Ausgabe 
20.12.1938
 
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Nr. 297 Erstes Matt

Dienstag, 20. Dezember 1938

188. Jahrgang

Der deutsche Bauarbeiter half den Frieden sichern

Vorweihnachtliche Feiern in den Baulagern Westwall

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füffirng. Das Straßennetz her Siedlung umfaßt insgesamt 25 Kilometer Asphaltstraßen: Wasser» und Stromleitungen sowie Kanal anlagen sind vor­handen. Da nyt schnellem Wachstum Carbonias zu rechnen ist, sind weitere Arbeitersiedlungen, eine

500 000 Bauarbeiter, 120 000 Mann Arbeitsdienst und zahlreiche Truppenteile seien dabei beschäftigt gewesen. Die Arbeitskameraden in den Kiesgruben, den Zement- und Stahlwerken und all die, die für den Nachschub gesorgt hätten, hätten ebenfalls daran mitgewirkt.

Denn das deutsche Volk, das in diesem Jahr auf 80 Millionen Menschen angewachsen sei, seine Weihnacht besonders friedlich und sicher feiern könne, so habe der deutsche Bau­arbeiter seinen ganz besonderen An­teil dazu beigetragen. Weihnachten sei das Fest des Friedens, und dieser fei durch die geniale Politik des Führers, durch die Einsatz­bereitschaft der Wehrmacht und durch die er­folgreiche Arbeit der deutschen Bauarbeiter er­halten worden. Die deutschen Bauarbeiter wünschten dem Führer Erhaltung feiner Gesund­heit und seiner Arbeitskraft, sie wünschten ihm

15% Millionen am

Tag der nationalen Solidarität^.

Berlin, 19, Dez. (DBB.) Nachdem aus sämt­lichen Gauen nunmehr die endgültigen Ab­rechnungen vorliegen, hat sich das Ergebnis der Winterhilfsfammlung amTag der nationalen Soli­darität" noch um etwa eine halbe Million erhöht. Die vorläufige Zählung vom Sonntag, 4. Dezember, ergab did Summe von 15 060 335,40 Reichsmark. Durch nachträgliche Meldungen der Gaue ist diese Summe nunmehr auf 15541833,9 4 Reichs­mark angewachsen. Damit ergibt sich eine Steigerung des Ergebnisses im 2HU reich um 80 v. h. im Vergleich zum Vor­jahr. Auch die Gaue der Ostmark sind an der Stei­gerung des Ergebnisses durch verspätet eingegangene Meldungen in erfreulichem Ausmaß beteiligt.

- Saarland und Ostmark.

vollen Erfolg im neuen Jahr und von Herzen frohe Weihnacht.

Die Feierstunde schloß nach einem gemeinsamen Bekenntnis zum Führer mit dem Gesang der na­tionalen Lieder. Es folgte ein Kameradschaftsabend, in dessen Verlauf sich Dr. Ley noch in einige Ge-- meinschaftslager außerhalb von Pirmasens begab, um deren Arbeiter noch besonders zu begrüßen. Ein Westmärker war eigens ins Salzburgsr ßo« ger gekommen, um mit Dankesworten eine etwa ein Meter hohe Holzplastik, einen mächtigen Adler darstellend, zu übergeben. Als dieses Werk eines saarpfälzischen Arbeiters überreicht wurde, erklärte Dr. Todt, der Dank gebühre den Arbeitern, die dem Rufe des Führers getreulich folgend die Heimat ge. schützt hätten. Bei Musik- und Gesangsdarbietungen plauderte Dr. Todt noch lange mit den Arbeitern. Es war eine erhebende Weihnachtsfeier, die hier in engster Volksgemeinschaft die Arbeiter mit ihren Betriebsführern, Ingenieuren sowie den Männern aus Partei und Staat zusammenschloß.

?r r.

