Ausgabe 
20.1.1938
 
Einzelbild herunterladen

bei dem Heereswelen des polnischen Staates um eine Armee handele, die bereits unmittelbar nach ihrer Geburt ihr Vaterland zu verteidigen hatte und unter der zielbewußten Führung ihres großen Marschalls Pilsudski diese Feuerprobe glänzend bestand. Wie groß das Interesse für den einstigen Kommandanten und polnischen Nationalhelden in der deutschen Wehrmacht sei, dafür zeuge nicht nur die Herausgabe der Werke Marschall Pilsudskis in deutscher Sprache, sondern die dem Werk gewid­meten Vorworte höchste? deutscher Soldaten. Die deutsche Offiziersabordnung sei dankbar, das von Marschall Pilsudski seinem vertrautesten Mitarbeiter, dem jetzigen Marschall von Polen, übergebene kost­bare Instrument des Staates persönlich in Augen­schein nehmen zu dürfen.

Oie Hochzeit

KönigFaruks von Aegypten.

Kairo, 20. Jan. (DNB. Funkspruch.) Heute be­geht König Faruk I. von Aegypten, der nach Voll­endung seines 18. Lebensjahres vor einiger Zeit die Regierungsgeschäfte persönlich übernommen hat, seine Vermählung mit der Prinzessin Farid a. Der Führer und Reichskanzler hat dem König zu seiner Vermählung drahtlich herzliche Glückwünsche übermittelt und ihm ein viersitziges Mercedes-Benz-Sportka8"ri- o ! e t t zum Hochzeichtsgeschenk gemacht. Der eng* lische Botschafter überreichte im Auftrage König Ge­orgs eine Sportausrüstung, darunter zwei wertvolle Jagdgewehre Der Präsident der französischen Re­publik hat ein Seores-Porzellan-Service und alte Gobelins übermitteln lassen. Italien schenkte eine Alabaster-Statue, Belgien ein Jagdgewehr, Grie­chenland eine alte griechische Statue und die Türkei wertvolles Leinen mit alter türkischer Stickerei. Gestern fand als Auftakt der Hochzeitsfeier ein rie­siges Sch au reit en von Beduinen und Landbe­wohnern auf der Rennbahn von Heliopolis statt, dem eine große Zuschauermenge, darunter auch das Diplomatische Korps beiwohnten. Am Abend wurde in Heliopolis, am Wohnort der Braut, ein großes Feuerwerk abgebrannt. Zahlreiche Wirtschaftler und Grundbesitzer haben namhafte Beträge für Wohltätigkeitsinstitute und Armen-Pflegeanstalten wie zur Speisung Bedürftiger gespendet.

VerantworlunüsvolleAusgabenpolttik der öffentlichen Sand.

Forderung des Reichsfinanzministers.

Dresden, 19 Jan Dor der Derwaltunqsaka- demie Dresden sprach der Reichsminister der Fi­nanzen, Graf Schwerin von Krosigk, überProbleme der Finanz- und Wirtschaftspoli-- tik". Nachdem der Minister die verschiedenen Phasen der seit der Machtübernahme durchgeführten Fi­nanz- und Wirtschaftspolitik dargelegt und an den Produktions- und Einnahmeziffern die Erfolge die­ser Politik nachgewiesen hatte, führte er aus, daß die hohe Quote, die im Steuerwege der öf­fentlichen Hand vom Volkseinkommen zu­fließe, eine doppelte Verpflichtung in sich schließe. Bei jeder Ausgabe muffe jede hierfür ver­antwortliche Stelle sich immer wieder die Gewissensfrage stellen, ob diese Ausgabe überhaupt und in dieser Höhe zu recht­fertigen sei. Und die zweite Verpflichtung liege der Finanzverwaltung ob, sich- nicht als Steuerbüttel, sondern als Helfer der Steuerpflichtigen zu fühlen und die not­wendige Schwere der Besteuerung durch Gerechtig­keit, Höflichkeit und ein im Rahmen des Möglichen liegenoes wirtschaftliches und soziales Verständnis tragbar zu machen.

