Ausgabe 
21.3.1938
 
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der I. gibt eine Reihe von klassischen Beispielen da­für. In einem Lande, wo die Massen der Bevölke­rung politisch amorph geblieben sind, wo der Des­potismus als die gegebenste und sicherste Regie­rungsform erscheint, wird jede Opposition notwen­dig und logisch letzten Endes ihre Anstrengung dar­auf richten, die Spitze der politischen Macht mit Gewalt zu entfernen und von dem dergestalt frei« gewordenen Platz selbst Besitz zu ergreifen. Selbst die marxistischen Dogmatiker wie Bucharin konnten sich entgegen allen theoretischen Bedenken der Zwangsvorstellung nicht entziehen: auf Stalins Terror mutz mit Terror, mit einem Gewaltakt ge­antwortet werden. So kam es zu der Borbereitung derPalastrevolution" von 1934, wo die Gegner des Stalinkurfes, bereits in erster, loser Fühlung­nahme mit der Militärgruppe, einen Gewaltstreich auf den Kreml planten, gerade zu dem Zeitpunkt, als dort der 17. Parteikongreß (auf dem erstmalig keinerlei Opposition mehr offen in Erscheinung trat!) tagte. Warum dieser Plan nicht gelang, kam in dem Prozeß nicht zur Sprache, man kann nur vermuten, daß der GPU.-Chef Jagoda, der ja eine merkwürdige Doppelrolle zwischen der Oppo­sition und dem Kreml spielte, in letzter Stunde zum Rückzug blies.

Den eigentlichen Umschwung in der Geschichte der illegalen Opposition stellt, wie der jüngste Prozeß erneut gezeigt hat, das Attentat auf Kirow (Dezember 1934) dar. Die Einzelheiten dieses Mor­des sind heute noch unentwirrbar. Sicher erscheint so viel, daß die GPU. selbst die Hand dabei im Spiel hatte, daß ferner gewisse Oppositionsgruppen, die mit Männern wie Sinowjew oder Bucharin in keiner oder nur in ganz loser Verbindung standen, den Mörder (der selbst aus persönlichen Motiven gehandelt haben mag) angestiftet haben. Mit diesem Terrorakt wurde mit einem Mal das Mißtrauen des Kremls, dem bisher manches infolge der dunklen Zwischenrolle Jagodas entgangen sein mochte, in hysterischer Weise erregt. Der GPU.- Chef selbst war furchtbar kompromittiert und mußte nun, um die eigene Stellung zu retten, die ersten Politiker der Opposition, zunächst Sinowjew und Kamenjew, opfern, dann (im Sommer 1935) auch Ienukidse, über dessen Rolle wohl nie­mals etwas Genaueres in Erfahrung zu bringen sein wird, da er vorsorglich im Geheimverfahren (Dezember 1937) erschossen wurde.

Nun geht in raschen Etappen der Stern Jagodas nieder. Sein künftiger Nachfolger Jeschow hält seit 1935 als direkter Beauftragter Stalins in Sachen der Untersuchung gegen die Trotzkisten und Sinow- jisten bereits das Heft in der Hand. Langsam reift gleichzeitig de? Verdacht gegen die oppositionell ge- stcmmte Generalität heran, die offenbar mit der Parteiopposition in einer Art konspirativer Ver­bindung stand (vermutlich aber ohne mit dieser ge­meinsamoperieren" zu wollen). Während Jagoda den Sinowjew-Prozeß noch (wie jetzt recht überzeu­gend zur Sprache kam) abzudämpfen versucht hatte, ist er beim zweiten Trotzkistenprozeß gegen Radek und Pjotakow (Januar 1937) schon matt gesetzt; seine eigene Verhaftung ist nur noch eine Frage der Zeit. Die Militärs, die gleichfalls vermutlich nur einen lockeren, konspirativen Zusammenhang von Person zu Person und kleiner Gruppe zu kleiner Gruppe aufrechterhalten konnten, und ursprünglich wohl auch nur im Kriegsfall an einePalastrevo­lution" dachten, sehen die Gewitterwolken kommen. Man kann annehmen, daß Tuchatschewski und sein Kreis nach dem ersten Schlag (der Einführung der Kriegsräte) versuchten, diese verschiedenen Grup­pen zu einem geschlossenen Zentrum des Widerstan­des zusammenzufassen und dadurch (Mai/Jum 1937) den furchtbaren, in letzter Stunde noch präventiv ge­führten Schlag des Kreml auslösten. Nach der eili­gen Vernichtung der Tuchatschewski-Gruppe setzte jetzt die große Welle der Verhaftungen erst recht ein, unter den Partei- und Staatsfunktionären, in den Nationalitätengebieten, in wiederholten, systemati­schen Aktionen größten Umfanges in der Roten Ar­mee und Flotte.

