Ausgabe 
19.11.1938
 
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Ehrung verdienter Postbeamten.

Die Oberpostschaffner Adam Hofmann, Karl Müller, Heinrich Wolf, Adam H e t ch e und Strack erhielten vom Führer und Reichskanzler für 40jährige treue Dienstzeit das Goldene Treu­dienst-Ehrenzeichen verliehen. Den verdienten Be­amten wurden diese Ehrenzeichen mit einer ent­sprechenden Urkunde von dem Amtsvorstand, zu­gleich mit den Glückwünschen des Reichspostministers und des Präsidenten der Reichspostdirektion Frank­furt a. M., ferner mit den Glückwünschen aller Ka­meraden des Postamts Gießen überreicht.

Oer KdF.-Dolkswaoen in Gießen.

Am gestrigen Freitagabend sammelte sich auf Oswaldsgarten eine stattliche Menschenmenge. Die KdF.-Wagen wurden erwartet. Diele Hunderte sahen der Ankunft der Wagen mit Spannung ent-

Am 10. November fand eine Arbeitsgemeinschaft der Gruppe Reichsmütterdienst im Fröbel- scminar statt. Zur Einleitung wurde ein Absatz aus Ludwig FinkhsMeine Mutter" vorgelesen. Es folgte ein Vortrag und eine Besprechung von Schwe­ster Emily Jobbers über die Arbeit des Reichs- mütterdienstes und über Möglichkeit der Zusammen­arbeit zwischen Mütterschulung und der Arbeits­gruppe des Fröbelseminars.

Oer Arbeitseinsatz im Oktober.

Lieber eine Million Beschäftigte im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen Nach wie vor ungedeckter Bedarf an Arbeitskräften.

Gießener Wochen morktpreile.

* Gießen, 19. Nov. Aus dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12^, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, Kühlhauseier 12, Wirsing, % kg 6 bis 9 Pf., 50 kg 5 bis 6 Mark, Weißkraut, % kg 4 bis 6 Pf., 50 kg 4 Mark, Rot­kraut, % kg 7 bis 8 Pf., 50 kg 5 bis 7 Mark, gelbe Rüben, % kg 7 bis 10 Pf. rote Ruben 10, Spinat 14 bis 18, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl . 15, Rosenkohl 15 bis 35, Feldsalat, 1/io 8 bis 10, Tomaten, % kg 30 bis 50, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 38, Kürbis 8 bis 9, Kartofseln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,45 Mark, Aepfel, % kg 30 bis 45 Pf., Birnen 25 bis 40 Pf., junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Gänse 1,10 bis 1,20, Enten 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 35, Rettich 10 bis 20, Ra­dieschen, das Bündel 10 bis 12 Pf.

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**8 3. Geburtstag. Am kommenden Montag, 21. November, kann der Rentner Johannes M a g e l, Lindenplatz 4 wohnhaft, in guter Gesundheit seinen 83. Geburtstag begehen. Der alte Herr ist seit lan­gen Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. Wir bringen dem Jubilar auch unseren herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag dar.

** Rege Bautätigkeit im südlichen St a d t v i e r t e l. lieber die starke Bautätigkeit im Nordostviertel unserer Stadt wurde von yns wieder­holt berichtet. Nunmehr sei auch das Südviertel erwähnt. Im Günthersgraben kamen zwei Ein­familienhäuser zur Ausführung, im oberen Aulweg, Ecke Arndtstraße, hat eine hiesige Baufirma mit dem Bau eines Doppelwohnhauses für die Kerkhoffstif- tung begonnen. Der Eisenbahnerheimstättenverein läßt auf seinem Baugelände Ecke Wartweg und Schlangenzahl ein weiteres Doppelhaus erbauen. In der anschließenden Schubertstraße ist man dabei, den bisher bestehenden Feldweg als Fahrstraße mit beiderseitigen Fußsteigen auszubauen. In der Hän- delstraße hat eine Baufirma ein Mehrfamilienhaus im Rohbau errichtet. Ferner kamen in der Uhland- straße und im Leihgesterner Weg je ein Einfamilien­haus zur Vollendung.

