Ausgabe 
21.11.1938
 
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Ur. 272 Erstes Matt

188. Jahrgang

Montag, 2s. November 1938

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Dr. Goebbels eröffnet den Wahlkampf im Sudelengau.

Wir werden nicht ruhen, bis der Lebensstandard dieses Landes auf den des Reiches heraufgehoben ist."

Allein im Regierungsbezirk Wiesbaden 521 Millionen jüdischen Vermögens.

Jude veruntreute österreichische Staatsgelder.

20 Lahre lang Verwalter der Geheimfonds der ehemaligen Bundesregierung.

NSG. Nach einer soeben getroffenen Feststellung ergibt sich auf Grund der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden im Regierungsbezirk Wiesbaden folgendes Bild:

Insgesamt wurde von 7604 Meldepflichtigen die stattliche Gesamtsumme (land- und forstwirtschaft­liches Vermögen, Grundvermögen, Betriebsvermö­gen und sonstiges) vön 521,000 Millionen RM. an­gemeldet, so daß sich nach Abzug von 66,378 Millio­nen RM. Schulden und Lasten usw. (soweit fte nicht das. Betriebsvermögen betreffen) das an­gemeldete'Gesamtvermögen auf 454,621 Millio­nen RM. stellt.

Mlein für den Stadtkreis Frankfurt belaufen sich diese Summen bei 5849 Meldepflichtigen auf 439,263 Millionen RM. Gesamtwert und nach Abzug von 55,708 Millionen RM. Schulden und so weiter auf immerhin noch sage und schreibe 383,555 Millionen RM. Davon besitzen ein Ver­mögen von 100000 RM. 308 Juden, von 200000 RM. 168 Juden, von 300000 RM. 58 Juden, von 400000 RM. 24 Juden, von 500000 RM. 23 Juden, von 600000 RM. 17 Juden, von 700000 RM. 8 Jvden, von 800000 RM. 10 Juden, vön 900000 RM. 5 Juden, von 1000000 RM. 5 Juden, von 2000000 RM. 4 Juden, von 3000000 RM. 2 Juden und je 1 Jude 4000000 RM., 7000000 RM., 15950000 RM., so daß in Frankfurt am Main immer noch 14 jüdische Millionäre wohnen, von denen einer allein fast 16000000 RM. besitzt.

Für Wiesbaden beträgt die Gesamtsumme bei 796 Anmeldungen 50,124 Millionen RM., so daß auch dort nach Abzug von 6,875 Millionen RM. Schulden und Lasten noch 43,249 Millionen RM. angemeldetes Vermögen verbleiben, während in den Landkreisen des Regierungsbezirks Wiesbaden bei 31,611 Millionen RM. Gesamtsumme und 959 Anmeldungen sich das angemeldete Vermögen noch auf 27,816 Millionen RM. stellt. Dabei ist zu beachten, daß die von jüdischen Ausländern oder

da auch gewisse Schwierigkeiten zu überwinden ein. Unter Hinweis auf die schnelle Ueberwindung dieser Schwierigkeiten in der Ostmark betonte Dr. Goebbels, daß alle diese Probleme sehr bald gelöst ein würden.

Wir werden nicht ruhen", so erklärte er unter lebhaften Kundgebungen des Dankes, bis der Lebensstandard dieses Landes auf den des Reiches heraufgehoben ist. Es wird unsere erste Aufgabe fein, auch in diesem Gebiet, wie in der Ostmark, die Ar­beitslosigkeit zu beseitigen und durch die starke Einflußnahme und die große Finanz- kraft des Altreiches die systematisch von der Benesch-Regierung zugrunde gerichtete sude- tendeulfche wirtschaft in kürzester Jriff wieder aufzubäuen.

Sie werden nicht mehr Angehörige eines Ihnen fremden und entgegengesetzten Staatswesens sein: Sie sind jetzt Angehörige der großen deutschen Weltmacht! Die Wehrmacht, die wir unter größten Opfern und schwersten Gefahren im Reich aufgebaut haben, ist nun auch Ihre

Staatenlosen angemeldeten Summen verschwin­dend klein sind und meist nur 2 bis 3 v. H. der ins­gesamt angemeldeten Summen betragen. Im ein­zelnen besitzen im Stadtbezirk Wiesbaden ein Ver­mögen von 100000 RM. 63 Juden, 200000 RM. 30 Juden, 300000 RM. 21 Juden, 400000 RM. 2 Juden, 500000 RM. 2 Juden und 600000 RM. 5 Juden.