Soweit lassen sich auf Grund des jüngsten Pro­zesses die Vorgänge rekonstruieren, die man als die Geschichte des illegalen Oppositionskampfes gegen das Stalinregime bezeichnen darf. Von diesem Hin­tergrund aus, den die Hauptangeklagten Rykow und Bucharin mit hinreichender Deutlichkeit erkennen ließen, lassen sich die übrigen Abschnitte des Pro­zesses erst richtig charakterisieren. Die Prozeßregie ging selbstverständlich darauf aus, alle politischen Beweggründe der Opposition durch allerlei phan­tastisches Beiwerk zu vertuschen. Daher das bunte Bild, das die Anklagebank bot, wo Politiker der Opposition neben Provokateuren und geständnis- eifrigenSchädlingen" nebeneinander saßen. Bucha­rin z. B. drückte dies in treffender Ironie mit den Worten aus:Der rechtstrotzkistische Block hat in der Form, wie er auf diesem Prozeß in Er­scheinung tritt, in Wirklichkeit natürlich nie bestände n." Die phantastischen, von einer gan­zen Gruppe der Angeklagten vorgebrachtenGe­ständnisse" der Sabotage-Akte, die auf keinem Pro­zeß fehlen dürfen, hatten nichts mit Dem Kern der Sache zu tun; man brauchte dieSchädlinge" auf der Anklagebank, solange man das System der totalen Zwangswirtschaft selbst für unfehlbar er­klärt: die Addition der verschiedensten Sabotage­verbrechen ergibt nicht vonungefähr recht genau die Summe der notorischen Mißstände des Regimes. Man brauchte, um die Angeklagten in den Augen der unkritischen Masse bis ins letzte zu diffamieren, ferner die ungeheuerlichen Anschuldigungen der Spionage und des Landesverrates, die von Prozeß zu Prozeß geradezu turmhoch, aller Unglaubhaftig­keit zum Trotz, aufgeschichtet werden. Denn gerade diese Anklagepunkte: jahrzehntelange Spionendienste, Zerstückelung der Sowjetunion, Oeffnung der Fron­ten im Kriegsfall usw. sollen die Opposition jeg­licher Sympathien berauben, die ihr sonst gewiß, etwa bei einer bloßen Anklage wegen Vorbereitung des Umsturzes, im reichen Maße zufließen würden.

Wir erwähnten schon früher die gleichfalls als notwendig erachteten Nebeneffekte gerade dieses Prozesses: die weitere Diffamierung der Tuchatschewski-Gruppe, die jetzt mit den kriminellen" Verbrechen der Angeklagten in direk­ten Zusammenhang gebracht werden soll, eine Dif­famierung, die wohl um so notwendiger erscheint, je mehr der Bazillus des Oppositionsgeistes gerade i n der Armee um sich greift. Ferner dieMobi­lisierung der Geister", deren Notwendigkeit Stalin persönlich nicht umsonst wenige Tage vor dem Pro­zeß verkündete, d. h. die unablässige Bearbei­tung der Massen im Hinblick auf einen Krieg, den man für direkt bevorstehend hält. Der wichtigste Grund jedoch, weshalb der Kreml dieses neue Schauspiel für notwendig hielt, trotz aller dem Pre­stige des Staates abträglichen Konsequenzen, ist ohne Zweifel die Notwendigkeit, ein neues, blutiges Exempel zu statuieren, das allen jenen zur furchtbaren Warnung dienen soll, die im«

Oie Seele des ewigen Japan.

Oie Japaner sind Meister des Lernens und der Beharrlichkeit.

