Ausgabe 
22.4.1938
 
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Aus aller Welt.

Verleihung

von Treudienst-Ehren,eichen.

Berlin, 21. April. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat am 20. April an 19 Beamte des Hauptamtes Ordnungspolizei im Neichsministerium des Innern das Treudienst-Ehr'en- zeichen für 40jährige treue Dienste und an 75 Be­amte dieses Amtes das Treudienst-Ehrenzeichen für 25jährige treue Dienste verliehen. Die Urkunden und Treudienst-Ehrenzeichen wurden am Geburts­tag des Führers vom Chef der Ordnungspolizei, General der Polizei Daluege, den Beamten persön­lich ausgehändigt. Anläßlich des Geburtstages des Führers überreichte Reichsarbeitsminister Seldte 38 Beamten aus dem Geschäftsbereich des Reichs- und Preußischen Arbeitsministeriums, darunter dem Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Dr. S y r u p , und dem Präsidenten der Reichsver­sicherungsanstalt für Angestellte, Grieszmeyer, das silberne und dem Präsidenten des Reichsver­sicherungsamtes, Dr. Schäffer, das goldene Treudienst-Ehrenzeichen.

Chirurgentagung in Berlin.

In Berlin wurde die 6 2. Tagung der Deut­sch en Gesellschaft für Chirurgie er­öffnet. Der Vorsitzende, Professor G u l e k e, be­grüßte die Ehrengäste und richtete herzliche Worte an die österreichischen Berufskameraden. Die Wei­terentwicklung der wissenschaftlichen Chirurgie, führte der Vortragende dann aus, kann nur als gesichert angesehen werden, wenn sie auf dem Boden na­turwissenschaftlicher Denkweise erfolgt. Bei aller Würdigung der ungeheuren Fälle von Einzelwissen, ohpe das die moderne Chirurgie undenkbar ist, muß doch die klinische Betrachtungsweise, die dem gan­zen kranken Menschen einschließlich seines Seelenlebens gilt, alles beherrschen. Weiter ist er­forderlich, daß an Stelle des bisherigen Ausein­anderstrebens der einzelnen Sondergebiete eine stär­kere Zusammenfassung der Kräfte statt­findet. Unter den Gegenwartsfragen ist in erster Linie die Erhaltung der Erbgesundheit un- seres Volkes zu nennen, da der Chirurg die Entscheidung treffen muß, ob bei einer Mißbildung wirklich eine erblich angeborene Störung vorliegt. Darüber hinaus erwachsen der Chirurgie auf dem Gebiete der vorbeugenden Gesundheitssührung des Volkes wichtige Aufgaben, insbesondere bei der Ueberwachung der Jugend und bei der Krebsbe­kämpfung. Schließlich stellt auch die Wiederauf­richtung der Wehrmacht bedeutsame Forderungen an die chiururgische Ausbildung der Aerzte.

Ministerialrat Dr. Cropp begrüßte im Auf­trage des Reichsministers des Innern und des Reichserziehungsministers die Teilnehmer und stellte mit Freude fest, daß in diesem Jahre zum ersten­mal die österreichischen Aerzte als deutsche Volks­genossen teilnehmen könnten Die deutsche Chirurgie könne auf die volle Unterstützung des Staates zum Wohle der deutschen Volksgesundheit rechnen. Als Lertreter des Reichsärzteführers Dr. Wagner wünschte Dr. G r o t h e der Tagung vollen Erfolg. Des Facharzt müsse dem Hausarzt beratend und helfend zur Seite stehen. V. Derschuer (Frank­

furt a. M.) sprach überMißbildungen und deren Erblichkeit". Maßgeblich sei der Befund am Betrof­fenen selbst und an seiner Sippe. Familien- und Zwillingsforschung und Tierexperimente lieferten wesentliche Erkenntnisse über die Erbanlage. An­schließend sprachen Uebermuth (Leipzig), Som­mer (Dortmund), Maurer (München), Schrö­der (Münster), Mau (Hamburg), S ch e w k e t (Türkei) und Kulenkampff (Zwickau).

Internationaler Medizinerkongreß in Brüffel

Der Internationale Medizinerkon­greß, der seit 1920 alljährlich in Brüssel stattfin­det, wurde auch in diesem Jahr unter starker aus­ländischer Beteiligung hier abgehalten. Die deutsche Abordnung stand unter Leitung des Rektors der Universität Köln, Professor Dr. Hab er er, und umfaßte ferner die Professoren K n i p p i n g, Di­rektor der Medizinischen Akademie in Düsseldorf, Selter von der Universität Bonn, und Haber­land von der Universität Köln. An den Vorträgen waren die deutschen Vertreter stark beteiligt. Der frühere belgische Kriegsminister Deveze sprach über das ThemaKrieg und Medizin". Der belgische Gesundheitsminister Wauters veranstaltete einen Empfang für die Kongreßteilnehmer. In der Brüst feier Oper wurde eine Festvorstellung veranstaltet. Der Kongreß wurde durch einen Besuch der Gen­ter Blumenschau abgeschlossen.

