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'r.91 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Mittwoch. 20. April 1938
es recht ist, aus dem Heerbann derer, die als
es war,
„anzuzapfen". Baba ist der
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Die äußeren Umstände führen darauf hin, daß
zweiten Flug legte er 800 Meter in 5 Meter Höhe
d°r M°,er Studien Caspar D°M Friedrich ^äg- brachte die ,,Cnt?"^
nehmen" d^tz Friedrich in den Jahren 1801 bis Ma?'stieq'der^App?^ M^M-t^r'h?ch"ch?"ab^r ^m Wa^rn TÄ und w°rs"Ke7.Kihr-r,
der keine Flugersahrungen hatte, in das Wasser.
den Molukken zum wieder eingetroffen, die im Frankfurter
die Steuer angebracht Motor hinten saß. Der Schwimmern, die Fabre im ganzen 475 Kilo, bei
unbekannten Volksstämme auf Ziele hatte, in Frankfurt
konstruiert: vorn waren während der 50pferdige Apparat ruhte auf drei erfunden hatte, und wog
neue Oelplatz. Heute kurzer Zeit kann er Metropole sein. Die Eingeborenenstämme
inenstraße
6,00 Uhr ab ergebenstem
Nach mehr als einjähriger Forschungsreise sind in diesen Tagen Dr. Niggemeier und der ihn begleitende Maler Hahn von der großen Frode n i u s - E x p e d i t i o n, die die Erforschung der
einer Spannweite von 15 Meter. Zuerst machte der Apparat einen Flug über dem Wasser mit einer Geschwindigkeit von 55 Kilometer in der Stunde. Dann aber erhob er sich nach einem Gleitflug von 300 Meter aus dem Wasser und ging 500 Meter weiter wieder nieder, nachdem er sich zwei Meter über der Wasserfläche gehalten hatte. Bei einem
n in eigener Herzogen. tw!
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us wähl
; ■. Knipser für die Freiheit und Größe des Vaterlandes gefallen sind, einzelne herauszunehmen und
nungen und Holzschnitte und vor allem seine Bildnisstudien, daß er ein vortrefflicher Figurenzeichner war. Sein Selbstbildnis in der National-Galerie steht mit denen Runges auf gleicher Höhe, und in seinem Nachlaß haben sich auch einige Bildnisse gefunden, die augenscheinlich von ihm selbst gemalt sind, die er aber für sich behielt, weil sie ihm nahestehende Personen darstellten.
muß gleich hier sein", log Heini und hielt sich sein verquollenes Auge zu. Da konnte Karline nicht an sich halten und verabfolgte ihm eine schallende Ohrfeige auf die gesunde Seite. „Du Schafskopf!" sagte sie dabei und verschwand.
Heini stand noch eine Weile auf der Planke und dachte darüber n4ch, warum die Karline wohl Tränen in den Augen hatte. Er dachte und dachte — und kam zu keinem Schluß. Da holte er seine Ziehharmonika hervor und spielte miß-mutig „Die letzte Rose". Dabei sank sein Kinn vor Trauer bis auf den Blasebalg. Er merkte nicht, daß sich die Karline leise zu ihm gesetzt hatte. Erst als die letzten Töne aus dem Kasten entwichen waren, fühlte er ihre Nähe und noch etwas anderes, was aus dieser Richtung kam...
Dankbar strichen seine Hände über die Harmonika, die es — nach seiner Meinung — zuguterletzt doch noch geschafft hatte...
jungen Landsmann gemalt hat. Wenn man gewöhnlich glaubt, daß Friedrich schlechthin Land-
kennt ihn noch niemand, in vielleicht eine neue Welt-Oel- friedliche Stille, in der die lebten, ist dahin. Oeltürme
ist über alle Erwartungen reich ausgefallen. Die Insel Ceram und Neu-Guinea sind zum erstenmal systematisch wissenschaftlich erforscht, unbekannte Volksstämme, wie die Ostalfuren, sind entdeckt und wissenschaftlich gründlich bestimmt worden. Dr. Röder, der dritte Teilnehmer der Expedition, wird nach einem Abstecher nach Aegypten in Kürze ebenfalls in Frankfurt eintreffen. Viele Tausende
photographischer Aufnahmen vermitteln uns ein Bild unbekannter Volksstämme. Ihre Kultgeräte, Kleider und Gegenstände des täglichen Lebens werden eine weitere Bereicherung des Völkermuseums in Frankfurt sein.
