schmelmg-Loms.
Oie ölten Weltmeister über den großen Kampf.
Ueber den Ausaana des Weltmeisterfchaftstampfes zwischen Max Smmeling und Joe Louis haben nun 1° gut wie alle früheren Titelträger ihre Meinung abgegeben. Es gibt darunter eine Menge Stimmen, die einen entscheidenden Sieg des Deutschen Voraussagen. Zu ihnen zählt der größte Kämpfer des Boxringes, den Amerika je heroorgebracht hat, Jack Dempfey, der unseren Landsmann dank seiner vollendeten Boxkunst und Intelligenz weit über den Neger stellt, der zudem von der schweren rechten^ Faust des Deutschen leicht zu treffen sei. per schon 63 Jahre alte Jack Johnson war überraschend gegen seinen Rassegenossen eingestellt und nannte als wichtigsten Grund dafür, daß Louis moralisch feine erste Niederlage durch Schmeling nicht überwinden könne. In die gleiche Kerbe schlug Ieß W i l l a r d, der seinen Titel von Johnson holte und später an Dempsey abgeben mußte. Er bezeichnete Schmeling als den größten Schwergewichtsboxer aller Zeiten. Dieser Ansicht ist auch Tommy Burns, der besonders in der Rechten Schmelings eine vernichtende Waffe sieht. Zu den Anhängern Louis' zählen James Je ff ries, Amerikas größtes Boxidol vor der Jahrhundertwende, Jack Sharkey und selbstverständlich auch Max Baer, die den Neger auf ihren Schild gehoben haben und ihn zum Favoriten stempeln. Gene T u n n e y legt sich überhaupt nicht fest, bewilligt aber Schmeling bessere Aussichten, wenn der Kamps länger als vier Runden dauern würde.
wetten nur noch 8:5 für Louis...
Ungeaästet des starken Eindrucks, den Louis bei seinem Abschlußtraining in Pompton Lake hinterließ, sind die Wetten von 9:5 auf 8:5 für den Neger gefallen. Schmeling beendete sein Training in Speculator mit leichter Arbeit und fparrte nur vier Runden. Am Dienstag trafen beide Boxer in Neu- york ein.
Drückende Hitze über Neuyork.
Neuyork liegt in einer wahren Tropenglut. Die steinernen Quader der Siebenmillionenstadt strahlen eine glühende Hitze aus. Ein weiteres Ansteigen der Temperatur wäre für den Deutschen von großem Nachteil. Allerdings ist für Mittwoch ein Rückgang der Hitzewelle angekündigt. Viele Mitglieder der Regierung, zahlreiche Gouverneure der Bundesstaaten, die Oberbürgermeister nahezu aller ostamenkanischen Großstädte werden zusammen mit den Filmsternen aus Hollywood uno 90 000 Zuschauern den Rahmen für den „Kampf des Jahrzehnts" bilden.
Deutschland hört denGchmeling-Kampf
In der Nacht zum Donnerstag überträgt der deutsche Rundfunk ab 1 Uhr früh den Boxkampf Schmeling — Louis aus Neuyork. Sprecher ist Arno H e l l m i s.
Schild, Favorit der Deiitschlandrimdsahrt.
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Hermann Schild nach seinem großen Sieg und rechts bei seinem prächtigen Alleingang durch Münster; im Hintergrund die Lamberti-Kirche. — (Schirner-M.)
Gießener Krastsportler bei den Gavmeisterschasten in Kassel erfolgreich.
Am vergangenen Sonntag wurden in Kassel die Gaumei st erschaften im Freistilringen, Gewichtheben und im Rasenkraftsport ausgetragen. Es wurden auf allen Gebieten ausgezeichnete Leistungen gezeigt, jedoch waren im Ringen einzelne Klaffen nur schwach besetzt, was wohl daran liegt, daß das Freistilringen noch nicht so volkstümlich ist wie der griechisch-römische Ringkampf.