Pirmasens, 19. Dez. (DNB.) In allen deut­schen Gemeinschaftslagern fand Montag abend eine vorweihnachtliche Feier statt. Noch einmal kamen hunderttausende, die an den Wehrmachtsbauten im Westen, an den Reichsautobahnen, an den Her­mann-Göring-Werken und an den vielen anderen Bauten des Dritten Reiches schaffen, bei Abschluß der Arbeitsperiode zusammen. Die Sendewelle des deutschen Rundfunks vermittelte all den Feiernden die Feier.

Die Feierstunde nahm ihren Anfang mit der Uebertragung aus Pirmasens, wo im weihnachtlich geschmückten Volksgartensaal die Männer vom Westwall an langen weiß gedeckten Tafeln saßen, auf denen die blauen Kerzen des VDA. flammten, an der Seite der Ehrengäste aus Partei, Wehrmacht und Wirtschaft. Mitten unter

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und traditionalistischen Gruppen aufgegangen sind. Jose Antonio Primo de Rivera wurde vor zwei Jahren nach seiner Gefangennahme durch ein repu­blikanisches Gericht zum Tode verurteilt und in Ali­cante erschossen. Sein Märtyrertod hat die verschiede­nen Gruppen im Lager Francos zusammenge­schweißt und damit dem Gedanken zum Siege ver- holfen, daß das neue Spanien nur aus den persön­lichen Opfern eines jeden einzelnen entstehen könne.

Nach deutschem und italienischem Vorbild sind auf spanische Verhältnisse zuaeschnittene ähnliche soziale Einrichtungen durch die Falange geschaffen worden. Man kennt ein Hilfswerk für Mutter und Kind, ebenso wie den Eintopf sonntag. Dazu kommt allwöchentlich einmal derTag ohne Dessert". Das«Zbziale Hilfswerk" bemüht sich um die Lösung all der Fragen, die in Deutschland von der NSV. bearbeitet werden, damit jeder Spanier nach dem Willen Francos für die ZukunftWohnung, Licht und Nahrung" hat. Durch den Krieg wurde eine Reihe besonderer sozialer Fragen aufgeworfen, z. B. die der Flüchtlingsfamilien aus rotspanischen Ge­bieten, die der Betreuung der zahlreichen verwaisten Kinder, deren Eltern zu Beginn des Krieges den Serienmorden des roten Mob erlagen, die der Ver­sorgung der Kriegskrüppel und Verwundeten, der Nahrungsmittelbeschaffung für die neueroberten Ge­biete und viele andere mehr. Die Durchführung dieser vielfältigen Aufgaben wäre kaum möglich, wenn nicht die sechsmonatige Dien st pflicht für Mädchen und kinderlose Frauen einge­führt worden wäre. An drei Tagen in der Woche haben die Frauen bei der Herstellung von Uni­formen und Verbandstoffen, Betreuung von Kindern und Verwundeten usw. unentgeltlich Arbeit zu leisten. Bei der Heranziehung zur Dienstpflicht wird vom Staate kein Zwang ausgeübt. Aber der Geist und die Organisation der Falange ist heute bereits so stark, daß sich niemand ihr entziehen kann.

AS. Rom, 19. Dezember.

Mit der Einweihung der ,Kohlenstädt" Carbonia im Südwesten der Insel Sardinien durch Mussolini ist ein neuer wichtiger Abschnitt des italienischen Autarkieplanes zurückgelegt. Wie das Koh­lenbecken der Halbinsel Istrien durch die Grün­dung der Stadt A rs i a am 4. Dezember 1937 einen Mittelpunkt erhalten hat, so jetzt das sar­dinische Kohlenrevier durch die Erbauung von Carbonia. Die von Mussolini geschaffene halb­staatlicheAzienda Carboni Jtaliani" hat in kurzer Zeit ein so gewaltiges Programm verwirklicht, daß Mussolini um Oktober erklären konnte,Italien habe von jetzt ab seine Kohle".

