Einzelbild herunterladen

irnhius |(p i| ag> esatzvm ui aj iiiuöq roh 0DJ& IlDQaq Öüi(t QUrt nvzsoW, ualpjlwk pidjuauiuiu.jng svq anj sajiamaF uwj iacn sauia (pou lunoj sa goq 'haisatzchWnv oj ;]i

Dimitroff in -er Benesch-Maske.

Europa steht unter dem stärksten Eindruck der Blutgreuel, die der tschechisch-sowjetrussische Bol­schewismus in den letzten vier Tagen verursacht hat. Gerade die Vorgänge der letzten 48 Stunden in der Tscheche! haben für die ganze Welt einschließlich der bedingungslosen Tschechenfreunde eine letzte Auf­klärung von absoluter Eindeutigkeit gebracht. In der demokratischen Republik" des Urkundenfälschers, Betrügers und notorischen Lügners B e n e s ch re­giert der prominenteste sowjetrussische Mordbrenner D i m>i t r o f f, der bereits Anfang der vergangenen Woche in Prag eintraf. Unter der Führung von Benesch ging die Tscheche! endgültig in das Lager der Staaten bolschewistischer Hörigkeit über, nach­dem sie Zeit ihres Lebens niemals Anspruch auf den Rang eines Kulturstaates gehabt und bereits seit dem Abschluß des Paktes mit Moskau eine vor­bereitende Zwischenstellung unter der Maske eines Dolk/frontstaates bezogen hatte. Unter der Führung des gleichen Benesch auch werden die erklärten Feinde jedes Staates, die Kommunisten, zusammen mit dem verächtlichsten Straßengesindel aller Schat­tierungen in eine Bekleidung gesteckt, die sonst über­all aus der Welt als ein Ehrenkleid hochgeachtet wird, in die Uniform des Soldaten.

Nur ein einziges Merkmal, ein Letztes unterschei­det zur Stunde noch die Tscheche! von einem rein bolschewistischen Staatswesen sowjetrussischer Art: noch teilen sich in die blutige Verbrecherherrschaft der Straße Bolschewisten und Heer, nebst den an­deren tschechischen Formationen uniformierter Staatsfunktionäre. Noch! Niemand, am allerwenig­sten die Benesch und Konsorten, vermögen zu sagen wie lange Stalins Sondergesandter Dimitroff die Mitherrschaft des tschechischen Heeres und der ande­ren Formationen noch duldet und wann er ihnen und den Popanzen auf dem Hradschin eine genau so einflußlose Rolle zuweist wie derRegierung" von Barcelona. Möglich, daß Stalin-Dimitroff die löcherige Stuckfassade derdemokratischen Republik" zu Zwecken weiterer Irreführung der Tschechen­freunde in Westeuropa noch einige Zeit aufrecht­erhalten wollen. Aber anderseits gibt es zu denken, daß Moskau als obersten Leiter der Aktionen in

Bereitet Prag Blutbad unter den Sudetendeutschen vor?

Oie Grenzen gesperrt und Verfassung außer Kraft gesetzt.

Prag setzt die Verfassung außer Kraft.

Persönliche Freiheiten weitgehend aufgehoben.

Prag. 18. Sept (DRV) Die Prager Regierung hat für das Gebiet des ganzen Staates auf die Dauer von drei Monaten außerordent­liche Maßnahmen beschlossen. Mit diesem Be­schluß werden gewisse bürgerliche Rechte, die durch die V e r f a s s u n g s ur k u n d e garantiert sind, aufgehoben bzw. beschränkt. Dies sind insbesondere Eingriffe in die Freiheit der Per­son, des Hauses und des Briefgeheimnisses, weiter in das koalitions- und Versammlungsrechl. Bei einer Reihe von Straftaten kann die staatliche Sicher­heitsbehörde jederzeit auch ohne gerichtlichen Auf­trag Hausdurchsuchungen vornehmen, die Beschlag­nahme und Oeffnung von Briefen sowie anderer Sendungen ohne richterlichen Antrag anordnen, Ver­eine einer besonderen behördlichen Aufsicht unter­werfen, Versammulngsverbote erlassen, die Heraus­gabe und Verbreitung von Zeitschriften einschränken, den Zeitungen Vorzensur auferlegen, Ausnahmevor- schriflen über das Tragen von Waffen und Muni­tion verordnen. Diesmal wird zum erstenmal seit dem Bestehen des Staates von der Verhängung außerordentlicher Verfügungen Gebrauch gemacht.

