nach der Insel „Könige von Sardinen" nannten. Erst das faschistische Italien geht mit modernsten Methoden an die neue Erschließung der natürlichen Reichtümer der Insel und hat neben dem Erzbergbau insbesondere — ebenso wie der früheren österreichischen Halbinsel Istrien — den Kohlenbergbau mit Erfolg ausgenommen. Neue Schissahrtslinien und auch Flugverbindungen bringen die Insel dem italienischen Festland näher. Ihre strategische Bedeutung, einmal aus der Linie Italien — Spanien und dann als Abwehrstellung gegenüber der mächtigen französischen Angrisfs- basis Toulon — Korsika — Nordafrika, ist auch bei einem ganz flüchtigen Blick auf die Karte unverkennbar.
Oer Besuch Or. Schachts in London.
Irrige Vermutungen der Auslandspresse.
Berlin, 19. Dez. (DNB.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist von einem privaten dreitägigen Besuch bei dem Gouverneur der Bank von England aus London zurückgekehrt.
Der Besuch war zwischen den beiden Bankleitern vereinbart worden, weil es dem Gouverneur der Bank von England infolge körperlicher Indisposition während einer Reihe von Monaten nicht möglich gewesen war, zu den regelmäßigen monatlichen Zusammenkünften bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel zu erscheinen. Der nunmehrige Besuch gab Gelegenheit, eine Reihe von Dingen zu besprechen, die sich aus dem regelmäßigen dienstlichen und geschäftlichen Verkehr der beiden Institute ergeben.
Bei diesem Besuch hat der Reichsbankpräsident Gelegenheit gehabt, eine Reihe von führenden Herren der City und des öffentlichen Lebens zu sehen, wobei natürlich auch allgemeine wirtschaftliche Fragen berührt worden sind. Die in der ausländischen Presse erschienenen Berichte über angebliche Vorschläge, Pläne usw., die Dr. Schacht entwickelt haben soll, sind reine Vermutungen, da Dr. Schacht es vermieden hat, irgendeinen Pressevertreter zu sehen oder Mitteilungen an die Presse zu geben. Insbesondere ist jede Vermutung, als ob Dr. Schacht über irgendwelche Kredite gesprochen hätte, irrig. Richtig ist, daß Dr. Schacht gewisse Gedankengänge entwickelt hat, wie man unter Mithilfe der Reichsregierung die Auswanderung der Juden aus Deutschland erleichtern könne, ohne daß jedoch hierüber irgendwelche definitiven Absprachen zu- standegekommen sind. Es ist lediglich vorbereitet, daß die Leitung des bekannten E v i a n - K o m i - tees demnächst mit den zuständigen deutschen Stellen weiterberät.
Das Zeughausmuseum in Magdeburg.
Reichsminister Seldte weiht die alte Nikolaikirche als Frontkämpfer-Ehrenmal.
Magdeburg, 19. Dez. (DNB.) In Anwesenheit des Reichsführers hl Himmler, als Vertreter des Führers, des Reichsministers Dr. Dor p- müller und des Reichsstatthalters Gauleiter Jordan wurde von Reichsarbeitsminister Seldte die AlteNikolaikirche in Magdeburg als Zeughausmuseum und als Erinnerungsmal an die im Weltkrieg und insbesondere auch an die im Kampf um die nationale Freiheit Gefallenen des ehemaligen Sahlhelm, Bund der Frontsoldaten, geweiht. Zahlreiche Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht wohnten der Feier bei.
Reichsminister Seldte sagte, in der Geschichte der wiederhergestellten Alten Nikolaikirche spiegele sich Glück und Not der Stadt wider. Nun endlich
Frankreichs und Englands außenpolitische Linie
Vertrauensvotum für Chamberlain im Unterhaus
Sonnet unterstreicht die stanko-britische Entente.
