Ausgabe 
19.7.1938
 
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und der spanischen Tradition sei. Mit Hilfe der Par­tei werde der Klassenkampf für immer aus spani­schem Gebiet verbannt. Die irrigen Anschauungen des Liberalismus würden nicht mehr geduldet. Das neue Spanien gründe sich auf D i s z i p l i n, S i t t - lichkeit und Arbeit. In dem neuen Staat würden die.Aemter und Staatsstellen allein nach der Leistung und nicht nach der Geburt besetzt werden.

Königinmutter Maria von Rumänien gestorben.

B u k a r ß ft, 18. Juli. (DNB.) Königinmutter Maria von Rumänien ist um 17 Uhr MEZ. im Schloß Pelischor in Sinaia verschieden. Auf dem Bukarester Stadtschloß wurde die Königsstandarte auf halbmast gesetzt. Am Totenbett der Königin weilen König Carol, Kronprinz Michael und Prin­zessin Elisabeth. Ebenso sind die meisten Regie­rungsmitglieder mit dem Ministerpräsidenten Pa­triarch Christen in Sinaia.

Königin-Witwe Maria wurde 1875 als älteste Tochter des Herzogs Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha (Herzog von Edinburg), des zweiten Soh­nes der Königin Victoria von Großbritannien, ge­boren und vermählte sich 1893 auf Schloß Sigma­ringen mit dem Kronprinzen Ferdinand, dem am 20. Juli 1927 gestorbenen König von Rumänien. Die Königin beeinflußte nach Ausbruch des Weltkrieges, als sie nach dem Tode König Carols I. mit ihrem Gemahl den Thron bestieg, die rumänische Politik zugunsten des Eintritts Rumäniens in den Krieg an Seite der Alliierten. Die Entschlafene ist auch wiederholt als Schriftstellerin hervorgetreten und hat u. a. 1934 ihre Memoiren veröffentlicht, die interessante Schilderungen aus ihrer am englischen und russischen Hofe verbrachten Zeit enthalten. Der Ehe König Ferdinands und der Königin Maria sind sechs Kinder entsprossen, von denen noch fünf leben. Der älteste Sohn ist der gegenwärtige König von Rumänien, Carol II., Prinzessin Elisabeth war mit König 'Georg II. von Griechenland ver­mählt (seit 1935 geschieden), die zweite Tochter ist die Königin-Witwe Maria von Jugoslawien, die dritte Prinzessin Ile a na, vermählt mit Erzher- zog An ton von Habsburg, der zweite Sohn Prmz Nikolaus hat 1937 auf seine Rechte verzichtet. Eine Schwester der verstorbenen Königin-Witwe war die Großfürstin Viktoria, die erste Frau Groß­herzogs Ernst Ludwig.

General Russo in Kiel.

Kiel, 18. Juli. (DNB.) Auf chrer Fahrt durch Deutschland trafen der Generalstabschef der faschi­stischen Miliz, General Russo, und Stabschef der <521. Lutze in drei Flugzeugen in Kiel-Holtenau ein. In Schilksee gingen sie an Bord der SA.- Gruppenbovte der Nordmark, um den Vorführun­gen der Marine-SA. beizuwohnen. Dann fuhren sie nach Laboe zum Ehrenmal, wo Gene­ral Russo einen Lorbeerkranz niederlegte. Don

Laboe aus ging die Fahrk wieder auf die Kieler Förde, wo General Russo die Parade der Kutter der SA.-Marine-Standarte 44 abnahm. Anschließend fand eine Besichtigung der SA.-Marineschule statt. In Husum legten dann Deichschutzarbeiten der Pionierstandarte 84 Zeugnis von der vielfältigen Ausbildung der SA. ab. Der Besuch in Kiel fand seinen festlichen Ausklang mit einem Empfang durch den Gauleiter und Oberpräsidenten Lohse im Kieler Rathaus. Mit dem Großen SA.-Rus klang der Tag aus.

Einheitliche«! Brot für ganz Italien.

