Ausgabe 
21.2.1938
 
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Das deutsche Volk hatsich zu seinem Selbstvertrauen zurückgesunden.

Demgegenüber hielt ich es für meine erste und wichtigste Aufgabe, auf jedem sich mir bietenden Felde und bei jeder sich bietenden Gelegenheit das deutsche Volk wieder zu feinem Selbstbewuhlfein zurückzuführen, ihm den verdammten Zweifel an seiner Tüchtig­keit auszutreiben und es wieder zu einem stolzen und zu einem selbstbewußten Volk zu machen. Deshalb habe ich so oft Forderungen gestellt, die zu ihrer Erfüllung Höchstleistungen ver­langten. Ich wollte und will auch in Zukunft, daß das deutsche Volk an dem praktischen Bei­spiel seiner Leistungsfähigkeit, an den Ergeb­nissen seiner Arbeit ermessen kann, daß es ge­genüber den anderen Völkern der Welt nicht zweitklassig oder gar minderwertig ist, sondern daß es diesen an allen wirklichen Werten un­bedingt gleichkommt, im höchsten Sinne des Wortes also ebenbürtig und damit gleichberechtigt ist. (Stürmischer Beifall.) Ich habe daher auch alle jene Institutionen gehaßt und deshalb beseitigt, die das deutsche Volk zu einer solchen Kleinheit des Denkens mit erziehen halfen. Nur unsere kleinen Geister brauchten die kleinen Einzel st aaten! Nur sie haben die sogenannten Werte" dieser damaligen Länder erfunden, damit sich ihre eigene Begrenzung nicht an größeren Auf­gaben zu verraten brauchte! Jene furchtbare Auf­fassung, daß es besser sei, der Erste in seinem Dorf zu bleiben als der Zweite in einem großen Reich, ist zum Glaubensbekenntnis für all jene geworden, die zu begrenzt find, um die erste Rolle in einer großen Gemeinschaft spielen zu können, aber zu ehr­geizig oder zu verdorben, um sich mit einer zweiten oder dritten zu begnügen, und die deshalb die Na­tion am liebsten in kleinste Fragmente zerrissen hätten, damit die Vielzahl ihrer eigenen Erscheinun­gen dann doch noch führend hätte aufzutreten ver­mocht.

Die nationalsozialistische Revolution wäre etwas halbes geblieben, wenn sie nicht über öie frü­heren Länder und vor allem über deren soge­nannte eigene souveräne Wurzeln das Inter­esse der Nation als Gesamtheit gestellt hätte. Nicht nur die Parteien mußten verschwinden, nein, sondern auch die Parlamente unserer Länder waren längst überfällig. Es kann nur eine Souveränität im Deutschen Reiche geben. Sie geht aus von dem Ganzen des deutschen Volkes und nicht von einem Teil desselben. Indem wir diese Länder als selbstherrliche Erscheinungen und ihre Parlamente als Träger einer eigenen Souve­ränität aufhoben, schufen wir die Voraussetzung zu einer wahren Souveränität des deutschen Volkes im Gesamten. Die Zukunft des Deutschen Reiches ist erst seit dem Augenblick sichergestellt, seitdem das Reich zur souveränen und ausschließlichen Reprä­sentantin der deutschen Nation wurde. Der eiserne Grundsatz, daß einem Volk auch ein Reich zustehe, hat es ermöglicht, Deutschland aus den Lähmungen zahlreicher einzelstaatlicher Bindungen zu erlösen und in der Folge zu einer Kraftentwicklung geführt, die heute den deutschen Volksgenossen innerhalb der einzelnen Länder einen wesentlich höheren Nutzen abwirft als dies früher jemals möglich gewesen märe.