E. F. Paris, 19. Dezember.
In der Kammer hielt Außenminister Bonnet anläßlich der Beratungen über den Haushalt des Außenministers eine Rede über die französische Außenpolitik. Die wesentlichen Punkte der Rede stimmten mit. den Erklärungen uberem, die der Minister vor einigen Tagen vor den Außenpolitl- schen Ausschüssen von Kammer und Senat abgegeben hatte. Das Haus war nur schwach besetzt. Der Rechtsabgeordnete Taittinger forderte mit großem Nachdruck, daß auch Frankreich, wie es England bereits getan habe, einen diplomatischen Vertreter nach Burgos entsende. Dabei verwies der Abgeordnete auf das von dem sozialistischen belgischen Ministerpräsidenten Spaak gegebene Beispiel. Nur Sowjetrußland, Finnland und Frankreich seien in Burgos nicht vertreten, obwohl Frankreich sehr große wirtschaftliche Interessen in Nationalspanien habe. Frankreich müsse z. B. große Aufwendungen machen, um den von ihm für seine Rüstungsindustrie benötigten Schwefelkies auf Umwegen aus Nationalspanien zu beziehen.
Außenminister Bonnet ging dann auf das Verhältnis zwischen Frankreich und England ein. Die Grundlage der diplomatischen Aktionen Frankreichs bleibe die englisch-französische Entente. Wenn eines der beiden Länder angegriffen werden sollte, würde die andere Nation sofort zu Hilf^ kommen. Der Außenminister wiederholte die von dem damaligen Außenminister Delbos abgegebene Erklärung: „Wenn Großbritannien das Opfer eines nicht provozierten Angriffes werden sollte, dann würde Frankreich ihm sofort mit allen seinen Land-, See- und Luftstreitkräften zu Hilfe kommen." Der Mi
zug auf Spanien die Erklärung, die englische Regierung sei nicht bereit, so lange fremde Soldaten auf spanischem Boden stünden, die Rechte Kriegführender an Nationalspanien zu gewähren, es sei denn gemäß dem im Nichteinmischungsausschuß ausgearbeiteten Plan. Chamberlain unterstrich noch einmal den besonders herzlichen Charakter des Verhältnisses zwischen England und Frankreich und begrüßte dabei insbesondere die Bekräftigung, die Außenminister Bonnet am Mittwoch vergangener Woche der Delbos-Erklärung vom 4.12. 36 habe zuteil werden lassen. Mit Bezug auf die Lage im Fernen Osten erklärte Chamberlain, die Regierung verteidige die englischen Rechte im Rahmen des Möglichen. Sie sei nicht bereit, einer der beiden kämpfenden Mächte die normalen Bezie- bungen zu verweigern, werde jedoch, ähnlich wie Amerika, englische Ausfuhren nach China erleichtern. Zum Schluß erklärte der Ministerpräsident
nister verwies dann auf seine eigene, kürzlich abgegebene Erklärung, wonach die Beziehungen zwischen Frankreich und England so enger Natur seien, daß sie den Rahmen einer juristischen Verpflichtung überschritten. Die vom Führer und Chamberlain in München unterzeichnete Erklärung habe ihre natürliche Fortsetzung in dem in Paris zwischen Reichsaußenminister von Ribbentrop und ihm selbst unterzeichneten Abkommen gefunden. Bonnet rekapitulierte den Inhalt der deutsch-französischen Erklärung, um schließlich zum Ausdruck zu bringen, in welch hohem Maße der europäische Friede von Frankreich und Deutschland und ihrem Verhältnis zueinander abhängt. In beiden Ländern sei ein gleicher guter Wille vorhanden. Allerdings könne man nicht sagen, daß alle Probleme bereits geregelt seien, die die politische Zukunft noch bringen könne. Dann beschäftigte sich Bonnet mit dem Verhältnis Frankreichs zu I t a l i e n. Er unterstrich dabei den guten Willen Frankreichs gegenüber Italien zur Entspannung und harmonischen Ausgestaltung der Beziehungen, betonte aber nachdrücklich den Willen Frankreichs, keinen Fußbreit feines Bodens abzutreten.
