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nien das Experiment Goga
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Oest«
ßes deutsches Vaterland.
A. M.
Aus aller Welt
wegen Verdachtes des
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Hochverrates nach § 58 B. C., begangen im März 1938, ein Steckbrief erlassen worden, der im Fahndungsblatt veröffentlicht ist.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer und Reichskanzler übermittelte dem General der Infanterie a. D. von Lochow anläßlich des 65. Gedenktages feines Diensteintritts seine besten Glückwünsche.
Gegen Otto von Habsburg, der sich im Ausland befindet, ist vom Landesgericbt I Wien
Schon vor den Feiertagen tonte man eine seit fahren nicht mehr beobachtete Belebung des.
und der meridionalen Stromfurchen Tibets zu durchforschen. Von Assam aus wird die erste Etappe der Expedition in den Mishmi Hills in Angriff genommen werden.
Internationaler Kinderschuhkongretz im Iuni in Frankfurt.
Der 13. Internationale Kinderschutz- ko n g r e ß findet im Juni d. I. in Frankfurt a. M. statt. Er wird veranstaltet von der „Association internationale pour la protection de l’enfance" und dem „Reichszusammenschluß für öffentliche und freie Wohlfahrtspflege und Jugendhilfe Deutschlands". Reichsminister Dr. Goebbels hat die Schirmherrschaft übernommen, den Ehrenvorsitz führt der ehemalige belgische Ministerpräsident, Staatsminister Ja spar. Zu dem Kongreß werden etwa 1000 Personen erwartet, von denen etwa
Die ges Weisung i fischen
Wendigkeit rein völkischen Denkens durchdringen. Und nun zeigt sich eine ganz überraschende Entwicklung. Es wird nämlich erkennbar, daß die Mächte der alten, liberalistischen Welt eigentlich doch viel schwächer, viel kraftloser sind, als man noch vor kurzem angenommen hatte. Dies zeigte sich besonders vor einigen Monaten, als in Rumä-
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Zeichen der Zeit in Ungarn
Don unserem ac.-Miiarbeiter.
gelassene Formen annahm, daß die holländische Regierung einschreiten mußte. Den Höhepunkt erreicht das Totenfest mit der Ueberführung des Tellers mit dem Kopf in das Beinhaus.
Die Papuas leben von Knollenfrüchten, Kokos und SSa Raiten. Gejagt werden in der Hauptsache Schweine, und zntar mit dem Sauspeer. Muskat- nüsse und Dammar, ein wertvolles Harz, das zur Herstellung von Firnis verwandt wird, verkaufen sie. Den deutschen Forschern begegneten sie zunächst sehr mißtrauisch, erwiesen sich aber später, durch einige Geschenke von der guten Absicht überzeugt, als gute Freunde.
Drei Gulden Kopfsteuer im Jahr.
Don Reu-Guinea begaben sich die deutschen Forscher wieder nach der Insel (Seram, um insbesondere den östlichen Teil der Insel zu erforschen. Dr. Riggemeier wanderte dann allein mit einem Dolmetscher und einem Träger in das Innere des Landes an der Waru-Bay und in das Flußgebiet des Sabot. Er traf hier auf den unbekannten Stamm der Ost-Alfuren. Alle Hypothesen, die bisher über diesen Stamm aufgestellt worden waren, erwiesen sich als falsch. Die Ost-Alfuren sind nicht missioniert, sie sind völlig heidnisch und haben alle Sitten und Kultbräuche treu bewahrt. Es gibt überhaupt nur noch ganz wenig Ostalfuren im Innern des Landes, so daß Dr. Riggemeier oft weite und schwierige Märsche unternehmen mußte, um ihre Siedlungen zu erreichen. Ein Marsch durch das ausgetrocknete Flußbett des Sabot, die einzige Möglichkeit, durch die Wälder zu kommen, kostete am ersten Tage ein paar stabile Sportstiefel, die bis zum Abend in Fetzen waren. Glücklicherweise hatte der Fluß später wieder Wasser, so daß man den Rest des Weges auf einem Floß zurücklegen konnte. Die Ostalfuren sind sehr scheu, die meisten haben noch nie einen Weißen gesehen und zitterten vor Angst, wenn Dr. Riggemeier unvermutet vor ihnen auftauchte. Sie haben dunkelbraune Haut und welliges Haar, leben von der Jagd, die mit Pfeil, Sogen und Speer ausgeübt wird. Aber auch der Wald bietet mancherlei Nahrung, die von den Frauen gesammelt wird. Sie leben meist in Gruppen von 20 bis 40 Personen in einem „Gemeinschaftshaus". Die Männer gehen einmal im Jahr an die Küste, um mit Sago-Klopfen oder einer anderen Arbeit drei Gulden zu verdienen, die sie als K o p f st e u e r ent- rickten müssen. Haben sie dieser Pflicht genügt, gehen sie schnell wieder in ihre Wälder, wo sie glücklich und unbekümmert leben. Kopfjäger gibt es im Unterschied zu den Westalfuren nicht unter ihnen, sie sind ganz und gar friedliebend und haben sich chre Welt unberührt erhalten.
