Ausgabe 
20.12.1938
 
Einzelbild herunterladen

|p;

IN,-

ST

»t

Aus aller Welt

die Die

i 111

Kleine politische Nachrichten.

Das lettländische Kabinett beschloß eine Aenderung der Verfassung der privaten deutschen Hochschule, des Herder-Instituts in Riga, durch die es dem Institut ermöglicht wird, sich wissenschaftliche Vereine anzugliedern. Dank dieser Neurege­lung dürste eine Reihe deutscher wissenschaftlicher Vereine, die sonst auf Grund der lettischen Kultur­kammergesetzgebung der Auflösung anheimfallen würden, sich jetzt dem Herder-Institut anschließen oder einordnen. 1

auf dem Rhein ein starkes Eistreiben eingesetzt, so daß gegen 22 Uhr die Besatzung der Koblenzer Schiffsbrücke alarmiert werden mußte, um die Brücke abzufahren; gegen Mitternacht wurde mit dem Abfahren der Brücke begonnen. Um diese Zeit zeigte das Thermometer 13 Grad unter Null.

25 Todesopfer in England.

Dänischer Blihzug durch Feuer zerstört.

Die dänischen Llaaksbahnen wurden von einem ungewöhnlichen und kostspieligen Unheil betroffen, das erhebliche Umlegungen im Verkehr nach Jüt­land notwendig macht. Der BlihzugKronjüte", der zwischen Kopenhagen und Aalborg verkehrt, ist rNontagnachmitkag kurz vor seinem Endziel ver­brannt. Die Fahrgäste und das Zugpersonal konnten sich, ohne Schaden zu nehmen, retten. Auch ein großer Teil des Gepäcks der Reisenden wurde geborgen. Das Feuer kam kurz hinter der Station Faarup südlich von hobro, anscheinend in- olge Kurzschlusses in den ersten beiden Wagen, zum Ausbruch und ergriff in kurzer Zeit den gesamten Zug, der noch rechtzeitig durch Rokbremse zum halten gebracht werden konnte. Die Feuerwehren konnten nichts mehr ausrichten. Von dem Blihzug, dessen Bau 600 000 Kronen gekostet hatte, standen bald nur noch die von der Hitze verbogenen Stahl- kelette der Wagen auf den Schienen.

Kopenhagener Maschinenfabrik abgebrannt.

In Kopenhagen wurde das vierstöckige Lager­gebäude einer Maschinenfabrik durch Feuer völlig zerstört. Der Brand fraß sich mit rasender Geschwin­digkeit durch alle vier Stockwerke und das Dach hindurch. Das große Magazin mit etwa 15 000 Mo­dellen von Maschinenanlagen im Werte von 180 000 Kronen wurde vernichtet.

Mehr als 50 Tote bei einem Eisenbahnunglück in Brasilien.

Auf der brasilianischen Zentralbahn hat sich ein chweres Eisenbahnunglück ereignet. Auf der lurch den Staat Minas Gcraes führenden Strecke ließ ein Güterzug, der das Haltesignal überfahren hatte, mit dem ihm entgegenkommenden Schnellzug- Bello HorizonteRio de Janeiro zusammen. Dabei wurden über 50 Personen getötet, während über 60 B e r l e tz t e geborgen werden konnten. Die in der Nähe des Unfallortes liegenden Hospitäler der Stadt Barbacena sind überfüllt. Man vermutet, daß die Zahl der Opfer noch weiter steigt. Der Stations-

Die ungewöhnliche Kälte, von der England zur Zeit heimgesucht wird, hat bisher 25 Men­sch e n l e b en gefordert. Die starken Ostwinde, die an allen Küsten des Landes wehen, haben Schiffahrt stark in Mitleidenschaft gezogen. Kältewelle hält weiter an.

Noch kein Nachlassen der Kälte.