Hierauf wandte sich der Außenminister der spanischen Frage zu. Frankreich bleibe seinen Verpflichtungen aus dem Londoner Nichteinmischungs-Ausschuß treu. Es wünsche das baldige Ende des spanischen Bürgerkrieges und sei überzeugt, dieses Ende könnte erheblich beschleunigt werden, wenn alle Völker die Spanier unter sich lassen würden. — Abschließend beteuerte Bonnet mit Nachdruck die Friedensliebe Frankreichs, in der man aber kein Zeichen von Verzicht oder Schwäche sehen dürfe. (Beifall auf der Rechten und in der Mitte.) — Der Haushalt des Außenministeriums wurde hierauf ohne Abstimmung angenommen. Die Abänderungsanträge waren schon vorher zurückgezogen worden.
mit großem Nachdruck, es sei seine Ueberzeugung, daß die Außenpolitik der Regierung während der letzten 18 Monate von Anfang bis zum Ende richtig gewesen fei. Ob sie ihr Ziel erreichen werde, hänge nicht allein von England ab. Aber selbst wenn sie scheitern sollte, sei er der Ueber- zeugung, daß es richtig gewesen sei, sie zu versuchen, weil die einzige Alternative ein Krieg gewesen sei. Dafür aber würde er die furchtbare Verantwortung nicht auf seine Schultern nehmen, wenn er nicht durch den Wahnsinn anderer dazu gezwungen würde. Die Rede Chamberlains wurde auf den Bänken der Regierungsparteien mit sehr starkem und anhaltendem Beifall ausgenommen.
Auf die Rede Chamberlains antwortete der oppo- fitionsliberale Parteiführer Sinclair. Als einzige positive Stelle in der Rede Chamberlains hob er die Bemerkung des Ministerpräsidenten hervor, wonach England gewillt fei, China auf wirtschaftlichem bzw. finanziellen Gebiet zu unterstützen. Im übrigen behauptete auch er, seit 18 Monaten sei unter der Führung Chamberlains England einem Abgrund nähergeglitten. Zurückzuführen sei dies auf das Fallenlassen der Genfer Ideale. Sinclair
abs. London, 19. Dezember.
Im englischen Unterhaus begründete der Labour-Abg. Dalton einen Mißtrauensantrag der Opposition zur Außenpolitik Chamberlains. Daltons Ausführungen gipfelten in der Behauptung, als die gegenwärtige Regierung ans Ruder gekommen fei, habe sie ein friedenssicheres England vorgefunden. Heute könne man das nicht mehr behaupten. Der Mißtrauensantrag gegen die Regierung sei aus diesem Grunde auch ein Mißtrauensantrag gegen Chamberlain persönlich. England stehe heute der größten Gefahr seit dem Weltkriege gegenüber. — Das Münchener Abkommen wurde von Dalton aufs schärfste verurteilt. Der Redner beschäftigte sich auch mit der Lage im Fernen Osten und betonte, die Entwicklungen auf der ganzen Welt seien Überaus beunruhigend. Die Regierung tue gar nichts.
Die klare und bedingungslose Formulierung des Mißtrauensantrags machte der Regierung die Aufgabe verhältnismäßig einfach, weil die Kritiker der Regierung aus dem Lager der Regierungspartei gezwungen wurden, sich wohl ober Übel hinter die Regierung zu stellen. Ministerpräsident Chamberlain selber ergriff nach dem Oppositionsabgeordneten Dalton das Wort zu einer Rede, die in besonders scharfer Weise die Argumente des Vorredners zurückwies und mehrfach zu stürmischen Kundgebungen und Zwischenrufen auf den Bänken der Opposition führte. Dadurch war der Ministerpräsident minutenlang am Weiterreden verhindert und mußte schließlich die Opposition zur Bewahrung ihrer Selbstbeherrschung auffordern.
