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sie frei.

Landkreis Gießen.

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Aus -er engeren Heimat

| Sie behauptete, daß in il

(Nachdruck verboten!)

3. Fortsetzung.

aufgegeben haben foUen?' Gisela verneinte.

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Als nächster wurde Herr Weißfloh ins Aller­heiligste gerufen Fräulein Babett gab -hm einen aufmunternden Rippenstoß mit aus den Weg.

Haben Sie etwas von einer telephonischen Be» stellung gesehen, die Muller und Kießling gestern

* Bellersheim, 20. Juli. Eine der ältesten Frauen unseres Dorfes, Frau Marie R t u te r, geb. Müller, kann am heutigen Mittwoch, 20. Juli, in geistiger und körperlicher Frische ihren 8 0. Ge­burtstag begehen.

Kreis Alsfeld.

____ Homberg, 19. Juli. Die Arbeiten an der Reichsautobahn zwischen Nieder-Gemünden und Nieder-Ohmen sind jetzt so weit vorangekommen, daß dieser Tage mit dem Ausbringen der Decke auf die Fahrbahn begonnen werden konnte. Um das er­forderliche Baumaterial an diese Stelle zu schaffen, wurde ein Kleinbahn-Anschluß hergestcllt.

Kreis Vehlar.

* R o d h e i m a. d. Bieber, 19. Juli. Unserem Bericht über die Jubiläumsfeier des Turn» und Sportvereins ist richtigstellend nachzu» tragen, daß die Musik für die Feier nicht von der Buderussche Werkskapelle, sondern von der K a - pelle Krofdorf unter Leitung von Kapell­meister Re eh ausgesührt wurde.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Zwei hinter Gisela.

Vornan von Hans Hirthammer.

Urheberrechtschutz Verlag Oskar Meister, Werdau/Sa.

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mit ihm unternommen, außer nur nock einer Fahrt, die am 21. Januar 1937 in Begleitung eines Polizeibeamten nach Frankfurt stattgefunden hatte. Bei allen diesen Fahrten seien auf dem Nummern- schild keine Gummistempel angebracht gewesen, son­dern während seiner Abwesenheit müßten diese von einer ihm unbekannten Person dort befestigt wor-

Warum net? Wenn mir zum Beispiel meine Hauswirtin einreden will, daß ma an Kaffee ohne Jucker trinken soll, da kann i mi sakrisch giften. Aber z'wegn dem Alten? Na na, Fräulein Mertens, bas wär' eine überflüssige Strapazen."

Ach, wer das auch so tonnte!" klagte Gisela. -Akf) bin immer ganz unglücklich, wenn ich mir einen Tadel zuziehe."

Warum bleiben S' bann da? Sie |an jung, Ha'm a nettes G'sichterl, alsdann warum heiraten

Aus -en Gießener Gerichtssälen

Feierstunde

am Willi-Weber-Gedenkstein.

Homberg, 19. Juli. Wie alljährlich, so fand aus diesmal am 16. Juli am Willi»We» b e r » G e d e n k st e i n zwischen Homberg und Nie» der-Ofleiden eine Feierstunde zum Gedenken an den in der Nacht vom 16./17. Juli 1932 anläß­lich eines Uebersalls von Kommunisten auf die Als» felder SA. schwerverletzten jungen Kämpfers Willi Weber, der einige Tage später im Alsfelder Krankenhause an seinen Verletzungen gestorben ist, statt. Am Gedenkstein loderten Feuerbrände in Scho» len weithin in die Nacht hinaus. Die Gliederun­gen der Partei mit ihren Fahnen umstanden den Gedenkstein. Mehrere Sprecher gedachten jener schweren Zeit und insbesondere des für das natio­nalsozialistische Deutschland gestorbenen jungen Kämpfers Willi Weber. Mit dem Bekenntnis zum Führer und seinem Werk klang die Feierstunde aus.

Ein ungeklärter Mordfall.

Lpd. B a d D i l b e l, 19. Juli. Der Nachtwächter W. K r i e g wurde vor18Jahrennachts er­mordet auf der Straße aufgefunden. Dem Un­glücklichen war mit einem Bsil oder Hammer der Schädel zertrümmert worden. Die seinerzeit nach dem Täter angestellten Nachforschungen hatten keinen Erfolg. Vor kurzem war nun von der Be­hörde wiederum eine umfangreiche Untersuchung eingeleitet worden. Personen, die früher schon in das Verfahren verwickelt waren, wurden erneut

waren vergessen. Hier war ihre Welt, ihr Leben, hier durfte sie glücklich sein.