Auf ollen Gebieten unseres nationalen Daseins ist es erst jetzt gelungen, jene wahrhaft großen Auf­gaben zu stellen und vor allem aber auch jene materiellen Mittel zu sichern, die für die Verwirklichung großer schöpferischer Pläne die Voraussetzung sind. So hat der Nationalsozialismus in wenigen Jahren nachgeholt, was Jahrhunderte vvr ihm versäumten, und wieder gutgemacht, was zahlreiche Generationen vor ihm gesündigt hatten. So wurde es uns durch diese Beseitigung der inne­

ren stammesmäßigen und parteipolitischen Zer­splitterung möglich, gerade jene gewaltigen Auf­gaben zu stellen und auch zum Teil zu lösen, die schon heute ein Grund für den Stolz und damit für die Selbstachtung des ganzen deutschen Volkes sind. Großartige Verkehrswege, gigantische Industrie­bauten, einzigartige Stadtpläne und Bauwerke, rie­senhafte Brücken, erleben heute ihre Planung, stehen vor chrem Bau oder sind zum Teil auch bereits vollendet!

Wenn dos nächste halbe Dezennium vergangen sein wird, werden die Deutschen in ihrem Be­wußtsein die Bilder von Leistungen tragen, die egeignet sind, das ganze Volk mit tragen, die geeignet sind, das ganze Volk mit diesen Leistungen gehört aber vor allem auch die Konstruktion einer Volks-und Staats­führung, die ebenso weit entfernt ist von parlamentarischer Demokratie wie von militä- rischer Diktatur. 3m Nationalsozialismus hat das deutsche Volk jene Führung erhalten, die als Partei die Nation nicht nur mobili­siert, sondern vor allem organisiert hat, und zwar so organisiert, daß auf Grund des natürlichsten Prinzips der Auslese die Fort­dauer einer sicheren politischen Führung für immer gewährleistet erscheint. Und dies ist vielleicht eines der stolze­sten Kapitel der Geschichte der letzten fünf Jahre.

Der Nationalsozialismus hat nicht, wie ein kleiner internationaler Skribent vielleicht glaubt, am 4. Fe­bruar das Außenministerium in Deutschland er­obert, sondern er besitzt ganz Deutschland feit dem Tag, an dem ich als Reichskanzler vor fünf Jahren das Haus am Wilhelmsplatz verließ, und zwar rest­los und ausschließlich. Es gibt keine Institution in diesem Staat, die nicht nationalsozialistisch ist. Vor allem aber hat die Nationalsozialistische Partei in diesen fünf Jahren nicht nur die Nation national­sozialistisch gemacht, sondern sich auch selbst jene vollendete Organisation gegeben, die für alle Zukunft öie Selbst- und F 0 rterha 1 - t u n g gewährleistet.

Die größte Sicherung dieser nationalsozialisti­schen Revolution liegt führungsmäßig nach innen und außen in der restlosen Erfassung des Reiches und all feiner Einrichtungen und Insti­tutionen durch die Nationalsozialistische Partei. Sein Schutz der Welt gegenüber aber liegt in derneuen nationalsozialistischen Wehrmacht. (Lebhafter Beifall.)

Parteigenossen! In diesen Tagen vor 18 Jahren habe ich zum erstenmal das Programm der Partei verkündet. Damals in der Zeit der tiefsten deutschen Erniedrigung, der größten Ohnmacht und eines unvorstellbaren Jammers proklamierte ich als Ziel der nationalsozialistischen Partei unter anderem die- Beseitigung des uns durch den Versailler Ver­trag aufgezwungenen Söldnerheeres und die Er­richtung eines großen starken deutschen Volks- Heeres. Als unbekannter deutscher Frontsoldat hatte ich dieses kühne Programm aufgestellt, 14 Jahre lang in der Opposition gegen eine Welt von inneren Feinden und äußeren Hassern dafür ge­kämpft und in fünf Jahren habe ich es jetzt ver­wirklicht! (Bravorufe, stürmische Zustimmung.) Ich brauche gerade bei dieser größten Leistung des neuen Reiches nicht in Details einzugehen. Nur folgendes will ich bekanntgeben: Das deutsche Friedensheer ist aufgestellt! Eine gewaltige deutsche Luftwaffe schützt unsere Heimat! Eine Macht zur See unsere Küsten! Inmitten der gigantischen Steigerung unserer allgemeinen Pro­duktion wurde es möglich, eine Aufrüstung ohnegleichen durchzuführen!

