Ausgabe 
21.12.1938
 
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bedeutende Ereignis, das am Anfang des Auf­stieges des rheinisch-westfälischen Industriegebietes stand, wurde in würdigen Festakten in Düsseldorf, Erkrath und Wuppertal in Anwesenheit des Reichsverkehrsministers Dr. Do r p m ü l l e r gefeiert.

Deutsche, französische und belgische Jugend nimmt an dem Wintersportlager teil, das die Ju­gendführung des Deutschen Reiches vom 27. De­zember bis 6. Januar nun zum vierten Male ver­anstaltet. Auch dieses Lager wird im Zeichen der Kameradschaft und Verständigung der Jugend der drei beteiligten Länder stehen.

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Ungarische Blätter melden, daß der Führer der Volksdeutschen in Ungarn, Franz Basch, von der Donau - D a m p f s ch i f f ah rts - Gesell­schaft zum Präsidenten ihrer ungarischen Unternehmung ernannt werden soll. Franz Basch ist der Gründer des erst kürzlich errichteten Volksbundes der Deutschen in Ungarn.

Aus aller Welt.

Eine 4,4 Millionen-Auflage der Schülerzeitschrist&ilf mit".

Berlin, 21. Dez. (DNB.) Anläßlich des fünf­jährigen Bestehens der Schülerzeitschrift

i l f tni t", die jetzt mit einer Auslage von 4,4 Millionen die größte Zeitschrift ihrer A r t i n d er Welt geworden ist, hatte der Reichs- walter des NSLB., Gauleiter Wächtler, zu einem Empfang geladen. Der Einladung waren nebst zahlreichen Ehrengästen aus Partei, Staat und Wehrmacht die Gauwalter und die führenden Männer der_ Reichswaltung des NSLB. gefolgt. Gauleiter Wächtler betonte, daß zu den großen Lei­stungen der Schule der Vorkriegszeit heute die ent­scheidende Erziehungsaufgabe an der Jugend zur nationalsozialistischen Weltanschauung hinzugekom­men sei. Der nationalsozialistische Erzieher stehe mitten im politischen Leben der Nation und in den Gliederungen der Partei. Die gegenwärtigen Pro­bleme der Schulerneuerung würden durch den unab­lässigen Einsatz auch in der Zukunft ihrer Lösung entgegengeführt werden.

Tag der deutschen Polizei" am 29. Januar 4939.

Berlin, 20. Dez. (DNB.) Der Reichsführer ff und Ehef der Deutschen Polizei hat zumTag der Deutschen Polizei" aufgerufen, der am 29. Januar 1939 wieder im Dienste des Winterhilfs­werkes stehen wird. Außerdem wird in eindrucks- >vollen Veranstaltungen dem deutschen Volke ein Bild von seiner neuen nationalsozialistisch umge­formten Polizei gegeben werden. So ist in der Reichshauptstadt in Gegenwart der höchsten Spitzen von Partei und Staat und ausländischer Gäste eine Veranstaltung geplant. Die Polizei wird weiter, uMerstätzt durch die ff, eine Straßensamm­lung durchfuhren, aus eigenen Mitteln bedürftige Volksgenossen aus ihren Küchen speisen und neben den laufenden Spenden für das Winterhilfswerk eine Sonderspende durchführen.

Laguardia auf offener Straße niedergeschlagen.

Neuyork, 20. Dez. (DNB.) Ein bezeichnender Vorfall, der deutlich erkennen läßt, wie wenig Anklang die Haltung des Oberbürgermeisters von Neuyork, des Halbjuden Laguardia, selbst bei seinen engsten Mitbürgern findet, spielte sich in der Nähe des Neuyorker Rathauses ab. Laguardia wohnte hier den Abbrucharbeiten des alten Post­gebäudes bei. Plötzlich drängte sich durch die Zu­schauermenge ein Mann, der den berüchtigten Hetz­apostel mit einem wuchtigen Schlag am rechten Auge niederstrecke. Es war ein arnerikani- scherArbeitsloser, dessen Familie infolge der langen Beschäftigungslosigkeit ihres Ernährers den größten Sorgen ausgesetzt ist. Der Angriff erfolgte unmittelbar vor einer Rundfunkansprache Laguar- dias anläßlich der Ueberreichung einer Geldspende einer jüdischen Gesellschaft für politi­sche Flüchtlinge. Der Angreifer wurde in eine Nervenklinik eingeliefert, wo er auf seinen Geistes­zustand beobachtet werden soll.