** Stadttheater-Miete. Die Einlösung der dritten Rate der Stadttheater-Miete muS am Mittwoch, Donnerstag und Freitag nächster Woche erfolgen.

** Die BrennstoffbeiHilfe 1938/39 bringt das städtische Sozialamt heute in einer Be­kanntmachung den Interessenten zur Kenntnis.

Amtsgericht Gießen.

Obwohl schon verschiedentlich darauf hingewiesen wurde, daß es verboten ist, im Walde zu rauchen, rauchte der L. F. aus Steinberg im Gießener Walde. Er ließ sich auch nicht davon abbringen, obwohl er verwarnt wurde. Als er nun einen Strafbefehl in Höhe von 15 RM. bekam, legte er gegen diesen Einspruch ein. Damit hatte er aber fein Glück. Der Einzelreichter verurteilte. ihn gleichfalls zu einer Geldstrafe von 15 R M.

Anschließend hatte sich der K. St. aus Gießen zu verantworten. Die Delikte dieses Angeklagten bilde­ten schon einmal vor einiger Zeit den Gegenstand einer Verhandlung. Der Angeklagte legte damals gegen das Urteil Berufung ein. Das Oberlandes­gericht wies daraufhin die Sache an das Amts­gericht Gießen zur neuerlichen Verhandlung zurück. Der Angeklagte, der früher als Rechtskonsulent tätig war, wurde vor einigen Jahren von einem Licher Geschäftsmann aufgesucht, der infolge der damaligen schlechten Wirtschaftslage in große Be- > brängnis geraten war Eine Hner Hauptgläubige- - rinnen war eine Frankfurter F-'.ma. Der Angeklagte riet zu einer oergleichsweiseu Erledigung der

Am 13. November fand im Hotel Hindenburg eine Tagung der NS. -Kindergruppenlei­ter i n n e n statt. Nach einem Rückblick über die Sommerarbeit fand eine Besprechung für den Ni­kolaustag statt. Weitere Anweisungen über die kom­mende Arbeit folgten, besonders reiche Anregungen für die so wichtige Bastelarbeit gaben den Leite­rinnen viel für ihre Kleinen mit nach Hause.

Der Arbeitsabend der Abt. Volkswirtschaft- Hauswirtschaft der Ortsgruppe Gießen- Nord stand diesmal im Zeichen der Weihnachts- und Nikolausbäckerei. Es wurden Rezepte und Back­anleitungen zur Herstellung von billigem Backwerk besprochen. Außerdem wurden vorgebackene Leb­kuchenherzen und 'fterne mit Zuckerglasur und bun­tem Zucker verziert. Die Frauen waren froh und eifrig bei der Arbeit.

schäft eingesammelt. Die Hausfrauen werden ge­beten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. aus alle 2«lks- genosien.

kleinen Gaben gehöre die richtige Feststimmung, und diese eben könne nur da aufkommen, wo ein herrliches Gedränge ist, wo man sich unter Einsatz eines Lebens einen Platz am Ladentisch erkämpft und heroisch seine Mitmenschen besiegt. Anderen wieder scheint es ein urkomisches Vergnügen zu be­reiten, wenn sie in Resten wühlen, sich ifm die letzten Ladenhüter streiten müssen.

Wenn alle in letzter Minute kaufen, wenn der Run auf die Geschäfte in den letzten 14 Tagen vor sich geht, dann ist es für den Kaufmann natürlich kaum noch möglich, neue Ware heranzuschaffen, wenn ein Artikel vergriffen ist.

In diesem Jahre kommt weiter hinzu, daß die sonst von fast allen Geschäften für die Weihnachtszeit benötigten Aushilfen nicht mehr zur Verfügung stehen, da diese so gut wie alle in Dauerstellungen vermittelt werden konnten.