Die Alfuren sind Anhänger des Schamanismus, der aber bei ihnen in besonderer Weise ausgebildet ist. Der Schamane oder Medizinmann kann einen Geist zwingen, ihm zum Beispiel zu helfen, eine Krankheit zu heilen. Ist ein Alfure erkrankt, bann wird der Medizinmann gerufen. Auf einer riesenlangen Trommel wird so lange getrommelt, bis der Medizinmann in eine Art Selbst- hpnose fällt, zu zittern beginnt und dann den Geist zwingt, in ihn zu fahren und ihm zu helfen, den bösen Geist zu vertreiben. Eine solche Trommel hat Dr. Riggemeier mitgebracht. Sie wird im Frankfurter Völkermuseum zu sehen sein.
Deüerreid?» Heimkehr — in Sumatra erlebt.
Rach dem überraschend reichen wissenschaftlichen Ergebnis, das die Arbeit in Ost-Ceram gebracht hatte, begab sich Dr. Riggemeier noch einmal nach Zentral-Ceram, wo er bei den Kopfjäger-Stämmen an der Küste noch einige ergänzende Untersuchungen nachholte. Nachdem Dr. Niggemeier noch in Surabaja und Sataoip vor der deutschen Kolonie Vorträge über seine Expedition gehalten hatte, die mit dem größten Interesse von den Deutschen und Holländern, die den deutschen Forschern jede nur mögliche Hilfe und Förderung der Arbeit verschafften, aufgenommen wurden, bestieg er am 14. Februar das Schiff zur Heimreise. In Sumatra hatten die Forscher eine kleine Reisepause eingelegt, um eine deutsche Pflanzung zu besuchen. Als sie gerade mit dem deutschen Pflanzer in einem Hotel saßen, wurden sie von den überwältigen Ereignissen in Oe st erreich überrascht. Zunächst wollten vor allem die Ausländer es nicht glauben, überströmend glücklich aber waren die Deutschen, als es sich nach wenigen Stunden bestätigte. Stolzer und selbstbewußter konnten sie nun ihre Heimreise fortsetzen, stolzer und selbstbewußter blieb der deutsche Pflanzer auf einsamem Vorposten weit draußen zurück, gestärkt in dem Glauben an sein gro-
und nach viel mehr jetzt in den Tagen nach dem Anschluß Deutschösterreichs an das Reich. Im Laufe von nur wenigen Wochen war im Osten und im Westen die neue, völkische Gedankenwelt bis unmittelbar an die Grenzen Ungarns herangebracht worden. Kein Wunder, daß unter der Wirkung der Ausstrahlungen dieser Vorgänge auch in Ungarn diejenigen Kräfte eine Selebung erfuhren, die bisher nur mühsam Schritt um Schritt Soden zu gewinnen vermochten.
Zwei bedeutsame Ereignisse kennzeichnen besonders deutlich die Auswirkungen jener Entwicklung an der Ost- und an der West-Grenze Ungarns. <§o wurde im Januar im Pester Komitat, das das größte im Lande ist und etwa ein Fünftel 6er Gesamtfläche Rumpfungarns ausmacht, der ftühere Oberstuhlrichter von Gödöllö, Ladislaus E n b r e, zum Vizegespan, d. h. zum obersten Derwaltungs- chef des Komitates gewählt. End re darf als ein besonders aktivistischer Vertreter jener völkischen, nach neuen Formen strebenden nationalen Kräfte gelten. Kaum zwei Monate später wurde im Wahlbezirk Lovasberäny nach einem heftigen Wahlkampf um das durch den Tod des Legitimistenführers Grieger freigewordene Mandat der Abgeordnete Hubay, ebenfalls ein Vertreter der ungarischen nationalen Kräfte, gewählt. Die eine Wahl erfolgte kurz nach der Goga-Episo-de in Rumänien, die andere unmittelbar nach dem Anschluß Oesterreichs an das Reich.