Rom, 18. Juli. (DNB.) Das Korporations­ministerium hat auf Vorschlag des technischen Aus­schusses der Getteidekorporation Bestimmungen für

die Brot- und Mehlherstellung sowie die Preis­gestaltung festgelegt. Danach werden die bisherigen vier Mehlsorten auf zwei beschränkt, die beide 90 v. H. Getreide und 10 v. H. Mais ent­halten müssen. In ganz Italien gibt es nur noch ein einheitliches Brot, dessen Preis fast durchweg dem derzeitigen Brotpreis entsprechen wird und bis zum 3 0. Juni 1 9 3 9 unver­ändert bleiben soll. Die römische Presse unter» streicht die große Bedeutung dieser Maßnahmen, die nicht nur für die Autarkie auf dem Gebiete der Nahrungsmittelversorgung von größtem Wert seien, sondern auch für die Sicherung der Ernäh­rung des italienischen Volkes und darüber hinaus durch die für das ganze Land einheitliche Brot­art zur Vertiefung des Gefühls der inneren Ver­bundenheit des Volkes beitragen.

Dimitroff hetzt zu neuen Aktionen Y der roten Internationale.

Moskau, 18. Juli. (DNB.) Der 2. Jahrestag des spanischen Bürgerkrieges wird in der Moskauer Presse mit einer förmlichen Flut von Artikeln, Proklamationen und Erklärungen begangen, worin ausdrücklich verkündet wird, ,-die Kraft Rotspaniens sei noch nicht gebrochen, und der endgültige Sieg müsse der Volksfront zufallen". In den Spal­ten der Sowjetblättern melden sich prominente rot­spanische Bolschewisten, wie derMinisterpräsident" Negrin, derGeneralkommissar der rotspanischen Armee", Ernandez, und die berüchttgten Dolores Jbarruri zu Wort, um der Sowjetunion ihreBru­dergrüße" zu entbieten. Ohne diegroß­zügige Hilfe des Sowjetvolke s", so heißt es z. B. ganz offen in der Erklärung der Jbarruri, wäre Rotspanien längst er­drückt worden."Prawda" versichert das rote Spanien erneut der Sympathien der Sowjetunion und appelliert an dieSolidarität des internatio­nalen Proletariats" zur Unterstützung der spanischen Volksfront. Der Komintern-Häuptling D i m i t r o f f schreibt, der spanische Bürgerkrieg habe insofern ungeheuere internationale Bedeutung", als er ein Musterbeispiel dafür darstelle, mit welchen Metho­den und mit welchen Zielen dieVolksfronten" un­ter Führung der Kommunisten denFaschismus" bekämpfen müssen. In Frankreich, in China, in der Tschecho-Slowakei sei heute schon deutlichber Ein­fluß des spanischen Beispiels" zu spüren. (!) Als positive Ergebnisse des spanischen Bürgerkrieges be­zeichnet Dimitroff die Tatsache, daß am Vorbild Sowjetspaniens die Notwendigkeit der Vereini­gung aller marxistischen Parteien de­monstriert worden sei. Heute, wo Marxisten in Frankreich gegen die Cagoulardsverschwörer agi­tieren, wo die tschechischen Kommunisten die Sude­tendeutschenentlarven", wo die englischen Kommu­nisten dieverhängnisvolle Politik Chamberlains bloßstellen", steht das Beispiel Spaniens vor aller Augen. (!)

Ein von Dimitroff im Namen des Exekutivkomi­tees der Komintern unterzeichneter Aufruf an das Zentralkomitee der Kommunisti­schen Partei Rotspaniens ist ein bemer­kenswert offener Appell an alle Trabanten der Ko­mintern, das rote Spanien mit dem letzten Einsatz zu unterstützen. Besonders heftig sind die Ausfälle, die der Aufruf an die Adresse der West- mächte richtet.Die tiefste Entrüstung und Ab­scheu", so heißt es darin u. a.,empfindet die kom­munistische Internationale gegen diejenigen, welche unter der heuchlerischen Maske der Nichteinmischung die Blockade über das re­publikanische Spanien verhängen und teilnahmslos der furchtbaren Verwüstung des Landes und seiner Kulturstätten, dem Massenmord an wehrlosen Frauen und Kindern zusehen und durch ihre Politik dieser Barbarei Vorschub leisten. Sie verweist auf die faschistenfreuübliche Clique der englischen Konservativen und ihre Bun­desgenossen im Lager der französischen Reaktion als die Mitverantwortlichen für Die faschistische Ag­gression."

