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Godesberg, diePforte zur Schönheit".

Go nannte der Führer die Stadt am Ahein.

23on unserem rheinischen reg.-Miiarbeiiei.

darf der Kurort seine ihm im Laufe der Zeit von bedeutenden Männern bestätigten Vorzüge preisen. Alexander von Humboldt nannte den Ort das achte Wunder der Welt" Ernst Moritz Arndt, der lange in Godesberg wohnte, sagte, daß diese Landschaft an Mannigsaltigkeit und Erhabenheit m Deutschland schwerlich ihresgleichen finde. Und schlicht und tief empfunden ist das Wort des Führers. Er nannte Bad Godesberg: diePforte zur Schön-

Bad Godesberg ist, wie die letzten Meldungen berichten, zum Empfang gerüstet. Die gesamte Be­völkerung des Ortes sieht mit brennender Erwartung der weltgeschichtlichen Begegnung des Führers und des englischen Premierministers Chamber­lain entgegen. Jedermann ist sich bewußt, daß das

kleine, landschaftlich ausgezeichnete Bad am Rhein gegenüber dem Drachenfels und dem Siebengebirge in diesen Tagen dazu ausersehen ist, der Schauplatz für Besprechungen von unabsehbarer Bedeutung für ganz Europa zu werden. Die Verhandlungen werden, wie bereits berichtet, im R h e i n - H o t e l D r e e - s e n geführt werden. Hier wird auch der Führer mit seinem Stabe absteigen. Vor dem Haupteingang des Hotels wehen die Hakenkreuzflagge und der Union Jack. Auch die Uferstraße am Rhein und viele Häuser sind mit den Flaggen der beiden Landdr geschmückt. Premierminister Chamberlain wird mit seiner Begleitung im Hotel auf dem Pe­tersberg absteigen, das auf der anderen Seite des Rheins de.r Wohnung des Führers im Hotel Dreesen gegenüberliegt. Auch hier ist man bereits für den Empfang der englischen Gäste gerüstet.

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BERLIN

Köln

Bad Godesberg, im September.

Die großen politischen Entschlüsse, durch die die Weltgeschichte gemacht wird, sind oftmals fern von den großen Hauptstädten in der Stille und Zurück­gezogenheit gefaßt worden, und im neuen Deutsch­land zählt der ruhige Kurort Bad Godesberg in erster Linie zu den Plätzen, die Anspruch auf einen Namen in der Geschichte unserer Tage erheben können. Mehr als einmal sind im vergangenen Jahrzehnt in Bad Godesberg Entscheidungen ge­fallen, die bedeutsam waren für die Entwicklung der NSDAP, während der Kampfzeit, für das Dritte Reich und für den Weg zum großdeutschen Volksstaat. Auf der hellen Terrasse des Rheinhotels Dreesen hat der Führer immer wieder im Anblick der romantischen Uferlandschaft des Sieben­gebirges weittragende Entschlüsse gefaßt und Ver­handlungen geführt, von denen unendlich viel für die politische' Zukunft Deutschlands und Europas abhing.

Viele Geschichten kursieren über den rheini­schen L i e b l i n g s a u f e n t h a l t des Füh­rers. Daß Adolf Hitler gerade Godesberg und das Rheinhotel Dreesen dazu gewählt hat, wax mit durch die Verhältnisse bedingt, die in Deutschland vor 1933 bestanden. Damals war die Anwesenheit des Führers der NSDAP, in den größeren Städten ein Ereignis, und der Führer hatte gute Gründe, seine denkwürdig gewordenen Reisen durch Deutsch­land seinen damaligen Gegnern nicht von vornherein zu verraten. Er blieb unsichtbar und beantwortete die aufgeregt fragenden Schlagzeilen der Presse: Wo ist Hitler? mit einem unvermuteten Auftauchen in den Städten, in denen man ihn am wenigsten vermutet hatte.