Partei und Wehrmacht dienen dem Volk.

r Wenn es heule ausländischen Weisen zur inneren Beruhigung dient, dann mögen sie unseretwegen auch ruhig glauben, daß in Deutschland zwischen Wehrmacht und Rationat- sozialismus weih Gott was für Differenzen be­stehen. Wir gönnen ihnen diese Art einer inne­ren Selbstbefriedigung ohne weiteres. Wenn sie aber daraus jemals zu anderen Schlüffen kommen wollten, dann mag ihnen folgendes hier gesagt sei: Es gibt in Deutschland kein Problem nationalsozialistischer Staat und nationalsozia­listische Partei, und kein Problem nationalsozia­listische Partei und nationalsozialistische Wehr­macht. In diesem Reich ist jeder Rational- ! soziatiff, der an irgendeiner verantwortlichen stelle steht!

Jeder Wann trägt das nationalsozia- llstische Hoheitszeichen auf seinem Haupt. (Stärkster Beifall.) Jede Institution dieses Reiches steht unter dem Befehl der ober st en politischen Führung, und alle Institutionen dieses Rei­ches sind verschworen und einig in dem Willen und Entschluß, dieses natio- nalsozialistische Deutschland zu ver­treten und wenn notwendig, zu verteidigen b i s zum letzten Atemzug. (Stärkste begei­sterte Zurufe.) Wan möge sich ja nicht durch jene Elemente eines anderen belehren lassen, die schon in Deutschland die schlechtesten Propheten gewesen sind. Die Partei führt das Reich politisch, und die Wehrmacht verteidigt die­ses Reich militärisch. Jede Institution in diesem Reich hat ihre Aufgabe, und es gibt niemand an einer verantwortlichen Stelle in diesem Staat, der daran zweifelt, daß der autorisierte Führer dieses Reiches i ch b i n und (Großer Bei­fall und leidenschaftliche Zustimmung) daß mir die Ration durch ihr Vertrauen das Wandat gegeben hat, sie überall und an jeder Stelle zu vertreten. (Erneute jubelnde Zu­rufe.) Und so wie die deutsche Wehrmacht diesem Staat des Rationalsozialismus in blinder Treue und blindem Gehorsam ergeben ist, so sind die­ser nationalsozialistische Staat und seine füh­rende Partei stolz und glücklich über unsere Wehrmacht. In ihr sehen wir die Bekrönung einer den deutschen Wenschen von Jugend auf in Bann hattenden nationalsozialistischen Er­ziehung. Was er In den politischen Organisa­

tionen in seiner politischen und geistigen Hal­tung bekommt, wird hier ergänzt durch die Ausbildung und Erziehung zum Soldaten.

Ich kann in dieser Stunde nicht anders, als jener Männer zu gedenken, die als Treuhänder der Wehrmacht, des Heeres, der Marine und der Luftwaffe mir g e h o l f en haben, dieses wun­derbare Instrument zu bauen.