Schiffe in Eisnot. - Vergebliche Rettungsversuche. - Flugzeuge eingesetzt

Vorsteher des Bahnhofes, der von dem. das Unglück verursachenden Güterzug durchfahren wurde, wurde vor Schreck wahnsinnig.

Schiffsunglück auf dem Tejo fordert zahlreiche Opfer.

Nach einer Meldung aus Lissabon stieß dort ein kleiner Personendampfer, der den Verkehr zwischen den beiden Tejoufern versieht, mit einem Bagger zusammen und sank. Vis jetzt konnten 5 Tote und 30 Verletzte geborgen werden. Man ver­mißt noch 30 Fahrgäste, mit deren T o d zu rechnen ist. Der Unfall trug sich am Abend zu, als der Kursdampfer LissabonCascilhas mit dem italieni­schen BaggerschiffFinal Marina" zusammenstieß. Das Schiff war überfüllt mit heimkehrenden Ar­beitern.

Eingeschneiter Gendarmenposten durch Alpenjäger gerettet.

Auf dem Mont-Cenis-Paß in den Savoyer Alpen wurde die'ser Tage ein aus mehreren Gen­darmen bestehender französischer Grenzposten in feiner Schutzhütte völlig ei n geschneit. Erst nach drei Tagen konnten die Gendarmen durch eine Skipatroille des in Lanslebourg liegenden 99. Al­penjägerregiments aus ihrer gefährlichen Lage be- i're'it und trotz einer stellenweise bis zu zwei Meter tiefen Schneedecke wohlbehalten ins Tal gebracht werden.

Von einem Stachelrochen getötet.

Von einem Stachelrochen beim Baden in der See gebissen und daran gestorben ist die 18jährige Hessie Laing an der Thames Coast auf North Island (Neu-Seeland). Der Unfall ereignete sich an der Küste an einem Badestrand, wo sich noch nie ein ähnliches Unglück zugetragen hat. Man nimmt an, das Seeungeheuer habe sich in dieses Gewässer verirrt. Das junge Mädchen, das sich erst nach längerem Kampfe befreien konnte, erlitt zwei schwere Wunden, eine an der Hüfte und eine an der Brust. Von Augenzeugen, die sich am Strande aufhielten, wurde sie in ohnmächtigem Zustande an Land gebracht, starb jedoch schon auf dem Wege in das Krankenhaus.

Ehrung von Pionieren der deutschen Lufrfahrk.

In Wustrau bei Neuruppin in der Mark ent­hüllte Staatssekretär Generaloberst Milch einen Gedenkstein für Major v. Schröder und Flug­zeugführer Albrecht. Er sagte dabei, Major von Schröder habe der deutschen Luftfahrt in Krieg und Frieden treu gedient und auch sein mit ihm abge­stürzter Kamerad sei von dem gleichen Fliegergeist beseelt gewesen. Heute vor neun Jahren sei die Maschine Schröders an dieser Stelle bei der Rück­kehr von einem Teneriffa-Flug abgestürzt. Schröder und Albrecht hätten hier den Fliegertod. gefunden. Schröder habe als Pionier für Fernflüge'bedeuten­des geleistet, vor allem u. a. feine Flüge nach Asien und den Kanarischen Inseln. Auch den Ozean­flugverkehr über den Nord- und Südtatlantik habe er beträchtlich gefördert. Bei einem solchen Unter­nehmen sei er mit seinem Kameraden am 19. De­zember vor neun Jahren verunglückt.

51 deutsche Frontsoldaten in Laon umgebettet.

Auf dem deutschen Friedhof des Manöverfeldes von Laon wurden die 19 Särge, in denen sich die sterblichen Ueberreste von 51 deutschen Soldaten befinden, wieder der Erde übergeben Die Särge wurden kürzlich bei Grabungen in einem Gart n der Stadt entdeckt. Zahlreiche Vertreter von Front- kämpserverbänden nahmen an der Bestattung teil. Geistliche der beiden christlichen Konfessionen voll­zogen die religiösen Handlungen.