Die Ausgabenseite der öffentlichen (E-t a t s sei immer ein Spiegelbild der in einem Volk wirkenden politischen, wirtschaftlichen un$ kul turellen Kräfte. Kennzeichnend für den deutschen Etat sei die Verlagerung des Schwerpunktes der Ausgaben auf die großen Gemeinschafts­ziele der Nation Das gleiche gelte von der Ein­nahmeseite. In der Steuergesetzgebung der letzten Jahre sei die Betonung der Gemeinschaftsziele im­mer stärker geworden, so vor allem durch die be­völkerungspolitischen Maßnahmen

^Reform desHygienesiudiums.

Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Pro­fessor Dr. Hans Reiter, Vorsitzender der Deut­schen Gesellschaft für Hygiene, macht in derMün­chener Medizinischen Wochenschrift" Vorschläge zur Reform des Hygieneunterrichts. Die Aerzte verfügten heute zum Teil nicht über die nötigen Kenntnisse für ihre Tätigkeit als Gutachter, Berater öder Erzieher in der vorbeugenden Gesund­heitspflege, da an den Universitäten noch eine unter­schiedliche Behandlung des Unterrichtsstoffes vor­walte. In den Prüfungsbestimmungen müsse Hygiene künftig als Hauptfach auftreten. Der Rassen- hygiene (endogene Hygiene) gebühre dabei der Vorrang vor der Umwelthygiene (exogene Hygiene). Besondere Aufmerksamkeit sei auch den Beziehungen zwischen Arbeit und Gesundheit und dem Ernährungsproblem zuzuwenden. Füh­rungen durch Einrichtungen der Gesundheitsver­waltungen, durch Werkstätten und Fabriken, durch Anlagen der Wasserversorgung und Abwasserbeseiti- 5g und durch Betriebe der Nahrungsmittelver- unq hätten den Unterricht zu ergänzen. Für ; Zwecke solle der Staat jedem hygienischen Institut wenigstens tausend Reichsmark jährlich zur Verfügung stellen, da die Studierenden außerstande seien, einen Beitrag zu den Unkosten zu leisten und die -Betriebe sich nur selten zur Gewährung finan­zieller Beihilfen bereit fänden.

Nach den Vorschlägen der Deutschen Gesellschaft für Hygiene soll der Lehrplan künftig aus einer einsemestrigen Hauptvorlefunq für je fünf Wochen­stunden oder einer zweisemestrigen zu je zwei bis drei Wochenstunden bestehen, dazu aus einem zwei- bis dreistündigen bakteriologischen Kursus und einem Impfkursus. Die Hauptvorlesung habe auszugehen von der Bevölkerungsstatistik und -Politik und der Rassenpflege und dann die Ausgaben der Hygiene auf den verschiedenen Gebieten, wie der Ernäh­rung, der Wohnung und des Arbeitsschutzes, zu behandeln. Hierzu gehöre auch die sozialbiologische Hygiene, die Vorbeugung und Bekämpfung soge­nannter Volkskrankheiten, wie der Geschlechtskrank­heiten, der Tuberkulose und des Krebses. Die Vor­schläge zur Heranbildung des Nachwuchses an Fach­hygienikern fordern eine unablässige Betonung des Wertes und der Notwendigkeit wissenschaft­licher Arbeit in den Kreisen der jungen Stu­denten und eine Besserung der wirtschaft­lichen Lage der jungen Hygieniker, denen als Assistenten weitere Einnahmequellen erschlossen wer den müßten, und für die mehr Aufstiegsmöglich­keiten durch Erhöhung der Zahl der Extra-

Gtojadinowilsch auf der Staatsjagd in der Lehlinger Heide.

