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statth alter tn Hesien mit der Führung des Polizei» reoiers Friedbera beauftragt, das als 4. Revier zum Kommando der Schutzpolizei in Gießen gehört.

Die Ernennung wurde dem neuen Schutzpolizei» tnfpektor anläßlich einer dienstlichen Feierstunde am Geburtstag des Führers durch den Kommandeur der Schutzpolizei in Gießen bekanntgegeben.

Oberlandwirtschastsrat Or. Wagner t-

Der langjährige Direktor des Tierzuchtamtes Gießen, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Otto Wagner, ist nach langem Leiden, von dem er zuletzt in einer Klinik in Heidelberg Genesung oder zumindest Linde­rung erhoffte, verstorben. Der Heimgegangene war ein Sohn der Provinz Oberheffen und weithin in Stadt und Land bekannt, lieber sein Leben und sein Wirken.werden wir noch näher berichten.

Die Verwendung von Namen von nationaler Bedeutung.

LPD. Der Reichsstatthalter in Hessen Landes­regierung erläßt eine Polizeiverordnung über die Verwendung von Namey von nationaler Be­deutung. Wer^ einen solchen Namen, insbesondere den Namen einer führenden Persönlichkeit oder eines Gefallenen der nationalsozialistischen Be­wegung, öffentlich verwenden will, bedarf der Ge­nehmigung des Reichsstatthalters in Hessen Landesregierung, auch wenn der Name schon vor Erlaß dieser Verordnung, beigelegt ist. Das gilt vor allem bei Straßen, Plätzen, Bauwerken, Denk­mälern, Weihestätten, gewerblichen Betrieben und anderen Anlagen und bei Binnenschiffen, die ge­werblichen Zwecken dienen.

Diese Bestimmung findet keine Anwendung auf Namen, die von der Wehrmacht im Rahmen ihrer Zuständigkeit festgesetzt werden. Vorsätzliche oder fahrlässige Zuwiderhandlungen werden mit Geld­strafe bis zu 150 Mark oder mit Hast bestraft. Diese Verordnung tritt mit dem 20. April in Kraft. Gleichzeitig tritt die zweite Verordnung zur Aus­führung des Gesetzes zum Schutze der nationalen Symbole vom 11. Oktober 1934 außer Kraft.

Der Winter ist wieder da!

Trotz der reichlich kalten Tage der jüngsten Zeit hatte wir alle den Winter mit Schnee und Frost eigentlich als überwunden angesehen. Daß er noch nicht gewillt ist, das Feld zu räumen, machte er besonders in der verflossenen Nacht und in den heutigen frühen Morgenstunden eindeutig geltend, denn er gab gar nachhaltig seine Visitenkarte wieder ab. Heute früh gegen fünf Uhr zeigten sich die Landschaft, aber auch die Dächer der Häuser, in einem alles zudeckenden Sckneekleid. Bäume und Sträucher, leider aber auch der herrliche Blüten- scbmuck, waren dicht mit Schnee bedeckt. Und dazu scynette es mehr oder minder kräftig bis in die neunte Morgenstunde weiter. Zwar konnte der Schnee in den Straßen der Stadt nicht liegen bleiben, hier wurde er sofort zu Wasser, aber in den Gärten und auf den Feldern behauptet er doch am heutigen Vormittag noch seine Herrschaft. Hof­fentlich smd ihr aber nur noch wenige Stunden beschieden, denn es ist in der Tat dringend an der Zeit, daß der Isegrimm Winter sich nun endlich davonmacht.

LPD. Nachdem die ersten Frostnächte anfangs April ziemlich glimpflich an den großen Obstkultu­ren im Rhein-Main-Gebiet vorübergegangen waren, haben die Frostnächte in den letzten Tagen mit Temperaturen bis zu 7 Grad unter Null dem Frühobst ungemein geschadet. Die Blüten fallen braun und schwarz unbefruchtet ab, oder der Frucht­ansatz fiel der Kälte zum Opfer.