Die Tschecho-Slowakei schließt ihre Grenzen.

Ausweisesperre

für alle Männe/bis zu 50 Jahren.

Prag, 18. Sept. (DNB.) Obwohl die von Paris gemeldete allgemeine Mobilisierung der

Tschecho-Slowakei dementiert wurde, ist doch die Tatsache festzustellen, daß seit heute früh nach Mitternacht die Ausreise aus der Tschecho-Slowakei für alle Männer bis zum Alter von 50 Jahren gesperrt ist, ohne daß diese Verfügung verlautbart worden wäre. Aus den Zügen wurden sämtliche Reisenden im Alter unter 50 Jahren her- ausgeholt bzw. beim Uebertreten der Grenze an- gehalten.

Roderich Menzel spielt nicht mehr für die Tschechen. Meran, 17. Sept. (DNB.) Beim interna­tionalen Tennisturnier von Meran, das

von jeher eine ausgezeichnete internationale Be- setzung aufzuweisen hat, kam es zu einem Zwischen­fall Roderich Menzel, der bekannte sudeten- deutsche Tennisspieler, der als vielfacher tschecho-slowakischer Meister schon so oft seiner Zwangsheimat zu Daoispokalerfolgen verhelfen mußte, weigerte sich, im Nationaldoppel um den Mussolini-Pokal mit dem Tschecho-Slowaken C e j n a r zusammenzuspielen, und erklärte, die Far­be der Tschecho-Slowakei nicht vertreten zu können, da er sich nicht mehr als Angehöriger dieses Staates fühle.

Hungernde Menschen klagen an.

Unbeschreibliches Elend im sudetendeutschen Industriegebiet.

Reichenberg, 18. Sepl. (DRV.) Das Su­detenland ist in Blut und Feuer getaucht, grenzen­los das Leid der deutschen Volksgenossen. Ihre Rot stammt aber nicht erst aus diesen Tagen, in denen sich der tschechische Terrorwahnsinn in einen wahren Blutrausch verwandelt hat. hunger, Arbeitslosigkeit und Elend aller Art sind bereits seit lan­gem die gewollten Folgeerscheinungen der tschechi­schen Unterdrückungspolitik. Am Erschütterndsten aber lst die Llendslage in den sudeten­deutschen Jndustrieorken, wo die mei­sten deutschen Fabriken ihre Tore schließen mußten, da ihnen die Tschechen syste­matisch alle Aufträge fortnahmen. In Erd­löchern und zerfallenden Rothütten fristen hier deutsche Volksgenossen ein unbeschreibliches Elends­dasein. Und auch diejenigen, die noch einen Arbeits­platz haben, stehen unter der Gewalt der Rot, die alle drückt. Denn der Lohn den sie für ihre schwere Arbeit erhalten, ist so erbärmlich klein, daß sie da­

von einfach nicht existieren können. Daher sind sie gezwungen, sich aus dem wilden Kohlen­abbau unter ständiger Lebensgefahr zusätzliche Einnahmen zu verschaffen, um über­haupt leben zu können. Wie sollten wohl auch diese armen, gequälten Menschen von einem Ar­beitsverdienst auch vegetieren können, der nach un­serem Geld oft nicht einmal die höhe von 40 RM. im Monat erreicht oder gar ein deutscher Fami­lienvater mit fünf Kindern mit einer wöchentlichen Unterstützung von zwei M a r k < während ein tschechischer Zöllner für seinen Diensthund die gleiche Summe als Verpfle­gungssatz erhält? Krankheit, hunger und Trostlosigkeit macht sich überall breit, und die hohlen Wangen der Kinder, gequälten Augen der Frauen sind eine ständige stumme Anklage ge­gen ein System, das länger zu ertragen auch die Welt diesen vergewaltigten Menschen nicht zu­muten kann.