Magdeburg, 19. Jan. (DNB.) Zu Ehren des königlich - jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Stojadinowitsch veranstaltete Relchsjäger- meister Generaloberst Göring am Mittwoch in der Letzlinger-Heide bei Magdeburg eine Staats­jagd, an der die Reichsminister Freiherr von Neurath und Graf Schwerin von Kro- i b k teilnahmen. Man sah ferner Generalforst- metfter Alpers, Oberstjägermeister Scherping, Gauleiter Reichsstatthalter Jordan, Gesandten von Kotze sowie die Oberjägermeister Ost er­mann und Menthe.

Die Jagdteilnehmer trafen sich um 9 Uhr auf einer Waldlichtung, die Forstbeamten und Jäger mit ihrer Meute, die Treiber in dunkelblauer Jacke mit rotem Halstuch. Nach den Hörnerklängen der Begrüßung", geblasen von den Forstschülern der Forstschule Neuhaldensleben, hieß Oberstjägermeister S ch e r p i n g die Jagdgäste willkommen. Die ersten beiden Treiben auf Dam- und Schwarzwild füll­ten den ganzen Vormittag aus. Zur Mittagsstunde stärkte ein kräftiges Eintopfgericht die Sagbteil» nehyier mit den Forstbeamten und den Wald­arbeitern gemeinsam am Lagerfeuer. Nach dem dritten Treiben wurde gegen 16 Uhr die Strecke Verblasen. Beim Feuerschein wurde nach altem Brauch die Strecke gelegt und verbrochen. Oberst­jägermeister S ch e r p i n g verkündete das Gesamt­ergebnis der achtzehn Schützen: sechs Stücke Rot­wild, 24 Stücke Damwild, 17 Sauen und 1 Fuchs, von denen auf den jugoslawischen Ministerpräsi­denten drei Stücke Damwild und sechs Sauen entfielen. Darauf wurde die Strecke waidgerecht mit Hirschtod!",Damwild tot!",Sau tot!",Fuchs tot!",Jagd vorbei!" undHalali!" Verblasen. An­schließend überreichte Oberstjägermeister Scherping den glücklichen Erlegern nach altem Brauch einen Bruch aus märkischer Kiefer. Im Namen der Gäste verabschiedete sich Reichsaußenminister Freiherr von Neurath von der Gefolgschaft der Letz­linger-Heide mit einemWaidmannsdank", und der Oberstjägermeister sprach den Forstbeamten und Waldarbeitern seinen Dank für ihre bei der un­günstigen Witterung besonders schwierige Arbeit aus.

Bei einem anschließenden Tee im Offiziersheim Hillersleben gab Generalforstmeister Alpers der großen Freude der deutschen Jäger über den Be- such des jugoslawischen Ministerpräsidenten Aus­druck. Dr. Stojadinowitsch dankte herzlich allen Be­teiligten, insbesondere auch dem Reichsjägermeister Generaloberst Göring, für die hervorragende Durch­führung der Jagd. Mit einemHorridoh!" verab­schiedete sich Ministerpräsident Stojadinowitsch von seinen deutschen Jagdfreunden, mit denen er einen Tag echter Jagdkameradschaft verbracht hatte, und begab sich nach Magdeburg, um von dort aus die Weiterreise nach Essen anzutteten.

Dr. Stojadinowitsch trifft am Donnerstag gegen 9 Uhr in Essen ein, um hier die Kruppwerke zu besichtigen. Gegen 13 Uhr fährt er nach Scholven weiter, wo ihm ein Jndustriewerk ge­zeigt werden wird. Am Nachmittag stattet Dr.

ab,

Stojadinowitsch Düsseldorf einen Besuch das er um 21 Uhr wieder verläßt.

Frau Stojadinowitsch

bei der NS.-Volkswohlfahrt.