Vollstreckung zweier Todesurteile.

Berlin, 20. Dez. (DNB.) Am 20. Dezember 1938 ist der am 21. Dezember 1907 geborene Rein­hold Schiemann hingerichtet morden, der durch Urteil des Sondergevichts in Königsberg vom 10. Dezember 1938 wegen zweifachen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürger­lichen Ehrenrechte verurteilt morden mar. Schie­mann hat am 5. Dezember 1938 zwei entfernte Verwandte seiner Ehefrau, den ehemaligen Reichs­bahnarbeiter Friedrich Buch und dessen Gattin, heimtückisch durch Beilhiebe erschlagen und sich in den Besitz eines ihnen gehörigen Sparkassenbuchs und ihres Bargeldes gesetzt. Die grauenhafte Un­tat hat hierdurch in kürzester Zeit ihre gerechte Sühne gefunden.

Gleichfalls ist der am 22. Februar 1914 geborene Robert Eckert aus München h i n g e r i ch t e t worden, der durch das Urteil des Schwurgerichts in Traunstein vom 17. Oktober 1938 zum Tode verurteilt worden ist. Eckert, der fast sein ganzes Leben in Erziehungsanstalten verbrachte, hat in der Heil- und Pflegeanstalt Attl am Inn am 11.Juni einen Pfleger^ aus niedrigem unbegrün­deten Haßgefühl heraus heimtückisch ermordet.

Hamburger Autobandit zum Tode verurteilt.

Hamburg, 20. Dez. (DNB.) Das Hanseatische Sondergericht verurteilte am Dienstagabend den 23jährigen Heinrich I a n y s, der am 9. und 16. Sep­tember 1938 in Hamburg zwei Straßenraub­überfällemittels Autofalle beging, wegen Verbrechens gegen das Gesetz gegen Straßenraub mittels Autofalle vom 22.6.1938 in zwei Fällen zweimal zum Tode und wegen versuchten Mordes sowie wegen mehrerer Diebstähle zu 15 Jahren Zuchthaus. Daneben wurde auf lebensläng­lichen Ehrenrechtsverlust erkannt. Weiter wurde die Sicherungsverwahrung angeordnet, da Janys sich als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher erwiesen hat.

Schwedisches Motorschiff

auf der Werft durch Feuer zerstört.

An Bord des 28 000 Tonnen großen Motor­schiffesStockholm", das in den Vereinig­ten Adria-Werften von Monfalcone bei Triest für schwedische Rechnung eingerichtet wurde, brach Feuer aus. Es griff infolge des herrschenden heftigen Windes schnell um sich und nahm einen großen Umfang an. Die Löscharbeiten wurden durch die große Kalte und die Lage des Schiffes er­schwert. Die Feuerwehren bemühten sich zusammen

Mussolini auf Sardinien.

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Mussolini weilte am Sonntag auf Sardinien, wo er die Einweihung der neuen Stadt Carbonia vornahm, die das Zentrum einer neuen Kohlenindustrie werden soll. Unser Bild zeigt den Duce während seiner Rede an die Bevölkerung Carbonias. (Schirner-M.)

Das Erzgebirge, ein deuisches Weihnachisland.

Don sächsischen Schnitzern und Klöpplerinnen.

Schneeberg, im Dezember.

Mit hellen Glockenschlägen kündet der Türmer von St. Wolfgang die fünfte Nachmittagsstunde. Während er noch prüft, wie es auch heute noch seines Amtes ist, ob kein verdächtiger Feuerschein zu melden, tut sich vor seinen Augen ein seltsamer Zauber auf. Schneeberg, hoch droben im Erzge­birge, steht im vorweihnachtlichen Lichterglanz. Kein Fenster, aus dem nicht Kerzen strahlen; Berg­leute und Engel halten sich in Händen, zu ihnen gesellt sich so verlangt es der Brauch der Räuchermann. Schneeberg im Lichterglanz: Das Erzgebirge öffnet sein silbernes Herz.