Mit besonderem Nachdruck empfiehlt Dimitroff den spanischen Genossen die Vernichtung der spanischen Trotzkisten und Anarchisten. Die restlose Ausrottung der trotzkistischen Spionenbande derPOUM." wäre eine der wichtigsten Vorbedingungen für den Sieg über die faschistischen Mordbrenner". Aufs neue be­tont Dimitroff, daß es diePflicht der Parteien und Organisationen des Weltproletariats sei, dem spa­nischen Volke einheitlich aktive Solidarität und einseitige Unterstützung zu gewähr­leisten". Am 2. Jahrestage des Bürgerkrieges könne das Exekutivkomitee der kommunistischen Internatio­nale die spanischen Genossen versichern,daß diese alles tut, was in ihren Kräften liegt, damit das Weltproletariat feine Pflicht den spani­schen Brüdern gegenüber erfüllt".

Paris in Erwartung des englischen Königsbesuchs.

König Georg VI. von England, der Beherrscher des größten Reiches der Erde, ist mit der Königin Elisabeth in Frankreich eingetroffen. Die Pariser haben die ganze Liebenswürdigkeit chrer Rasse auf- geboten, und denFreund" und denBeherrscher der größten Demokratte der Welt" und wie sonst jene stereotypen Sätze der französischen Leit­artikler lauten mögen würdig zu empfangen. Sie bemühen sich, dabei zu zeigen, daß die republika­nische Staatsform der Franzosen sehr wohl mit der nur dem Namen nach demokratischen, in Wirk- lichkett oligarchisch-aristokratischen des modernen England übereinstimmt, denn es gilt, so etwas wie eineEntente Cordiale" wiederherzustellen. Das ist das Ziel. Die Entente hat mit Kriegsschluß ihr Ende gesunden und wird auch jetzt förmlich, als Pakt oder als irgend ein diplomatisches Instrument, nicht in die Erscheinung treten. Aber die Ueberein- stimmung der Absichten der beiden Nationen wird stark betont und das Trennende der Volks­charakter, die berühmte Linie von Blum bis Tho- rez, vom Marxismus bis zum Bolschewismus, er­weitert um diejenigen, die heute nochmals Regie- rungsmänner die Volksfrontideologie wenigstens äußerlich aufrecht erhalten, die grundlegenden Un­terschiede der staatlichen und parlamentarischen Struktur ebenso hinangestellt wie die Tatsache, daß bis zum Weltkriege durch die Jahrhunderte hin­durch die französische Politik keine schärferen Wider­sacher gefunden hat als die englischen Kabinette. Heute sind Krone und Jakobinermütze einig, die Straßen von Paris durchweg nur mit monarchi­schen Emblemen geschmückt.

Das politische Schicksal der beiden Länder wird aber nicht von den Staatsoberhäuptern, nicht von Georg VI. und dem französischen Staatspräsidenten Lebrun, sondern von den Kabinetten ausgehandelt. Der Lothringer Lebrun, von Haus aus Ingenieur, hat nur einmal, am Tage des 7. Februar 1934, etwas unfreiwillig eine politische Rolle gespielt, allerdings eine passive. Als die Mobilgarde auf friedliche Rechtsdemonstranten gefeuert halte und ityn der Vorsitzende des Pariser Stadtrales an- sprach:Wenn jetzt noch Blut vergossen wird, so kommt es auf Ihr Haupt!", erwiderte Lebrun, er habe als Staatspräsident keine Machtmittel. Seine verschiedenen Reden sind Aufrufe zur Einigkeit ge­wesen, wie sie jeder Präsident zu halten pflegt. Wenn er am 4. April 1938 der französischen Presse zuries:Gehen Sie in der Würdigung internatio­naler Ereignisse mit Klugheit, Maß und der Dor- Urteilslosigkeit vor, die die Sorge um die Aufrecht­erhaltung guter Beziehungen zwischen den Völkern erheischt", so muß der Unbefangene doch sagen, daß diese frommen Wünsche von der französischen Presse unerfüllt geblieben sind. Die Staatspräsidenten Frankreichs sind lediglich die repräsentativen, nicht die pvlittschen Spitzen ihres Landes.