Wenig erfreuliche Nachrichten kommen von der Bergstraße. Dort sind fast alle Obstbäume, die in freiem Gelände stehen, erfroren, und man spricht von einer völligen Vernichtung der Aprikosen und Frühkirschen. Die Bäume sehen traurig aus. Die Blüten hängen braun und verwelkt an den Zweigen. In Lampertheim, der größten hessischen Spargel­gemeinde, erfroren in den letzten Nächten sogar di- reifen Spargeln, die ihre Köpfe aus der Erde ge­streckt hatten.

442 Konfirmanden in Gießen.

Die Konsirmationsfeiern der Gießener evangeli­schen Gemeinden begannen am 3. April und fanden am 18. April, dem zweiten Ostertag, ihren Abschluß. Die Gesamtzahl der Konfirmanden betrug 442 (234 Knaben und 208 Mädchen). Diese verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Gemeinden: Matthäus- gemeinde 85 (46 Knaben und 39 Mädchen), Markus» gemeinde 90 (44 Knaben und 46 Mädchen), Lukas- gemeinde 93 (44 Knaben und 49 Mädchen), Iah an- nesgemeinde 68 (37 Knaben und 31 Mädcken), Luthergemeinde 64 (37 Kncrben und 27 Mädchen), Petrusgemeinoe 42 (26 Knaben und 16 Mädchen).

Neue Nichtsätze

für die ürlaubsgewährung.

NSG. Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen hat in seinen amtlichen Mitteilungen Nr. 7 vom 10. April 1938 neue Richt­sätze für die Urlaubsgewährung im Jahre 1938 ver­öffentlicht. Die Richtsätze sollen allgemein zugrunde gelegt werden, soweit für Betriebe überhaupt noch keine tarifliche Urlaub^regetung besteht oder der Urlaub zwar durch Tarifordnung, Betriebsordnung oder als Tarifordnung weitergeltenden Tarifver­trag geregelt ist, die Bestimmungen aber nach un­günstiger sind, als die Richtsätze.

Gießener Dochenmarktpreise.

* G i e ß e n, 21. Avril. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, vollfrisch, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, Wirsing, % kg 15, Weißkraut 12, Rotkraut 18, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 12, Spargel 90 Pf bis 1,10 Mark, Unterkohlrabi 8 Pf., Feldsalat, Vio 8 bis 10 Pf., Tomaten, % kg 40 bis 50 Pf., Zwiebeln 18, Meerrettich 35 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel, % kg 15 bis 40 Pf., Suppenhühner 1 bis 1,05 Mark, Blumenkohl, das Stück 30 bis 50 Pf., Salat 10 bis 25. Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf.

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* * Dienstjubiläum. Zollinspektor Otto Z i m- m e r beim Grenzzollamt Igel (Mosel) feiert am heutigen 21. April fein 25jähriges Dienstjubiläum. Herr Zimmer ist Mitaründer der ersten Orts­gruppe der NSDAP. Gießen im Jahre 192-3.

** Richtigstellung. In unserem gestrigen Bericht über die Aufnahme des neuen Jahrganges in die Gemeinschaft der deutschen Jugend muß es im zweiten Absatz richtig heißen: Untergaufuhre- rin Liesel Göbel.

** D i e Fünfziger-Vereinigungen aller Jahrgänge treffen sich am kommenden Samstagabend im Cafe Leib zur Feier der Fahnen­übergabe.

Ehemalige 116er! Herhören!

Alle ehemaligen 116er schalten heute (Donnerstag, 21. April) um 22.15 Uhr den Reichssender Köln an und hören eine wichtige Meldung!

Landkreis Gießen.

< Reiskirchen, 21.April. Gestern abend er­eignete sich auf der Straße GießenGrünbera an der Kurve nach Linden st ruth ein leichter U n glückssall. Ein Motorradfahrer stieß mit einer Radfahrerin zusammen. Die Fahrerin wurde leicht am Kopse verletzt, der Motorradfahrer blieb unverletzt. Beide konnten nach kurzer Zeit ihre Fahrt fortsetzen.