Und als sie dann ihren Malblock öffnete und die Farben anrührte, um nach einigen Einfällen Muster zu entwerfen und ihre Wirkung zu erproben, da war nur noch das Wissen um ihr Ziel in ihr, dos Berauschtseirf von der künstlerischen Sendung, der sie sich völlig -hingab und von der sie zutiefst durchdrun-

,Na also! Wahrscheinlich hat er den Auftraa selber verbummelt. Es wär ja net das erstemal. Passen S' auf, Fräulein Mertens, nachher kommen Sie dran!"

Ich bewundere Sie manchmal", machte Gisela ührern Empfinden Luft.Gibt es überhaupt etwas, was Sie aus der Fassung bringen kann?"

einheit mit Betrugsversuch zu einer Gefäng­nisstrafe von zwei Monaten. Allein die Tatsache, daß die Angeklagte in schlechten wirtschaft- lichen Verhältnissen lebt und es sich nur um einen geringen Betrag gehandelt hätte, wenn der Betrug gegenüber dem Wohlfahrtsamt gelungen wäre, ver­anlaßte das Gericht, der Frau mildernde Umstände zuzubilligen. Bei der Strafhöhe mußte aber berück­sichtigt 'werden, daß die Angeklagte hartnäckig leugnete und daß sie in der unverantwortlichsten Weise ihre Kinder zu falschen Aussagen veranlaßte.

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Vorsicht beim Aufbewahren von Düngekalk.

Lpd. Marburg, 19. Juli. Im Anwesen eines Landarbeiterehepaares in Willersdorf bei Frankenberg brach vor einiger Zeit ein Brand aus, der das Wohnhaus stark beschädigte und eine Scheune einäscherte. Bei der Nachforschung nach der Brandursache stellte man fest, daß in einem Anbau des Wohnhauses Düngekalk gelagert hatte. Als die Papiersäcke schadhaft wurden, schütteten die Ehe­leute den Kalk samt Papiersäcken in Hanfsacke, kehr- len den dabei auf dem Boden verstreuten Kalk zusammen und füllten den Kehricht obenauf. Durch die im Kehricht vorhandene feuchte Erde der Boden­fläche des Schuppens hatte sich der Kalk e n t z u n - d c t. Wie man vor Gericht fcststellte, ist eine der­artige Gefährlichkeit bei der Lagerung von Dünge­kalk noch nicht allgemein bekannt. Ein Zeuge bckun- bete, daß er kurze Zeit vorher In seinem Anwesen die gleiche Feststellung machte, den entstandenen Brand aber noch rechtzeitig löschen konnte Das Gericht vermochte auf Grund dieser Feststellungen ein Verschulden der wegen fahrlässiger Brandstiftung angeklagten Eheleute nicht zu erblicken und sprach

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Ferner läßt es sich nicht vermeiden, Herrn Weiß- Hot) kennenzulernen. Herr Weißfloh war Buchhalter, also sozusagen Dm Rückgrat des Unternehmens. Ob­gleich Eingeborener, war er ein Mann von zartem tunb ernpsindsamem Charakter, der schwer an jedem Aorwurf litt und bei häufigen Gelegenheiten des tröstenden Zuspruchs von Fräulein Babett bedurfte, ber er sich in seiner edlen Seelenfreundschaft ver­bunden fühlte.

Auch an diesem Nachmittag herrschte bet Has el- fchwert wieder Gewitterluft. Fräulein Hinterhuber datte bereits ihr Donnerwetter abbekommen, aber als die Hinterhuber aus Hasseischwerts Büro her­auskam, hatte sie nur ein verächtliches ..Schiaglata Hennahund!"; das ist ein Ausdruck, der im Lande ber Weißwürste den höchsten Grad an Mißachtung bezeichnet.

Hat es Krach gegeben?" fragte Gisela jn0f[1")- No ja!" meinte Babette gemütlich.Er hat halt wieder seinen damischen Tag!"

