Vom sagenumwobenen Tillenberg in Nord-1 ragt vom trotzigen Schöninger und dem schlanken, pffhnhmon rio'hf fiA 9HD ffama hnc ff a,- mit'
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, was von dem
Grenze der Sprachen.
Neues für den Büchertisch
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Kissens oder durch einen Melissentrank Erleichterung und Beruhigung verschafft haben.
Wie schon erwähnt, gehört die Melisse zur Fu- milie der Lippenblütler, von denen sehr viele heilkräftige Arten aus dem heißen Süden zu uns gezogen sind. Die sehr krautige, laubreiche Staude treibt aus einer Wurzel mehrere Stengel, die aufrecht wachsen und sie verästeln. Die eiförmigen, gezähnten und feinbehaarten Blätter erinnern entfernt an die der Taubnessel. Sie sind stark gerippt, beinahe rauh und gewölbt. Die Blätter stehen einander gegenüber. Aus den Blattwinkeln brechen die weißen, doppellippigen Blüten. Die ausdauernde Pflanze kommt auf jedem Boden fort und liebt am meisten fettigen Sandboden. Ihre Vermehrung geschieht durch Teilung der Stöcke in Abständen von vier Jahren oder durch Aussaat im Frühjahr oder Spätherbst. In Gärten, in denen Heil- und Gewürzkräuter angebaut werden, sollte die kniehoch und höher wachsende Pflanze nicht fehlen, sie hat ein angenehmes und nützliches Wesen. In frostigen Wintern soll man sie zudecken. Melissenblätter machen die Speisen, Suppen, Salate und dergl. wohlschmeckend und erfrischend. Die Natur der ganzen Pflanze ist erquickend. Wer im Mai Kräüter- oder Maienwein zubereitet, nimmt als würzende 3ut.at Melisse. Unsere Vorfahren schlugen das frische Fleisch in Melissenblätter ein, damit die Fliegen av- geschreckt wurden, gebrauchten auch Melissengeist dazu, trübe Weine zu klären.
Die Pflanze hat ihre Blütezeit in den Monaten Juli bis September, und dies ist auch die Haupt- .zeit der Bienen, die ihren Sommerhonig eintragen. Kurz vor und während der Blüte werden die Blätter gesammelt, wobei die kleineren und jüngeren zu bevorzugen find. Damit sie die Kraft nicht' verlieren, müssen sie möglichst rasch an der Sonne getrocknet werden. Ihr feinster Stoff ist der ätherische Geist. Zerreibt man ein Blatt zwischen den Fingern, wrrd der frische Zitronenduft der Melisse fluchtig; es ist ein etwas scharfer, doch edler Geruch der einem die südliche Landschaft der Orangen und Z^ronm. wo die Melisse urbeheimatet ist, in die Vorstellung erwecken mag.
Dieses starken und stärkeren Duftes wegen ist die Melisse, auch Zittonenmelisse oder Cetronella genannt, zu Bädern und Waschungen sehr geeignet, wie auch zur Bereicherung spttituoser Flüssigkeiten dre zum Einreiben dienen, mit Wohlaeruch Auch ist es beliebt, Riechkissen mit Mttissenblätter zu fül- kn. Ak Hausmittel hat die Melisse noch immer
an unauflöslich ineinander verschlungen scheinen, wenn auch der Vater sich früh bemüht, die Brüder zu trennen, daß jedem das Seine werde. Aber das
Gebäude. Unwirklich groß der Vorhof des Schlosses, in dem eine kleine Armee Platz hatte. Allein das Torgewölbe eine gewaltige Festung; Bären wohnen
des mächtigsten Dynastengeschlechtes in Böhmen, das den Premyfliden ebenso trotzte wie den Habsbur- gern. Gegenüber die Häuser der Bürger, massig und selbstbewußt. In drei Krümmungen hat sich die braune Moldau ihr Bett durch das Urgestein gefressen. In Terrassen baut sich die Stadt empor. Uralte Gemälde prangen an den Wänden der alten
Seppänen gilt als einer der bedeutendsten Vertreter unter den jungen künstlerischen Kräften Finnlands. Hier gibt er die Geschichte von dem finnischen Bauern Markku und den Schicksalen seines Geschlechts. Aus den Fesseln der Leibeigenschaft seiner Vorfahren befreit, wird Markku der'Gründer eines
Auf dem Rathaus von Prachatitz sind in mittelalterlichem Latein Sprüche über die Gerechtigkeit angebracht, die anscheinend den wilden Ziskö, der hier zur Lateinschule ging, geärgert haben. Er war der Stadt für die in ihr erworbene Bildung nicht dankbar, vielmehr verwüstete und brandschatzte er sie furchtbar und ließ 88 deutsche Ratsherren und Bürger in eine Kapelle der Stadtkirche sperren und mit Pech und Stroh verbrennen. Tschechische Gerechttg- keit! Das Deutschtum aber hat er nicht ausrotten können. Auch in Winterberg nicht, das die Grasen von Bogen als deutsche Sprachgrenzstadt errichtet haben.