Carbonia, das etwa acht Kilometer von der Küste entfernt auf einer Hochebene liegt, ist i n knapp fünfzehn Monaten aus dem Erd­boden gestampft worden. Große Schwierigkeiten waren zu überwinden; zunächst mußte ein ener­gischer Kampf gegen die Malaria geführt wer­den, neue Verkehrsmöglichkeiten muß­ten geschaffen werden, da die vorhandenen zur Heranschaffang der erforderlichen Baumaterialien völlig unzulänglich waren. Dennoch konnte sich am Sonntag Mussolini davon überzeugen, daß bereits der größte Teil der Stadt fertiggestellt ist. Auf dem Rücken eines kleinen Hügels erheben sich, um einen weiten Platz gruppiert, die wichtigsten öffent­lichen Bauten, der Littoria-Turm (Parteige- bäude), das Rathaus, das Haus desDopolavoro", ein 800 Sitzplätze enthaltendes Lichtspiel, und Theatergebäude, die Post, ein Kaffeehaus, eine Schule, alles überragt von dem 45 Meter hohen, aus rotem Trachit errichteten Campanile der Kir­che. Ringsherum liegen die Wohnviertel. Für die unverheirateten Bergarbeiter find zehn G e - m e i n s ch a f t s h ä u s e r gebaut worden, in denen zunächst 1500 Arbeiter Unterkunft finden. Weitere solcher Häuser sind geplant. Für die Arbeiter mit Familie stehen bereits 225 Häuser zur Verfügung, die 900 Familien auf nehmen können. Um die Eintönigkeit zu vermeiden, sind für diese Häuser sieben verschiedene Typen gewählt worden. Jeder Familie steht ein kleiner ©arten zur Per-

Italien hat seine Kohlen."

Carbonia, die Kehlenstadt Sardiniens.

(Eigener Äericht des Gießener Anzeigers)

Die größte Aufmerksamkeit hat man auf nationab spanischer Seite der Entwicklung der Jndu« st r i e zugewandt. Zu Beainn des Krieges waren den Nationalen in der Hauptsache landwirtschaflliche biete zugefallen, mährend in den Industriegebieten die. von den marxistischen Behörden rasch bewaffnete Arbeiterschaft das zahlenmäßig weit unterlegene Militär rasch erdrückte. Mit der Eroberung Astu­riens und Bilbaos kam die spanische Schwerindustrie in die Hand Francos. Sie ist heute unter Verwen­dung rotspanischer Kriegsgefangneer, die im Übrigen den gleichen Lohn wie die anderen Arbeiter erhalten und sich einer größeren persönlichen Bewegungs­freiheit erfreuen, als dies normalerweise bei Kriegs­gefangenen der Fall zu fein pflegt, wieder so weit aufgebaut, daß der überwiegende Teil des Kriegs­materials in National fpanien selb st her- g e st e l l t werden kann, während den Republikanern zwar nicht die verarbeitenden Industrien, wohl aber die Grundstoffe Kohle und Eisen fehlen. Die Er­nährungslage war in Nationalspanien von Anfang an nicht nur gesichert, man hatte sogar bet dem Fortfall der bisherigen innerspanischen Absak« gebiete z. B. der Jndustrieprovinz Katalonien nicht unerhebliche, zum Export verwandte Ueberschüsse. aus deren Erlösen man wiederum. Kriegsmaterial kaufen konnte. Auch den Republikanern waren große landwirtschaftliche Exportgebiete in die Hand ge­fallen. Aber hier, in den reichen Gebieten der Ost- und Südostküste Spaniens, wurde bisher ausschließ­lich Gemüse, Obst und Wein angebaut, so daß man sich genötigt sah, Getreide und Fleisch aus dem Aus­lande einzuführen. Diese Lebensmittelversorgung des republikanischen Teiles Spaniens zu unterbinden, hatte Franco bisher kein Recht. Nach der Zuerken­nung des Charakters eines Kriegsführenden ver­möchte Franco durch die Blockade den Lebensnerv feiner Gegner zu treffen.

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Das Spanien von morgen

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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dalusien, wo bisher Elendslöhne gezahlt wurden, hat eine Erhöhung um 100 v. H. stattgefunden. In manchen Zweigen der Metallindustrie Nordspaniens liegen die Löhne, an der Kaufkraft gemessen, höher als die in Paris für entsprechende Facharbeiter ge­zahlten.