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Große Strafkammer Gießen. ;

Der E. B. aus Lollar fuhr im August v. I. florgons gegen 8 Uhr mit einem Lastkraftwagen auf Der Marburger Straße in der Nähe der Wel- 1 Itrßburg. Nachdem er an einem Lastkraftwagen vor- 1 ^[gefahren war, sah er einen Radfahrer vor sich, M er überholte. Etwa 100 Meter weiter bemerkte |ein Sohn, der mit ihm fuhr, bei einem zufälligen Umsehen, daß der Radfahrer vom Rad gestürzt war und auf der Straße lag. Daraufhin fuhren sie zurück, halsen dem Verletzten auf und brachten ihn in seine Wohnung. Der Arzt stellte einen Schädel» vruch fest, der aber leichterer Natur war. Einige Lage darauf erkrankte der Verletzte an einer Lun- «nentzündung, es kam zu einer Embolie und er starb.

Die Große Strafkammer hatte in ihrer gestrigen Atzung darüber zu entscheiden, ob der Unfall des Radfahrers durch den Autofahrer veranlaßt worden und ob dessen Verhalten kausal für den Tod ge» Hefen sei. Die Beweisaufnahme ergab, daß dem Angeklagten nicht nadjgeroiefen werden konnte, daß et in irgend einer Weise den Radfahrer angefahren hatte. Eyer ist anzunehmen, daß der Radfahrer, ber bereits 73 Jahre alt war und außerdem nur selten jaD fuhr, aus irgend einem anderen Grunde stürzte. Das Gericht sprach daher den Angeklagten mangels Nachweises einer strafbaren Handlung scei.

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Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelte be Kammer gegen den H. T. aus Hausen. Die Ber, Handlung ergab, daß sich der Angeklagte eines Ber- -chens gemäß § 218 StGB. (Abtreibung) schuldig irmacht hatte. Das Gericht verurteilte/ ihn unter Anrechnung der Untersuchungshaft zu einer Ge - |ängnis Strafe von vier Monaten.

SezirMWngerich« Gießen.

Dor dem Bezirksschöffengericht hatte sich gestern hie H. Sch. aus Gießen wegen schwerer Urkunden­

den fein. v . .

Diese Darstellung des Angeklagten wurde durch die Zeugenaussage widerlegt. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Wagen, obwohl er nicht angemeldet war, zu verschiedenen Fahrten benutzt wurde, dar­unter sogar zu einer Fahrt nach Düsseldorf. Bel diesen Fahrten trug der Wagen stets fern altes Nummernschild. Der Beklagte wurde von dem Zeu­gen W., der bei ihm beschäftigt war, verschiedene Male darauf aufmerksam gemacht, daß er den Wa­gen ohne Zulassung nicht fahren dürfe. Außerdem war sich der Angeklagte auch bewußt, daß es ver­boten ist, einfach ein anderes Schild an den Wagen anzubringen. Bei der Fahrt nach Frankfurt vQtte der Polizeibeamte vorher festgestellt, daß das Num­mernschild ordnungsgemäß verstempelt war. Die Gummisiegel müssen demnach schon vor ocr Ab­wesenheit des Angeklagten an dem Schild ange­bracht worden sein. So groß die Wahrscheinlichkeit ist, daß der Angeklagte selbst dies getan hat, konnte es ihm doch nicht nachgewiesen werden.

Das Gericht verurteilte ihn wegen Gebrauch- machens einer gefälschten öffentlichen Urkunde und wegen Vergehens gegen das Kraftfahrzeuggejetz zu einer Gesamtgefängnis st rafe v o n neun Monaten und ging damit über den Antrag des Staatsanwaltes, der fünf Monate Gefängnis be­tragt hatte, hinaus. Bei der Strafzumessung fiel erschwerend ins Gewicht, daß der Angeklagte in der unglaublichsten Weise das Gericht belogen hatte. Während der ganzen Verhandlung beteuerte er seine Unschuld, obgleich ihm in das Gesängn s cm Kassiber hereingeschmuggelt worden war, nach wel- chem er aussagen sollte, er wisse von dem Stempel nichts. Hinzu kommt noch, daß auch die Frau des Angeklagten den Zeugen W. zu einer falschen Aus- |age vor Gericht verleiten wollte; auch dieser, durch dessen Angaben die Darstellung des Angeklagten l in vielen Punkten widerlegt wurden, sollte sagen, daß er nichts wisse. Dabei wußte der Angeklagte, i ber eingehende Gesetzeskenntnisse besitzt, genau, daß - er keinesfalls, selbst wenn er selbst die Gummi- t stempel nicht angebracht haben sollte, den Wagen t mit diesem gefälschten Nummerschild und ohne Zu- : lassung fahren durfte.

