Hr.219 Erstes Blatt
188. Jahrgang
Montag, 19. September 1938
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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//Italien Hai seinen Platz bereits gewählt!"
Das europäische Verantwortungsgefühl fordert Volksabstimmungen. — Es muß schnell gehandelt werden.
Der Duce spricht in Triest
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scheu Volksmassen aus! Moskau wird Euch mit kräqlich gedruckte Aufrufe eingefügt, die in der besonderen .Südwestlichen' helfen. Heil Mos- blutrünstigen Tönen dazu auffordern, die Foschi- kau! Sembritzki." Isten zu schlagen, wo man sie treffe. Dieser Fund
friedlichen Lösung unterstrichen, aber dann klar ausgesprochen, daß bei einem Aufmarsch verseilen Charakters Italien seinen Platz reits gewählt habe. Italiens Wahl ist
auch uni- b e - also
Eine Reihe von Beamten und Staatsbediensteten Hal sich Bedenkzeit erbeten und sich sofort über die Grenze ins Reich geflüchtet. Alle anderen sind gezwungen worden, um ihrer Familie willen die Erklärung zu unterzeichnen. Bisher sind mehr als 100 Beamte und Staatsangestellte i n haft genommen worden, die die Unterzeichn nung verweigert haben. Es ist ganz offenbar be* absichtigt, die Barnen der Beamten und Sfaatsan« gestellten zu politischen Zwecken zu mißbrauchen. Aus diesem Grunde haben in einer außerordentlich großen Zahl Beamte und Staatsangestellte Exemplare dieser Erklärung ins Reich geschafft und die Stellen der Sudetendeutschen Partei auf reichsdeuk- schem Gebiet darauf hingewiesen, daß sie die Erklärung nur unter schwerstem persön- l i ch e n Druck und, um der Verhaftung zu entgehen, unterschrieben hätten. Sie erklärten gleichzeitig ihre unbedingte Treue zur Sude- kendeutschen Partei und ihrer Führung.
Binnen kurzem wird die auf dem Vbersalzberg vereinbarte zweite Zusammenkunft zwischen dem Führer und dem englischen Ministerpräsidenten Chamberlain erfolgen. Dieses Treffen beherrscht bereits die gesamte internationale politische Debatte, ohne daß man indessen schon zu prophezeien wagt, welche Ergebnisse diese Begegnung zu Tage fördern wird. Auffallend ist nur, daß namentlich die englische Presse mehr und mehr für die Volksabstimmung wirbt, während in krassestem Gegensatz dazu auch die neuesten Nachrichten aus der Tschecho-Slowakei jede Abstimmung wie überhaupt jede friedliche Lösung der sudetendeutschen Frage ablehnen. Alle Zeitungen, die diese These vertreten, haben ihre Richtlinien unverkennbar von der Regierung erhalten, wie ja auch englische Zeitungen zu berichten wissen, daß Runciman die gleichen Informationen über die Haltung von Benesch und der Prager Regierung nach London mitgebracht hat. lieber den unfriedlichen Charakter der tschechischen Politik gibt es keinerlei Meinungsverschiedenheiten mehr, nachdem die Verfassung außer Kraft gesetzt, der Ausnahmezustand verhängt und eine allgemeine Grenzsperre verfügt worden ist.
Die Grenzsperre hat offensichtlich den Zweck, alle militärpflichtigen Männer, die das Land verlassen wollen, aufzufangen, mit anderen Worten also, die Reservisteneinberufungen zu verstärken, deren Parallelstück die Truppenkonzentrierung längs der deutschen Grenze ist. Diese Truppenansammlungen haben die Not der Sudetendeutschen noch um ein Beträchtliches verstärkt. Denn was bisher den tschechischen Terroristen entgangen, ist, gerät nunmehr
gen, mit seinem Gesetz, seinen Waffen und seinem König."