Oel aut Neuguinea.
Nach der Erforschung des westlichen Teiles der Insel KSeram begab sich Dr. Niggemeier von Wahai mit einem Schiff nach Neu-Güinea. Er berichtete uns nun in Frankfurt von seinem Erstaunen, als er hier einen auf selbst jüngeren Karten noch nicht verzeichneten Ort Babo fand, der heute bereits die größte Europäer-Siedlung weit und breit ist und wie ein Pilz aus dem Boden schießt. Als man auf Neu-Guinea sehr reiche Oel- quellen gefunden hatte, haben sofort die großen amerikanischen Oeltruste sich Konzessionen zu ver-
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IRETUNG:
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Romantisches Bildri'S.
Aus dem Besitz der Nachkommen Caspar David Friedrichs ist im Berliner Kunsthandel das Bildnis eines Jünglings aufgetaucht, das nach den Darlegungen Gustav Paulis in der bei F. Bruck- mann in München erscheinenden Monatsschrift „Pantheon", die es auch abbildet, den großen deutschen Romantiker Philipp Otto Runge darstellt und von der Hand des einzigen im Range ihm nahestehenden Geistesverwandten Caspar David Friedrich gemalt ist. Daß der Dargestellte Runge ist, zeigt ein Vergleich mit den Selbstbildnissen des Künstlers. Die rasch hingemalte Studie, die das von dichtem dunklem Haar überschattete Gesicht mit niedergeschlagenen Augen und festverschlossenem Munde zeigt, läßt in den Einzelheiten, der gewölbten Stirn, den starken Backenknochen, dem kräftig gebauten Kinn, der wohlgeformten Nase und dem vollen Mund genau dieselben Züge erkennen, die die Selbstbildnisse aufweisen, und vollends überzeugend ist eine kleine Unregelmäßigkeit: die rechte Augenbraue verläuft etwas höher hinauf als die linke, was gleichfalls in den Selbstbildnissen wiederkehrt.
Grenze zwischen Schneid, DraufgängertunO und — Dummheit genau kenne; und daß es nicht auf die „Kiste" ankame, sondern darauf, „wer drinnen sitzt".
Diese innere Ueberlegenheit, dieses Erkennen des Kriegsziels, diese Beherrschung der Waffe, sie waren es, die Manfred von Richthofen zum erfolgreichsten und gefürchtetsten Kampfflieger auf dem Kriegsschauplatz machten. Mit berechtigtem Stolz verzeichnet er es daher, daß man auf englischer Seite ein besonderes „Anti-Richthofen-Geschwader" einsetzte, um den „roten Kampfflieger" vom Himmel herun-
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terzuholen; ein Vorhaben, das selbst den kühnsten englischen Jagdfliegern nicht gelingen sollte. Erst ein Jahr später, als der Ruhm Richthofens auf das Höchste gestiegen war, fiel dieser tapfere Fliegerheld in den Luftkämpfen an der Somme.
Daß man nach dem 16. Luftsieg Manfreds von Richthofen ihn auch zum Kommandeur einer Jagdstaffel machte, beweist abermals, daß man an den obersten Kommandostellen des Feldheeres in ihm nicht nur den „Schießer" sah, sondern den geborenen Führer einer Waffeneinheit, deren militärische Bedeutung immer stärker und größer wurde. So gehört Manfred von Richthofen denn auch zu jenen Auserwählten des Weltkrieges, denen es vergönnt war, Meister und Führer einer Waffe zu werden, deren Wirkungsfeld und Wirkungsmöglichkeiten am Beginn des Krieges noch völlig unbekannt waren.