00 Birklar, 20. April. Die hiesige Krieger- kameradschaft veranstallet am nächsten Sonntag ein Miltärkonzert, das vom Musikkorps des Jnf.-Regts. 116 unter Leitung von Musikmeister Wohlfahrt ausgeführt wird.

Die Ägendhilse der ASV. verteilt Patenbriefe!

Aus Anlaß des Geburtstages unferes Führers konnte die Kreisamtsleitung der NSV. am gestrigen Morgen an ausgesuchte und fyr wür­dig befundene Kinder zum ersten Male in unserem Kreisgebiet eine Reche von Patenbriefen zur Verteilung bringen.

Im Rahmen der Jugendhilfsarbeit sieht die NSV. vor, daß begüterte Volksgenossen sich an einem Spendenwerk beteiligen können, das erbgesunden und tüchtigen Jungen und Mädels später bei ihrer Schulentlassung die Berufsausbildung erleichtern soll. Die verliehenen Urkunden geben den Eltern zu obigen Terminen einen Anspruch auf die Aus­zahlung einer größeren Summe (RM. 500 bis 1000).

So trägt das größte soziale Hilfswerk der Welt, die Nationalsozialistftche Dolkswohlfahrt, auch auf diese Weise dazu bei, dem jungen deutschen Men­schen die Lebensbahn zu ebnen und ihn zum Nutzen der Volksgemeinschaft zu ertüchtigen.

Mit tiefer Freude nahmen die Ellern der Kinder, die mit diesen Patenbriesen bedacht worden sind, dieje Hllfe der Volksgemeinschaft an. Ihnen, sowohl wie den Kindern, wird sicherlich dieser 20. Aprll unvergeßlich bleiben.

Sollte irgendein hochherziger Spender Mittel für diesen Zweck zur Verfügung haben, so wird die Kreisamtsleitung der NSV., Abteilung Jugendhllfe, chm gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen, um ähnlich beglückend irgendwo einem deutschen Jungen oder Mädel zu helfen.

.Lieber 20000 Mark Patenbriefe."

NSG. Anläßlich des Geburtstages des Führers wurden im Gau Hessen-Nassau 27 Paten­schaften im Werte von über 20 000 Mark übernom­men. Die Patenbriefe, die im einzelnen für Buben den Wert von 1000 Mark, für Mädel von 500 Mark darstellen, werden an Kinder aus kinderreichen, erb- gesunden und förderungswürdigen Famllien, für deren spätere Berufsausbildung gegeben. Der Betrag von über 20000 Mark kommt aus Mitteln der Jugendversicherungshilfe, den die Jugendhilfe der NS. Volkswohlfahrt verteilt. Im Gau Hessen-Nassau werden davon 14 Buben und 12 Mädel betroffen, deren spätere Berufsausbildung dadurch eine erheb­liche Förderung erfahren kann.

Zußbatl-Ländertresfen Deutschland-Portugal.

Der zweite Fußballänderkampf zwischen Deutsch­land und Portugal, der am kommenden Sonntag im Sportfeld der Stadt Frankfurt a. M. ausgetra­gen wird, erweckt aus verschiedenen Gründen das größte Interesse der Fußballfreunde. Nach den wenig befriedigenden Ergebnissen von Köln, Nürn­berg und Wien soll unsere Nationalelf nämlich be­weisen, daß sie in bester Besetzung (und die ist ja für Frankfurt vorgesehen!) noch immer die alle Schlagkraft hat. Portugal ist aber deswegen ein interessanter Gegner, weil es unter Umständen bei der Weltmeisterschaft zu einer neuen Kraftprobe zwischen beiden Ländern kommen kann. Deutsch­land ist in der Vorrunde gegen den Sieger des Ausscheidungstreffens Schweiz Portugal, das am 1. Mai in Mailand stattfinden wird, ausgelost, und so muß man damit rechnen, daß unser Pariser Geg­ner am 4. Juni Portugal heißen wird. In Frank­furt würde folgende Elf spielen: Joao Azevero; Jorge Simoes, Gustavo Teixeira; Carlos Pereira, Albino Tamaro; Cruz, Souza, Peirotea, Soeiro, Mourao.