Kunst und Wissenschaft.

Der deutsche Pianist Wilhelm kempff beim Duce.

Der bekannte deutsche Pianist Wilhelm K e rn p f s, der gegenwärtig auf einer Konzertreise die Groß­städte Italiens besucht, wurde im Palazzo Venezia vom Duce empfangen. Im Verlauf der Audienz übergab Kempff seine in Deutschland mehrfach auf- geführte, dem Duce gewidmete OperFamilie Eozzi", deren Libretto im venezianischen Barock spielt. JDer Duce zeigte für das Werk 'großes Interesse und ließ sich vom Komponisten an Hand des Klavierauszuges den musikalischen Ausbau des Werkes darstellen. Zum Schluß übergab Mussolini dem Pianisten ein mit eigenhändiger Widmung versehenes Bild.

170-Jahrfeier des Hanauer Stadktheaters.

Mit einer musikalisch-literarischen Morgenfeier hat das Stadttheater Hanau seine Iübiläumsveran- staltungen zum 170jährigen Bestehen be­gonnen. Bürgermeister Junker gab einen Rück­blick auf die wechselvollen Schicksale des Theaters, seine Entwicklung vom Hof- und Unterhaltungs­theater zum Kultur- und Volkstheater, und teilte mit, daß das Stodttheater in den letzten drei Jah­ren eine Steigerung der Besucherzahl um 109 Pro­zent aufzuweisen habe. Eurt Langenbeck, der Dich­ter des in Hanau zur Aufführung gekommenen SchauspielsDer Hochverräter", hielt den Festvor- trag. Umrahmt wurden die Darbietungen von Kompositionen des Professor Ottmar G erster, der selbst als Solist auftrat. Im Stadtschloß wurde die AusstellungDas Hanauer Stadttheater in Schrift und Bild" eröffnet.

Oieneue Ordnung" in Ostasien

Erklärung des japanischen Außenministers über die künftige Stellung der fremden Mächte in China.

Tock i o, 19. Dez. (Europapreß.) Die Meldungen, nach denen zufolge England beabsichtigt, China er ne Anleihe von 500 000 Pfund zu ge­währen, werden in japanischen Regierungskrei- sen mit. besonderer Aufmerksamkeit ausgenommen. Außenminister A r i t a bezeichnete ein derartiges Vorgehen Englands und Amerikas alsbedauer­liche Schritte", die Japan nicht von seinen Zielen im Fernen Osten abbringen könnten, sondern feine Haltung eher versteifen müßten. Die An­leihen würden nur dazu beitragen, die Unannehm­lichkeiten und Beeinträchtigungen zu verlängern, denen dritte Mächte in dem von Japan besetzten chinesischen Gebiet zu seinem Bedauern ausgesetzt seien. Im übrigen werde das japanische Volk nur hoch energischer die vorgesehene Neuordnung im Fernen Osten anstreben. Arita betonte, daß China in erster Linie von seinem gegenwärtigen halbkolonialen Zustande befreit werden müsse. Die Bildung einer einzigen wirtschaftlichen Einheit i n O st a s i e n werde der beste Weg sein, um die Unabhängigkeit Chinas, Mandschukuos und Japans sicherzustellen. Arita bedauerte, daß ein solcher Wirtschaftsblock in der Auslandspresse schon dahin kommentiert worden sei, daß Japan den Ausschluß aller ausländischen Unter-

Oie Verkehrsmöglichkeiten auf der Autobahn.

Der Straßenwetterdienst beim General­inspektor für das deutsche Straßenwesen teilt am Montagnachmittag mit: Reichsautobahn Mün - ch e nS alzburg : Zwischen München und Siegsdorf Glatteis, gestreut. Reichsautobahn Mün­chenStuttgart, von München bis Augsburg und zwischen Kirchheim und Mülhausen Schnee­glätte, Verkehr unbehindert.