5. Deutscher Apothekerkag in Frankfurt.

Dom 28. Mai bis 1. Juni findet in Frankfurt am Main der 5. Deutsche Apothekertag statt, zu dem einige tausend Teilnehmer, darunter auch zahlreiche Ausländer, erwartet werden. Dor Beginn der Beratungen wird die Stadt Frankfurt einen Empfang für die Tagungsteilnehmer veranstalten.

Die türkische Erdbebenkatastrophe forderte 224 Todesopfer.

Zu dem Erdbeben, das die Ortschaften in der Gegend von Kirchehir und Aozgat heimsuchte, wird ergänzend berichtet, daß bisher 2 2 4 Tote und 18 Schwerverletzte geborgen werden konn­ten. 756 Häuser sind durch die heftigen Erdstöße zerstört worden. Man nimmt an, daß noch weitere Tote unter deü Trümmern liegen. Die Mehrzahl der Toten sind Frauen und Kinder. Die Regierung hat den Sanitätsdienst mobil gemacht und Lebens­mittel, Medikamente und Geld in das heimgesuchte Gebiet geschickt. Die Nationalversammlung ehrte in stillem Gedenken die Opfer der Katastrophe. Der Innenminister bewilligte außerordentliche Mittel in Höhe von 30 000 Livres zur Linderung der Not.

Kälte und Neuschnee in den bayrischen Bergen.

Das Winterwetter in den bayerischen Alpen hält an. Das Schneefernerhaus meldet am 21. April 15 Grad. Die Altschneedecke beträgt 620 Zentimeter, während die Höhe des in diesen Tagen gefallenen Pulverschnees 30 Zentimeter erreicht. Auch i n Mittelschwaben wirbelten den ganzen Don­nerstag hindurch die Flocken wie mitten im tiefsten Winter. Gegen Nachmittag stellte sich ein Früh­jahrsgewitter ein. Die Bäume tragen jetzt mitten in der Blütezeit schwer an der Schneelast. Der überraschende Wintereinbruch hat den Obst­bäumen empfindlich geschadet. Nach den bisherigen Ermittlungen muß mit beträchtlichen Verlusten ge­rechnet werden.

Das Autounglück am Walchensee.

Zu dem schweren Autounglück am Walchen­see wird noch bekannt, daß der verunglückte Wagen aus der Tschechoslowakei stammt. Da er sofort ver­sank, war eine Rettung der Insassen unmöglich. Nach sechsstündiger Bergungsarbeit konnten die In­sassen des Autos, der Prager Professor Dr. Eduard Samper und seine Frau, geborgen werden.

Erdrutsch vernichtet großen Daldbestand in Vorarlberg.

In der Gemeinde Hohenems in Vorarlberg ereig­nete sich am Westabhang des Schönen Manns ein Erdrutsch, der bisher 15 000 Quadratmeter Wald niederlegte. Es besteht die Gefahr, daß die Geröllmassen noch weiteren Waldbestand vernichten. Der Erdrutsch wurde durch einen großen Felsblock, der.sich von der Westwand löste, verursacht.

Zweimal 100 000 Reichsmark auf Rr. 165 131.

Berlin, 22. April. (DNB. Funkspruch.) In der heutigen Vormittagsziehung der 1. Klasse der 51 /277. Lotterie fielen auf die Nummer 165 131 zwei Ge­winne von je 100 000 Reichsmark. Die Nummer wird in der 1. Abteilung in Achtelteiluizg in einer Thü­ringer Lotterie-Einnahme, in der 2. Abteilung auch in Achtelteilung in einer würtkembergi- schen Lotterie-Einnahme gespielt.

Gelungener Zielslreckensegelflug.