Sieben Spieler dieser Mannschaft wirkten bereits vor zwei Jahren in Lissabon im ersten Länderkampf gegen Deutschland mit. Den portugiesischen Fuß-

ballern geht ein guter Ruf voraus. Schon damals in Lissabon gegen Deutschland bewiesen sie, daß sie vom Fußball etwas verstehen und keineswegs in die Reihe der zweitklassigen Fußballänder gestellt werden dürfen. Das portugiesische Aufgebot besteht aus insgesamt 17 Spielern.

In der deutschen Mannschaft scheint es diesmal keine Ausfälle zu geben, jedenfalls ist zur Stunde von einer Umbesetzung nichts bekannt. Es werden spielen:

Jakob

Janes Münzenberg

Kupfer Goldbrunner Kitzinger

Lehner Gellesch Siffling Szepan Fath.

Von jener Mannschaft, die im Vorjahr die gro­ßen Triumphe gegen Norwegen, Dänemark und Finnland feierte, fehlt also nur der verletzte Schal- ter Urban, an dessen Stelle der Wormser Fath steht.

Die 60 000 Besucher, die Zeugen des großen Kampfes sein können, werden ein gutes Spiel sehen, in dem hoffenllich die deutsche Elf mit einer ein­drucksvollen Leistung aufwarten wird. Schiedsrich­ter des Treffens ist der Italiener Barlaffina, einer der besten seines Faches.

Tv. Lützellinden - Sieger der Handball-Vezirksklaffe. Vorbildlicher Erfolgsweg einer Mannschaft Ritterlichkeit zuerst!

Die 1. Mannschaft des Turnvereins Lützellinden konnte im Spieljahr 1937/35 die Staffelmeisterschaft der Staffel 4 der Bezirksklasse erringen. Mit Rück- sicht auf diesen schönen Erfolg, der damit erst- malig einem Landverejn zufiel, dürfte es ange­bracht sein, näher auf die vollbrachte Leistung ein­zugehen.

Der Turnverein Lützellinden, ein Verein mit etwas über 50 Mitgliedern, hat als einer der ersten Land- vereine überhaupt in unserem engeren Bezirk das Handballspiel schon vor vielen Jahren aufgenom­men. Es war schwer, sich am Anfang durchzusetzen. Wenn es zunächst mit Mühe gelang, eine einzige Mannschaft auf die Beine zu bringen, so war es nach und nach möglich, nicht nur eine zweite und zeitweilig auch dritte Mannschaft zu stellen, sondern auch die Jugend mobil zu machen. Schließlich hat die Spielbewegung dann im Laufe der Zett gerade in Lützellinden einen Aufschwung genommen, wie wohl sonst nirgendwo.

Diese Tatsache ist nicht zuletzt dem Spiel zuzu- schreiben, das den Mannschaften des Tv. Lützel­linden von jeher eigen war. Einsatz aller Spieler und Kampf bis zum Schluß: das waren Voraus- setzungen, die man gepaart sehr selten findet. Es kommt noch hinzu, daß vor allen Dingen die erste Mannschaft stets darauf bedacht war, anständig zu spielen um so nicht nur den Gegner zu schonen, sondern auch vor allen Dingen die sonst unvermeid­lichen Herausstellungen zu umgehen. Daß das nahezu hundertprozentig verwirklicht worden ist, kann die Kreisspielleitung bescheinigen.

So ist es eine fast unglaubliche Tatsache, daß Lützellinden in den letzten Spieljahren keinen einzigen Spieler durch Herausstellung bestraft erhalten hat. Eines weiteren Beweises bedarf es wohl kaum noch.

