Ausgabe 
21.3.1938
 
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Litauen nahm die polnischen Forderungen an

Kowno, 19. März. (DNB.)

Unter außer-1 habe und daß der Weg für eine bessere Zukunft der Ministerpräsi- Beziehungen zwischen beiden Nationen nun frei sei.

Beziehungen zr

Kurjer Polski

meint, in einem entscheidenden

Be-

(Scherl-Bilderdienst-M.)

in

men aber

ordentlicher Spannung gab der stellv. Ministerpräsi dent, Verkehrsminister Stanisauskas, im

Gazeta Polska" erklärt, für Polen und Litauen sei nun der Augenblick gekommen, sich gegen­seitig kennenzulernen. Die Litauer sollten wissen, daß die Polen mit ihnen als einer freien und unabhängigen Nation Zu­sammenleben wollten.Expreß Porcmny" stellt fest, daß die entschiedene polnische Friedens­politik einen bedeutenden Erfolg davongetragen

gegeben wurde. Insgesamt wurden aus acht küchen ungefähr 1000 Liter Essen verteilt.

Ein Ireundschastsbeweis gegenüber Jugoslawien.

wurden, die für die Erledigung des Konfliktes eine große Gefahr bedeutet hätten.

Die polnische presse begrüßt den Ausgleich.

Das Erbe Pilsrrdskis.

Osnabrück eintrat. Als Major nahm er mit dem II. Bataillon des 5. Garde-Regiments am 22. August 1914 im Handstreich die Zitadelle von Namur. Kurz vor der Schlacht bei Lodz übernahm er das Regiment und leitete mit der Erstürmung des Eisenbahndammes von Borowo Litzmanns berühm- ten Durchbruch bei B r z e z i n y ein. 1915 wurde Kommandeur des 4. Garde-Regiments J. F. Für die Rückeroberung des C h e m' i n des D a m e s bei Ailles, sowie für die Kämpfe um Riga, er mit dem Pour le msrite ausqezeich- net. Wiederholt wird er verwundet, aber immer wieder übernimmt er die Führung des Regiments, und oft sah man ihn zuletzt in den Reihen seiner

die Scharen der Bedürftigen drängten sich um die Kessel, aus denen das würzige, kräftige Esten ab« Feld-

Belgrad, 19. März. (DNB.) Mit größer friedigung wurde im ganzen Lande vernommen,

sen an die mittellose Bevölkerung ausgegeben hat­ten, setzten sich am Sonntag von neuem die rau­chenden Gulaschkanonen m Bewegung. Zu rund 20 Ausgabestellen eilten Kinder, Frauen und Män­ner mit Töpfen, Schalen und Kannen, um aus hilf­reichen Soldatenhänden em warmes Eintopfgericht entgegenzunehmen. Der Andrang war so stark, daß die Feldküchen oft bereits leer waren, ehe sie an die letzte Ausgabestelle gelangen konnten. Die Wehr­macht hat sich deshalb entschlossen, dieses Liebes­werk, das von der Bevölkerung dankbar begrüßt wird, weiter fortzusetzen. In Innsbruck führen in den Mittagsstunden die Feldküchen der Jäger auf, Musikkorps kamen anmarschiert, und

Berlin, 20. März. (DNB.) Die Fahrt der Alten Garde führt dieses Jahr durch den Gau Koblenz-Trier. Die Fahrt beginnt in Trier am 16. Juni mit einer Kundgebung, bei der Reichsorga­nisationsleiter Dr. Ley sprechen wird.

Die Fahrt führt von Trier über Berncastel nach Jdar-Oberstein, wo die Edelsteinschleifereien besich­tigt werden, und weiter nach Bad Kreuznach, Ander­nach, Bad Neuenahr, durch die Eifel, über den Nür-

kecken noch mehr in den Dienst der HI. eingespannt werden können, 2. wegen des HJ.-Dienstes in ihren chulischen Leistungen versagen, 3. sich unehrenhaft verhalten;

c) Mithilfe bei der Schaffung geeigneter Räume ür Heimabende.