Ebenso wie die Lohnfrage ist von der national­spanischen Regierung die Wohnungsfrage für die handarbeitenden Schichten energisch in Angriff genommen worden. Natürlich wird eine das ganze Land erfassende Planung durch die Erfordernisse des Krieges gegenwärtig noch auf das Schwerste gehemmt. An einzelnen Stellen sind jedoch bereits beträchtliche Erfolge aufzuweisen. So vor allen Dingen in Saragossa und Sevilla. In dem früher wegen seiner revolutionären Gesinnung bekannten Sevilla hat General Dueipo de Llano die elendesten Wohnvierteln abreißen lassen und an deren Stelle 1100 kleine Arbeiterhäuser gesetzt, die aus 5 bis 7 Zimmern bestehen und zur Unterbringung beson­ders kinderreicher Familien dienen.

Trägerin der neuen Gesinnung, die alles dieses erreicht hat, ist die spanische Falange, die an die Stelle des bisherigen, von tiefen sozialen und politischen Gegensätzen zerrissenen Staates einen wahren Volksstaat setzen will, der sich aus einem gesunden und sich ergänzenden Arbeiter-, Bauern- und Bürgertum aufbaut. Die Falange, die von dem Sohn des ehemaligen spanischen Diktators Primo de Rivera, Jose Antonio Primo de Rivera, ge­gründet wurde, ist heute zur Einheitspartei Nationalspaniens geworden, in der alle übrigen konservativen, monarchistischen, carlistischen

Dr. W. a r i 3, Dezember 1938.

Mit dem Besuch der englischen Minister in Paris ist das spanische Problem, das während der ver­gangenen Monate der tschecho-slowacischen Krise m den Hintergrund der europäischen Bühne gedrängt worden war, wieder in das volle Rampenlicht ge­rückt. Die völkerrechtlich wichtige Zuerkennung der Rechte Kriegführender an die beiden Parteien in Spanien stehen zur Aussprache. Mit der Anerkennung als kriegführende Macht würde Franco das Recht erhalten, die rotspanischen Küsten zu blockieren. Das würde zu einem schnellen Ende der blutigen Kämpfe führen, die feit über zwei Jahren Spanien verheeren. Innerhalb einflußreicher politischer Kreise in Frankreich und England besteht j allerdings die Ansicht, daß der spanische Bürgerkrieg niemals ein Ende nehme, und daß beide Parteien langsam ausbluten würden, wenn man ihm nicht von außen her durch einen Schiedsspruch der Großmächte ein Ende setzen würde.

Das Ergebnis der Kampfhandlungen der letzten Wochen hat diesen Kreisen, die durch einen Schieds­spruch mehr oder weniger offen den Roten helfen wollen, Unrecht gegeben. Die Angriffskraft der Na­tionalen ist nicht gebrochen. Sie haben- das Gesetz des Handelns seit Beginn des Bürgerkrieges immer fest in der Hand behalten. Wo die Roten durch einen Überraschenden Vorstoß Teilerfolge davongetragen haben, da mußten sie diese gegenüber den nationalen Gegenangriffen wieder preisgeben. Das war b e i Teruel und im Ebrobogen der Fall. Die­jenigen, die sich nur von rein strategischen Erwä­gungen leiten lassen, haben es vielfach nicht verstan­den, weshalb Franco in den Wintermonaten dieses Jahres alle anderen und größeren Erfolg verspre­chenden Offensivpläne zurückschob, um in den harten Winterschlachten von Januar,unb Februar das ver­lorengegangene Teruel wiederzunehmen, und im Spätherbst den Vormarsch nach Valencia einstellte, um die katalanischen Milizen wieder über den Ebro zurückzuwerfen. Man übersieht dabei, daß die Wie­dereroberung der Stadt Teruel und des Ebrobogens für die Nationalen nicht so sehr von militärischer