Die Leistung der Mannschaft wuchs zusehends. Nach der Meisterschaft in der damaligen B-Klasse folgte der Aufstieg in die A-Klasse, dem sich bann eine weitere Meisterschaft und damit der Aufstieg in die Bezirksklasie anschloß. Seit Jahren nun kämpft Lützellinden unverdrossen, immer der ewige Zweite" bleibend. In diesem Jahre nun endlich ist es gelungen, den langersehnten Titel zu erringen. Alle Spiele wurden mit erheblichen Torunterschieden gewonnen.

Der Erfolg dieses Aufstieges ist, wie schon er­wähnt wurde, nickt zuletzt dem Geist zuzuschreiben, der die Mannschaft von Anfang an beseelte. Es gibt Spieler, die schon seit Jahren unverdrossen in der Mannschaft stehen und die trotz ihres Alters' der Jugend ein gutes Beispiel geben. Schließlich ist nicht zuletzt auch das gute Einvernehmen hervorzu­heben, das zwischen der Dereinsspielleitung (Der- einsführer Hohbach, Spielwart W. Engel) und den aktiven Spielern besteht!

Wenn auch die Meistermannschaft zu den dem­nächst beginnenden Spielen mit Ersatz antreten muß, so glauben wir doch, daß sie ihren Mann stellen wird. Wer Lützellinden schlagen will, muß schon selbst über ein gediegenes Können verfügen.

Nachstehend die Mannschaft, die den Sieg in der Bezirksklasse errungen hat: E. Altenheimer,' E. Phi­lipp, K. Lissy, O. Bork, H. Will, F. Schäfer, A. Allen- börfer, A. Gipper, W. Jung II, A. Kreiling, W. Jung!.

Anschießen

des Gchützenvereins e. V. Gießen.

Am 19. April 1938 eröffnete der Schützenoerein e. D. Gießen seine Schießsaison mit einem An- schießen. Die schlechte Witterung hat zwar Einfluß auf den Besuch aus geübt, doch war er immerhin als gut au bezeichnen.

Geschossen wurde auf dem als Gabenscheibe ein­gerichteten Wehrmannstand auf 175 Meter, stehend freihändig, 3 Schuß. Bester wurde Schützenkamerad Joseph K r u m p e n mit 46 Ringen, 2. Karl Non­ne n b r o i ch mit 45 Ringen, 3. Willi Schilling mit 45 Ringen. Letzterer errang auch die Werner- Legler-Plakette mit 52 Ringen. Die zum Ausschuß gestiftete Ehrenscheibe errang der Dereinsführer Willi Georg. Abends fand die Preisverteilung statt.

Kurze Sportnotizen.

306000 Zuschauer wohnten in diesem Jahr im Reich den 51 Eissportoeranstaltungen der NS.- GemeinschaftKraft durch Freude" bei.

Ernst Grabsch, der Trainer des Hauptgestüts Graditz und frühere Meisterjockey, der im ver­gangenen Jahr den siegreichenAbendfrieden" für das deutsche Derby vorbereitete, will nicht mehr in den Rennsattel steigen. Er gewann als Jockey 687 Rennen, viermal das deutsche Derby.

68 Ringer aus 13 Ländern werden sich an den Europameisterschaften im griechisch-römischen Ringen- vom 24. bis 27. April in Reval beteiligen.

Olympiasieger Josef Manger startet am 24. April bei einer Schwerathletik-Veranstaltung bes Athletik-Sportvereins 1888 Marburg in den Marburger Stadtsälen.

Der siamesische Prinz Bira gewann auf der Londoner Brooklandsbahn die Campbell- Trophäe über 45 Kilometer auf dem 1,5-Liter-ERA. mit einem Durchschnitt von 118,6 Kilometer.

Der spanische Automobil-Club hat unter dem Vorsitz des Präsidenten de Robeleno seine Neugründung beschlossen. Der nationalspa­nische Staat sagte dem Club volle Unterstützung zu.

Vierzig Jahre im Dienfte des Volkes.