Darüber hinaus können dem Vertrauenslehrer noch weitere Aufgaben übertragen werden, wie z. B. die Mitwirkung bei der Gesund­heitsfürsorge (Kinderverschickung) und die Angelegenheiten des Schüleraustausches, soweit sie von der Schule aus im Benehmen mit der HI. be­arbeitet werden. Die Beispiele sind nicht erschöpfend. Der Kreis der zu übertragenden Aufgaben wird ich nach den örtlichen Verhältnissen zu richten haben.

Svjähriges Militärjubiläum

Oberst Reinhards.

Berlin, 19. März. (DNB.) Der Bundesführer des Reichskriegerbundes, Oberst a.D. Reinhard, begeht am 22. März den Tag, an dem er vor 50 Jahren nach Absolvierung des Kadettenkorps als Fähnrich in das Ostfriesische Infanterie-Regiment 78

Sturmkolonnen mit Gewehr und Handgranaten, so ist es kein Wunder, daß Oberst Reinhard, dessen Fürsorge für seine Soldaten ebenso bekannt war wie seine persönliche Tapferkeit, zu den nur 6 Re­gimentskommandeuren zählt, die sich im Weltkrieg das Eichenlaub zum Pour le m^rite erwarben. Bis zur Stunde des Waffenstillstandes nahm er an den Kämpfen des Krieges teil, und mit dem Rest seines Regimentes befreite er nach der November-Revo­lution Berlin von Spartakisten. 1934 übernahm Oberst a. D. Reinhard die Führung des Reichs- kriegerbundes. Aus einem Zusammenschluß von Vereinen hat er den Reichskriegerbund zu einer festen Einheit von Kameradschaft in soldatischer Hal­tung gemacht. In aufopfernder, unermüdlicher Ar­beit für das Wohl der alten Soldaten hat er dem Führer eine treu ergebene, pflichtbewußte und zu­verlässige Mannschaft gestellt. In Würdigung dieser Mitarbeit am nationalsozialistischen Reiche hat ihn daher der Führer im vergangenen Jahre zum ff« Gruppenführer ernannt.

Die deutschen Frontkämpfer imForum Mussolini".

Rom, 19. März. (DNB.) Die deutsche Front- kampferabordnung besuchte dasForum Mussolini". Trommelwirbel der auf den Ringmauern aufgestellten Balillajungen und Trompetensignale verkündeten die An ku n f t des Duce, der gemeinsam mit dem Führer der deutschen Frontkämpferaberdnung, dem Herzog von Koburg, und dem Bru- der des Generals Franco den sportlichen und militärischen Vorführungen beiwohnte. Uebun- gen der Advantguardisten im Trupp- und Gewehr- exerzieren, die mit bewundernswerter Exaktheit durchgeführt wurden, fanden stürmischen Beifall. Dann wurde Geräteturnen am Reck und am Barren, Sprunglauf, Speerwerfen in breiter Front und Exerzieren am Geschütz vorgeführt. Den Höhepunkt bildete ein Fußexerzieren in Tiefenformationen. Em Parademarsch quer über die Arena in einer Frontbreite von 48 Mann und einer Tiefe von 46 Gliedern bildete den Abschluß. Als der Duce die Front der Verbände in der Arena abschritt wurden ihm von den Deutschen und Italienern herzliche Ovationen bereitet. Am Samstagnachmit­tag fuhr die deutsche Frontkämpferabordnung nach Neapel weiter.

Die Fahri der Alten Garde. - Durch den Gau Koblenz-Trier.

Rach dem Moskauer Prozeß.

-Üon unserem M.-Korrespondenien

Moskau, März 1938.