So war auch Bad Godesberg im Anfang nichts anderes als ein den Gegnern unbekanntes Stand­quartier des Führers und der im Wachsen begriffe­nen Bewegung. Kurz vor der Machtübernahme, am 4. Januar'1933, fuhr Adolf Hitler in einem ge­schlossenen Wagen vom Rheinhotel Dreesen ohne Angabe eines Zieles ab. Seinen Getreuen befahl er wie Reichspressechef Dr. Dietrich es in seinem BucheMit Hitler in die Macht" schildert, am Nachmittag auf der Landstraße nach Düsseldorf, drei Kilometer nördlich von Köln,, auf ihn zu war­ten. In der Zwischenzeit sand in'Köln die entschei­dende Besprechung im Hause des Herrn von Schröder statt.'Bis dahin waren die häufigen Aufenthalte des Führers in Bad Godesberg nur wenigen Außenstehenden bekannt. Erst nach dem Umschwung hörte man öfter, daß der Führer in gewissen Abständen nach Godesberg zu kommen pflegte und dort führende Männer des In- und Auslandes empfing. Alles aber, was sich in den reservierten Räumen des Rheinhotels Dreesen in bedeutsamen Unterredungen abspielte, blieb geheim. Wenn auch oft genug ausländische Journalisten sich tage-, ja wochenlang in dem Godesberger Hotel ein- mi'eteten, um zufällig Zeugen eines Besuches oder einer wichtigen Verhandlung zu sein, so war doch keinem von ihnen das Glück beschieden, jemals einen exakten Bericht an sein Blatt drahten zu können.

Und nun hat Bad Godesberg längst seinen Na­men in die Geschichte des neuen Deutschland und des neuen Europa eingetragen. Der Ruhm der Stadt in anderer Hinsicht ist aber viel älteren Da­tums. Das Mineral-Stahlbad, die sonstigen Kur­mittel und die prächtigen Anlagen dienen Jahr für Jahr vielen tausend Leidenden zur Stärkung und Erholung. Die studentische Jugend von Bonn machte Godesberg zum romantischen Schauplatz ihres fröh­lichen Treibens. Und der Wein, dessen nördliche Wachstumsgrenze die Hänge von Godesberg sind, tat sein übriges dazu. Vor der alten Redoute in Godesberg, in den schattigen Parks und in dem berühmt gewordenen GasthausZur Linden- wirtin" (beim Aennchen Schuhmacher) spielte sich zur Vorkriegszeit das vielfarbige Gesellschaftsleben der Kurgäste, der Bonner Soldaten und der. Stu­denten in rheinischer Fröhlichkeit ab. Wer es in Köln, in Düsseldorf oder irgendwo in einer rheini­schen Stadt im Laufe eines arbeitsreichen Lebens zu etwas gebracht" hatte, dessen Traum war es, seine Tage in einer Villa in Godesberg zu beschlie­ßen. So ist Godesberg jahrzehntelang eine typische Rentnerstadt gewesen, deren mannigfaltige Vorzüge inzwischen aber auch mehr und mehr von den Männern der Heilkunde erkannt worden sind. Fremdenverkehr und Kurbetrieb sind im Wachsen. Zahlreiche Engländer und Holländer, aber auch Bel­gier und Franzosen verleben Jahr für Jahr ihre Urlaubswochen zu Füßen der alten Godesburg vor dem bezaubernden Panorama der Sieben Berge.

Godesberg selbst bezeichnet sich gern als den Ort mit dem Riviera-Klima. Ein solches Attribut verpflichtet auch zu schönen und harmonischen Da­seinsformen. lieber das Bezwingende d^r Natur hinaus bietet Godesberg seinen Besuchern frohe Feste, künstlerische Veranstaltungen und heitere Abende. Die Rundfunkhörer lauschen gern den über alle deutschen Sender gehenden Darbietungen, die der Reichssender Köln regelmäßig bringt. Der Name Godesberg ist populär geworden, und mit Recht

Besonders charakteristisch für den tschechischen Größenwahn ist diese Karte mit den Verteilungs­plänen des Herrn Hanufch (Hans) K u f f n e r, die er im November 1918 in einer mit Karten illustrierten SchriftUnser Staat und der Weltfriede" veröffentlichte. Nach der Art der nordamerikamschen Indianerreservationen sollten die Deutschen auf einem Gebiet zwischen Münster und München unter­gebracht, von der Nordsee und Ostsee aber verdrängt werden. Die Karte ist dem ausgezeichneten Buch von Rudolf JungDie Tschechen" entnommen. (Volk und Reich-Verlag. Scherl-M.)

Der Traum von 1911

Am 7 Juni 1914 man beachte dos Datum, das drei Wochen vor der Ermordung des öster­reichischen Thronfolgers Franz Ferdinand liegt! überreichte der tschechische Vorkriegssührer Dr. Karl Kramarsch dem russischen Botschafter in Wien eine Denkschrift, die den Gedanken einer völligen Russisizierung Mittele u^opas unter Aufteilung von Oesterreich-Ungarn und Deutschland behandelte. Von Deutschland sollte nur eineR e - feroation" übrig bleiben, die etwa von der Elbe über Leipzig bis Münster im Norden und von Passau bis Freiburg im Süden reichte. Die russische Grenze sollte über die Oder vorverlegt werden und Vorpommern mit Rügen umfassen. Zu der Tschecho- Slowakei im jetzigen Umfange sollten noch Schle­sien und die jetzigen Gaue Ober- und Niederdonau bis zur Donau geschlagen werden. Norddeutschland aber sollte in drei Länder aufgeteilt werden: In einWeserland" unter der Herrschaft der Welfen und in zwei VasallenstaatenUnterelbe" undOberelbe", während die dänische Grenze an die Lanie Hamburg Rostock vorverlegt gedacht wurde. Wir sagten schon, daß das Mittelstück Deutschlands ohne Küsten­gebiet und ohne Herrschaft über einen einzigen deutschen Strom den schönen NamenReserva­tion für Deutsche" tragen sollte, der bewußt