Ich mußte den Wunsch des Generalfeldmarschalls von Blomberg, nach der Vollendung der ersten großen Aufbauarbeit feine angegriffene Ge­sundheit nunmehr nach all den Aufregungen in einem privaten Leben zu schonen, respektieren. Ich möchte aber an dieser Stelle meinen und des deutschen Volkes Dank aussprechen für die so unendlich treue und loyale Arbeit dieses Soldaten für das neue Reich und feine Wehrmacht. (Starker Beifall.) Sie roitf) als solche von der Geschichte der Gründung dieses Reiches historisch niemals mehr getrennt werden können. Dasselbe gilt von der Tätigkeit und dem hervorragenden Wirken des Generalobersten von Fritsch und von all jenen, die im Zuge der Verjüngung unseres politischen und militärischen Führerkorps jüngeren politischen und militärischen Kräften chre Plätze in vornehmster Gesinnung zur Verfügung stellten. (Starker Beifall.) Wir wissen, was das Hunderttausend-Mann-Heer der früheren Reichswehr an Voraussetzungen für die so schnelle Wiederaufrüstung der deutschen Wehrmacht geschaf­fen hat. Wir wissen aber auch, daß die neuen gewaltigen Aufgaben zu ihrer Bewälti­gung eines fortgesetzten Nachstroms junger Kräfte bedürfen. Und wir wissen vor allem, daß die Aufgaben der Zukunft eine stär­kere Zusammenfassung der politischen und militärischen Macht des Reiches erfordern, als dies vielleicht früher nötig war. Wenn ich mich daher nach dem Weggang des Gene­ralfeldmarschalls von Blomberg entschloß, nunmehr meine Befehlsgewalt über die drei Wehrmachtsteile direkt auszuüben und das Wehrmachts­amt als Oberkommando der Wehrmacht mir persönlich zu unter ft eilen, dann hoffe ich, daß wir dadurch zu jener Verstärkung unserer militärischen Machtmittel in kürzester Zeit kommen werden, die die allgemeinen Zeitumstände heute angezeigt fein lassen. (Stürmischer, anhaltender Beifall.) Eine Versicherung möchte ich vor dem deutschen Volk als fein von ihm gewählter Führer an diesem Tage abgeben:

So sehr wir am Frieden hängen, so sehr hängen wir an unserer Ehre und an den unveräußerlichen Rechten unseres Volkes. So sehr ich für den Frieden ein­

trete, so sehr aber werde ich auch dafür sorgen, daß unserem Volke niemals mehr das Instrument geschwächt oder gar genommen wird, das meiner lleberzeugung nach allein geeignet ist, in so unruhigen Zeit­läuften den Frieden am sicher st en und am erfolgreich st en zu be­wahren! Und so sehr ich der Welt die Ver­sicherung von der aufrichtigen und tiefen Friedensliebe des deutschen Vol­kes übermitteln kann, ebensowenig aber möchte ich einen Zweifel daran. lassen, daß diese Friedensliebe weder mit schwächlichem Verzicht noch gar mit ehrloser Feigheit etwas zu tun hat. Sollte jemals internationale hetze und Vrunnenver- giftung den Frieden unseres Reiches brechen, werden Stahl und Eisen das deutsche

Volk und die deutsche Heimat unter ihren Schuh nehmen. Und die Welt würde dann blitzschnell sehen, wie sehr dieses Reich, Volk, Partei und Wehrmacht von einem Gei st erfüllt und in einem Willen fana- .visiert sind! (Leidenschaftliche Zustirnrnungs- funbgebungen.) Im übrigen ist es nicht meine Absicht,das ehrenhafte deutsche Offizier­korps vor den Verleumdungen einer inter­nationalen Journalistik besonders in Schuh zu nehmen. Dies ist auch nicht notwendig. Denn es gibt nun einmal unter den Journalisten zwei Sorten von Wenschen: Wahrheits­liebende, und andererseits verlogene, minder­wertige Schwindler, Völkerbetrüger und Kriegs­hetzer. Es gibt aber nur eine Sorte von deutschen Offizieren!

Das Produkt unserer Arbeit ist die wahre Deckung unserer Währung.