Von Professor Or. Eduard Sprangen

Professor Dr. Spranger von der Ber­liner Universität, der im <lahre 1937 als deutscher Gastprofessor in Japan geweilt hat, schildert das Wesen des modernen Japaners, der mit europäisch-amerikanischer Wissenschaft und Technik das Festhalten an seiner alten Religion und Romantik verbindet.

Bei uns ist es herkömmlich, in den Japanern ein Volk zu sehen, das sich noch rechtzeitig westliche Technik und Wissenschaft, vor allem westliche Wehr­technik, angeeignet Ijat. Seitdem, so meint man, liege es auf der Wacht, um von dem heute Neuen auf das Neue von morgen vorzugreifen; seine Kunst bestehe darin, dem modernen Fortschritt immer noch ein Stück voraus zu sein. Wäre dies richtig, so müßte ganz Japan heute amerikanisiert sein, ja der amerikanischen Kultur den Rang ab- zulausen suchen. Natürlich findet man in den größ­ten Städten einige Viertel mit Wolkenkratzern, tech­nische Anlagen nach amerikanischem Muster, Er­ziehungsanstalten und -methoden, die den Ver­einigten Staaten nachgebildet sind. Aber am Pa­zifik ist es ganz anders zugegangen als am Atlan­tik. Amerika hat fast alle entscheidenden Grundlagen seiner Kultur aus Europa mitgebracht oder über­nommen: rationelle Wissenschaft, Kapitalismus, Demokratie, Religion. Japan hat von Amerika viel empfangen, aber das alles wirkt heute nur wie Zu­taten zum Eigenen.

Japan lernte in Deutschland.

Die Japaner haben lange Zeit nach dem Grund­satz gehandelt:Prüfet alles und behaltet das Beste." Sie haben sich nach dem für Deutschland günstigen Kriege von 1870/71 für deutsche Heeres- organisation, deutsche Reichsverfassung, deutsches Bildungswesen, deutsche Technik, Medizin und Phi­losophie interessiert. Japan ist daher bis heute das einzige Land des Fernen Ostens, das in seinen höheren Schulen der deutschen Sprache lehr­planmäßig Raum gegönnt hat. Wenn es der ja­panischen Nation nur auf technischen Fortschritt und Prosperität angekommen wäre, so hätte sie sich ebenso gut an die angelsächsischen Staaten halten können. Aber Japan hat auch beim Lernen seine Wurzeln immer tiefer gesenkt. Während die Kultur des Abendlandes auf der griechisch-römisch-christ­lichen Geisteswelt weiterbaute, hat Japan reife Geistesschätze aus der chinesischen und indirekt aus der indisch-buddhistischen Geistigkeit nicht über­nommen, sondern auf seine eigentümlich japa­nische Art verarbeitet. Die Japaner sind M e i ft e r der Verarbeitung. Darin liegt das Geheim­nis ihrer Kraft. Sie haben sich nicht geschämt, von anderen zu lernen, sie haben aber selbständig und unter Wahrung eines eigenen starken Wesens ge­lernt. Der neue Lernprozeß nach den chinesischen Einflüssen dauert erst 70 Jahre. Er ist nicht abge­schlossen, aber er war nicht widerstandslos.

Wohnhaus und Tempel aus Holz.

Man muß das Land gesehen haben. Es ist ein In je Hand, das sich über 250 Jahre von frem­den Einflüssen bewußt abgesperrt hat. Nachdem die militärische Wettbewerbsfähigkeit mit den älteren Großmächten gesichert war, besann man sich mit Energie auf sich selbst. Die Küsten waren gesichert, entscheidende Kriege wurden gewonnen. Das j a - panische Wohnhaus ober blieb trotz neuer technischer Möglichkeiten unverändert, wie es seit Jahrhunderten gewesen war: zierlich, aus Holz, mit verschiebbaren Wänden, zur Natur oder zum Gar­ten hin geöffnet; nach unseren Begriffen unprak­tisch, unheizbar, unsicher. Noch heute ändert der Ja­paner auch im Kolonialland seine Wohnweise nicht: ein wichtiges Zeichen von Heimatsinn und Tradiaionstreue. Die Tempel der japani­