Nun willSe. Majestät der Kunde" und das gilt selbst für sonst ganz friedliche Naturen beim Weihnachtseinkauf genau so schnell und sorgfältig bedient sein, wie sonst auch. Das kann also in diesem Jahre überall dort, wo zusätzliche Verkaufskräfte nicht zur Verfügung stehen, eine ganz liebliche Drängelei werden. Wem das Spaß macht, bitte schön meine Damen und Herren, wir zählen alle Freuden des spaten Weihnachtseinkaufs auf:

1. Geringe Auswahl und nur solche Dinge, die die Früheinkäufer nicht haben wollten.

2. Aus den Geschenken für Kurt und Fritz kann überhaupt nichts werden, da sie ausverkauft sind.

3. Gekauft wird in Aufregung, wahllos und falsch. Resultat: Vater total pleite.

4. Aerger, Verdruß, im Gedränge beschädigte Schuhe und Kleider, Gesundheitsschaden und hier­durchstimmungsvolle" Feiertage.

Haben wir das nötig? Diese Frage ist eigentlich sehr dumm, denn:Bedenke vor den Festen wer früh kaust, schenkt am besten!"se.

sind. Ferner ist es Pflicht der Eltern, ihre Kinder immer wieder auf die Gefahren des Spielens mit Streichhölzern aufmerksam zu machen. Man kann dies an Hand von Beispielen den Kindern erklären und damit vorbeugend wirken. Eltern oder Er­ziehungsberechtigte, die ihrer Aufsichtspflicht nicht ge­nügen, werden zur Rechenschaft gezogen.

Wertvoller Beürog für das WHW.

In mehrwöchiger Arbeit, meist in der Freizeit geleistet, haben sich die Beamtinnen der Staats­betriebe im Kreise Wetterau mit einer tatkräftigen Aktion in den Dienst des Winterhilsswerkes gestellt. In vielstündiaer Handarbeit wurde eine Anzahl von Kleidungsstücken genäht, gestrickt, gehäkelt, Klei­dungsstücke mit Stickereien verziert und nunmehr zu einer Ausstellung zusammengetragen, die ein- rrucksvoll die Einsatzbereitschaft der Beamtinnen für las Winterhilfswerk beweist. Neben diesen mit eige­ner Handarbeit angefertigten Dingen wurde noch aus Geldspenden ein stattlicher Betrag aufgebracht, der dazu verwandt wurde, Bekleidungsgegenstände, Kinderkleider, Mützen, Schuhe, Unterwäsche ufro. anzukaufen und diese Dinge ebenfalls für das WHW. bereitzustellen. Insgesamt wurden durch die etwa 100 Beamtinnen im Kreise Wetterau (den größten Teil der beteiligten Beamtinnen stellt die Post in Gießen) Werte im Gesamtbetrag von etwa 500 Mark zur Verfügung gestellt. Die angefertig­ten und angekauften Kleidungsstücke wurden zur Uebergabe an das Winterhilfswerk in einem Saale, des Gießener Postamtes (Telegraphenamtes) in einer Schau zusammengestellt, die ein schönes und eindrucksvolles Zeugnis für die anerkennenswerte Opferbereitschaft der Beamtinnen darstellt. (Auf­nahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)

7ted)heifia einkaufen!

V.A.Wer denkt denn jetzt schon an Weihnachten?' Eine Frage, die man Jahr für Jahr wieder hört. Und nur sehr wenige denken in der Tat früher an das Weihnachtsfeft mit den dazugehörigen Geschen­ken, als bis mit einem Male der große Trubel da ist.

Mancher meint, zum Einkäufen der großen und

Orkswaltung Gießeu-Tkord.

Die Diensträume der Ortswaltung Gießen-Nord der Deutschen Arbeitsfront befinden sich ab Dienstag, den 15. November 1938, walltorstrahe 16 (früher Ortsgruppe der NSDAP.).

Dienststunden: Dienstags und Freitags von 20 bis 22 Uhr. 7333V

Mitglied der 2)21$., vergiß bei evtl. woh- nungsveränderung oder Arbeitsplatzwechsel deine Ummeldung nicht.-

Sportamt der 71 SG.Kraft durch $reube.

Schi Trockenkursus.

Arn Mittwoch, dem 23. November, abends von 21 bis 22 Uhr, beginnt wieder unser Schi-Trockenkursus, für Männer und Frauen gemeinsam, im Universi- tötsreitinftitut am Brandplatz. Gebühr: 5 Uebungs- stunden 3, Mark. Schneeschuhe werden gestellt. Anmeldung auf der Kartenverkaufsstelle, Selters- weg 60, erforderlich. 7457V

Die Nachbarschaftshilfe ruft auf.

