penarzt gewesen, aber nicht zurückgesetzt wird hierdurch seine Hauptaufgabe als Arzt. Stets wird er bestrebt sein, der Truppe und jedem einzelnen Soldaten im Krankheitsfälle Ratgeber und Helfer zu sein.
Dr. Hans Müller, Oberstarzt im Reichskriegsministerium.
3m Gießener
„Erweiterten Krankenreoier".
Nach diesen grundsätzlichen Ausführungen über die ärztliche Betreuung unserer Soldaten ist es interessant, einmal einen Blick in die Einrichtungen zu werfen, die für Teile unseres Jnfanterie-Regi- ments 116 in der Bergkaserne, geschaffen sind. Das „Erweiterte Krankenreoier" in der Bergkaserne, das für das 1. Bataillon, für. die 13., die 14. und die Stabskompanie sowie für die 2. und 3. Kompanie des Infanterie-Regiments 36 zuständig ist, befindet sich in einem der ehemaligen Wohnhäuser (auf Kasernengelände) am Kugelberg. Die Unterbringung des Reviers in einem dieser Häuser darf als vorbildlich gelten. Das „Erweiterte Krankenrevier" zählt 35 Betten, die für die Aufnahme solcher Kranker bestimmt sind, die innerhalb weniger Wochen Heilung erwarten lassen. In schweren Fällen werden die Gießener Soldaten z. Zt. noch in die Lazarette in. Kassel oder in Würzburg gebracht. Kranke, die nicht transportfähig sind, werden in die hiesigen Universitätskliniken ausgenommen. Reisen der Kranken werden aber überhaupt vermieden werden können, sobald das Gießener Standortlazarett fertiggestellt ist, das nach seiner Inbetriebnahme einer großen Klinik (ähnlich unseren Universitätskliniken) gleichen wird, in der in zahlreichen Abteilungen Einrichtungen für jeden Krankheitsfall getroffen sind. Lediglich die Zahl der Betten wird nicht so groß sein, wie z. B. in unseren Universitätskliniken insgesamt.
Das gegenwärtige „Erweiterte Krankenreoier" in der Bergkaserne verfügt selbstverständlich auch in seiner Form und in entsprechendem Umfang über eine Reihe von zeitgemäßen Einrichtungen, die der Gesundheitspflege der 'Soldaten dienen. So findet man in einem besonderen Raume eine Röntgen- apparatur, mit deren Hilfe nicht nur Durchleuchtungen, sondern auch röntgen-photographische Aufnahmen gemacht werden können. Eine anschließende Dunkelkammer gestattet die sofortige Entwicklung der Filme. Für Bestrahlungen sind Sollux-Lampe und Höhensonne da. Lichtbäder können verabreicht werden. Schließlich tft auch ein gut eingerichtetes Laboratorium vorhanden, in dem Blut-, Urin-Untersuchungen usw. gemacht werden können. Auch das Mikroskop fehlt selbstverständlich nicht.
Das Wesentliche des Krankenreviers ist jedoch die R e v i e r st u n d e, zu der sich die Kranken täglich einzufinden haben, soweit sie dazu in der Lage sind. Der Arzt nimmt in der Reoierstunde einen nach dem anderen der jungen Kameraden vor, untersucht mit aller Sorgfalt, fragt, rät, befiehlt und hilft den Soldaten, die sich aufgeschlossen und gerne der ärztlichen Untersuchung entziehen. Die Gesundheitspflege und Ueberwachung ist beim Militär ausgesprochener, als es im Zivilleben des einzelnen der Fall ist. Es gibt beim Militär nur „Gesund" oder „Krank". Nur der Gesunde kann Dienst tun! Wer nicht Dienst tun kann, also krank ist, muß sofort zum Arzt. Auf diese Weise wird selbst eine vielleicht an sich harmlose Erkältung behandelt, die man im Zivilleben nicht sonderlich ernst nimmt, und die doch ernste Folgen haben kann.