Silber hebt der Bergmann zwar nicht mehr aus dem Schacht, doch manches edle Gestein. Nicht mehr ist Schneeberg in aller Munde, wie einst, als von feinem Silberbergbau der Reichtum ins sächsische Land und über feine Grenzen hinausging, als Schneeberg eine Münzstätte hatte, wie das unweit gelegene Joachimsthal, dessen Name noch heute imTaler" weiterlebt. St. Wolfgang, eine von Sachsens größten Kirchen, stattliche Bürger­häuser mit dem schmucken Giebel des Barock find Zeugen einer Zeit, die mit ihrer üppigen Wohl­habenheit das Städtchen wie das ganze Erzgebirge längst verlassen hat. Doch ein Reichtum ist den Menschen des Erzgebirges geblieben, ihr Fleiß und ihre innere Zufriedenheit

Wie deutlich spurt man das in der Weih- nachtsfchau, die das Heimatwevk Sachsen die Organisation, die sich der Pflege des Volks­tums annimmt gemeinsam mit der NS.-Ge- meinschaft Kraft durch Freude in Schneeberg auf­gebaut hat. Die Welt des Erzgebirges, sie wird hier lebendig. Wer kennt nicht diePyra­mide n", die aus dem Erzgebirge den Weg in alle Welt gefunden haben: Die Darstellung der Christnacht, darüber der stattliche Bergmannszug und noch ein Stockwerk höher eine Jagd, alles mit festlich glänzenden Kerzen und alles in luftig drehender Bewegung. In der Schau zu Schnee­berg sind diesePyramiden" in größten Ausmaßen anzutreffen.

Weihnachten im Erzgebirge ist ohne den Lichter tragenden Bergmann und den Lichter- enge! nicht zu denken. Und so viel Jungen und Mädel im Hause find, fo viele Bergleute und Engel stehen in der Weihnacht im Fenster. Berg­leut' für die Buben und Engel für die Mädel. Ein schöner Brauch! Nicht von ungefähr steht beim Tannenbaum derW eihnachtsberg". Eines ganzen Jahres, nein, vieler Jahre Arbeit denn immer wird er vervollständigt steckt in ihm, Arbeit am Feierabend. Gleichnis ist er für die

Arbeit überhaupt. Es erscheinen der Bauer am Pflug, der Holzfäller, der Jäger, mit ihm allerlei Waldgetier, und der Handwerker, nicht zuletzt das Häusel, nach dessen Besitz jeder Erzgebirger strebt. Und alles hat Leben. Nicht allein, daß die kunst­voll geschnitzten Figuren der Wirklichkeit ab ge­lauscht sind, sie bewegen sich auch. Wenn der Tage­löhner Mittagsrast halt, so hören wir das eifrige Klappern des Löffels wie das emsige Hämmern des Schmiedes oder das Dengeln einer Senfe. Und auch hier fehlt nicht die festliche Bergparade. Solch ein Tüftler ist der Erzgebirger, daß er diesen feinen Mechanismus erfindet, eine Eigenschaft, die ihm das Zeug zum besten Facharbeiter gibt. Man­cher Erfinder hat seinen Werdegang in einem Erz­gebirgshäusel begonnen.

Wer denkt nicht an das Erzgebirge, wenn er eine Klöppelspitze in der Hand hält? Das Muster ist vielleicht in Schneeberg entstanden, wo die einzige Klöppelschule in Europa ihren Sitz hat. Und wieder ist es die-Natur, die neue Spitzenarten hervorzaubern hilft. Manches Blatt, manche Blüte gab den Umriß zu neuen kleinen Kunstwerken. Das Spitzenklöppeln wurde im Erzgebirge, gar nicht weit von Schneeberg, in Annaberg, erfunden, und jetzt lebt die alte Volkskunst von neuem kräftig auf.

Die Leute im Erzgebirge find immer irgendwie an der Arbeit. Wenn der Mann nicht bastelt am Feierabend, dann schnitzt er halt, während die Frau am Klöppelsack sitzt. Das fängt schon früh an. Kaurn daß Bub und Mädel die Schulbank drücken. Da nimmt der Bub ein Stück Holz, das Schnitzmesser des Vaters und bald entsteht, un- gefüg noch, eine Tier gestalt. DieViecher" haben's den Menschen hier Oben angetan, und das Holz ist dem Erzgebirger ein Lebenselement. In hoher Blüte steht dieF e i e r o h m d"-Schnitzerei. Die NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude fördert sie durch eine Gau-Schnitzschule und Sachsens Reichs­statthalter, Gauleiter Mutschmann, durch Staatspfeise.

