Nr.16 Erstes Matt
188. Jahrgang
Donnerstag, 20. Januar 1938
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Lteber die Kraft.
Von unserem pp.-Berichierstaiter.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
, Paris, 18. Januar 1938.
(Durch Luftpost.)
Regierungskrisen regen die französische Oeffent- lichkeit nicht besonders auf. Das jetzt neugebildete Kabinett Chautemps ist das 104., so daß also in den 68 Jahren der dritten Republik im Durchschnitt fast zwei Regierungen pro Jahr am Ruder waren. Aber zum zweiten Male kurz nacheinander war eine Franken- k r i f e der Anlaß des Regierungssturzes und zum . dritten Male steht nun seit 16 Monaten die Frage eines radikalen Kurswechsels der Währungspolitik zur Debatte. Dadurch erlangt diese Regierungskrise eine besondere Bedeutung, denn wenn nun künftig die Währung ebensooft geändert werden sollte wie bisher die Regierungen, dann sähe es doch sehr ernst und bitter aus um Frankreichs Zukunft. Bisher galt die Währung als etwas Solides, das nur im äußersten Notfall angetastet werden durfte.
Frankreichs Vorkriegswährung war sogar eine der stabilsten der Welt. Sie wurde von Napoleon am 17. Terminal des Revolutionsjahres 11 geschaffen, also nach den üblichen Daten am 6. April 1803. Mehr als hundertundelf Jahre hat dieser Germinalfranken allen Stürmen und Bewegungen standgehalten. Er fiel weder den vielen Revolutionen noch dem Kriege 1870/71 zum Opfer. Aber nach dem Ausbruch des Weltkrieges erwies er sich als nicht genügend widerstandsfähig, und nach Beendigung des Krieges setzte sogar ein starker Kursrückgang ein, bis P o i n c a r ä Ende 1926 eine faktische Stabilisierung und im. Juni 1928 eine legale herbeiführen konnte. Dem erprobten Germinalfranken folgte der P o i n c a r ä- franken in Höhe von nur noch 20 v. H. des alten Wertes. Dieser erreichte aber nur eine Lebensdauer von gut acht Jahren, denn die erste Volksfrontregierung mußte am 1. Oktober 1936 eine neue Abwertung a u f 15 v. H. vornehmen. Dem Auriolfranken folgte mit dem Währungsgesetz vom 1. Juni 1937 der Bonnetfran- ken als der freischwebende, der zur Zeit nur noch 10 v. H. des Wertes des Germinalfranken darstellt, also nur noch zwei Vorkriegssous.
Eine Währungsentwertung ist immer der Ausdruck einer besonders schweren wirtschaftlichen und sozialen Krise, insbesondere ein Zeichen dafür, daß die Anforderungen, die in politischer und sozialer Hinsicht an die Wirtschaft gestellt werden, über deren Kräfte gehen. Dies trifft auch jetzt für Frankreich zu. Frankreich ist e i n bäuerliches Land, mit nur wenigen Jndustriebezirken wie um Paris, im Norden bei Lille, im Osten bei den Erzvorkommen und in der Umgebung von Lyon. Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung wohnt auf dem Lande, d. h. in Ortschaften mit weniger als 2000 Einwohnern. Der Franzose ist in seiner geistigen Haltung und in seiner wirtschaftlichen Tätigkeit ein t.Ypischer Bauer. In der Industrie haben sich deswegen auch die Großbetriebe nicht so stark durchsetzen können wie in anderen Ländern. Einerseits ^deutet das auf eine gesunde wirtschaftliche und soziale Struktur hin, denn eine breite bäuerliche Grundlage ist ein großes Plus, aber anderseits ist zu beachten, daß Frankreich eine Großmacht sein will und als solche Aufgaben zu erfüllen hat, die nur mit einer leistungsfähigen Großindustrie und von einer aktiven Bevölkerung geleistet werden können.
Die wirtschaftlichen Aufgaben einer Großmacht gehen aber offensichtlich über die Kraft dieses zu bäuerlichen Frankreich. Dies spiegelt sich einmal in den vielen Klagen darüber wider, daß Frankreichs Industrie nicht genügend leiste, so Frankreichs Flugzeugindustrie nach den Behauptungen von Marcel Döctt nur etwa 40 Flugzeuge im Monat liefere, die anderer Länder dagegen 200 bis 300 und zweitens darin, daß die Kosten der Aufrüstung steuerwirtschaftlich nicht aufgebracht werden können; die Mehrausgaben werden sich im jetzt abgeschlossenen Jahre auf mindestens 23 Milliarden Franken belaufen haben, aber an Staatssteuern werden nur 43 Milliarden eingehen, so daß für den Schuldendienst und für die zivilen Ausgaben nicht aenügend Gelder verbleiben. Aehnlich wird es 1938 fein. Der bisherige Finanzminister Bonnet rechnete für 1938 mit einem Fehlbedarf von 30 Milliarden, was aber viel zu niedrig gegriffen ist. Die Schätzungen anderer Sachverständigen gehen bis auf 46 Milliarden.
