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Die Legende der tschechischen Legionen
Sie Armee der Ueberläufer auf ihrem Zug durch Sibirien 1918/20.
von Religionsgesellschaften einmütig beteiligt. Nach Verlesung von Begrüßungstelegrammen des Ministerpräsidenten K o n o e und des Außenministers nahm die Versammlung eine Entschließung an, in der es heißt: „Wir Angehörige verschiedener Religionsgemeinschaften sind entschlossen, uns für die Ausrottung und Zerschlagung der Kommunistischen Internationale, die der gemeinsame Feind der Menschheit ist, einzusetzen. Wir wollen alle Kräfte zur Vertiefung des Antikominterngeistes und zur Förderung der Beziehungen zu den uns verbündeten Mächten aufbieten."
Japanische Neligionsgesellschasten in der Antikominternkront.
^o ki o, 20. Sept. (Ostasiendienst des DNB.) An !r großen Kundgebung zur Festigung der Anti- ninternfront haben sich zusammen mit Ireichen Vertretern der japanisch-deutsch-italieni- H Freundschaftsoereinigung auch 90 Vertreter
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Berlin, 20. Sept. (DNB.) In Wien traf eine Gzielle mandschurische Freunds ch a f t s - b Wirtschaftsmission ein, die sich auf kittadung der Reichsregierung zu einem 2^wöchigen besuch in Deutschland aufhalten wird. Die Mission, irren Präsident der Wirtschaftsminister von Man- jtiutuo, Han Jun-Chieh, ist, setzt sich aus sten Offizieren, Beamten und führenden Wirt- ^ftlern zusammen. Ihr Zweck ist die Förderung
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_____________ v__j. Die Mssion wird beiegenheit haben, mit führenden Persönlichkeiten ton Staat, Partei und Wirtschaft Fühlung aufzu- ^itnen und öffentliche und privatwirtschaftliche Ein- ^tungen Deutschlands kennenzulernen.
Als die tschechischen Legionen sich selbst und ihren inzwischen angesammelten Raub im Frühjahr 1918 auf die sibirische Bahn verladen, um nach Wladiwostok zur Verschiffung nach Europa zu ziehen, sind sie 50 000 Mann stark, einer ihrer Führer zählt es in einem Brief vom 15. Oktober 1919 später auf: „12 Regimenter Infanterie, 2 Regirnen-
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lässigen oder aus Oesterreich herübergewechselten Tschechen, die erst Kriegsgefangene sind, ein Bataillon gebildet. 1916 wächst es durch ständigen Zulauf von Deserteuren und Ueberläufern zu einem Regiment an, im gleichen Jahr zu einer Brigade. Die Massendesertionen der Tschechen an der österreichischen Front dauern an. Das aktive russische Militär verhält sich gegen die Tschechen ablehnend; ein russischer Korpsgeneral spricht es öffentlich aus: „Wer einmal zum Verräter wird, wird es auch wieder!" Er sollte auf grauenhafte Weise Recht behalten.