Das Gudeiendeutschtum greift zu den Waffen.

Gudetendeutsches Freikorps" von vorerst 40000 Mann in der Aufstellung begriffen.

Zn London volle Ltebereinstimmung erzielt.

Das Ergebnis der französisch-englischen Besprechungen.

Es sei ihm nicht möglich, etwas darüber mitzuteilen, was sich in den Besprechungen ereignet habe, da er Chamberlain sein Wort gegeben habe. Der franzö­sische Ministerpräsident und der Außenminister schie­nen mit den Ergebnissen ihrer Besprechungen sehr zufrieden. Die französische Delegation hat Lon­don heute um 8 Uhr im Flugzeug verlassen, um nach Paris zurückzukehren.

Fast sämtliche Blätter sprechen die Erwartung aus, daß man jetzt an eine glatte Abtretung der Gebiete der Tschecho-Slowakei denke, in denen die deutsche Bevölkerung die große Mehrheit bildet, während man Volksabstim­mungen in den anderen Mischgebie ten abzuhalten gedenke. Die meisten Blätter heben aus der Triester Rede Mussolinis seine Worte über die Volksabstimmungen für alle Nationalitäten und Italiens Zusammengehen mit Deutschland be­sonders hervor. DieTimes" sagt, wenn volle Einigung über die Mittel und Wege erzielt wor­den sei, wie man versuchen wolle, den tschechisch­deutschen Konflikt auf friedlichem Wege zu beenden, bann werde dieser Schritt von der ganzen Welt begrüßt werden.

Englische presse einhellig für Volksabstimmung.

DieStundederVefreiungmht!^

Ein zweit r Aufruf Henleins.

Konrad Henlein erläßt folgenden Aufruf: Sudetendeutsche!

Roch lastet auf euch die Schreckensherrschaft der hussitisch-bolschewistischen Verbrecher in Prag. 2IfU Maschinengewehren, Tanks und Kanonen versuchen die tschechischen Machthaber, die Freiheit der Su­detendeutschen zu unterdrücken. Unsägliches Leid ist die Folge. Allein, die Stunde der Befrei­ung naht! Verzagt daher nicht, sondern haltet aus. Leistet Widerstand über Widerstand, hundert­tausende sudetendeutsche Volksgenossen strömen in die Reihen des Freikorps. Sie find bereit, ihr Blut und ihr Leben für die Befreiung der Heimat vom tschechischen Joch einzusehen.

Das Kommando des sudetendeutschen Freikorps.

Der Zustrom von Sudetendeutschen zumSude­tendeutschen Freikorps", ist so groß, daß Konrad Henlein den Befehl herausgeben mußte, die Stärke jeder der vier Gruppen, in die das Frei­korps gegliedert ist, bis auf weiteres auf 10 000 Mann z u beschränken, so daß die Gesamt- zahl des Freikorps vorläufig 40 000 Mann beträgt.

Dazu erfahren wir: Alle jene sudetendeutschen Männer zwischen 18 und 50 Jahren, die als Flüchtlinge die sudetendeutfche Grenze überschritten haben und in dasSudeten­deutsche Freikorps" einkreten wollen, haben sich bei den Flüchtlingssammelstellen entlang der Grenze zu melden.

der Tschechei nicht etwa einen hervorragenden Bol­schewisten aus der ersten Moskauer Garnitur nach Prag entsandte, wie seinerzeit zu den Aktionen in Spanien den (inzwischen längst erschossenen)Bot­schafter" Rosenholz, sondern das für bolschewistische Begriffe überhaupt beste Pferd aus dem Moskauer Stall.