Das furchtbare Drama im Moskauer Gerichtssaal ist zu Ende gegangen. Das Urteil ist gefällt in 18 von 21 Fällen lautet es auf Todesstrafe und ist in denselben Stunden, wo diese Zeilen nieder­geschrieben werden, v o l l st r e ck t worden. Wieder­um ist damit eine ganze Gruppe von Volkskommis­saren und ehemaligen Parteigewaltigen beseitigt, die man, durch einen der üblichen Kunstgriffe der Sow­jetjustiz, zu dem sogenanntenrechts-trotzkistischen Block" zusammengesaßt hatte. Der Prozeß hat auch außerhalb der Grenzen der Sowjetunion den nach­haltigsten Widerhall gesunden, nicht allein deshalb, weil die verschiedensten ausländischen Staaten durch

Josef Pilsudskis erfolgt sei. Hierin liege eine tiefe Symbolik, denn Marschall Pilsudski habe die Zerstörung der Mauer der Vorbehalte und des Hasses zwischen Polen und Litauen als eines der Ziele seines Lebens betrachtet.

Der polnische Staatspräsident M o s c i ck i hielt am Abend eine Ründfunkansprache über die Ver­dienste des Marschalls um die Wiedererringung eines unabhängigen Polens. Der Mai-Umsturz im Jahre 1926 fei eine neue (Etappe in der Entwick­lung des Staates gewesen, seitdem befände sich die Macht in der Hand der Patrioten. Die noch vor­handenen Störungselemente könnten keinen entschei­denden Einfluß mehr auf das Schicksal des Staates nehmen. Neben den Aufgaben der Wehrhaft- machung nähmen die wirtschaftlichen Aufgaben heute einen besonderen Platz ein. Es müsse alles vermieden werden, um die Ordnung zu stören, was lediglich dem Kommunismus zugute käme. Im Kampf gegen diese größte Gefahr könnte die Notwendigkeit entstehen, die einzige Rettung in einer totalen Verfassung zu sehen. Rydz- S m i g l y , der oberste Führer, halte feine Hand nicht nur über die Armee und die Wehrkraft des Staates, sondern er sei von ihm, dem Staatspräsi­denten gebeten worden, auf allen Gebieten mitzu- arbeiten. Er habe das Gefühl, daß das Lager der Nationalen Einigung, nachdem es die Mehrheit der Bürger gewonnen habe, die Be­mühungen dieser und künftiger Regierungen ergie­biger gestalten werde.

Vorbereitungen zur Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs.

Warschau, 21. März. (DNB. Funkspruch.) In W il n a wurden am Sonntag die von der litaui­schen Grenze zurückkehrenden polnischenTrup- p e n t e i l e stürmisch begrüßt. Die Eisenbahndirek­tion hat die alte E i s e n b a h n st r e ck e unter­sucht, die von Wilna nach Kowno führt und seit 18 Jahren nicht benutzt worden ist. Da die Schienen auf 20 Kilometer langem Abschnitt feh- len und der Fahrdamm ausgebessert wer­den muß, dürfte es noch eine längere Zeit dauern, ehe der erste Eisenbahnzug zwischen Polen und Li­tauen verkehrt. Auf einer Kundgebung der War­schauer Studenten wurde mit Nachdruck auf die Rolle hingewiesen, die die Juden während des Konfliktes gespielt haben. In einer Entschließung wurde außer der Forderung nach einem Groß-Polen, das bis an das Schwarze Meer reichen müsse, zum Ausdruck gebracht, daß das internatio­nale Judentum, als es feine Einlagen aus den Ban­ken zurückzog, versucht habe, die finanzielle Grund­lage des Staates zu erschüttern. Dieser unver­schämte Anschlag der Juden fei ein neuer Beweis für die Notwendigkeit, sie aus Polen auszusie- d e l n.

Vertrauenslehrer der HI.

Berlin, 19. März. (DNB.) Zwischen dem Reichserziehungsminister und dem Reichsjugend- führer ist über die Einsetzung von Vertrauens- Lehrern der Hitler-Jugend an den Schulen aller Art folgendes Uebereinkommen getroffen worden:

1. Der Schulleiter bestellt den Ver­trauenslehrer auf Vorschlag des zu­ständigen Bannführers, die Vertrauens- lehrerin auf Vorschlag der zuständigen Untergau­führerin. Die Bestellung erfolgt auf ein Jahr; sie kann auf Vorschlag des Bannführers/Untergau- führerin jeweils verlängert werden. Auf dem Lande kann ein Vertrauenslehrer für mehrere Schulen bestellt werden.