schen Urreligion, die Shintoschreine in ihrer alten, auch uns ergreifenden Schlichtheit, als Wohnungen der Landesgötter und Kultstätten für die großen Ahnen. Daneben stehen die Zeugen der ersten gro­ßen Kulturaneignung: die buddhistischen Tempel im merklich vereinfachten chinesischen Stil. Alles ist hineingebaut in heilige Haine, z. T. von gewaltigen Bäumen, die über die deutsche Vorstellungsmöglich- feit hinausgehen. Die Baumriesen und Tempel­säulen sind aus dem gleichen Holz. Es ist uralt, aber in den uralten Bäumen wächst es noch weiter. Auf den kühn geschwungenen Brücken beim Licht bemooster Stein- ober patinierter Bronzelaternen bewegen sich in der Frühlings- und Sommernacht Gestalten im bunten Kimono und Haori, als ob man nicht am Tage europäische Gewänder trüge. Was der Westen gesandt hat, mag praktisch sein, schön und würdig bleibt der heimische Schmuck, und man denkt nicht daran, ihn aufzugeben.

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Nara und Kyoto, die Kaiserresidenzen vor Tokio, sind noch heute traumhaft schöne Städte. Der Fremde wandert in den Tempelhöfen am Berg­hang, in den Klostergärten und Palastbezirken mit dem entschiedenen Gefühl, daß es keinem beseelten Menschen einfallen könnte, sich von diesem Ver­gangen-Gegenwärtigen zu trennen, diese Roman­tik zu verneinen, die eben nicht wie bei uns an mondbeglänzte Ruinen anknüpft.

Der täglicheAusflug nach Amerika".

Die Japaner können nicht amerikanisiert werden. Gewiß, man geht in das Büro, man stürmt kapita­listisch vorwärts. Aber daheim auf den Matten, beim Reis, beim Reiswein, bei Weib und Kindern, da ist das eigentliche Leben. Das andere ist nur einAusflug". Unsagbar fleißige Schüler und Studenten nehmen es auf sich, zum Japani­schen und Chinesischen zwei weitere Sprachen, zu den zwei oder drei heimischen Schriftarten ein oder zwei andere zu lernen, samt der dazugehörigen fremden Literatur und Wissenschaft. Sie sind blaß und tragen Brillen. Sie finden all diese Proble­matik eine Zeitlang interessant, sie diskutieren viel und widmen sich fremden Göttern. Aber wenn sie ausgelernt haben, dann stehen sie wieder ganz in der festen Ordnung ihres Volkes, an der Shinto­ismus, konfuzianische Moral, buddhistische Mystik und Selbstlosigkeit, schließlich der ritterliche Ehren­kodex der Samurai mitgebaut haben.

Ahnentreu und zukunstsgläubig.

Japan ist auf dem Wege zum Imperium. Die seit der Meijirestauration auffällig wachsende Dolks- zahl nötigt zu weltweiten Plänen. Gefährliche Wagnisse auf dem asiiatischen Festland müssen durch­gehalten werden. Nicht alle in Japan verstehen diese Wucht eines Stromes, der über seine Ufer treten muß, ob er will oder nicht. Große Nationen wol­len nicht nur, sie müssen auch. Und Heroismus besteht oft darin, das, was man mutz, mit Ent­sagung zu wollen. Asien soll nicht bolschewi­stisch werden und nicht amerikanisch! Es soll im großen Maßstab werden, was Japan im kleineren ist: ahnentreu, heimatverwurzelt, zukunfts­gläubig aber auch wirtschaftlich tüchtig und mo­dern.

Das Schicksal des Individuums nimmt man nicht tragisch, nicht deshalb, weil alles doch ins Nirvana zurückkehrt, sondern weil Leben und Tod immer verbunden sind: die Lebenden und die Toten zu­sammen sind das Volk. In der Kette der Geschlech­ter leuchtet der einzelne auf wie die Tempellaterne des Nachts. Es ist ihm erlaubt, sich für dies Volk und für den Kaiser zu opfern: s o wird er groß und lebt weiter in der Folge der Geschlechter, die nie enden wird. Denn Japan ist ewig!

mer noch insgeheime oder auch nur mögliche Trä­ger neuer Oppositionsbewegungen sind.