Die Sebeutung biefer beiben Wahlen für die innerpolitische Entwicklung in Ungarn barf nicht unterschätzt werben. Unb für wie wichtig unb bedeutsam man diese beiden Etappen im Vordringen der Rechtsbewegung in Ungarn auch im gegnerischen Lager hält, das zeigt der ungeheure Aufwand an Druckerschwärze und Zeitungspapier, den die jüdische und bezeichnenderweise auch die klerikale Presse bei der Sefämpfung der Rechtsbewegung in Ungarn betreibt. Kein Tag vergeht, an dem nicht nach dem Staatsanwalt ober nach bem Innenminister gerufen wirb, bamit endlich der Vormarsch der Rechtsbewegung aufgehalten werde. Keine Lüge ist zu plump und keine Verleumdung zu dreist, als daß sie nicht doch ins Treffen geführt würde. Liest man jene jüdisch-liberalen und klerikalen Plätter, so könnte man manchmal denken, daß die nationale Sewegung in Ungarn unmittelbar vor der Machtergreifung stehe. So berichtete dieser Tage ein Subapefter Statt, baß unter ben ungarischen Iuben eine wahre Panik herrsche unb baß bie Zahl derer, die aus der israelitischen Kultusgemeinde austreten, um sich taufen zu lassen, in der allerletzten Zeit geradezu phantastisch angewachsen sei. Auch Angstver- fäufe auf den verschiedensten Gebieten des Wirtschaftslebens sind an der Tagesordnung. Unb im Gespräch mit Juden kann man immer wieder Angst und Sorge herausklingen hören, daß es nun wohl auch in Ungarn bald zu energischen Maßnahmen gegen die jüdische Ueberfrem- bung kommen werbe. Draußen auf bem Dorse ist bas Unterhaltungsthema immer bas gleiche: Wie steht es mit Szalasi? Wann wirb endlich die unerträgliche Vorherrschaft des Judentums gebrochen fein?
Es ist nicht mehr zu übersehen, unb es kann auch nicht geleugnet werben, daß auch in Ungarn bie jungen völkischen unb sozialen Kräfte immer stärker vorwärts brängen, baß hier eine neue Welt im Entstehen ist. Die Zeichen ber Zeit sinb deutlich zu erkennen.
Zirkuslöwe zerreitzk ein Kind.
Ein schrecklicher Unfall ereignete sich in eint kleinen Ortschaft in Mittelpolen. Dort gastierte Wanderzirkus; während die Zelte abgebrochen wir, ben, führte ein betrunkener Mann seinen neun ja}, rigen Sohn an ben Löwenkäfig unb öffnete wenig bie Gittertür. Dem Löwen gelang es, btn Knaben zu packen unb in ben Käfig hineinzuziehe,. Ehe Hilfe herbeigeholt werben konnte, hatte ihn bc> Tier zerrissen. Der Löwe konnte burch bie jp, öffnete Käfigtür bas Freie gewinnen unb würbe ert nach mühseliger Jagb wieber eingefangen.
Sechs Tote bei einer Ruderparlie.
Sei einer Ruberpartie, bie neun Angehörige dy Jesuitenschule Tubela auf einem kleinen Teich bej Pamplona (spanische Provinz Navarra) machte^ kenterte aus bisher unbekannter Ursache bai Soot, unb sechs von ben Insassen e rt ranken.
Dürre und Heuschreckenplage in Australien.