Dieser Meisterschaft des Könnens und diesem Führertum Manfreds von Richthofen verdanken wir auch den Nachwuchs der deutschen Jagdflieger, die das Erbe übernahmen, als ihr heldenhaftes Vorbild in Walhall einzog. Kein Geringerer als unser Generalfeldmarschall Göring war es, der als letzter Kommandeur der Jagdstaffel Richthofen die Reihe der Luftsiege fortsetzte und der, als das unglückselige Ende des Krieges gekommen war, entgegen dem Befehl der Auslieferung das Jagdgeschwader unbesiegt und unversehrt in die Heimat, nach Darmstadt, führte. Das Wort, das der Hauptmann Göring damals, als sich das Geschwader auflösen mußte, seinen getreuen Waffengefährten zurief: „Ich werde nicht rasten und ruhen, Kameraden, bis unser Geschwader und die deutsche Luftfahrt einmal wieder auferstanden sind!" es ist vom General Göring, als Beauftragtem des Führers, eingelöst worden. Stolzer und geschlossener denn je schützt die neue deutsche Luftwaffe unser Land und unser Volk! Allen Geschwadern voran aber fliegt das „Jagdgeschwader Richthofen" und mit ihm der Geist eines unsterblichen Siegers!
Die wissenschaftliche Ausbeute,
Institut für Kulturmorphologie ausgearbeitet wird,
schaffen gewußt. Nun gehen die Oelgesellschaften daran, Neu-Guinea , —x«.
• u,vö8: in,?.
Das war Richthofens Flugzeug, dem er einen roten Anstrich gegeben hatte. — (Scherl-M.) 400000 Mskalnüffe für eine Goldschlange. Deutsche Forscher entdecken unbekannte Volksstämme der Südsee. - Heimkehr der Irobenius-Expedition von den Molukken mit reicher Ausbeute.
Oer unsterbliche Kampfflieger.
um 20. Todestag des Rittmeisters Manfred von Richthofen am 21. April.
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Heini mit der Ziehharmonika.
(Sine heitere ^iebesangelegenheit
von Walter Sperling
Immer wenn sich der Abend aufs Haff senkte, bekam Heini Kickbusch aus Tolkemit melancholische Anwandlungen. Unter dem Druck solcher Stimmungen setzte er sich mit seiner Ziehharmonika auf den Lukenüeckel des Kahnes „Gute Hoffnung" und entlockte dem schon stark zerschundenen Gehäuse herrliche Klänge, die er mit seinen Gedanken zum Hinterschiff sandte, wo unter Deck des Schiffers mannbare Tochter über ihrer Arbeit faß.
Karline — so hieß sie — hatte es ihm angetan. Mit Wärme fügte er daher auf der Tastatur seine Liebeslieder. Wenn er aber stets von Neuem feststellen mußte, daß seine Bemühungen erfolglos blieben, dann jagte er die Luft in den Lederbalg, daß er dem Platzen nahe war, zog alle Register und beschloß seine Darbietung mit einem mehr lauten als schönen Marsch. Hierauf ging er gewöhnlich mit geblähter Brust an Land, nachzuschauen, ob er nicht irgendwo im Krug seinen Gefühlen Luft machen konnte.
Aber die Leute taten ihm nicht den Gefallen, und Heini blieb nichts anderes übrig, als seine Uner- sahrenheit in Liebesdingen seinem Kollegen Bruno Schlapke zu beichten, der sich seine Kümmernisse andächtig und teilnahmsvoll anhörte, um so mehr, ba Heini mit dem Ausgeben nicht knausrig war.
„Die Karline will nichts von mir wissen", endete Heini betrübt, Imö der andere faßte sein Urteil über diesen traurigen Tatbestand in das einzige Wörtchen „Hm!" zusammen. Das war nicht viel, aber Heini war auch damit zufrieden, und als der Kollege mit dem Stuhl näherrückte und ihm erklärte, daß man ein Mädel unter Umständen durch Eifersucht weich machen könne, da glaubte er alle Weisheiten Arabiens vernommen zu haben. Während der Wirt noch etliche Male mit der Klunkerslasche hin- und herlaufen mußte, versprach der erfahrene Don Juan Bruno Schlapke dem Heini, baß er ihm seine Braut Emma zu. Hilfe schicken werde.
Am anderen Abend — die Karline nahm grade Wäsche ab — erschien dann auch am Bollwerk ein blitzsauberes Mädel und fragte, ob der Heini Kick- busch nicht mal rüberkommen könne.