NSG. Wie im übrigen Reich, so wird auch im Gau Hessen-Nassau eineNach­barschaftshilfe" der NS.-Frauenschaft gegründet, der die Aufgabe gestellt ist, die Famllien erkrankter Hausfrauen zu betreuen und überlasteten Hausfrauen einige Stunden am Tag zu helfen. An alle Mädel und Frauen des Gaues richtet daher «Daufrauenschaftsleiterin Erna Westernacher folgenden Auf­ruf:

Der Führer hat den Wunsch, daß all denen, die in schwerer Arbeit stehen, einige Stunden Ruhe am Tage verschafft werden. So hat die Reichsfrauen- führerin Frau Scholtz-Klink dieNachbarschaftshilfe" neu gegründet. Um diesen Gedanken der Nachbar­schaftshilfe in die Tat umzusetzen, brauchen wir die Hilfe vieler Frauen und Mädel, die ihre Kraft und ihre Zeit freiwillig zur Verfügung stellen.

Was soll geschehen, wenn die Hausfrau erkrankt? Wer wird die Familie betreuen? Hier setzt die Nach­barschaftshilfe ein und schickt im Augenblick der Not eine Hilfe, die die Arbeit der Hausfrau für einige Stunden besorgt. Aber auch der durch die Arbeit über­lasteten Hausfrau in Stadt und Land muß Gelegen­heit der Ruhe und Erholung gegeben werden. Sie wird durch die Nachbarschaftshilfe geboten.

So richten wir an alle Frauen und Mädel, die über freie Zeit verfügen, die herzliche Bitte, sich für die Nachbarschaftshilfe anzumelden. Die HÄfe wird nur für einige Stunden und Tage sein, und die Anmel­dung ist unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Organisation. Durch die Nachbarschaftshilfe leisten wir wirklichen Dienst an der Gemeinschaft des deut­schen Volles.

Anmeldungen nehmen die Dienststellen der NS.- Frauenschaft-des Deutschen Frauenwerkes und der NSV. entgegen."

Oeffenttiche Ratsherren-Sihung.

Am kommenden Donnerstag, 24. November, fin­

det im Sitzunasfaale des Stadthauses in der Berg­straße eine öffentliche Sitzung der Ratsherren statt. Die Sitzung beginnt um 16 Uhr. Auf der Tagesord- ;g stehen: Einführung und Verpflichtung der neu- -..jfenen Ratsherren; Haushaltssatzung und Haus­haltsplan für 1938; Rechnungsabschluß für das Rj. 1936; Rechnungsabschlüsse des Lyzeums und der Gewerbeschule für 1937; Erhebung eines Zuschlags zur Grunderwerbssteuer; Altstadtsanierung II und III (Fluchtlinienfestsetzung Seltersweg - Kaplans- gasse, Katharinengasse, Löwengasse); Finanzzwi­schenbericht zum 30. September 1938.

! Großen-Linden, 16. Nov. Der Z i vereinH ü t t e n b e r g" vom V H C. nahm am Sonntag bei herrlichstem Herbst­wetter seine Novemderwanderung, die diesmal nach dem Gleiberg führte. Bei geselligem Zusammen- ein in den Räumen der Burgwirtschaft wurde der Wanderplan für 1939 festgesetzt, m dem