Lebruns Stellung ähnelt der des Britenkönigs, aber wenn auch die britische Polittk nur Sache des Kabinetts und daher von der Mehrheit des Unter- Hauses bestimmt ist, so hat doch in England und seinen Dominions das Gefühl für den Thron ganz andere und festere Urgründe als das französische für den Staatspräsidenten. Der König von Eng­land ist als solcher gewissermaßen die Instanz, die über alle politischen Meinungsverschiedenheiten hin­weg die sichtbare Spitze darstellt. Sein Amt ist mystisch-politischer Art. Der Staatspräsident von Frankreich ist ein Produkt der politischen Vernunft und der Wahl nicht der Natton, sondern der beiden Parlamente. Daher werden die beiden Staatshaup- ter ohne direkte Einflußnahme billigen, was ihre MyM deiyi Ptzsych mWvqyÜex vereinbaren.

Man weiß, daß im englischen sowohl wie im französischen Kabinett zwei Richtungen miteinander ringen, daß aber Ministerpräsident Daladier sowohl wie Chamberlain ehrlich bemüht sind, der Welt den Frieden zu erhalten und alle störenden Elemente gewissermaßen einkapseln wollen, so wie die Tri­chinen von einem träftigen Körper unschädlich ge­macht werden. Die von Deutschland und Italien lebhaft begrüßte Einigung in der Spanienfrage und^der Abschluß des allerdings noch nicht in Kraft getretenen englisch-italienischen Vertrages sind ein Schritt weiter zur Befriedung Europas. Die Jn- ttansigenz Prags geht nicht so sehr auf die Haltung der englischen und französischen Regierung zurück, die beide in Prag eine weniger sture Haltung dringend empfohlen haben, als auf die Machen­schaften politischer Nebenregierungen. Wenn die Sunday Times", ein der britischen Regierung nahestehendes Blatt, programmatisch schreibt, die Wiederaufrüstung Englands und Frankreichs sei ein Beitrag zum Frieden,sobald ihnen posittve und konstrukttve Dersöhnungsmahnahmen folgten", und diese Maßnahmen dahin umreißt, man müsse die Verpflichtung zu Präventiv-, also Vorbeugungs­

kriegen ablehnen, man müsse sich mit Deutschland verständigen, aber England könne Deutschland das erleichtern, dann trifft diese Darstellung ebenso ins Schwarze wie die Wiederholung der Worte des Führers durch Gauleiter Bürckel am Sonntag, gegenüber Frankreich feien alle territorialen Fragen jetzt endgültig gelöst. Er glaube, daß eine Volks­befragung darüber, ob die beiden Völker ein ewiges Bündnis für den Frieden schließen und alle Garan­tien dafür geben wollten,' mit einem einzigen Ja beantwortet werden würde. Unsere Haltung gegen­über Frankreich ist selbstverständlich auch die gegen­über England. Wie im Mai sich Adolf Hitler und Mussolini in Rom für die Freundschaft ihrer Völker, aber damit zugleich auch für die Erhaltung des Weltfriedens aussprachen, so bietet der Königs­besuch in Paris die Gelegenheit, dasselbe für die englische und französische Natton auszusprechen. Da- mst könnte der Friedenskreis gegen weitere Stö­rungsversuche des internationalen Bolschewismus gesichert und die Fortentwicklung der europäischen Verhältnisse auf friedlichen Bahnen gefördert werden.

rt.

Frankreichs Hauptstadt gerüstet.

Von unserem E. $ -Korrespondenten.