2. Der Vertrauenslehrer muß dem NSLB. a n g e h ö r e n. Er soll nach Möglichkeit aus der HI. hervorgegangen sein oder sich in irgend­einer Form in der HI. betätigt haben (in der körperlichen Ertüchtigung, im Jugendherbergswerk usw.). Er soll tunlichst an einem Führerschu­lungslehrgang ber Hitler-Jugend teilnehmen.

3. Der Vertrauenslehrer muß mitderHitler- Jugend ständig Fühlung halten. Er ver­kehrt unmittelbar mit den zustänoigen Führern der ^^(^efolgschafts- und Fähnleinführer sowie BDM.-Fuhrerinnen) und ist Mittelsmann zwischen diesen und den Schulleitern. Diese Maßnahme dient zur Entlastung des Schul­leiters, dessen Stellung als verantwortlicher Leiter der Schule unberührt bleibt.

4. Der Vertrauenslehrer hat bei den Prüfungen und den Beratungen über die Versetzung auf Grund der ihm von dem zuständigen HJ.° Führer gegebenen Unterlagen das Verhalten der Schüler in der HI. (Verdienste und Ver- gehen) zur Sprache zu bringen. Er ist auch bei der Entscheidung über Strafen und Vergün- stignngen, z. B. Freistellen und Erziehunas- beihilsen, zu beteiligen.

5. Im übrigen obliegen dem Vertrauenslehrer unbeschadet der allgemeinen Leitungsbefugnisse des Schulleiters und seiner Stellung als Führer der Schulgemeinde folgende Aufgaben:

a) Aufklärung über Ziel und Arbeit der HI bei Eltern, Lehrerschaft und Schülerschaft,

b) Äussvrache mit den zuständigen HJ.-Führern über HJ.°Angehörige, die 1. infolge ihrer Fähig-

daß die Reichsregierung sieben jugoslawi« fchen Staatsbürgern, die anfangs Februar von Schuschnigg ohne Angabe von Gründen über die Grenze abgeschoben worden waren, die Rückkehr nach Graz erlaubt hat. Es handelte sich damals um eine reineVergeltungs-Maß­nahme für die jugoslawischen Ausweisungen ö st e r r e i ch i s ch e r Legitimisten, die in den Grenzbezirken separatistische Agitation betrieben hatten. Man erklärt, daß diese deutsche Geste deut­lich die herzliche Freundschaft zwischen Belgrad und Berlin bekunde, in deren Geist alle auftauchenden Fragen gelöst werden.

ganz abenteuerliche Anschuldigungen in seinen Um­kreis einbezogen wurden. Auch an Umfang und In­halt übertraf dieser Prozeß das bisher Dagewesene noch weit. Die Frage, die im Zusammenhang mit dem neuen Schreckensakt der Moskauer Justiz die Gemüter beschäftigt, ist: wie weit liegen dem Pro­zeß wirklich reale Vorgänge zugrunde, was ist an diesem ganzen, bald kläglichen, bald entsetz­lichen Schauspieldaran", wo beginnt das Beiwerk, mit dem die nimmermüde Tschekistenphantasie die wirklichen Vorgänge zu übertünchen oder zu ent­stellen sucht, wo hört es auf, und welches sind die Ziele, die die gegenwärtigen Machthaber mit die­sem Prozeß verbanden?