ihnen weilte Reichsleiter Dr. Ley. Nach Fanfaren­klängen des Musikkorps des Zweibrücker Infanterie­regiments und Gesang der Werkscharen sprach Ge­neralmajor Speich, der Inspekteur der Westfront­befestigungen. Als der Führer die Weisung zur Er­richtung der Westbefestigungen gegeben habe, habe sich die Nation auf eine gewaltige Kraftanstrengung eingestellt. Heere von Arbeitskräften aller Art, hun­derte von Arbeitsdienstabteilungen, Pionierbatail­lone, Regimenter aller Waffen hätten im Verein mit der Reichsbahn und tausenden von Lastkraft­wagen Tag und Nacht und an den Sonntagen so­gar Schulter an Schulter an dem großen Werk ge­schaffen. Viele hunderte Kilometer entlang der deut­schen Westgrenze und kilometerweit in die Tiefe gingen heute die Befestigungen. So sei dieses größte Gemeinschaftswerk des Arbeiters, des Bauern, der fein Land habe opfern müssen, und des Soldaten entstanden, das zusammen mit der neuen starken deutschen Wehrmacht jeden Einbruchsversuch schon in den Anfängen scheitern lassen würde.

Dr. Ley betonte, daß das alles, was heute so groß und schön fei, mühsam erkämpft wurde. Die Kameraden des Westgaues, des Grenzwalles des Reiches, feien ein lebendiges Beispiel dafür, was Einsatz und Opfer bedeu­ten. haus und Herd, Frau und Kind, lieb ge­wordene Arbeit hätten sie über Rächt verlassen müssen und bei anstrengender Arbeit einen Krieg gewonnen, einen Krieg verhindert und nicht nur dem deutschen Volke, sondern der ganzen Welt den Frieden erhalten.

Jetzt gelte es, deutsche Weihnacht zu feiern, Weih­nacht der Kraft und Fröhlichkeit, Weihnacht der Le­bensfreude. So bringe er jetzt den Arbeitern den Gruß des Führers, den Gruß des Partei­genossen Heß und des Feldmarschalls Göring. Sie und alle deutschbewußten Männer und Frauen dankten für den Einsatz. Der Führer weile heute im Geiste und mit feiner Liebe und mit feiner Sorge unter den Feiernden. Bei ihm fühlt sich das deutsche Volk geborgen. Die Arbeiter stimmten mit höchster Begeisterung in den Gruß an den Führer ein.

Vom Rundfunk übertragen erklangen nun die Ge­löbnisworte der zur Parole aufgerufenen Hüter der Ostmark. Es meldete sich das Reichsautobahn­lager Plain bei Salzburg. Ein ostmärki- fcher Bauarbeiter knüpfte an das Führerwort an Ich glaube an mein Volk, ich glaube an fein Recht und trete ein für dieses Recht." General­inspektor Dr. Todt verwies dann darauf, daß die große Familie der deutschen Bauarbeiter seit drei Jahren diese Feierstunde begehe. Vor vier Tagen sei der 3000. Kilometer dem Verkehr übergeben wor­den. Die bedeutendste Leistung dieses Jahres fei aber die Grenzbefestigung. 400 000 bis >

als von überragender psychologischer Bedeu­tung war. Franco will die Gewißheit in die Herzen aller Spanier pflanzen, daß ein einmal von den Äationglen erobertes Gebiet auch immer in der Hand der Nationalen bleibt. Diese Gewißheit ist in gleicher Weise geeignet, die Kampfmoral seiner eige­nen Truppen zu heben wie die der gegnerischen noch weiter zu schwächen. Das Entgleiten eines jeden Erfolges muß auf die Dauer den roten Widerstand um so eher zermürben, als die republikanischen Truppen auch heute noch, nach zwei Jahren Krieg, eine unbedingte Ueberlegenheit der Nationalen spü­ren: in der Truppenführung und in der Fliegerei.