Diese Lasten der Aufrüstung wiegen doppelt schwer, weil Frankreich gleichzeitig eine kühne S o - z i a l r e f o r m durchzuführen versucht. Während in Frankreich wie überall viele Unternehmungen über Arbeitermangel klagen, wurde gemäß den Beschlüssen der Volksfrontregierung die Vierzigstundenwoche durchgeführt. Diese, die gleichzeitige löprozentige Erhöhung der Löhne und andere, kleinere Sozialreformen führten zu einem Anwachsen der Kosten und der Preise, so daß sehr bald neue Lohnforderungen laut wurden und die Schraube der sich gegenseitig bedingenden Lohn« und Preissteigerungen sich auszuwirken begann mit dem Ergebnis, daß heute die Kaufkraft der meisten Arbeiter geringer ist als vor Antritt der Regierung Blum, die des Mittelstandes stark.zusammengeschrumpft ist und die Wirtschaft somit im Zeichen des Rückganges der Bestellungen und der Produktion steht.
Diese Lasten der Aufrüstung und der Sozialreform führten zu der Währungsentwertung. Von allen wichtigen Währungen ist heute der Franken am stärksten entwertet. Aber hier muß einmal ein Halt geboten werden, wenn eine ähn-
„BdM.-Werk, Glaube und Schönheit."
Oer Neichsjugendführer verkündet eine besondere Organisation für Mädel vom 17. bis 21. Lahr zur Förderung der modernen Körpererziehung und kulturellen Arbeit im BdM.
Berlin, 19. Jan. (DNB.) Die Amtschefs der Reichsjugendführung, die Führer der HI.-Gebiete und Führerinnen der BDM.- Obergaue find 3U einer Arbeitstagung in der Reichshauptstadt versammelt. Mit berechtigter Freude konnte der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von S ch i r a ch , auf die Erfolge der Heimbeschaffung, der Arbeitsparole des alten Jahres, zurückblicken. Die Hitlerjugend habe die künstlerischen Gesetze der Baukunst, wie sie der Führer in einem neuen Stil ausgerichtet habe, in ihrem Aufgabenbereich verwirklichen dürfen. Er wies dann auf die erzieherische Notwendigkeit der Verbindung der Jugend mit dem Ausland hin. Junge Menschen könnten stets Vorbeugen, daß Mißverständnisse und böse Verleumdungen unter den Völkern sich breitmachten. Sie dienten durch natürliche und gesunde Aussprache dem Frieden. Niemand könnte heute noch leugnen, daß die deutsch-französischen Beziehungen durch Frontkämpfer und Jugend eine spürbare Entspannung erfahren hätten. Im Sommer werde in Gatow bei Berlin ein großes Aus- landshaus der HI. eröffnet, das die zwischenstaatliche Verbindung der Jugend fördern solle. Die Arbeit an der Formation stehe immer wieder im Vordergrund. Die Arbeitspläne eines jeden Jahres seien zusätzlich, die Arbeitsgrundlage
bleibe die kleine Einheit. Der Grundsatz der Freiwilligkeit verlange immer wieder, Jahrgang um Jahrgang zu erobern. Vor dieser Aufgabe stehe das Führerkorps auch im neuen Jahre.
Ab sofort werden innerhalb der Hitlerjugend die Mädel vom 17. bis 21. Lebensjahr in einer besonderen Organisation, die ihrem Wesen und Lebensalter entspricht, erfaßt. Diese neue Einrichtung trägt den Namen „ B D W. -Werk, Glaube und S ch ö n h e i t Der Name umschließt vollständig unser Programm. Ich möchte, daß hier unter Führung von Sportwartinnen des BDM. auf dem Gebiet der Gymnastik, des Sporks, der Körperpflege, aber auch der kulturellen Arbeit Vorbildliches geleistet wird. Auch möchte ich, daß durch diese Organisation Tanzkurse veranstaltet werden und eine ganz moderne Körpererziehung in dieser wesentlichen Altersstufe der weiblichen Jugend gefördert wird. Wir wollen Menschen, die vielleicht bisher als Gymnastiklehrerinnen oder Sportlehrerinnen nicht viel mit Politik zu tun gehabt haben, in unseren Kreis aufnehmen, hier müssen wir ihnen Arbeit geben, und sie müssen an
diesem Werk „Glaube und Schönheit" dem modernen Lrziehungsideal einer
gläubigen und schönen Jugend dienen".