ünssen des Tod«? der Mta Ttkachwos«, -gUMd-g wir^ teiäte MarMll .P Lts i a ringe-.

Daris. 18. Juli.

Tausende von gekreuzten französischen und eng­lischen Fahnen unt> Fähnchen schmücken Paris. Sie flattern lustig von den durch die Stadt hastenden Autobussen. Sie wehen feierlich von den staatlichen Gebäuden und schmücken auch das Fenster des klei­nen Mannes. Die französische Hauptstadt ist gerü­stet, den englischen Königsbesuch zu empfangen. Schon haben sich die englischen Kriegsschiffe, die die königliche DachtEnchantreß" nach Boulogne be­gleiten, irn Hafen von Dover versammelt, und auch die französischen Kriegsschiffe, die derEnchantreß" entgegenfahren und sie von der Mitte des Aermel- kanals aus geleiten werden, werden bereits in Cherbourg zusammengezogen.

Mutter der Königin, schon einmal verschoben wer­den mußte, hätte eine unter Umständen notwendig werdende neue Verschiebung den Parisern eine Ent­täuschung bereitet.

Mit großer Ausführlichkeit werden augenblicklich von den Pariser Zeitungen alle die Dinge geschil­dert, durch die man dem englischen Herrscherpaar Den Aufenthalt in der französischen Hauptstadt an­genehm zu machen sucht. Es fehlen weder Beschrei­bungen und Abbildungen des kostbaren Tafelseroice, das die Stadt Paris der Königin Elisabeth zum Geschenk macht und das ein Meisterwerk der Glas- macherkunst darstellt, noch Schilderungen über die Ausrüstung der Puppen, die die Pariser Mode­häuser den beiden königlichen Kindern schenken werden.

Naturgemäß gilt die besondere Aufmerksamkeit der Ausstatung der für König Georg und seine Ge­mahlin im Quai d'Orsay bereitgestellten Ge­mächer. Man hat zu ihrer Ausstattung nicht nur außerordentlich wertvolle, sondern nach Möglichkeit historische Möbel verwandt. Der König wird in einem Prunkbett Napoleons schlafen, während in dem Schlafgemach der Königin das Bett Marie Antoinettes, der Gemahlin Ludwigs XVI., Aufstel­lung gefunden hat. In den königlichen Gemächern vereinigt sich mit dem durch diese Möbel gegebenen historischen Rahmen modernster Komfort und höchste Eleganz. In dem Schlafgemach des Königs wird ein mit den neuesten Errungenschaften der Technik ausgestatteter Radio-Apparat Aufstellung erhalten. Die Pariser Schulkinder werden die seit Wochen sorgfältig eingelernte englische National­hymne fingen, und die an jedem Donnerstagmittag aufheulenden Alarmsirenen des Pariser Luftschutzes werden in Der Besuchswoche wohl durch angeneh­mes Glockengeläut ersetzt werden. In Boulogne-sur- Mer, wo am Dienstag beim Eintreffen des eng- lischen Königspaares das M o n u m e nt Br. itan -

n i a zur Erinnerung an die enalischen Truppen­landungen wäbrend des Weltkrieges eingeweiht

Arn Dienstag werden König Georg VI. und Kö­nigin Elisabeth die Reise nach Frankreich antreten. Das Programm für diesen Besuch steht schon seit längerer Zeit fest. Der König und die Königin wer­den durch den Staatspräsidenten Lebrun und Frau Lebrun, sowie das gesamte französische Ka­binett auf dem Bahnhof im Bois de Boulogne will­kommen geheißen werden. Eine Reihe von Empfän­gen und Festlichkeiten wechseln während der drei Tage des Aufenthaltes des englischen Herrscher- paares in Frankreich in schneller Folge miteinander ab Don der Bevölkerung der französischen Haupt­stadt ist die Nachricht mit Freude ausgenommen worden, daß die vorgesehenen Veranstaltungen wegen des Trauerfalls im englischen Königshaus keine Einschränkung erfahren werden. Don den Pariser Frauen, die sich bemühen, als die elegantesten der Welt zu gelten, wurde lebhaft das Thema erörtert, mas Denn nun die englische Königin tragen werde. DieJ^rage ist nunmehr gelöst: Königin Elisabeth wird in Weiß erscheinen. Sie hat, als einziges Mit­glied der königlichen Familie, das Recht, in Trauer- fallen statt der üblichen Kleider Weiß zu tragen, wenn offizielle Anlässe es erforderlich machen. Die lachte Erkrankung des Königs hatte in Paris noch besondere Besorgnis ausgelöst. Nachdem Der Besuch

troffen, der Den englischen Marschall Earl of Cavast begrüßen roirD.