gegen und taten dies mit großer Geduld, denn die Wagen trafen mit Verspätung ein. Im Laufe des Tages waren die KdF.-Wagen in Wetzlar, Weil­burg und Usingen gezeigt worden. Gegen 18 Uhr kamen sie in Gießen an. Als ein Lautsprecherwagen der Deutschen Arbeitsfront das Herannahen der KdF.-Wagen meldete, drängte alles an die Ab­sperrung, die von der ff geschaffen war und nur mühsam gehalten werden konnte. Die schnittigen Wagen, denen man ihre gedrungene Kraft förmlich ansieht, wurden, nachdem sie nebeneinander aufge­fahren waren, viel bewundert und von vielen Jn- teresfenten eingehend betrachtet. Da von den Be­gleitern alle Einzelheiten des Wagens gezeigt, auch über den Lautsprecher Erklärungen des Wagens ge­geben wurden, konnte sich jedermann ein Bild von der großen technischen Leistung, die der KdF.-Wagen darstellt, machen. Selbstverständlich brachte auch die Jugend den Wagen all ihr fachmännisches Interesse entgeaen. Sicherlich hat diese Auffahrt und die ein­gehende Betrachtung der Wagen manchen Besucher in dem Gedanken bestärkt, sich ein solches wendiges und mit über 100-Kilometer-Stundengeschwindigkeit autobahnsicheres Fahrzeug anzuschaffen.

Kein Feuerzeug in Kinderhand!

In letzter Zeit ereigneten sich in auffälliger Weise Brände, die von Kindern durch Spielen mit Streich­hölzern verursacht wurden. Zum Beispiel wurde in den letzten Tagen von Kindern an einem Schweine- und Ziegenstall Feuer angelegt, das glücklicherweise noch rechtzeitig entdeckt und gelöscht werden konnte. Das Verschulden an Bränden durch Kinder dürfte zum großen Telle darauf zurückzuführen sein, daß die Erziehungsberechtigten es an der nötigen Auf­sicht fehlen lassen. Die Eltern müssen die Streichhölzer so verwahren, daß diese für Kinder nicht erreichbar

Den Arbeitsabend für Grenzland-Aus­land hielten die Ortsgruppen Gießen-Nord^ und - Mitte zusammen. Frl. Dr. Bloch las aus einem Aufsatz des sudetendeutschen Dichters Bruno Brehm vor, der in packenden Worten die Opfer­bereitschaft des sudetendeutschen Freikorps schildert. Später erzählte eine Teilnehmerin Interessantes aus den Erlebnissen einer Oesterreicherin in Rußland, die mit einem Deutschen verheiratet ist. Die unhaltbaren Zustände und die völlige Rechtlosigkeit in Rußland wurden durch erschütternde Einzelheiten deutlich, die sich völlig mit dem decken, was auch andere aus Rußland Vertriebene berichten.

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Der Arbeitsabend der Abt. Volkswirtschaft- Hauswirtschaft der Ortsgruppe Gießen- Mitte brachte diesmal Rezepte für Tomaten, Gur­ken, Kürbisse, auch für reichlichere Fischverwertung. Die Leiterin des Abends, Frau Burk, stellte sich das Thema:Wie ernähre ich meine Familie in dem obstarmen Winter vielseitig?" Lustige Vorträge in hessischer Mundart würzten das Kochthema noch mehr.

Gfs. Die Arbeit der einzelnen Ortsgruppen in Gießen war in der letzten Woche besonders lebhaft.

Die Ortsgruppe Gießen-Süd berichtet von einem Arbeitsabend der Gruppe Hilfsdienst. Frau Schön (die Ortsgruppenleiterin von Süd) dankte zunächst Schwester Martinius für die vorbildliche Führung dieser Arbeitsgruppe. Frau Piepenhagen übernimmt jetzt die Arbeits­gruppe. Frau Bodenbender sprach dann über Luftschutz. Nach ihren Ausführungen fand eine rege Aussprache statt. Vor allem die neue Gasmaske stand im Mittelpunkt des Interesses. Frau Pie­penhagen las noch aus demRoten Kampfflie­ger" vor.

In der Arbeitsgruppe Grenzland-Aus- l a n d sprach Frl. E m m e l i u s interessant von der Auswanderung der Deutschen gen Osten, von dem geschichtlichen Geschehen, von ihrer Arbeit und dem Halten ihrer Siedlungen und dem Festhalten an alten Gebräuchen. Es war diesmal ein Volksdeut- fcher-Abend zusammen mit VDA.-Mitgliedern.