Mittelaustralien leidet augenblicklich unter einet Dürre, wie sie das Land seit 1902 nicht mch gekannt hat. Tausende von Schafen, die den Reich tum des Landes darstellen, sind eingegangen, un) wenn sich nicht bald Regen einstellt, werden bii Verluste für die dortigen Schafzüchter unüberseh. bare Ausmaße annehmen. Gleichzeitig Mit bei Trockenheit ist das Land von einer fürchterlicher Heuschreckenplage befallen.
bie Hälfte Ausländer fein dürften. Die Reichsregierung hat die ausländischen Regierungen ein- geladen. Goebbels und I a s p a r werden selber das Wort ergreifen. Auf dem Kongreß werden wichtige Gegenwartsfragen behandelt. Das Thema der fozialpädagogifchen Sektion , ist ber soziale unb erzieherische Nutzen ber Unterbringung ber Stadtkinber auf bem Lanbe, das ber sozial- rnebizinischen die Sicherstelluung des Schutzes des verkrüppelten Kindes, das Thema der svzialgericht- lichen Sektion: „Wann müssen gesetzgeberische Maßnahmen ober Prozeßeinrichtungen bas Sorgerecht ber Eltern ergänzen?" Ferner wirb Staatssekretär R e i n h a r b t, ber Schöpfer ber Ehestanbsbarlehen unb ber Kinberreichen-Beihilfen über „Das Kind in ber Finanzpolitik, der Steuergesetzgebung unb ber Sozialversicherung" sprechen.
Wetterbericht
Rachbem die gestern eingebrungenen kühlen Lust- massen unserem Bezirk verbreitete Schneefälle brachten, herrscht im Bereich ber nachgestohenen kühleren Meeresluft meist wechselhaftes Wetter. Mit dem Druckanstieg über Mitteleuropa wirb zunächst weitere Wetterberuhigung einsetzen, doch kommt es zunächst immer noch zu vereinzelten schauerartigen Niederschlägen. Eine über dem Mittelmeer gelegene Störung wird auch auf unser Wetter Einfluß gewinnen.
Aussichten für Donnerstag: Wechselnd bewölkt, vereinzelt noch leichte schauerartige Niederschläge, kühl, nordwestliche bis westliche Winde, nachts Frostgefahr.
Aussichten für Freitag: Weiterhin wechselhaftes Wetter, Temperatur etwas ansteigend.
Lufttemperaturen am 19. April: mittags 4,1 Grad Celsius, abends 1,2 (Brab; am 20. April: morgens 1,3 Grad. Maximum 4,6 Grad, Minimum heute nacht — 0,4 Grad. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. April: abends 5,7 Grad; am 20. April: rnor- . gens 3,8 Grad. — Niederschläge 2,9 mm. — Son- nenjcheindauer 1,1 Stunden.
Anläßlich der Feierlichkeiten zur Erinnerung an die Befreiung Finnlands vor 20 Jahren wurde eine Reihe deutscher und finnischer Persönlichkeiten durch Ordensverleihungen ausgezeichnet. Sv überreichte der deutsche Gesandte im Auftrage des Führers bem früheren Präsidenten Finnlands, Svinhuf - v u d das Grohkreuz des Verdienftvrdens vom deutschen Adler.
Kunst und Wissenschaft.
Ausbruch der deutschen Tibetexpedition 6. Schäfer.
Am 21. April begibt sich die Forschergemeinschaft der deutschen Tibetexpedition E. Schüfe r in Genua an Bord des Dampfers „Gneifenau", um noch vor Einbruch der Monsunzeit Indien zu erreichen. Die Expedition steht unter der Schirmherrschaft des Reichsführers ff, wird ganz im Sinne der Schutzstaffel durchgeführt und wurde von dem Tibetforscher Dr. Emst S ch ä s e r, der hiermit seine dritte große Forschungsexpedition antritt, ins Leben gerufen. Als Teilnehmer wurden verpflichtet die ff-Untersturmführer Dr. Wienert als Geograph und Geophysiker, Seger als Anthropologe unb Völkerkundler. Krause als Entomologe unb Film- Operateur unb Edmunb (Beer als technischer Leiter der Gesamtsxpebition, sowie ff-Oberfturmführer Dr. Ernst Schäfer als Siologe unb Expeditionsführer. Die Dauer Der Forschungsreise wird sich auf ll/s bis 2 Jahre belaufen. Es gilt, die bisher noch fast völlig unbekannten Gebiets des östlichen Himalaja
Büchertisch.
