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Gießen (Kirchstraße 12), den 20. September 1938.
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Die Trauerfeier findet am Freitag, dem 23. September, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt
Unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin, Nichte und Kusine Sofie Bepler
ist am Dienstag, dem 20. September, für immer von uns gegangen.
In tiefer Trauer:
Familie Franz Bepler.
Geschwister Bonarius.
Gießen, den 21. September 1938.
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Für die liebevolle Anteilnahme bei dem Heimgang unserer unvergeßlichen Entschlafenen danken wir herzlich.
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Für die erwiesene Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Tante
Frau Marie Schneider Wwe.
geb. Becker
sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank
Familie Philipp Mohr
Reiskirchen, den 21. September 1938
nenden Worten die Brote anvertraute. In manchen
Buntes Allerlei
die sonntäglich gekleideten Mägde den schweren, die Großmacht, das Da ebenfalls mit Guirlanden und Blumen geputzten Bauer oder die Bäuerin. Backtrog vor den Ofen, dem die Hausfrau mit feg- 1 pflegten sich die Nachbar-
Nachbarn und Freunde zu einer
Straßennamen im Volksmund.
Berlin wird nach dem Generalbebauungsplan fein Gesicht von Grund auf verändern. Ganze Straßen- züge werden verschwinden, und die Straßen werden! ihren alten Namen hergeben müssen, um einen! neuen, zeitgemäßeren zu tragen. Vielleicht wird; darunter auch die eine oder andre sein, für deren Namen sich der Berliner Volksmund seine eigenen Bezeichnungen zurchtgemacht hatte. Beginnen wir in weit zurückliegenden Zeiten. Weil an der Kreuzung Iägerstraße-Oberwallstraße ein Schlächter, ein Par- iümeriehändler und ein Kleiderhändler wohnten, nannte sie Heinrich Seidel in seiner „Reise von Berlin nach Perlin" die „gleichgültige Ecke"; denn, wie der Berliner sagt, bei dem einen ist alles „Wurscht", beim zweiten alles „Pomade" und beim dritten alles „Jacke wie Hose". Die Auguststraße hieß nach dem dort liegenden Armenhaus die „Armesündergasse", die Kleine Auguststraße nach ihren flatterhaften Mädchen die „Fledermausgasse", ein Teil der Wallstraße nach einer Zuckersiederei die „Sirupgasse". Alter Berliner Humor, der die Zeiten überdauert hat, denn noch heute kann man hin und wieder aus dem Munde alter Reichshauptstädter diese Namen hören. Aber die jüngere Vergangenheit und die Gegenwart sind nicht ärmer an humorvollen Straßennamen. Wollte man für sie ähnliche auf Tatsache beruhende Begründungen suchen wie in alter Zeit, fo müßte man etwa annehmen, daß in der „Dickfresserstraße" Menschen mit besonders großem Appetit wohnen. Kein Gedankeder Berliner nennt die Defreggerstraße so. Und wenn von der „Schmalzpaket"-straße die Rede ist, so ist ganz einfach die Malplaquetstraße gemeint.
Den „Alex" kennt jeder in Berlin, hoffentlich war er aber nicht „uffn Alex", denn das würde bedeuten, daß er den Weg zu einem dort befindlichen
Hatte der Ofen sein Pflicht getan, waren die ausgebackenen Brote herausgezogen, dann wurden sie in dem Backtrog in feierlichem Zuge, den die Bäue- rien eröffnete, ins Haus getragen, das bald von dem herzhaften Duft des frischen Brotes erfüllt war. Angeschnitten wurde der erste Laib beim Abendbrot. Dazu versammelten sich in der großen Eßstube alle Hausgenossen, — vom Hütejungen bis zum Bauern, von der Kleinmagd bis zur Bäuerin. Ehe diese jedoch die dicken Scheiben abschnitt und auf den mit der Backtrog-Guirlande bekränzten großen irdenen Brotteller schichtete — die Backofen-Guirlande blieb bis zum nächsten Backtage hängen — bekreuzte sie dreimal mit dem Messer den Brotrücken. (Diese Zeremonie wird heute zuweilen noch insofern angewandt, als die Bauersfrau bei der Zurichtung des Teiges mit einem Messer in die Brvtrücken drei Kreuze schneidet, die dann nach dem Backen in breiter Form sichtbar sind). Aus der Hand der Bäuerin erhielt dann jeder einzelne Hausgenosse ein Stück frisches Brot, auf das eine Prise Salz gestreut wurde. Das Essen solchen frischen Brotes begann und schloß jedesmal mit einem kurzen Gebet; und zwar betete vor der Mahlzeit der Großknecht oder die Großmacht, das Dankgebet aber sprach der ~ ‘ . — Nach dem Dankgebet
benes Gesetz, daß, während die neuen Brote im Ofen gar gemacht wurden, im Hause altes Brot nicht mehr mit einem Messer geschnitten werden durfte, weil sonst — nach altem 'Dorfglauben — alles im Laufe des Jahres gebackene Brot Wasserstreifen haben würde.