Als Mussolini von der Forderung nach Volksabstimmungen spricht, dröhnt ein Beifallssturm auf. Der Satz Mussolinis, daß Italien selbstverständlich auf Seiten jener stehe, die gegen Prag Stellung nehmen, wird von einem erneuten brausenden Jubel begleitet. Die Deutschen rufen Mussolini begeisterte Duce-Heil-Rufe zu. Mussolini bemerkt es, er blickt zu der deutschen Gruppe herüber und grüßt sie besonders. Nachdem der Duce geendet hat, dauert es minutenlang, bis die Jubelrufe sich legen.
ftimmungen! (Stärkster Beifall, anhaltende Duce-Duce-Rufe und Sieg-Heil-Rufe.) Volksabstimmungen für alle Rationalitäten, d i e f i e verlangen, für die Nationalitäten, die in jenen Staat hineingezwungen wurden, der die große Tschecho-Slowakei fein wollte und sich heute in feiner ganzen organischen Haltlosigkeit offenbart. Aber es ist noch etwas anderes zu jagen: nämlich, daß in einem bestimmten Augenblick die Ereignisse den rasenden Lauf einer Lawine annehmen, weshalb man schnell handeln muh, wenn man Unordnungen und Komplikationen vermeiden will. Daß man schnell handeln muß, mußvomenglischen Premierminister verstanden morde n s e i n , der sich von London nach München begab, da jede Verzögerung der Losung» nicht nüht, sondern den fatalsten Zusammenstoß bestimmt herbeiführt. Die Lösung beginnt bereits trotz der Kampagne Moskaus in den Herzen der europäischen Völker Raum zu gewinnen. Wir wünschen ebenso in diesen letzten Stunden, daß eine friedliche Lösung erreicht werde. Wir wünschen, daß, wenn sie nicht möglich ist, der eventuelle Konflikt b e - grenzt und lokalisiert werde. Denn das aber nicht eintreten sollte und für oder wider Prag ein Aufmarsch universellen Eharakters kommen sollte, dann muß man wissen, daß der Platz 3 l a l i e n 5 bereits gewählt ist.
Was die innere Politik anbelangt, so ist die Rass en frage das Problem der brennenden Aktualität. Jene, die glauben machen wollen, daß wir in dieser Frage fremden Einflüsterungen folgten, sind arme Narren, von denen wir nicht wissen, ob wir sie verachten oder bemitleiden sollen. Die Massenfrage ist nicht urplötzlich aufgetaucht. Das Rassenproblem steht mit der Eroberung des Imperiums in Zusammenhang. Die Geschichte lehrt uns, daß Imperien mit der Waffe erobert, aber mit dem Prestige erhalten werden. Für diese Prestige ist ein klares und scharfes R a s sende w ü ß t s e i n erforderlich, das nicht nur Unterschiede, sondern auch die Ueberlegenheit mit aller Deutlichkeit bejaht. Das Judenproblem ist also nichts anderes, als ein Teil dieser Erscheinungen. Unsere Stellung ist durch diese unbestreitbaren Tatsachen bestimmt worden. Trotz unserer Politik der letzten 16 Jahre ist das Judentum der unversöhnliche Gegner des Faschismus. In Italien hat unsere Politik bei den Juden zu dem geführt, was -man heute als einen Wettlauf zur gewaltsamen Inbesitznahme nennen kann oder vielmehr bezeichnen könnte. Immerhin werden die Juden, die italienische Staatsangehörige sind, sofern sie unbestreitbar militärische oder bürgerliche Verdienste gegenüber Italien und dem Re- girtie haben, Verständnis und Gerechtigkeit finden. Für die anderen wird eine Trenn ungspoli- t i k durchgeführt werden. Schließlich wird die Welt sich vielleicht mehr über unseren Edelmut, als über unsere Strenge wundern, es sei denn, daß die Juden jenseits und diesseits der Grenzen und vor allem ihre plötzlich und unerwartet auftauchendev Freunde, die sie von allzu vielen Kanzeln herunter verteidigen, uns zwingen, unsere Wege radikal zu ändern.