"H" H M

8

A xv - 4- H-

M8

-7MM

- V-

Amtsleiter Wulf führte Frau Stojadinowitsch durch die Ausstellung. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Berlin, 19. Ian. (DNB.) Die Gattin des jugo­slawischen Ministerpräsidenten Frau Stojadino­witsch besichtigte am Mittwochmittag in Beglei­tung der Gattin des jugoslawischen Gesandten in Berlin, Frau (Eincar Markowitsch, und Frau von Bülow-Schwante die Ausstellung des Am­tes für Volkswohlfahrt in Neukölln. Reichsoberrevisor Hauptamtsleiter Janowski und Amtsleiter Wulf vom Hauptamt für Volkswohl­fahrt legten während der Führung durch die Aus­stellungsräume Zweck und Ziel des großen sozialen Werkes des deutschen Volkes dar. Besonderen Ein­druck auf die Gäste machten die in der Ausstellung gezeigten einprägsamen Darstellungen der Leistun­gen des WHW. wie überhaupt die soziale Betreu­ung bedürftiger Volksgenossen, die uneingeschränkte Anerkennung und Bewunderung der jugoslawischen Gäste fanden.

orbinariate an den größeren Universitäten zu geben seien.

Neue Schweinemastanlagen im Gau Hesten-Naffau.

NSG. In Fechenheim steht nun die erste Schweinemast an läge für die Gan­tz a u p t ft a b t vor der Vollendung, die am 1. Fe­bruar in Betrieb genommen wird. Die Anlage, für deren Bau die Stadt die Mittel und das Gelände zur Verfügung stellte, umfaßt ein Wohnhaus für den Schweinemeister und Aufenthaltsräume für die Gefolgschaftsmitglieder, eine Futterküche, drei Stall­bauten und 26 Silos. Jeder Stall kann 250 Schweine aufnehmen, so daß insgesamt 750Schweine gemästet werden können. Der Bau von zwei weiteren Stallgebäuden ist vorgesehen, um die Zahl auf 1250 zu erhöhen. Dieser Mastanlage werden die Abfälle von einer Ortsgruppe zugeführt. Zwei weitere Mastanlagen werden in nächster Zeit in Angriff genommen. Am Mittwoch weihte Gau­leiter Sprenger die neue Schweinemastanlage des Ernährungshilfswerkes der Stadt Hanau. Die Mästerei, die augenblicklich 167 Schweine einliegen hat, soll auf 300 Schweine vergrößert werden Der Gauleiter führte dabei aus, daß im Gau Hessen-Nassau 3000 EHW.-Schweine einliegen, daß aber im gesamten Gau 20 000 Schweine ge­mästet werden können. Einen besonderen Appell richtete er dabei an die Behörden, sich tatkräftig für das EHW. einzusetzen. Die Einkünfte des Bauern werden nicht, wie vielfach behauptet wurde, geschmälert, da der Bedarf an Schweinefleisch so groß ist, daß ihn die Landwirtschaft nicht decken kann. Mit den Abfällen haben wir eine Mast ge­radezu aus dem Nichts geschaffen Der Bauer zieht die Ferkel auf, die nach zwei Monaten als Läufer vom EHW. eingelegt werden und nach fünf Mo­naten schon zweieinhalb bis drei Zentner wiegen. Wenn wir das Futter für diese Schweine pflanzen wollten, dann hätten wir 260 000 Morgen Ackerland notwendig. Für den Bauern tritt auch keine Ab­satzschädigung ein Die Schweine werden zum Nor­malpreis auf dem Markt verkauft. Die Ueberschüsse, die wir daraus erzielen, kommen dem Hilfswerk Mutter und Kind" zu. Hier sind sie am besten zum Segen des deutschen Volkes angelegt.

©peifefarfoffdpreife für Februar in Hessen.

