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Mittwoch, 20. Juli M8

HrJ67 Erstes vlatt

188. Jahrgang

Oie Krifis im deutsch

brasilianischen Handel

Die Gründe, aus denen die Regierung in Washing­ton und die maßgebenden Finanzkreise der Union eine Wirtschaftsfront gegen Deutschland aufzurichten suchen, liegen zum Teil auf politischem Gebiet. Das in den Vereinigten Staaten so einflußreiche Juden­tum benutzt jede Möglichkeit, Deutschland wirtschaft- lich zu schädigen. Es ist Träger jener Boykottbewe­gung, die wir beim Absatz unserer Produkte in Ame­rika, aber auch bei der Unterbringung des Fracht­raums und der Passagierplätze unserer Uebersee- dampfer zu spüren bekommen haben. Daß aber auch hier Qualität sich durchzusetzen vermag, zeigt die kürzlich aus Bremen ergangene Meldung, daß der Norddeutsche Lloyd für die drei nächsten aus amerikanischen Häfen nach Europa ab­gehenden Dampfer die Passagierplätze flott absetzen konnte. Aber allgemein kann man sagen, daß die amerikanische Union überall dort zu finden ist, wo Deutschland ein Schaden zugefügt werden kann.

In den Bereinigten Staaten, wo man in den Jahren 1918 und 1919 vom Wilson-Frieden abrückte und sich bemühte, Deutschland Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, setzte sich nach dem nationalsozialistischen Um­schwung Anfang 1933 ein Stimmungswandel durch. Als Mitte des nächsten Jahres (im Juni 1934) Deutschland nach Erschöpfung seiner Gold- und Devi­senbestände ein Ueberweisungsmoratorium für Schuld­beträge verfügen mußte, zeigte man sich in den Ver­einigten Staaten besonders empört. Man hat es bis heute nicht verstanden, daß ein Gläubigerland seinem

Sturmtruppabteilungen und nahm als solcher an den wichtigsten Schlachten der Fronten von Tolmein und Görz, an der Karstfront und der Front von Bainsizza und auf dem Montello teil. Nach seiner Ernennung zum Offizier des Generalstabes und nach Absolvierung eines besonderen Kurses wurde er mit Aufgaben bei Kommandos höherer Einhei­ten und im besonderen beim Kommando der 51. Di­vision während der Piaveschlacht beauftragt. Er ist kriegsverwundet und ausgezeichnet mit zwei silber­nen Verdienstmedaillen und dem Mauriciusorden.

Das faschistische Ideal fand ihn als einen der ersten in den vordersten Reihen; er ist ausgezeich­net mit dem Orden desMarsches auf Rom". Er organisierte di" erste Legion der MVSN.Taglia- mento"; war Parlamentsabgeordneter und Bürger­meister von Udine. Als Präfekt leitete er die Pro­vinzen von Cieti, La Spezia und Forli. 1935 wurde er zum Chef des Stabes der Freiwilligen Miliz der nationalen Sicherheit ernannt, ein Amt, das er mit dem Range eines Generalleutnants bekleidet. Die Miliz hat im Kampfe ihre Lebenskraft und ihre wirkungsvolle Organisation gezeigt.