Hervorzuheben aus der Rede Chamberlains sind die Punkte, in denen er das Verhältnis Englands zu den wichtigsten europäischen Staaten ausein
anderfetzte. Er erklärte, das Verhältnis zu Deutschland mochte er im Sinne der Münchener Erklärung fortgesetzt sehen. In England gebe es weder einen Geist der Rachsucht, noch den Wunsch, die Entwicklung Deutschlands mit seiner ungeheuren nationalen Lebenskraft zu behindern. „Im Gegenteil", so fuhr der Ministerpräsident fort, „wir sind der festen Ueberzeugung, daß, wenn nicht dieses starke und männliche Volk veranlaßt werden kann, in Teilhaberschaft mit anderen das allgemeine Los zu verbeffern, es in Europa weder Frieden, noch Fortschnitt in den Dingen, die das Leben lebenswert machen, geben kann." Er glaube nicht nur die eigenen Gefühle Englands, sondern die vieler anderer Länder in der ganzen Welt auszu- drücken, die von England erwarteten, sie aus ihren Schwierigkeiten zu führen, wenn er sage, daß in England der feste und dauernde Wunsch bestehe, daß die Völker Englands und Deutschlands gemeinsam mit den anderen Völkern der europäischen Familie den Weg finden sollten, um an der B e - seitigung der Kriegsdrohung zusammenzuarbeiten. Chamberlain gab der Erwartung Ausdruck, ein Zeichen dafür zu erhalten, daß dieser Friedenswille auch von Deutschland geteilt werde. Er sei entschlossen, mit seiner Politik fortzufahren, und sei überzeugt, die Unterstützung der Mehrheit des Volkes hinter sich zu haben. Wenn diese Politik, nachdem sie die größte Aussicht zum Gelingen gehabt habe, dennoch scheitern sollte, würde er selber als erster seine Zustimmung dazu geben, etwas anderes an ihre Stelle zu setzen.
Zu seinem römischen Besuch nehme er keine feste Tagesordnung mit und erwarte auch nicht, irgendein Abkommen von dort zurückzubringen. Chamberlain wiederholte im übrigen mit Be-
billigte den englischen Wunsch nach einer weitgehen, den Zusammenarbeit mit Deutschland. Man sei bereit, jeden Preis für die deutsche Freundschaft zu bezahlen, vorausgesetzt, daß diese Freundschaft im Einklang stehe mit dem Gesetz der Ordnung und der europäischen Freiheit. Man wolle nicht Deutschlands Entwicklungsdrang behindern, wenn dies nicht auf Kosten anderer europäischer Staaten und auf Kosten der demokratischen Freiheit geschehe. Lloyd George verurteilte dann die „schwache und unentschlossene Haltung" der Regierung gegenüber den fernöstlichen Fragen. Lloyd George sprach sich weiter gegen die Fortsetzung der Verhandlungen mit den autoritären Staaten und gegen den Plan des Besuches in Rom aus. Schatzkanzler Sir John Simon antwortete Lord George, wenn dieser der Ansicht huldige, daß die Abtretung des Sudetengebietes an Deutschland falsch gewesen fei, so sei darauf zu erwidern, daß Lord Runciman schon vor der Münchener Konferenz der Regierung mitgeteilt habe, die deutschen Grenzbezirke müßten sofort von der Tschecho- Slowakei an Deutschland abgetreten werden. Durch das Münchener Abkommen sei ein Gebiet, das niemals der Tschecho-Slowakei hätte übertragen werden dürfen, abgetreten worden an ein Land, das engere völkische Beziehungen zu diesem Gebiet habe als die Tschechen überhaupt jemals hätten haben können. Durch das Münchener Abkommen fei ein Irrtum der Friedensverträge berichtigt worden. Nachdem sich noch weitere Abgeordnete geäußert hatten, sprach sich das Unterhaus am späten Abend mit 3 4 0 gegen 143 Stimmen gegen den Mißtrauens- antrag der Opposition aus und brachte damit der Regierung ihr volles Vertrauen zum Ausdruck.