Normalerweise müßten sich an den jüngsten Pro­zeß nicht weniger als drei neue Prozesse anschließen: ein Prozeß gegen die Gruppe der elf ehemaligen' Linkskommunisten und So­zialrevolutionäre, die teilweise bereits diesesmal als Zeugen aufmarschierten. Ein Prozeß gegen die Oppositionellen, nunmehr neu belasteten Politiker wie Rudsutak, Antipow, Meshlauk (alle drei Ex-Vorsitzende des Volkskom- mifjarenrates), ferner Kaminski, Ljubinmvw, Lo­bow, Jakowlew, Bubnow (alle Ex-Volkskommissare der Sowjetunion) und zahlreiche weitere ehemaligen Parteigrößen, sowie gegen d i e verhafteten Diplomaten (Jurenjew, Dawtjan, Bogomolow, Karski und viele andere). Ein dritter Prozeß schließ­lich, der jedenfalls unter Ausschluß der Oeffentlich- feit geführt werden müßte, gegen dieverschollenen" Reste der bisherigen Armeeführung wie den Marschall Jegorow, die Armeekommandanten Alksnis, Below, Dybenko und zahlreiche übrige, zeichnet sich gleichfalls bereits am Horizont ab.

Verstaatlichung der ausländischen Oelgesellschasten in Mexiko.

Mexiko, 20. Märß. (DNB.) Auf Grund eines Regierungsdekrets ist Das gesamte bewegliche und unbewegliche Eigentum der amerikanischen und eng­lischen Oelgesellschafken in Mexiko, die die Er- füllung des Schiedsspruchs für die Arbeiterschaft ab­lehnten, enteignet worden. Die Gesellschaften werden innerhalb von 10 Jahren entschädigt wer­den. Die Verstaatlichung hat im ganzen Lande große Genugtuung hervorgerufen. Am Samstag wurde in sämtlichen Oelbetrieben gearbeitet, nur den Direktoren wurde der Zutritt zu den Be­trieben und den Büros verwehrt. Das Arbeitsamt ernannte provisorische Staatskommissare, die für die Uebemahme der vorhandenen Gelder der Gesellschaften, sowie für die Lohnzahlung verant­wortlich sind. Man glaubt, daß die Verwaltung der Oelindustrie in Zukunft in die Hände eines Der- roaltungsrates gelegt werde, der sich aus Regie­rungsvertretern sowie aus Vertretern der Arbeiter­schaft zusammensetzt. Der amerikanische Botschafter Daniels hat angesichts der durch die mexikani­schen Regierungsmaßnahmen empfindlich getroffe­nen Oelinteresfen der Vereinigten Staaten nach Washington berichtet. In Bankkreisen glaubt man, daß eine Abwertung des mexikanischen Pesos zum 08^.-Dollar im Verhältnis 5:1 er­folgen werde. Der bisherige Kurs war ein Dollar gleich 3,6 mexikanische Pesos.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsminister Dr. Goebbels hat als Gau­leiter von Berlin dem Reichsleiter Amann für die Verdienste, die sich dieser seit Jahren um den Gau Berlin erworben hat, das Goldene Ehrenzeichen des Gaues Berlin mit einem herzlich gehaltenen Schreiben überreichen lassen.

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Der Führer hat dem Staatssekretär im Reichs­und Preußischen Ministerium des Innern Hanns Pfundtner in Würdigung feiner Verdienste das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP, verliehen.

Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirt­schaftsgebiet Thüringen hat als Sondertreuhänder eine neue Tarifordnung für den mit­teldeutschen Braunkohlenbergbau er­lassen. Die Zahl der Lohngruppen ist vermindert worden. Die Lohntafeln für die einzelnen Reviere wurden vereinfacht. Das Hausstands- und Kinder­geld erhöht sich in Zukunft nach der Zahl der Kin­der. Der Unterschied zwischen durchlaufenden Be­trieben und nicht durchlaufenden Betrieben in der Bezahlung der Sonntagsarbeit ist beseitigt worden. Auch beim Urlaub ergeben sich Verbesserungen.