Diese Zahlen brauchen uns allerdings jetzt nicht mehr zu erschrecken. Die Entjudung der Wirt­schaft geht konsequent weiter. Die hierfür maß­gebenden Stellen: der Gauwirtschaftsberater, die Industrie- und Handelskammern und nicht zuletzt die höhere Verwaltungsbehörde, deren reibungslose Zusammenarbeit bereits bis heute einen wesentlichen Teil jüdischer Unternehmen in arischen Besitz über­führen konnte, werden auch in Zukunft für eine lückenlose Durchführung der Entjudung der Wirt­schaft bis zu dem bekannten Termin Sorge tragen.

Was die durch die spontane Aktion des Volkes beschädigten Läden angeht, so können sie selbstver­ständlich nicht in der Hand der Juden bleiben. Ebenso selbstverständlich aber ist, daß eine lieber» führung in deutsche Hand nicht wahllos erfolgen kann. Auch hier gilt der Grundsatz, daß nichts zerstört werden darf, was im Wirtschaftsleben eine eigene Notwendigkeit besitzt. Das zu beurteilen ist aber nicht Sache Einzelner, sondern Sache der Wirtschaftsführung. Diese wird also darüber ent­scheiden, was von den ehemals jüdischen Betrieben erhalten bleibt und was zu verschwinden hat. Die Ueberführung der als notwendig erkannten Unter­nehmen wird ordnungsmäßig vor sich gehen, es findet also keine Enteignung statt. Die Bewer­tung erfolgt nach den bisher bei der Entjudung geltenden Grundsätzen. Soweit es notwendig ist, werden die Juden an der Abwicklung mitzuwirken haben. Das geht schon daraus hervor, daß sie nach der Verordnung des Beauftragten für den Vier­jahresplan zur Wiederherstellung der Beschä-

W e h r macht! Die deutschen Kriegsschiffe, die heute als die stolzen Zeugen deutscher Macht und deut­scher Größe die Weltmeere durchfahren, sind nun auchJhreKriegsschiffe, sind auch die Zeugen Ihrer Macht und Ihrer Größe, Ihres Stolzes und Ihrer unverbrüchlichen Einheit mit dem Reich!" In eindringlichen Worten legte Dr. Goebbels die For­derung dar, unsere endlich errungene Einheit nie­mals wieder zerstören zu lassen. Der Führer müsse die Ueberzeugung haben können, daß hinter ihm für alle Zeiten ein einiges und ge­schlossenes Volk marschiert.Diesmal ruft Sie nicht Herr Benesch", erklärte der Minister,dies­mal raft der Führer Sie auf, diesmal haben Sie nicht über Fragen des tschecho-flowakifchen Staates zu entscheiden, sondern Sie sollen Ihre Zugehörigkeit zum Großdeutschen Reich bekunden!" Als Dr. Goebbels seine auf­rüttelnde Rede, die allen ein tiefes Erlebnis war, geschlossen hatte, hielt ihn noch lange ein wahrer Ausbruch der Begeisterung und Dank­barkeit zurück. Tausende Heilrufe füllten dann die illuminierten Straßen, und Zehntaufende gaben dem Reichsminister das Geleit, als er um Mitter­nacht Reichenberg wieder verließ.

Reichenberg, 19. Nov. (DNB.) In den bis auf den letzten Platz gefüllten Messehallen in Rei­chenberg eröffnete Reichspropagandaminister Dr. Goebbels den Wahlkampf für die Ergänzungswah­len des Sudetengaues und der übrigen befreiten Gebiete zum Großdeutschen Reichstag. Vorher er­klärte Gauleiter Konrad Henlein u. a.: Unsere. Dankbarkeit dem Schicksal gegenüber ist so groß, daß wir denen nicht zürnen, die in der Vergangen­heit in die Irre gegangen find Sie alle sollen und werden den Weg zum Nationalsozialismus finden, und keinen wollen wir daran hindern, den Weg zu uns zu suchen. Unversöhnlich aber bleiben wir jenen gegenüber, die die Verfüh­rer dieser Menschen waren. Unüberbrückbar ist der Abgrund, der uns von jenen trennt, die als Re­negaten und Verräter nicht nur zu einem gegnerischen Volkstum, sondern zu jenem Wahn­sinnssystem übergelaufen find, das in seiner Ver­ruchtheit noch das eigene tschechische Volkstum be­logen and betrogen hatte, um dem Interesse des internationalen Judentumes und der Freimaurerei zu dienen. Wir find uns der Tatsache bewußt, daß viele, die jahrelang gegen uns standen, während der letzten Wochen sehend geworden find. Ge­rade bei dem Wahlgang des 4. Dezember werden sie, die ehemals Verführten, Gelegenheit haben, dem Staate gegenüber, der nun auch ihnen die Ar­beit wieder zum Segen machen wird, die erste loyale Handlung zu begehen. Das gleiche mag für jene Angehörigen des tschechi­schen Volkes gelten, die auf Grund der neuen Ereignisse Bürger des Reiches geworden sind. Das Großdeutsche Reich wird auch seinen tschechischen Staatsbürgern Raum zum Dasein geben, getreu bem Grundsatz, daß Volkstreue Staatstreue nicht ausschließt, daß dem Staate aber gegeben werden muß, was des Staates ist. Ich erkläre mit aller Deutlichkeit: Die Wahl in den Deutschen Reichstag ist kein Plebiszit. Die Grenzen des Deutschen Reiches stehen, unabhängig von dem Ergebnis der Wahl, unerschütterlich fest. Wer uns hier nicht ver­steht und gegen uns handelt, hat uns zum Feind. Wir drohen nicht, aber wir warnen, und dies in aller Eindeutigkeit. Unser Einsatz in diesem Wahl­kampf soll dem niemals abzustattenden Danke ge­weiht sein, zu dem wir dem Manne gegenübe ver­pflichtet sind, ohne den all das, was geschah, nicht denkbar wäre.