Das waren freilich Dorerft- noch Träume, deren Verwirklichung der Zukunft vorbehalten blieb. Zu solchen Plänen gehörte Geld, ein Betriebskapital, und woher in aller Welt sollte Gisela das Geld neh­men? .

Immerhin stellte sich wieder die frohe, gelockerte Stimmung ein, als sie ziemlich atemlos den Lehrsaal betrat, wo Fräulein Bovarius sich anschickte, mit dem Unterricht zu beginnen.

Sie nickte der Eintretenden freundlich zu und war­tete noch, bis Gisela ihren Platz erreicht und ihre Malutensilien zurechtgelegt hatte.

Der Unterricht behandelte im Augenblick den An» teil der Farbe an der Wirkung des Stosses. Wie immer nahm Fräulein Bovarius die Volkskunst zum Ausgang und Vorbild ihres Vortrages; sie zeigte, wie in der aus frühester Zeit überlieferten bauer- lichen Tracht vor allem die Farbe eine wesentliche Rolle spielt, wie hier bestimmte Farben in ihrer Zu­sammenstellung geradezu charakteristisch feien für Diese und jene Landschaft, und wie es im neuen kunstgewerblichen Schaffen notwendig sei, immer wieder auf das Alte zurückzugreifen, es als Vor- blld zu nehmen, es sinngemäß anzuwenden und weiterzubilden.

Gisela, obwohl sie acht Stunden in einem ein­tönigen Büro gearbeitet hatte, wußte nichts «mehr von Müdigkeit. Hasselschwert und alles andere

vernommen. Die Ermittlungen mußten aber lie­ber eingestellt werden, da die Aussagen der Zeugen aus der Damaligen Zeit nur noch sehr unvollkom­men waren. Der Mord, der vor 18 Jahren großes Aufsehen erregte, harrt also immer noch der Auf­klärung.

Tragischer Tod einer jungen Krau.

Zu dem gestrigen Leichenfund auf der Main- Weser-Bahn, zwischen Nieder-Wöllstadt und Bru­chenbrücken, ist heute ergänzend zu berichten, daß es sich bei der gestern vormittag noch unbekannten Toten nach den nunmehr vorliegenden Feststellun- gen um eine verheiratete junge Frau aus Friedberg handelt. Die einwandfreien Feststes lungcn haben als Todesursache Freitod ergeben, der offenbar durch einen s ch w e r e n N e rv e n Zu­sammenbruch veranlaßt wurde.

ßin bejahrter weiblicher Gemeindediener.

Sie schwingt mit 80 Jahren noch die Ortsschelle.

Lpd. Marburg, 19. Juli. Jrn Kreisort Mar- bad) ist der seltene Fall zu verzeichnen, daß eine Achtzigjährige alsO r t s D i e n e r" noch un» entwegt die für die Bekanntmachungen der Ge­meinde zuständigeOrtsschelle" schwingt. Die Trä­gerin dieses Gemeindeamtes, Frau Anne Seibert Wwe., feiert am 27. Juli ihren 80. Geburtstag; sie verwaltet das Amt feit dem Tode ihres Mannes I in Treue und großer Gewissenhaftigkeit

,5.

Die Inhaberin der Pension Stadelmann halte allen Grund, über ihren neuen Pensionsgast erstaunt zu sein. Der erste Eindruck von Herrn Radegast war denkbar ungünstig gewesen. Ein kleiner Mann aus der Provinz, der in einem Anfall von Größenwahn eine bescheidene Sparbüchse plündert oder gar mit ier Portokasse durchgebrannt war, um sich ein paar Tage in Berlin zu amüsieren und so den heimlichen Traum feines Lebens erfüllt zu sehen.

Als bann Herr Radegast gegen Abend in so vor- teilhast veränderter Aufmachung nach Hause kam, wußte Frau Stadelmann nicht, ob sie ihr anfäng­liches Urteil einer Berichtigung unterziehen ober in dem neuen Herrn Radegast eine Bestätigung ihres Verdachtes erblicken sollte. Sie beschloß, abzuwarten und machte sich insgeheim darauf gefaßt, daß über kurz oder lang ein paar Herren vor ihr erscheinen und mit einer unauffälligen Bewegung nach ihren Rockausschlägen stch nach dem Zimmer von Herrn Radegast erkundigen würden.