Sie hoben, meine Parteigenossen, das Bild eines aewaltigen geschichtlichen Aufschwungs soeben ge­sehen, der Deutschland durch die nationalsozialisttsche Revolutton und durch die Führung der Partei zu­teil wurde. Die Größe dieser Leistung zwingt aber auch zur Sorge für die Zukunft. Das wirt­schaftliche Programm dieser Zukunft ist Ihnen bekannt. Es gibt für uns keinen anderen Weg als den einer größten Steigerung un­serer Arbeit mrt) damit ihrer Erträgnisse. Das deutsche Volk ist ein Volk mit einem hohen Lebensanspruch. Wenn die übrige Welt statt von Journalisten nur von überragenden Staats­männern beeinflußt würde, müßte sie für diese Tatsache dankbar sein. Denn je größer die Lebens­und Kulturansprüche eines Volkes find, desto größer wird seine Sehnsucht nach Frieden sein. Er allein gibt di« Möglichkeit, jene Leistungen zu vollbringen, die den Anforderungen eines so hohen Lebensstandardes zu genügen vermögen.

Unsere wirtschaftliche Lage ist schwer. Allein Nicht, weil in Deutschland der Nationalsozialismus re­giert, sondern weil 140 Menschen auf dem Quadratkilometer leben, weil uns nicht jene großen Natur- und Bodenschätze gegeben sind wie anderen Völkern, weil wir vor allem einen Mangel an fruchtbarer Erde be­sitzen. Würde sich heute Großbritannien plötzlich auflösen und England nur auf seinen eigenen Lebensraum angewiesen fein, dann hätte man viel­leicht dort sofort mehr Verständnis für die Schwere der wirtschaftlichen Aufgaben, die uns gestellt sind. (Beifall.) Daß und wie Deutschland mit diesen Pro­blemen fertig wurde, ist an sich ein Wunder und ein Grund für uns alle, darauf wahrhaft stolz zu fein. Wenn ein Volk, das über keinerlei Goldreser­ven und Devisen verfügt, und zwar nicht deshalb, weil hier der Nationalsozialismus regiert, sondern weil der nicht nationalsozialisttsche, demokratisch- parlamentarische Staat vorher 15 Jahre lang von einer beutegierigen Welt ausgeplündert wurde. Wenn also ein Volk, das 140 Menschen auf den Quadratkilometer zu ernähren hat und keinerlei ko­loniale Ergänzung besitzt, wenn ein Volk, dem es an zahlreichen Rohstoffen fehlt und das weder die Möglichkeit besitzt noch willens ist, durch Kredite ein Schwindeldasein zu führen, wenn ein solches Volk in fünf Jahren seine Arbeitslosenzahl auf nichts vermindert, seinen Lebensstandard nicht nur hält, sondern sogar verbessert, und dies alles aus eigener Kraft, wenn ein Volk ein solches Wunder zuwege bringt, dann sollten wenigstens alle jene schweigen, die es trotz größter wirtschaft­licher Voraussetzungen kaum fertigbringen, ihre eigenen Erwerbslosenprobleme zu lösen. (Große Beifallskundgebungen.)

Es wird auch in der Zukunft unsere Aufgabe sein, das deutsche Volk vor allen Illusionen zu be­wahren. Die schlimmste Illusion ist aber immer die, zu glauben, daß man etwas verleben kann, was vorher nicht durch Arbeit geschaffen und produziert wurde. Mit anderen Worten: Es wird auch in der Zukunft unsere Pflicht fein, iedem einzelnen Deutschen in Stadt und Land klarzu­machen, daß der Wert seiner Arbeit stets aleich sein muß feinem Lohn. Das heißt: Der Bauer kann für feine Lanbvrodukte nur das bekommen, was der Städter vorher erarbeitet hat, und der Städter kann nur erhalten, was der Bauer feinem Boden abrang, und alle untereinander kön­nen nur austauschen, was sie produzieren, und das Geld kann dabei nur d i e Mittlerrolle spielen.