Die militärischen Entscheidungen stehen heute im Vordergründe und ziehen die Blicke der ganzen Welt auf sich, währenddessen reifen im Hinterlande die Entscheidungen heran, die eines Tages von nicht geringerer Wichtigkeit fein werden und die das Ge­sicht des Spanien von morgen bestimmen. An der äußeren Front des Bürgerkrieges kämpft Gene- r a l Franco gegen den bewaffneten Bolschewismus, der sich Spaniens bemächtigen will, um aus ihm einen weiteren Herd für die Weltrevolution zu machen, ander inneren Front kämpft derCaudillo", der Führer des neuen Spaniens, gegen die alten Mächte des Liberalismus pat iotifcher Prä­gung, der Reaktion und auch, trotz aller Frömmig­keit als katholischer Christ, gegen die katholische Kirche insoweit, als sie sich zur Trägerin der Reak­tion gemacht hat.

Als im Jahre 1936 der rechtsgerichtete Abgeord­nete und Führer des nationalen Spaniens Calvo Sotelo in Madrid von marxistischen Polizisten verhaftet und ermordet wurde, löste dies nicht nur den Abwehrkampf der nationalen Führer aus, die sich nicht in einer einzigen, von Moskauer Kom­missaren vorbereiteten Bartholomäusnacht abschlach­ten lassen wollten: die Schüsse von Madrid riefen zugleich eine seelische Revolution hervor, die heute große Teile des spanischen Volkes erfaßt hat und in deren Schmelzfeuer sich die Formen des Spanien von morgen zu bilden beginnen. Spanien, das Land der starken sozialen Gegensätze, ist im Begriff, sich in ein Land der Volksgemeinschaft zu verwandeln. General Franco ist willens, der sozia­len Ungerechtigkeit ein Ende zu machen. Er hat bei verschiedenen Gelegenheiten feierlich erklärt, daß er entschlossen fei, das unter menschenunwürdigen Ver­hältnissen lebende fianbarbeitertum auf den riesigen Latifundien in ein besitzendes und gesundes Klein­bauerntum zu verwandeln. Kleinbauern- und Bürgersöhne waren es auch zunächst, die als Frei­willige unter die Fahnen eilten, als der bisherige oberste Befehlshaber der Truppen in Marokko und der ehemalige Generalftabschef des spanischen Hee­res, Franco, zum Freiheitskampf rief.

Aber nicht nur das proletarifierte ßanbarbeiter» tum soll wieder bobenftänbig gemacht werben, auch das inbuftrielle Arbeitertum will ber spanische Generalissimus für den neuen Staat gewinnen. Er hat bie Versicherung abgegeben, daß die spanische Arbeiterschaft auf feine der Stellungen in Zukunft zu verzichten brauche, die sie sich im Kampfe gegen den Kapitalismus mühsam errungen habe. Im Ge­genteil, die nationalspanische Regierung hat die An­sicht, die Sozial- und Arbeitsgesetzgebung noch wei­ter zu entwickeln und auszubauen. Der Führer der französischen Volkspartei, Jacques Dor io t, hat vor einigen Wochen eine Reife durch Nationalfpa- nien gemacht und später in einer Massenversamm­lung feiner Anhänger erklärt, daß sich die Arbeits­löhne in Nationalspanien trotz des Krieges nicht nur nicht vermindert, sondern erhöht hätten. In An­

zweite Schule, ein Krankenhaus, ein Waisenhaus ufa). im Bau. Alle Bauten werden hn neufafchi« stischeu Stil aufgefühvt.

Die Insel Sardinien ist dreimal so groß als das unmittelbar benachbarte und jetzt viel genannte Korsika: Mit 24 000 Quadratkilometern bat die Insel einen Flächenraum, der dem von Sachsen und Thüringen zusammen entspricht. Im Altertum zogen Zink, Blei, Eisen, Silber und Kupfer erst die Phönizier und Carthager, dann Griechen und Römer nach der Insel. Später geriet sie aber in Vergessenheit und daran änderte sich auch nicht zuviel, als sich vom Jahre 1720 an dte Herzöge von Savoyen und Fürsten von Piemont