In diesen drei Städten haben die Tschechen besonders prunkvolle tschechische Minderheitsschulen
Salz auf dem Packsattel über das Gebirge gebracht. Eine Straße gab es nicht, auf der Wagen
Prachatitz war der Haupthairdelsplatz des Salzhandels, der auf dem „goldenen Steig" von Oberösterreich und Passau herüber nach Böhmen auf Saumtieren betrieben wurde, da Böhmen keine Salzlager hat. In mühevoller Arbeit wurde das
großen Hofes und eines ftattlichey Geschlechtes. Wie zäh er jedoch seine Kräfte regt, wie klug er aus dem Bau der Eisenbahn nach Petersburg seinen
dieser Komposition ist Inhalt und Thema der Er- Zählung gleichnishaft eingefangen: die schicksalhafte Verflechtung zweier Lebensläufe, die von Geburt
Saumwege, sicherten sie durch Bewaffnete, und sie verkauften das Salz nach B u d w e i s weiter, woher es nach ganz Böhmen verschifft werden konnte.
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Aadttheater: 1£ Schwindel der W weg): „Rote Drdjil Ijofftrafy): „Stanbi fifäer fiunftMrein: Turmbaus am SBram Wiebafiolutig „Der . heute abenb Med< | Der Wte SäM ji drei Akten von $ etolz. Musikalische 1 leitung: Gert Buchh mbilber Karl Löfs hing. Anfang 19.30
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in dessen Abwesenheit gezwungen werden soll, eine Operation auf Tod und Leben auszuführen, die nur jenem gelingen könnte. Das Thoma, nicht selten in der Literatur, ist, wie Bauer selbst bemerkt, unausschöpfbar; er wird sich auch der Gefahren und Schwierigketten bewußt gewesen sein, die dem Ver- wechslungsmotio innewohnen. Was die Geschichte der Zwillingsbrüder betrifft, so findet er den tieferen, bleibenden Sinn dieses „Zwischenspieles" in dem Gedanken, „daß es schönstes und größtes Schicksal eines Menschenlebens ist, aus Leben, Fügung und Begabung das Schicksal erst zu formen und es auszuleben bis dorchin, wo jede beengende Verhaftung an ein anderes Leben oder ein anderes lähmendes Geschick nicht mehr gilt". Hans Thyriot.
— Wäscha-kwonnesin: Das einsame Blockhaus. Aus dem Englischen übertragen von Käte Freintal. Mit 16 Kunstdrucktafeln. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Preis in Leinen gebunden 6 Mark. — (284) — Mit diesem Buch erscheint Wäscha-^kwonnesins letztes Werk. Der Tod hat ihm die Feder aus der Hand genommen. In den Erzählungen und Bettachtungen, in Gedanken und Erinnerungsbildern entfaltet sich noch einmal die Geschichte der Grenze, in ihren heroischen, tragischen und humorvollen Stimmungen, das Kanada, dem Wäscha-kwonnesins Liebe galt. Der erste Teil bringt Erzählungen und Erlebnisse. Im zweiten Buch beschwört er noch einmal die wilden schönen Tage herauf, als er, ein Kanumann, mit seinen rauhen Kameraden den Strom befuhr. Im Buch „Ajawaan" endlich ist Ruhe, Aufatmen, Nachdenken und die Arbeit, der er^die letzten zehn Jahre seines Lebens gewidmet hat. Ob er von Landschaft und Tieren erzählt, vom Indianer und Weißen, vom Pferd oder von seiner blühenden Biberkolonie — immer sind wir in seinem Bann.