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in er^er ßin$e die Organisation der ehemaligen Legionäre selbst haben um die Le- ß °n^n,.u.nb lhre famose „anabasis", ihren Zug durch Sibirien 1919 bis 1920, einen so dicken Glo- ^""Ust gewoben, daß selbst heute noch über Sinn 9fncTA„s a • ^nes Zuges vielfach, vor allem im Ausland, eine erstaunliche Unkenntnis herrscht. Die Klonen, die heute noch in der Tschechei eine er« A^tiche Rolle spielen, sind nicht nur mit der Ent- Iteoung des fragwürdigsten Staatswesens der Welt aufs engste verbunden, sondern ihr Zug durch Si- ullen seinen Einzelheiten so typisch l|cyechisch, daß wir einmal den wahren Sachverhalt hier darstellen wollen. Wir folgen dabei im Wesentlichen dem Buch des ftüheren russischen Ge- neralleutnants Konstantin W. Sakharow „Die tlchechlschen Legionen in Sibirien", Berlin 1931. Der General, in der Zeit von 1918 bis 1920 Generalstabschef des weißrussischen Admirals K o lisch ak, spricht nicht nur als Augenzeuge, sondern verfügt auch heute noch über eine lückenlose Be- weissammlung an Dokumenten, Photos, Briefen zahlreicher anderer Augenzeugen usw. Es ist bezeichnend, daß die tschechische Regierung bei Erscheinen des Buches v1931 zum 10jährigen „Jubiläum" des Raubzuges durch Sibirien, in peinlichem Schrecken über die aufsehenerregenden Enthüllungen des russischen Generals völlig schwieg', erst nach Monaten das Buch verbot, aber niemals auch nur den Versuch einer Widerlegung gemacht hat. Nicht weniger bezeichnend, daß der famose Völkerbund, bem General Sakharow sein gesamtes Beweismaterial wieberholt zur Feststellung und Prüfung anbot, dankend ablehnte — denn der Korn-
Glückwunsch des Führers zum Dienstjubiläum des Generalobersten v. Fritsch
Berlin, 21. Sept. (DNB.) Generaloberst Freiherr v. Fritsch begeht am heutigen Tage die 40jährige Wiederkehr seines D i e n st e i n - tritts in die Armee. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht sandte aus diesem Anlaß dem früheren Oberbefehlshaber des Heeres folgendes Glückwunschtelegramm: „Anläßlich der 40jährigen Wiederkehr des Tages, an dem Sie in die Armee eintraten, gedenke ich Ihrer mit den herzlichsten Glückwünschen, verbunden mit aufrichtigem Dank für die beim Wiederaufbau der Wehrmacht geleistete Arbeit und den besten Wünschen für Ihr weiteres Wohlergehen.
Adolf H i t l e r."
Aus aller Welt.
Tag für Denkmalpflege und heimalfchuh 1938 in Hamburg.
In Hamburg fand die Eröffnung des Tages für Denkmalpflege und Heimatschutz statt. Gaupropagandaleiter Schmidt betonte, daß nirgendwo die Arbeit der Heimatschutzbewegung als notwendiger empfunden werde als in einer Weltstadt wie Hamburg. Der Vorsitzende des Deutschen Heimatbundes, Landeshauptmann SA.-Brigadeführer Haake, konnte auf eine Fülle von erfolggekrönter Arbeit im Schrifttum, Ausstellungswesen und vor allem in der Tätigkeit in den Landschaften Hinweisen. Ministerialrat H i e ck e bekannte sich als Leiter des Deutschen Denkmalpflegetages zu der Synthese verständnisvoller Pflege großer Tradition und gesunder Fortentwicklung.
Internationaler Lhirurgie-Kongreh in Vrüsssl.
In Brüssel wurde durch den belgischen Innen-. minifter Merlot der 11. Internationale Chirurgen - Kongreß eröffnet, an bem sich Vertreter aus insgesamt 48 ßänbern beteiligen. Deutschland» ist durch zahlreiche namhafte Chirurgen, daraunter die Professoren Stich, Sauerbruch, Haberland und Demel (Wien) beteiligt. Die belgischen Behörden haben zahlreiche Veranstaltungen für- die Kongreßteilnehmer vorgesehen. Der deutsche Geschäftsträger Dr. von Bargen gibt einen Empfang für die deutsche Abordnung und namhafte belgische Chirurgen.
Labrador-Expedition der nordischen Lander.
In Zusammenarbeit mit den USA. und Kanada ist für den nächsten Sommer eine wissenschaftliche Expedition nach Labrador geplant, an der sich neben finnischen auch norwegische und dänische Wissenschaftler beteiligen. Die Expeditton will sich in
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verletz; parteibildenden Kräfte kommen in Polen.oft ganz
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erster Linie naturwissenschaftlichen, geologischen, geographischen, archäologischen und klimatologischen Ausgaben widmen.
Goethe-Medaille für Professor Feddersen.