werde das alte, echt deutsche Gebäude wieder einer feiner großen Vergangenheit würdigen Bestimmung zugeführt. Und zwar sei dies durch die Großherzigkeit des Führers ermöglicht worden, der unter Zustimmung des Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall Göring ihm das Gebäude auf 99 Jahre durch Vertrag mit dem preußischen Staat verpachtet habe, damit es zu einer Erinnerungsstätte an das Fr on t k ämp f ertum, die gleichzeitig die Fahnen und Traditionszeichen des ehemaligen Stahlhelm, BdF., und Erinnerungsstücke an die alte Armee in sich berge, gestaltet werde. Aus vollstem Herzen dankten alle Frontkämpfer dem Führer für diese Tat. Noch kürzlich habe der Führer in Reichenberg festgestellt: „Wenn jemand berufen war, das deutsche Problem zu untersuchen, dann war dies der deutsche Frontsoldat." Frontsoldaten seien die Gründer und Mitglieder des ehemaligen Stahlhelm gewesen. Rückschauend dürfe man heute feststellen, daß der Stahlhelm seinen Weg in Ehren angetreten und in Ehren bis zu Ende gegangen sei. Zum Beweis dafür wies der Minister auf die Ehrentafel mit den Namen der vielen Toten des früheren Bundes hin, die im Kampf gegen Volksverrat und Marxismus ihr Leben gelassen haben. Aber ihr Geist, fo erklärte der Minister, werde weiterleben, ebenso wie der Geist aller Frontsoldaten. Alle Kämpfer für Deutschland seien nicht umsonst gestorben. Der nationale Aufbruch unter der Führung Adolf Hitlers zeige dies deutlich. Aus dem Geist ihrer Kameradschaft fei d e r G e i st d e r Volksgemeinschaft erwachsen. Deshalb stelle das neue Frontkämpfermal kein totes Museum bar, sonbern eine lebendige Erinnerungsstätte, die uns immer wieder von dem Vermächtnis bei* Frontkämpfer fünbe, von ber N o t w e n b i g k e i t b e s unbedingten Einsatzes bis zum letzten Mann im Dienen und Opfern, wenn Deutschland in Not sei.
Weihnachtsfeier
im Neichsministerium des Innern.
Berlin, 20. D-z. (DNB.) Die Weihnachtsfeier für die Kinder ber Beamten, Angestellten unb Arbeiter des Reichs- ministeriums des Innern mußte ber räumlichen Verhältnisse wegen bei ber großen Zahl der Kinber, wie ber holt werben. Bei der zweiten Veranstaltung, bei ber wieberum bie Hohnsteiner Hanbpuppenspieler bie Kinber erfreuten, konnten Reichsminister Dr. Frick unb Frau Frick eine Anzahl Gäste begrüßen. Es waren u. a. erschienen: die Gattin des belgischen Botschafters sowie bie Gattin bes bulgarischen Gesanbten in Berlin, ferner bie Reichsfrauenführerin, Frau Scholz- Klink, Frau Frank, Frau von Ribbentrop, Frau Gärtner, Frau Rust, die Gräfin Schwerin von Krosigk, Frau Keitel, Frau Schacht, Frau Lutze,
Frau Pfunbtner: Außerdem waren die Gattin des ^-Obergruppenführers Lorenz, die Fürstin Bismarck, Frau Ilse Göring, Frau Heydrich, die Tochter des schwedischen Gesandten in Berlin, Frau Koch, mit ihrer Schwester unb Gräfin von der Goltz ber Einlabung gefolgt
Vom NS.-Altherrenbund der deutschen Studenten.