Die Revierstunde ist vielgestaltig. Die Kranken treten nach der Zugehörigkeit zu ihren Kompanien im Flur an. Unteroffiziere sorgen für die glatte . Durchführung, weisen nach der Konsultation die ' Kranken in die verschiedenen Behandlungsabteilungen und führen fürstliche Arbeiten aus, so daß sich der Arzt ausschließlich den Kranken widmen kann. So rät er hier einem Soldaten, sich die Mandeln, die für ihn und seine Gesundheit eine stete Gefahr bedeuten, herausnehmen zu lassen: einem anderen wird der Gipsoerbaud nachgesehen; wieder ein anderer hat an Schwielen der Füße zu leiden und ihm wird mit bewährten Mitteln geholfen; efn anderer Kamerad bekommt Bestrahlun- gen verschrieben und dort wird der Heilungsverlauf eines Beinbruches beobachtet. Der Arzt bestimmt, wer für den Innendienst tauglich ist, wer in das Revier ausgenommen wird ober wer wieder dienstfähig gemeldet werden kann. So vollzieht sich die Revierstunde bei aller Exaktheit der Untersuchung rasch und reibungslos. Und nach der Revierstunde macht der Arzt Visite an den Krankenbetten im Revier selbst.
Die Aerzte fühlen sich der Gesundheit der Soldaten voll verantwortlich. Es heißt nicht: „Dienst um jeden Preis!", vielmehr ist alles Bestreben darauf gerichtet, den jungen Soldaten wehrfähig zu erhalten, und ihn — wenn ihm schon einmal etwas " fehlt — bald wieder wehrfähig zu machen. Jede Mutter eines jungen Soldaten darf überzeugt fein, daß ihr Sohn auch in der Krankenstube der Kaserne alle erdenkliche Pflege genießt. N.
Verwaliunssreorganisai on in Westpolen.
Posen und Pommerellen werden neugestaltet.
Am 1. April 1938 tritt eine wesentliche Verschiebung der inneren Verwaltung s. grenzen in West polen ein. Pommerellen und Posen werden erheblich vergrößert, beiden Provinzen werden Grenzbezirke kongreßpolnischer Woiwodschaften (Oberpräsidien) zugeschlagen. Diese Maßnahme, die für uns mit Rücksicht auf die dort zahleich siedelnden Volksdeutschen von Interesse ist, ist von dem Gedanken bestimmt, die sehr merklichen Unterschiede zwischen dem einstmals preußischen Westpolen und Kongreßpolen etwas auszugleichen. Nach den neuen Verwaltungsgrenzen wird die Einwohnerschaft Pommerellens eine Vermehrung um fast 50 v. H. erfahren. Die Zahl der in der Provinz seßhaften Deutschen wird von 105 000 auf rund 193 000, ihr verhältnismäßiger Anteil an der Bevölkerung von 9,8 auf 10,3 o. H. steigen. Viel geringer ist der Gebiets- und Bevölkerungszuwachs der Provinz Posen, wo auch 'der deutsche Anteil an der Gesamtbevölkerung von 9,2 auf 7,3 v. H. sinkt. Beide neugestalteten Provinzen werden infolge Zuschlagung kongreßpolnischer Kreise eine erhebliche Vermehrung ihrer jüdischen Einwohnerschaft erfahren. Auch zwischen Posen und Pommerellen erfolgt ein Gebietswechsel, indem die Kreise Wirsitz, Schubin, Bromberg-Stadt, Brom- berg-Land und Hohensalza zu Pommerellen zuge- schlaaen werden. Im Austausch gegen mehrere Kreise, d^ bisher der Woiwodschaft Warschau angehörten, wird der Kreis Soldau an diese Woiwodschaft abgetreten.
Oie erste Akademie des 7!G -Oozentenbundes in Kiel.