Fwd Die Preisblldungsstelle der Landesregie­rung in Hessen hat im Benehmen mit dem Kar­toffelwirtschaftsverband Hessen - Nassau, Frankfurt am Main, die Sveisekartoffel-Höchstprelse in Hessen für den Monat Februar 1938 wie folgt festgesetzt:

1. In Städten, Jndustriebezirken und sonstigen Orten, in denen die Versorgung mit Speisekartof­feln nicht unmittelbar durch den Erzeuger sicherge­stellt werden kann, und zwar in Bingen, Darm­stadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms, sowie in den im Kreise Offenbach gelegenen Orten Bieber, Buchschlag und Neu-Isenburg bei Abgabe ab Waggon oder Lager des Empfangsoertellers 3,15 Mark, bei Zufuhr frei Keller des Klemoertei. lers 3,25 Mark, bei Zufuhr frei Keller oder Woh­nung des Verbrauchers durch den Empfangsvertel- ler 3 35 Mark und bei Abgabe ab Verkaufsstelle des Kleinoerteilers 3,45 Mark je 50 Kilogramm für weiße, rote und blaue Sorten. Für gelbe Sorten tritt ein Zuschlag von je 30 Pf. bei der Lieferung ein. Bei Abgabe von kleinen Mengen durch den

Kleinperteiler kosten je 5 Kilogramm weiß, rot oder blau 40 Pf. und die gelbe Sorte 43 Pf.

2. Auf dem flachen Lande und in den Orten, in denen die Versorgung durch Erzeuger unmittelbar sichergestellt werden kann, das sind alle Gemeinden, Oie nicht unter 1. aufgeführt sind, für weiße, rote und blaue Sorten je 50 Kilogramm bei Zufuhr frei Wohnung oder Keller des Verbrauchers durch den Empfangsverteiler oder ab Verkaufsstelle des Kleinverteilers 3 Mark und für gelbe Sorten 3,30 Mark. Bei Abgabe von kleinen Mengen stellt sich der Preis für je 5 Kilogramm auf 36 Pf. bzw. 39 Pf.

3. Bei Absatz durch den Erzeuger an den Ver­braucher von 50 Kilogramm an stellt sich der Preis für die unter 1. genannten Gebiete für weiße, rote und blaue Sorten auf 3,15 Mark, für gelbe Sorten auf 3,45 Mark und auf die unter 2. genannten Ge­biete auf 2,70 Mark bzw. 3 Mark.

4. Soweit der Verbraucher die Kartoffeln beim Erzeuger abholt, kosten die weißen, roten und blauen Sorten 2,65 Mark und die gelben Sorten 2,95 Mark je 50 Kilogramm.

Die Dersandverteilerspanne beträgt je 50 Kilo­gramm 20 Pf. und ist in den festgesetzten Ver­braucherhöchstpreisen enthalten. Sie darf weder über-, noch unterschritten werden.

Auf die für gelbe Speisekartoffeln festgesetzten Erzeugerfestpreise (2,95 Mark je 50 Kilogramm frachtfrei Empfangsstation) wird für dieJuli" (Nieren) ein Sortenzuschlag von höchstens 1 Mark je 50 Kilogramm und fürFrühe Hörnchen", Tannenzapfen" (Rote Mäuse) undEifler Platte" ein solcher von höchstens 2 Mark gestattet. Für die Juli" (Nieren) und fürFrühe Hörnchen",Tan­nenzapfen" (Rote Mäuse) undEifler Platte" er­höhen sich die unter 1. festgesetzten Verbraucher­höchstpreise für gelbfleischige Speisekartoffeln ent­sprechend.

Wer vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen zuwiderhandelt, wird bestraft.

Kleine politische Nachrichten.

Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichs- Minister Dr. Goebbels, hat dcn Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propa­ganda Pg. Karl Hanke unter gleichzeitiger Be­rufung in den Reichskultursenat zum Zweiten Vizepräsidenten \ her Reichskultur­kammer ernannt.

*

Auf der Wartburg versammelten sich die Gau- arbeitssührer des Re i ch sarbeits- d i e n st e s zur vierten Reichstagung, um vom Reichsarbeitsführer die Parole für den Kampf­abschnitt 1938 entgegenzunehmen.