Was schließlich euch Triester insbesondere angeht, so wird alles getan werden, um euren Handelsplatz, den zweiten Italiens, zu speisen und zu heben. Eure Betriebe und eure Werften, die verdientermaßen Weltruf genießen, werden zu arbeiten haben. Aber für uns Faschisten liegt die Quelle aller Dinge in der ewigen Kraft des Geistes und deshalb bin ich stolz auf das Vorrecht, den zwei Jahrhunderte alten Traum eurer Stadt wahrzumachen, die in wenigen Jahren ihre Universität haben soll. „Trotz räumlicher Ferne ist Rom euch nah, ist auf euren Bergen, auf eurem Meer, ist hier in allen Jahrhunderten, den verflossenen und den zukünfti-
Prag, 18. Sept. (DNB.) Die tschechische Regierung hat allen Staatsbediensteten deutscher Nationalität eine Erklärung zur Unterschrift vorgelegt, in der es heißt: „3ch Unterzeichneter als Staatsbürger der tschecho-ftowakischen Republik deutscher Nationalität und Staatsangestellter, bewußt meiner Pflichten, lehne nachdrücklich die hochverräterische Proklamation Konrad h en le ins ad, in welcher er die Treue für die Sudetendeutsche Partei und die Angliederung der von Angehörigen deutscher Nationalität bewohnten Gebiete zum Deutschen Reich verlangt hat. Gleichfalls lehne ich die in demselben Sinne erlassene Erklärung der Sudetendeutschen Partei ab.“ 3m Anschluß daran wird Wiederholung des Diensteides verlangt.
Die Staatsbedienstelen werden ausdrücklich dar-
zwischen die Mahlsteine des Militärs, das ganze Dörfer rücksichtslos leerfegt und für sich beansprucht. UeberaU herrschen die tschechischen Kommandostellen, überall gibt der tschechische Soldat den Ton an. Er drangsaliert nicht nur die deutsche Bevölkerung, er drangsaliert auch die eingezogenen Männer der verschiedensten Nationalitäten. Namentlich die Deutschen müssen Furchtbares erdulden, sie sind in Strafkompanien zusammengepfercht, denen man angedroht hat, sie im Ernstfall zusammenzu- fchießen.
Und auf den Ernstfall steuern die Tschechen mit vollen Segeln zu. Die Knegspartei hat die Oberhand, auf sie gehen die Steuerungen jener Presse zurück, die der Staatsführung nahestehen und die, wie der „Pravo Lidu", kaltschnuäzig feststellt, daß die Tschechen bereit wären, ganz Europa in einen Krieg hineinzutreiben. Auf dieses Kriegstreiben, auf den Versuch, einen europäischen Krieg zu entfesseln, hat am Sonntag Mussolini eine unzweideutige Antwort erteilt. Er hat zwar seinen Wunsch nach einer
Am 28.6.1938 wird das nachstehende Schreiben an den Genossen Ernst Kirschner gerichtet: „Genosse Z. hat Dich bereits über die Sendung verständigt. Die Waffen sind an die aktivsten der EW. zu verteilen. Strengste Geheimhaltung. Bei Zuspitzung sofort in Aktion treten und die im L-Schreiben bezeichneten faschistischen Führer sofort erledigen. Nutzt die Verteidigungsbereitschaft der demokratischen Volks- massen. Die Rote Armee wird Euch mit ihrer be» sonderen „Südwestlichen" helfen. Es lebe die Sowjet-Moldaurepublik! Sembritzki."
das in diesen Tagen die Well in Atem hält, Hal die Losung nur einen Namen: volksab -
Prag, 18. Sept. (DNB.) In der tschechischen Presse erfahren die Pläne zur Lösung der sudeten- deutschen Frage durch eine Volksabstimmung oder durch eine Abtrennung der deutschen Gebiete eine scharfe Ablehnung. Das „Pravo Lidu" schreibt: „Es gibt in den westlichen Demokratien Leute, die glauben, daß sie hier in den deutschen Gebieten eine Volksabstimmung zulassen könnten. Sie wissen allerdings auch, daß die tschechoslowakische Armee dieses Gebiet nie freiwillig verlassen würde und versuchen daher vorzüschlagen, es möge in das sudetendeutsche Gebiet eine internationale Polizei entsandt werden. Jeder weiß aber, was das bedeuten würde. Den Anschluß an das Deutsche Reich, ein verstümmeltes Böhmen und früher oder später einen Krieg und das Ende dertschecho-slowaki- schen Selbständigkeit.