— Eugen Roth: Das Große Los. Nach alten und neuen Serichten. Mit vielen Silbern Verlag Knorr & Hirth G. m. b. H. München. Preis Leinen 2,80 Mk. — (23) — „Das Große Los" - so nennen wir heute nicht nur ben Haupttreffer in. der Staatslotterie, sondern jeden besonderen Glücks« zufall überhaupt. Die Luft am Glücksspiel setzt sich aus zwei eingeborenen Regungen des Menschen zusammen, ber Herausforberung bes Zufalls und ber Sehnsucht nach unvermutetem Reichtum. Dec Verfasser läßt die Glücksspiele und die Glücksritter aller Zeiten in bunter Folge an uns vorüberziehen, oon den römischen Soldaten angefangen, die um den Leibrock Christi das Las warfen, über die mit- telalterlichen Landstnechtsfpiele, Würfelbuden uni Spielhöllen, bis zu den geordneten Verhältnissen der Preußisch-Süddeutschen Staatslotterie, in deren Setrieb wir genau eingeweiht werden. Wir hören von mancherlei altem Volksaberglauben, von Zah. lenmystik und von neuen Kunstgriffen unb Metho« ben, das Glück einzufangen. Viele verbürgte Ge« schichten von glücklichen Gewinern ober besonderen Pechvögeln führen uns die Laune der blinden Göt« tin Fortuna drastisch vor Augen. Humor und Sa« tire deutscher Dichter sind zwischen spannende Tat« sachenberichte und Anekdoten gestreut, samt vielen seltenen Abbildungen, so daß das Such ein reiz« voller Seitrag zur Kultur- unb Sittengeschichte ist.
— Im Hanbbuch der Deutschen Volks« f unb e (Herausgegeben von Dr. Wilhelm Peßler, Direktor bes Vaterländischen Museums Hannover, in Verbindung mit namhaften deutschen Dolkskund« lern. 305 Kunftdruck-Textbilder, Silberbeilagen und zahlreiche Vierfarbentafeln. Preis pro Lieferung 1,80 RM. Akabemifche Verlagsaefellfchaft Athe- naion Potsbam) ist „Sitte unb Brauch" bas be- herrschenbe Thema ber neu erschienenen Lieferungen 26 bis 30. Professor Dr. Adolf Spamer führt diese Arbeit zu Ende. Lärm, Lauf, Tanz, Schlag, Feuer und Wasser sind bie Keimzellen bes Brauchtums, Erfahrungstatsachen unb Wettbilb seine Gestaltungskräfte. Ein Blick allein in bas reiche Bildmaterial zeigt, welch ein Schatz volkstümlicher Le- bensäußerungen hier ausgebreitet ist. Man verfolgt den Lebenslauf des Menschen im Spiegel des Brauchtums und lernt das Brauchtum ber Gemein- schäften, Stände und Berufe kennen. — Eine Ergänzung dazu ist der Beitrag von Dr. Karl Gröber über das „Kinderspielzeug", dessen Herstellung fast in jedes Teilgebiet volkstümlicher Kunstfertigkeit eingreift. Auch hier bieten Text und Bild einen vorbildlichen Anschauungsunterricht. Auch die Beiträge oon Prof. Richard Beitl und Prof. Josef Muller- Blattau über „Volksspiele" bzw. „Musik unb Musikgerät" zeigen eine Verbindung von Sachkenntnis und Lebensnähe, von wissenschaftlicher Gründlichkeit und Allgemeinverständlichkeit der Schilderung, Vorzüge, die dem großen Werk einen einheitlichen Cha- ratter geben, und machen das „Handbuch ber deutschen Volkskunde" für Weiterbildung unb Unterricht besonbers brauchbar.
— Haben Sie sich schon überlegt, in welchem * neuen Kleid, Mantel oder Komplet Sie ben Frühling empfangen wollen? —- Sie brauchen nicht lange zu suchen und zu überlegen! In Beyers Modeführer Frühjahr/Sornmer 1938, Band 1, Damenkleidung (Verlag Otto Beyer, Leipzig, Preis 1,50 Mark), finden Sie alles, was die ,Mobe für die neue Saison erdacht hat. Auf 44 teils farbigen Seiten sind mehr als 250 der schönsten Modelle aller Art zusammengestellt, und 20 davon befinden sich auf dem beigegebenen Schnittmusterbogen. Die neue Modelinien wird den Körper mehr als bisher betonen und die neuen Sommerstoffe werden sich durch luftig bunte Muster auszeichnen. Daneben gibt es natürlich auch sehr schöne einfarbige Gewebe in einer Melheit der Farben, die erstaunlich ist. Band 2, Kinder« k l e i d u n g (Preis 1 Mark), bringt auf 24 Seiten, von denen mehr als die Hälfte farbig find. Kinderkleidung, wie sie fein soll, d. h. wirklich „kindliche" Kinderkleidung für Mädchen und Knaben von 1 bis 15 Jahren. Der beiliegende Schnittmufterbogen enthält 30 ausgewählte Schnitte.