Oie Melisse.
Von Friedrich Schnack.
Die Melisse, Milissa officinalis, war in alter Zeit hochgerühmt. Der Glanz ihres Namens ist in der Neuzeit etwas verblaßt, sie wird weniger gebraucht, am bekanntesten ist ihre Heilsamkeit durch den Melissengeist der Karmeliter, des Ordens am Berge Karmel im Morgenland. Es ist dies ein Spiritus, der durch Destillation aus Nelken, Zimt, Muskat und Melisse gewonnen wird und äußerlich gegen Kopf- und Zahnschmerzen, innerlich als anregendes Tonikum dient. So ist also die Urheimat der Melisse aus dem Pflanzengeschlecht der Lippenblumen Kleinasien und das Mittelmeergebiet. Durch E Mönche ist sie, ein Liebling alter Kloster- und Würzgärten, in den Westen und Norden verpflanzt worden. In den süddeutschen Gärten ist sie so häu- sig, und in den wärmeren Gegenden braucht sie im Winter nicht einmal mehr abgedeckt zu werden — sie ist, gleich vielen mittelmeerischen Kräutern, bei uns seit vielen Jahrhunderten heimisch.
Aber die alte Welt kannte sie schon zur Zett um .Christi Geburt. Virgil, der Dichter des Landbaus, lockte mit ihren weißen Blütenstauden die Bienen, und Columella, der römische Ackerbau-Schriftsteller aus dem 1. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung, erzählt in seinem umfangreichen Werk, wie er den Versuch unternahm, die Bienenkönigin zu locken, indem er seine Hand mit den duftenden Blättern der Melisse einrieb. Die Honigbiene Melissa soll die nektarspendende Pflanze besonders gern aufsuchen — und daher kommt auch der Name des Krautes Die kräuterkundige heilige Hildegard von Bingen schreibt, man lache gerne, wenn man die Melisse atze; sie errege tteudig das Herz und heiße deshalb auch Herzttost. Diese Erfahrung haben auch andere gemacht. Auf Geblüt und Gemüt wirkt die heilsame Pflanze. Bei den Slowenen ist sie beliebt, weil sie ein frohes Gemüt macht, und der alte Naturforscher Plinius meldete seinen Zeitgenossen ihre Kraft gegen Neroenkrgnkhett und grämliche Gemütsstimmünqen oder wie man heute sagt, gegen: Hysterie und Hypochondrie.
„Legt mir unters Haupt Melissen: Meine Träume sind so wild!"
spricht der Poet Martin Greif, und mancher weniger poetische und leidenschaftliche Geist mag ihm dieses unruhige nächtliche Fühlen nachemvfiinben und sich durch Anwendung eines mit Melisse gefüllten
tur ist warm und ein wenig bitter. Sie ist schweiß- tteibend, krampfstillend und nervendeuhigend. Dr. Bohn empfiehlt sie als ein gutes Mittel für schwache Kinder und zarte Frauen bei nervösen Störungen Kopfschmerzen, schlechte Laune und dergl.) und Krampfzuständen im Unterleib. Die alten 'Kräuterbücher heben immer wieder ihre Hilfe bei Frauenkrankheiten hervor, weshalb sie auch den Namen Mutterkraul erhielt. Ihre Herzstärkende Kraft ist oft erprobt worden, zudem ist ihr Tee, wenn er noch mit Zitronensaft vermischt wird, angenehm zu trinken, und wer nervöse Herzbeschwerden hat und abends schlecht einschläft, sollte sich dieses gute Heilmittel nicht versagen. So mancher Melancholicus würde seine Schwarzseherei und trübselige Sttm- mung durch Melissentee hinweggeschwemmt fühlen. Wer noch Melissentee mit Pfefferminz und Kalmus vermengt, gewinnt einen vorzüglichen Trank für das zerrüttete Nervensystem. Nicht leicht wird er etwas Besseres finden. Erwähnt sei, daß er das nervöse Erbrechen und Würgen der jungen Mütter lindert oder sogar beseitigt. Die Wirkung der Blätter wird durch Aufkochen in Weißwein verstärkt, Dauer fünf Minuten. Solchem Wein wird großes Lob gespendet: er sei geradezu ein „Allheilmittel".