Wenn ihr draußen im Reich unserer Kinder schönstes Spielzeug, die kleinen F'guren aus Holz, in der Hand haltet, dann wißt, der Erzgebirger hat sie geschaffen; diese Arbeit war ihm mehr als Broterwerb. Nicht mehr lockt das Geschrei:Der Berg ist silberpfündig?" die Menschen hinauf bis ins Erzgebirge, wie einst, Jahrzehnte, bevor Columbus Amerika entdeckte. Heute folgt der deutsche Mensch anderem geheimnisvollen Rufe. In der Schau von Schneeberg wird es offenkundig: Das Erzgebirge ward zum Inbegriff des deutschen Weihnachtslandes.

mit Truppen, den Brand einzudämmen. Trotzdem ist dieStockholm" fast ganz ausgebrannt. Der Schaden geht in die Millionen. DieStockholm" war am 30. Mai in Gegenwart der Prinzessin Jnge- borg von Schweden.und des Herzogs von Spoleto vom Stapel gelaufen. Sie war für den Amerika- Verkehr der Schwedischen Schiffahrtsgesellschaft von Göteburg beftimmt und sollte im nächsten Sommer in Dienst gestellt werden.

Großfeuer in Magdeburg.

In der Magdeburger Wilhelmstadt brach ein großes Schadenfeuer aus, von dem ein viele Jahrzehnte altes bekanntes Magdeburger Lokal be­troffen wurde. Das Vordergebäude desHofjägers" brannte völlig nieder. Die 'Löscharbeiten gestalteten sich infolge der eisigen Kälte und der starken Rauch­entwicklung äußerst schwierig. Die starke Ausdeh­nung des Feuers erklärt sich daraus, daß der Bau völlig aus Holz errichtet war. Es handelt sich um ein Bauwerk, das sich außerhalb des einstigen Fe­stungsgeländes befand, wo früher nur aus Holz gebraut werden durfte, damit bei einer etwaigen Belagerung ein schneller Abbruch erfolgen konnte.

Zwei Feuersbrünste in Frankreich.

Die städtische Schule in Dieppe wurde am Diens­tag ein Raub der Flammen. Die Ursache des Brandes soll auf die Explosion eines überheizten Ofens zurückzuführen sein. Der Sachschaden beläuft sich auf über drei Millionen Franks. In Ouim- per brannte ein Flügel des dortigen Kranken­hauses vollkommen aus. Die 400 Insassen konnten noch rechtzeitig gerettet werden.

Das Lissaboner Fährschiffsunglück. Bisher 20 Leichen entdeckt.

Daß bei deitt Untergang des Lissaboner Motor­fährschiffesTonecas", das in wenigen Minuten in den Fluten des Tejo versunken war, 61 Personen gerettet werden konnten, ist lediglich dem Um­stand zu verdanken, daß sich die Katastrophe in un­mittelbarer Nähe verschiedener portugiesischer Flot­teneinheiten abspielte. Die Mannschaften dieser Schiffe haben sofort mit der Rettungsaktion einae- setzt. Auch wurden von der Besatzung des schwedi­schen KreuzersGotland" sieben Personen vor dem sicheren Tode des Ertrinkens gerettet. Die Ber­gungsarbeiten mußten am Dienstagabend unter­brochen werden, da die sehr heftig gewordene Strö­mung des Flusses ein Weiterarbeiten unmöglich

machte. Einem Taucher gelang es, in das Innere des Schiffes einzudringen, wo sich ihm ein grau­siger Anblick bot. Mehr als 20 Leichen schweb­ten im Kajütenraum umher, ohne daß es jedoch ge­lang, die Toten zu bergen. Der Kapitän des ge­sunkenen Schiffes ist zur genauen Untersuchung der Schuldfrage in Haft genommen worden.

Ausströmendes Gas fordert drei Todesopfer.

In einer Chemnitzer Wohnung wurde ein Ehe­paar und dessen 19 Jahre alter Sohn tot aufgefon= den. Die Feststellungen ergaben, daß es sich um eine Gasvergiftung handelt, die durch den Bruch einer Gashauptleitung, die außerhalb des Gebäudes liegt, verursacht wurde. Durch das ausströmende Gas find außerdem vier weitere Bewohner erkrankt. Zwei von den Erkrankten mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden, Lebensgefahr besteht aber nicht.

Betrunken am Steuer.