Der Führer und Reichskanzler hat dem Professor Dr. h. c. Hans Feddersen in Kleiseer- Koog, Post Niebell (Schleswig-Holstein) in Anerkennung feiner Verdienste um die deutsche Kunst die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.
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Hans P. Feddersen wurde am 29. Mai 1848 in Wester-Schnatebüll in Schleswig-Holstein geboren. Er studierte an der Weimarer Kunstschule und an der Düsseldorfer Akademie, wo er Meisterschüler von Oswald Achenbach wurde. Studienreisen führten ihn nach Polen, Rußland, Italien und Oesterreich. Von seinen Werken sind vor allem die friesischen Landschaften hervorzuheben, daneben eine Reihe charaktervoller Bildnisse. — Professor Feddersen ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste.
Lin neuentdecktes Jugendwerk von Brahms.
Ein neuaufgefundenes JugeLdwerk von Johannes Brahms wurde jetzt erstmals der Oeffentlichkeit übergeben. Es handelt sich um ein Trio in A-dur für Klavier, Violine und Violoncell, das aus der Zeit der großen Kunstreise des Meisters im Sommer 1853 stammt. Eine volle Ausnutzung der Klang- eigenschaften der Streichinstrumente vereint sich in hervorragender Weise mit denen des Klaviers und sichert in Gemeinschaft mit der vollendeten seelischen Aussprache, der durchgebildeten Form und der logischen Weiterführung der keimkräftigen Themen bem Werk überzeitliche Gültigkeit. Die Herausgabe besorgten Ernst Bücken unb Karl H a s s e im Verlage Breitkopf & Hätte!.
Der polnische Stralosphärenslug.
Hauptmann B u r z y n s k i, ber Pilot Dr. Nar- kiewicz, der wissenschaftliche Begleiter sowie der gesamte Stab der polnischen Stratosphärett- Expedition hat dieser Tage Warschau verlassen, um die letzten Vorbereitungen für den Ballonstart in die Stratosphäre vorzunehmen, der im Chocholow- Tal, unweit von Zakopane im Tatragebirge demnächst vor sich gehen soll. Man erwartet, daß der Start in der zweiten Septemberhälfte stattfinden wird, doch hängt ber genaue Zeitpunkt von den Wetterbedingungen ab. Etwa 100 Berichterstatter und Filmoperateure werden beim Start des „Gwiazda Polski" zugegen sein, der der größte je erbaute Ballon ist.
Schwere lleberschwemmungsschäden in Bengalen.
Die feit Wochen in mehr als 15 Verwaltungsbezirken Bengalens herrschenden Ueberflutun« gen haben seit Jahren nicht mehr erreichte Ausmaße angenommen. Rund 500 000 Menscheis sind bisher obdachlos geworden und mußten von den Behörden und religiösen Gemeinschaften unterstützt werden. Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten von Bengalen ist ein Hilfs-Ausschuß gebildet worden. Der schwer in Mitleidenschaft gezogenen Landwirtschaft wurden Unterstützungsgelder in Höhe von 260 000 Pfund (rund 3,25 Millionen Mark) zur Verfügung gestellt. Weitgehende Regierungsmaßnahmen sollen geplant sein.
Schweres Unwetter über Buenos Aires.
Bundeshauptstadt und Provinz Buenos Aires hatten unter einem schweren Unwetter zu leiden. Bisher konnten 14 Todesopfer gezählt werden, die im Schlaf durch einstürzendes Gemäuer erschlagen wurden. Die Zahl der Toten soll noch höher sein, doch fehlen bis jetzt die amtlichen Angaben, da die Fernleitungen größtenteils zerstört worden sind. Der Schaden ist sehr groß.
Eine Windhose über Dänemark.