Haden amtliche amerikanische Stellen sich durch Agenten unkontrollierbare Auskünfte über ein an­gebliches deutschesDumping" verschafft und auf Grund der so gewonnenen höchst zweifelhaften Er­kenntnisse Zollzuschläge auf deutsche Waren dekretiert, die es Deutschland erheblich erschwert haben, das Amerika-Geschäft weiter zu pflegen. Als dann um die Wende Juni-Juli dieses Jahres Großbritannien und die Schweiz einwillig­ten, den Zinssatz für deutsche und frühere öster­reichische Auslandsschulden herabzusetzen, hat man in Washington dieseunzulässige Verquickung von Schulden und Geschäft" getadelt und erklärt, daß Amerika dem Beispiel der beiden europäischen Län­der nicht folgen werde. Wenn man in den Ver­einigten Staaten etwa hoffen sollte, durch Lahm­legung des deutsch-brasilianischen Handels selbst das Erbe etwa auf dem Gebiet der Baumwoll- Lieferungen antreten zu können, so könnte sich das als Irrtum erweisen. Die Welt hat, wie dje hohen Erntezahlen und der niedrige Preisstand zeigen, keinen Mangel an Baumwolle. Außerhalb Amerikas gibt es leistungsfähige Baumwoll-Lieferanten in Asien (Indien) und Afrika (Aegypten). Der Eingriff der amerikanischen Union in die deutsch-brasilla- Nischen Wirtschaftsbeziehungen charakterisiert sich als ein unorganischer Eingriff in den internationalen Warenaustausch zu einer Zeit, wo man nirgendwo stärker als gerade in Amerika das Fortschreiten der Weltwirtschaftskrise am eigenen Leibe verspürt.

Prag, 19. Juli. (Europapreß.) Von halbamt­licher tschecho-slowakischer Seite war erklärt worden, die Verhandlungen über die Neuregelung der natio­nalitätenrechtlichen Fragen seien nach Einzelerörte­rungen in ihre Schlußphase getreten, und keine politische Gruppe werde vor vollendete Tatsachen gestellt. Die zur Führung der Gespräche mit der tschecho-slowakischen Regierung bevollmäch­tigte sudetendeutsche Abordnung sieht sich nunmehr zu der Feststellung gezwungen, daß die Verhandlungen überhaupt noch nicht be­gonnen haben. Bisher sei es lediglich zu informativen Besprechungen gekommen, m denen die Regierung niemals ihre Stel­lungnahme zu den Vorschlägen der Sudeten- deuischen Partei bekanntgegeben habe. Auch die Vorschläge der Regierung seien der sude­tendeutschen 'Abordnung bisher n o ch n i ch t be­kanntgegeben worden. Ein offizieller Mei­nungsaustausch sei weder über die Vorschläge der Sudetendeutschen Partei vom 7. Juni, noch über die Pläne der Regierung erfolgt, noch weniger könne von einer Einzelausfprache über die bevorstehenden parlamentarischen Arbeiten berichtet werden.

Die sudetendeutsche Abordnung habe vielmehr mit Rücksicht auf die in Umlauf befindlichen Gerüchte wiederholt vor einer Festsetzung parla­mentarischer Termine gewarnt, da die Gespräche noch nicht einmal bis zu einer Aussprache

Schuldner Gelegenheit geben muß, Devisen z u ver­dienen, wenn die Zins- und Tilgungsraten pünkt­lich überwiesen werden sollen. Amerika will aber Schulden kassieren und gleichzeitig Außenhandels­gewinne erzielen. Während eine Reihe europäischer Gläubigerländer die Möglichkeit hatte, aus dem Ueberschuß, den Deutschland im Außenhandel mit ihnen erzielte, Mittel für den Schuldendienst ver­fügbar zu machen, bestand für die Vereinigten Staa­ten von Amerika eine solche Möglichkeit nicht. Der Ueberschuß, den die Union im Warenaustausch mit Deutschland erzielte, ist zwar gesunken, aber nicht verschwunden. Er betrug im Jahre 1934: 225 Millio­nen, im Jahre 1935: 71 Millionen, im Jahre 1936: 60 Millionen und im Jahre 1937: 73 Millionen. Wenn jetzt Amerika nicht nur seinen eigenen Markt der deutschen Ausfuhr versagt, sondern auch andere Abnehmerländer zwingt, die Bestellungen auf deut­sche Jndustrieerzeugnisse einzustellen, so verschiebt es damit die Wiederherstellung eines regulären Schul­dendienstes für die von Deutschland aufgenommenen Anleihen auf unabsehbare Zeit.