Kiel, 21. Ian. (DNB.) Am Freitag fand in der Aula der Kieler Universität die Eröffnung der ersten wissenschaftlichen Akademie des NS D.-Dozenten bun des statt. Unter den Gästen sah man den Reichsführer ff Himmler sowie den Gauleiter und Oberpräsidenten von Schleswig-Holstein Staatsrat Lohse. Der Rektor der Kieler Universität Prof. Dr. Ritterbufch begrüßte die Gäste. Nachdem Gaudozentenbundführer Prof. Dr. Löhr über Wesen und Sinn der Kieler Akademie gesprochen hatte, stellte der Reichsdozentenführer Ministerialdirektor Prof. Dr. Walter Schultze fest, daß die Akademie im engsten Einvernehmen mit dem Beauftragten des Führers für die Ueberwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Erziehung der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosenberg, errichtet ist. Der Reichsdozentenbundführer beschäftigte sich dann mit den Grundfragen der deutschen Universität und Wissenschaft. Er ging davon aus, daß -eine Wissenschaft, die außerhalb des Volkes ein in sich abgeschlossenes Leben führt, das in nichts von den großen Problemen der Nation berührt wird, keine Daseinsberechtigung hat.
Die Wissenschaft könne sich erst da ganz entfalten, wo sie die Bindungen an ihr Volk erkannt hat. Diesen Grundsatz an den deutschen Hochschulen durchzusehen und sie damit zu wahren Hochschulen des deutschen Volkes zu machen, fei die große Aufgabe des TtSD.- Dozentenbundes. 3n dieser Akademie sollen alle aktiven und an der Umgestaltung der Hochschule interessierten Kräfte zufammengefaßt werden, um mit ihnen das Ziel des Dozentenbundes durchzusehen: die Schaffung einer rtfa tj- ten nationalsozialistischen Hochschule. *
Die Universität als Gemeinschaft der deutschen Wissenschaft beruhe auf drei großen Grundsätzen, die geradezu die gesamte deutsche Geistesgeschichte in sich schlössen: 1. die Universitas literarum,
2. die Freiheit der Wissenschaft, 3. die Einheit von Forschung und Lehre. Für die Wissenschaft ist die Universität die institutionelle Verkörperung der geistigen Gemeinschaftsarbeit. Will nun aber die Universität ihrer Idee gemäß als Universität etwas Lebendiges sein, so muß sie von dem Bewußtsein getragen sein, daß ihre ganze Arbeit bis in die kleinste Disziplin hinein einen gemeinsamen Urgrund hat, nämlich die nationalsozial i st ische Weltanschauung.
Die Forderung nach der „Freiheit der Wissenschaft" ist uns überkommen als Erbe aus der Zeit der Reformationsfchulen. Ihren wesentlichen Ausdruck findet sie in der Freiheit von Forschung und Lehre, der akademischen Freiheit schlechthin. Sie gehört ebenso wie die 3bee der Universitas zum Lebens- prinzip unserer Hochschule. Wir gehen dabei von unserer arteigenen Anschauung über die Freiheit aus, und wir wissen, daß diese Freiheit immer ihre Grenzen im Bestände des Volkes haben muß. Diese an das Volk gebundene Freiheit ist aber auch ein wesentlicher Bestandteil für jede wissenschaftliche Tätigkeit. Daher soll und wird die deutsche Wissenschaft frei bleiben, vorausgesetzt, daß ihre
Zielsetzung für unser Volk brauchbar ist.
In der Forderung nach „Einheit von Forschung und Lehre" findet die deutsche Universität den Zusammenklang, der zur höchsten und geradezu unerschöpflichen wissenschaftlicyen Leistung angeregt Hot. So wie sich die Forschung immer und immer wieder in der Lehre verjüngt, so ist andererseits auch die Forschung der notwendige Grund einer wahrhaft akademischen Lehre.
*
Wie wir erfahren, wird die zweite wissenschaftliche Akademie des NSD.-Dozentenbundes bereits Anfang Februar in Tübingen eingeweiht werden.
। Glaube und Schönheit.
Don unserer Berliner Schristleiiung.
Es ist eine der größten, vielleicht die größte Leistung der NSDAP., daß sie nicht wie andere Parteien in Formalismus erstarrt, sondern B e ■ roegung geblieben ist. Der Nationalsozialismus fühlt sich in erster Linie dem lebendigen, flutenden Leben verpflichtet, nicht irgendwelchen Verfassungsparagraphen oder vereinsmäßiaen Satzungen. Daraus schöpft er seine werbende Kraft und die Berechtigung, die Weltanschauung des gesamten deutschen Volkes zu sein. Elastisch in seinen Organisationsformen, bleibt er unbeirrbar in der Verfolgung seiner großen idealen Ziele. In welchem Maße die Partei fähig ist, ihre äußere Formgebung den jeweiligen Erfordernissen völkischen Lebens fortlaufend anzupassen, bas hat uns jetzt wieder der Reichsjugendführer Baldur von Schirach mit dem „BDM.-Werk, Glaube und Schönheit" gezeigt.