Reichsminister Dr. Goebbels

dessen Rede die Massen mit größter Spannung folg­ten, erinnerte dann an die ungeheure Tragweite der Entscheidung, die in dem Entschluß des Führers Tag, das völlig unhaltbar gewordene sudetendeutsche Problem jetzt, so oder so, einer Lösung zuzuführen. Er wies darauf hin, daß mit dem Führer die ge­samte deutsche Nation entschlossen war, diese bren­nende Frage, wenn notwendig, auch mit der Waffe zu lösen. Es galt, das einzige Recht des Versailler Diktats, das für uns sprach, nämlich das Selb sstbestimmungsr echt der Vol­ker, nun auch in diesem Punkte für uns zur Durch­führung zu bringen. Wenn der nationalsozialistische Staat in Verfechtung dieses Rechtsanspruches auf feine neu errichtete Wehrmacht verwies, fo fei nur mit diesem letzten Mittel der Kriegvermieden worden. Was uns heute wie rin Wunder anmutet, das ist in Wahrheit das Er­gebnis einer mit Mut, Weitblick und Tatkraft ver­folgten Politik gewesen. Wir hatten.unserem Volke die Kraft gegeben, die ihm d-te Fähigkeit verleiht, sich geschlossen hinter diese weitblickende Politik des Führers zu stellen. Und wie sich der Führer des deutschen Volkes würdig erwiesen hat, so hat sich auch das Volk seines Führers würdig gezeigt.

Der Minister sprach unter tosendem Beifall von der Wettmachtstellung, die die deutsche Ration heute wieder einnimmt. Sie habe diesen Rang erreicht ohne die indemokratischen Staaten so gepriesene Meinungsfreiheit, jene Freiheit, die in Wirklichkeit nur einer ge- wissen intellektuellen oder finanzkräftigen Schicht ein Vorrecht auf kosten der Gesamtinteressen des Volkes geben. Dr. Goebbels betonte, daß sich kein Regime in Europa mit gleichem Recht demokratisch nennen könne wie das deutsche, in dem Führer und Volk eine Einheit seien, und daß es kein Land gäbe, das soziale Werke von so monumentalem Ausmaß geschaffen hat, wie das Deutschland Adolf Hitlers. Von Freiheit, so stellte Dr. Goebbels unter minutenlangen Bei­fallsstürmen fest, ist in Deutschland zwar nicht so viel geredet worden wie in den Landern, die unter dieser Parole zehn Millionen Deut che m fremde Staatswesen preßten, die national- sozialistische Staatsführung hat vielmehr diesen zehn Millionen Deutschen die Freiheit gegeben, nach der sie sich sehnten.