*

Am 17. und 18. Januar fand eine Tagung der Oberlandesgerichtspräsidenten statt, an der auch die Präsidenten des Reichs- gepichtes, des Volksgerichtshofes und des Patent­amtes teilnahmen. Gegenstand der Tagung waren allgemeine und besondere Fragen der Zivil- und Strafrechtspflege, der Beschleunigung der landwirt­schaftlichen Schuldenregelung, des Rechtes der ^Be­amten, Angestellten und Lohnempfänger sowie des richterlichen Nachwuchses. Am Schlüsse der Tagung hatte Reicksminister Dr. G ü r t n e r alle Teilneh- mer zu einem kameradschaftlichen Zusammensein im Haus der Flieger eingeladen.

Das amerikanische Marineministerium bestellte bei der United Aircraft Corporation 58 Bom­benflugzeuge im Gesamtwert von 3,5 Milli­onen Dollar.

Das britische Kriegsgericht in Nablus (Palästina) verurteilte einen kürzlich bei dem Kampf zwischen britischem Militär und Freischär­lern unweit Tulkarem verwundet gefangen genom­menen Araber zum Tode. Das britische Kriegs­bericht in Jerusalem verurteilte einen im Zusammen- lang mit der Erschießung eines englischen Archäo­logen gefangen genommenen Araber ebenfalls zum Tode.

Kunst und Wissenschaft.

Uraufführung des Ufa-Films Urlaub auf Ehrenwort".

Im Ufa-Patast am Zoo in Berlin fand die Ur­aufführung zweier neuen Filme statt. Der Film Urlaub auf Ehrenwort" unter der Spiel­leitung von Karl Ritter, der mit den höchsten PrädikatenStaatspolitisch und künstlerisch beson­ders wertvoll" ausgezeichnet worden ist, spielt in den letzten Wochen des Weltkrieaes, als Saboteure und Deserteure bereits die deutschen Städte über­schwemmen. Der Gemeinschaftsgeist einer Truppe, das Gefühl der Kameradschaft, der Appell an Pflicht und Ehre des Soldaten, triumphieren noch einmal über alle Ansteckungen, denen die Mann­schaften einer Kompanie während eines kurzen Aufenthaltes in Berlin ausgesetzt sind. Der packende Film wurde mit starkem' Beifall aufgenommen. Im Vorprogramm erlebte der Ufa-KulturfilmFlie­ger, Funker und Pioniere", ein Quer­schnitt aus dem Aufbau der deutschen Luftwaffe, feine Uraufführung. Der Film, der die Prädikate Staatspolitisch und künstlerisch wertvoll" erhalten hat, zeigt den täglichen harten und strengen Dienst der drei Gattungen der Luftwaffe sowie große Flug­zeug- und Flakübungen. Der Vorführung wohn­ten zahlreiche Ehrengäste mit Reichsminister Dr. Goebbels an der Spitze bei.

Geburtstagsgruß der deutschen Jugend an Wilhelm Schäfer.

Der Dichter Wilhelm Schäfer begeht, wie be­reits gemeldet, am 20. Januar seinen 7 0. (Sc­hur t s t a g. Wie stark Schäfer im Volke wurzelt und auch von der heutigen Jugend gefeiert wird, zeigt ein Aufsatz in dem Führerorgan der Hitter» IugendWille und Macht", der ihm zu seinem 70. Geburtstag gewidmet wird. Dieser Geburtstags­gruß betont, daß Wilhelm Schäfer mit Recht ein deutscher Volksdichter genannt wird und als solcher auch der Jugend der Bewegung gelten kann. Dgr Aufsatz schließt:Ein Künstler, ein Er­zieher, ein Deutscher wie Schäfer soll und wird an seinem 70. Geburtstag von einer Jugend gefeiert werden, die wie er die deutsche Gegenwart mit der deutschen Vergangenheit zu verbinden sucht, um zucht- voll und kunstfertig wie er die deutsche Zukunft zu gestalten.

Die Großen Staatspreise 1937.