Allgemeines Straßennetz:

Ostmark: In Niederdonau, Oberdonau und Oststeiermark sind die Straßen nur stellenweise ver­eist und mit dünnem Schneebelag versehen.' Die Fahrbahnen sind gestreut und ohne Ketten befahr- bahr. Die Pötschenhöhe und der Pyhnnpaß haben 15 Zentimeter Schnee auf Glatteis und sind mit Ketten gut befahrbar. Die Großglockner- Hochalpen st raße ist wegen starker Schneever­wehungen von Heiligenblut bis Fusch vorläufig un­befahrbar. Die Wiederbefahrbarkeit wird demnächst bekanntgegeben. Die Reichsstraßen in Kärnten und Nordwest-Steiermark, insbesondere in Oberkärnten, Ost-Tirol und Nordwest-Steiermark sind stark vereist, z. T. unter Schneedecke. Schneeketten mitnehmen und vorsichtige Fahrt Be­dingungen. In den b a y e r i s ch e n , s ch l e s i s ch e n und sächsischen Gebirgen, im Harz und im Thüringer Wald sowie im nördlichen * Schleswig Schne^glätte und, Glatteis. Der Ver­kehr ist kaum behindert. Straßen sind und werden gestreut.

nehmungen aus China beabsichtige. Japan denke nicht daran, die europäische und ame­rikanische Tätigkeit im Fernen Osten zu verhindern, müsse aber im Interesse der Landesverteidigung und der wirtschaftlichen Sicherheit die wirtschaft­liche Beteiligung fremder Staaten einschränken. Das bedeute in der Praxis keine Verringerung der chinesischen Außenhandelsziffern. Das Beispiel Mandschukuos beweise, daß sein Außenhandel in den letzten sieben Jahren von 1,06 auf 1,53 Milliarden Pen gestiegen sei. Die Ein­fuhr aus England nach Mandschukuo habe um 35,3 v. H., aus USA. um 98,9 o. H. und aus Frank­reich um 33,2 o. H. zugenommen. Das Ausmaß der Einschränkungen werde fick von selbst ergeben. Sie würden sich jedenfalls besonders auch auf politischem Gebiet ergeben, roertn China wirklich unabhängig werden soll. Exter­ritoriale Rechte sowie die Fremdennie­der l a s s u ri g e n und Ausnahmerechte aller Art würden allmählich a b g e s ch a s s t werden müssen. Der Neunmächtepakt stamme aus einer Zeit, in der China noch nicht unabhängig gewesen sei. Hieraus ergebe sich ohne weiteres seine N i ch t an« roen'b bar feit auf die heutige neugeschaffene Lage.

Moskau meidet 51 Grad.

3n Moskau hat die Kälte nach den in Warschau vorliegenden Meldungen 51 Grad unter Null erreicht. Durch zahlreiche Wasserrohrbrüche ist die Wasserversorgung Moskaus mehrere Stun­den lang unterbrochen gewesen. Der Schulunterricht mußte infolge des strengen Frostes eingestellt wer­den. In der Gegend von Kursk haben Wölfe zahl­reiche Bauerngehöfte überfallen.

Tiefer Winter in Oberitalien.

In ganz Norditalien hat tief er $ßint e r seinen Ginzug gehalten. Nachdem bereits am Sonntag an verschiedenen Orten Schnee gefallen war, sind jetzt überall reichliche Schneefälle eingetreten, die sich sogar bis an die Südhänge der Apenninen aus- dehnten und von Triest bis Genua, im Süden bis Pistoia und Lucca reichten. Auf den Bergen von Savona an der Riviera-Küste war die Temperatur bis auf minus 1 0 ©rat) unb in den Bergen bei Vicenza in den Dolomiten und in -den karnifchen Alpen auf minus 15 Grad Grad gefallen. In der Po-Ebene waren fast überall fünf Grad Kälte zu verzeichnen. Die Wasserläufe sind mit einer Eis­schicht bedeckt, und sogar die Lagune von Venedig ist an mehreren Stellen zugefroren. In Piacenza und Triest mußten zwei Personen mit schweren Erfrierungen in das Krankenhaus eingeliefert werden.