Nun kann man zwar von Prag aus über eine Entfernung von knapp 1200 Kilometer, also mit einem Spezialflugzeug in 2V- bis 3 Stunden sich auf sowjetrussischen Boden retten, wenn es notwen­dig oder nützlich werden sollte, und selbstverständlich hat Herr Dimitroff für den Ernstfall noch ganz an­dere Fluchtvorbereitungen getroffen als die tsche­chischen Minister, die bereits ihr Vermögen in die Schweiz verschoben und damit ihren Landsleuten ein überaus tschechisches Beispiel gegeben haben. Aber das ändert nichts an der Tatsache, daß Stalin in Dimitroff seine rechte Hand nach Prag sandte. Daraus geht hervor, daß Moskau dort in schöner Uebereinstimmung mit der bolschewisierten Prager Regierung ein zweites Sowjet-Spanien auf» zuziehen gedenkt.

Das einleitende Vorspiel ist bereits da. Die Tsche­chei bietet mit allen ihren inneren und äußeren Verfallserscheinungen und mit ihrer von Prag amt­lich betreuten Mörder- und Pöbelherrschaft ein Bild wie das Rußland vom Oktober 1917 nach dem Zu­sammenbruch des ersten Volksfront-Experiments, der Kerensky-RegierunA. Auf dem Hintergrund der zer­schossenen, ausgebrannten, geplünderten Häuser im Sudetenland, auf dem Grunde der Blutlachen jener Ermordeten, die heute noch nicht einmal der Zahl nach festst.ehen und sich stündlich mehren, erscheinen die Phrasen des verantwortlichen Mannes in Prag, um so schleimiger, um so verlogener. Dieser Benesch, der schon 1908, also vor 30 Jahren, in seinem in Paris erschienenen BuchOesterreich und die tsche- cho-slowak!sche Frage" den Satz schrieb:Ein Ver­stehen der beiden Rassen in Böhmen ist nur mög­lich, wenn beide Völker vollkommen autonom sind. Sie müssen sich trennen". Jener Benesch auch, der noch im Oktober 1935 den gequälten Sudetendeut­schen von demhöheren Begriff der tschechischen Vaterlandsliebe" schwatzte, der im August 1936 in drei sudetendeutschen Städten versicherte, daßdie gemachten Fehler sich nicht wiederholen sollen", der einen Monat später in der Preßburger Rede die Deutschen und die Un­garn mit unwahrhaftigen Versprechungen zu ködern versuchte; derselbe auch, der im Oktober 36für vernünftige nationale Zusammenar­beit mit-allen unseren Minderheiten" einzutreten vorgab, der an seinem Geburtstag im Mai dieses Jahres gerade den zwangsweise vor ihm aufmar­schierten sudetendeutschen Kindern eineglück­liche Zukunft" verhieß und der noch am 2. Jun! Herrn Sauerwein in Prag versicherte:Die Tsche- cho-Slowakei wird alles tun, um die Forderungen der Volksgruppen zu befriedigen."

. Das ist Benesch und seine Tschecho-Slowakei! Sie sind der Schandfleck Europas nicht etwa erst feit ihrer Anzettelung des bolschewistischen Bür­gerkrieges, sondern schon seit dem ersten Massen­mord unter den Sudetendeutschen vom März 1919. Unb sie blieben die Schande Europas seitdem die Tschechen in zwanzigjähriger Sabotage gegen die einst blühende und leistungsfähige sudetendeutsche Industrie und Wirtschaft das Sudetenland zu einem Hungergebiet machten, das die höchste Selbstmör­derzahl in Europa aufwies.

Europa kann nicht zusehen, wie in seiner Mitte eine ehrlose Bande von Massenmördern und Betrü­gern einen Bolschewistenstaat errichtet. Der Fall Spanien genügt vollauf als Warnung. Daß auch Chamberlain die Notwendigkeit äußerster Eile erkannt hat, zeigt seine schnelle Rückkehr nach London und die energische Beschleunigung weiterer vorbereitender Maßnahmen. Er dürfte vom Ober­solzberg die Ueberzeugung mitgenommen haben, daß es sich nicht mehr um parlamentarische Kuh­händel handelt, sondern daß ein Volk von 3% Mil­lionen hingemordet werden soll. Das wird unter allen Umständen verhindert werden. Z. R.