Diese neue Einrichtung, in der künftig die Mädel zwischen dem 17. und 21. Lebensjahr zu besonderen Aufgaben zusammengefaßt werden, ist nicht das Ergebnis einer plötzlichen Eingebung oder Laune, sondern sie wurde auf Grund langer Beobachtungen und Erfahrungen ins Leben gerufen. Es hat sich nämlich erwiesen, daß der bischerige Aufbau des BDM., der die weibliche Jugend zwischen 14 und 21 Jähren im Bund Deutscher Mädel und im Alter von 10 bis 14 Jahren in der Jungmädelschaft vereinigte, in der Praxis vielfache Unzulänglichkeiten ergab, die aus den besonderen Entwicklungsgesetzen dieser Altersstufen herrührten. Viele junge Mädchen scheuten sich, vor den Augen der Oeffentlichkeit Gepäckmärsche zu veranstalten und Absperrdienste zu verrichten. Das Schönheitsempfinden der Frau sträubt sich gegen einen Zustands wie er bei verschiedenen Veranstaltungen, bei Aufmärschen, Versammlungen und Wanderfahrten war.
Die HI. hat schon immer den Standpunkt eingenommen, daß der Sinn deutscher Jugenderziehung nicht darin bestehen dürfe, ein „rauhbeiniges" Geschlecht heranzubilden, das die guten Formen Volksgemeinschaft oder die Gaben deutscher Kultur mit souveräner Nichtachtung behandelt. Es sei daran erinnert, daß schon vor Jahren dagegen Stellung
genommen wurde, daß Jungen oder Mädel in der „Kluft" die Theater oder Konzertsäle besuchen. Im Leben muß alles seinen Platz haben, .auch der rechte Anzug zur rechten Gelegenheit. In besonderem Maße gilt das von unserem weiblichen Geschlecht. Seine Wesenheit soll nicht durch eine gewollte Primitivität untergraben werden, sondern soll zur Freude des Lebens und zum Schmuck schöner Geselligkeit sich voll entfalten. Deshalb sollen die Ausgaben körperlicher Erziehung nicht zu kurz kommen. Der Reichsjugendführer richtet eine Mahnung an die Sportlehrerinnen, bäM mitzuhelfen, daß die Gymnastik ganz allgemein im BDM. eingeführt wird. Der Tanz soll besonders gepflegt werden, Eleganz und körperliche Haltung sollen das deutsche Mädel stolz und sesbstbewußt machen.
Das neue vom Reichsjugendführer geschaffene Werk wird deshalb eine große werbende Zugkraft auch auf die Mädchen ausüben, die aus den angeführten Gründen dem BDM. bisher ferngeblieben sind. Wohl jeder hat beispielsweise den Unterschied bemerkt, der etwa zwischen der Uniform des weiblichen Arbeitsdienstes und der bisherigen Tracht der BDM.-Mädels bestand. Die neue Kleidung, die der Reichsjugendführer für die Führerinnen im Bund Deutscher Mädel bestimmt hat, wird diesem Mangel abhelfen.
Aber es ist Vicht, nur eine äußere Veränderung, die sich in der Erziehung der. weiblichen Jugend anbahnt, sondern auch eine innere Wandlung. Das nachwachsende Geschlecht soll zu idealer Haltung und zur Achtung vor sich selbst erzogen werden. Es soll seinen weltanschaulichen Glauben nicht bloß in der dauernden Verwendung der entsprechenden Vokabeln, sondern vor allem durch praktische Nutzanwendung bei jenen Aufgaben beweisen, die der künftige Beruf der Frau und Mutter von ihm verlangt. Sckon dadurch wird der Einwand widerlegt, als ob nun seelenlose Tanzpüppchen und Modeäffchen gezüchtet würden. Der Typ der eleganten deutschen Frau von morgen wird durch Schönheit und ©taube, durch eine freie und wahre Lebenskultur gekennzeichnet sein.