In den alten Kräuterschriften ist häufig von Kräuterweinen die Rede: die Alten verbanden das genehme mit dem Nützlichen. Setzten sie den Maiwein an, den sie aus frischen Maiglöckchenblüten bereiteten, nahmen sie als würzende Hauvtzutat zu diesem Heilwein frische Melissenblätter. So tranken sie auch den Melissenwein, über den in einem früheren Heilpflanzenwerk geschrieben steht: „In der Hausmittelpraxis wendet man sich gegen Melancholie und Gedächtnisschwäche den Melissenwein an, welchen man bereitet, indem man eine Hand voll frische oder gettocknete Melissenblätter mit einem Maß Wein übergießt und über Nacht stehen läßt. Hiervon ttiuke man täglich ein halbes Weinglas voll
Die frischen Blätter, zerquetscht auf Wunden gelegt, wirken kühlend, reinigend und schmerzstillend. Sie bewähren sich auch bei Wespen- und Bienenstichen ... Es mag einem Nachdenklichen verwunderlich erscheinen, daß die Natur mit ihren Pflanzen dem Menschen so viele gute Kräfte und Heilmittel für seinen geplagten Leib schenkt, da doch der Mensch in seinen Städten und künstlichen Geschäften der Pflanzenwelt fern ist. Er sollte sich erinnern, bah bic Natur seine große Mutter ist, bie ihn in die Welt entlassen hat — und baß diese Mutter die
Werkzeug und Sinnbild.
Der erste Nagel, den der Mensch benutzte, war ein Tierknochen, die primitiven Menschenrussen kamen dann auch dazu, Fischgräten zu benutzen, und noch heute können wir bei manchen primitiven Völkern dasselbe beobachten. Als die Menschheit dann die Kunst erlernte, Metall zu schmieden, wur. den die Nägel immer größer; in den Ruinen von Troja hat Schliemann Kupfernägel gefunden, die über drei Jahrtausende alt sind und von denen einige das unverhältnismäßig große Gewicht von 1190 Gramm erreichten, bei 25 Zentimeter Länge und 2*/2 bis 3 Zentimeter Dicke. In jenen Zeiten fertigte man Nägel von Größen an, Sie heute nirgends mehr hergestellt werden. Erst bei Ausgrabungen in Paris fand man romanische Nägel, deren Länge nicht weniger als 1 Meter betrug. Das Einschlagen eines solchen Nagels war natürlich eine Kunst, und es lag nahe, dieser Verrichtung eine symbolische Bedeutung beizumessen, wie das im Altertum sehr oft geschah. Der Nagel wurde auf diese Art zu einem Symbol der Dauer und der Erhal- tung, zu einem Zeichen der Untrennbarfeit, zu einem Werkzeug der Schicksalsgottheiten. Titus Livius berichtet, daß die alten Römer zur Erinnerung an große Ereignisse im Tempel der Minerva Nägel einschlugen, und in den Ideen des Septembers war das Einschlagen eines geweihten Nagels eine bedeutungsvolle religiöse Zeremonie, die das Staatsoberhaupt zu erfüllen hatte. Manche abergläubige Vorstellungen begleiteten diesen Vorgang; altrömische Chroniken berichten, daß einst eine schlimme Pestepidemie dadurch verhindert wurde, daß im Tempel des Jupiters ein Nagel eingeschlagen wurde.
Aber diese wohltätigen Wirkungen des Nagels beschränkten sich keineswegs nur auf die Gesamt- heit; auch der einzelne Mensch suchte die nach dem Aberglauben der Zeit dem Nagel innewohnenden Wunderkräfte sich nützlich zu machen. Mit dem Nagel schützte man Gräber; schlug man an der Stelle, an der der Kopf eines Kranken geruht hatte, einen Nagel ein, so war auf Heilung zu rechnen. Die Jahrhunderte haben mit diesem Aberglauben aufgeräumt, und aus so stolzer Vergangenheit ist der Nagel zu einem nüchternen einfachen Werkzeug der Zweckmäßigkeit geworden. Die Zeiten, da die Poeten die Nagelschmiede noch besangen, sind da- hin: und mit ihnen auch die Nagelschmiede selbst. Denn heute schneiden surrende Maschinen mechanisch Drähte zu Nägeln und versehen sie zugleich mit Spitze und Kopf. 1795 wurde das erste Patent für eine Maschine zur Herstellung von Nägeln erteilt.