Im Unterschied zu seinen Vorläufern hat der letzte Prozeß weit mehr Stoff und damit Möglich­keiten zur Beantwortung dieser Fragen geliefert. Zwar sah man, ganz ähnlich wie bei den früheren Prozessen, eine Reihe der Angeklagten bereitwillig mit dem Staatsanwaltzusammenarbeiten" und übereifrigGeständnisse" aussprechen, deren Wahr­scheinlichkeitswert gleich Null ist. Die einzigenBe- weisstücke", die während der Gerichtsverhandlung vorgeführt wurden, waren die Kopie eines Briefes Krestinskis an Trotzki aus dem Jahre 1927 (der damals sogar in der Presse veröffentlicht worden war!) und der lächerliche Talisman des Rofengolz. Es war den Angeklagten freigefteüt, beliebig viel von den Toten zu sprechen, die bereits durch die früheren offenen ober Geheimprozesse liquidiert worden sind, wie Sinowjew, Pjatakow, Tuchatschew- ski, Jenukidse, Karachan usw., oder von gewissen in den letzten Monaten verschwundenen Poli­tikern wie Antipow, Rudsutak, Jurenjew, Bogo­molow, Ljubimow, Jakowlew und wie sie alle heißen. Während man im Falle der Toten die Gründe für deren fürsorgliche Hinrichtung nur ahnen kann, wurde niemals der Versuch gemacht, die übrigen belasteten Persönlichkeiten, die natürlich auch längst hinter Schloß und Riegel sind, ins Ver­hör einzubeziehen ober mit den Angeklagten zu konfrontieren. Nur zur Erhärtung bes Anklage- Punktes, wonach Bucharin bereits irnJahre 1918 ein Attentat auf Lenin vorbereitete, hatte ber Staatsanwalt eine Reihe vonZeugen" bereit, dis er aus den Gefängnissen heraus aufmarschieren ließ freilich ohne durch dieses Manöver Bucharin zumGeständnis" bringen zu können.

Zum ersten Male erlebte man ferner in diesem Prozeß, daß ein Angeklagter mit einem verzweifel­ten Nein den Aufbau der Prozeßregie zu sprengen drohte. Freilich kam nach 24 Stunden bereits der Widerruf. Wer aber den Aufschrei Krestinskis gehört hat:Ich bin fein Trotzkist, id) bin kein Ver­räter, ich habe nie etwas mit Spionage zu tun ge­habt" dem mußte dies noch lange nachher in den Ohren klingen. Wenn das Verhalten Krestinskis für die Prozeßregie eine Ueberraschung war, die dann auch gründlich genugbeigelegt" wurde, so hatte man offenbar mit dem Widerstand des einzigen, auf- recht gebliebenen Angeklagten, nämlich Bucharin, gerechnet. Daß Bucharin dabei aber so weit gehen würde, die ganze Konstruktion des Prozesses bloß­zulegen und in seinemSchlußwort" die ganzen nebelhaften und phantastischen Abschnitte der An- geradezu meisterhafter Form, obwohl im Angesicht des Todes ad absurdum zu führen, hatte man sicher nicht erwartet.

Um den Ausgangspunkt der Moskauer Prozesse richtig verstehen zu können, muß man um minde­stens em Jahrzehnt in die bolschewistische Partei­geschichte zuruckgreifen. Im ersten Jahrzehnt der Sowjetherrschaft hatten innerhalb der bolsche­wistischen Partei, ja sogar in deren Zentralkomitee, die verschiedensten Auffassungen und Richtungen nebeneinander bestanden, die sich oft sogar bitter, bekämpften. Es gab förmlicheFraktio - Jen" im Zentralkomitee, wie z. B. die Gruppe Trotzkis oder Sinowjews, und dieGenerallinie" der Partei wurde im eigentlichen Sinne durch einen Consensus ommum festgelegt. Dieser Zustand hieß m der bolschewistischen Parteispracheinnerpar­teiliche Demokratie". Durch die Methoden, die Stalin in seinem persönlichen Machtkampf mit Trotzki anwandte, wurde dies allen echten bolsche­wistischen Ideologen heilige Prinzip zum erstenmal verletzt. Bei der Beseitigung Sinowjews und Ka- menjews, und später Bucharins und Rykows aus der Parteileitung war bereits keine Rede mehr von der früheren Rede- und Meinungsfreiheit im Kreise der Parteigewaltigen. Seit 1928 war Stalin öer allein herrschende Diktator geworden, der Andersdenkende nicht mehr zu überzeugen, sondern auszumerzen suchte, während er gleichzeitig durch feine Politik ber übereilten Kollektivierung unb Industrialisierung sich neue Gegner schasste, neue Meinungsverschiedenheiten hervorrief. Jetzt konnten diese bereits nicht mehr wie früher in stür­mischen Debatten im Zentralkomitee ausgetragen werden, dieOpposition" flüchtete sich also logischer­weise, um nicht von vornherein von der Vernich­tung betroffen zu werden, in die Illegalität, in d i e Verschwörung.