Im September d. I. wurde in Niederlahnstein der Fuhrunternehmer Bohr aus Horchheim durch einen Lieferwagen angefahren und so schwer ver­letzt, daß er einige Zeit später ftarb. Die Koblenzer Große Strafkammer verhandelte jetzt ge­gen den angeklagten Autofahrer aus Wellmich. Er gab an, daß er sich' nicht betrunken gefühlt habe. Bei der Blutprobe wurde aber ein so hoher Grad Alkohol festgestellt, daß der Angeklagte nicht mehr in der Lage war, einen Kraftwagen ohne Gefähr­dung von Menschenleben zu lenken. Der Angeklagte wurde unter Anrechnung der Untersuchungshaft zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis ver­urteilt.

Der jüdische Millionenschieber Basel.

Die ^Betrügereien des Juden Basel, einer der übelsten Schiebergestalten der Nachkriegszeit, be­schäftigte wieder einmal das Wiener Gericht. Die Deutsche Reichspost als Rechtsnachfolgerin der Oesterreichischen Postsparkasse hatte vor etwa einem Monat beim Wiener Landgericht für Zivilrechts- sachen gegen Basel die Klage auf Unwirksamkeits­erklärung eines Schiedsspruches vorn Jahre 1933 eingereicht. Bafel war nämlich bei feinen betrüge­rischen Finanzgeschäften nach dem Kriege der Post­sparkasse mehr als 5 Millionen Dollar schuldig ge­blieben und hatte es dann dank feiner Beziehungen zu den. damaligen österreichischen Machthabern er­reicht, daß durch Schiedsspruch diese Schuld von

5 Millionen Dollar auf 360 000 Schilling (!) herab­gesetzt wurde. Die Deutsche Reichspost hatte jetzt in ihrer Klage diesen Schiedsspruch angefochten mit der Begründung, daß er lediglich auf Grund falscher Bilanzen und eines Meineides des jüdischen Mil- lianenschiebers über feine angebliche Mittellosigkeit zustandegekommen fei. Das Landgericht gab in fer­nem Urteil der Klage der Reichspost statt und hob den Schiedsspruch auf. Basel wurde außerdem zur Zahlung der Prozeßkosten verurteilt.

Jüdische Paßfälscher in Prag verurteilt.

Vor einem Prager Gericht fand die Verhandlung gegen eine Paßfälscherbande statt. Der Anführer der Bande war der jüdische Emigrant Otto Schönfeld. Schönfeld hatte gemeinsam mit dem jüdischen Emi­granten Wilhelm Silbermann und dem polni­schen Emigranten Johann W i e l c z k e r ungültige oder abgelaufene reichsdeutsche Pässe unter Verwen­dung falscher Stempel der deutschen Gesandtschaft in Prag, die er mit der nachgeahmten Unterschrift eines Konsularbeamten versah, verlängert. Schön­feld und Silbermann erhielten Kerkerstrafen von fünf bzw. vier Monaten ohne Bewährungsfrist, während das Verfahren gegen Wielczker abgetrennt werden mußte, da dieser flüchtig ist.

Auf dem Dache sitzt ein Greis ...

An dem Dach einer Kirche in Oberwefel am Rhein werden augenblicklich Reparaturarbeiten durchge- geführt. Auf der äußersten Spitze des Chores erhiel­ten dieser Tage mehrere in schwindelnder Höhe tätige Arbeiter einen überraschenden Besuch. Der 83 Jahre alte Johann Schleis von Oberwefel war trotz seines hohen Alters bis zu den Arbeitern empor­geklettert; er hatte sogar eine Flasche Wein mit- gebracht, die er in der Höhe mit den Arbeitern trank. Dann trat er mühelos den Abstieg an. Schleis hatte diese Kletterpartie unternommen, um feine Rüstig­keit zu beweisen.

Kunst und Wissenschaft.

Pour le Merile" staalspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll.

Das große Heldenepos deutscher ^Flieger, der neue Karl Ritter- Film der UfaPour le Merite", der am 22. Dezember im Berliner Ufa- palast am Zoo zur Uraufführung kommt, hat die höchsten Prädikate, nämlichst a a t s p o li ti s ch und künstlerisch besonders wertvoll" erhalten. Diefer Film ist außerdem bas erste Werk, das von der Reichsjugendführung durch bas Prä­dikatIugendwert" ausgezeichnet wurde.

Villa-Romana-Preis 1939.