Mit dem Auftreten des Schnees hat sich die strenge Käilte etwas gemildert. Mailand selbst ist tief verschneit. Auf den Straßen und Plätzen liegt der Schnee mehrere Fuß hoch, Gärten und Park­anlagen zeigen ein nordisch-winterliches Weihnachts­bild. Schneepflüge fahren ununterbrochen durch die Stadt, und ein Heer von Schneeschauflern ist an der Arbeit, um die Straßen freizuhalten. Die Züge treffen alle mit großen Verspätungen ein.

Seit einigen Tagen befinden sich mehrere Schiffe bei den ostsriesischen Inseln und im Wattenmeer in Eisnot, so daß bas MotorrettungsbootBremen" der Station Norderney der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger wiederholt alar­miert wurde. Bei Spiekeroog befindet sich seit Tagen das holländische FrachtschiffAktiv" in gefährlicher Lage. Nach dreistündiger schwerer Fahrt durch Sturm und Eis gelangte das Rettungsboot in die Nähe der Unfallstelle, doch war eine Hilfeleistung nicht möglich, da bei den schwierigen Wasser- und Eisverhältnissen dieBremen" das gefährdete Schiff nicht erreichen konnte. Der Holländer hat eine wert­volle Ladung Holz und Besatzung mit Familie an Bord. Bei der Insel Juist sitzt das Motorboot Juist" fest. Das Fahrzeug hat zwei Mann Be­satzung an Bord, denen der Proviant ausgegangen ist. Auch in diesem Falle war es nicht möglich, an das Fahrzeug heranzukommen. Weiter wird gemel­det, daß im Watt vier Fahrzeuge auf Grund geraten sind und im Eis festsitzen. Nördlich von Baltrum ist ein Schiff, wahrscheinlich ein Hollän­der, gestrandet, über dessen Schicksal noch nichts bekannt ist. Bei Anhalten der Wetterlage soll ver­sucht werden, über das Eis zu den Schiffen zu ge­langen.

Der feit Tagen an der Wasserkante in etwa Wind­stärke 6 bis 8 anhaltende O st w i n d preßt große Wassermassen von der Küste in die See. Dadurch ist der Wasserstand stark zurückgegangen, wodurch Schwierigkeiten im Schiffsverkehr mit den Inseln verursacht nferben. Der Küstenfrachtverkehr ruht voll­kommen. Der Schiffsverkehr zwischen Norderney und dem Festland und Emden-Borkum kann nur mit erheblichen Verspätungen aufrechterhalten wer­den, während die anderen ostfriesischen Inseln von dorn Verkehr abgeschnitten sind. Montag nachmittag ist der Eisnotdienst mit Flugzeugen eingeführt worden. Auf Norderney sind zwei Flug­zeuge eingetroffen, die zunächst den Postdienst von und nach den abgeschnittenen Inseln Juist, Lange- roog, Spiekeroog und Wangeroog aufgenommen haben.

19 Grad minus am Rhein.

Die Kälte hat am Rhein im Laufe des Mon­tags noch weiter zugenommen. Auf den Höhen des Westerwaldes, des Bergischen Landes, der Eifel und des Hunsrück wurden teilweise Temperaturen von minus 19 Grad festgestellt. Während auf der Mosel mit Rücksicht auf den starken (Eisgang die Schiffahrt stillgelegt ist, gehen auf dem Rhein die Schiffe weiter zu Berg und zu Tal-. Die Nahe ist bereits zugefroren. In den Abendstunden hat

Zeit gelingen wird, auch diese schwierigste innen­politische Frage des jugoslawischen Staates zu­frieden stellend zu lösen.

Die deutsche Schule in der Slowakei.