Asch, 17. Sept. (DNB.) Konrad Henlein hat an- geordnet, daß am heutigen Tage entlang der Grenze der Heimat dasSudetendeutsche Frei­korps" ausgestellt wird. Die Führung der Sudetendeutschen Partei erläßt hierzu folgenden Aufruf:

Sudelendeutsche!

Am 1. Oktober 1933 wurde das Sudetendeutsch­tum von Konrad Henlein zur fudetendeut- schen Heimatfront aufgerufen aus der ehr­lichen Absicht, die Lebensrechte des Deutschtums im tschechischen Staate durch einen gerechten Ausgleich mit dem tschechischen Volk sicherzustellen. Fünf Jahre lang hat das Sudeten- deutfchtum diese Absicht unter Beweis gestellt, heute muß feslgestellt werden, daß alle Bemühun­gen, diesen Ausgleich in friedlicher Arbeit zu fin­den, an dem unversöhnlichen Vernich- tungswillen der tschechischen Macht­haber gescheitert sind. Während wir bemüht waren, im Sudetendeutschtum die Bereitschaft zum Zusammenleben zu stärken, wurde auf der tschechi­schen Seite der haß gegen alles Deutsche planmäßig geschürt. Während weiter die Prager Regierung in Reden, Versprechungen und Verhandlungen in scheinheiligster Weise eine Ver­ständigungsbereitschaft vortäuschte, steigerten die tschechischen Parteien den Chauvinismus des tsche­chischen Volkes ins Maßlose. Während die Prager Regierung durch Reden, Versprechungen und be­langlose Zugeständnisse die Weltöffentlichkeit plan­mäßig irrezuführen versuchte, wurde gleichzeitig der rücksichtsloseste Vernichtungskampf

London, 19. Sept. (Europapreß.) Die franzö­sischen Minister Daladier und Bonnet trafen am Sonntagvormittag gegen 9.30 Uhr auf dem Flug­platz Croydon ein. Die französischen Gäste wurden von Chamberlain, Lord Halifax und dem französi­schen Botschafter (Sorbin empfangen. Kurz nach 11 Uhr begannen in der Downingstreet in der Amtswoh­nung des Ministerpräsidenten die Besprechungen, daran nahmen Ministerpräsident Chamberlain, Außenminister Lord Halifax, Innenminister Sir Samuel Hoare und Schatzkanzler Sir John S i - m o n teil. Nach 2V-ftündiger Dauer wurden die Mi­nisterbesprechungen unterbrochen. Die französischen Minister waren Gäste des Ministerpräsidenten zu einem Frühstück. Während die Minister nachmittags zur Fortsetzung ihrer Besprechungen zusammentra­ten, veranstalteten Kommunisten und Juden auf dem Trafalgar Square Kundgebungen gegen den Gedanken einer Volksabstimmung in der Tschecho- Slowakei. Die kommunistischen Hetzer forderten zur Bildung einerenglisch-französisch-sowjetrussischen Front zur Wahrung der tschechischen Unabhängig­keit" auf. Die Kundgebung, die von der Londoner Oefsentlichkeit sehr peinlich empfunden mifrbe, fand kaum Beachtung. Die Besprechungen zwischen ben englischen unb französischen Ministern wurden um 19.40 Uhr abermals unterbrochen unb auf 21.30 Uhr vertagt. Die Beratungen gingen kurz nach Mitternacht zu Ende. Sie haben insgesamt über acht Stunden gedauert.

Rach der Sitzung wurde folgendes Kom­munique ausgegeben:

Rach voller Erörterung der gegenwärtigen internationalen Lage befinden sich die Ver­treter der britischen und französischen Regierung in voller Uebereinstimmung über die Politik, die einzuschlagen ist, um eine friedliche Lösung der tschecho-slowakischen Frage

gegen die nichttschechischen Völker unter Einsatz aller Mittel des Staates von den Organen der gleichen Regierung und den zielbewußt unterstützten und von ihr geförderten tschechischen Kampfverbänden weiter- getragen.