nach den in den Vereinigten Staaten bestehenden Reservatgebieten (Naturschutzparks) für Indianer gebildet war. Um aber das Bild zu runden, wurde daran gedacht, daß dieses jämmerliche Rumpf­deutschland von den Habsburgern re­giert werden sollte.

Dr. Kramarsch hatte sich gleich einen vollständigen Verfassungsentwurf für dieses neue Eu­ropa ausgedacht: Dasslawische Reich, genannt slawischer Bund", sollte bestehen aus dem russischen Reich und je einem polnischen, tschechischen, bulgarischen, serbischen und montenegrinischen Za­rentum (Königreich). Der russische Kaiser, der in dem Entwurf Imperator" genannt wird, oder einer feiner Vertrauensmänner sollten von einem allslawischen Reichsrat zum Herrscher der Bundes­staaten gewählt werden, ja die Tschechen erklärten sich auch einverstanden, daß das tschechische Zaren­tum in Personalunion mit dem russischen Kaiser­tum verbunden werde und der moskowitische Im­perator nur einen Statthalter in Prag ernenne. Als Menschheitsbeglücker, dB die Tschechen nun eben einmal sind, arbeiteten sie gleichzeitig einen ganz ähnlichen Vorschlag für die Polen aus. Der Artikel XVIII dieses Derfassungsdeschlusses be­stimmt:In allen nicht-russischen Ländern des Bundes ist der russische Unterricht, mit der zweiten Volksschulklasse beginnend, obligatorisch. An den Mittelschulen werden russische Sprache mit Literatur russisch unterrichtet. An den Hochschulen müssen Lehrstühle für russische Sprache, Geschichte und Literatur sein. Die über diese Fächer russisch Dorgetragenen Vorlesungen sind für alle Hörer Pflichtfächer." Artikel XIX erklärt:Die Befehls­sprachen der ganzen Reichsarmee und -Marine ist das Russisch e."

Nach dem Zusammenbruch der russischen Zaren­herrschaft im Weltkrieg gingen die Tschechen un­verzüglich daran, ihren famosen Aufteilungsplan umzumodeln und den veränderten Verhältnissen an­zupassen. Es entstand die hier wiedergegebene Karte des Herrn Hanusch Ruffner, die die Wünsche

der Tschechen für die Gestaltung Mitteleuropas vor der Pariser Friedenskonferenz unterstützen sollte. Man sieht bescheidener waren die Tschechen seit 1914 nicht geworden, aber diese tschechischen Welt- eroberungs- und Weltbeglückungsideen haben auch noch bis in unsere Tage nachgewirkt. Noch im Januar 1937 wurde der damalige österreichische Bundeskanzler Schuschnigg bei seinem Besuch in Prag mit dem sogenannten H odza-Plan be­faßt, den' der bisher noch amtierende tschechische Ministerpräsident Hodza bei seinem Gegenbesuch zu Ostern 1937 in Wien mit allen Mitteln zu fordern suchte Dieser Plan sah vor, daß das ganze Donau­becken bis hinunter an das Schwarze Meer unter politisch - militärisch - wirtschaftlicher Assistenz Frankreichs in ein t s ch e ch i s ch e s E l n ! lu ß - gebiet verwandelt werde, damit auf solche Weise Deutschland auf den Jsolierschemel gesetzt werde.

SieGevurtde« Hochdeutschen.