Eine W i n d h o s e von ungewöhnlicher Stärke ging über die Gegend zwischen Aalborg und Thi- stid (Dänemark) hinweg, sie hat besonders in Halo- rimmen beträchtlichen Schaden angerichtet. Es wurden viele Dächer abgetragen, Hunderte von Fensterscheiben zertrümmert, verschiedene leichte Bauten völlig zerstört. Die Stromversorgung und der Telephonverkehr waren zeitweise unterbrochen. Personen sind glücklicherweise nicht verletzt worden. Die Betroffenen schätzen ihren Verlust auf mindestens 30 000 Kronen.
Sleinbruchunglück in den Albaner-Bergen.
In einem Steinbruch der Albaner-Berge hat sich ein Unglück ereignet. Der obere Teil des größten Steinbruches von Marino ist plötzlich eingestürzt. Steinblöcke im Gewichte von Tausenden von Tonnen stürzten zu Tale. Einige Steinhauer waren gerade mit dem Laden eines Lastzuges beschäftigt; fünf von ihnen wurden berschüttet. Es besteht keine Hoffnung, sie noch lebend bergen zu können, denn die Schuttmassen sind zwanzig Meter hoch. Der Einsturz wurde im Dorfe wie ein Erdbeben wahrgenommen. Die Feuerwehr von Rom ist mit den Bergungsarbeiten beschäftigt.
Schweres Eisenbahnunglück in Kalifornien.
In Süd-Kalifornien ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück, das zehn Tote und 40 Verletzte forderte. Durch heftige Wolkenbrüche waren die Schienen der Souttiern-ttacikic-Eisenbahn mit Geröll und Sandmassen überdeckt worden. Dies verursachte den Zusammen stoß zweier Expreßzüge bei Tortuga des New-Orleans—Los-Angeles- Expreß und eines nach Chikago fahrenden Luxus- Zuges.
Furchtbare Bluttat in Havanna.
In Havanna hat ein Bauer mit einem Messer seiner Mutter, seinem Onkel und sieben Brüdern den Kopf abgeschnitten und dann das Wohnhaus in Brand gesteckt. Anlaß zu der furchtbaren Bluttat soll ein nichtiger Streit zwischen ihm und einem Familienmitglied gewesen fein. Die Polizei hat die Verfolgung des flüchtigen Mörders aufgenommen, der jedoch bisher noch nicht festgenommen werden konnte.
Den Doppelgänger ermordet.
In den Wäldern, bei P e t r i k a u in Polen fand man die Leiche eines Mannes, der anscheinend Selbstmord begangen hatte, wie aus einem neben dem Toten gefundenen Zettel hervorging, der lautete: „Ich bin der von der Lodzer Polizei gesuchte Ignaz Pasternak. Ich habe das Leben satt." In der Brieftasche des Toten lag eine Photographie mit dem Datum des 23. August, die die Aufschrift trug: „Vor meinem Selbstmord Euch zum Andenken." Dies führte zur Aufdeckung eines furchtbaren Verbrechens. Es wurde festgestellt, daß die Aufnahme durch einen Lodzer Straßenphotographen nach Auffinden der Leiche gemacht wurde. Die Nachforschungen führten zu der Feststellung, daß der Tote von Pasternak, der wegen Unterschlagung einiger Tausend Zloty von der Polizei steckbrieflich verfolgt wird, ermordet worden ist. Der Mörder hatte den Mann, der ihm wie ein Doppelgänger täuschend ähnlich sah, in den Wald gelockt, ihn dort mit vorgehaltenem Revolver gezwungen, seinen Anzug mit ihm zu tauschen und hatte dann, nachdem er sich noch in den Besitz der Papiere seines Doppelgängers gesetzt hatte, den Mann kaltblütig erschossen. So wollte er sich vor weiteren Nachstellungen der Polizei sichern. Pasternak konnte von der Polizei fe ft genommen werden.
Eine furchtbare Verwechslung.