Die Vertreter des „Kraft- uno Sportklub 189 3" Gießen schnitten bei diesen Wettkämpfen sehr gut ab, denn es konnten drei erste Siege erkämpft werden. Willi B e l l o f f wurde Gaumeister im Gewichtheben (Halbschwergewicht) mit 540 Pfund im Olympischen Dreikampf. Er erzielte im Drücken 160 Pfund, im Reißen 170 Pfund und im Stoßen 210 Pfund. 220 Pfund mißlangen ihm nur knapp. Im Ringen wurde Belloff 2. Sieger im Halbschwergewicht
Fritz Funk wurde 1. Sieger im Rasenkraftsport-Dreikampf (Hammerwerfen, Gewichtwerfen und Steinstoßen). Seine besten Leistungen voll- brachte der Federgewichtler Funk im Steinstoßen mit 6,25 Meter und Gewichtwerfen mit 11,58 Meter. Irn Hammerwerfen blieb Funk mit 26 Meter weit unter seinen sonstigen Leistungen.
Adolf Klotz holte sich im Leichtgewicht den 1. Platz. Trotzdem Klotz vorher einige harte Kämpfe auf der Matte hinter sich hatte, erzielte er im Gewichtwerfen mit 12,23 Meter und im Hammerwerfen mit 32,10 Meter ansprechende Leistungen. — Ebenfalls im Rasenkraftsport (Leichtgewicht) wurde Noeller 4. Sieger.
Im Ringen startete Klotz im Weltergewicht und wurde 3. Sieger. Er besiegte den Kasseler Bölling nach Punkten. Dann traf Klotz auf den starken Kasseler Becker, gegen den er sich zunächst die Führung erkämpfte. Jedoch erfaßte der im Freistil gut bewanderte Becker in der 13. Minute bei einem Ueberstürzer von Klotz dessen Beine und siegte damit überraschend.
Im Leichtgewicht hatte Paul Eder Pech, denn er traf auf die vorzüglichen Alsfelder Steinbach und S ch e m b e r, gegen die er jeweils nach hartem Widerstand verlor. Gegen Schember hatte Eder einmal eine große Chance, denn er warf den Alsfelder hart am Mattenrand auf die Schultern, aber der gewitzte Alsfelder entzog sich durch Mattenflucht dieser Gefahr.
Deutsche Gewichtheber in USA. erfolgreich.
In der Fallsway-Arena gewann Deutschland am Sonntagabend den ersten Gewichtheber-Länderkamps gegen USA mit 1787,5 : 1770 Kilogramm
Trotz der drückenden Hitze zeigten die Deutschen
eine ausgezeichnete Kampfieistung. Die amerikanischen Gewichtheber entpuppten sich als äußerst stark, und sie bewiesen eindeutig, daß sie sich feit den Weltmeisterschaften in Paris, bei denen sie zum ersten Male überraschend in den Vordergrund traten, noch weiter verbessert haben. Unser Federgewichts-Weltmeister L i e b s ch mußte sogar Weltrekord drücken, um Terry schlagen zu können. Ausschlaggebend für den deutschen Sieg waren die überlegenen Leistungen im Drücken und Mangers eiserne Ruhe. Dazu war Rudi I s m a y r ein um; sichtiger und nützlicher Mannschaftsführer.
_ Durch die großartige Leistung von Lied sch führte Deutschland im Dreikampf nach dem Drücken mit 550:512,5 Kilogramm Liebsch schaffte 97,5 Kilogramm, ein Kilogramm mehr als feine eigene Bestleistung. Der Weltrekord wird jedoch keine Anerkennung finden, da sowohl Liebsch als auch sein Gegner Terry beim Nachwiegen Uebergewicht auf» nwefen. Irn Reißen schafften die Amerikaner 550, während die Deutschen auf 537 Kilogramm kamen. Bis auf 25 Kilogramm hatte damit die USA.» Mannschaft aufgeschlossen. Der einzige Neger in der USA.-Vertretung, Terry, kam hier mit 97,5 Kilogramm ebenfalls über den alten Weltrekord, den der Deutsche Walter hält, doch wegen seines lieber» gewichts wird auch diese Leistung keine Anerkennung finden können. Auch im Stoßen hatten sich unsere Gegner stark verbessert. Durch Terry und Weltmeister Terpak kamen sie bis auf 5 Kilogramm heran, so daß Olympiasieger Manger im letzten Kampf die Entscheidung in der Hand hatte. Der erfahrene Deutsche siegte sicher gegen den talentierten 20jährigen Ungar-Amerikaner Stanko und entschied damit das Treffen zugunsten Deutschlands.