H. Evers.
Gefängnisurteil gegen die 22 deutschen Lagerteilnehmer in Westpolen bestätigt.
B r o m b e r g , 21. Jan. (DNB.) Arn Donnerstag fand vor dem Obersten Gericht in Warschau die Kassationsverhandlung im „Fall Kensau" statt. Nach einstündiger Verhandlung wurde das Urteil der Posener Instanz bestätigt. Im Juli v. I. waren 22 meist jugendliche Deutsche an- getlngt worden, auf dem Restgut Kensau im Kreise Tuchel in Westpolen ein Arbeitslager gegründet und eine Schulung der Teilnehmer durchgeführt zu haben. Das Ziel fei nach der Anklage die politische Erziehung der Lagerteilnehmer in einem für den polnischen Staat ungünstigen Sinne gewesen. Nach der Verurteilung in der ersten Instanz wurden die 22 deutschen Angeklagten von der Berufungsinstanz in Posen im August des Vorjahres zu Gefängnisstrafen von vier bis zu zwanzig Monaten verurteilt, wobei mehreren Angeklagten eine fünfjährige Bewährungsfrist zugestanden wurde und sie sofort auf freien Fuß gefetzt wurden. Drei Ange- klagte verblieben in Hast und wurden erst am Heiligenabend 1937 aus dem Gefängnis entlassen.
Aus alter Wett.
Aufsehenerregender Selbstmordversuch eines Prager Parlamentsbeamten.
In Prag hat der S e l b st m o r d v e r s u ch eines hohen Staatsbeamten erhebliches Aufsehen erregt. Dl. Holovka, ein Beamter des Prager Parlaments, schoß sich in seinem Büro eine Kugel in den Schädel. Schwerverletzt wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo er noch ohne Besinnung liegt. Der Selbstmordversuch soll mit der Entwertung eines Briefmarkenblockes, der anläßlich der Preßburger Briefmarkenausstellung ausgegeben wurde und im internationalen Handel bereits einen Preis von 15 Kronen erreicht hatte, aber nun auf 2,50 Kronen
gesunken ist, im Zusammenhang stehen. Holovka und ein zweiter Beamter des Prager Parlaments betrieben einen lebhaften Handel mit Briefmarken und erreichten Umsätze, die in die Hunderttaufende gingen, obwohl sie als hohe Staatsbeamte gute Einkommen hatten. Die beiden waren in letzter Zeit aber in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Die Forderungen der Markenlieferanten an sie dürften ungefähr eine halbe Million Tschechenkronen betragen.
Eine ganze Familie durch Leuchtgas vergiftet.
In Lodz (Polen) wurde eine neunköpfige Familie durch Leuchtgas vergiftet, das infolge eines Gasrohrbruches in die Wohnung eingeströmt war. Der Arzt konnte nur noch den Tod aller neun Vergifteten feststellen.
Drei Tote bei einem Gerüsteinsturz.
In einer der vergangenen Nächte stürzte der Gerüstbau der Sporthalle der Luftkriegsschule Wildpark-Werder bei Berlin ein und begrub sechs Arbeiter unter den Trümmern. Sie konnten im Verlause der Bergungsarbeiten, die sich recht schwierig gestalteten, geborgen «erden. Drei von ihnen waren verletzt, davon zwei schwer, während drei ums Leben gekommen waren. Eine Untersuchungskommission ist damit beschäftigt, die Ursachen des Emsturzes festzustellen.
Schiffszufammensioh im dichten Nebel.