Dr. Goebbels gab auch den Deutschen, die weiter- -0in im tschecho-slowakischen Staat leben müssen, Di Versicherung, daß sie auch in Zukunft nie m a l s v e r g e s s e n und niemals nerlaHen i rin würden Zweifellos würden nach der Heim- !>ehr des Sudetengebletes zunächst einmal hier uno

Wien, 19. Nov. (DNB.) Die Kriminalpolizei- Leitstelle in Wien hat Unterschlagungen größten Umfanges im früheren Bun­deskanzleramt ausgedeckt. Sie werfen ein grelles Licht auf die Gebarung der seit Jahren un­ter Dollfuß und Schuschnigg geführten Geheim­fonds und zeigen, daß es wieder einmal die Juden gewesen sind, die sowohl für sich selbst ver­standen, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen, als auch alle diejenigen politischen Parteien und Strö­mungen unterstützt haben, die jede deutschbewußte Politik in Oesterreich sabotierten. Das Haupt der Schmarotzerbande war der Jude Benjamin Schier, der seit etwa 20 Jahren im Bundeskanz­leramt denV"-Fonds, den Dollfußfonds, den Zen­tralspenden- und Pressefonds verwaltete. Die jähr­lichen Dotationen dieser Fonds werden auf etwa 10 Millionen Schilling beziffert. Hundert­tausende von Schilling steckte der Jude jährlich den vaterländischen Verbänden" zu oder subventio­nierte mit ihnen katholische Zeitungen. Namhafte Beträge flössen auch in- und ausländischen Journa­listen persönlich zu, um die öffentliche Meinung zu fälschen. Auch Otto von Habsburg erhielt allmonatlich 20 000 Schilling auf das Konto einer Brüsseler Bank. Unter den von dem Juden Schier geschmierten Rassegenossen sind die beiden Juden Leopold L i p p s ch ü h, ein übler Zeitungsverleger, und der Jude Dr. Leo Fleischer, ebenfalls ein

Zeitungsherausgeber, durch die außergewöhnliche Höhe der Dotierungen bemerkenswert. Fleischer allein erhielt 170 000 Schillinge als Darlehen, deren Rückzahlung belegmäßig nicht nachgewiesen werden kann.

Mit diesem sauberen Juden waren der frühere Kabinettsdirektor Wilhelm Plast ersky, Hosrat i. p. Richard Stagel und der seinerzeitige Gene­ralsekretär der Christlich-Sozialen Partei Hofrat i. p. Viktor Kolassa aufs engste liiert. Auch hier betragen die Bestechungssummen viele Hundert­tausend^. Selbstverständlich ist, daß der Jude Schier für sich persönlich außerordentlich hohe Auf­wendungen aus , dem ihm anoertrauten Fonds ge­nehmigte, daß er sich sein jahrelanges Liebesver­hältnis mit seiner Sekretärin Drzmisek sehr be­trächtliche Summen staatlicher Gelder kosten ließ, und daß er für Auto und Chauffeur viele Tausende von Schillingen verwandte.

Nach dem vorläufigen Abschluß der Erhebungen, die insbesondere wegen Mißbrauch der Amtsgewalt, der Amtsveruntreuung und des Vergehens nach den Devisenvorschriften geführt worden sind, wur­den die Juden Schier und Fleischer als die Haupt­schmarotzer, ferner der Kabinettsdirektor Plastersky, der Hofrat Kolassa, die Sekretärin Schiers und zwei weitere Beamte des früheren Bundeskanzleramtes dem Landgericht eingeliefert.

bigungen verpflichtet find. Der jüdische Ge­schäftsinhaber ist ebenso auch für die Weiterzah­lung der Löhne und Gehälter verantwortlich.

In welcher Weise das Judentum in seiner Ge­samtheit die ihm auferlegte Buße von einer Milliarde Reichsmark auf Grund der Vermögensinventari­sierung zahlen wird, darüber fällt Anfang der nächsten Woche nach Beratungen zwischen dem Reichswirt­schafts-, Reichsfinanz- und Reichsinnenminister die Entscheidung. Gleichviel aber, ob eine prozentuale Erhöhung der Einkommen- und Vermögens­steuer oder eine einmalige Abgabe von den inventarisierten Vermögen festgesetzt wird^ die Sühnezahlung ist auf jeden Fall gesichert, denn auch nach der Zahlung der einen Milliarde Reichs­mark wird das Vermögen einer vierköpfigen jüdi­schen Familie noch immer 40000 RM. betragen.

Die Ausführungen des Reichswirtschaftsministers Funk über die Abfindung jüdischer Vermögen in Rentenwerten weisen im übrigen der Entjudung der deutschen Wirtschaft den zukünftigen Weg. Wie der Reichswirtschaftsminister ankündiqte, wird die Abfindung im Zusammenhang mit den Forderungen des Vierjahresplanes, die Arisierung im Zusammen­hang mit der Flüssighaltung des Kapitalmarktes durchgeführt. Fest aber steht jedenfalls, daß die Rolle des Judentums in der deutschen Wirtschaft für alle Zeiten ausgespielt ist. K-v.A.

Eine neue Reichsanleihe.