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Heuer TBinfereinbrud) in Bayern.
Nach prächtigem Vorfrühling im März behauptet sich im Süden von Bayern schon in der dritten Woche ein starker Nachwinter. In der Nacht zum Mittwoch hat im gesamten Alpenvorland unb in München starker Schneefall eingesetzt, so baß in München am Mittwochmorgen Schneeräumer zur Freimachung ber Gehsteige eingesetzt würben. Starker Schneefall wirb auch aus Augsburg unb Lindau am Bobensee gemelbet. In ben Tälern hat sich überall eine' geschlossene Schneebecke gebilbet. In ben Höhenlagen dürfte bie Neuschneedecke eine Höhe von 20 bis 25 Zentimeter erreicht haben. Die Temperaturen liegen meist einige Grade unter bem Gefrierpunkt. In ben Vormittagsstunden dauert ber Schneefall überall an.
Rekord-Osterverkehr in Salzburg und Steiermark.
Die abschließenden Zahlen über den Salzburger Osterfrembenverkehr zeigen, daß der außerordentlich starke Besucherstrom, der in ber Karwoche eingesetzt hatte, auch über bie Feiertage angehalten hat. Wurden in der Zeit oon Gründonnerstaa bis einschließlich Samstag insgesamt 4298 in Salzburg- Stadt übernachtende Fremde gezählt (gegen 1718 im Jahre 1937). so hat sich diese Ziffer bis zum Ostermontag auf 7769 erhöht. Die Gesamtziffer für die gleiche Zeit des Vorjahres war 3024, die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr beträgt demnach rundl60o. H. Don ben 7769 während der Oster- tage im Fremdenbeherbergunasbetrieben abgestiegenen Gästen (bie nicht übernachtenden Fremden können mit 10 000 je Tag angenommen werden) kamen 5817 (75 v. H.) aus dem alten Reichsgebiet.
Reiseverkehrs in Steiermark feststellen. Seit bem Gründonnerstag passierten in ununterbrochener Reihenfolge Kraftwagen aus bem alten Reichsgebiet bas steierische Oberland. In Bruck an ber Mur war ber Autoverkehr am Ostersonntag so stark wie im Hochsommer des Vorjahres. Die Alm- unb Schihütten waren von Wintersportgästen überfüllt.
Der erste Langstreckensegelslug über der Nordsee.
Don ber Reichsschule für Segelflugsport des NSFK. in Sylt, einer ber Ursprungs'stätten ber beutschen Segelfliegerei an ber Nordseeküste, wirb eine hervorragende fliegerische Leistung berichtet. Der Segelfluglehrer Klietz oon ber bärtigen Schule stieg am Ostermontag zu einem Strecken- stug auf unb flog trotz des recht unangenehmen Wetters über bas Meer bis in die Nähe von Bremen. Mit diesem Flug (eine Strecke von etwa 230 Kilometer) ist zum ersten Male feit Bestehen der Segelfliegerei auf Sylt ein großer Streckenflug über bie Nordsee erfolgreich burch- geführt und eine Leistung vollbracht worden, auf die das NS-Fliegerkorps mit Recht stolz fein barf. Sieben lote bei der Explosion eines Blindgängers.
In der Nähe von Neroesa della Battaglia, im ehemaligen oberitalienischen Kriegsgebiet, wurden durch die Explosion eines Blindgängers sieben Personen getötet Ein 18jähriger Bursche hatte auf einem Feld eine 10,5-cm-Granate gefunden unb wollte sie, obgleich er von anderen Burschen gewarnt würbe, auf den Schultern nach Hause tragen. Dabei fiel bas Geschoß zur Erde und explodierte. Fünf junge Männer wurden sofort getötet, während die anderen vier schwere Verletzungen erlitten. Zwei ber Verletzten starben noch auf dem Wege ins Krankenhaus
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Budapest, Anfang April 1938.