Wir lassen aber keine internationale Polizei in die Republik. Wir gestatten keinen Anschluß und keine Volksabstimmung. Darüber werden wir
Gleichzeitig sind der Sudetendeutschen Partei eine Reihe von Z e i t u n g s p a f e t e n in die Hände gefallen, die die Adressen enthalten: An Genossen Gefängnisaufseher Emil Naoratil, Benesoo n. Ploutcnia; An Stadtrat Janka, Ufti, Chlumska und An Genosien Ernst Kirschner, Ustek. Udolni- trida. Ferner wurden 250 Karabiner sowie t r u s s i s ch e r Herkunft entdeckt und sichergestellt. Die Zeitungspakete sind in Exemplare der Moskauer Jswestija gehüllt. Innen waren gleichzeitig tschechisch-russische Sprachlehrbücher beige- füat. Als Beilagen waren den Zeitungen nach-
Aussig, 17. Sept. (DNB.) Der Sudetendeutschen Partei sind im richtigen Augenblick außerordentlich aufschlußreiche Dokumente in die Hände gefallen, aus denen einwandfrei heroorgeht, daß für den Fall nationaler Regungen der Sudetendeutschen auch die Zuchthäusler bewaffnet und auf die deutsche Bevölkerung los gelassen werden sollten. Am 6.Juli 1938 schreibt die Transportsektion der Kommunistischen Partei der Tschecho-Slowakei, Station 21: „An Genossen Gefängnisaufseher Emil Navra- til in Benesoo n. Ploutcnia. Genosse! Du erhältst hiermit die Waffen für die Gefangenen. Sie sind im gegebenen Augenblick, wie verabredet, zu bewaffnen und auf die im ^-Schreiben bezeichneten Faschisten loszulassen. Beständige Verbindung halten mit L. von der RW.! Es lebe die Sowjet-Moldarepubli! Sembritzki."
Am 2. Juli 1938 schreibt die gleiche Stelle: „An Stadtrat Janka, in Ufti, Chlumska. Genosse! Heute die zweite Sendung. Innerhalb der nächsten drei Wochen folgen die weiteren. Dann habt Ihr alles, um loszuschlagen. Nutzt die Verteidigungsbereitschaft der demokrati-
Prager Brandstifter ohne Maske.
Prag fühtt sich stark genug, um einen europäischen Krieg zu entfesseln
weder verhandeln noch überhaupt daran denken. Und wenn wir unerschütterlich hinter unseren Grenzen stehen und aus unserem Recht beharren werden, wird uns die ganze Welt helfen. Vielleicht sind wir nicht stark genug, Deutschland zu schlagen, aber wir sind stark genug, um ganz Europa in einen Krieg hineinzuziehen.“
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Mit diesem Bekenntnis läßt die Tschecho-Slowakei die Maske fallen. Es wird jetzt offen zugegeben, daß man es darauf abgesehen hat, einen allgemeinen europäischen Konflikt heraufzude- schwören und skrupellos Europa in Brand zu ft e cf e n. Diese öffentliche Feststellung des Willens, „ganz Europa in einen Krieg hineinzuziehen", muß gerade in dem Augenblick, in dem alle Staatsmänner bemüht find, die Lösung der unhaltbar gewordenen Lage in der Tschecho-Slowakei zur Erhaltung des Friedens auf dem einzig möglichen Wege zu suchen, wie eine Brand fackel wirken.
getroffen. Diese Feststellung ist nützlich, sie wird die Kriegshetzer in allen Lagern eindringlich warnen und jene Staatsmänner, die noch mit den Tschechen sympathisieren, davon abhalten, weiter einen Kurs zu verfolgen, der auf eine Erfüllung der tschechischen Hoffnungen herausläuft. D. S.