willig angetreten hat. Allgemeine Berühmtheit hat die „General-Pappkarton-Straße" in der Nähe vom Bahnhof Papestraße erlangt. Zwar hat dieser scherzhafte Name seinen Ursprung in kriegerischen Zeiten, doch — einen tapferen Krieger Pappkarton hat es nicht gegeben. Vielmehr befand sich in der General-Pape-Straße das Bezirkskommando, in dem sich die wackeren Vatsrlandsverteidiger während des Krieges mit ihrem Pappkarton zu stellen hatten, in dem sie dann ihre „Zivilkluft" zurück-
schicken mußten.
Brotbacken und Brauchtum.
Die alten dörflichen Backöfen, die früher auf jedem größeren Gehöft zu finden waren, verschwinden immer mehr, und mit ihnen geht auch ein Stückchen ländlicher Romantik zugrunde. Die gewerblichen Bäckereien haben auch auf dem Lande die bäuerliche Hausbrotbäckerei überflüssig werden lassen. Höchstens in vom Verkehr weit abseits liegenden Dörfchen oder auf einsamen Gutshöfen ist der alte steinerne Backofen noch anzutreffen. Dort tut er auch heute noch in vorbildlicher Weise seine Dienste und spendet das kernige' Bauernbrot in gewichtigen Laiben. Ehedem waren die Backtage auf dem Lande kseine, mit allerlei symbolischem Brauchtum verbrämte Feste. Unter Wahrung besonderer Zeremonien wurde das erste Brot aus der neuen Ernte gebacken. Wie eine feierliche Handlung mutete es schon an, wenn die Bäuerin das frische Mehl kunstgerecht anmengte und den Teig knetete. Am frühen Morgen des eigentlichen Backtages heizten die Knechte nicht nur den Backofen an, sondern die schmückten ihn auch mit buntem Laub und Herbstblumen. Und dann trugen
Stippvisite einzufinden, um das frische Brot zv kosten und festzustellen, ob es geraten war; und das Lob ihres Brotes war für die Bäuerin stets der größte Stolz.
Die drei Lehrer.
Ein Knabe fragte Mozart, wie man das Komponieren anfangen solle. „Wie man das anfängt?"; lachte der Meister. „Gar nicht!" Aber etwas müsse man doch tun, wandte der Knabe ein. „Nichts, nichts! Nur abwarten!" „Sie haben aber doch schon komponiert, als Sie noch viel kleiner waren als ich", sagte der Zwölfjährige. „Freilich habe ich das!" erwiderte Mozart, „aber nie nach dem Rezept gefragt. Man muß es in sich haben. Wenn man das hat, so drückt's und quält's einen: man muß es machen, und man macht's auch und fragt nichts darum." Der Knabe stand traurig und fragte kleinlaut, ob es denn nicht ein Buch gäbe, woraus man das lernen könne „Schau, mein Junge", erwiderte Mozart freundlich und streichelte ihm die Wangen. „Das ist wieder nichts! Hier, hier und hier'!" — er zeigte auf Ohr, Kopf und Herz — „hier ist alle Weisheit! Wie's die drei Lehrer haben wollen, so kann man's getrost hinschreiben. Der vierte Schulmeister findet sich hinterher ganz von selber."
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theoder Kümmel. D.A.VIII.38 : 8916. Druck- und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu« strierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig
Gegenden der Mark Brandenburg (Havelland, Prignitz, Barnim usw.) war es außerdem Brauch, auf die erften frischen Brote, die in den heißen Ofen roten Gebäude (Polizeipräsidium) nicht ganz ftei- geschoben wurden, einige Körner Kümmel zu streuen, * «x lu-*.l u_l Oamif das Brot allezeit „eine gute Bekommms
habe. In weiten Kreisen der Neumark (Oder- und Warthebruch, Sternberger Land) sowie im Lande Lebus und Beeskow-Storkow galt es als ungeschrie-
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Hans Geißler Else Geißler, geb. Schmid 'Vermählte
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