Die Gegner ber Stalinschen Politik setzten, wie es ber gegenwärtige Prozeß Stufe auf Stufe zur Sprache brachte, anfänglich ihre Hoffnungen noch auf bie Massen. Die Bauernschaft rebellierte gegen die Kolchose es liegt nicht näher für die Oppo- fition, diese Gegenbewegungen unterirdisch zu unterstützen. Die umfangreichen Aufstände ber Kosaken, bie (Empörungen im Nordkaukasusqebiet m Westsibirien in ben Jahren 1929 unb 1930 von denen man bis jetzt nur unvollständige Nachrichten besaß, finden tn dem Prozeß ihre nachträgliche Er­klärung. Jedoch Stalm weiß auf bie Massen- bemegung mit Massenterror zu antworten, bie aufständischen Bauern wandern zu Hundert- tausenden in die Konzentrationslager, Millionen ^f.erl die Hungersnöte hinweg. Dom Jahre 1930 ab ist die Hoffnung der Opposition auf den Massen- aufftanb nur noch, wie Jagoda treffend bemerkt hat,em bloßes Geschwätz". .

ben Bedingungen der tiefen Illegalität, nur non Gruppe zu Gruppe bie Direktive roeitergebenb,

Sejm die Erklärung ab, daß die litauische Regie­rung in Anbetracht der internationalen politischen Lage bie polnischen Forderungen an­genommen habe. Ein Antrag bes regierenben Tautininkai-Verbandes, baß ber Sejm in Anbetracht ber politischen Lage unter dem Zwang Polens dem Beschluß ber litauischen Regierung zustimme, würbe einstimmig angenommen.

Durch ben Notenaustausch zwischen ber litauischen unb ber polnischen Regierung ist bie Aufnahme geregelter zwischenstaatlicher Bezie­hungen zwischen den beiden Staaten erfolgt. Die polnische und bie litauische Regierung versichern, bis zum 31. März Gesanbte in Kowno unb Warschau zu bestellen. Die Vereinbarung umfaßt bas normale Funktionieren bes Verkehrs zu Wasser, zu Land, in der Luft, durch Telephon und Telegraph.

Das Echo in Warschau.

Grundlage

zur Normalisierung der Beziehungen.

Warschau, 19. März. (DNB.) Außenminister Beck stellte vor der Presse die Berechtigung der litauischen Nation auf ihren eigenen Staat und ihr eigenes Recht fest, das von der polnischen Regierung geachtet werde. Der unnormale Zu­stand an ben Grenzen Polens sei jetzt beseitigt. Weitere Verhandlungen zur Regelung des nach­barlichen Zusammenlebens würden jetzt auf diplo- matischem Wege geschehen. Polen hoffe, so wurde vom Außenministerium weiter erklärt, durch diese Regelung einen Beitrag zum Frieden in Europa geliefert zu haben. Für die nationale Würde und Selbständigkeit ber litauischen Nation habe bie polnische Regierung volles Verstänbnis. Auf keinem Wege auch nicht dem der Genfer Liga fei es gelungen, das Zusammenleben zwi­schen Polen und Litauen zu regeln. Darum habe die polnische Regierung fei b ft die Angelegenheit in die Hand nehmen müssen. Polens unmittelbares Interessengebiet sei die Ostsee. Polen mußte auch darum besonders an der Regelung der Be­ziehungen mit einem an der Ostsee gelegenen Staat liegen. Polen würde eine Erörterung der nun er­folgten Neugestaltung in Genf, das bis jetzt in dieser Angelegenheit versagt habe, nicht dulden. Aus die Frage, ob es richtig sei, daß die Sowjet« u n i o n sich in den letzten Grenzkonflikt mit Litauen eingemischt unb versucht habe, auf die litauische Regierung einen Einfluß zu nehmen, wurde ge­antwortet, daß in der Tat von verschiedenen Regierungen Einmischungsversuche unternom-

Keine bedingungslose Garantie.