Körperpflege und Eleganz seien, so führte Baldur von Schirach weiter aus, in diesem Alter der weiblichen Jugend erzieherische Forderungen. Er wolle, daß dieses Werk, das der Erziehung des schönen und gläubigen Menschen gelte, von der Öffentlichkeit richtig verstanden werde. Um so schöner die deutschen Mädel würden, um so stolzer und selbstbewußter sollten sie sein. Mit der Ausnahme kultureller Werte und mit der Pflege des Körpers bekenne sich auch die weibliche Jugend zu einem Ideal der Haltung und der Achtung vor sich selbst.
Schließlich verkündete Baldur von Schirach, daß er die auf seine Anordnung hin von führenden deutschen Modehäusern ausgearbeiteten Modelle einer neuen BDM. - Tracht, zu der künftig auch eine Festtrackt für Führerinnen hinzukäme, gesehen und die Einführung einer solchen, unserem Ideal entsprechenden Kleidung verfügt hätte. Die nächsten Wochen und Monate sollten im Zeichen des Aufbaues der Organisation „Glaube und Schönheit" und der Werbung der noch nicht im BDM. erfaßten Mädel dieser Altersstufen stehen.
Alker- und Pflanzenbau - wiffenschaW gesehen.
Gemeinschaststagung von Reichsnährstand und Forschungsdienst.
liehe Entwicklung wie in Deutschland bis 1923 verhindert werden soll. Um diese Fragen ging es bei den Regierunasoerhandlungen. Sie sind keineswegs mit der Neubildung der Regierung gelöst, denn jede Regierung wird auf erhebliche Hindernisse stoßen, weil die Mehrheit des Parlamentes keine vernünftige Wirtschaftspolitik zuläßt. Die Mehrheit der Kammer ist die der Volksfront und eine andere ist kaum möglich. Diese Volksfront ist bei den Massen sehr beliebt, denn sie hat die Vierzigstundenwoche gebracht. Nur wenige Führer und Anhänger der Volksfront sehen, wie kurzsichtig dies Geschenk der Vierzigstundenwoche ist und daß diese Sozialreform neben der Aufrüstung über die Kräfte des Landes geht. Sie fordern einen Kurswechsel im Sinne einer Politik der Sparsamkeit, der Arbeitszeiterhöhimg und der Stabilisierung des Lohn- und Preisniveaus. Aber den meisten Abgeordneten der Volks-- front gilt dies Programm als z u w e n ig p o - pulär und somit ist es fast unmöglich, auf dieser Grundlage eine neue Politik aufzubauen. Solange die Notwendigkeit dieses Kurswechsels verkannt wird, wird in Frankreich eine schwere Währungskrise und eine Regierungskrise der anderen folgen — oder Frankreich wird als Großmacht resignieren, d. h. feine außenpolitischen Ziele zurückstecken müssen, wie es schon der „Temps" kürzlich als unvermeidlich bezeichnet hat.
Vierjahresplan
hebt die Lebenshaltung.
Ein Vortrag von Oberst Löb in Kassel.
Kassel, 19. Jan. (DNB.) Im Rahmen der Wintervorträge des Generalkommandos sprach der Chef des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe beim Beauftragten für den Dierjahresplan, Oberst im Generalstab Löb, über die industriellen Grundlagen des Bierjahresplans. Die vordringlichste Aufgabe war es daher zunächst, die Ausland sab- h ä n g i g k e i t auf den einzelnen großen Rohstoffgebieten festzuftellen und dann im engsten Einvernehmen mit der deutschen Industrie sowie der Wissenschaft und Technik alle Möglichkeiten zu untersuchen, die zu einer Entlastung dieser überaus gespannten Rohstofflage führen konnten. Aus diesen Vorarbeiten entstand dann der Vierjahresplan. Mit Genugtuung stellte Oberst Löb fest, daß nicht nur dieses erste Jahr des Anlaufes planmäßig d o n ft a 11 e n g e g a n g en fei, daß bereits heute die gefährdete Rohstofflage zum guten Teil b e - hoben fei. Allerdings fei selbstverständlich gewesen, daß der Staat auch dafür Sorge trug, daß die Industrie in keiner Weise Rückschläge erlitt, die ihre freudig zugesagte Mitarbeit irgendwie beeinträchtigen konnten. Der erste Vierjahresplan hatte als vordringliche Aufgabe die Behebung der Arbeitslosigkeit. Heute müssen wir uns täglich sagen, wo bekommen wir die genügend ausgebildeten und rein zahlenmäßig ausreichenden Arbeitskräfte her, um die geplanten Vorhaben auszu- führen. Hierdurch allein, nicht etwa durch mangelnde praktische und theoretische Erkenntnisse, durch Sorgen der Finanzierung oder der Rohstoffe werde der Gang der deutschen Produktion im Dierjahresplan bestimmt.