Eine große Weihnachtsvorfreude hatten die Frauen der Ortsgruppe Süd, als am 14. 11. die Arbeiten für den Weihnachtsmarkt zufammengepackt wurden. Was gab es da nicht alles! Für unsere Kleinsten eine Unzahl von bildhübsch angezogenen Puppen, dann Stofftiere, die recht handfest aus- sehen. Und anziehen können wir unsere Kleinchen! Es ist wirklich herrlich, wie viel Liebe, Schönheits­sinn und Fleiß in all den Stricksachen, Kleidchen, Schürzchen, sowohl für Buben, als für Mädelein steckt. Aber auch die Erwachsenen kommen nicht zu kurz. Da gibt es auch für sie besonders schöne Schürzen, Strickdecken, Nachthemdenpassen und schöne Topflappen, die jede Küche zieren. Auch die Wäschebeutel und die nach Nürnberger Muster ge­arbeiteten Engel sollen nicht vergessen werden. Und als größte Arbeit die Hohlfaumdecke der Abteilung Kultur-Erziehung. Die Abt. Hilfsdienst gab auch noch ganze Säuglingsgarnituren zur Verwendung während der Weihnachtszeit.

Die Ortsgruppe Gießen - Ost hatte an chrem Arbeitsabend Kultur - Erziehungs - Schu­lung als Hauptthema einen Vortrag mit Lichtbil­dern über Altgermanische Kultur bis zu den ersten Anfängen der Völkerwanderung. Mittelalterliche Volkslieder zur Laute, zwei Gedichte von Lulu von Strauß und Torney:Braune Erde" undEwiges Deutfchland", vereint mit dem interessanten Vor­trag, gaben dem Abend einen reichen Inhalt.

12 Monatswanderungen und vier außerordentliche Wanderungen vorgesehen sind, die als größere, mehrtägige Reisen in entferntere Gegenden führen fallen. Vom Gleiberg ging der Weg über Krofdorf, von da durch ein schönes Wiesentälchen, am bunt belaubten Herbstwald des Abhanges vom Watten- - berg (Napoleonsnase) entlang, zurück nasch Gießen, von wo die zahlreichen Wanderer die Bahn be­nutzten.

= Lang-Göns, 18. Nov. Die erste Treib­jagd im Waldbezirk nach Gambach zu brachte 41 Hasen und 4 Füchse zur Strecke.

5 Steinbach, 19. Nov. Frau Katharina Elisa- betha F i.n k, geb. Balser, Witwe des 1922 verstor­benen Maurers Heinrich Fink, kann am morgigen Sonntag, 20.November, ihren 8 2. Geburtstag feiern. Die alte Frau lebt im Hause ihres Schwie­gersohnes Heinrich Häuser, und sie ist ihrer Tocht r, da die Gesundheit der Großmutter noch recht gut ist, noch eine wertvolle Hilfe bei den Arbeiten.

* Großen-Buseck, 18. Nov. Am vergange­nen Samstagabend fand im kleinen Saale des Gastwirts Wagner ein Kameradschafts­abend aller an der Befreiung Sudetendeutschlands beteiligten eingezogenen Reservisten statt. In herzlichen Worten begrüßte Pg. Pfeiffer alle Kameraden, die, wie sie in den Tagen vor und nach dem 29. September wie eine eiserne Front­kameradschaft standen, nun auch hier wieder alle erschienen. Nur der genialen Politik unseres Füh­rers haben wir es zu verdanken, daß ein Krieg vermieden wurde und man nun einen solchen Abend miteinander verleben durfte. Zum Schluß feiner Ansprache überbrachte er dem Kameraden Willi Wagner die herzlichsten Glückwünsche zu seiner am nächsten Tage stattfindenden Vermählung. In­zwischen hatte sich die allseits beliebte Busecker Hauskapelle Schäfer eingefunden, um für die musikalische Ausschmückung des Abends Sorge zu tragen. Lieder, humoristische Musikeinlagen und frohe Erzählungen aus jenen Tagen ließen den Abend zu schnell verrinnen.

# Dau bring en, 18. Nov. In der letzten G e - meinderatssitzung wurde die Rechnung von 1937 geprüft. Die Einnahmen betrugen 74 738 Mark, die Ausgaben 64 762 Mark. Der Ueberschuß betrug 9976 Mark. Beim Vermögen stand einer Einnahme von 19 057 Mark eine Ausgabe von 18 802 Mark gegenüber.