Berlin, 19. Dez. (DNB.) Unter Leitung von Reichsstubentenführer Dr. Scheel hielt ber Führungskreis bes NS.-Altherrenbunbes ber deutschen Studenten in München seine zweite Sitzung ab. Der Führer des NS.-Altherren- bundes, Reichsstubentenführer Dr. Scheel, gab einen umfaffenben Rückblick auf bie Entwicklung bes beutfchen Stubenten- unb Altherrentums. Er konnte babei feststellen, baß ber NS.-Altherrenbunb im Zusammenhang mit bem Ausbau ber Karnerabschafts- erziehung bes NSD.-Stubentenbunbes überall einen bemerkenswerten Aufschwung genommen hat. Der Amtschef bes NS.-Altherrenbunbes Steimle be- hanbelte allgemeine Fragen bes NS.-Altherrenbun- bes, währenb fein ftänbiger Vertreter Buehner über bie Liquidierung ber waffenstubentischen Kor- porationsüerbänbe, die fast überall abgeschlossen ist, und Dr. Sandberger über die Auflösung ber katholischen Korporationen unb ber beutfchen christlichen Stubentenvereinigung berichteten. In einer angeregten Aussprache würben eingehenb bie vorbring- lichen Aufgaben ber nächsten Zeit besprochen, zu benen außer einer neuen Propaganba- attion insbefonbere bie Festigung ber o r - ganisatorischen Form bes NS.-Altherrenbunbes ber beutfchen Stubenten gehört, vor allem ber Aufbau ber Altherrenschaften unb Ortsverbänbe.
Türkische Wirtschaffsaborduung kommt narb Berlin.
l«. D-z. (DNB.) Der offiziöse „Uhis" beschäftigt sich mit den Auswirkungen bes Kreditabkommens mit Deutschland das gelegentlich des Besuches von Reichsminister u n F vereinbart wurde. Das Blatt meldet, daß eine türkische Abordnung unter Führung bes Generalsekretärs im Außenamt, Numan Mene- mencioglu, in Berlin bie Einzelheiten bieses Abkommens festlegen unb bie endgültige Unterzeichnung vollziehen werde. „Ulus" stellt fest, daß die Türkei seit vielen Jahren im Clearingver- bcm Deutschen Reich stehe und daß sich diese Beziehungen immer weiter entwickelten, weil Deutschland imstande sei, ber Türkei ihre Rohstoffe und landwirtschaftlichen Produkte abzunehmen im Austausch gegen industrielle Erzeugnisse, die die Türkei benötige. Besonders während
der letzten vier Jahre sei der Warenaustausch für beide Teile vorteilhaft gewesen. Die Berliner Reise Menemencioglus werde dazu beitragen, die freundschaftlichen Beziehungen der Türkei zum Reiche, die augenblicklich durch nichts getrennt würden, noch zu kräftigen.
Frankreichs
Flottenbauprogramm.
Arsenale arbeiten mit Ueberstunden.
Paris, 19. Dez. (Europapreß.) Der französische Kriegsmarineminister Campinchi hat zu den französischen Seerüstungen erklärt, daß 130 Einheiten gegenwärtig in Bau sind oder im Laufe bes Jahres 1939 in Bau gegeben werben. Darunter befinden sich vier Schlachtschiffe von je 35 000 lohnen, zwei Flugzeugträger von je 18 000 Tonnen, drei Kreuzer von je 8000 Ton
nen und zahlreiche kleinre Einheiten und U-Boote. Die Gesamttonnage bieser Kriegsschiffe wird 340 000 Tonnen betragen. Der Minister betonte, bieses Bauprogramm sei bas größte, bas jemals innerhalb so kurzer Zeit in Frankreich verwirklicht werde. Selbst im Jahre 1913, unmittelbar vor dem Weltkrieg, seien in Frankreich weniger Kriegsschiffe gebaut worden als gegenwärtig.