Die Preußische Akademie der Künste hat die Großen Staatspreise für das Jahr 1937 an den Bildhauer Rudolf A g r i c o l a und an den Architekten Dr. Ernst Petersen verliehen. Agri- cola, 1912 als Sohn eines deutschen Ingenieurs in Moskau geboren, ist Schüler von Professor Scheibe und hat seine Ausbildung und Ent­wicklung vor allem dem Frankfurter Städel zu verdanken. Petersen stammt aus Heidelberg und ist jetzt 32 Jahre alt. In seinen Entwürfen versucht er Architektur und Landschaftsbild möglichst voll­kommen in Einklang zu bringen.

Flämischer Literaturpreis für Lyriel Verschaeve.

Der flämische Staatspreis für Literatur wurde an Eyriel Verschaeve verliehen. Als Erzieher einer neuen flämischen Jugend, als Gestalter gro­ßer Dramen von religiösem Wesensgehalt, als Hymniker, als Freund und Verehrer deutscher Art ist Verschaeve eine Persönlichkeit, deren Auszeich­nung durch den alle drei Jahre verliehenen Staats­preis für Literatur in Deutschland mit Genugtuung verzeichnet wird. Der jetzt Dreiundsechzigjährige lebt als Pfarrer in einem Dorf im westlichen Flandern. Goethe, Rembrandt, Wagner, Dürer erscheinen ihm als die Verkörperer einer nordischen Geisteshaltung, zu der er sich selbst wahloerwandtschcrftlich hin­gezogen fühlt. Mit bewundernswerter Einfühlungs­kunst schreibt er über Malerei, Baukunst, Dichtung und Musik. Schon im Weltkrieg hatte Verschaeve sich unerschrocken zum Deutschtum bekannt.

Aus aller Wett.

Gesundheitspolizeiliche Vorschriften für das Friseurgewerbe.

Berlin, 19. Jan. (DNB.) Der Reichs» und Preußische Minister des Innern hat für Preußen eine Polizeiverordnung über die Ausübung des Fri­seurhandwerks erlassen, die am 1. April 1938 in Kraft tritt. In der Zwischenzeit werden gleich­lautende Verordnungen von den übri­gen Ländern erlassen werden, so daß am 1. April 1938 die gesundheitspolizeilichen Vorschriften für das Friseurgewerbe im Deutschen Reich ein­heitlich geregelt sein werden. Die Vorschriften sind nach sorgfältiger Prüfung durch das Reichs­gesundheitsamt und den Reichsstand des Deutschen Handwerks zu dem Zwecke aufgestellt, die Aus­breitung übertragbarer Krankheiten bei der Ausübung des Friseurhandwerks zu ver­hindern. Die Verordnung enthält über Meini» gungs- und Desinfektionsmaßnahmen in den Fri­seurräumen und für die ohne solche Räume tätigen Friseure und Barbiere genaue Vorschriften, deren Durchführung von den Gesundheitsämtern sowie von den Beauftragten der Handwerkskammer und der Innungen regelmäßig überwacht werden wird.

Deutscher Gieq im Internationalen Sternflug in Hoogar.

Aus demInternationalen Sternflug von Hog- gar", der unter starker internationaler Beteiligung in der Zeit vom 23. Dezember bis 18. Januar aus- getragen wurde, ging d i e deutsche Be­satzung Oberleutnant Götze, Leutnant von H a r n i e r auf einem Messerschmitt-Flugzeug vom Muster BF 108Taifun" als Sieger hervor. Die von Ministerialdirigent Mühlig-Hofmann (Reichsluftfahrtministerium) gesteuerte Maschine, ebenfalls eine Messerschmitt BF 108, belegte den 5. Platz in der Gesamtwertung. Das dritte Flug­zeug, NSFK.-Gruppe Lufthansa, rlog den Wettbewerb außer Konkurrenz. Den Preis füc den besten Zielabwuyj im Rahmen M