„Der Heini?" fragte Karline erstaunt und blickte nicht grade freundlich die andere an. „Der Heini ist nicht da", antwortete sie dann schnippisch, „der ist nach Elbing Teer holen." Sie blickte die Emma
Nicht E"ifj.V ihn
ragen in die Luft, amerikanische Geschäftigkeit und amerikanisches Tempo haben die beschauliche Ruhe der Eingeborenen verscheucht, und mit den „Er- rungenschaften" amerikanischer Zivilisation werden die Reste der Eingeborenenkultur bald verschwunden sein.
$ür einen Teller eine Brant.
Dr. Niggemeier wählte sich die Halbinsel Kapaur auf Neu-Guinea als Arbeitsgebiet, er konnte hier noch unverfälschte Reste der alten Papua-Kultur finden und für die Wissenschaft retten. Die Papuastämme sind heute zu einem großen Teil Christen, zum Teil katholisch, zum Teil protestantisch, nur im östlichen Teil der Insel leben noch hundertprozentige Heiden. Die Einflüsse vom Westen, von Bali, Sumatra und den anderen Inseln sind unverkennbar. So konnte Dr. Niggermeier feststellen, daß in ihren Erzählungen öfters ein Pferd vorkommt, obwohl die Papuas noch nie ein Pferd gesehen haben. Ein Papua-Mann kann nur heiraten, wenn er ein Brautgeschenk hat Auch hier zeigen sich die Einflüsse aus China, denn als Brautgeschenk wird stets ein chinesischer Teller oder eine kleine Kanone aus Bronze verwandt.
Die Molukken liefern der europäischen Welt Gewürze, in erster Linie Muskatnüsse. Seit Jahrhunderten werden Muskatnüsse von den Papuas in Neu-Guinea an die handeltreibenden Buginefen, Chinesen oder Holländer verkauft. So wurde dem deutschen Forscher in einem Dorf von den Papuas als größte Kostbarkeit eine Golöscht a n g e gezeigt, die ihnen für nichts feil ist. Die seltsame Goldarbeit besteht aus hohlen Gold- ringen, die in der Art einer Kette zusammengefügt sind und den Rumpf der Schlange bilden. Am oberen Ende sind zwei aus Gold gehämmerte Schlangenköpfe angebracht und anderen Ende ebenfalls aus Gold gehämmert zwei Fischschwänze. Der Forscher vermutet, daß diese „Utter Mas", wie die Papuas sie nennen, aus Celebes stammt. Die Eingeborenen erzählen, daß ihre Vorfahren einst 400 000 Muskatnüsse für die Goldschlange gegeben hätten
Unbekannter Totenkult der Papuas.
Völlig unbekannt war bisher der T o t e n k u l t der Papuas, der sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat und von dem Dr. N i g g e m e i.e r nunmehr erstmalig der Welt Mitteilung machen kann. Wenn ein Papua gestorben ist, wird der Leiche ein in der Mitte eingekerbtes Brett so unter den Kopf geschoben, daß der Kopf in der Kerbe liegt. Unter den Kopf stellen die Papuas einen chinesischen Teller. So wird der Tote zunächst bestattet. Nach längstens einem Jahr ist die Leiche verwest und der Kopf, da er durch das Brett gehoben war, auf den Teller gefallen. Dann wucd die Leiche ausgegraben, der Teller mit dem Kopf in das eigens hierzu errichtete Totenfefchaus gebracht, und es beginnt ein Totenfest das Monate dauert und das zum Teil fo tolle und aus»
noch einmal von oben bis unten an und wandte sich ab. In diesem Augenblick steckte Heini seinen Kopf aus der Luke. Er hatte sich „landfein" gemacht und winkte freundlich zum Bollwerk hinüber. Als er über den Steg ging, drehte er sich noch einmal zur Karline um' und meinte, sie möge nicht so vergeßlich sein, denn vor kaum zwei Minuten hätte sie ihn ja felbft nach unten geschickt.
Am anderen Tage zeigte Karline ein gleichgültiges Gesicht, während Heini an Deck lustig pfeifend feiner Arbeit nachging. Erst beim Mittagsmahl fragte sie so nebenbei: „Na — hast du dich gestern gut amüsiert?"