Eingehend erörterte Oberst Löb die auf dem Gebiet des Eisens, der Nichteisenmetalle, des Holzes, der Zellwolle, des Buna, der Kunststoffe und der Mineralölwirtschaft bereits erzielten Erfolge sowie die in der nächsten Zeit zu beschreitenden Wege. Die Produktion dieser Stoffe werde niemals >die geringste Verschlechterung in der Lebenshaltung des deutschen Volkes herbeiführen. Vielmehr sei sie dazu berufen, unser Vaterland nach außen zu sichern, nach innen wohnlicher und schöner zu machen. Schon aus diesem Grunde sei der Vierjahresplan
Vom 19. bis 21. Januar findet in Berlin eine Gemeinschaftstagung des Reichsnährstandes und des Forschungsdienstes statt. D?r erste Tag brachte Vorträge aus dem Gebiete des Acker- und Pflanzenbaues. Prof. Tornau (Göttingen), der das Problem der Bodenbearbeitung behandelte, machte darauf aufmerksam, daß besonders der Wasserhaushalt des Bodens in Zukunft stärker beachtet werden müsse. Denn an ihn würden infolge der höheren Ernten, der Ausdehnung des Hack- und Zwischenfruchtbaues ufw. von Jahr zu Jahr höhere Ansprüche gestellt; außerdem fei eine Verschiebung des Wasserhöchstbedarfes vom Frühjahr zum Sommer eingetreten. Der Boden müsse so bearbeitet werden, daß er die Niederschläge für die Zeiten speichere, in der die Pflanzen den höchsten Wasserbedarf entwickeln. Dazu sei eine Lockerung der Böden erforderlich, weil die Mehrzahl unserer Böden zu dicht gelagert sei. Diese dichte Lagerung zu verhindern und den Verdich- tungshorizont zu beseitigen, seien die wichtigsten Aufgaben der Bodenbearbeitung in der praktischen Landwirtschaft. — Dr. Boekholt (Berlin) zeigte die großen Unterschiede, die bei den Getreide- ertrügen in den einzelnen Landesbauernschaften bestehen. Im zehnjährigen Durchschnitt habe Württemberg mit 12,9 Doppelzentner die niedrigsten und Braunschweig mit 23,3 Doppelzentner Getreide die höchsten Erträge je Hektar aufzuweisen. Gegenüber der Vorkriegszeit sei im gesamten Reich in den Jahren 1924/29 eine Ertragseinbuße um 12 v. H. eingetreten, die sich in den Jahren 1930/35 auf 4 v. H. vermindert habe. Bei dieser Mehrerzeugung seien besonders die guten Böden in West- und Mitteldeutschland beteiligt gewesen. — Prof. Giesecke (Berlin) forderte eine harmonische Ernährung der
Berlin, 19. Jan. (DNB.) Das Reichsluftfahrtministerium teilt mit:
Der von dem Reichsminister der Luftfahrt, Generaloberst Göring, eingesetzte Ausschuß 3 ur Untersuchung des „H i n d e n b u r g" - U n« glücks hat nach feiner Rückkehr aus USA. die Möglichkeiten, die zur Entstehung des Luftfchlff- brandes geführt haben können, eingehend geprüft und hierzu eine Reihe von Versuchen fn den Laboratorien der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, Berlin-Adlershof, der Drahtlos-Telegraphischen und Luftelektrischen Versuchsstation Gräfe- ling und des Luftschiffbaues Zeppelin, Friedrichs« Hafen, durchgeführt. Angesichts der Tatsache, daß im deutschen 'Zeppelinluftschiffverkehr in einem jahrzehntelangen Fährbetrieb bei Benutzung des Wasserstoffes als Traggas Unfälle nicht aufgetreten sind, und auf Grund aller Zeugenaussagen und Untersuchungen hat der Ausschuß die Ueberzeugung gewonnen, daß alles getan war, um ein Unglück zu verhüten. Die Landung des Luftschiffes in Lakehurst wurde völlig ordnungsgemäß durchgeführt, ebenso war das Verhalten der gesamten Besatzung vor und während der Katastrophe vorbildlich. Auch deutet nichts darauf hin, daß das Schiff vor der Anfahrt zur Landung sich etwa nicht in einem technisch einwandfreien Zustand befunden hat.