Die politische Bedeutung des Königsbe­suchs wird von Den französischen Blättern unter- strichen. DerJntransigeant" verweist auf die ver- schiedenen internationalen Fragen, so z. B. auf die tschecho-slowakische, und schreibt Dann, ganz Europa warte aufmerksam auf die Trinksprüche, die am Dienstagabend zwischen Dem englischen König und Dem französischen Staatspräsident gewechselt wer- Den sollen. Außenminister Bonnet habe in einer Rede vom vergangenen Sonntag auf Die Bebingun- gen für Die Sicherheit Frankreichs hingewresen. An- Dererseits aber habe mehr als eine Der leitenden Persönlichkeiten Deutschlands wie z. B. Gauleiter Bürckel Friedensworte gegenüber Frankreich gesprochen.M a t i n" unterstreicht, Daß Die britisch- französische Freundschaft g e ge n niemanden gerichtet sei und Der Aufrechterhaltung des Frie­dens Diene. Die Freundschaft beiDer Länder gebe Kraft und Stärke, um Das Zusammenprallen feind­licher Mächte zu verhindern. Beide Völker hätten Die Gemeinsamkeit ihrer Schicksale erkannt und sich daher die Hand gereicht. Zufällig treffen die hochgespannten Erwartungen vor dem Königsbesuch mit dem Zeichnungsbeginn für die Schatzscheine Der LandesverteiDigung zusammen. Man verspricht sich Davon einen günstigen Einfluß auf Die Zeichnungen.

Neuer deutscher Gesandter in Brüssel.

Berlin, 18. Juli. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat Den Chef Des Protokolls G e - fanDten von Bülow-Schwante zum Deut­schen GesanDten in Brüssel ernannt. Der bis­herige Dortige GesanDte Freiherr von Richt­hofen wird Demnächst eine anDerroeitige VerwenDung finDen. Zum Chef Des Pro­tokolls hat Der Führer unb Reichskanzler Den Vortragenden Legationsrat Gesandten Freiherrn von Dörnberg ernannt. Der bisherige stellver­tretende Chef des Protokolls, Vorttagender Lega­tionsrat Boltze, wird den Posten des Bot­schaftsrates an der Botschaft in Tokio mit Der Amtsbezeichnung GefanDter übernehmen.

Aus aller Wett.

Landesverräter hinaerichtet.

Die Justizpressestelle Berlin feilt mH: Am Dienstag wurde der vom Reichskriegsgericht wegen Landesverrats zum Tode verurteilte, cm 26. Oktober 1914 in Löwen (Schlesien) geborene Helmut Kuhlmann aus Breslau hinge­richtet. Gelegentlich eines Berwandtenbefuches in einem Nachbarstaats kam K. mit einem Spionage­agenten in Berührung. Er wurde als Spion ge­wonnen und hat diese Verbindung fast zwei Jahre lang ausrechterhalten. Er hat geheimzuhaltende mili­tärische Angelegenheiten aus Gewinnsucht verraten. Für den verhältnismäßig geringen Verratlohn mußte er jetzt mit dem Leben büßen.

Eine Reichsanstalt für Seidenbau in Lette.