„Na — und ob!" lachte er und hielt seine Schüssel hin. „Heute abend gehen wir wieder nach Lenzen!" Es war sicher kein Zufall, daß Karline in diesem Augenblick ein schönes Fleischstück von der Kelle in den Topf rutschte.
Am Abend war die Emma wieder da; nur Karline blieb dieses Mal unsichtbar, was Heini nicht in den Kram paßte. Bedrückten Herzens ging er mit der anderen ins Dorf, wo der Kollege im Krug wartete, um bereitwillig feinen Kummer bei Bier und Korn mit ihm zu teilen. Heinis Sinne waren unter dem Einfluß der genossenen Feuchtigkeiten bald getrübt und je länger er mit den beiden saß, je mehr wurde es ihm zur Gewißheit, daß die andere eigentlich auch recht begehrenswert sei. Und es schien ihm, als wenn die Emma ebenfalls etwas für ihn übrig habe. Ihm wurde schwindlig unter ihren Blicken, und als sie im Verlauf der Sitzung für einige Minuten allein waren, da wagte Heini einen bescheidenen Angriff auf Emmas Herz und Hüfte. 0
Grade in diesem Augenblick erschien Bruno Schlapke in der Tür und Emma — welche die Situation geistesgegenwärtig erfaßte — langte dem Entgleisten zu ihrer Entlastung eine herunter.
„Ich hab' es schon den ganzen Abend gemerkt, du Schuft!" schrie Bruno wütend. „Meine Emma gefällt dir wohl, was?" Sein Schreien ging in Brüllen über, und eine Minute später war Heini im Besitz eines blauen Auges und anderer kleiner Defekte, die er betrübt durch die Nacht zu seinem Kahn zurücktrug. Hier hing ein großes Vorhängeschloß vor seiner Lade, was auch nicht zur Besse
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Manfred von Richihofen. — (Scherl-M.)
Biegung unsere Lorbeerkränze niederlegen, jenen Troßen besonderen Dank schulden, die als leuchtendes Vorbild allen anderen voran gelebt und ge- kömpft haben.
Zu diesen leuchtenden Vorbildern gehört auch Manfred von R i ch t h o f e n , der als erfolg- rüchster Kampfflieger des Weltkrieges am 21. April 1118 fiel, nachdem er 80 Gegner im ritterlichen Luftkampf besiegt hatte. Wie töricht wäre es, in der Zahl 80 nur eine Rekordzahl zu sehen! Nicht ein Rekord war der Tatenruhm dieses Toten! Vielmehr schufen der Charakter dieses Soldaten, sein Dille und die sich aus diesen beiden Tugenden er» aebenbe Leistung den Ruhm, der durch die Verleihung des Pour le merite nach dem 16. Luftsieg md durch die dann rasch aufeinanderfolgenden Be- ferberungen zum Oberleutnant und Rittmeister äußerlich gekennzeichnet wurde.
Denn, wenn wir das Leben Manfreds von Richt- ' Hofen an uns vorüberziehen lasten, so misten wir, daß er keineswegs durch tolles Draufgängertum zu seinem Erfolg kam, und daß es auch nicht etwa die „Landsknechtsnatur" dieses als Fünfundzwanzig- jährigen gefallenen Offiziers war, die ihn berühmt gemacht hat. Zwar zog Manfred von Richthofen als junger, unbekümmerter und fröhlicher Leutnant, der Jagd mit Leidenschaft hingegeben und den Freuden des Daseins durchaus nicht abhold, wie teufend und aber tausend andere junge Kämpfer m den Krieg. Aber gar bald schon formte sich in Hm ein Wille, mehr zu tun als die anderen. Es genügte ihm nicht, ja es widersprach feiner Wesensatt, als Ordonnanzoffizier „hinten" zu fitzen und d n „Tintenspion" zu spielen, während vorne Welt- g schichte gemacht wurde. Als er daher nicht schnell g.nug zu Taten kam, beschwerte er sich, daß er mcht in den Krieg gezogen sei, um „Käse und
Eier zu sammeln", welche Tätigkeit ihm als Der- pflegungsofsizier zeitweilig obgelegen hat.