KaustbaN-Meisterschastskämpfe
im Kreis 8.
To. 1846 führ«.
Am vergangenen Sonntag wurde die Lrste Ausscheidung im Kreis zur «diesjährigen Gaumeister- fchaft im Faustball durchaeführt. Bei günstigen Platz- und Witterungsoerhältnissen wurden allgemein gute Leistungen geboten. Erstmalig nahm auch eine Mannschaft der SA., der Standarte I. 33, an den Spielen teil und führte sich mit einem zweiten Platz sofort gut ein. Gut schlug sich auch die junge Mannschaft von Ballersbach (Dill), die mit der SA. auf den zweiten Platz tarn. Erwartungsgemäß fetzte sich die Mannschaft des mehrmaligen Gaumeisters, Tv. 1846 Gießen, an die Spitze In technischer und taktischer Beziehung haben die Gießener, die auch in dem wirkungsvollen Spiel ihres Schlagmannes ein bedeutendes Uebergewicht haben, den übrigen Mannschaften doch noch manches voraus. Bei der
Teilnahme von 6 Mannschaften waren 15 Spiele Zit erledigen, die folgenden Stand der ersten Spielreihe
ergaben:
Spiele
Gew.
Verl.
Pkte.
Tv. 1846 Gießen
5
5
0
10
SA. I. 33
5
3
2
6
Ballersbach 11
5
3
2
6
Ballersbach 1
5
2
3
4
Sinn
5
1
4
2
Philippstein
5
Um den
1
4
2
„Großen Straßenpreis
von
Gießen".
Der Gießener Radsport tritt zum zweiten Male in diesem Jahre mit einer Großveranstaltung an die Oeffentlichkeit Nachdem vor 14 Tagen der Bahnrennsport zur Geltung kam, wird am kommenden Sonntag das alljährlich stattfindende reichsoffene Straßenrennen „Großer Straßenpreis von Gießen" ausgetragen. Es ist bereits eine große Zahl von Meldungen eingegangen.
Kanuregatta auf der Lahn.
Am kommenden Sonntag werden auf der Lahn eine Gau-Kurz st reckenregatta und eine Jugend-Kurz st reckenregatta der Paddler stattfinden. In 20 Rennen werden insgesamt etwa 60 Boote starten. Paddler aus Kassel, Marburg, Wetzlar, Hanau und Gießen (Paddlergilde und Schiklub Gießen) liegen im Rennen.
VfB.-ReichSbahn-Leichtathletik.
Otto Luh und Lotti Diehl (VfB.-Reichsbahn) starteten beim Gau - Vergleichskampf in Braunschweig. Beide zeigten sich in guter Form. Otto Luh wurde im Kugelstoßen Dritter mit 14,05 Meter. Sieger war der bekannte Sievert (Hamburg) mit 14,62 Meter vor Baier (Hamburg) mit 14,14 Meter. Diese Weite bedeutet für Luh noch nichts, erst allmählich stellt sich seine frühere Leistung ein. Im Diskuswerfen kam er nur auf 38,75 Meter, da er während des Werfens in der gleichzeitig gelaufenen 4X 100-Meter-Staffel starten mußte.
Lotti Diehl wurde über 100 Meter eingesetzt. Sie lief, als Vierte einkommend, persönliche Bestleistung mit 13,4 Sekunden. Frl. Diehl bewies damit, daß sie selbst bei großen Kämpfen ihre Ruhe behält. In der 4X200-Meter-Staffel lief sie prächtig und hat fid) sicherlich einen Platz in der Gau- Mannschaft erkämpft.
Siege und Niederlagen in Wimbledon.