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Anläßlich der Heimkehr der deutschen Ostmark in das Deutsche Reich hat der Vorstand der Bank der Deutschen Arbeit an Reichsminister Dr. Goebbels ein Telegramm gerichtet, in dem er mit- teilt, daß die Bank jedem am 13. März 1938 und 10. April 1938 und am 20. April 19 38 geborenen deutschblütigen öster­reich i s ch e n Kinde ein Sparkassenbuch in Höhe von 25 NM. stiftet, lieber den Betrag zuzüglich Zin­sen kann mit Vollendung des 14. Lebensjahres frei verfügt werden.

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Im Wiener Burgtheater wird als Fest- DorfteUung zum Geburtstag d e s Führers SchillersW i 1 h e l m Teil" in einer Neuinszenie­rung vorbereitet. Die Titelrolle ist mit Werner Krauß besetzt.

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Aus Anlaß der bevorstehenden Uebemahme der Spanischen Reitschule in Wien in die Obhut des deutschen Heeres veranstaltete die Schule einen Empfang. Der Oberbefehlshaber der VIII. Armee Generaloberst von Bock, die ge­samte in Wien befindliche Oeneralii-it und- Obergruppenführer L i tz m a n n wohnten den Vor­führungen mit großem Interesse bei.

Der amerikanische Außenminister Hüll gab be­kannt, daß dieDereinigtenStaatendie Wie­dervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich de facto anerkannt haben. Er teilte mit, daß ihn der bisherige Gesandte der Republik Oesterreich unterrichtet habe, daß Oesterreich als s e l b st ä n - diger Staat nicht mehr bestehe,-die öster­reichische Gesandtschaft in Washington geschlos - s e n und ihre Obliegenheiten von der deutschen Bot­schaft übernommen worden seien.

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König Carol von Rumänien empfing den deutschen Gesandten Dr. Fabricius, der ihm im Auftrage des Reichsjägermeisters Hermann Göring die Ehrenmitgliedschaft im Reichs- bund Deutsche Jägerschaft antrug. Der König nahm die Urkunde mit herzlichem Dank an die deutsche Jägerschaft und an den Reichsjägermeister entgegen.

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Am Sonntag fanden die bulgarischen Par­lamentswahlen in den Distrikten Plovdjv und Bratza statt. 41 Abgeordnete find gewählt morden, von denen 30 die Politik der Regierung unterstützen. Bis jetzt find insgesamt 130 Abgeordnete gewählt, von denen 86 die Regierung unterstützen. Am näch­sten Sonntag find die letzten Wahlen im Distrikt Sofia, wo noch 30 Deputierte gewählt werden.

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Der neue holländische Gesandte Hubrecht hat am Samstag dem König von Italien und Kaiser von Aethiopien sein Be­glaubigungsschreiben überreicht. Damit läßt sich Holland als erster der Staaten, deren diplomatische Vertretung in Rom seit gerdumer Zeit nur durch Geschäftsträger geleitet werden, wieder durch einen Gesandten vertreten, was indirekt die Anerkennung des italienischen Imperiums in Ostafrika bedeutet.

Wie der nationalspanische Heeresbe­richt meldet, schlugen die nationalspanischen Trup­pen am Sonntag zwischen Alcaniz und Castelseras zwei feindliche Brigaden in die Flucht. Die Gesamtbevölkerung des befreiten Ge­biets beträgt 160 000, die Fläche 6000 Quadratkilo­meter. Die durchschnittliche Dormarschtiefe erreichte 90 Kilometer. In dem befreiten Gebiet liegen die Kohlengruben von Utrillas und wichtige Fabriken zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Japanischer Vormarsch in Sckantung.

antau, 20. März. (DNB.) Der Schwerpunkt der Kampfhandlungen auf dem Kriegsschauplatz in Nordchina verschiebt sich immer deutlicher zur Schantungfront. Hier haben große Truppenmassie- rungen begonnen. Die japanischen Truppen haben mit Tankabteilungen und Flugzeuggeschwadern Tunghsien zurückerobert und an der Eisenbahnlinie Tientsin Pukau den Vor­marsch nach Süden erzwungen. Die chinesische Front ist nach Lingcheng zurückverlegt worden. Die Haupt­macht der japanischen Truppen erreichte die Bahn­kreuzung mit dem Kaiserkanal. Hier befindet sich die letzte größere chinesische-Verteidigungsstelle vor dem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt Hs u tschau.

