Mittwoch ly. Oktober!9Z8
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger fürGberheiien)
V. 245 Zweites Blatt
Junge deutsche Nation
Welt auf, der Jungmädelbund und damit die Ät
le*
meinschaft vieler Kameradinnen
den
Werjungen betuchen den Londoner Tower
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MWUM
sie.
einmal hinab — springt
Mitten im Beifallsjubel ertönt der Schlußpfiff.
Am 20. April dieses Jahres wurde der Jahrgang 1928 in den Jungmädelbund ausgenommen. Ein halbes Jahr ist seitdem vergangen. Die Zehnjährigen haben sich in den Jungmädeleinheiten eingesetzt, und nun erhalten sie in der ersten Hälfte des Oktober Halstuch und Knoten auf Derpflichtungs- feiern, die überall im Reich stattfinden.
Der Vater der Fische.
Geschichte von einer Herbstfahrt.
Steht da eiff Jungmädel — eines von den „Reuen" — etwas zögernd auf einer hohen Kiste, von der es einen Meter in die Tiefe springen soll. Das ist für eine Zehnjährige eine ziemliche Höhe. Ob sie den Sprung wagt? Ob es nicht doch zu schwierig ist? — Ach was! Dort stehen die Kameradinnen, die nächste wartet schon Sie schaut noch
Mit Halstuch und knoten..
Aus Gerda und Waltraut werden Zungmädel
Ls
„Wieso?" wollte Karl wissen. „Du stehst natürlich unter einem Mauervorsprung und bekommst keinen Regen ab. Aber ich? Ich kriege den Regen aus allerbester Quelle!" war Bimbos Antwort. „Dafür muß ich aber auch zum „Alten" rennen, wenn du eine Nachricht für ihn hast!" gab Karl zu bedenken. Sie kamen zum Kirchturm. Der Küster wurde her- ausgeholt und ließ Bimbo ein. Karl postierte sich unten auf. Nach wenigen Minuten wurde von Bimbo eine Strippe herabgelassen.
„Gar nicht dumm!" murmelte Karl. Denn er kannte diese Art von Strippenpost, von der ihm sein Bater aus dem Kriege erzählt hatte. Karl döste em wenig. Plötzlich wurde die Strippenpost in Betrieb genommen. Eine Meldung kam herab, die Karl in Empfana nahm und diese, haste nicht was kannste, zum „Alten" brachte.
„Lies selbst vor!" befahl Alfred, der „Alte" Karl riß die Meldung auf und wurde puterrot im Gesicht. „Vorlesen!" befahl noch einmal Alfred. „Ja, ich .. " stotterte Karl. „Kannst du denn nicht hören, Karl?" Alfred wurde wild. „Ich ..." brubbelte Karl verlegen. „Also zum letzten Male sage ich dir: vorlesen!"
Da gab sich Karl einen Ruck und las nun zur großen Freude und unter großem Gelächter des ganzen Zuges vor:
„Hier Bimbo! Kirchturmspitze! Oben regnet s, unten auch?" D. G. Lupke.
Ambos Heilung
Er wurde Jumbo, das Elefantenbaby, getauft, wegen seiner körperlichen Fülle. Jumbo war ein gutmütiger Kerl. Jumbo machte bei allem mit, wenn es ihm auch schwer ankam. Da er sich vor nichts drückte, hallen ihm seine Kameraden gern, wenn er einmal nicht mehr mitkonnte. Doch Jumbo hatte eine Krankheit. Eine ganz sonderbare, nach gewissen Zeitabschnitten immer wieder auftauchende Krankheit. Wenn es ihm nämlich zu gut ging, fing er an, groß anzugeben. Das paßte gar nicht zu Jumbo. Seine Kameraden waren davon wenig erbaut. Wenn er besonders angab, stand er bald alleine da. Dann war wieder Ruhe für einige Wochen. Wenn sich Jumbo mal wieder zu wohl- fiihlte fing die Sache von neuem an Einmal fuhr Jumbo mit fernem Vater weg. Als er zurückkehrte, erzählte er, was er gesehen und gehört hatte. Ja,
und strahlt. Geschafft! — „Natürlich", denkt sie, aber nicht: „Wie stehe ich da!", sondern: „Nun muß ich noch für Anni und Ilse den Daumen kneifen, dann hat unsere ganze Jungmädelschaft die Jung- m'ädelprobe bestanden." — Wenn dann alle fünfzehn aus der Jungmädelschaft ihren Mut bewiesen haben, wenn sie sowohl ihre Geschicklichkeit als auch ihren Willen zur Leistung gezeigt haben, sind aus den „Neuen" richtige Jungmädel geworden.