Grenzstädte im Böhmerwald.
Von Frih Heinz DReimefd). Mit einer Zeichnung von Ragimund Rrimesch.
gesetzt: das Leben, dem er Gewalt antut, um es nach seinem Willen zu zwingen, nimmt seinen eigenen Lauf. Was er mühsam aufzubauen sucht, scheint ihm zu entgleiten: zwei Söhne sterben ihm, und der dritte erliegt fast der Löckung eines leichten genießerischen Le ens. während seine Schwester, des Kindesmordes schuldig, in die Fremde ziehen muß. Aber das Schicksal, das ihn in seinen Söhnen heimsucht, wird ihm über den Tod hinaus zum Segen in seinem Enkel. Er ist reif geworden für Markkus Vermächtnis und zeigt sich in der Stunde der Gefahr, als der Bolschewismus Land und Volk zu vernichten droht, beim Kampf um den Hof als Mann feiner Ahnen würdig. Das Erbe, das auf ihn überkommen ist, liegt bei ihm in guter Hand, und das Geschlecht Markkus findet wieder den Weg zu einem neuen glücklichen Aufstieg.
— Johannes Kirschweng: Der harte Morgen. Erzählung. 80 Seiten. Pa ppb and 1,80 Mark, Leinen 2,40 Mark. (Neue Engelhorn-Büche- rei.) Verlag: I. Engelhorns Nachf., Stuttgart. — (290) — Die kleine Erzählung spielt in der saarländischen Heimat des Dichters, nicht weit von der elsässischen Grenze. Sie erzählt von dem Schicksal des jungen Jakob Pflumm, dessen Vater den alten Bauernhof aufgeben und mit der Familie in die Stadt ziehen mußte, um dort als Glashüttenfuhrmann feinen Verdienst zu finden. Für Jakob bedeutete dieser Wechsel vom Land in die Stadt das Ende des Paradieses. Nichts vermag ihm das Verlorene zu ersetzen, und mit sttller Wehmut und Trauer muß er an den Hof und den Acker, an Väume und Tiere „daheim" zurückdenken. Alles, was er angreift, geht ihm fehl, so sehr er sich auch bemüht. Erst nach vielen Umwegen und Enttäuschungen _ gelingt es ihm, sich von allem Bedrückenden frei zu machen und wieder froh und klar in die Sonne zu sehen. Was die Erzählung auszeichnet, ist die behutsame Hand des Dichters, mit der er das innere Wesen dieser Menschen zu zeichnen weiß.
Zwillingsschicksal ist stärker: einer muß das Leben des andern leben, einer im Schatten des andern stehen, einer sich für den andern opfern, einer die. uCl «,MCIiuuVn nuu; tptaeibuurq leinen
Liebe des andern nachlieben. Das steigert sich dra- Gewinn zieht, wie streng er über die aufstrebende malisch, als der eine, mit dem Zwilling verwechselt, I Sippe herrscht, auch seinem Wollen sind Grenzen
westböhmen zieht sich 200 Kilometer lang das größte runden Turm des Schwarzenberger Schlosses mit hätten verkehren können. Die Organisatoren dieses deutsche und mitteleuropäische geschlossene Wald- stmem gewalttgen Gemäuer, liegt die Stadt Krumau.! Andels lebten in Prachatitz; sie überwachten die h 1P t Tinrfl h PtTt <*■■■> 11 hn ft PH — hör 'Rnhtriorwrifh HRIn nort hytfPnrt Fl <4, hi a fthttfor hör r— r- < > r> i . L ..