Da die amerikanische Union der Generalgläubiger der Welt und der größte Gläubiger Deutschlands ist, kommt ihr die Rolle eines Vorkämpfers in der internationalen Krisenbekämpfung und Wirkschafts­verständigung zu. Bisher ist nichts davon zu spüren, daß man in Washington für eine solche Mission Verständnis hat. Im Streben, Waffen gegen den deutschen Außenhandel zu schmieden,

Annahme oon Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /,Ut)r des Vormittags

(Brunöprette für l mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen oon70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach oorh. Vereinbq.25"/o mehr.

Lrmähtgie Grundpreise: Stellen-., Vereins», gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige löelegenheitsanzer» gen 5 Rpf., Familienanzei­gen. Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzelgen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

über die gesamten Fragen auf der Grundlage der beiderseitigen Vorschläge vorgeschritten seien. Die Sudetendeutsche Partei sei mit Rücksicht auf diese Lage verpflichtet, die Oeffentlichkeit davor zu war­nen, Nachrichten über eine angebliche Schlußphase zu glauben, denn es sei noch nicht einmal t> i e § rste Phase der Verhandlungen beendet.

Das Tschecho-Slowakische Preßbüro veröffentlichte einen Bericht über die Verhandlungen um das Na­tionalitätenstatut. Danach fand beim Präsidenten der Republik eine Beratung des politischen Kabinetts statt. Weiter wird berichtet, daß Ministerpräsident H o d z a die Vertreter der Slowakischen Volksportei zu längeren Beratungen empfan­gen habe. Der tschecho-flowakische Gesandte in Ber­lin, Dr. Mastny, habe ihm Bericht erstattet. Er wird, wie es weiter heißt, nunmehr die Delegierten der Vereinigten Ungarischen Nationalpa r- t e i empfangen und gleichzeitig seine Konferenzen mit den bevollmächtigen Unterhändlern der Sude­tendeutschen Partei fortsetzen. Der sechs­gliedrige parlamentarische Koalitions­ausschuß wird an die Behandlung der Ent­würfe der Regierung zur Regelung der Na- tionalitäten-Selbstverwaltung schreiten. Das Preß- büro erklärt, daß die Regierung bemüht sei, die legislativen Vorbereitungsarbeiten möglichst zu be­schleunigen.

sönlichkeiten der ihnen van Natur aus gegebene territoriale Wirkungsbereich überlasten bleiben. Das einheitliche Staatsgebiet muß daher in das tschechische, deutsche, slowakische usw. Volks­gebiet untergliedert werden. Dies bedeutet: Neuabgrenzung aller Sprengel nach den Volksgren­zen in allen öffentlich-rechtlichen Bereichen einschl. denen der staatlichen Unternehmungen und Einrich­tungen aller Art. Enklaven sind ebenso abzu­grenzen, daß sie eigene Verwaltungs­sprengel bilden. Für andersnationale Staatsbürger in den Volksgebieten sind

eines jeden Volkes und einer jeden Volksgruppe;

b) der angemessene Anteil jedes Volkes und jeder Volksgruppe, an Führung, Gestaltung und Leistun­gen des Staates;

c) Schutz gegen Entnationalisierung;

d) Gewährleistung für ungehindertes völkisches Bekenntnis und des Rechtes auf Pflege der natio­nalen Zusammengehörigkeit.

3. Die national-regionale 3t eu- Ordnung.

Wie zum Staate neben der Staatsbevölkerung ein Staatsgebiet gehört, muß auch den Dalksper-

23on Dr. Gart Weltthor.

In einer offenbar auf amtlichen Berichten fu­ßenden Mitteilung heißt es, daß die deutschen Wa­renbezüge aus Brasilien zum Stillstand gekommen seien. Dies sei die Folge der von der Banco do Brasil Ende Juni getroffenen Entscheidung, den Ankauf von B e rr e ch n u n g s m a r k ein- zustellen. Damit ist den brasilianischen Liefe­ranten die Möglichkeit genommen, die ihnen als Zahlung übergebenen Verechnungsmark einzuwech­seln. Hinter dieser Entscheidung steht offenbar die nordamerikanische Finanzwelt, die alles aufbietet, um Deutschland aus dem südamerikanischen Ge­schäft zu verdrängen. Dabei ist erst kürzlich in einem in Amerika weitverbreiteten Buch bargelegt worden,