Der Wimderwrwart.
Fritz steht heute das erstemal bei einem Handballwettspiel im Tor. Schon beim Training hat er gezeigt, daß er alle Fähigkeiten, die ein Torwart von Klasse haben muß, besitzt. Er hat sogar noch den ganz besonderen Vorzug, daß er sich nie vom anstürmenden Gegner täuschen läßt. Wie oft kommt es doch vor, daß ein Torhüter nach der rechten Seite stürmt und der Ball lustig in die linke Ecke rollt.
Fritz wartet nicht darauf, bis der Gegner nach der einen Ecke schielt und nach der anderen schießt, sondern er hat eben seine eigene Taktik. Merkt er, daß das Leder wieder einmal seine Ruhe stören will und der Stürmer zum Schuß ausholt, so macht er auch schon Anstalten, nach einer bestimmten Seite zu türmen, und Kopf und Hände zeigen leicht die Richtung an, wohin er springen wird.
Der Gegner natürlich sieht die andere Seite ungedeckt und knallt dorthin, und das ist es, was Aritz so groß macht. Kaum sieht er den Ball von der Hand des Gegners gleiten, da schwingt sich plötzlich sein Körper nach der anderen Richtuna, und unter brausendem Beifall des Publikums wirft er den „glänzend gehaltenen Ball" ins Feld zurück.
Es ist klar, daß auch der beste Torsteher nach jedem Spiel sein „Paket" mit nach Hause nehmen muß, und so hat auch Fritz heute fünf Minuten vor dem Spielende siebenmal den Ball aus dem Netz fischen müssen, natürlich nur weil die Verteidigung nichts wert war. Ein kleiner Trost war es für ihn, daß seine Mannschaft noch mit einem Tor voraus war.
Da kommen die letzten und aufregendsten Augenblicke des Spiels. Das Publikum gebärdet sich wie rasend, wenn der Sturm über das Feld fegt. Fritz muß nun ein letztes Mal sein Können zeigen. Natürlich wieder dieselbe Taktik, aber als der Gegner losschießt und Fritz wieder nach der anderen Seite fliegen wollte, gleiten ihm seine Füße ab. Ein plötzlich einsetzender Platzregen hatte den Boden im Nu aufgeweicht Der Torwart stürzt und fliegt mit der Brust direkt auf den Ball.
Die Meldung »om fiirdrturm
„Bei diesem Sauwetter zu marschieren ist wirklich kein Vergnügen", meinte Bimbo mißmutig zu seinem Nebenmann. Die Langschäfter.stießen kräftig in den vom Landregen aufgeweichten Dreck. Wenn Bimbo genau hinhörte, sagten die Stiefel „Obadja", wenn man sie aus dem nassen Lehm zog, und „Matsch", wenn man sie wieder auf den Boden setzte. Bimbo glaubte wenigstens diese Worte zu vernehmen. „Hörst du Karl?" nahm Bimbo wieder das Wort. „Nichts höre ich!" antwortete Karl. „Doch!" bestand Bimbo. „Obadja und Matfch! Obadja und Matsch ..." - „Zum Teufel was meinst du eigentlich damit?" — „Die Stiebe!l, die Stiebe!'." Bimbo zeigte auf feine Langschäfter. „Und was ist damit?" fragte Karl erstaunt der aus B'm- bos Reden nicht schlau wurde. „Mensch, bist du denn so schwer von Begriff? Die Stiebe! sagen dauernd „Obadja" und „Matsch" ... .