Aus der Polizeiwache in Wloclawek in Westpolen meldete sich ein Mann, der angab, aus Eifersucht seine Verlobte ermordet zu haben. In der von dem Mörder bezeichneten Wohnung sand man auch tatsächlich ein junges Mädchen, bas im Schlaf durch Messerstiche erdolcht war. Bei der Gegenüberstellung mit der Leiche rief der Mörder entsetzt aus: „Das ist ja nicht meine Verlobte. Ich habe ihre Freundin ermordet." Er hatte sich in der Nacht in das Zimmer geschlichen, in dem seine Verlobte gewöhnlich schlief, und die Tochter des Wohnungseigentümers erstochen.
Vom Mefferwerfer an den Zaun genagelt.
Einen unglücklichen Verlauf nahm eine Vorstellung, die ein Artist auf einer belebten Straße der Warschauer Arbeitervorstadt Wola gab. Der Artist wollte seine Kunst im Messerwerfen auf ein lebendiges Ziel zeigen. Einer der zahlreichen Zuschauer stellte sich ihm freiwillig zur Verfügung und nahm an einem Zaun mit ausgestreckten Händen Aufstellung. Als aber das erste Messer auf ihn zuflog, verlor er den Mut und machte plötzlich eine Bewegung, so daß das Messer seine Handfläche durchbohrte und ihn an den Zaun nagelte. Er wurde sofort ins Krankenhaus geschafft, der vom Pech verfolgte Magier aber von der Polizei festgenommen.
Wetterbericht
Deutschland liegt zwischen dem starken nordwestdeutschen Hochdruckgebiet und der vom Atlantik ausgehenden Wirbeltätigkeit. Da letztere nachgelassen hat und die über England nach Frankreich eingedrungene Störung sich scharf nordwärts aus- richtete, ist eine stärkere Störung des an und für sich freundlichen Witterungscharakters nicht ausgeschlossen, zumal auch am Mittwochfrüh eine Störungsfront ihr Regengebiet bis nach Nordwestdeutschland vorschieben konnte.
Vorhersage für Donnerstag: Vielfach Frühnebel, sonst wolkig bis heiter, im wesentlichen trocken. Temperaturen wenig geändert. Winde aus Süd.
Vorhersage für Freitag: Leicht unbeständig, doch im ganzen herbstlich freundlich.
Lufttemperaturen am 20. September: mittags 21,9 Grad Celsius, abends 12,1 Grad; am 21. September: morgens 9 Grad. Maximum 21,9 Grad, Minimum heute nacht 8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. September: abends 15,6 Grad; am 21. September: morgens 12 Grad. — Sonnenscheindauer 5,7 Stunden.
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ter Kavallerie, 3 Regimenter Artillerie, in ausgezeichneter Ausrüstung und einem Ueberfluß an Waffen, 12 000 der besten Pferde Sibiriens und billig erworben." In der Tat, sehr billig! Die gesamte Ausrüstung ist aus russischem Staatseigentum im Chaos des Zusammenbruches von 1917 züsam- mengestohlen. Aber damit nicht genug. Dk Tschechen führen ungeheure Werte an Edelmetallen, Kostbarkeiten, Lebensmitteloorräten, Pelzen, Maschinen, Bekleidung aller Art usw. in Zügen von nicht weniger als 20 000 Waggons mit! Es kommen also auf den Kopf der tschechischen Legionäre sage und schreibe 2V2 Waggons! Woher diese Züge und ihr Inhalt samt den Lokomotiven stammen, ist ein Kapitel für sich, auf das wir noch zurückkommen. Mit dem tschechischen Raubzug durch Sibirien und mit der Entstehungsgeschichte des tschechischen Staates sind die Namen der Führer dieser Legionen auf immer verbunden.