Der Villa-Romana-Preis 1939 wurde dem Maler Helmut Ruhmer aus Halle ver­liehen. Rühmer ist 1908 in Thüringen geboren und Schüler von Professor F. Klemmer, Professor Max D o e r n e r und Professor Heinrich Reif­ferscheid. Die Begabung des Künstlers erhält nun durch den einjährigen Aufenthalt in der Villa Romana in Florenz eine weitere Förderung. Die (StiftungVilla Romana" ist eine Gründung Max Klingers und des Verlagsbuchhändlers Georg H i r z l. Sie besitzt in Florenz die jenseits des Arno gelegene Villa Romana, in der feit 1905 viele deut­sche Bildhauer und Maler Förderung erfahren haben.

weihnachtsorakorium von Vach in Paris begeistert aufgenommen.

Der Berliner Philharmonische Chor erzielte unter der Leitung von Professor Günter Ramin in dem größten Pariser Konzertsaal einen großen Erfolg mit dem Weihnachtsoratorium von Jo­hann Seb. Bach, das hier feit vielen Jahren nicht mehr aufgeführt worden ist. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. In den Logen sah man die Gemahlin des Präsidenten Lebrun, die Gemahlin des deutschen Botschafters, Mitglieder verschiedener Ministerien und namhafte Vertreter der Musikwelt. Neben der Chorkultur der Philharmoniker fanden auch die Einzelleistungen der Solisten Lore F i - scher, Heinz Matth ei, Horst Günter und Hilba Wesselmann, die von Hans Heintze und Fritz Koh! hase wirksam unterstützt würben, - starken Beifall. Vor allem aber die Stabführung Professor Ramins. Stürmischer Beifall veran­laßte den Dirigenten zum Schluß den Eingangschor des ersten Teiles zu wiederholen.

knappertsbusch und Erna Sack in Brüssel erfolgreich.

Hans Knappertsbusch, der vielen Belgiern durch seine Stabführung in Bayreuth bekannt ist, war zu einem Konzert des Brüsseler Philharmo­nischen Orchesters verpflichtet morden. In dem voll­besetzten Konzerksaal bemerkte man auch den deut­schen Botschafter : ü o n Bülow-Schwante. Knappertsbusch konnte das belgische Orchester zu eindrucksvollen Leistungen hinreißen, die beim Publikum starken Beifall hervorriefen. Die deutsche Sängerin Erna Sack gab einen Lieder­abend im Palast der schönen Künste. Der Saal war ausverkauft. Unter den Anwesenden bemerkte man den Botschafter von Bülow-Schwante sowie zahlreiche bekannte belgische Persönlichkeiten. Das Publikum brachte Erna Sack große Begeiste­rung entgegen.

Detterberkchl

Während über Frankreich unter verbreiteten Schneefällen die Fröste noch weiter angezogen haben, hat sich in Deutschland der Frost erheblich gemildert, so daß am Mittwochmorgen im allge­meinen nur Werte zwischen 5 bis 10 Grad Minus gemessen wurden.

In der Höhe hat sich noch weiter stärkere Wärme­zunahme bemerkbar gemacht, so daß in einzelnen Schichten der Gefrierpunkt überschritten wurde. Die ©efamtlage läßt ein völliges Verschwinden der Fröste noch keineswegs erwarten.

Vorhersage für Donnerstag: Wolkig bis bedeckt und Neigung zu Niederschlägen, mäßige Fröste, veränderliche Winde, doch meist aus Nord bis Oft.

Vorhersage für Freitag: Unbeständiges, zu Niederschlägen neigendes Wetter, Fortdauer der gemilderten Fröste.

Lufttemperaturen am 20. Dezember: mittags 10,5 Grad Celsius, abends 9,6 Grad; am 21. De­zember: morgens9,7 Grad. Maximum9,3 Grad, Minimum heute nacht9,7 Grad. Erd­temperaturen in 10 cm. Tiefe am 20. Dezember: abends2 Grad; am 21. Dezember: morgens2 Grad.

Wintersport-Wetterbericht.

Im allgemeinen noch keine Schneesportmöglich­keiten.

Rhön, Wasserkuppe: Bedeckt,11 (Brad, 8 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee. Schi mäßig, Rodel gut.

Schwarzwald, Feldberg: Schneetreiben, 8 Grad. 25 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut.

Mit dem Auftreten weiterer Niederschläge, die im allgemeinen als Schnee ober Graupeln fallen wer­den, ist zu rechnen.