Die Kämpfe im Männereinzel wurden am Dienstag, dem zweiten Tage der inoffiziellen Tennis- Weltmeisterschaften in Wimbledon, abgelöst von den ersten Begegnungen im Fraueneinzel und Männerdoppel. Glühende Hitze lag über den Tennisplätzen, als die Dänin Hilde Sperling auf dem Hauptplatz die Kämpfe im Fraueneinzel zusammen mit der jugoslawischen Meisterin Kovac einleitete. Die frühere Essenerin war glänzend im Schlag und hatte die Jugoslawin schnell 6:1, 6:2 abgefertigt. Leider gab es später die erste deutsche Niederlage. Unsere Nachwuchsspielerin Gisela Enger traf auf die Amerikanerin S. Fabyan und unterlag 1:6, 3:6. Im übrigen gab es zunächst weitere Favoriten« siege.
Das Männerdoppel brachte die deutsche Kombinatton Koch-Göpfert gegen das frühere englische Davispokaldoppel Hughes-Wilde. Die beiden Deutschen hatten keine Chance. Die Engländer gewannen sicher 6:0, 6:4, 6:2. Dr. K l e i n s ch r o t h kam zusammen mit dem Ungarn Csikos eine Runde weiter. Sie bezwangen die Monegassen Landau- Medecin 6:3, 7:5, 6:3, treffen aber nun auf die Titelverteidiger Budge-Mako und haben da keine Aussichten.
Henkel-von Melaxa siegreich.
Bei den englischen Tennismeisterschaften in Wimbledon schlug unser Davispokaldoppel Henkel- von Metaxa am Dienstag das Schweizer Paar Ellmer-Maneff in vier Sätzen 3:6, 6:2, 6:4, 7:5.
Reitturnier in Bad-Nauheim.
Dor einigen Jahren wurde als ständige Einrichtung in Bad-Nauheim das zweitägige Reit-, «pring- und Fahrturnier geschaffen, für das von jetzt ab das IX. Armeekorps und die SA.-Gruppe Hessen als Veranstalter verantwortlich zeichnen. Der Turnierplatz in der von-Tschammer-und-Osten» Kampfbahn am Hang des Johannisberges wird im 3u!i wieder Schauplatz sportlich hochwertiger Reiterkämpfe sein, bei denen vor allem auch die Offiziell, Unteroffiziere und Mannschaften der in der Umgebung liegenden Truppenteile sowie SA.- upd ff- Reiter stark beteiligt sein werden. Bereits jetzt haben eine Reihe bedeutender Turnierreiter ihre Meldung abgegeben.
Aus her engeren Heimat.
Au einem rostigen Eisenhaken hängen geblieben.
.# Allendorf (Lahn), 21. Juni. Auf dem Gehöft des hiesigen Landwirts V i s o s ky ereignete sich dieser Tage ein schwerer Unfall. Der Schwager des Landwirts, der dort zu Besuch weilte, half beim Futterabladen. Als er dabei vorn Futterboden auf den Kastenwagen abfteigen wollte, blieb er plötzlich mit dem Unterarm in einem rostigen Eisenhaken hängen. Gleichzeitig schien er dabei neben dem Wagen gestiegen zu fein, so daß er freischwebend in der Luft hing, während sich der Eisenhaken immer tiefer in seinen Arm bohrte. Der herbeieilende Hausherr konnte feinen Schwager nur mit Mühe aus feiner bedenklichen Lage befreien. Nach erster Hilfeleistung durch einen Arzt wurde der bedauernswerte Mann in das Krankenhaus nach Wetzlar gebracht. Bei dem Verunglückten handelt es sich um einen Wetzlarer Einwohner Eduard Weber.
Landkreis Gießen.
• Großen-Linden, 22. Juni. Der älteste Einwohner unserer Gemeinde, Balthasar Schäfer, Obergasse, konnte dieser Tage in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 8 6. Geburtstag feiern. Auch der Händler Jung kann am kommenden Freitag, 26. Juni, seinen 8 6. Geburtstag begeifern
n jähriges Mädchen vermißt.
Wetzlar, 21. Juni. (Lpd.) Seit dem 16. Juni wird die 11jährige Lieselotte Bott vermißt. Das Mädchen ist 1,52 Meter groß und hat hellblonde Haare in zwei Zöpfen geflochten. Es trägt geblümtes Kleid, weiße Strickjacke und weiße Kniestrümpse.