Preßburg, 19. Dez. (Europapreß.) Am Mon- tagvormittag sprach der Führer der Deutschen Partei in der Slowakei, Staatssekretär Karmasin, bei dem slowakischen Unterrichtsminister Cernak vor. Unterrichtsminister Cernak beglückwünschte den deut­schen Staatssekretär zu der bei der Landtagswahl bewiesenen Einheit der karpathendeutschen Volks­gruppe. Im Verlaufe des Gesprächs wurden au dem Gebiete der Kulturpolitik Maßnahmen verein­bart, die im wesentlichen folgenden Inhalt haben:

1. die Errichtung einer selbständigen deut­schen Abteilung im slowakischen Sch u l m i n i ft e r i u m mit einem deutschen Ableitungsleiter;

2. die (Ernennung von drei deutschen Schul­inspektoren;

3. alle deutschen Parallel-Klassen an nichtdeutschen Schulen werden sofort selb­ständig;

4. die sofortige Errichtung von Bürger­schulen- in Kremnitz, Deutsch-Proben und Kriegerhäu;

5. die Erhebung aller Volksschulen mit höherem Bildungsziel zu Bürgerschulen.

Diese kulturpolitischen Zugeständnisse der slowa­kischen Landesregierung sollen gemeinsam mit den in Aussicht genommenen Zugeständnissen auf so­zialem und politischem Gebiet in einem Verfassungsgesetz zusammengefaßt werden. Allerdings besteht hinsichtlich der Regelung der so­zialen unp politischen Fragen noch kein bindendes Uebereintommen. Zwischen der slowakischen Landes­regierung und der deutschen Volksgruppe schweben vielmehr noch Verhandlungen.

Der Wahlsieg der s lowakifchen Landesregierung

. Preßburg, 19. Dez. (Europapreß.) Das vor­läufige Endergebnis der slvwatischen Landtags­wahlen, wie es Montagabend uorliegt, gibt das Bild eines überwältigenden Wahlsieges der Landes­regierung. Insgesamt wurden 1 263 678 Ja-Stim- men abgegeben. Dies sind rund 98 v. H. aller abgegebenen Stimmen. Da je 20 000 Stimmen auf einen Landtagssitz entfallen, sind so­mit 63 Landtagsabgeordnete gewählt worden. Unter den gewählten Abgeordneten be- . finden sich u. a. auch zwei Vertreter der Deutschen Partei, und zwar der Führer der Partei, Staatssekretär Ingenieur Karmasin, und der Pfarrer Steinhübl, sowie der Führer der Vereinigten ungarischen Parteien, Graf E st e r h a z y.

In der Landeshauptstadt Preßburg stimm­ten 66 127 mit Ja; das sind 95 v. H. aller Wähler. Die 3 359 angegebenen Nein-Stimmen wurden vor allem in den stark magyarischen Stadtvierteln ab­gegeben. In Rosenberg, dem Wohnsitz des verstorbenen Führers der Slowakischen Voltspartei, Hlinka, wurden von 7786 Stimmen 7740 mit einem Da abgegeben. In Nitra waren es 11 008 Ja- Stimmen bei insgesamt abgegebenen 11093 Wäh- lern.

Der Mörder Grünspan vor dem Llntersuchungsrichter.

Rekonstruierung des Verbrechens.

Paris, 20. Dez. (DNB.) lieber ein Verhör Herrsche! Grünspans durch den Untersuchungsrichter Tesniere meldet. Havas, daß der Untersuchungsrich­ter den jüdischen Mörder des Gesandschaftsrats vom Rath den beiden Beamten der deut­schen Botschaft, die seine Festnahme durch­führten, und dem französischen Polizeibeamten, der ihn verhaftete, sowie dem Waffen Händler gegenübergestellt hat, bei dem Grünspan am Mon- tag, den 7. November, den Trommelrevol­ver gekauft hat, mit dem er die Mordtat ver­übte. Der Waffenhändler Carpe sagte aus, daß Grünspaii sein Alter mit 22 Jahren angegeben habe. In der Dunkelheit will.der Waffenhändler sich nicht haben vergewissern können, ob diese Angabe der Wahrheit entsprach. Grünspan will sich nicht er­innern, ob der Waffenhändler ihn nach feinem Alter gefragt habe. Er erklärte beim Ankauf, daß er häufig Geld bei sich trage und in der Lage sein wolle, sich zu verteidigen. Der Waffenhändler Carpe erklärte, daß Grünspan ihm sehr ruhig erschienen sei, was der Mörder erneut mit der Behauptung erklären will, daß er eine große Selbstbeherrschung an den Tag gelegt habe, um nicht aufgeregt zu er­scheinen.