Allein, in den letzten Wochen haben die tschechi­schen Machthaber ihre Maske fallengelas- s e n. Die Prager Regierung ist gegenüber den bol­schewistisch-hussitischen Elementen des tschechischen Volkes nicht mehr Herr der Lage. Herr Benesch belügt und betrügt auch in diesem Augen­blick noch sein Volk über die wahre Situation. Er ist zu feige, vor dem tschechischen Bauern und Ar­beiter einen Zusammenbruch feiner Politik einzu­gestehen. Er sieht seine letzte Hoffnung in einet europäischen Katastrophe. Im vollen Bewußtsein der Folgen läßt er b o l s ch e - wisiisch-hussitische Horden in den Uni­formen und in Gestalt der haßerfüllten tschechischen Soldateska auf das wehrlose Sudelendeulschturn los. Rarnenloses Leid ist über unsere sudeten­deutsche Heimat gekommen. Zehntausende von Volks­genossen, die nichts anderes gemacht haben, als für ihr Volkstum einzustehen, muhten, um der Ver­nichtung ihres Lebens oder der Verschleppung als wehrlose Geiseln zu entgehen, über die Grenze flüchten. Millionen aber bleiben der fremden Ge­walt ausgeliefert. Der äußerste R o t st a n d ist gegeben. Wir nehmen daher das zu allen Zeiten geübte Rotrecht der Völker für uns in An­spruch, wenn wir zu den Waffen greifen und das ^Sudetendeutfche Freikorps" errichten.

herbeizuführen. Die beiden Regierungen hoffen, daß es hiernach möglich fein wird, die Frage einer allgemeinen Bereinigung im Interesse des europäischen Friedens zu prüfen."

Die Vorschläge der englischen unb französischen Regierung zur tschechischen Frage werben gleich­zeitig in London unb Paris von ben beiden Kabinetten beraten werden. Ir­gendwelche Einzelheiten über den Plan sind nicht mitgeteilt worben. Es ist unwahrscheinlich, daß et­was mitgeteilt wird, bevor der britische Premier­minister den Führer von neuem gesehen hat. Preß Association bemerkt, die Ankündigung, baß sich die. französische unb britische Regierung in voller Uebereinstimmung befänben, werde ein be­trächtliches Maß an Entspannung für die Lage mit sich bringen. Das amtliche Kommunique deute an, daß ein sehr o i e l u m f a s s e n b e r e s Ge­biet als nur die tschecho-slowakifche Frage erörtert worden sei. Die französischen Minister kehrten nach Abschluß der Besprechungen sofort zur französischen Botschaft zuruck. Daladier erklärte Pressevertre­tern: Er bedauere, daß er sehr wenig sagen könne.

London, 18. Sept. (DNB.) Die Londoner Sonntagspresse beschäftigt sich nur mit der einen Frage: VolksabstiMinung in ber Tsche­cho-Slowakei oder nicht?' Man kann zum erstenmal feststellen, daß der Volksabstimmungs- gedanke sich so gut wie endgültig durchgesetzt hat, obwohl noch keine Stellungnahme des briti­schen Kabinetts vorliegt. So schreibtSunday Ti­mes", man könne die Lage in der Tschecho-Slowa­kei nicht mehr treiben lassen, und es sei verständlich, daß ber Plan eines Volksentscheides überall ernst­

lich erörtert werde.Scrutafor'' schreibt, wenn Frankreich und Groß-Britannien womöglich ihre Jüngsten und Besten opfern und alles wegen der Tschechei auf das Spiel setzen sollten, bann hätten sie ein Recht, ihre Bedingungenzu stellen. Die Tschechei habe dann die Pflicht, diese Bedin­gungen zu achten. DerObserver" betont gleichfalls, daß die deutsche Forderung aus Selbstbestimmungs» recht zu einer Volksabstimmung führen müsse. Die Anwendung dieses Grundsatzes würde allerdings bedeuten, daß nicht nur die Sudetendeutschen, son-