1,5 Millionen Reichsmark auslosbare Lchatzanweisungen.

Berlin, 19.Nov. (DNB.) Mit Rücksicht auf dis immer stärker werdende Flüssigkeit des Geldmarktes begibt das Deutsche Reich 1,5 Milliarden RM. 4'/prozentige auslosbare Schatz- anroeifungen von 1938, IV. Folge. Die Ausstattung der Schatzanweisungen entspricht der der letzten An­leihen. Sie werden zum 1. November der Jahre 1953 bis 1958 nach vorangegangener Verlosung zum Nennwert zurückgezahlt. Das Reich behält sich jedoch die Kündigung nach Ablauf von fünf Jahren zum Nennwert vor. Der Zinslauf beginnt am 1. Novem­ber d. I. Das Anleihekonsortium legt sie zum Kurse vön 983/< v. H. zur öffentlichen Zeichnung in der Zeit vom 28.11.1938 bis 9.1.1939 auf. Die Ein­zahlungen auf die zugeteilten Schatzanweisungen durch die Zeichner verteilen sich auf die Zeit vom 17.1.1939 bis 25. 2.1939, und zwar sind 40 v. H. bis spätestens 17.1.1939 zu entrichten. Frühere Zahlungen sind zulässig. Die neuen Reichsschatz­anweisungen sind mündelsicher, ihre Stücke sind bei der Reichsbank lombardfähig. Die Schatzanweisungen können auf Wunsch in da s Reichsschuldbuch eingetragen oder in ein Sammeldepot bei einer Wertpapier-Sammel­bank gelegt werden. *

Ein Generalbevollmächtigter für das Krafifahrwefen.

Berlin, 19. Nov. (DNB.) Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring hat als Beauftrag­ter für den Vierjahresplan den Oberst von Schell z u m Ge n e r a l b e v o ll m ä ch t i g t e n für das Kraftfahrwesen ernannt. Sein Aufgaben­bereich erstreckt sich auf die Förderung und Zusam­menfassung aller notwendigen Maßnahmen für die Erzeugung, die Verbesserung der Or­ganisation, auf äußerste Typenbe­schränkung und weitestgehende Normung, sowie auf einheitliche Ausrichtung und Zielsetzung aller am deutschen Kraftfahrwesen beteiligten Dienst­stellen und Organisationen von Staat, Partei und Wirtschaft.

Mit dieser Ernennung ist der zielklare und be­schleunigte Ausbau des gesamten deutschen Kraft­fahrwesens gewährleistet, der namentlich für die neuzeitliche Ausgestaltung des Verkehrswesens von entscheidender Bedeutung ist. Durch die Schaffung einer einheitlichen Leitung im Vierjahresplan soll vor allem die dringend notwendige Rationali­sierung der Produktion erreicht und damit die Leistungsfähigkeit der Kraftfahrzeugindustrie den wachsenden Anforderungen entsprechend gestei­gert werden. Die Zusammenfassung aller Zuständig­keiten auf dem Gebiete des Kraftfahrwesens liegt auch im Interesse der Reichsverteidi­gung. Oberst von Schell, der seit einigen Jahren an maßgebender Stelle des Oberkommandos des Heeres die Fragen der Heeresmotorisie- rung bearbeitet, bet)ält diese Stellung auch in Zu­kunft bei und hat auf Anordnung des Oberbefehls­habers des Heeres, Generaloberst v. Brauchitsch, noch erweiterte Befugnisse erhalten. Ge­neralfeldmarschall Göring hat als Oberbefehlshaber der Luftwaffe Oberst v. Schell auch bestimmte Auf­träge für die Motorisierung der Luft­waffe erteilt.

Oberst o. Schell ist 1893 in Magdeburg geboren als Sohn einer alten westfälischen'Offiziersfamilie. Er trat Anfang 1914 als Fahnenjunker in das In­fanterieregiment 57 in Wesel ein. Am 24. Novem­ber 1914 wurde er Offizier. Er nahm bis Kriegs­ende am Feldzug teil als Kompanie-, später Batail­lonsführer, Brigadeadjutant und im Stabe einer Infanteriedivision. Nach dem Kriege fand er wech­selnd Verwendung in der Truppe und im General­stab. Drei Jahre wirkte er als Taktiklehrer in der neu errichteten Kriegsakademie. Seit 1936 ist er Chef des Stabes der Inspektion der Panzertruppen und Heeresmotorisierung. Bei seiner Ernennung zum Generalbevollmächtigten für das Kraftfahr­wesen hat ihn der Führer zum Obersten befördert.