In seinem Zwiegespräch mit dem Vertreter der Daily Mail", Ward Price, sagte der Füh­rer, daß das moderne Deutsch durch die Dipio- matensprache geschaffen wurde, die in den Regie­rungskanzleien des Deutschen Kaisers in Prag, sei­ner zeitweiligen Hauptstadt, gesprochen wurde. Vielfach wird unser heutiges Deutsch auf die für» sächsische Kanzlei zurückgeführt. Das ist ein Irrtum. Es entstand tatsächlich unter der RegierungZzeit Karls IV., den man auchdes Deutschen Reiches Stiefvater und Böhmens Vater" genannt hat. Wir wollen uns in den Streit nicht einlassen, ob die Be­zeichnung zu Recht gewählt wurde es sind dabei viel zu viel zeitgeschichtliche Bedingtheiten zu beach­ten, die erst weitläufig erklärt werden mußten. W:r halten nur Folgendes fest: Karl IV. stammt aus dem westdeutschen Geschlecht der Grafen von Luxem­burg, war Deutscher Kaiser und König von Böhmen und dachte an eine Ausbreitung seiner Hausmacht längs der Elbe und der Oder nach Norden hin. Er residierte in feinen letzten Jahren in Tangermunde an der Elbe, besuchte auch Lübeck und erwarb nach dem Ausgang des Streites um denfalschen Walde­mar", den Willibald Alexis (Wilhelm Häring) in feinem gleichnamigen Roman sehr anschaulich schil­dert, die Mark Brandenburg. In der Kanzlei Karls IV. arbeitete nun Johann von Neumarkt, ein geborener Schlesier, der von den großen Strömun­gen der beginnenden Renaissance angerührk war. Er entwickelte eine deutsche Schriftsprache für die Kaiserliche Kanzlei, deren erstes Ziel die lieber» drückung der niederdeutschen und der oberdeutschen Sprachunterschiede war. Da auch das Kurfürsten­tum Sachsen gerade an der Grenze zwischen der ober- und niederdeutschen Sprache lag, so wurde die Kanzleisprache Karls IV. auch von den kursächsiscben Regierungsbehörden übernommen. Ungefähr 150 Jahre später griff Luther auf das zuerst in den Prager und später in den kursächsischen Kanzleien entwickelte Schriftdeutsch zurück und gab ihm im Wortgebrauch und im Stil eine Fülle und Kern- haftigkeit, wie sie das Amtsdeutsch niemals besessen hatte, lieber die sprachschöpferische Gewalt und Ur­sprünglichkeit seiner Bibelübersetzung braucht kein Wort verloren zu werden. Wir runden das Bild Karls IV. durch den Hinweis ab, daß er durch die Anlage eines brandenburgischen Handbuches, etwa im Jahre 1375, sowohl die Grundlage für eine steuerliche Erfassung des Landes wie auch für eine grundbuchmäßige Festlegung aller landwirtschaft­lichen »Befitzverhältniss^ geschaffen hat. Sein Sobn Sigismund belehnte dann während des Konstanter Konzils im- Jahr 1417 die Hohenzollern mU der Mark Brandenburg. Dr Ho.

Kunst und Wissenschaft.

Internationaler Kongreß für Unfallmedizin und Berufskrankheiten.

Arn 26. September wird in Frankfurt a. M der VIII. Internationale Kongreß für U n - fallmedizin und Berufskrankheiten eröffnet. Das wissenschaftliche Programm sieht eine gemeinsame Tagung der beiden Abteilungen des KongressesUnfallmedizin" undBerufskrankhei­ten", vor mit der Erörterung des ThemasAnlage und Abnutzung in ihrer Bedeutung für Unfall und Berufsschädigung". Die folgenden Tage sind mit Verhandlungen innerhalb der einzelnen Sektionen aüsgefüllt.

Deutsche und internationale Tagung für gerichtliche Medizin in Bonn.

Am 21. September tagt in Bonn unter dem Vor­sitz von Professor Dr. Buhtz (Breslau) die Deutsche Gesellschaft für gerichtliche, soziale Medizin und Kriminal st ati st ik. Es werden außer Fragen der Unfallbegutachtung, des gewaltsamen Todes und vor allem des Gift­nachweises das ProblemAlkohol und Ver­kehr" erörtert. Insbesondere werden auch neuere Untersuchungen über die gerichtsärztliche Blutpro­benreaktion zur Sprache gebracht. Vom Breslauer Institut für gerichtliche Medizin sprechen Professor Buhtz über fragliche Ertränkungsbefunde, Dr. Struck über den spektographischen Giftnachweis und Dr. Sommer über Begutachtung der Alkohol­beeinflussung. Jrn Anschluß an die deutsche Tagung findet der erste Internationale Kongreß für gericht­liche, soziale Medizin und Kriminalstatistik statt, zu dem sich prominente Vertreter der gerichtlichen und sozialen Medizin aus 35 Nationen angemeldet haben. Zahlreiche ausländische Gelehrte werden mit ihren deutschen Kollegen Vorträge halten.

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Hotel Dreesen in Bad Godesberg. (Scherl-Bilderdienst-

Kurhaus Petersberg in Königswinter gegenüber Godesberg. -=> (Scherl-Bilderdienst-W.)

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