Es ist nicht mehr zu übersehen, und es kann nicht mehr geleugnet werden: auch in Ungarn regen s i ch bie Kräfte, die das Ziel verfolgen, die allenthalben zusammenstürzende Welt bes Liberalismus unb ber Parolen von 1789 durch eiye neue Welt zu ersetzen, in ber' bas eigene Volk und seine natürlichen Bedürfnisse und Forderungen den ihnen gebührenden Platz einnehmen können. Gerade in Ungarn war ja der Durchbruch dieser neuen, jungen Kräfte besonders schwierig. Ist doch dem Ungarn von Haus aus das völkische Denken fremd. Seine politische Willensbildung und seine ganze Gedankenwelt wurzelten seit jeher im reinen Staatsbegrsif, verkörpert und versinnbildlicht durch die heilige Stefanskrone. Es bedurfte also hier einer völlig neuen Denkweise, eines lieber gehens vom rein staatlichen zum völkischen Denken. Erst bann war ber Weg frei für eine aufbauenbe Arbeit auf ber (Brunblage ber völkischen Jbee, wie sie heute überall zum Durchbruch gelangt ist.
' Aus biefer Entwicklung erklärt sich auch die Tatsache, daß die Judenfrage und überhaupt Fragen der Rassenpolitik erst so spät in weiteren Kreisen in Ungarn auf Verständnis stießen. Betrachtete man doch seit jeher in Ungarn den Juden als einen in jeder Beziehung gleichwertigen unb gleichzustellenden ungarischen Staatsbürger, wie man auch den schwäbischen Siedler gerne als einen deutschsprechenden Ungarn bezeichnete ober ben Slowaken als einen slowakischsprechenden Ungarn.. Die erste, aus dieser abwegigen Einstellung erwachsene Enttäuschung erfuhr bas Magyaren- tum nach bem Zusammenbruch der Doppelmonarchie, als die Juden in der Slowakei und in Siebenbürgen, wie überhaupt in ben abgetrennten Gebieten, plötzlich erklärten, baß sie ja gar keine Ungarn, fonbern gute Rumänen ober Tschechoslowaken ober Jugoslawen seien. Im Laufe ber Jahre ergaben sich bann immer deutlicher unb immer schärfer Gegensätze zwischen den einzelnen völkischen Gruppen, wenn auch bie in Budapest bis vor kurzem noch die öffentliche Meinung völlig beherrschende jüdische Presse eifrig bestrebt war, diese immer deutlicher in Erscheinung tretenden Gegensätze unb Verschiedenheiten zwischen den völkischen Gruppen zu vertuschen. Da aber auf der anderen Seite das Judentum in Ungarn mit ber Entwicklung ber Jnbustrialisierung wirtschaftlich immer mächtiger wurde, während gleichzeitig die soziale Not immer schärfere Formen annahm, so griff bie Gegensätzlichkeit, bie bisher auf der völkischen Ebene mehr ober weniger unbewußt emp- funben würbe, sehr schnell auch auf die sozialpolitische Ebene über. So würben nach unb nach die Voraussetzungen geschaffen für die Entstehung einer völkisch-sozialen Bewegung.
Fast zwei Jahrzehnte hat es gedauert, bis diese Entwicklung in Rumpfungarn nun tatsächlich zum Durchbruch einer stohkräftigen und zukunftsreichen Bewegung führte. Versuchte einerseits die zusam- menbrechende liberalistische Welt und vor allem das Judentum jene Entwicklung aufzuhalten, so ehlte es anderseits den jungen völkischen Kräften an geschulten und überragenden Führern, die mit Ernst und Verantwortungsbewußtsein zum Träger dieser neuen Gedanken, dieses völkisch-sozialen Wollens hätten werden können. Immer wieder — und dies ist für die ungarische Entwicklung besonders kennzeichnend — fiel man in bas im Laufe ber Jahrhunderte anerzogene unb zur Selbstverstänb- lichkeit geworbene rein staatliche Denken, in ben bloßen blutleeren Nationsbegriff zurück. Qjrft im Laufe des letzten Jahres konnten Männer wie der ehemalige Generalstabsmajor Szalasi und andere mit ihrer klaren Erkenntnis von der Not-
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