Der Untersuchungsrichter hört daraufhin den Beamten N a g o r t a von der deutschen Botschaft an, der den Mörder ergriffen hatte. Unter Zugrunde­legung einer Photographie des Arbeitszimmers des Gesandtschaftsrates vom Rath wurde die Mord-' szene in ihren Einzelheiten rekonstruiert. Grünspan gestand:Ich habe meinen Revolver aus der inneren linken Rocktasche meines Jacketts gezogen und habe geschossen, ohye zu zielen." Auf die Hilfe­rufe des schwerverletzten vom Rath war Nagorka herbeigeeitt und hatte sich des Attentäters bemäch­tigt. Nagorka schilderte, wie er Grünspan nach dem Attentat beim Arm gefaßt und in den Korridor gezerrt habe, wobei Grünspan ihn beleidigte. Ein Oberbeamter der deutschen Botschaft, Otto Krü- aer, der den Mörder durch den Korridor zum Ausgang der Botschaft mit abführte, wurde eben­falls vom Untersuchungsrichter verhört. Schließlich wurde noch der Polizeibeamte vernommen, - den Grünspan vor Betreten der Botschaft nach der Eingangstür gefragt hatte, weil er sich nicht mehr erinnerte, wie man in die Botschaft gelangt, obwohl er schon einmal mit seinem Onkel dorthin gegangen sei. Der Polizeibeamte erklärte, daß er ihm die Heige Tür, die für Besucher der Botschaft bestimmt sei, gezeigt habe.

SefferberHf

Der Zustrom kalter Meeresluft aus Osten hält unvermindert an, doch hat sich bei uns mit aufkom­mender Bewölkung der Frost im allgemeinen etwas gemildert. In der Höhe einströmende mildere Luft )at vielfach schon zum Auftreten leichter Schnee- älle Anlaß gegeben. Das Frostwetter mit Neigung zu Schneefällen bleibt erhalten.

Vorhersage für Mittwoch: Meist be­wölkt und Neigung zu weiteren Schneefällen, Fort­dauer des Frostes, lebhafte östliche Winde.

Vorhersage für Donnerstag: Fort­dauer des Frostwetters mit Neigung zu Schnee­fällen.

Lufttemperaturen am 19.Dezember: mittags12,4 Grad Celsius, abends14,4 Grad; am 20. Dezember: morgens12,7 Grad. Marimum12 Grad, Mini­mum heute nacht15,6 Grad. (Erbtemperaturcn in 10 cm Tiefe am 19. Dezember: abends2,2 Grad; am 20. Dezember: morgens2,4 Grad. Sonnenscheindauer 5,6 Stunden.

Winlersporl-Velkerbericht.

Rhön. Wasserkuppe: Schneefall, -r20 Grad, Gesamtschneehöhe 7 cm, Neuschnee 1 cm, Pulver­schnee; Schi mäßig, Rodel gut.

Zaun u s. Kleiner Feldberg: Bedeckt,17 Grad, dunnoerwehte Schneedecke; keine Sportmöglichkeiten.

Mit dem Auftreten meist leichter Schneefälle kann gerechnet werden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil.ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei N Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis NM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu­strierten 15 Ps. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeil ist Preisliste Nr 4 vorn 1. September 1937 gültig.