Organisator und Oberster Führer ist ein Mensch, ber als „Radula G a j d a" in die reichhaltige Skandalgeschichte der Tschechei eingegangen ist und auch heute noch unter diesem Namen geführt wird. Er heißt in Wirklichkeit Rudolf Geidl, ist bei Kriegsausbruch als gelernter Drogist Sanitätsunteroffizier in der österreichischen Armee, läuft 1915 zu den Montenegrinern und nennt sich von Stund' an je nach Bedarf entweder „Fähnrich" ober „Dr. Gajba". Drüben mogelt er sich zym „Militärarzt" hinauf, läßt sehr halb auch die Montenegriner im Stich, erscheint bei den tschechischen Formationen in Rußland und wird schließlich mit Hilfe seiner absoluten Skrupellosigkeit, seiner aalglatten Falschheit und seiner Redegewandtheit Führer der tschechischen Legion. Dieser Gajda, Typ des internationalen Hochstaplers, ist es, der mit seinen 50 000 glänzend ausgerüsteten Leuten das weißrussische Heer in entscheidender Stunde verrät, den Admiral Kolt- s ch a k den Bolschewisten ausliefert, den russischen Staatsgoldschatz an sich bringt und schließlich unter dem Schutz der Entente-Diplomatie in Wladiwostok die Ueberfahrt nach Europa abwartet.
„General" Gajda, kann militärische Leistungen mangels jeglicher Kenntnisse und Vorbildung nicht für sich verbuchen. Militärisch werden die Tschechen- Legionen auf ihrem Weg durch Sibirien von dem französischen General Janin geführt, der im Lauf des Zuges durch Sibirien auch besonders für die Bewachung der 20 000 Waggons und ihres Inhaltes beforgt ist. Ferner erscheint in ber „militärischen" Führung noch ein „General" S y r 0 w y , in Zivil ein schlichter Reisenber von Beruf, seinem tatsächlichen militärischen Rang nach einfacher Solbat, ein Deserteur in selbstverliehener russischer Generalsuniform. Wie ist es inöglich, baß biefe 50 000 Tschechen mit ihrem riesigen Raube ungehinbect burch Sibirien nach Wladiwostok kommen? Es ift möglich durch eine fortlaufende Kette von Verrat und durch die Aufopferung ber ahnungslosen Kolt- schak-Armee. (Fortsetzung folgt.)
woanders her als aus der Macht und der Kraft politischer Ideen oder auch nur wirtschaftlicher Jnter- | essen. Es wird keine parlamentarische Opposition fertigbringen, von sich aus an das Ruder zu gelangen, wenn sie nicht das Vertrauen des Staatsprälidenten und der Armee in der Person ihres Füh- <rs, des Marschall Rydz-Smigly, besitzt. Das sind !ie Imponderabilien, die einstweilen das Zünglein n der Waage .bilden, die auch wohl dafür sorgen werden, daß Polen nicht noch einmal in den Stru- lel eines politischen oder parlamentarischen Partei- Ilünqels gerät: Gegen diese Gefahr hatte ja Marschall Pilsudski 1926 zum Widerstand aufgerufen, 1 ach dem er unermüdlich die Entartung Polens zu : liner parlamentarischen Demokratie bekämpft hatte.
D. S.
Neue blutige Zusammenstöße in Palästina.
London, 20. Sept. (Europapreß.) Bei den in eilen Zeilen Palästinas auch am Dienstag anhal- imben Unruhen unb Ueberfällen waren md) den bisherigen Feststellungen fünf Tote und ahlreiche Verwundete zu verzeichnen. In jaifa wurde ein jüdischer Eisenbahnarbeiter erfassen und ein Araber verwundet. Weiter wurde kn arabischer Freischärler von einer Polizei- ptrouille erschossen. In einem Jaffaer Cafe wurde ein Araber erschossen, während in Jerusalem ein ?ube schwer verletzt wurde. Bei einem Feuergefecht fischen arabischen Freischärlern und Juden in der fefje von Zichhonyacob sanden zwei Juden den lab, währenb zwei jüdische Polizisten schwere Ver- eunbungen davontrugen. Im Zusammenhang mit hssem Gefecht nahmen englische Truppen Die ;ig Larhaftungen vor. — Diese Melbungen geben nur eien^ kleinen Ausschnitt aus ben anhaltenden Zu- scmmenstößen. Die meisten Zwischenfälle kommen b:n englischen Behörden verspätet zur Kenntnis. I - Auch die Sabotageakte sind wieder im Ansteigen griffen.