Man hatte schließlich seine Erfahrungen.

Immerhin schien Herr Radegast fürs erste von einem allzu schlechten Gewissen nicht gepeinigt $u werden. Er schlief am anderen Morgen bis spät in den Vormittag hinein, verbrachte bann eine endlos lange Zeit mit dem Frühstück, ließ sich daraufhin Papier und Tinte geben und verließ erst gegen zwei Uhr sein Zimmer lauter Dinge, die Frau Stadelmanns bösen Verdacht zu erschüttern geeignet waren. Denn wenn einer etwas ausgefressen hat, dann pflegt er sich möglichst wenig zu Haufe auf- zuhalten. ,

Etwa um halb vier war Herr Radegast schon wieder da und bat Frau Stabeimann, dafür zu sorgen, daß er eine Stunde oder zwei ungestört ruhen könne. Er fei zum Abend eingeladen eine geschäftliche Beziehung, und es würde aller Vor­aussicht nach sehr spät werden. Im übrigen sollte sie ür ihn um acht Uhr eine Taxe besorgen.

Gewiß, Herr Radegast, sehr gern! flatterte Frau Sladelrnann, und wenn sie sich des unbe­holfenen, armseligen Mannes erinnerte, der gestern vormittag ihre Pension betreten hatte, dann war das wirklich ein Grund, über Herrn Radegast er- staunt zu fein.

Der junge Mann, vom Schlummer erfrischt, be­reitete sich mit aller Sorgfalt auf den Bummel mit Frau Dorothea Malick vor. Er nahm eine neue Klinge zum Rasieren, polierte sich hingebungsvoll die Fingernägel, zog seinen Scheitel mit der Ge- nauigfeit eines Architekten und verwandte eine volle Viertelstunde auf den tadellosen Ditz des feibenetf Binders. (Fortsetzung folgt.)

I. H. Ist eine Ehefrau während Bestehens ber Ehe beleidigt worden, so hat sowohl sie, als auch ihr Ehemann ein selbständiges Recht, gegen den Beleidiger auf Bestrafung anzutragen. Erhebt der Ehemann >die Privatklage, so kann er seine Ehe­frau als Zeugin für die Klagebehauptungen be­nennen; sie wird jedoch in aller Regel wegen des nahen Derwandschaftsoerhältnisses unb ihres eige­nen Interesses am Ausgang des Rechtsstreits mcht beeidigt werden. Bei dem geschilderten Sachverhalt Dürfte eine Klage kaum Aussicht auf Erfolg haben, zumal etwa gefallene Aeußerungen nur für den Ehemann der Beleidigerin bestimmt waren und un­beteiligte Dritte, oder die angeblich Beleidigten selbst diese Aeußerungen nicht hören konnten.

Rundfunkprogramm

Donnerstag. 21. Juli.

5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gym- naftif. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gi;rn- na tif. 8.30: Bäberkonzert. 9.40: Kleine Ratschlage für Küche und Haus. 11.45: Herr Panama wird behütet. Etwas für hutlpse Männer. 12: Mittags­konzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Musikalische Kurzweil. 15: Für unsere Kinder. Hänschen und Fränzchen unb ber Kuckuck. 16: Nachmittagskonzert. Operette Ton­film 2000 Jahre Heilquelle Bad Bertrich. 18: Zeit- geschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Allerlei vom Sport ber Woche. 19.10: Klang der Landschaft. Die drei Inseln im Bodensee. Hörfolge. 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.20: Unsere Kolonien. Deutsch-Südwest-Afrika. 22.30: Volks- unb Unter- Haltungsmusik. 24 bis 3: Nachtkonzert.

Wiflen tQge öittg e r n er üne 25jährige

g Dorgenommen zu haben.

r , w ... ihrer Abwesenheit ihre drei Linder den Schein genommen und ihn gefälscht Ulätten. Die Vernehmung der Kinder ergab, daß Hefe durch ihre Eltern zu bestimmten Auslagen t> erteilet wurden, die mit dem tatsächlichen Geschehen

i n Widerspruch stehen. Die Kinder Der Angeklagten, Hei Jungens im Alter von 10, 12 und 16 Jahren, Hhaupteten, im Spiel die Aenderung vorgenommen ju haben. Die angestellten Schriftproben ergaben : her, daß die Kiüder keinesfalls die Täter fein tonnten, zumal der eine noch nicht einmal das auf icm Schein Geschriebene lesen konnte.