NSG. Am Mittwoch und Donnerstag weilt der Generalstabschef der faschistischen Miliz, General Russo, im Gau Hessen-Nassau. In seiner Beglei­tung befindet sich auch Stabschef Lutze. General Russo trifft am Mittwoch um 20.30 Uhr mit einem Sonderzug in Wiesbaden ein. Bei der Ankunft werden die Gäste von Gauleiter und Reichsstatt­halter Sprenger begrüßt. ImNassauer Hof" wird am Abend ein zwangloses Zusammensein mit Gauleiker Sprenger und führenden Männern des Gaugebietes stattfinden. Am Donnerstagvarmittag fährt General Ruffo zur Besichtigung des Opelbades auf dem Neroberg und begibt sich dann nach Biebrich, wo er in einem Sonder- dampfer die Fahrt n ach Godesberg antritt.

Generalleutnant Luigi Ruffo, der Chef des Stabes der Freiwilligen Miliz der Nationalen Sicherheit (Milizia Volontaria Sicurezza Natio­nale), kommt aus den Reihen der Kämpfer um Ita­liens Einheit an den Fronten des Weltkrieges. Als Berfaglieri-Leutnant, dann als Hauptmann und schließlich auf Grund feiner Verdienste im Kriege als Major und Oberstleutnant war er Führer von

General Russo besucht Hessen-Tiassau

Empfang durch Gauleiter Sprenger in Wiesbaden.

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Verhandlungen überhaupt nochl nicht begonnen

Eine sudetendeutsche Feststellung.

Die Sudetendeutsche Partei veröffentlicht ihre Denkschrist

Notwendige Richtigstellung von irreführenden Indiskretionen.

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Nicht viel anders steht es mit den übrigen Pro­dukten, die Deutschland aus Brasilien vornehmlich bezieht. Tabak gibt es in einer großen Zahl an­derer Länder. In Kautschuk bauert die inter­nationale Überproduktion an. Jedes Erzeugerland muß es sich daher dreimal überlegen, ob es einen Zuverlässigen Abnehmer vor den Kopf stoßen soll. Äehnlich steht es mit Fellen und Häuten, an denen die übrigen südamerikanischen Länder, Ar­gentinien, Uruguay, Paraguay und Chile ein gro­ßes Angebot bereitstellen. Es ist auch nicht so, daß unterbrochene Rohstoffbezüge ohne weiteres wieder angenommen werden, wenn es der Regierung und der Notenbank des Landes einfällt, den Ankauf deut­scher Verrechnungsmark wieder aufzunehmen. Deutschland befindet sich in einer Ü m ft e 11 u n g iunb bereitet sich auf Stetigkeit im Bezug auslän­discher Rohstoffe vor, um seine eigenen neuen Werk- htoffe richtig in die nationale Wirtschaftsbilanz ein- \ gliedern zu können. Dies gilt vornehmlich f ü r Baumwolle und Kautschuk, die zugunsten der deutschen Rohstoffe Zellwolle und Buna I an Boden verlieren. Es ist daher für Länder, die I Erzeuger van Masfenrohstoffen sind, in diesen Ueber- gangsjahren besonders riskant, einen Abnehmer wie Deutschland zu verprellen.

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Prag, 19. Juli. (DNB.) Das Presseamt der SDP. teilt mit: Die SDP. hat seit Beginn der Vorbesprechungen über den künftigen nationalitäts­rechtlichen Aufbau der Tschecho-Slowakei dem Wunsche der Regierung Rechnung getragen und die Besprechungen mit ihr absolut vertraulich behandelt. Wenn das van der SDP. der Regierung am 7. Juli überreichte Memorandum, das eine Konkretisierung der acht Karlsbader Forderungen Henleins enthält, nunmehr durch die Indiskretion einer französischen Presseagentur der Oeffentlichkeit in seinen wesentlichsten Zügen bekanntge- geben worden ist, so stellt die SDP. demgegenüber fest, daß sie mit dieser Veröffentlichung weder direkt noch indirekt etwas zu tun hat.