Der NSKK.-Sturmführer und Segelflughaupt­lehrer K ü h n o l d , der Leiter der Segelflugschule Laucha (NSKK.-Gruppe 7 Elbe-Saale), hat mit einem Segelflugzeug vom Baumuster Minimoa die Strecke LauchaBerlin (186 Kilometer) im Ziel­streckenflug zurückgelegt. Dieser Zielstreckensegelflug ist eine beachtliche Leistung, besonders in Berücksichti­gung des kühlen Wetters, das für Ueberlandflüge mit dem Segelflugzeug wegen der fehlenden Ein­strahlung ungünstig ist. Es ist dies der erste ge­lungene Zielstreckensegelflug nach Berlin. Berlin ist für Segelflieger im Zielstreckenflug schwer zu er­reichen, da das überaus seenreiche Vorgelände um Berlin herum dem Segelflieger besondere Schwierig­keiten bietet.

SchulschiffSchleswig-Holstein" wieder daheim.

Am Donnerstag ist in Wilhelmshaven als erstes der drei Schulschiffe, die nun von ihrer Auslands­reise zurückkehren, das SchulschiffSchles- w i g - H o l ft e i n" nach einer über sechs Monate dauernden Reise rund um Afrika wieder im Heimat­hafen eingelaufen. Schon bevor die Seinen an Land geworfen wurden, tauschten die wartenden Menschen mit ihren Lieben an Bord die ersten Willkommens­grüße. Die Besatzung, die auf Oberdeck angetreten war, machte einen ausgezeichneten Eindruck. Braun­gebrannt kehrten die Blauen Jungen von ihrer langen Reise zurück.

Schweres Einsturzunglück in Alabama.

Während der verkehrsreichen Nachmittagsstunden stürzte in einem Kaffeehaus in Phönix-City, Ala­bama (USA.), plötzlich das Dach ein und begrub über 50 Personen. 10 Personen konnten nur als Leichen geborgen werden, während 20 schwer verletzt wurden.

Folgenschwere kesselexplofion in einer Glasgower Waschanstalt.

In Glasgow ereignete sich in einer Waschanstalt eine K e s s e l e x p l o s i o n, durch die zwei Perso­nen getötet und zehn verletzt wurden. Das Kesselhaus wurde vollkommen zertrümmert. Ein hoher Kamin stürzte ein.

Oie Plakette des 1.2Hai.

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Für den diesjährigen Nationalen Feiertag des deutschen Volkes wird diese Plakette ausgegeben, die von Professor Klein (München) geschaffen wurde, und die die Lebensfreude symbolisiert. (Scherl-M.)

Wetterbericht

Die Wetterlage ist in einer Umgestaltung begrif­fen. Das ostatlantische Hochdruckgebiet wird ziemlich rasch abgebaut, so daß das Uebergreifen atlantischer Störungen auf Mitteleuropa ermöglicht wird. Wir werden daher mit zunehmender Bewölkung und Niederschlagsneigung zu rechnen haben. Die vom Mittelmeer nach dem Baltikum vorgestoßenen Wir­bel dürften uns kaum mehr streifen.

Aussichten für Samstag: Vom Nord­westen her zunehmende Eintrübung und Bewölkung, aufkommende starke Niederschlagsneigung, Tempe­ratur langsam ansteigend, aber zunächst noch kühl, leichte Nachtfrostgefahr, Winde um Nordwest.

Aussichten für Sonntag: Unbeständiges und nicht ganz niederschlagfreies Wetter.

Lufttemperaturen am 21. April: mittags 6 Grad Celsius, abends 2,6 Grad; am 22. April: morgens 1,2 Grad. Maximum 7,3 Grad, Minimum heute nacht4,1 Grad. Erdtemperaturen in 10cm Tiefe am 21. April: abends 7,2 Grad; am 22. April: morgens 3,6 Grad. Niederschläge 0,3 mm. Sonnenscheindauer 5,5 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den.übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III./38: 10 355. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezuqs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der

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Die Beisetzung fand, dem Wunsch des Entschlafenen gemäß, in aller

Stille statt

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Dr. Otto Wagner

Direktor des Tierzuchtamts Gießen.

Statt besonderer Anzeige.

In der Frühe des Ostersonntags verschied sanft nach schwerem Leiden mein geliebter Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel

Gie6en (Stephanstr. 37), den 22. April 1938.

01900

Nachdem wir meine liebe, teure und unvergeßliche Frau zur letzten Ruhe gebettet haben, drängt es mich, für die herzliche Anteilnahme, sowie für die trost­reichen Worte des Herrn Pfarrers, meinen innigsten, tiefgefühlten Dank auszusprechen Dies alles war mir ein Trost in den so schweren Tagen.

In tiefer Trauer.-

Christian Geldbach.

Statt Karten.

Herzlichen Dank für die innige Teilnahme an unserem schweren Verlust

Im Namen der Hinterbliebenen:

Friedrich Görlach.

Gießen (Bergstraße 25), den 22. April 1938.

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