Wer eigentlich die Fälschung begangen hat, konnte cud) durch die Hauptverhandlung nicht geklärt wer- hen Obwohl ein hoher Grad von Wahrscheinlich- leit besteht, daß die Angeklagte die Aenderung vor- senommen hat, da sie die Triebfeder dafür war, laß ihr Mann sich überhaupt krank schreiben ließ und zwar nicht, damit sich seine Krankheit k efferte, sondern einzig und allein, weil man bann ?.on dem Wohlfahrtsamt eine höhere Unterftülsung ezog, konnte doch hierfür kein schlüssiger Be­weis erbracht werden.

Das Gericht verurteilte die Angeklaate wegen Vebrauchmachens einer gefälschten Urkunde in Tat°

'2 & Co. lurüdi [uter Kaufmann iiebsführer unb hing unb Werl- )rentag mürben |0lWt Ehren-

m Aolksbab Änftandsetzungr- i Dolksbad vorn, ihres geschloffen unaen des Volk geführt.

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;th Michel, tzl je 86; Ernejm It, hitlenoall *&\ S., 79 W alt el, geb Herbert a&e 4t. 3. M hre alt, Stein» ite alt, Frank- dN, Waaü Hbmia Jochim, 91 Jahre alt

.mer, geb. Paust, Berta Perg, m inetöber Weg Ü. ter, 69 W qUi ufmann, 67 Ächt Karl Hof, o. B, Juli: Oskar Mahn- Lchnh°M°b-Z Jahre alt, Am )t, 84 Zahre all.

Mer, Dermal- hre alt, Meiner-

An diesen weisen Ausspruch muhte Gisela denken, als sie nach Feierabend das Büro verließ. Warum ertrug man dieses mühselige, unwürdige Leben bei Hasselschwert? Bloß wegen der paar Kröten, die man am Monatsende ausbezahlt erhielt?

Du lieber Gott, es mußte eben sein! Und außer­dem war es ja nur ein vorübergehender Abschnitt ihres Lebens. In zwei Jahren, wenn man mit der Kunstgewerbefchule durch war, fand man sicher eine schöne Stellung in irgendeiner Werkstätte, und damit eine Tätigkeit, die einem Freude machte, die einen innerlich ausfüllte.

Erst vor wenigen Tagen hatte Fräulein Barovius sie wieder gelobt. Und eine solche Anerkennung der geliebten Lehrerin half über viele bittere Stunden bei Hasselschwert hinweg.

Fräulein Barovius hatte bei jener Gelegenheit von einem stark ausgeprägten künstlerischen Eigen­willen gesprochen, den sie bei Gisela festgestellt hatte Sie sind ein starkes Talent, Fräulein Mertens, und ich zweifle fast, ob es gut für Sie sein wird, sich päter einer anderen Auffassung unterzuordnen. Sie müßten selber eine Werkstätte leiten und Ihren per­sönlichen Stil zur höchsten Vollkommenheit entfalten. Ich glaube, daß Sie Erfolg haben würden."

gen war.

Erst als sie dem Bannkreis ihrer Schule entrückt und auf dem Heimweg in die Milmersdorfer Straße war, machte sich die Uebermüdung bemerkbar. Kaum, daß sie sich noch aufraffen konnte, ein paar Kleinig­keiten zum Abendbrot einzukaufen.

Sie bemerkte daher auch nicht, daß Frau Kretschmar sie mit anderen Augen als sonst be­grüßte, -mit Augen, die voll von unerträglichen Ge- Heimnissen waren und die nur allzu deutlich das ausdrückten, was der Mund nicht sagen dur te.

Wieder so lange gearbeitet? Sie werden s d) noch ganz kaputt machen, Fräulein Mertens. Es ist wirk­lich ein Jammer!"

Nicht so schlimm!" sagte Gisela, als sie in ihr Zimmer trat. Nur ein bißchen müde! Möchten Sie mir etwas Tee aufgießen?"

Aber gern! Wissen Sie, Fräulein Mertens, wenn ich Ihnen so ansehe. Sie müßten eigentlich heiraten. Das wäre das allerbeste für Sie!"

Heiraten?" lachte Gisela unb wunderte sich, daß Frau Kretschmar plötzlich den gleichen Vorschlag machte wie Fräulein Hinterhuber.Wie kommen Sie denn darauf? Ich habe doch meine Pläne, das Heiraten muß ich schon anderen überlassen!"