Irn Zuge Der Durchführung des Deutschen Sei- benbauprogrammes wird im Geschäftsbereich des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft eine Reichsanstalt für Seidenbau in Celle errichtet. DiefAnstalt hat die Aufgabe, alle mit der Biologie, Genetik, Physiologie und Pathologie sowie der praE- tischen Zucht Des Maulbeerseidenspinners zusam­menhängenden und im Laufe Der Entwicklung des Deutschen Seidenbaues aufttetenden wissenschaftlichen Probleme auf experimentaler Grundlage zu bearbei­ten. Die botanischen Forschungsaufgaben, Die sich im wesentlichen auf Die Heranzüchtung hochwertiger Maulbeersorten sowie auf Die Ausarbeitung von Ver- eDelungs- und VermehrungsmethoDen für die Futterpflanzen Der Seidenraupen beziehen sollen, werden von Der Abteilung SeiDenbau bei Der Ver­suchs- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst und Gartenbau in Geisenheim erledigt, mit Der Die Reichsanstalt in Arbeitsgemeinschaft steht.

Internationaler Wettbewerb

für Sport- und Touristik-Flugzeuge.

Bei Dem vom 17. bis 24. Juli vom Königlich- Italienischen Aeroklub in Rimini veranstalteten Internationalen Wettbewerb für Sport- und Tou­ristik-FlugzeugeRaduno del Littorio" werden vier Flugzeuge Der Luftwaffe und zwei bes NSFK. die deutschen Farben vertreten; außer Italien nehme auch Frankreich, England, Die Schweiz, Ungarn und Die Tschecho-Slowakei teil. Die Flugzeuge Der Deutschen Luftwaffe, Drei Messer­schmitt-Taifun und eine FH. 4 von Den Siebel-Flug- zeugwerken, werben geführt von Oberstleutnant Alefeld, Hauptmann Jakob, Leutnant Riechers und Diplom-Ingenieur Franke. Die beiben vom NSFK. gemelbeten Messerschmitt-Taifun-Flugzeuge führen NSFK.-Sturmführer Mayer unb NSFK.-Sturm- führer Friebrich. Der Wettbewerb besteht aus einer technischen Prüfung in Rimini, einem Runbflug, einer Zuverlässigkeitsprüfung auf ber Strecke Ri­miniRomRimini unb einem Geschwinbigkelts- Wettbewerb von Venebig aus.

Wo istAdmiral karpfanger"?

Da eine am 1. Juli Dieses Jahres eingeleitete radiotelegraphische Umfrage nach Dem am 8. Fe­bruar dieses Jahres von Port Germain nach Eng­land abgegangenen Se gels chuls chiffAd­miral Äarpfanger" ber Hapag bisher keine Melbung erbracht hat, hat Die Hamburg-Amerika- Lime ihren DampferLeuna" angewiesen. Die Rück­reise von Australien um bas Kap Horn anzu­treten unb Dabei Den von Den Seglern meistens be­nutzten Weg abzusuchen. Weiter hat Die Reeberei bie chilenische Marine gebeten, einen Damp­fer zur Verfügung zu stellen, um bie Südspitze von Südamerika von Kap Pillar über Kap Horn bis zu Der Staateninsel einschließlich ber vorgelagerten kleinen Inseln abzusuchen. Diese durch Das Ent­gegenkommen Der chilenischen Regierung ermöglichte Suchaktton wird mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Die Hapag hat außerdem ihrem auf Dem Wege von Buenos Aires nach San Vincent be­findlichen DampferGera" Anweisung gegeben, eine dort gesichtete schwarze Viermastbark zu suchen und ihren Namen festzustellen.

3ungfemflug des größten deutschen Ballons.

Auf dem Bitterfelder Ballonsüllplatz startete der größte Freiballon DeutschlandsDr. Hans Hart­mann" zu einem Jungfernflug unter Führung von Ballonführer Dr. Drechsler. Der Ballon gehört der Versuchsanstalt für Luftfahrt und dient in erster Linie Der Höhenforschung. Er wurde nach dem Pionier deutscher Wissenschaft, Dr. Hans Hart­mann, ber bei ber letzten Nanga-Parbat- Expebition sein Leben geopfert hatte, benannt. Bei 2400 Meter erreichte er seine Prallhöhe. Er jtzeg Dann noch 1Q0Q MM lpeitzc unD lMM nG