Dank dieser ungestümen, wenn auch nicht ganz vorschriftsmäßigen Beschwerde, setzte Manfred von Richthofen es durch, daß er Ende Mai 1915 zur Fliegertruppe versetzt wurde. Aber auch hier fand er, bei aller Begeisterung für seine Ausgaben als Aufklärungsflieger und Bombenwerfer, noch nicht die Befriedigung, die er gesucht hatte. Sein Ziel 'war es, dem „großen Boelcke" tu ähneln und „an der Spitze der Jagdflieger zu fliegen". Mit tiefer Freude und Genugtuung empfand Manfred von Richthofen es daher, daß gerade Boelcke der sich ihn aussuchte, als es galt, die erste Ja^d- fHegerftaffel aufzustellen. Manfred von Richthofen empfand aber auch diese Auszeichnung nicht etwa als willkommene Gelegenheit, seiner „Jagdlust" zu fköhnen; sondern er sah seine Aufgabe sofort darin, durch die gewissenhafteste Arbeit an sich selbst es zu einem Jagdflieger zu bringen, wie er sein soll: mit Besonnenheit, höchster Treffsicherheit und taktischem Vermögen den Gegner zu bekämpfen. Manfred von Richthofen hat es selbst einmal niedergeschrieben, daß er auch im Jagdflieger den „Weidmann" vom „Schießer" unterscheide; daß er die
5: (pr . ihrer besonders zu gedenken, sobald sich ihr Todes- b für hi tog von neuem jährt? Haben nicht alle, die ihr r.fymgÄ? Lben ließen, ihre Pflicht für ihr Volk bis auf das
schein sicherste getan? Sind wir im Tode nicht alle
r ben gleich? Ganz gewiß! Ebenso gewiß ist aber auch, .lll./38-i wir, die wir an den Ehrenmalen der Unbe- ‘ 1n’" tonnten Soldaten des Weltkrieges und der Be-
Iluqwunver vor dreißig Zähren.
Am 26. März 1908, also erst vor dreißig Jahren, geschah es zum ersten Male, daß ein Passagier auf ein Flugzeug mit in die Lust genommen wurde. Delaarange war es, der dieses Wagnis bei einem Fluge über dem Gelände von Jsty-les-Moul- lineaux unternahm, und sein Passagier war fein anderer als der berühmte Flieger Henry F a r m a n. Andererseits rft es erstaunlich, daß in derselben Zeit bereits erste Versuche mit einem Hubschrauber gemacht wurden, dessen vielversprechende Entwicklung wir erst in diesen Tagen erleben. Am 28. März 1908 erhob sich der Erfinder Paul C o r n u mit einem „Helikopter", den er nach feinen Ideen gebaut hatte, zum ersten Male vom Boden. Er kam freilich nicht hoch, nur 10 Zentimeter, aber es war doch ein Anfckng. In die Märztage, allerdings zwei Jahre später, fielen auch die ersten erfolgreichen Versuche mit einerh Flugboot. Der junge Ingenieur Henry Fabre hatten schon im Jahre 1909 einen breimotorigen „Hydroaeroplan" erbaut, der aber keine befriedigenden Leistungen aufwies. Erst am 28. März 1910 gelang ihm mit einem Flugboot, das er „Ente" taufte, auf dem Teich von Berre der erste Flug. Das Flugzeug war sehr originell
'M in";** Eins weiß ich, das ewig lebt: Des Toten
^alQbiet ■ Tatenruhm! Spruch aus der Edda".
e r l’t In wem wäre nicht schon die Frage auf getaucht,
rung feiner Gemütsverfassung beitrug.
Als Karline am nächsten Morgen an Deck kam, saß Heini auf dem Vorderschiff und starrte ins Wasser. Sie sagte kein Wort zu ihm; auch nicht, nachdem sie beim Krämer erfahren hatte, was sich geftern ftugetragen hatte. Erst am Abend — zur gewohnten Stunde — fragte sie ihn, ob er heute „ . , „ ~ « .,
wieder nach Lenzen gehe. „Jawohl. Die Emma 1 schaster gewesen fei, so beweisen doch feine Zeich-