„lieber was unterhaltet ihr euch eigentlichi wollte Erwin wissen, der als Schlußlicht im Zuge marschierte. Vor sich hatte er Bimbo und Karl deren Gespräch er zum Teil gehört hatte Juber Adam und Eva!" gab Karl zur Antwort Erwin war beleidigt. „Bimbo wird es dir erklären! lenkte ^Also".Hub Bimbo an. Doch weiter kam er nicht. Denn es kam das Halt-Kommando:
„Bertelsmann!" rief eine Stimme an der Spitze des Zuges. Bimbo spritzte wie von der Tarantel gestochen nach vorne „Hier!" meldete er sich.
Müller zwo!" rief es wieder von der Spitze her. Karl raste ebenfalls vor und stellte sich neben Bimbo auf. x
Seht ihr dort den Kirchturm, Bimbo und Karl? fragte der „Alte" - der Zugführer wurde so genannt — und zeigte dabei mit ausgestreckter Hand auf eine in ungefähr fünfhundert Meter sichtbare Kirchturmspitze, jawohl!" bestätigten beide. „Dorthin werdet ihr jetzt gehen. Bimbo wird den Kircy- turm besteigen, Ausschau halten und mir ourcy Karl alles berichten lassen, was auf der Landstratze jenseits los ist. Der Küster ist von mir benachrichtigt worden. Er läßt dich auf den Turm, Bimbo.
Damit waren Bimbo und Karl entlassen. Unterdessen regnete und regnete es weiter ohne 1Inter= laß, als sich beide auf den Weg machten ..Du hast natürlich den besseren Posten!" räsonierte Bimbo.
Nun ist die Zeit der Bewährung um. Die Zehnjährigen haben alle ihren Willen zum Diensttun bewiesen. Zehntausende treten mit ihrer Einheit in diesen Tagen an, um als letztes Zeichen ihrer Zugehörigkeit Halstuch und Knoten in Empfang zu nehmen. Noch einmal wird ihnen die Jungmädel- führerin die Aufgaben und Pflichten aufzeigen, die ein jedes Jungmädel durch den Eintritt in den JM.-Bund auf sich nimmt, noch einmal wird sie ihnen die kleinen Sorgen und die vielen Freuden der vergangenen Sommermonate zurückrufen und sie damit ermahnen, nie nachzulassen. Die Jung- mödel des Jahrganges 1928 wissen um diese Verpflichtung. Mit doppeltem Eifer werden sie an die ihnen gestellten Aufgaben des Winters Herangehen, und sie werden ihnen nachkommen, weil sie den Sinn des Jungmädelfeins begriffen haben. M. L.
Platz nachher."
Es war dies alles so seltsam und reizte uns, dort zu bleiben. Kaum hatten wir unsere Tornister in dem Blockhaus ausgepackt und verstaut, als der Mann uns mit einem Gesicht, das zugleich Freude, Stolz und Glück widerspiegelte, einlud, mit vor das Haus an das Ufer zu kommen. Der Mann hatte große wasserdichte Stiefel an und trug einen Eimer in der Hand. Wir folgten ihm bis an das Ufer. Der Mann stieg hinein in das Wasser und hob die Hand. Siehe da! Das Wasser wurde lebendig. Es nrmmelte von einer Unzahl Fischen, die mit ihren Leibern den im Wasser stehenden Mann umschlossen und ihre Mäuler aus dem Wasser steckten- Wir waren wie erschlagen. Ja, hat man so etwas gesehen, ein Mann befiehlt den Fischen? Was war dies für ein seltsamer Heiliger? Ein Einsiedler und ein Freund der Fische. Da stand er bis an die Knie im Wasser und fütterte die Fische. Er hatte dabei ein so glückliches Gesicht. Er sprach mit ihnen, und, wenn ich recht verstand, sagte er: „Drängt euch nicht, drängt euch nicht!" Als er wieder vorsichtig herausstieg aus diesem Gebrodel von Fischleibern, sagte er zu uns: „Ja, da staunt ihr, was? Sie kennen mich genau. Ich bin ihr Freund. Mich kennen sie genau." v
Wir waren so erstarrt ob dieses Wunders, daß wir dein Weiteres Wort der Entgegnung wußten. Wir zogen uns zurück und hielten uns von diesem seltsamen See ein wenig weg. Am nächsten Tage
jedoch meinte Helmut: „Warum sollen wir denn schon wieder Kartoffeln schälen! Da sind doch so viele Fische Wir nehmen uns ein paar und braten sie. Ich hätte gerade Appetit darauf."