Wie erinnerlich, hat die Regierung das Memo­randum der SDP. als Verhandlungs­grundlage angenommen. Daraus geht her­vor, daß keine der dort aufgestellten Forderungen der Regierung von vornherein unannehmbar er­schien. Trotzdem durste die tschechische Presse die öffentliche Meinung erzeugen, daß die in Karlsbad' aufgestellten Forderungen die Grundlagen des Memorandums für die tschechische Seite unan­nehmbar seien. Die SDP. übergibt den vollstän­digen Wortlaut des Memorandums der Oeffentlich­keit, um sie in die Lage zu versetzen, sich darüber ein Urteil zu bilden, ob die Vorschläge der SDP. ge­eignet sind, die auch im Auslande als unhaltbar er­kannten nationalpolitischen Verhältnisse im Inter­esse der Ordnung und des Friedens zu regeln. Das Memorandum enthält u. a. folgende Punkte:

1. Herstellung der Gleichberechtigung.

Als Fundament jeder demokratischen Verfassung gilt der Grundsatz der vollen Gleichberechtigung. Die 20jährige Entwicklung im Staate hat ergeben, daß diese Gleichberechtigung weder individuell noch für die die Staatsbevölkerung bildenden Völker und Volksgruppen hergestellt wurde. Unausbleiblich ist daher eine Neuordnung des Staates. Eine solche Neuordnung muß zwangsläufig bei den Grundelementen des Staates (Bevölkerung, Staats­gebiet) einsetzen.

2. Gewährleistung des demokratischen Prinzips der Volkssouveränitäl.'

Die einzige Quelle aller Macht im Staate ist das souveräne Volk. Unter Volk können nach der kon­kreten politischen Lage nur die im Staat siedelnden Völker und Volksgruppen verstanden wer­den, so daß der Gesamtwille dessouveränen Vol­kes" nur aus dem Zusammenwirken dieser Völker und Volksgruppen entstehen kann. Das tschechische Volk, die deutsche Volksgruppe u. a. sind die Grund­elemente dessouveränen Volkes". Sie können als solche Grundelemente nur durch Konstituierung ihrer Rechtspersönlichkeit erfaßt werden. Sie müs­sen daher auch Organe erhalten, die sie repräsen­tieren, für sie ihre Angelegenheiten selbst bestim­men und durch die sie an der gemeinsamen Staats­gewalt teilnehmen können.

Die juristische Staatspersönlichkeit bedarf daher im Staatsaufbau und in der Bildung der Staats­bevölkerung der Rechtspersönlichkeit der Völker und Volksgruppen. Nur dadurch kayn auch die Gleichbe­rechtigung, die gleiche Rechtsstellung und Hand­lungsfähigkeit der Völker und Volksgruppen herae- ftellt werden. Sonst würde es Herrschende und Be­herrschte geben, was dem Derfassungssystem wider­spricht, für welches sich die Staatsgründer aus Eige­nem entschieden haben. Die rechtlichen Volkspersön­lichkeiten müssen naturnotwendig alle im Staate lebenden Volksgenossen erfassen. Den bürgerlichen Rechten und Freiheiten müssen auch Rechte und Freiheiten der Volkspersönlichkeit an sich, unterein­ander und gegenüber dem Staate als dem gemein­samen Rechtsbewahrer entsprechen. Diese Grund­rechte der Völker und Volksgruppen müssen sein:

a) Freiheit und Sicherung der eigenen Bestim­mung der gleichberechtigten Entwicklungsmöglich­keiten aller Leistungen, Kräfte und Fähigkeiten

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daß es kein natürliches wirtschaftliches Uebergewicht Nordamerikas auf südamerikanischen Märkten gebe, da die Entfernung von Rio de Janeiro nach Neu- york kaum geringer sei als die von Rio nach Ham­burg und London. Anläßlich des jüngsten brasilia­nischen Putsches ist behauptet worden, daß deutsche Kreise die Hand im Spiele gehabt hätten. Obwohl diese Behauptung von amtlicher brasilianischer Seite widerlegt und damit als Lüge entlarvt worden ist, hat sich eine Abkehr einflußreicher brasilianischer Kreise von Deutschland vollzogen, als deren äußeres Symptom der erwähnte Beschluß der Banco do Brasil anzusprechen ist.