— MartinLuserke: DerEiserneMor» gen. Ein Wikinger-Roman. 500 Seiten mit mehreren Karten. Kart. 5,20, Ganzl. 6,50 RM. Ludwig 23oggenreiter Verlag Potsdam. — (309) — Mit starker Spannung ist der Beginn des tausendjährigen Kampfes zwischen nordischer Art und südlicher Jenseitssehnsucht in dem abenteuerlichen Schicksal zweier Sprößlinge aus dem sächsischen Geschlecht Thursloh gespiegelt. Der Forscher weiß, wie spärlich alle Berichte aus jener Zeit sind. Hier rft von ihr fesselnd und glaubhaft erzählt. Denn in diesem Buche wirkt 'mehr als in seinen anderen Werken ein Geheimnis von Luserkes Schilderung: die jahrelange, persönliche Erforschung aller Schauplätze des neuen Werkes machte die Länder, die Küsten, die See für Luserke zu „Quellen". Das Buch ist darum mehr als ein historischer Roman. „Sage von der - Vergangenheit wird aus der Begeisterung für die Gegenwart gestaltet", schreibt der Dichter in feinem aufschlußreichen Nachwort. Der Aufstteg des Helden Hunigar vorn Zustand der Erniedrigung bis Zur Ausfahrt als Wikingerführer wirkt wie ein Gleichnis für unsere Gegenwart.
— „D o m Alltag des deutschen Mittelalters." Aus alten deutschen Chroniken ausge- • wählt und übersetzt von Hermann Maschek. Nr. 222 der „Kleinen Bücherei" des Verlages Albert Langen- Georg Müller, München. Preis geb. 80 Pf. — (331) — Wer wissen will, wie unsere Vorfahren sich ihr Leben bauten, was ihr Tagewerk ausmachte, wie sie ihre Feste feierten, woran sie glaubten und wie sie Ernstes und Heiteres trugen, der lasse sich aus den hier ausgewählten alten Chroniken von den Menschen früherer Jahrhunderte in ihrer kraftvollen kernigen Sprache erzählen.
— „Stimme O e st e r r e i ch s." Zeugnisse aus drei Jahrhunderten. Ausgewählt von Max M ll. Nr. 217 der „Kleinen Bücherei" des Verlages Albert Langen-Georg Müller in München. Preis geb. 80 Pf. — (331) — In Volkssagen und Volksgedichten, in Beiträgen zur Kunst und zur Natur, in Dokumenten aus der Welt Haydns und Mozarts, Beethovens und Schuberts, in dichterischen Zeugnissen von Grillparzer, Stifter, Ferdinand v. Saar, Rosegger wird in dieser Sammlung das echte, seiner deutschen Sendung bewußte Oesterreich lebendig. Ergreifend klingt das Büchlein aus in Versen aus Josef Weinhebers großem „Hymnus", dem Hohen Lied von der Heimkehr der deutschen Ostmark ins Reich.
Blick auf Krumau.
wuchernde Wildnis bezwungen und sie der Menschheit dienstbar gemacht. Adalbert Stifter und Hans Watzlik, die beiden großen Dichter des Böhmerwaldes, haben den Kampf des Menschen gegen den Wald in ihren Werken beschrieben. Ein rauhes, hartes, knorriges Geschlecht sind die Böhmerwälder Waldbauern. Bayrische Grafen von Bogen und die Wittigonen, die Herren der Rose, waren die Begründer der planvollen Erschließung des Waldes, die im 12. Jahrhundert begann, aber bis ins 19. Jahrhundert andauerte. Tschechen haben hier nie versucht zu arbeikn, das war ihnen viel zu mühsam. Erst als der Deutsche aus der Wildnis Werte bereitet hatte, begann der Tscheche Ansprüche zu stellen und log der Welt vor, die Deutschen hätten ihm den Boden gestohlen, als wenn das Stehlen eine deutsche Eigenschaft wäre.
Jahrhunderte hindurch hat der deutsche Bauer immer und immer roieoer gerodet, denn der Urwald drängt immer nach und frißt gerodetes Land sofort auf, wenn es nicht dauernd betreut wird. Umklammert vom Walde liegen die romantischen Städtchen, die Dörfer und Gehöfte. Soweit der Wald reicht, soweit auch das deutsche Sprachgebiet. Wo das Gebiet anfängt, eben und fruchtbar zu werden, da wohnt der Tscheche. Die Svrachgrenze ist abgesteckt durch eine Reihe alter Städte, als deren hervorragendste genannt seien: Krumau ander • Moldau, Prachatitz und Winterberg.
Sie haben in den letzten zwanzig Jahren besonders stark unter den Angriffen der Tschechen' leiden müssen.