Oie japanische Offensive nördlich des Jangtse.
Schanghai, 20. Sept. (Europapreß.) Nördlich des Jangtse hat die japanisch e Offensive in dm letzten 24 Stunden wichtige Fortschritte gemacht, c ntien, am Fuße des Tapie-Höhenzuges, ist bereits "'n,den japanischen Truppen eingeschlossen worden. £ eiter nördlich sind die japanischen Truppen bis auf Kilometer an die Peiping—Hankau-Bahn heran- zikommen. — Südlich des Jangtse treffen die japa- nidjen Truppen nach wie vor auf starken chinesischen widerstand.
Mandschurische Freundschasts- und Tirtschastsmission besucht Deutschland
Reuwih^en in Polen.
Die Regierung des Generals Slawoj-Sladkowski hat sich, selbst für die polnische Oeffentlichkeit überraschend, dazu veranlaßt gesehen, Sejm unb Senat aufzulosen. Neuwahlen werden innerhalb ber verfassungsmäßigen Frist vor sich gehen, Neuwahlen, von denen sich nicht nur die Regierung ein günstiges Ergebnis verspricht, sondern auch die opposittonellen Parteien. Die Regierung Slawojdadkowski ist noch von der mächtigen Persönlichkeit des großen Patrioten und Staatsmannes Marschall Pilsudski überschattet, denn General Slawoj-Sladkowski gehörte zum engsten Mitarbeiterkreis Pilsudskis. In 'seinem Geiste hat er auch die Regierung geführt, ganz im Sinne Pilsudskis sein Amt nicht als bürokratische Angelegenheit aufgefaßt, sondern als einen Auftrag, in ununterbrochener Wechselwirkung dem polnischen Volke zu dienen. Der General und Ministerpräsident hat das auch getan, ist im Lande umhergereist, hat Städte und Dörfer aufgesucht, hat sich um alle Einzelheiten der polnischen Verwaltung und der polnischen Wirtschaft gekümmert. Es ist also nicht von ungefähr, wenn der General sicher in Uebereinftim- tnung mit dem Staatspräsidenten und dem Marschall Rydz-Smigly das Parlament auflöst, wenn er Neuwahlen ausschreibt, die im Ergebnis auch über seine Regierung entscheiden können. Wenn es einen Staatsmann gibt, der über die Stimmung im Lande gut unterrichtet sein muß, so ist es der Ministerpräsident General Slawoj-Sladkowski, der während seiner ganzen Amtsführung gezeigt hat, baß ihm politische Parteien eigentlich nicht imponieren, daß er aber bereit ist, auf das Polk selbst zu hören.
Der General hat sich in den zweieinhalb Jahren seiner Regierung auf tüchtige Mitarbeiter stützen können, so vor allem auf ben Finanzmmi'ster Kwiatkowski, der nacheinander einer Reihe Don Regierungen angehört hat. Kwiatkowski gilt als ein Wirtschafts- und Finanzpolitiker, ber auch vor
Wen, um [ kühnen Maßnahmen nicht zurückschreckt, um aus md unter r einer heiklen Lage herauszukommen. Im Auslande lungsmut I 'st von den Mitgliedern ber Regierung der Außen- efch Pfr, i Minister Oberst B e ck bekannt, also eine Persönlichlucht. fin feit, die unmittelbar zu bem Obersten-Kreis gehört, ht mehr r Das ist ber Kreis, ber aus früheren Offizieren unb n 6tun. i 'Legionären sich um die Persönlichkeit des Marschalls , Pilsudski vereinigte, Geist von seinem Geist. Aller- Ibings hat die Regierung im Lande mannigfache ; Gegner gefunden, auf der Rechten sowohl wie auf ber Linken. Allein mit dieser parlamentarischen Geographie ist in Polen recht wenig anzufangen. Die