Es trägt keinen eigenen Gebrauchs­wert in sich. Jede Mark, die in Deutschland mehr bezahlt wird, setzt voraus, daß um eine Mark mehr gearbeitet wurde. Ansonsten ist diese Mark ein leeres Stück Papier, das keine Kaufkraft besitzt. Wir aber wollen, daß unsere deutsche Reichsmark e i n ehrlicher Schein bleibt, eine ehrliche Anwei- funa für Produkt einer von einem anderen ebenso ehrlich geleisteten Arbeit. Dies ist d i e wahre,

weil einzige und wirkliche Deckung einer Währung. Dadurch haben wir es ermöglicht, ohne Gold und ohne Devisen den Wert der deut­schen Mark zu erhalten, und haben damit auch Öen Wert unserer Sparguthaben sichergestellt, zu einer Zeit, öa jene ßänöer, die von Gold unb Devisen überlaufen, ihre Währungen felbst entwerten mußten!

Schon^der Geburtssegen wird uns zwingen, durch Erhöhung unserer Produktion das erhöhte Auskommen für die Gesamtheit sicherzustellen. Wir haben uns nun in den Jahren 1933/34 gezwungen gesehen, die deutsche Arbeitskraft, um sie überhaupt erst einmal zur Wirkung zu bringen, nicht selten in primitivster Form anzüsetzen. Spaten und Schau­fel waren in diesen Jahren die Werkzeuge für viele Hunderttausende deutscher Männer. Mit der stei­genden Inbetriebsetzung unseres wirtschaftlichen Le­bens erfolgte eine langsame Umstellung auch in unseren Arbeitsmethoden. Heute leidetDeutsch- land an einem Mangel gelernter Ar­beitskräfte. Die Arbeitslosigkeit als solche ist so gut wie restlos beseitigt. Wir treten nunmehr in eine neue Phase unserer nationalen Produk­tion. Jetzt ist es die Aufgabe, die primitiven Ar­beitsmethoden langsam zu ersehen durch ver­besserte, vvr allem technisch vervollkommnete. Es muß unser Ziel sein, den hochwertigen deutschen Arbeiter immer mehr von der primitiven Arbeit wegzuziehen und einer hochwertigen Tätigkeit zuzu­führen. Die primitivste Arbeit aber wollen mir z>ann der durch die hochwerttge Arbeit geschaffenen Ma­schine überlassen!

Es ist dabei aber notwendig, dafür zu sorgen, daß unser flaches Land, bei dem diese Umstellung zur Maschine nur bedingt und allmählich möglich ist, nicht von Arbeitskräften entblößt wird. Allein auch dies wird am ehesten dadurch erreicht, daß durch die allgemeine Vervollkommnung unserer Arbeitsmethoden dem Mangel der Arbeits­kraft im Gesamten auf natürliche Weise begegnet wird und damit das Abfließen primitivster Arbeits­kräfte vom flachen Land mit Recht gestoppt wer­den kann. In wenigen Sätzen ein Programm, das allerdings Jahre zur Verwirklichung benötigt. Allein wie alle nationalsozialistischen Vorhaben am Ende auch feine Verwirklichung erfahren wird.

Was immer mir aber auch durch eine solche Steigerung der deutschen Produktion erreichen, es kann die Unmöglichkeit der deutschen Ravm- zumessung dadurch nicht beseitigt werden Es wird daher von Jahr zu Jahr stärker die For­derung nach jenem kolonialen Besitz ertönen, den Deutschland einst nicht anderen TUWen weggenommen hat, und der für diese Mächte heute sachlich so gut als wertlos ist, für unser eigenes Volk aber unentbehrlich erscheint. (Brausender Beifall.) Ich mochte mich hier gegen die Hoffnung wenden, einen solchen An­spruch uns etwa durch Kredite abdingen zu können. Wir wünschen nicht Kredite, son­dern Lebensgrundlagen, die es uns ermöalichen, durch eigenen Fleiß die Existenz der Ration sicherzustellen. (Beifall.) Wir wün­schen vor allem nicht naive Zusicherungen, daß es uns gestattet sein soll, zu kaufen, was wir brauchen. Wir lehnen solche in unserem Lande als hohn empfundene Erklärungen einmal für immer ab. Es gibt kein weltwirtfchaftliches Re­zept, das einen vollen Erfaß für die Möglichkeit einer intensiven Wirtschaft im eigenen Wäh­rungsbereich bieten kann.