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— Erich Haenel: Dom und Burg in Meißen. Mit 32 Abbildungen und einem Grundriß. Geb. 90 Pf. Verlagsbuchhandlung I. I. Weber in Leipzig. — (265) — Durch die zufällige Erfindung I. Fr. Böttgers, durch feine Porzellanmanufaktur ist Meißen weltberühmt geworden; weit weniger berühmt, auch nur über bie Grenzen Sachsens hinaus, sind unverdientermaßen fein Dom und die Albrechtsburg, die, zu einer architektonischen Gruppe von merkwürdiger Einheit zusammengeschlossen, das Stadtbild an der Elbe charakteristisch beherrschen. Professor Dr. Erich Haenel, Direktor des Grünen Gewölbes und des Historischen Museums in Dresden, gibt in dem anziehend ausgestatteten Bändchen der Weberschiffchen-Bücherei (Nr. 33) eine verständnisvolle, knapp zusammenfassende und aufschlußreiche Einführung in die Geschichte Meißens und insbesondere die Baugeschichte des Dornes und der Burg über der Elbe. Was den Dom angeht, so werden auch die architektonisch bemerkenswerten Einzelheiten gebührend gewürdigt und herausgehoben; selbst bei flüchtigem Betrachten wird beispielsweise die auffallende Aehnlichkeit der großen Plastiken Kaiser Ottos I. und der Kaiserin Editha im Chor mit den Naumburger Stifterfiguren kaum zu übersehen sein. Das Bildmaterial, nach Aufnahmen der Landesbildstelle Sachsen in Dresden, zeichnet sich durch vorzügliche Klarheit und erfreuliches Eingehen auf charakteristische Details aus. Hans t hyriot
— Josef Martin Bauer: Zwischenspiel. Erzählung. 203 Seiten. Ganzleinen 4 RM., drosch. 3 RM. Propyläen-Verlag, Berlin. — (242) — Wir haben eine Reihe früherer Bücher von Joses Martin Bauer an dieser Stelle bereits angezeigt und sind dabei auch, in einem Novellenbande, dem Doppelgänger-Motiv schon begegnet, das in der großen Erzählung „Zwischenspiel" wieder aufgegriffen und abgewandelt wird in der Geschichte der Zwillingsbrüder Ecarius, deren Schicksale und Le-1
Zwillmgsbruder Ecarius, deren Schicksale und Le-, —Unto Seppänen: Markkuund fein benswege sich auf eine merkwürdige Weise über- Geschlecht. Roman. Berechtigte Uebersetzunq Ichnerden. Die Umschlagzeichnung zeigt einen Mäd- j aus dem Finnischen von Rita Ohquist. 456 Seiten chenkops, dem sich von rechts und links zwei zum In Seinen gebunden 7,50 RM. Verlag Albert Lan- Verwechseln ähnliche Männergesichter zuneigen; in gen/Georg Müller, München, 1938. — "(274) — Unto
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im tiefen Zwinger; Kanonen dräuen mit ihren mit deutschen Steuergeldern errichtet und mit ge- ehernen Rohren. Großartige Paläste mit Hunderten wattigen Anstrengungen versucht, die drei Städte von Zimmern und ein unvorstellbarer schöner Blick zu entdeutschen. Es wird sich zeigen, von den Zinnen des Bergfriedens hinaus bis zur Neutschechentum dieser alten deutschen Grenzstädte Grenze der Sprachen. Bestand hat!
gebiet nach dem Südosten — der Böhmerwald. Wie verschüchert ducken sich die uralten Häuser der _ Offer, Rachel und Lüsen, Dreisessel und! Vorstadt unter der Burg, ein Durcheinander von Plöckenstein, Kubany und Schöninger heben sich aus Fachwerk und hochgiebligem Barock, von sttllosem dem schier endlos dünkenden Walde empor. Nur! Arme-Leute-Bauwerk und edler Renaissance, selten wird das Dickicht der urigen Tannen und Krumau, die stolze Bürgerstadt, tut sich uns erst Fichten von Rodungen, von Wiesen und Feldern auf, wenn wir das erstemal am Moldaufluß stehen, unterbrochen. Nur- am Laufe der Moldau entlang । lieber uns die riesige Schloßanlage, einst das Haupt-
«sich großer^ Wiesenflächen, sonst überall । schloß der gewaltigen Herren von der Rose, Wald, Wald, Wald. Diese Landschaft wurde vorn ‘ ----- ' ~ ......
deutschen Menschen erschlossen. Deutsche Fäuste haben in einem namenlos schweren Kampf die
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