O Münster, 19. Nov. Die hiesige Schule wurde heute auf Anordnung des Staatlichen Gesund­heitsamtes für zehn Tage geschlossen, um der Gefahr einer immer mehr um sich greifenden Keuchhustenepidemie zu benennen.

co Langsdorf, 16. Nov. Dieser Tage be­wegte sich ein Trauerzug durch unser Dorf, wie er hier seit langen Jahren nicht mehr vorgekommen war. Der Schütze Karl Schiel, 8. Komv. Jnf.- Rgt. 116, war in Gießen durch einen Unfall aus dem Leben abberufen worden. Er wurde mit miü- I tärischen Ehren bestattet. Spielleute und eine Ehren­kompanie schritten dem Sarge voraus, der, bedeckt mit der Reichskriegsflagge und dem Stahlhelm und Seitengewehr des Verewigten, von Kameraden ge­tragen wurde. Unter den Klängen vonJesus, meine Zuversicht" und rollendem Trommelwirbel beanb sich der Trauerzug zu dem Grabe. Nach der kultischen Bestattung und einem Lied des Gesang­vereins wurden von den militärischen Stellen Kränze niedergelegt, und troar von dem Bataillans- kommandeur, von dem Kompanieführer, den S'u- benkameraden und den Kameraden vom Jnf.-Ra^ 36 in Friedberg, bei dem der Verblichene bis vor kur­zem gestanden hatte. Der Ehrensalut und das L'ed vomGuten Kameraden" schlossen die militärische fteier ab. Namens der SA. l"."te Sturmführer Koch einen Kranz nieder, und der ganze St"-m rief den toten Kameraden zum letzten Apvell. Da­nach sprach Bürgermeister Kneipp für die Krie­gerkameradschaft. den Turnverein und b-en Gesang­verein. Heinr. Roth als Kommandant rief den letzten Gruß der Freiwilligen Feuerwehr über das Grab. Die kirchliche Trauerfeier fand anschließend nach dem reformierten Brauch der Gemeinde in der

\ überfüllten Kirche statt.

äreis Bübinnen

k. Schotten, 17. Nov. Verschiedene Haus* - Verkäufe wurden hier in letzter Zeit w'eder ge- : tätigt. Das große Anwesen gegenüber dem Forst-

Schuld. Um diese Firma zu einem Vergleich bringen zu können, müsse er ihr in Frankfurt bares Geld anbieten können. Der Kaufmann lieh sich nun bei einem Bekannten 300 RM. Der Angeklagte fuhr nach Frankfurt a. M. Seine Vergleichsbemühungen hatten aber keinen Erfolg. Anstatt das Geld zurück­zugeben, zahlte St. es bei einer Gießener Bank auf ein Separatkonto ein. In der Folge hob der An­geklagte aber das ganze Konto ab. Vor einiger Zeit hatte ein Gießener junger Mann eine Schlägerei, in der er einen Zahn einbüßte. Seine Eltern beauf­tragten den St., der ihnen früher schon gelegentlich behilflich war, ihre Rechte gegenüber dem früheren Gegner ihres Sohnes wahrzunehmen. Der Ange­klagte schloß mit diesem jungen Manne einen Ver­gleich ab, in dem dieser sich zur Zahlung eines kleinen Betrages verpflichtete. Der Angeklagte erhielt das Geld, verbrauchte es aber für sich. Der An­geklagte, der bereits im Jahre 1932 als Rechts­konsulent ein Berufsverbot erhalten hatte, bestritt, sich strafbar gemacht zu haben. Er wurde aber über- ührt und erhielt eine Gefängnisstrafe von echs Monaten und zwei Wochen.

Aus der engeren Heimat.

Hitler-Jugend Bann 116.

Vetr.: Führertagung der Stämme II und III/116 am 20.11. in Lich.

Am morgigen Sonntag, 20. November, haben alle Kameradschaftsführer und Hauptscharführer der Stämme II und III/116 um 9 Uhr am HI.-Heim Lich anzutreten. Mitzubringen sind Schreibzeug, Liederbuch, Kompaß, Karte.

Landkreis Gießen.