Londoner Blätter empfehlen Prag Berück­sichtigung sudetcndeutscher Forderungen.

London, 21. März. (DNB. Funkspruch.) Das Interesse ber Lonboner Blätter wendet sich der Frage zu, welche Stellung England in der Frage etwaiger Verpflichtungen gegenüber der Tschechoslowakei einnehmen könnte. Selbst in den Oppositionsblättern kommt ber Wunsch zum Ausdruck, Englanb solle nicht bedingungs­lose Verpflichtungen übernehmen wie Frankreich unb Sowjetrußland. So erklärtDaily Telegraph", England habe mit diesem Pakt nichts zu tun. Man habe den Eindruck, daß Reformen hinsichtlich der Behand­lung der deutschen Minderheiten schon längst hätten durchgeführt werden müssen. ,/Dailg Herold" meint, sowohl in Regierungs- wie in Par­lamentskreisen seien die Meinungen geteilt. Es gebe aber praktisch niemand, der für eine bedingungslose englische Garantie gegenüber der Tschechoslowakei sei. Die liberaleNews Chronicle" erklärt, man müsse ber tschechoslowakischen Regierung raten, daß sie schnell und wirksam versuche, alle wirk­lichen Beschwerden der deutschen Minderheit zu be­seitigen.

DerAuteil der Deutschen an denStaats- siettungen in der Tschechoslowakei.

Prag, 19. März. (DNB.) Der tschechoslowakische Ministerrat hat eine Verordnung genehmigt, nach der bei Staatsstellungen 22 v. H. Deutsche ausgenommen werden müssen. Dort, wo mehr als 22 v. H. Deutsche wohnen, müssen auch mehr Deutsche in den Staatsdienst ausgenommen werden und umgekehrt. So muß z. B. das Land Böhmen 33 v. H. Deutsche in den Landesdienst aufnehmen. Bei Aufnahmen in ben Dienst bes Kreisgerichtes in Eger kämen fast nur deutsche Bewerber in Be­tracht, weil bas Gebiet des Kreisgerichtes Eger fast ausschließlich von Deutschen be­wohnt ist. Für die politischen Bezirke würde der Nationalitätenschlüssel bes betreffenden Bezirkes gelten. Sehr wichtig ist die Bestimmung, nach der Legionäre, die nach der bisherigen Hebung besondere Ansprüche auf Staatsstellungen hatten, jetzt dem tschechischen Sektor zugezählt werden sollen. Ob die Verordnung sofort für alle Zweige der Verwaltung in Kraft tritt, steht noch offen. Ebenso bestehen noch Meinungsverschieden­heiten über Einzelheiten.

Augenblick tjabe das litauische Volk verstanden, daß die Fortsetzung einer Politik des Widerstandes sich gegen die grundlegenden Interessen Litauens rich­ten würde. Die Anknüpfung normaler diplomati­scher Beziehungen zwischen Polen und Litauen be­deute nurden er st en Schritt. Es bleibe noch viel z u tun übrig, damit zwischen den beiden Nationen und Staaten die Atmosphäre des Ver­trauens unb ber Freunbschaft wieberhergestellt wirb. Der KrakauerIllustrierte Kurier" weist barau hin, baß die Normalisierung der Beziehungen zwi­schen Polen unb Litauen am Namenstage

burg-Rm«, über Cochem nach Koblenz, wo durch m.muliert jetzt die Oppositioneinneue^rJaramm' r.M<rSnnt'8C&U>!10 am Burschen Eck die Fahrt ab-l die »genannteP a I a st r c o o l n t i o n" geWaffen -mrd. tzij-h- Geschichte °->n Boris Godunow bi, AlerÄ