Brasilien wird vom Einschrumpfen des Waren­verkehrs mit dem Reiche mehr Nachteil haben als wir. Dies ergibt sich zunächst bereits aus der Höhe der Ein- und Ausfuhr. Im Jahre 1935 war die deutsche Einfuhr aus Brasilien um fast $60 Millionen Mark größer als die deutsche Aus­fuhr nach Brasilien. Im Jahre 1936 gab es einen geringfügigen Außenhandelsüberschuß für Deutsch­land (2 Millionen Mark), aber bereits rm Jahre 1937 entstand ein neuer Ueberschuß für Brasilien in Höhe von 9 Millionen Mark. Brasilien handelt Lllso gegen feinen eigenen Vorteil, wenn es dem Warenaustaufch mit dem Reich den Todes­keim einimpft. Dazu kommt noch die Zusammen- ietzunq der brasilianischen Ausfuhr nach Deutschland. Sie besteht überwiegend aus Kaffee, Baumwolle, Tabak, Kautschuk, Wolle sowie Fellen und Hauten. Alles dies sind Waren, die Deutschland ander­wärts in mindestens gleicher, mitunter sogar besserer Qualität und sicherlich nid)2 teurer be­ziehen kann. Es lohnt sich schon, die brasiliani­schen Lieferungen nach Deutschland aufzugliedern und gründlicher zu betrachten.

Der klassische Ausfuhrartikel von Brastlien ist Kaffee. Wie groß der Produktionsüberschuß und damit das Ausfuhrinteresse Brasiliens an Kaffee ist, Ergibt sich aus der Tatsache, daß das Land in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als 60 Millionen Sack Kaffee ins Meer versenkt und damit vernichtet hat, um das Überangebot zu verringern. Die große Masse des in Brasilien erzeugten Kaffees besteht aus den geringeren Sorten, die nur schwer einen Markt finden. Neben einigen besseren Sorten San­los-Kaffee bezieht Deutschland mittelamerikanische und ostindische Sorten. Es ist jedenfalls ein besonde- , res Entgegenkommen, das Deutschland dem befreun­deten Brasilien erwies, wenn es die Kaffeebezüge aus Brasilien aufrechterhielt. Ebenso umfangreich waren die brasilianischen Baumwoll-Liefe­rungen für den deutschen Markt. Hier hat der Anstieg bis in die jüngste Zeit angehalten. Es scheint gerade die Baumwolle gewesen zu sein, die für das Verhalten der Vereinigten Staaten gegen­über Brasilien eine besondere Rolle spielte und die Washingtoner Regierung und die Dollarmagnaten weranlaßte, Brasilien zu einer unfreundlichen Wirt­schaftspolitik gegenüber Deutschland anzustiften. Im Äahre 1936 überstieg der Wert der deutschen Ein- suhr an brasilianischer Baumwolle mit mehr als 38 Millionen Mark sogar den der Einfuhr des bra­silianischen Kaffees. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres bezog Deutschland für etwa 10 Millionen Mark brasilianische Baumwolle und stand damit an erster Stelle unter den Ab- Ivehmern dieses brasilianischen Produkts. Dabei be­durfte es beträchtlicher Umstellungen in der deut­schen Textilindustrie, um die brasilianische Baum­wolle in gleicher Weise verarbeitungsfähig zu machen wie die bisher bezogenen anderes Pro­venienzen, besonders die nordamerikanische Baum-

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