Frau Kretschmar geriet in Eifer.Aber eine pas­sende Heirat würde doch Ihren Plänen nur förder­lich sein. Denken Sie doch, wenn Sie einen Mann mit Vermögen bekämen! Das würde Sie all Ihrer Sorgen entheben. Sie brauchten nicht mehr ins Büro zu gehen, könnten sich viel gründlicher Ihrem Studium widmen und hätten außerdem die Mittel, um Ihre künstlerischen Ziele bald verwirklichen zu können!" ,

Hören Sie auf damit! lachte Gisela, aber es war ein schmerzlicher, gequälter Unterton in ihrer Stimme.Ein solcher Mann mühte wohl erst gefun­den werden." A,. . ..

Na, wenn cs sonst nichts tft? dachte die Kretschmar, doch sie hütete sich, diesen Gedanken aus- ^.Da^müffen wir eben mal suchen!" sagte sie diplomatisch.Passen Sie auf, ich werde^ von jetzt ab die Heiratsanzeigen für Sie studieren.

3a, tun Sie das, liebe Frau Kretschmar, tun Sie das! Ader vorher den Tee, ich bin am Verdursten!"

Ferner hatte sich der F. R., früher in Butzbach, zu verantworten. Der Anklage lag folgender Sach- verhalt zugrunde:

Der Angeklagte befand sich Ende 1936 im Besitz eines Opelwagcns, den er um diese Zeit auf einem Autosriedhof nach Frankfurt verkaufte. Um die gleiche Zeit, entweder Ende Dezember oder Anfang Januar, kaufte der Angeklagte von dem Zeugen I. einen gebrauchten Wagen, der fchon feit einiger Zeit abgemeldet war. An diesem Wagen befestigte er das alte Nummernschild seines früheren Wagens und unternahm dann mit dem jetzt gekauften Wagen verschiedene kleinere und auch größere Fahrten. Da­bei wird ihm auch vorgeworfen, Gummistempel, die ein Kennzeichen der Zulassung des Wagens zum öffentlichen Verkehr darstellen, auf dieses alte Nummernschild angebracht zu haben.

In der Hauptverhandlung behauptete der Ange­klagte, sich keinesfalls irgendwie schuldig gemacht zu haben. Er habe nach einer Anfrage bei dem Kreisamt sich für berechtigt gehalten, das Num­mernschild seines alten Wagens an dem von ihm §etauften Wagen zu befestigen und damit zu der »ulassung und aud) von dem Orte des Kaufes nach taufe zu fahren. Auch habe er den Wagen noch an dem gleichen Tage, an dem er ihn bei dem Zeugen I. abholte, bei dem Kreisamt zur Zulaffung an- melden wollen. Er sei deswegen in Friedberg ge- wesen und habe sich dort Anmeldeformulare ge­tauft; um diese auszufüllen, sei es aber schon zu fpät gerne en. Dann habe er den Wagen nur noch einmal ge ahren, und zwar habe er da wieder zu der Zulas ung fahren wollen. Unterwegs fei der Wagen aber liegen geblieben und habe abgefchleppt werden müssen. Zu Haufe sei er Dann repariert morden. Er habe - keinerlei sonstige Fahrten mehr

stlschung zu verantworten.

Die Angeklagte, die schon mehrfach vorbestraft ft, hatte ihren Mann im Dezember vorigen Jahres a einer ärztlichen Untersuchung begleitet. Der Mann »urbe von dem Arzt für Drei Tage krank ge­trieben. Die Angeklagte nahm Den Schein an sich mD legte ihn zu Hause in Die Küchenschublade. Cinige Zeit später nahm sie ihn heraus und ging nit ihm zum Wohlfahrtsamt, legte ihn dort vor iiti) hoffte, wegen Der Krankheit ihres Mannes nun Lnc größere Unterstützung zu erhalten. Auf dem Wohlfahrtsamt mürbe aber festgestellt, daß auf Dem Tezevt Der Vermerk3 läge7' in3 Wochen' um- [cänöert worden war.

Der Verdacht, diese Fälschung begangen zu haben, ächtete sich gegen die Angeklagte. Sie leugnete in ier Hauptoerhandlung ebenso, wie schon im Vor- lerfahren, Die Aenderung Dor^enommen zu haben.