Es war uns allen ein wenig seltsam dabei. Das muß gesagt werden. Aber schließlich, wenn einem die Fische hier in die ausgestreckte Hand hineinschwammen, warum sollte man nicht zupacken? So aßen wir gebratene Fische. Wir würgten ein wenig an den Happen. Unsere Lustigkeit war ein wenig aufgeregt. Es war, als müsse noch irgend etwas geschehen. Der Mann, der Vater der Fische, dieser seltsame Heilige, stieg wieder mit seinem gefüllten Eimer ins Wasser. Er stand da ein wenig einsam im Abendlicht. Wir sahen vom Lager aus seine Silhouette. Er bewegte sich nicht, und seine Arme hingen schlaff herunter. Der Spiegel des Sees rührte sich nicht Kein einziger Fisch zeigte sich. Da wandte sich der Mann wieder, stieg ans Ufer und
sah, wie es uns schien, mit abwesenden und verlorenen Blicken über den weiten See. Hans wurde unruhig. Er sagte: „Ich bin bestimmt nicht ängstlich, aber ich habe so ein sonderbares Gefühl. Das war nicht recht von uns, daß wir die Fische fingen. Wir hätten ihn fragen müssen." Wir waren alle der gleichen Ansicht So etwas war uns noch nicht vorgekommen, wir wußten nicht, wie wir uns verhalten sollten Es schien um diesen See ein Geheimnis zu sein. Da warfen wir uns auf unsere Räder, brachen durch das Uferdickicht und fuhren nach Hause.
Ihr meint, das sei gelogen? Bestimmt nicht. Wir haben es wirklich erlebt. Vielleicht, ich gebe zu, habe ich übertrieben. Vielleicht habe ich mehr geschrieben, als ich schreiben konnte. Aber wißt ihr, das kommt vom Herbst. Fahrt ihr einmal unterm Herbsthimmel über eine Landstraße. Da fallen euch
I noch ganz andere Sachen ein. Herbert.
Dann waren sie ausgenommen in die Millionengemeinschaft. Nun hieß es plötzlich nicht mehr: Du bist Lotte Niemeyer, du Inge Dietrich — jetzt bist du ein Jungmädel, und als solches hast du dich au bemühen, den Forderungen des Jungmädelbundes nachzukommen. Du hast ehrlich, offen und klar zu fein, du hast den anderen Kameradin zu sein. Dann wirst du von selbst lachend und froh in die Welt schauen und trotzdem mit Ernst und Verständnis die Arbeit, die dir zugewiesen wird, anpacken. Und in dieser Geradheit und in diesem Stolz liegt die ganze Natürlichkeit und die ganze Frische deiner Jungmädelart.
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Der erste Sommer in der Jungmädeleinheit geht rasch dahin, scheinbar spielerisches Treiben hält das Jungmädel gefangen. Lieder, Märchen, Sagen, Scharaden, Stegreifspiel im Heim, besinnliche Stunden, in denen die Führerin erzählt von Deutschland, von unserem Führer, von der Heimat — und daneben kurze Fahrten in die Umgebung, hinaus in Feld und Wald, leichter Sport,. frohes Tummeln auf grünem Rasen —, das sind die Dinge, die dem Jungmädel die ersten Eindrücke vom Wesen und Wollen des JM.-Bundes vermitteln. Die Lebendigkeit, Wirklichkeit und Ungezwungenheit, die sich hinter der kleinsten Tätigkeit Derber- gen, sprechen jede einzelne an. Das läßt sie ganz von selbst in die Gemeinschaft hineinwachsen. Dann kommt es plötzlich nicht mehr vor, daß die sonst so nachlässige Traute mit zerrissenen Strümpfen her- umläuft, daß Inges Mutter schelten muß, weil ihr Sorgenkind schon wieder unpünktlich ist, daß Ursel sich andauernd mit Irmgard zankt und ,sthr böse ist". Jungmädel sein, verpflichtet, spornt an, erzieht zu Kameradschaft und Einsatz. Keines der Jungmädel wird je davon sprechen, wird diese Veränderung selbst bemerken, aber es drückt sich im ganzen Erscheinungsbild, in der ganzen Art aus. Aufgeschlossen und mit einer gläubigen Bereitwilligkeit nimmt die Zehnjährige das auf, was der Dienst ihr gibt, stolz bekennt sie: Ich bin jetzt auch ein Jungmädel, und ich will den Forderungen des Dienstes nachkommen.