Zur Klärung des Unglücks wurden nach zwei Richtungen Untersuchungen angestellt: ob das Schiff
Pflanzen mit Stallmist und Handelsdüngern. — Dr. Stelzner (Müncheberg) behandelte die Probleme der Keimftimmung, des Photoperiodismus und der Wuchsstoffe. — Prof. Blunk (Bonn) bezeichnete als wichtige Aufgabe die Beseitigung des Hederichs und Ac^ersenfes, die Bekämpfung der Ackerschnecken und Wiesenschnecken, die Verhinderung der Maikäfer- und Mäuseplage, die Rostbekämpfung durch Ausrottung der Berberitze, das Beizen des Getreides, die Verhinderung der Herz- und Trockenfäule beim Zuckerrübenbau, das Spritzen der Kartoffeln gegen Kraut- und Knollensäule, die Bekämpfung des Abbaus der Kartoffeln durch verschärfte Anerkennung und richtige Spritzmaßnahmen im Obstbau. — Auf die neuen Fett- und Faserpflanzen wies Prof. Sessous (Gießen) hin. Der Anbau der Sojabohne müsse dort planmäßig gefördert werden, wo sie ihren Ansprüchen nach hingehört, so in den Weinbaugebieten, in Sachsen, Schlesien und in der Landsberger Gegend. Als nicht aussichtslose neue Fettpflanzen nannte ec unter anderem den Saflor und die Erdman- d e l. Beide haben für den Anfang befriedigende Erträge gebracht. Die nereren Faserpflanzen Pukka und A r a u j a sowie Ramie benötigten teils eine zu lange Wachstumszeit bis zur Ernte, teils zu hohe Anzuchtkoften. — Auf die alten Faserpflanzen Flachs und Hanf wies Prof. Dr. Opitz (Berlin) hin. Um die Erträge zu erhöhen, dürfen nur deutsche Zuchtsorten von bester Qualität zur Saat verwendet werden. Ferner sei eine richtige Ernährung erforderlich. Weiter müsse der Unkrautbekämpfung größte Beachtung geschenkt werden. Im Hinblick auf den Arbeitermanael komme der maschinellen Ernte eine besondere Bedeutung zu.
einem verbrecherischen Anschlag erlegen ist, oder ob eine Reihe von physikalischen und sonstigen Umständen derart zusam- menkam, daß ein Brand erfolgen konnte. Beides liegt im Bereich der Möglichkeit. Die Einbringung von Vorrichtungen, die mit Hilfe von Zeitzündern ober anderen Auslösern eine Explosion veranlassen konnten, hätte vor ober während der Fahrt erfolgen müssen. Es ist nachgewiesen, daß die Bewachung des Schiffes und aller mit dem Schiff in Berührung kommenden Personen vor und während der Fahrt äußer st streng und sorgfältig durchgeführt wurde, so daß sowohl die Einführung als auch die Anbringung derartiger Fremdkörper im Schiff nahezu unmög- l i ch war. Zudem wäre es schwierig gewesen, angesichts der unbestimmten Fahrzeiten und Fahrtdauer des Luftschiffes den Zeitpunkt der Zündung richtig zu wählen.
Für die Einwirkung von außen auf das Luftschiff kommt ein Schuß mit einem Brandgeschoß in Frage. Angesichs der zahlreichen anwesenden Menschen und der amerikanischen Absperrung des Geländes erscheinen nur Schüsse, die aus einem geräuschlosen Gewehr inmitten einer Gruppe Eingeweihter aus näherer Entfernung abgefeuert wurden, ober Schüsse aus einer roeittragenben Waffe möglich. Unter allen Umftän« den wäre bie Gefahr der Entdeckung bei der anwesenden Menschenmenge sehr groß gewesen. Gegen
OieLlrsacheder„Hindenbnrg"-Katastrophe
Wahrscheinlich eine Verkettung unglücklicher Umstände. — Oer Schlußbericht der „Hindenburg^-Untersuchungskommission.