Am Freitag herrschte in der Elbmündung ein d'cker Nebel, so daß schließlich der Schiffsverkehr eingestellt werden mußte. Zck einem schweren Schiffszusammenstoß kam es unterhalb Euxhasens zwischen dem auslaufenden norwegischen Motorschiff „Brattdal" und dem gleichfalls auf der Ausreise befindlichen brasilianischen * Dampfer „Sage". Die „Brattdal", rund 5000 Tonnen groß, erhielt durch den Zusammenstoß ein schweres Leck' Wassermassen drangen in den Maschinenraum, so daß das Motorschiff auf Strand gesetzt werden mußte. Die „Bage" hat erheblichen Bugschaden erlitten, Anker und Kette verloren und kehrte nach
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Cuxhasen zurück. Mit Schlepperhilfe wurde der Brasilianer nach Hamburg bugsiert. Bei der „Brattdal" ist ein Bergungsdampfer längsseits gegangen.
Zwanzig Zigeuner in der Weichsel ertrunken.
Auf dem Wege nach Radom fuhr ein Zigeunertrupp mit seinen Fuhrwerken über d i e z uge« frorene Weichsel. Hierbei brach das Eis ein und die Wagen versanken mit zwanzig Z'gsu- nern in den Fluten. Bei den Ertrunkenen handelt es sich um Angehörige eines Stammes in Ostgalizien, von dem sie als Abordnung zum „Zigeunerkönig' Kwiek nach Warschau geschickt worden waren.
Der Münchener Fasching hat begonnen.
Feierlich-närrifch, wie es einem echten Faschingsprinzen geziemt, hielt Münchens Faschings- prinz Michl I. von Narrhalesten (Michl Eh- bauer) im Deutschen Theater, das auch dieses -Jahr wieder Mittelpunkt des Münchner Faschingslebens ist, feinen Einzug. Mit Volldampf kam er auf einer silber- und blaugestreiften Lokomotive, die einen einzigen Salonwagen mit der Faschings- prinzessin G a o y, (Gabriele Steinacker), ihren Hofdamen und dem Hofmarschall zog, in das Faschingsleben des Deutschen Theaters hineingefahren. Begeistert empfing ihn das närrische Volk. In der „Thronrede" gab seine Tollität Prinz Michl I. die Faschingsparole aus: „alle Kraft dem Humor". Prinzessin Gaby hielt eine reizvolle Ansprache an die Männerwelt. Dann ritt noch die Prinzengarde eine siegreiche Attacke gegen Griesgram und Stubenhocker — Münchens Fasching hatte begonnen.
Büchertisch.
— In der bei Ludwig Voggenreiter in Potsdam erscheinenden „Zeltbuch-Reihe" sind eine Am zahl neuer Bändchen herausgekommen. Die Sammlung will aus wahrhaften Lebensberichten Volksbücher barbieten, die sich ohne Unterschied des Alters an alle wenden, deren Herz für mannhafte Taten schlägt. Die Auswahl hat die Erkenntnis gezeitigt, daß diese Lebensberickte nicht weniger spannend zu lesen sind als erdichtete Abenteuörgeschich- ten. Uns liegen vor: „Zehntausend Mann, die zogen ins Manöver...", ein Erlebnisbericht von Hermann Teske (500); „Elefant Iojo" von Henri von Wermeskerken, deutsch von Albrecht Otto (501); „Ausbruch zur Heimat", Kriegsgefangenenfchicksale, gesammelt von Hermann Appel (502) und „E i n Schiff fällt in die Nach t", Fischdampfer „Island" fährt auf Heringe, von Korbinian Lech- n e r (503). — Jedes Bändchen kostet fest gebunden 90 Pfennig.
— Auguste Supper: Die große Kraft der Eva Auer st ein. Roman. Preis Seinen 2,85 RM. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. — (585) — In einer dunklen Schneenackst droben im Baltenland tritt Eva als Findelkind in das zer-' rüttete Leben des Thomas Auerstein, der mit ihr, ein heimwehkranker Mann, als Forstmeister in die rauschenden Wälder seines deutschen Vaterlandes zurückkehrt. Sie wächst frühreifend schreckhaft aus diesem Paradies heraus, als Heinz Sommer die sorglosen Pfade ihrer halberwachten Kindheit kreuzt. In stillen Stunden bei dem alten Bauern Straub leuchtet auch ihr ein Strahl jenes Lichtes, das dunkle Seelen geduldig und zu allckm Guten fta^ macht.