schob sich eine ungeheure Menschenmenge durch die mit Fahnen und Standarten, mit Prunkteppichen und Spruchbändern reich geschmückte Stadt zum „Platz der Einigkeit", wo zwischen zwei mächtigen Pylonen die Rednertribüne in Form einer Schiffskommandobrücke aufgebaut ist. In riesengroßen Buchstaben stehen dort Worte, die von allen Häusern, von den Bergen der Umgebung der Stadt, vom Kastell hoch über der Stadt und von den Hafenmolen hundertfach Mussolini entgegengrüßen. Vor der Rednertribüne hat ein Wald von Standarten der.faschistischen Organisationen Aufstellung genommen. Vor dem Rednerpult, haben die Studentengruppen mit ihren blauen Halstück-rn und dahinter die Schwarzhemden ihre Plätze. Auf den Tribünen stehen die Mädchenorganisationen in ihren schmucken schwarzweißen Uniformen. Die Triester deutschen Nationalsozialisten werden auf die Ehrenplätze links von der Rednertribüne geleitet. Heil-Hitler- und Eviva-Ruse erschallen zu ihrer Begrüßung über den weiten Platz. Auch die mandschurische Kommission, die sich gerade auf einer Studienfahrt in Italien aufhält, wird mit Eoiva-Rufen begrüßt. Draußen auf dem Meer erscheint der Torpedobootszerstörer „Camicianera" mildem Duce an Bord. Die Sirenen heulen, Salutschüsse ertönen. Der Jubel der Menschenmassen steigert sich. Unter dem Donner der Geschütze des „Camicianera" betritt Mussolini den Boden der Stadt Triest. Als er den Platz der Einigkeit erreicht, dauert es lange, bis sich die'Begeisterung legt und Mussolini das Wort ergreifen kann. Er sagt dann u. a.:
1914 warf die Doppelmonarchie die Würfel, versuchte den höchsten Wurf und verlor. Es kam der Sieg und mit ihm für euch die politische Wiedervereinigung mit Italien. Ich sage die politische Bereinigung, weil ihr geistig immer mit ihm eins ward. Triest hat beherzt den Weg zum Aufstieg aufgenommen. Was in diesen 20 Jahren von euch geleistet worden ist, müssen alle bewundern.
Wieder 20 Jahre später, im März 1 938, vollzog sich jenes unaufhaltsame Ereignis, das sich schon seit 1879, wie ihr alle wißt, abgezeichnet hat. Millionen von Menschen haben es gewollt! Niemand hat sich ihm widersetzt. Für Triest ist damit e i n e neue Lage entstanden. Es ist bereit, die damit gestellten neuen Ausgaben anzupacken und zu meistern. Triest weiß, daß die Geographie nicht eine Meinung ist und sich auf lange Sicht an jenen rächt, die sie dafür halten. Triest zählt auf seine Kraft, Triest kann vor den neuen Aufgaben nicht kneifen, kneift nicht und wird niemals kneifen.
Es gibt im Leben der Völker Augenblicke m denen die Männer, die sie leiten, vor ihrer Verantwortung nicht zurückschrecken dürfen, sondern sie in vollem Umfange übernehmen müssen. Das, was ich euch jetzt sage, ist nicht nur von der Politik der Achse Rom—Berlin, noch nur von den Freundschaftsgefühlen diktiert, die uns mit den Ungarn, mit den Polen und anderen Nationalitäten in dem Staat, den man den Mosaikstaat Nr. 2 heißen könnte, verbinden. Was ich euch sage, ist diktiert von einem Verantwortungsgefühl, das ich mehr als italienisch, das ich europäisch nennen möchte.
Wenn die von der Geschichte gestellten Probleme einen Grad stürmischer Komplikationen erreicht haben, dann drängt sich die einfachste, logische und radikalste Losung auf, die Losung, die wir Faschisten die totalitäre heißen. Gegenüber dem Problem,
Sudetendeutsche Beamte unter schwerstem Druck
Prag erpreßt Loyalitätserklärungen. - Harte Strafen angedroht.
Die Tschechen bereiten Bewaffnung der Zuchthäusler vor!
Zusammenarbeit zwischen Prag und Moskau dokumentarisch erwiesen.
Triest, 18. Sept. (DNB.) Ein Tag von hellstem! Sonnenschein empfing Mussolini bei seinem Besuchs in Triest. Schon in den frühesten Morgenstunden
auf hingewiesen, daß sie im Falle der Verweigerung der Unterzeichnung dieser Erklärung schweren Strafen verurteilt würden. >