Deshalb ist es für das zehnjährige Jungmädel auch eine Selbstverständlichkeit, die Jungmädelprobe zu machen. „Geschicklichkeit und Leistung" heißt die Parole. Liegt darin nicht der ganze Sinn der Bewährung? Nur wer mutig und unerschrocken ist, ist ein Jungmädel. Nur wer mit offenen Augen, gerade und aufrecht voranschreitet, behauptet sich als Jungmädel. Und wer in den letzten Wochen auf Sportplätzen und auf Fahrt die Zehnjährigen beobachtete, wie sie lachend über den Rasen kugelten, Rolle vorwärts, Rolle rückwärts, wie sie aus einem Meter Höhe sprangen, wie sie dankbar und freudig all die Herrlichkeit der Natur, der Tier- und Pflanzenwelt in sich aufnahmen, der versteht, daß es für jede einzelne eine Lust ist, Jungmädel zu sein. Keine will zurückstehen, keine will Duckmäuser sein und sich von den anderen auslachen lassen, keine murrt und brummt.
Wir machten eine Herbstfahrt. Wir suchten entschwundenen Sommer. Er war ein bißchen betrüblich, wie wir unter einem unfreundlichen Himmel über Landstraßen fuhren und froren. Wir waren fünf Jungen und hießen Herbert, Hans, Heinz, Hubert und Helmut. Meint ihr, das komme euch seltsam vor, daß unsere Namen alle mit dem gleichen Buchstaben anfangen. Ach, dann wartet, wir haben noch viel seltsamere Dinge erlebt.
Wir suchten einen See. Wir waren das vom Sommer her so gewohnt und geradezu versessen darauf, dem Wetter zum Trotz zu baden Es mußte ein einsamer See sein. Helmut behauptete, in der Karte einen See entdeckt zu haben, der so einsam liege, daß sich dort Hasen und Füchse gute Nacht sagen. So fuhren wir schließlich durch einen dichten Wald, drängten unsere Fahrräder durch ein sperrendes Dickicht und hatten dann' einen Ausblick auf einen See. Er war ganz einfam. Er war von hohen Waldmauern umstanden. Der Himmel spiegelte sich in seiner ruhigen Fläche. Schon freuten wir uns, als wir rechtzeitig eine Art Blockhaus bemerkten. Es lag nahe am Ufer und war aus rohen ungeschälten Stämmen aufgebaut.
„Das ist ärgerlich", meinten wir. Gewiß war ein Mensch in der Nähe. Schließlich gingen wir auf das Blockhaus zu, öffneten die Tür und traten ein. Wir befanden uns in einem großen Raum, der nur sehr wenig Möbel hatte. £)a flüsterte einer von uns und wies auf einen Tisch: Da lag eine Pfeife. Hans faßte sie an. „Sie ist noch ganz warm." Wir waren etwas gepackt von der Seltsamkeit dessen, was mir sahen, und fuhren zusammen, als plötzlich hinter uns ein Tür ging und ein Mann ins Zimmer trat Er war groß und mager. Er schien keine große Sorgfalt auf Kleidung zu legen. Er hatte ein offenes Gesicht und schien jetzt sehr verdutzt zu sein.