8 Grünberg, 20. April. Am 18. April konnte unser Lehrer Karl Wenzel auf eine 40jährige segensreiche Tätigkeit an der Volksschule zu Grün­bera zurückblicken. Vorher war Herr Wenzel ein halbes Jahr in Reinhards ha in und IV, Jahre in Laubach tätig. Neben seinem Schulamt wirkte er über zwanzig Jahre lang an der früheren Sonn­tags-Zeichenschule des früheren Ortsgewerbevereins, und etwa zwei Jahrzehnte lang war er als Vor­sitzender der Gesellenprüfungskommission für den Bezirk Grünberg im Dienste der Allgemeinheit. Als eifriger Turner ist er seit vielen Jahren in Turner­kreisen weithin bekannt. Sett 1920 leitet er als Vor­sitzender den Turnverein Grünberg. In diesem Amte hat er sich tatkräftig für den Umbau der Turnhalle eingesetzt, der unter seiner eifrigen Förderung in glücklicher Weise durchgeführt wurde. In Anerken­nung feines vortrefflichen Wirkens als Turner er­hielt er vor Jahren den Ehrenbrief des früheren Mittelrhein-Kreises der Deutschen Turnerschaft. Fer­ner fanden alle Angelegenheiten des Gemeinschafts­interesses der Volksgenossen in ihm stets einen un­ermüdlichen, allezeit tatfrohen Helfer und Förderer. Sowohl als Schulmann, wie auch als Mann des öffentlichen Lebens erfreut er sich nicht nur im Kreise seiner Berufskameraden, sondern weit darüber hin­aus bei allen Volksgenossen großer Beliebtheit und allgemeiner Wertschätzung. Insbesondere bringen ihm seine früheren Schüler, deren Kinder mittler­weile ebenfalls seine fürsorgliche Tätigkeit als Er­zieher und Bildner genießen, reiche Liebe und Ver­ehrung dar. Dem verdienstvollen Manne gelten denn auch die herzlichen Wünsche aller Volksgenossen in Stadt und Land in der 'Hoffnung, daß ihm noch viele Jahre eines reichgesegneten Lebens in Frische und Gesundheit beschieden sein mögen.

profeffor Or.Btecher zum Gedächtnis.

Am Abend des 16. April, dem Oster-Samstag 1938, machte wie wir gestern beretts kurz berich­teten eine Herzlähmung dem vielseitigen segens­reichen Schaffen von Prof. Dr. Georg Blecher in Friedberg ein Ende. Unerwartet chm selbst, der froh vor neuen Ausgaben stand; unfaßbar den An­gehörigen und seinen Mttarbeitern und Freunden.

Genau 21 Jahre führte er den Friedberaer Ge­schichtsverein durch Sturm und Wetter in eine bes­sere Zett und erwies damit dem kulturellen Leben der Stadt einen unvergeßlichen Dienst.

Georg Blecher mar; geboren am 12. Januar 1880 zu Ober-Rosbach bei Friedberg. Ein echter Wetterauer: zäh, charakterfest und klug. Auf das innigste verwachsen mit der Scholle, die chm nach Wochen schwerer geistiger Arbeit immer wieder neue Spannkraft gab. Don 1886 bis 1899 besuchte er die Volksschule des Heimatdorfes, das Progym- nasium der nahen Kreisstadt und das Neue Gym­nasium in Darmstadt, um sich sodann in Heidelberg und Gießen dem Studium der klassischen Philologie und Germanistik zu widmen. Seiner Militärpflicht genügte er 1. Oktober 1903/04 bei dem Jnfanterie- (Leibgarde-) Regiment 115 in Darmstadt und be­stand im Frühjahr 1904 in Gießen das Staats­examen mit Auszeichnung. Während des nun fol­genden sogenannten Akzeßjahres am Neuen Gym­nasium Darmstadt (1. Oktober 1904/05) erwarb er sich in Gießen den Dr.-Titel (1. Mai 1905) und fand noch vor Abschluß des zwetten Dorbereitungs» fahres dauernde Verwendung an der Realschule und dem Progymnasium Bingen (17. Aprll 1906). Am 1. Oktober 1906 wurde er Lehramtsassessor, 1. Mai 1907 Oberlehrer, erhielt 1. Mai 1916 den Charak­ter als Professor und 10. März 1917 das heiß er­sehnte Dekret mit der Versetzung an die Augustiner- Schule (Gymnasium und Realschule) Friedberg: Heimalluft! Heimaterde!