Sie werden, meine Abgeordneten, von mir nicht erwarten, daß ich zu einzelnen internationalen Plänen Stellung nehme, die augenblicklich das mehr oder weniger große Interesse verschiedener Regie­rungen zu erregen scheinen. Sie sind zu ungewiß und zu unklar, als daß ich mich dazu äußern konnte.

Deutschlands Absage an die Senser Eniente.

Vor allem aber nehmen Sie mein tiefwurzelndes Mißtrauen gegenüber allen sogenannten Konfe­renzen entgegen, die für ihre Teilnehmer viel­leicht anregende Stunden interessanter Gespräche sind, für die hoffende Menschheit aber meistens nur zu Enttäuschungen führen. (Stürmischer Beifall.) Sie werden mir zugeben, daß, wenn mein Pro­gramm im Jahre 1933 etwa gelautet hätte, abzu­warten, bis durch eine internationale Weltwirt­schaftskonferenz die Hilfe kommt, Deutschland heute vermutlich 15 Millionen Erwerbslose haben würde, sofern wir nicht schon überhaupt im bolschewistischen Chaos untergegangen wären! Ich kann auch nicht zugeben, daß bestimmte natürliche For­derungen mit politischen Geschäften verknüpft werden, die damit nichts zu tun haben. Es tauchen in letzter Zeit immer wieder Meldungen auf, Deutschland stehe im Begriff, feine Anschauung über einen eventuellen Wiederein­tritt in den Völkerbund einer Revision zu unterziehen. (Heiterkeit.) Auch auf die Gefahr hin, daß der ebenso begriffsstutzige wie indolente Jcur- nalismus unserer demokratischen Weltpresse die- bis morgen wieder vergessen haben wird, mochte ich aber doch noch einmal folgendes erklären (erneute Heiterkeitsausbrüche): Im Jahre 1919 wurde eini­gen Völkern ein Friedensvertrag auf- gezwungen, der die gewalttätigsten Eingriffe in Volksgemeinschaften und Besitzrechte mit sich brachte, die bisher denkbar erschienen. Diese Ver- getDaÜtgung nationaler und wirtschaftlicher Lebens-

schicksale und Lebensgemeinschaften der Völker fand statt unter einem Dunst moralisieren­der Phrasen, die vielleicht geeignet waren, das schlechte Gewissen der Täter zu beruhigen, auf die Betroffenen aber nur wie ein schlechter Witz wirken konnten. (Beifall.) Nachdem durch einen solchen Ge­waltakt eine ebenso gründliche wie einschneidende Veränderung der Weltkarte in territo­rialer und bevölkerungspolitischer Hinsicht vorge­nommen worden war, wurde ein Völkerbund gegründet, dessen Aufgabe es nun sein sollte, diese wahnwitzigen, unvernünftigen Handlungen als einen endgültigen Abschluß der politischen und wirt­schaftlichen Entwicklung der Volker festzulegen und seine Ergebnisse als die ewige und unveränderliche Grundlage des Lebens und der Grenzen der mensch­lichen Gemeinschaften auf diesem Planeten zu fixieren. In Zukunft sollte es verboten fein, durch Gewalt an dem zu rütteln, was in der Vergangen­heit durch Gewalt entstanden war.

Um aber das Unsinnige einer solchen haar­sträubenden Vergewaltigung der Menschheit etwas zu mildern, wurde wenigstens noch offen gelassen, daß Korrekturen dieses durch die Gewalt von Jahr- tc-'isenden entstandenen Zustandes in Zukunft auf d>. m Wege des Rechts, also der Ein­sicht, erfolgen sollten. Diese etwas schwierige Auf­gabe wurde dann dem Völkerbund so neben­bei noch zugewiesen.

(Fortsetzung des Berichts im L Blatt Seite 34