Aus aller Wett.

Richtfest im Flughafen Rhein-Main.

NSG. Am Samstagnachmittag fand auf dem Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main das Rich t- f e st für die Halle II statt. Kreisleiter Schwe­bei weihte zunächst im Auftrage des Gauleiters vier Fahnen der DAF. für die Werkscharen der Zeppelin- und Flugbetriebe. Im Anschluß darav erinnerte Ministerialrat, Professor Knapp, in besten Händen die vberste Bauleitung ruht, an das Unglück von Lakehurst, das unseren Mut nicht er­schüttern konnte. Im Auftrage des Gauleiters gab Assessor Janthur von der Hessischen Landesregie­rung den Befehl zur Hissung der Richtkrone. Assessor Janthur gab einen Rückblick auf die Geschichte der deutschen Luftfahrt und erinnerte an den vor fünf Jahren begonnenen Bau des Luftschiffhafens. Nach der Katastrophe desHindenburg" sei das Werk nur noch entschlossener fortgeführt worden. Noch nicht em Jahr nach dem Unglück von Lakehurst stehe die zweite Halle unter Dach und Fach. Im Auftrage des Gauleiters habe er den etwa 500 am Bau be­schäftigten Arbeitern und den beteiligten Firmen für das schnelle Gelingen des Werkes zu danken. Auch die neue Halle werde ein Wahrzeichen des Rhem-Mam-Gebietes fein, das mit diesem Hafen Das Tor zur Welt für den Luftverkehr geworden sei. Nach der Feier versammelten sich alle am Bau Beteiligten zu einem Kameradschaftsabend.

Die Berliner Liedertafel auf der Ordensburg Crössinsee.

Auf Einladung der Ordensburg Crössinsee gab bie Berliner Liedertafel in Stärke von 180 Sängern vor sämtlichen Stammführern und Junkern der Burg sowie zahlreichen geladenen Gä­sten em Konzert, das bei den etwa 1400 Zuhörern einen unauslöschlichen Eindruck hinterließ. Während des anschließenden Kameradschaftsabends wurde der Wunsch geäußert, für notleidende Wiener Kinder eine Sammlung zu veranstalten. In kurzer Zeit er­gab die Sammlung eine Summe von über 1000 Mark, die dem Gauleiter Vürckel überreicht wer­den soll. Der folgende Tag brachte eine erhebende Morgenfeier in der Festhalle, zu deren Beginn der Chordirektor Jung dem Kommandanten der Burg den von ihm komponierten MarschOrdensburg Crössinsee" überreichte.

Drei Kinder tödlich verunglückt.

In Deckenbach bei Bad Kreuznach lief beim Spiel auf der Dorfstraße der neunjährige Sohn Paul des Landwirts Adolf Köhler plötzlich auf die Fahr­bahn und rannte gegen ein Lastauto. Der Junge wurde zu Boden gerissen und überfahren Mit schweren inneren Verletzungen und einem Bruch der Wirbelsäule kam der Junge ins Krankenhaus, wo er kurz nach feiner (Einlieferung starb.

...In Mutterstadt bei Ludwigshafen fiel das drei- iWige Kind der Familie Ledig, als es von der Kinderschule nach Hause kam, in eine im Hof abge­stellte und mit kochender Brühe gefüllte Wanne Ehe die im Haus befindliche Mutter zu Hilfe eilen konnte, war das Unglück geschehen. Mit schweren Verbrennungen wurde bas bedauernswerte Kind in Das Krankenhaus Ludwigshafen eingeliefert, wo es einen Verletzungen erlegen ist.

3n Albersweller (Pfalz) ereignete sich ein Vrandungluck , wobei der Schafstall des Schaft Halters Hey dem Feuer zum Opfer fiel. Unter den glühenden Trümmern fand man die Leiche des mV- alten Töchterchens des Hofbewohners ff ".! e Wie die Ermittlungen ergaben, war das fünfjährige Brüderchen mit dem jüngeren Kind durch eine Lücke in den Stall geschlüpft, hatte dort mit Feuerzeug gespielt und so den Brand ver- Während sich der Junge noch rechtzeitig m Sicherheit bringen konnte, fand das Schwesterchen W Weg ins Frei, nicht mehk