Die aus Blut und Boden strömenden Kräfte weck­ten in ihm frühe den geschichtlichen Sinn uni) machten ihn schließlich fähig, den Schleier der Ver­gangenheit zu lüften durch nüchterne Forschung und klares, gesundes Denken. Trefflich verstand er es, die Ergebnisse der Wissenschaft in die Sprache des einfachen Mannes umzumünzen. Nicht zur Kurz­weil, sondern mit der Absicht politischer Willens­bildung:arbeite, stehe deinen Mann und bete, dann hilft dir Gott".

Schon in Bingen verwaltete er das Museum der Stadt und konnte später seine dort gemachten Er­fahrungen auf Friedberg übertragen, wo am 16. Mai 1920 das Wetterauer Museum in der Haag» straße 16 eröffnet wurde. Wer in den 1920er Jah­ren bas schön hergerichtete Museum der alten Reichsstadt Friedberg sah, dem lachte das Herz im Leibe, und es klopften Jahr für Jahr weit über 4000 Besucher an. Was Blecher zu leisten vermochte, wenn ihm die notwendigsten Räume und Mittel zur Verfügung gestellt wurden, hat er wiederholt gezeigt bei den heimatkundlichen Ausstellungen in der Friedberger Burgkirche und vor allem in Assen» heim.

Das von Prof. Dr. Blecher eingerichtete und jedem zugängliche Museum in Schloß Assenheim ist ein Kleinod, das weithin Ruhm und Ehrfurcht, An­reiz und Belehrung ausstrahlt. Desgleichen hat er die reichhaltige und überaus wertvolle Schloß- Bibliothek in Assenheim überholt und sich ebendort in mehr als lOjähriger mühseliger Arbeit mit der Ordnung des Gräflich Golms-Rödelheimschen Ar­chivs befaßt.

Für Friedberg ergab sich dabei 1936 die Antwort auf die feit Jahrhunderten offene Frage:Wie und wann entstanden Burg und Stadt Friedberg?" Mit fast mathematischer Genauigkeit hat Blecher in sei­nem gleichnamigen Buche eine Ausgabe erledigt, die als unlösbares Rätsel galt, und damit dem Namen des Friedberger Geschichtsvereins und der Stadt Friedberg abermals weithin Ehre gemacht.

Seine reichen Kenntnisse und tiefe Verwurzelung mit Volk und Scholle wirkten sich sowohl im Schul­unterricht nachhaltig aus, als auch in zahllosen Vor­trägen, sowie Aufsätzen und selbständigen Schriften, durch die er über die Grenzen des Gaues hinaus Beachtung und wohlverdiente Anerkennung fand. So wurde der unermüdliche Mann 1922 Mitglied der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck (Marburg), 1923 Korrespondierendes Mitglied des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches und 1936 Betreuer der kleineren Ortsmuseen im Lande Hessen.

Im Dienste der Partei war er tätig als Kreis­referent des Deutschen Dolksbildungswerkes (Fried­berg) und als Obmann des NSLB. an der Fried­berger Augustiner-Schule.

Was er gesät, wird noch in fernen Jahrzehnten irgendwie Früchte tragen, zu Nutz und Frommen kommender Geschlechter. Er sank dahin, vom Stroh­tod und langem Siechtum verschont, wie ein Soldat in rastlosem Vorwärts.

Er ruhe in Frieden nach einem Leben voller Mühsal! Ehre seinem Andenken!

Professor F. Dreher, Stadtarchivar. J