Um das Bauprogramm beschleunigt durchführen zu können, werde in den Arsenalen gegenwärtig mit Ueberstunden gearbeitet. Campinchi be- - [tätigte die Nachricht von dem Stapellauf des ersten französischen Schlachtschiffes „R i ch e l i e u" von, 35 000 Tonnen am 17. Januar 1939. Am gleichen Taae werde ein weiteres 35 000-Tonnen-Schlacht- schiff, das den Namen „C l 6 m e n c e a u" erhalten soll, auf Kiel gelegt werden. Frankreich werde durch dieses Bauprogramm seinen Willen beweisen, seine Weltgeltung als Seemacht zu bewahren.--Er sehe darin das Symbol der nationalen Wiederaufrichtung.
Jugoslawien nach den Wahlen.
E. P. Belgrad, 19. Dezember.
Die Parlamentswahlen in Jugoslawien am ll.-Dezember endeten, wie vorauszusehen war, mit einem Sieg ber Regierung Stojadino - wits ch. Von den 372, Sitzen in der Skupschtina, ber jugoslawischen Kammer, erhält die Regierungspartei 304 und die Opposition 68 Sitze. Den größten Teil ber Mandate ber Opposition halten bie Kroaten, bie sich auch bisher an der Tätigkeit bes Parlaments nicht beteiligt haben unb wahrscheinlich auch in die neue Skupschtina nicht kommen werden. Demnach wird bie Oppositivst in der Skupschtina sehr klein sein.
Ministerpräsibent Dr. Stojadinowitsch gab vor den Wahlen wiederholt Erklärungen, in denen er die künftigen Linien ber jugoslawischen Politik Umriß. Diese Linien stellen eine grundsätzliche Fortsetzung ber bisherigen Außen-, Innen und Wirtschaftspolitik dar. Das Programm ber Regierung ist: eintönig, ein Staat, ein Volk, b. h. die Regierung ist fest entschlossen, die nationale unb staatliche Einheit zu wahren und jeden Versuch, Jugoslawien in' einen föderativen Staat um» zuwanbeln, entgegenzutreten. Gleichzeitig will aber bie Regierung den Provinzen, bie Banovine genannt werden, größere Handlungsfreiheit geben bei der Erledigung ihrer örtlichen Angelegenheiten.
In der Außenpolitik zeitigte die Politik der Freundschaft mit allen Nachbarn und insbesondere die Politik der Freundschaft mit den nachbarlichen Großmächten Deutschland unb
Italien bisher soviel günstige Ergebnisse für Jugoslawien, daß nicht einmal die Opposition ein Äbweichen von diesem Kurse verlangen konnte. Jugoslawien ist durch diese Politik ein wichtiger Faktor des Friedens und ber Ordnung im Süd- osten geworden und sie 'bewahrte nicht nur Jugoslawien, sondern auch den ganzen Balkan vor Erschütterungen in den Zeiten ber schwersten internationalen Krise., Diese Außenpolitik ermöglichte auch den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes. Heute stellt Jugoslawien das Bild eines wirtschaftlich konsolidierten Landes dar mit großen weiteren Entwicklungsmöglichkeiten in der Zukunft. Die Regierung Stojadinowitsch, die den jetzigen Aufschwung ermöglichte, wird selbst» verständlich in dieser Richtung ihre Bemühungen fortsetz em
Innenpolitisch zeigen die jugoslawischen Parlamentswahlen, daß die große Mehrheit der Serben, Slowenen und bosnischen Mohammedaner hinter der Regierung steht. Als einzige Volksgruppe stehen die Kroaten in der Opposition. Ministerpräsident Stojabinowiksch verkündete wiederholt, baß sein Streben daraus gerichtet sei, eine Verständigung mit den Kroaten zu erzielen, jedoch nicht um den Preis ber Ausgabe ber staatlichen und nationalen Einheit. In politischen Kreisen erwartet man, baß die Ereignisse auch die Kroaten versöhnlicher stimmen werden und es Stojadinowitsch, ber durch die Wahlen bas Vertrauen des Volkes für eine weitere Regierungsperiode von vier Jahren erhalten fyat, in dieser