„Wo kommt ihr denn her?" fragte er. „Wir wollen hier über das Wochenende ein Zelt aufschlagen." „Das geht nicht", sagte der Mann. „Warum geht das nicht?" fragte Hans. „Sind Sie der • Besitzer hier?" „Nein, nein", sagte der Mann etwas verwirrt und verlegen, „nein der Besitzer bin ich nicht, aber ich habe hier einiges zu sagen." — „Das ist schade", meinte Hans, „wir wären gern zum Baden hiergeblieben." — „Um zu baden?" sagte der Mann erregt. „Das könnt ihr nicht." Er stand eine Weile stumm im Zimmer, dann meinte er gutmütig: „Na, bleibt doch hier, aber haben könnt ihr nur im Seitenkanal, ich zeige euch den
wenn er mit seinem Vater weg war, hat er immer besonders viel erlebt. Und marschiert sei er mit seinem Vater. 40 Kilometer hätten sie an einem Tag geschasst. Allerdings waren sie nur einen Tag marschiert, um einmal die Glieder ein wenig in Bewegung zu bringen. Einfach war es ja nicht, mit diesen 40 Kilometer. Aber mit Vater geht man so prima. Ueberhaupt, er kann einem etwas erzählen, er weiß fast alles. Das ging so weiter. Immer mehr steigerte Jumbo seine Leistungen. Die Jungen fingen an zu lachen und machten ihre Witze. Doch Jumbo ließ sich nicht stören. Er beteuerte, daß es wirklich so wäre. , ,
Der Scharführer unterbrach die Unterhaltung. Er rief sie zusammen und gab einen Befehl bekannt. Für nächsten Sonntag war der Dienst angesetzt. Antreten um 6 Uhr, Brotbeutel sind mitzunehmen. Sonntag war ein prachtvoller Morgen. Punkt sechs Uhr war die Schar angetreten. Singend marschierten die Jungen durch die stillen Straßen. Felder famen, immer neue Felder Die Sonne war hoher gestiegen und begann verflucht zu brennen. Immer weiter ging es. Die Zunge begann am Gaumen zu kleben. Naß waren die Hemden vor Schweiß. In einzelnen Gruppen marschierten sie. Hoher stieg die Sonne, und immer weiter zog die Schar.
Jumbo war ganz hinten. Er wollte sich schon niedersetzen. Das müßte guttun. Aber er schämte sich vor den andern und nahm sich zusammen. Wie er so marschierte, dachte er an den letzten Dienst. Was er damals erzählte? Nein, eigentlich war es gar nicht schon von ihm gewesen. Schon wieder war er ein paar Schritte hinter der letzten Gruppe Er mußte mehr aufpassen, durfte nicht so viel denken. Denn schaffen mußte er es. So holte er auf und marschierte mit den andern im gleichen Schritt. Gesprochen wurde nicht viel. Jumbo sagte überhaupt nichts. Es sollte niemand merken, wie schwer es ihm ankam. Nur als ihn einer fragte, wie es geht,
Es war schon eine Zeit der Prüfung, die hinter den Zehnjährigen liegt. Am 20. April, am Geburtstag des Führers, waren sie ausgenommen. Etwas ganz Neues, Großes trat in ihren Gesichtskreis, von dem sie sich die verschiedensten Vorstellungen mach- lcl ten. Hatten sie bisher nur das Elternhaus und die
— sieht sich fragend um I Schule gekannt, so tat sich jetzt vor ihnen eine neue
sagte er „gut".
Endlich war das Ziel erreicht. Am Ufer eines Sees ließen sie sich nieder. Das kühle Wasser tat gut. Bald war auch ein Spiel im Gange. Keiner bemerkte, daß Jumbo heute ganz still mar. Nicht von der Müdigkeit kam das. Denn auch ihn hatte das Wasser erfrischt. Jumbo machte sich allerlei Gedanken. Warum, das wußte er selbst nicht. Es ging -........... —»---- ----- ---
ihm nicht aus dem Kcnst, wie häßlich doch Angeberei Fritzens Taktik hat wieder einmal die Situation ist Auch als sie nach House marschierten, schwieg er. und das Spiel gerettet —x.
Jumbo wird nie mehr angeben. Kx. I J 1
Eine Gruppe Hillerjungen, die sich in England aufhält, stattete auch der.Landeshauptstadt einen Besuch ab. Hier lassen sich unsere Jungen von dem mittelalterhd) foftumierten Wachter die Sehenswürdigkeiten im Londoner Tower zeigen. (Atlanttk-M.)
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