Oer deutsche Außenhandel im Dezember und im Jahr -1932.
Fwd. Irn Dezember sind die Außenhandelsumsätze sowohl in der Einfuhr, als auch in der Ausfuhr gestiegen. Am stärksten war die Steigerung der Einfuhr; mit 531 Mill. Mark lag sie um 49 Mill. Mark, d. h. rund 10 v. H., über der. des Vormonats. Die Zunahme entfällt zum größten Teil auf eine Erhöhung des Einfuhrvolumens, jedoch ist auch der Gesamtdurchschnittswert der Einfuhr infolge Erhöhung der Einfuhrpreise im Bereich der Ernährungswirtschaft etwas gestiegen. Nach der Saisontendenz mußte im Dezember zwar mit einer Steigerung gerechnet werden, jedoch geht die Zunahme über den jahreszeitlichen Umfang hinaus. Das Dezemberergebnis 1936 wurde um 164 Mill. Mark überschritten. Gestiegen ist die Einfuhr von November zu Dezember sowohl im Bereich der Ernährungswirtschaft, und zwar um 13 Mill. Mark, als auch bei der Hauptgruppe Gewerbliche Wirtschaft, und zwar um 35 Mill. Mark.
Die Ausfuhr belief sich im Dezember auf 552 Mill. Mark. Gegenüber dem Vormonat ergibt sich damit eine Steigerung um fast 20 Mill. Mark, d. h. um 3,7 v. H. Dem Volumen nach war die Zunahme noch etwas stärker, da der Ausfuhrdurchschnittswert nach einer Erhöhung im Vormonat etwas gefallen ist. Die Zunahme der Ausfuhr ist im wesentlichen als jahreszeitliche Erscheinung zu betrachten. In den vergangenen Jahren ist die Ausfuhr von November zu Dezember meist ebenfalls gestiegen. Gegenüber dem Dezember 1936 ergibt sich eine Steigerung der Ausfuhr um 95 Mill. Mark.
Die Handelsbilanz schließt im Dezember mit einem Ausfuhrüberschuß von 21 Mill. Mark, gegenüber 50 Mill. Mark im November, ab.
JmIahrl937 betrug die Einfuhr 5468 Mill. Mark, die Ausfuhr 5911 Mill. Mark. Gegenüber dem Vorjahr ist die Einfuhr um 1250 Mill. Mark, d. h. rund 30 v. H. gestiegen. Diese Zunahme entfällt zu etwa zwei Drittel auf eine Erhöhung des Volumens, ein Drittel beruht auf der Steigerung der Einfuhrpreise. Verhältnismäßig am stärksten war die wertmäßige Steigerung der Einfuhr im Bereich der Ernährungswirtschaft mit 36 v. H. (volumenmäßig 27 v. H.). Die Einfuhr von Roh- stosfen hat sich wertmäßig um 27 v. H., volumen- mäßig um, 15 v. H. und von Halbwaren um 31 bzw. 13 v. H. erhöht. Die Ausfuhr ist gegenüber 1936 um 1143 Mill. Mark, d. h. nicht ganz ein Viertel, gestiegen. Zum weitaus größten Teil beruht diese Zunahme auf einer Erhöhung des Ausfuhrvolumens (+ 19 v. H.), jedoch sind auch die Aus-' fuhrpreise, die von 1935 auf 1936 noch rückgängig waren, etwas gestiegen (+ 4,4 v. H.). An der Steigerung der Ausfuhr waren — von der Ernährungswirtschaft abgesehen — alle Gruppen beteiligt. Verhältnismäßig am stärksten war die Zunahme bei Rohstoffen (Kohle); 'der Absatz von Fertigwaren lag (volumenmäßig) um rund 20 o. H. über dem Vorjahresumfang.
Die Handelsbilanz schließt 1937 mit einem Ausfuhrüberschuß in Höhe von 443 Mill. Mark, gegenüber 550 Mill. Mark im Vorjahr ab. Die Verringerung des Ausfuhrüberschusses beruht ausschließlich auf der vermehrten Einfuhr lebenswichtiger Nahrungsmittel und Rohstoffe.
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